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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

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Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

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- Politische oder religiöse Themen;
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Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
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Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Grabenweg - Hochwald (919m) - Auf dem Hals - Waxeneck (797m), Gutensteiner Alpen / 13.03.2026

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  • Grabenweg - Hochwald (919m) - Auf dem Hals - Waxeneck (797m), Gutensteiner Alpen / 13.03.2026

    Mitte März scheint sich das Frühjahr in den niedrigeren Regionen endgültig durchgesetzt zu haben, und es bleibt an den Nachmittagen bereits deutlich länger hell. So wollte ich den wettermäßig schönsten Tag der Woche - just Freitag, der 13. März 2026 - für eine relativ lange Wanderung in den Voralpen nützen.

    In den Gutensteiner Alpen finden sich neben gern besuchten Zielen und den markierten (Weit-)Wanderwegen ja auch etliche selten begangene Routen sowie zahlreiche Erhebungen, die maximal durch Wegspuren erschlossen sind. Ein typischer Gipfel dieser Art ist der Hochwald (919m) zwischen dem Steinwandgraben und dem Sattel Auf dem Hals, an dessen höchstem Punkt der Nordalpenweg - im Osten und Süden - deutlich vorbei führt. Einige Freunde standen allerdings bereits oben, und wer in den Forumsberichten stöbert, wird ein paarmal fündig. So fand ich, dass der Zeitpunkt gekommen war, mich ihnen anzuschließen!

    Ich entscheide mich schließlich für eine Rundwanderung ab dem Gehöft Grabenweg an der Nordzufahrt des Halssattels. Auch auf dem Nordalpenweg 01 bis zum Gehöft Hohenwarth war ich noch nie unterwegs, und der geplante Rückweg über den Kamm des Waxenecks ist ebenfalls keineswegs überlaufen. Der einzige Ort auf meiner Route mit stärkerem Besuch wird da wohl das Waxeneckhaus bleiben, dessen große Terrasse für einen sonnigen, milden Frühlingstag ja wie geschaffen ist.


    Ich fahre daher von Pottenstein im Triestingtal einige Kilometer in den langen Grabenweggraben - so der etwas komplizierte Name laut AMap - hinein und starte beim Gehöft Grabenweg. Neben dem großen Bauernhof stehen nur wenige weitere Gebäude, manche sichtlich schon länger nicht mehr bewohnt, und eine kleine moderne Kapelle.
    002-GrabenwegKapelle.jpg

    Das erste Seitental Richtung Westen dient zwar noch als Zufahrt zum Gehöft Grubbauer, zeigt aber zugleich von Beginn an, in welcher Landschaft ich heute etliche Stunden unterwegs sein werde: größtenteils in ausgedehnten Wäldern, die nur gelegentlich von Weiden oder Wiesen unterbrochen werden.
    006-Seitental.jpg

    Ein Sandsträsschen dreht sich allmählich mehr Richtung Norden und führt mich - mäßig steigend und unmarkiert - zum Kienthalkreuz in einem flachen Sattel.
    009-Kienthalkreuz.jpg

    Ab nun werde ich längere Zeit dem Weitwanderweg 01 (Nordalpenweg) folgen. Allerdings handelt es sich um einen unspektakulären Abschnitt, und das Peilsteinhaus sowie das Waxeneckhaus als die nächsten Stützpunkte sind jeweils weiter entfernt. Außer den Markierungen ändert sich an meinem Weg durch ruhige Waldgebiete daher zunächst gar nichts.
    011-Nordalpenweg.jpg

    Breite Wege wechseln mit Forststraßen, und die Steigung bleibt durchwegs moderat. Im beginnenden Frühjahr genieße ich es, in so lichtem Wald (vorwiegend aus Laubbäumen) unterwegs zu sein, in den die Sonne hineinscheinen kann. Im Sommer ist der Schatten, den die Kronen der hohen Laubbäume dann bieten, hingegen sicher willkommen.
    014-lockererMischwald.jpg

    Auf der wenig anstrengenden Route wird mir gar nicht so bewusst, dass ich ab dem Ausgangspunkt mittlerweile mehr als 300 Höhenmeter überwunden habe. Erst ein Blick auf den Waldboden macht die Höhenlage offensichtlich: In den Tälern blühen längst die typischen Frühjahrsblumen wie Primeln oder Leberblümchen. Hier, in Höhen zwischen 700 und 800 Metern, dominieren hingegen noch die Schneerosen. Und sie stehen buchstäblich zu Tausenden neben meinem Weg!
    031-Schneerosen.jpg

    Nach einem längeren Abschnitt in fast gleichbleibender Höhe erriche ich am Rand einer ausgedehnten Lichtung das Rote Kreuz in 759m Höhe laut AMap.
    022-RotesKreuz.jpg

    Nach einer kurzen Rast setze ich meinen Weg auf eine (namenlose) Anhöhe hinauf fort. Dort öffnet sich erneut eine große Wiese, auf der sich dank der Dirndlsträucher bereits deutliche Frühlingsfarben zeigen.
    027-Frühjahrsfarben.jpg

    Im Norden der Wiese stehen die Bäume locker und ermöglichen diesen Durchblick zum Hocheck.
    029-DurchblickHocheck.jpg

    Mittlerweile steht der Stock des Hochwalds nicht mehr weit vor mir. Aber zunächst führt der Weg zur Querung des oberen Kaltenleitengrabens nochmals bergab, bevor der kurze Gegenanstieg nach Hohenwarth beginnt. Das Anwesen steht bereits seit langem auf einer Flachstufe östlich unterhalb des Hochwalds in fast 800m Höhe. Auffällig ist vor allem, dass die Hauptgebäude gleich mehrfach von Gittern umgeben sind, sodass der markierte Weg in einem Bogen östlich herum führen muss. Irgendwie werde ich mir über den aktuellen Status der Gebäude nicht recht klar: Alles wirkt mehr abgeschirmt und geschützt als vorrangig landwirtschaftlich genützt. Dieser Blick bietet sich durch das obere Gittertor:
    038-GehöftHohenwarth.jpg

    Die Umrundung der Gebäude führt dafür zu ein paar netten Aussichtsplätzen. Dieser Blick nach Osten geht über den tief eingeschnittenen Grabenweggraben zur steilen und eher abweisenden Westflanke des Waxenecks dahinter. Im Hintergrund darf - in Gestalt des Sooßer Lindkogels - auch der Wienerwald ein wenig mit auf das Bild.
    033-GrabenweggrabenWaxeneck.jpg

    Der Weg führt nach dem Anwesen am Waldrand sowie erneut entlang eines Gitters weiter und erreicht bald eine kleine Kapelle. Ich habe bisher leider nichts Genaues über sie gefunden, halte vom Baustil her aber ein stattliches Alter für durchaus wahrscheinlich. Die Kapelle ist verschlossen; zwei Bänke an den Außenmauern würden Rastgelegenheiten und erneut etwas Ausblicke Richtung Osten bieten.
    039-HohenwarthKapelle.jpg

    Nun ist der Zeitpunkt für den weglosen Aufstieg zum Hochwald gekommen. Der Bergstock hat etwa die Form eines ein wenig nach Norden geneigten Ziegelsteins mit einem größeren flachen Gipfelplateau, einer relativ sanften Nordabdachung sowie Steilflanken an allen übrigen Seiten. Gegen den unmarkierten Zugang von Norden spricht allerdings einer der hohen Zäune, der vom Gehöft Hohenwarth hinaufzieht und möglicherweise quer über das gesamte Plateau führt. So versuche ich es nun von der Kapelle aus. Ein paar Minuten bleibt das Gelände noch flach, dann erreiche ich den Beginn der Steilflanke. Zu meiner großen Überraschung stoße ich dort auf eine Art Karrenweg, der zunächst zu einem kleinen Steinbruch und danach diagonal nach Norden ganz hinauf auf das Gipfelplateau führt. Gern ergreife ich diese unerwartete Hilfe, die Steilpassage zu bezwingen.
    044-AnstiegHochwald.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 4 Stunden.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Mit dem Erreichen des Gipfelplateaus nordöstlich des höchsten Punktes verläuft sich der Karrenweg nach und nach. Aber hier bieten weder das Gelände noch die Orientierung große Herausforderungen mehr, und so stehe ich relativ bald auf dem Gipfel des Hochwalds in 919m Höhe.
    Die aktuelle Infrastruktur besteht aus zwei stattlichen Steinmännern (hier ist zunächst einer zu sehen) sowie einem Brett am Boden zum Hinsetzen. Das einfache rote Kreuz, das maxrax 2014 und Felix 2016 hier bei ihren Besuchen noch angetroffen haben, scheint mittlerweile bereits lange verschwunden.
    Im Hintergrund ist gut das flache Gipfelplateau zu erkennen. Die steile Südflanke beginnt erst rechts außerhalb des Bildausschnitts.
    049-HochwaldGipfel.jpg
    Diese Perspektive zeigt beide Steinmänner und das Brett.
    Laut Amap müsste am Gipfel zudem ein Vermessungsstein zu finden sein, den ich allerdings vergeblich suche. Zum einen kann er in dem felsdurchsetzten Waldboden natürlich perfekt getarnt sein. Wenn er nicht sehr weit aus dem Boden ragt, könnte er auch komplett von Laub bedeckt sein oder aber sich unter einem der umgestürzten Bäume befinden.
    Bevor die Laubbäume wieder austreiben, sind hinter den Baumstämmen die Konturen der Berge in der Nachbarschaft auszumachen. Einen wirklich freien Ausblick bietet der Gipfel des Hochwalds nicht.
    051-HochwaldGipfel.jpg
    Ich setze mich hier nicht zum Rasten hin, streife aber auf dem Gipfelplateau noch etwas herum. Solche stark felsdurchsetzten Böden sind für viele Kalkberge in den Voralpen typisch, keineswegs nur für die Gutensteiner Alpen.
    053-HochwaldGipfelrücken.jpg
    Da die Böden und auch das Laub nach etlichen Tagen ohne Niederschlag weitestgehend trocken sind, versuche ich dann doch den direkten und kürzesten Abstieg zurück zum markierten Weg über die steile Südflanke. Er ist möglich, wenn auch mit einiger Vorsicht! Probleme machen weniger die paar größeren Felsen, die sich gut umgehen lassen, als das viele Zentimeter tiefe Laub, unter dem sich jede Menge Stolperfallen in Form von Totholz oder wackelnden Steinen verbergen. Da bin ich lieber langsam unterwegs und "derstesse" mich nicht...
    055-HochwaldSüdflanke.jpg

    Zurück auf dem markierten Weg erreiche ich nach wenigen Minuten den östlichen Rand der großen Helmwiese. Das mittlerweile legendäre Warnschild hängt unverändert dort; daran hat sich immerhin seit über 10 Jahren nichts geändert.
    Ob es auf einen Witzbold zurückgeht oder auf seine eigene Weise auch zum Ausdruck bringen möchte, dass Wanderer abseits der markierten Wege in dieser Region nicht besonders gern gesehen sind, weiß ich nicht.
    062-HelmwieseWarntafel.jpg

    Hier gabeln sich nun die Wege: Der Weitwanderweg vollzieht einen scharfen Haken nach Osten zum Sattel "Auf dem Hals". Über einen weiteren markierten Weg wäre es Richtung Westen gar nicht sehr weit zum (mittlerweile leider auch ehemaligen) Gasthof Jagasitz und der Steinwandklamm.
    In jedem Fall bietet der Platz am Rand der Helmwiese feine Ausblicke in die umgebende Mittelgebirgslandschaft. Im Westen erhebt sich der Almesbrunnberg, wobei der Blick hier genau über die im tiefen Graben verdeckt bleibende Steinwandklamm drübergeht.
    060-HelmwieseAlmesbrunnberg.jpg
    Richtung Nordwesten sind der Kalte Berg (1044m) und der Gaisstein zu sehen. Keiner von all diesen Bergen ist durch einen markierten Weg erschlossen, und doch bilden sie alle auf ihre Weise lohnende Ziele für Wanderungen.
    057-Helmwiese-BlickKalterBerg-Gaisstein.jpg
    Der Gaisstein etwas herangezoomt: einer der felsigsten Gipfel der Gutensteiner Alpen mit dreistelliger Höhe (974m) mit interessanten Anstiegen und sehr lohnendem Gipfelblick. Der markante Ostgrat kommt in dieser Ansicht besonders gut zur Geltung.
    058-HelmwieseGaisstein.jpg
    Ich entschließe mich, diesen so schönen Platz für eine Rast und eine kleine Stärkung zu nützen. Damit ist endgültig klar, was sich schon länger abgezeichnet hat: Der Besuch des südöstlich benachbarten Stockers geht sich heute nicht aus. Er läge ohnehin etwas abseits der Route, und lang genug ist meine Tagesstrecke auch so. Vielleicht gehe ich in absehbarer Zukunft einmal von Pernitz auf ihn (und den Nachbargipfel des "Eich").

    Somit folge ich noch einige Zeit dem Weitwanderweg 01, der zunächst in einem reizvollen Abschnitt fast vollständig im Wald zum Sattel "Auf dem Hals" hinunter führt. Abermals stehen hier die schönsten Schneerosen am Wegesrand.
    066-Schneerose.jpg

    Es liegt inzwischen Jahrzehnte zurück, dass das Holzhaus direkt auf der Passhöhe noch als Gasthof betrieben wurde. (Selbst in der Version der AMap von 1980 fehlte der Eintrag bereits.)
    Seither gehört es unter dem - aktuell besonders passenden - Namen "Schneerosenhaus" der Berg- und Naturwacht.
    068-AufdemHals-Schneerosenhaus.jpg
    Jenseits der Passhöhe folgt der Weitwanderweg zunächst dem Strässchen, das sowohl als Privatstraße zur Siedlung Waxeneck als auch als Zufahrt zum Waxeneckhaus dient. Die Straße bleibt aber nur kurz asphaltiert, und zudem weicht der Weg ihr später - in meine Gehrichtung zunächst links, dann rechts - aus. Durch lockeren Wald und kurz stärker ansteigend erreiche ich so recht angenehm die großen Wiesen direkt unterhalb des Waxeneckhauses. Im Südosten bis Süden wird erstmals der Mandlingstock sichtbar: rechts die Hohe, links (teilweise verdeckt) die Vordere Mandling.
    075-VordereHoheMandling.jpg
    Es ist mittlerweile gut 14.30 Uhr geworden, und so ist der Zeitpunkt nun perfekt für eine Einkehr. Bei Sonnenschein und für die erste Märzhälfte hohen Temperaturen ist es - wie erhofft - auf der Terrasse sehr angenehm zu sitzen. Die Tische sind teilweise belegt, Tendenz im Lauf des Nachmittags rückläufig. Unter den Gästen dominieren weder die Wanderer noch - ungeachtet der Straßenzufahrt - die Autobesitzer oder Motorradfahrer, sondern die zahlenmäßig klar größte Gruppe ist heute mit dem Mountainbike hierher gekommen.
    078-WaxeneckhausTerrasse.jpg

    Das Waxeneckhaus ist seit Jahren für seine gute Küche bekannt. Und im Rahmen einer ausgedehnten Wanderung entscheide ich mich für mehr als bloß eine Suppe...
    080-WaxeneckhausEinkehr.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 4 Stunden.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

    Kommentar


    • #3
      Es ist so fein, auf der Terrasse des Waxeneckhauses in der Sonne zu sitzen, dass ich mir eine längere Pause genehmige.
      (Für Unterhaltung ist auch gesorgt: Drei Mountainbiker etwa meiner Altersgruppe am Nachbartisch ergehen sich in einer Lautstärke im Schmähführen und Erzählen von Gschichtln, dass ich alles mithören kann. )

      Richtung Süden haben sich im Tagesverlauf harmlose, aber doch ausgedehnte Wolken gebildet. So kann der Schnee auf dem Schneeberg nicht in der Sonne weiß leuchten. Aber der große Berg bleibt auch als Silhouette eindrucksvoll - und die Perspektive auf ihn von hier ist besonders schön.
      Genau vor dem Kaiserstein der Doppelgipfel des Großen Neukogels, weiter links der lange Kamm der Dürren Wand.
      081-BlickDürreWandSchneeberg.jpg

      Im Zoom erscheinen die Wolken dramatischer als sie sind. Südlich des Alpenhauptkamms und somit auch in der Obersteiermark jenseits von Rax und Semmering ist die Luftschichtung heute feuchter als im Norden, und die Schichtwolken haben sich nun am Nachmittag etwas weiter Richtung Norden ausgebreitet.
      083-ZoomGrNeukogel-Schneeberg.jpg

      Nach gut einer Stunde Rast wird es Zeit, wieder aufzubrechen.
      Die drei Türen rechts am alten Nebengebäude der Hütte dienten bis vor kurzem noch bestimmten Zwecken. Erst ein Umbau im Erdgeschoß des Waxeneckhauses vor gut einem Monat brachte nun eine andere Lösung dafür.
      085-WaxeneckhausNebengebäude.jpg

      Der Wanderweg folgt zunächst der Siedlung Waxeneck - vorwiegend Wochenend- oder Sommerhäuser - östlich der Hütte. Dann wendet er sich mehr Richtung Nordosten und führt einige Zeit über ein ausgedehntes bewaldetes Plateau. Abermals erlebe ich es als reizvoll, auf einem solchen Abschnitt unterwegs zu sein.
      090-Laubwald.jpg

      Der höchste Punkt des gesamten Waxeneckstocks befindet sich auf einem Kamm weit im Nordosten des Plateaus. Auch hier führt der markierte Weg von Berndorf oder Pottenstein zum Schutzhaus deutlich unter dem Gipfel vorbei.
      Lange Zeit war der Waxeneck-Gipfel rundherum dicht bewaldet und kaum besucht, da er keine Ausblicke bot. Bis der extreme Eisbruch im Dezember 2014, als es Tage lang auf gefrierenden Hochnebel draufregnete, alles änderte. Die großflächigen Waldschäden aus dieser Zeit sind im Osten Niederösterreichs vor allem in Höhen zwischen 700 und 1100m nach wie vor nicht zu übersehen; Beispiele dafür bieten der Hohe Lindkogel, das Hocheck oder - besonders ausgeprägt! - die Hohe Wand. Das Waxeneck kam so zu einer weitgehend baumfreien Südostflanke mit einem zwar in der Nähe sehr gewöhnungsbedürftig en Anblick, dafür nun aber freier Sicht vor allem Richtung Osten.
      Gut zehn Jahre später sind einzelne Hänge neu aufgeforstet und etliche (leider) von undurchdringlichem Gestrüpp und Dornen bedeckt. Aber die unmarkierten Wege zum Gipfelkamm sind nach wie vor begehbar und bieten bereits während des Anstiegs Ausblicke über das Becken von Berndorf und das Wiener Becken bis zum Leithagebirge.
      096-VeitsauGuglzipf-WienerBecken.jpg

      Direkt auf dem Kamm des Waxenecks haben vor allem Föhren den Eisregen Ende 2014 überstehen können.
      100-WaxeneckGipfelkamm.jpg

      In Richtung Südosten bis Süden bieten sich vom Kamm völlig freie Ausblicke zu den wichtigen Gipfeln des Mandlingstocks: Die Hohe Mandling steht rechts; vor der Vorderen Mandling links erhebt sich noch der Große Rosenkogel, ganz links außen ist der Lindkogel zu sehen. Dazwischen schaut der nördliche Teil der Hohen Wan drüber, bereits jenseits des Piestingtls.
      101-VdMandling-HoheWand-HoheMandling.jpg

      Im schönen Licht des bereits relativ späten Nachmittags kommt der felsdurchsetzte Kamm des Waxenecks sehr schön zur Geltung.
      Am höchsten Punkt - 796m laut AMap bzw. 797m laut OSM - befindet sich nun ein kräftiges improvisiertes Holzkreuz. Das erste Holzkreuz nach 2014 mit eigenem Sockel war bereits im Dezember 2018 bei der Silvesterwanderung der Moderatoren wieder verschwunden.
      104-WaxeneckGipfelkreuz.jpg

      Die Ausblicke von hier sind eine Pause und einige Fotos in jedem Fall wert. Diesmal ist die Blickrichtung mehr Nordosten bis Osten, und so sind vor dem Wiener Becken Berndorf und das Untere Triestingtal sowie - weiter links - der Harzberg und Bad Vöslau zu sehen.
      107-HarzbergBerndorf-WienerBecken.jpg

      Ein Zoom zum Zentrum der Stadtgemeinde Berndorf. Es befindet sich größtenteils nicht direkt an der Triesting, sondern zieht sich zum Teil weit einen Hang hinauf, der aus dieser Perspektive halb verdeckt bleibt. Nur die Kuppel der großen, erst 1910-1917 errichteten Pfarrkirche bleibt unübersehbar.
      Dahinter, etwas flussabwärts, das riesige Gelände der Berndorf AG (so der heutige Name). Ohne die Metallwerke und die Familie Krupp wäre nicht hier, in den Ausläufern der Niederösterreichischen Voralpen, eigens eine Stadt errichtet worden, in der im Jahr 1910 fast 13.000 Personen lebten. Seit einigen Jahrzehnten hat sich die Bevölkerungszahl nun um 9.000 eingependelt.
      109-ZoomBerndorfFabrik.jpg

      Eine zweite Zoomaufnahme zeigt den Blick über die kleine Siedlung Aigen bei Hernstein im Vordergrund, Wiener Neustadt und Teile des Nordburgenlands bis zu den Ausläufern des Ödenburger Gebirges bereits in Ungarn (Distanz etwa 50 Kilometer). Vor allem über dem Flachland ist die Fernsicht heute erfreulich gut.
      110-ZoomWrNeustadt-ÖdenburgerGebirge.jpg

      Ich folge dem Kamm Richtung Nordosten, bis er allmählich steiler abzufallen beginnt. Das ist ein sehr lohnendes Unterfangen, denn nach einem kurzen bewaldeten Abschnitt öffnet sich der Ausblick im schönsten Licht des späten Nachmittags nochmals. Der Hohe Lindkogel Richtung Nordosten erscheint da als das, was er ja tatsächlich ist: ein durchaus stattlicher Höhenrücken.
      Interessant sind die Drüberschauer links weiter hinten. Beim ersten Kamm habe ich noch richtig getippt: Es sind die Föhrenberge mit dem Höllenstein. Beim Berg links ganz am Horizont war ich hingegen überrascht, dass es sich um den Hermannskogel handelt. Eine ungewöhnliche Perspektive für einen Blick etwa in Richtung Stadtzentrum von Wien!
      113-Höhenberg-HoherLindkogel-Höllenstein.jpg

      Die unmarkierten Wege vom Gipfelkamm hinunter zur markierten Route sind ganz problemfrei zu begehen. Richtung Nordosten folgt dann nur leicht bergab nochmals ein Abschnitt im Wald, bis ich eine Weggabelung erreiche. Wer das ganze Waxeneck überschreiten möchte oder/und öffentlich unterwegs ist, hat ab hier einige Möglichkeiten zur Auswahl, nach Pottenstein oder Berndorf zu gehen.
      114-Wegweiser.jpg

      Auf mich wartet hingegen nur mehr der Schlussabschnitt auf dem Götzelsteig nach Grabenweg zurück. Kurz geht es überraschend steil bergab, dann leitet mich ein Nebental direkt zu den Gebäuden von Grabenweg, wo ich in der beginnenden Abenddämmerung sehr zufriedn wieder eintreffe.
      119-Grabenweg.jpg

      Auf der Rückfahrt halte ich bei einem Parkplatz an der Verbindungsstraße von Pottenstein über Großau nach Bad Vöslau für diesen abschließenden Blick auf Berndorf nochmals an. Da wird die Größe der Industriestadt mit ihren repräsentativen Gebäuden aus der Zeit um 1900 besonders gut sichtbar.
      Im Hintergrund links Lindkogel und Vordere Mandling, zentral das Hammerl und rechts die Hohe Mandling. Bei den Wolken links hinter ihr handelt es sich um die Gipfelhaube des Schneebergs, der ansonsten drüberschauen würde. Ich werde mir diesen Platz merken und einmal zeitig am Tag kommen, am besten mit tatsächlich noch weiß leuchtendem Schneeberg.
      122-Berndorf-VdHoheMandling.jpg

      Zugleich steht dieser Rückblick auch nochmals dafür, wie lohnend ich meine ruhige Wanderung durch die östlichen Gutensteiner Alpen heute erlebt habe.
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 4 Stunden.
      Lg, Wolfgang


      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

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      • #4
        Informationen zur Wanderung

        17,5km Strecke
        und etwa 830 Höhenmeter.


        Gut zur Hälfte - vom Kienthalkreuz bis etwas östlich vom Waxeneckhaus - bin ich dabei dem Weitwanderweg 01 (Nordalpenweg) gefolgt. Auch ansonsten war ich weit mehrheitlich auf markierten Wegen unterwegs; der Zustieg von Grabenweg zum Kienthalkreuz folgt ganz unproblematisch einem unmarkierten Sandsträsschen.
        Die auffällige Ausnahme bilden die beiden Gipfel entlang meiner Route: Zum Kamm des Waxenecks führen von Südosten zwei deutlich erkennbare und einfache unmarkierte Wege hinauf. Seit der Kamm freie Ausblicke bietet, wird er wohl etwas mehr besucht als früher, ist aber nach wie vor in keiner Weise überlaufen.
        Auf den Hochwald vermerkt selbst die so genaue OSM gar keinen Weg. Dass ich den Karrenweg entdeckt habe, der es vereinfacht, westlich der Kapelle Hohenwarth die Steilflanke zu überwinden, war ein Glücksfall. Die steile Südflanke als kürzeste Verbindung zum markierten Weg ist bei soliden Bedingungen mit Vorsicht begehbar, wobei weniger das generell überblickbare Gelände Schwierigkeiten macht als die vielen Stolperfallen im tiefen Laub.

        Es scheint eine Eigenheit der Region zu sein, dass die markierten Wege an den meisten Gipfeln (teilweise sogar deutlich) vorbei führen. Wer solche Gipfel "sammeln" möchte, hätte mit "Auf der Wurzen" oder dem Höhenberg nahe meiner Route oder auch dem Stocker, dem Eich oder dem Spatzenwälder Kogel Richtung Pernitz gleich eine Reihe von Möglichkeiten dazu.

        Seltsam ist, dass auf etlichen Gipfeln genau dieser Region die Infrastruktur, die Liebhaber:innen solcher Wanderungen dort anbringen, wiederholt verschwindet. Dies gilt für Gipfelbücher gleichermaßen wie für einfache Holzkreuze unterschiedlichen Stils. Hat da irgendjemand aus dem Kreis der Grundbesitzer, Forstbeamten oder Jäger mit Wanderungen abseits der markierten Wege wenig Freude (während vergleichbar gestaltete Gipfel etwa im Raum Puchberg oder südlich von Pernitz Jahre lang unangetastet bleiben)? Wie auch immer, verboten ist das Begehen nicht, und die Zahl der Besuche hält sich zudem in sehr überschaubaren Größen. Auffällig ist allerdings, wie prominent Personen mit Forumsbezug daran beteiligt sind.

        Das Waxeneckhaus der Naturfreunde bietet sich bei vielen Wanderungen in der Region für eine Rast und Einkehr an. Es ist ganzjährig von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und für seine gute Küche bekannt. Besonders fein ist es, wenn man auf der südseitigen Terrasse sitzen kann.

        Am günstigsten für meine Route oder ähnliche Wanderungen in der Region scheinen mir die Übergangsjahreszeiten, wobei das Frühjahr mit der neu erwachenden Natur ebenso seine eigenen Reize aufweist wie der farbenprächtige Herbst. Im Sommer scheiden etliche Routen wohl wegen der Hitze aus, und es empfiehlt sich jedenfalls ein zeitiger Aufbruch. Im Winter reicht für die langen Routen hingegen das Tageslicht kaum aus, zumal Nässe und/oder Schnee und Glätte das Vorankommen ja wahrscheinlich erschweren.

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        Bemerkenswert sind einige Namensänderungen bzw. -verschiebungen in der Region.
        Der aktuelle Hochwald-Gipfel laut AMap und OSM hieß in der alten Karte von 1880 "Auf der Hohenwart". (Auch in meinem Freytag&Berndt-Wanderatlas von 1997 ist er als "Hohenwart, 919m" eingetragen.) Das gleichnamige Gehöft stand damals nordöstlich davon, Richtung Rotes Kreuz. Zumindest ein Teil der Gebäude besteht noch immer, etwas abseits vom markierten Weg, bewohnt sind sie wohl aber schon lang nicht mehr.
        Das heutige große Anwesen Hohenwarth hieß in der AMap bis 1930 "Hohenegger". Damit korrespondiert, dass die OSM nach wie vor den Namen "Hohenegg" für die flache Kuppe knapp östlich davon benützt.

        Jetzt wird es anspruchsvoll: Der heutige "Stocker" war in den Karten von 1910 und 1930 der "Hochwald-Berg". In der Karte von 1880 hieß er hingegen "Am Greith", während als "Hochwald-Berg" ein - seither namenloser - südlicher Vorgipfel eingetragen war.

        Varianten auch nahe dem Waxeneckhaus: Die flache Kuppe im Waxeneckstock knapp nördlich der heutigen Siedlung hieß von 1880 bis 1930 nacheinander "Am Kaar", "Am Kahrl" und "Am Karl". Interessanterweise hat die OSM den ältesten Namen übernommen (Am Kaar, 775m.)

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        In diesem Teil der Gutensteiner Alpen besteht nach Belieben eine Vielfalt an Wanderrouten unterschiedlicher Länge.
        Im Forum möchte ich vor allem auf die Berichte von maxrax (2014) sowie bluehouse 3843 (2020, mit Iris) hinweisen.
        https://www.gipfeltreffen.at/forum/g...alpen-9-3-2014
        https://www.gipfeltreffen.at/forum/g...lpen-15-3-2020
        Felix hat 2016 von Pernitz eine Runde über den Spatzenwälder Kogel sowie den Hochwald, Stocker und Eich gedreht. Der Bericht auf seiner Homepage: https://www.inntranetz.at/galerie/to...ftalrunde.html
        Sie alle haben dazu beigetragen, mir die Region schmackhaft zu machen.

        Zwischen dem Pernitz im Piestingtal sowie Weißenbach oder Pottenstein im Triestingtal sind Überschreitungen in etlichen Varianten möglich. Sie alle sind durch lange Strecken (meist >20km), aber mehrheitlich unschwierige Wege charakterisiert. Wie viele Gipfel abseits davon man mitnimmt, bleibt eine Sache der individuellen Vorlieben.
        Dank der Bahnverbindungen im Piesting- wie im Triestingtal sind solche Überschreitungen gut als Öffi-Wanderungen möglich. Über den Sattel "Auf dem Hals" fahren an Wochentagen fünf Busse pro Tag in jede Richtung; der erste allerdings erst relativ spät (Ankunft auf dem Sattel deutlich nach 10 Uhr). An Samstagen und Sonntagen fahren lediglich bis Mittag zwei Busse pro Richtung.


        Persönliches Fazit

        Im zeitigeren Frühjahr, wenn zumindest die niedrigeren Regionen bereits schneefrei sind sowie die Sonne bereits deutlich später untergeht, zieht es mich immer wieder in die Niederösterreichischen Mittelgebirgsregionen. Es ist fein, bereits mehr Zeit zum Baumeln mit der Seele zu haben als an den kurzen Wintertagen, und die Kombination aus der neu erwachenden Natur in den Tälern und Schnee auf den höheren Bergen erlebe ich stets als besonders schön.

        Es ist eine ideale Jahreszeit dafür, etliche Stunden lang auf wenig begangenen Routen unterwegs zu sein, die Landschaft zu erleben und die Ruhe einzuatmen. Da oder dort einen kaum besuchten oder ganz weglosen Gipfel mitzunehmen, ist eine willkommene Ergänzung dazu (wobei mir bewusst ist, dass ich dieser Leidenschaft nicht in dem Ausmaß nachgehe wie einige aktive Forumsmitglieder. )

        Besonders fein ist es, dass für all das aus Wien keine langen, umständlichen Anfahrten notwendig sind, da beispielsweise die Gutensteiner Alpen eine Fülle an Möglichkeiten für Wanderungen dieser Art bieten. So erlebe ich es Jahr für Jahr wieder als Glücksfall, wie wenig Aufwand für einen Tag Auszeit dieser Art erforderlich ist und wie wohltuend er nachwirkt.




        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 3 Stunden.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

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