Für den letzten Freitag im Mai war perfektes Frühsommerwetter angekündigt: am Morgen kühl, tagsüber kräftige Erwärmung, kaum eine Wolke am Himmel und bis zum Abend absolut stabil. (Das folgende Wochenende brachte dann hingegen bei schon hochsommerlichen Temperaturen eine hohe Gewitterneigung.) Ich hatte das Glück, den Tag für eine Tour nützen zu können, die ihn komplett füllen würde.
Die riesige, felsdurchsetzte Flanke des Schneebergs zum Höllental bietet auch dann zahlreiche Möglichkeiten für lohnende Routen, wenn man weder klettert noch plant, ganz bis zum Klosterwappen aufzusteigen. Ich erinnere mich noch gern an die Tour mit Felix und Günter über den Kuhsteig auf den Krummbachstein im Juni 2021. Erst vor wenigen Tagen erkundeten die beiden den Brettschachersteig und Brandsteig. Aber es gibt in der Nachbarschaft noch weitere lohnende Unternehmungen: Ich bin bisher ein einziges Mal auf dem Südlichen Grafensteig und dann im Abstieg im Stadelwandgraben unterwegs gewesen, und das bereits vor sehr langer Zeit (konkret 1996, wie ich beim Nachschauen dann bestätigt bekomme). Da ist es höchste Zeit für ein Auffrischen der Eindrücke, diesmal allerdings in umgekehrter Richtung: durch den Stadelwandgraben hinauf und von den Kienthalerhütte dann - sinnvollerweise - über den Ferdinand-Mayr-Weg hinunter.
So starte ich auf dem geräumigen und noch kaum belegten Parkplatz des Weichtalhauses. Am Beginn kann ich erstmals den erst vor kurzem eröffneten Flusswanderweg Höllental zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus nützen. Dass natürlich auch der Stadelwandgraben so nun viel stressfreier zu erreichen ist als früher am Rand der viel befahrenen B27, hat jemand auf dem gelben Richtungspfeil nachträglich noch ergänzt.
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Der Steig verläuft am gleichen Ufer der Schwarza wie die Höllental-Bundesstraße meist deutlich weiter unten. Bei einer felsigen Engstelle wurde am Steilhang ein Steg errichtet, und natürlich bietet sich so mancher reizvolle Blick auf den Flusslauf.
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Knapp vor dem Parkplatz Weichtalgraben führt der Steig von unten wieder ganz nahe an die Straße heran. In einigen Schritten ist man oben, geht auf einer Art Gehsteig über eine kurze Straßenbrücke, quert die B27 dann an einer recht übersichtlichen Stelle und ist schon beim Parkplatz. Zweifellos um vieles angenehmer als das angespannte Gehen entlang der Bundesstraße mit oft viel Verkehr und unübersichtlichen Kurven!
Der - relativ kleine - Parkplatz Stadelwandgraben ist heute, an einem Werktag, trotz der idealen Bedingungen mit gerade fünf Fahrzeugen gar nicht voll belegt.
Ich blicke noch einmal über den engen Taleinschnitt zur Rax. Die Kornbrandmauer bietet da ein gutes Beispiel für die attraktive felsige Szenerie des Höllentals.
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Der unmarkierte, aber deutlich erkennbare Steig in den Stadelwandgraben beginnt sofort so, wie er noch längere Zeit verlaufen wird: selbst im Sommerhalbjahr nahezu vollständig im Schatten, recht steinig und fast stets zumindest moderat ansteigend.
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Der Steig wendet sich dabei von Nordosten zu Beginn immer mehr Richtung Osten. Bald bereits wird in Aufstiegsrichtung links erstmals eine in der Sonne leuchtende Felswand sichtbar, während ich selbst stets im schattigen Grabengrund unterwegs bin. Ein Bild, das allen Kletterern in der Stadelwand bestens vertraut sein wird!
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Oft sind es romantische Bilder, die sich hier im Graben bieten.
Der Schatten ist speziell in den wärmeren Monaten im Anstieg natürlich sehr angenehm. Allerdings ist das Laub, das hier teilweise hoch liegt, aus dem selben Grnd durchgehend feucht. In den steileren Abschnitten ist es recht rutschig, und generell gilt es aufmerksam dafür zu sein, was sich unter dem Laub verbergen könnte (Steine und Totholz). Es ist kein Abschnitt, auf dem es sinnvoll wäre, besonders aufs Tempo zu drücken.
015-Stadelwandgraben.jpg
Je weiter ich in den Graben hineingehe, desto ausgeprägter wird die Schotterrinne direkt am Fuß der Stadelwand. Der Steig bleibt jedoch durchwegs in Aufstiegsrichtung rechts davon im Wald.
019-Schutthalde-VordereStadelwand.jpg
Unvermeidlicherweise liegt im Graben einiges Totholz. Aber an den meisten Stellen ist es gut umgehbar, und generell erkenne ich keine großen Baumschäden aus jüngster Zeit.
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Im oberen Teil, nach der Abzweigung zur Paradeklettertour des Stadelwandgrats, türmt sich die Wand immer eindrucksvoller auf. An ihrer höchsten Stelle erreicht sie gut 400 Meter Höhe!
027-StadelwandSchutthalde.jpg
Der Graben steigt nun immer steiler an, wie auch der Blick über das Schuttfeld hinauf zeigt. Nicht nur Kletterer rutschen im Abstieg hier natürlich gern herunter.
028-steileSchutthalde.jpg
Ich muss mich aber nicht über den Schotter hinaufmühen, denn genau hier verlässt der Steig den Stadelwandgraben und führt ab nun den Hang südlich von ihm in einigen langen Kehren empor. Gleich zu Beginn ist kurz ein Schrofenband zu queren. Die Passage ist ein paar Meter etwas ausgesetzt und daher im Winter oder bei sehr rutschigem Boden manchmal heikel. Heute ist es hier ganz trocken und angenehmer zu gehen als teilweise im tiefen feuchten Laub weiter unten.
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Die Kehren des Steigs führen in meist deutlicher, recht regelmäßiger Steigung empor und passieren dabei weiterhin stimmungsvolle Plätze.
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Überraschenderweise stoße ich genau hier - auf einem trockenen Hang, zwischen einigem Totholz - auf die "Orchidee des heutigen Tages":
Es ist ein Langblättriges Waldvögelein (auch Schwertblättriges Waldvögelein genannt; Cephalanthera longifolia).
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Bei einer der oberen Kehren verlässt der Steig kurz den Wald, und damit öffnet sich ein Blick auf die Obere Stadelwand in ihren ganzen gewaltigen Ausmaßen.
Ich höre deutlich Stimmen von Kletterern, die einander etwas zurufen, kann aber nicht erkennen, wo genau in der riesigen Wand sie unterwegs sind. (Gottlob klingt das Ganze nicht wie Hilferufe.)
040-Stadelwand.jpg
Nach der obersten Kehre legt der Hang sich deutlich zurück, und wenige Minuten später stehe ich bereits auf dem 1124m hohen Stadelwandsattel zwischen der Wand und dem benachbarten Hochgang. Hoher Laubwald und einiges Totholz prägen das Bild hier. Ohne dass irgendjemand in der Nähe zu sehen oder zu hören wäre, raste ich einige Minuten.
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Die riesige, felsdurchsetzte Flanke des Schneebergs zum Höllental bietet auch dann zahlreiche Möglichkeiten für lohnende Routen, wenn man weder klettert noch plant, ganz bis zum Klosterwappen aufzusteigen. Ich erinnere mich noch gern an die Tour mit Felix und Günter über den Kuhsteig auf den Krummbachstein im Juni 2021. Erst vor wenigen Tagen erkundeten die beiden den Brettschachersteig und Brandsteig. Aber es gibt in der Nachbarschaft noch weitere lohnende Unternehmungen: Ich bin bisher ein einziges Mal auf dem Südlichen Grafensteig und dann im Abstieg im Stadelwandgraben unterwegs gewesen, und das bereits vor sehr langer Zeit (konkret 1996, wie ich beim Nachschauen dann bestätigt bekomme). Da ist es höchste Zeit für ein Auffrischen der Eindrücke, diesmal allerdings in umgekehrter Richtung: durch den Stadelwandgraben hinauf und von den Kienthalerhütte dann - sinnvollerweise - über den Ferdinand-Mayr-Weg hinunter.
So starte ich auf dem geräumigen und noch kaum belegten Parkplatz des Weichtalhauses. Am Beginn kann ich erstmals den erst vor kurzem eröffneten Flusswanderweg Höllental zwischen Kaiserbrunn und dem Weichtalhaus nützen. Dass natürlich auch der Stadelwandgraben so nun viel stressfreier zu erreichen ist als früher am Rand der viel befahrenen B27, hat jemand auf dem gelben Richtungspfeil nachträglich noch ergänzt.

002-WegweiserFlusswanderweg.jpg
Der Steig verläuft am gleichen Ufer der Schwarza wie die Höllental-Bundesstraße meist deutlich weiter unten. Bei einer felsigen Engstelle wurde am Steilhang ein Steg errichtet, und natürlich bietet sich so mancher reizvolle Blick auf den Flusslauf.
003-Schwarza.jpg
Knapp vor dem Parkplatz Weichtalgraben führt der Steig von unten wieder ganz nahe an die Straße heran. In einigen Schritten ist man oben, geht auf einer Art Gehsteig über eine kurze Straßenbrücke, quert die B27 dann an einer recht übersichtlichen Stelle und ist schon beim Parkplatz. Zweifellos um vieles angenehmer als das angespannte Gehen entlang der Bundesstraße mit oft viel Verkehr und unübersichtlichen Kurven!

Der - relativ kleine - Parkplatz Stadelwandgraben ist heute, an einem Werktag, trotz der idealen Bedingungen mit gerade fünf Fahrzeugen gar nicht voll belegt.
Ich blicke noch einmal über den engen Taleinschnitt zur Rax. Die Kornbrandmauer bietet da ein gutes Beispiel für die attraktive felsige Szenerie des Höllentals.
006-Kornbrandmauer.jpg
Der unmarkierte, aber deutlich erkennbare Steig in den Stadelwandgraben beginnt sofort so, wie er noch längere Zeit verlaufen wird: selbst im Sommerhalbjahr nahezu vollständig im Schatten, recht steinig und fast stets zumindest moderat ansteigend.
010-Stadelwandgraben.jpg
Der Steig wendet sich dabei von Nordosten zu Beginn immer mehr Richtung Osten. Bald bereits wird in Aufstiegsrichtung links erstmals eine in der Sonne leuchtende Felswand sichtbar, während ich selbst stets im schattigen Grabengrund unterwegs bin. Ein Bild, das allen Kletterern in der Stadelwand bestens vertraut sein wird!
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Oft sind es romantische Bilder, die sich hier im Graben bieten.
Der Schatten ist speziell in den wärmeren Monaten im Anstieg natürlich sehr angenehm. Allerdings ist das Laub, das hier teilweise hoch liegt, aus dem selben Grnd durchgehend feucht. In den steileren Abschnitten ist es recht rutschig, und generell gilt es aufmerksam dafür zu sein, was sich unter dem Laub verbergen könnte (Steine und Totholz). Es ist kein Abschnitt, auf dem es sinnvoll wäre, besonders aufs Tempo zu drücken.
015-Stadelwandgraben.jpg
Je weiter ich in den Graben hineingehe, desto ausgeprägter wird die Schotterrinne direkt am Fuß der Stadelwand. Der Steig bleibt jedoch durchwegs in Aufstiegsrichtung rechts davon im Wald.
019-Schutthalde-VordereStadelwand.jpg
Unvermeidlicherweise liegt im Graben einiges Totholz. Aber an den meisten Stellen ist es gut umgehbar, und generell erkenne ich keine großen Baumschäden aus jüngster Zeit.
023-StadelwandgrabenTotholz.jpg
Im oberen Teil, nach der Abzweigung zur Paradeklettertour des Stadelwandgrats, türmt sich die Wand immer eindrucksvoller auf. An ihrer höchsten Stelle erreicht sie gut 400 Meter Höhe!
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Der Graben steigt nun immer steiler an, wie auch der Blick über das Schuttfeld hinauf zeigt. Nicht nur Kletterer rutschen im Abstieg hier natürlich gern herunter.
028-steileSchutthalde.jpg
Ich muss mich aber nicht über den Schotter hinaufmühen, denn genau hier verlässt der Steig den Stadelwandgraben und führt ab nun den Hang südlich von ihm in einigen langen Kehren empor. Gleich zu Beginn ist kurz ein Schrofenband zu queren. Die Passage ist ein paar Meter etwas ausgesetzt und daher im Winter oder bei sehr rutschigem Boden manchmal heikel. Heute ist es hier ganz trocken und angenehmer zu gehen als teilweise im tiefen feuchten Laub weiter unten.
030-Schrofenquerung.jpg
Die Kehren des Steigs führen in meist deutlicher, recht regelmäßiger Steigung empor und passieren dabei weiterhin stimmungsvolle Plätze.
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Überraschenderweise stoße ich genau hier - auf einem trockenen Hang, zwischen einigem Totholz - auf die "Orchidee des heutigen Tages":

Es ist ein Langblättriges Waldvögelein (auch Schwertblättriges Waldvögelein genannt; Cephalanthera longifolia).
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Bei einer der oberen Kehren verlässt der Steig kurz den Wald, und damit öffnet sich ein Blick auf die Obere Stadelwand in ihren ganzen gewaltigen Ausmaßen.
Ich höre deutlich Stimmen von Kletterern, die einander etwas zurufen, kann aber nicht erkennen, wo genau in der riesigen Wand sie unterwegs sind. (Gottlob klingt das Ganze nicht wie Hilferufe.)
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Nach der obersten Kehre legt der Hang sich deutlich zurück, und wenige Minuten später stehe ich bereits auf dem 1124m hohen Stadelwandsattel zwischen der Wand und dem benachbarten Hochgang. Hoher Laubwald und einiges Totholz prägen das Bild hier. Ohne dass irgendjemand in der Nähe zu sehen oder zu hören wäre, raste ich einige Minuten.
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