Servus an alle!
Am selben Tag, an dem maxrax auf der Schauerwand war, war ich unweit auf dem Lohmstein Westgrat unterwegs.
Eine Begehung desselben wurde schon in 2010 hier im Forum berichtet. Weitere Berichte im Internet konnte ich nicht finden. Eine Beschreibung eines Anstiegs über den Westgrat erscheint aber seit Ende 2021 im Behms Buch "Leichter Fels im Wilden Osten". Ein Zitat aus diesem: "...Der Lohmstein Westgrat ist eine bunte Abfolge an Grashängen, Felstürmen, und Schrofenzonen und bietet ab dem Mittelteil immer mehr und durchaus hübsche Kletterstellen. Oben hinaus wird die Wand auch durchaus kompakt...". Die ins Buch vorgestellte Linie ist durch einen schönen Topo detailliert geschildert und in 14 Seillängen geteilt. Ganz oben, in den letzten drei Seillängen, befinden sich 3+ Stellen – da steilt sich der Grat deutlich auf und wird zu einer größeren und kompakteren Felsbarriere mit etwa Wand-Charakter. Der Rest ist maximal 2+, jedoch generell erheblich brüchig. Somit trägt der Anstieg zwei unterschiedliche Charaktere.
Ich war alleine und ohne Seil unterwegs. Am brüchigen 2+ Grat ist sowieso sicheres Sichern schwierig, wenn nicht unmöglich. Anderseits, die letzten 3+ Seillängen auf den finalen Aufbau waren mir seilfrei zu riskant, und so bin ich diese nicht gegangen. Auf seinem Topo weist Behm allerdings auf einen "Fluchtweg" vom Fuß des Aufbaus nach links hin, wenn auch ohne weitere Angaben. In der Tat, man kann von dort – sowie von anderen Stellen weiter unter – zu einem großen Schuttfeld links gelangen, der dann mit moderatem Gefälle bis zum Wanderweg in den Lohmgraben reicht.
Ich wollte aber natürlich bis ganz oben. Dafür bietet sich – ebenfalls linker Hand – noch die Linie des oberen 2010 Berichts an. Diese führt über rinnenartiges Gelände durch die orographisch rechte Flanke des finalen Aufbaus (siehe eingezeichnete Linie nach dem letzten Knick im https://www.gipfeltreffen.at/filedat...4&d=1640604640) und beinhaltet "nur" eine 3- Stelle, über die allerdings bemerkt wird "...ein beinahe senkrechtes 6m Wandl welches normalerweise als 3- einchecken würde, wenn man nicht minutenlang nach einen Griff suchen müsste, den man nicht sofort in der Hand hat...", was nicht besonders einladend klingt.
Ich wollte aber viel mehr einen Durchstieg rechts des Aufbaus in die spektakulärere Zäunlwand Seite hinein probieren. Immerhin war ich in dem Gebiet kein Neuling, denn ich bin einmal die direkte "Zäunlwandrinne" zum Lohmstein rauf. Schon beim Aufstieg am Grat habe ich also einige Male in diese oft abweisende Seite reingeschaut und mich gefragt ob es weiter oben, wo das ganze noch schroffer wird, ein solcher Durchstieg möglich wäre.
Dann stand ich beim Einstieg des finalen Aufbaus bzw. der zwölften SL. Dieser befindet sich auf einem gemütlichen Absatz bzw. Band am Fuß der dort kompakten und steilen Wand (übrigens, Behm schreibt dass es keine Haken gibt, aber mittlerweile steckt an dieser Stelle ein Schlaghaken). Das Band geht weiter nach rechts und endet plötzlich. Die Umgebung ist etwas "prickelnd", und man könnte leicht glauben, dass es hinter der Geländekante senkrecht abbricht.
Wenn man aber zur Kante geht, öffnet sich da eine Überraschung: eine der Wand vorgelagerte schöne Rinne führt mäßig steil nach unten zu einem kleinen Schuttfeld. Ich bin da hinunter und fand links hinterm Eck am Ende der Rinne etwa ein schönes kleines Kar eingekesselt von beeindruckenden Felsen. Von dessen oberen Bereich könnte ich danach einen Quergang ausmachen. Der Quergang führt mich spannend über ein Paar Rippen zwischen Felsschneiden, zuletzt ansteigend, zu einer versteckten Rampe. Diese ist von einem großen Fels etwa überdacht und weist gar nicht schlechten Fels auf. Nach der Rampe öffnet sich das Gelände zu einer trichterförmigen Schrofenflanke, die letztlich bis zum flachen Grat zieht. Und somit war das geschafft.
Die Suche nach einem Durchstieg in die Zäunlwand Seite war also erfolgreich – und was für eine interessante und spannende Reise da hinein eigentlich! Was Schwierigkeit betrifft, es ist maximal I/I+, allerdings man muss da über Absturzgelände samt Terrain das Grass, Erde, und Bruch aufweist – speziell der Quergang und die Schrofen verlangen Konzentration und Vorsicht, Stolpern oder Abrutschen könnte da fatal enden.
Ich hab da wenig und schlecht fotografiert denn ich war eben aufs Gelände konzentriert. Und leider habe ich die Rinne und das kleine Kar gar nicht aufgenommen – ich war da über den Fund total aufgeregt und habe somit total vergessen Fotos zu machen. Allerdings. hier ist ein Übersicht meines Durchstiegs (das erste Foto ist aus Wikipedia). Die 4 verschiedenen Farben entsprechen den 4 Abschnitten: Rinne, Quergang, überdachte Rampe, und Ausstiegsschrofen.
42.jpg
40.jpg
41.jpg
Und jetzt folgen Fotos vom Anstieg.
Am selben Tag, an dem maxrax auf der Schauerwand war, war ich unweit auf dem Lohmstein Westgrat unterwegs.
Eine Begehung desselben wurde schon in 2010 hier im Forum berichtet. Weitere Berichte im Internet konnte ich nicht finden. Eine Beschreibung eines Anstiegs über den Westgrat erscheint aber seit Ende 2021 im Behms Buch "Leichter Fels im Wilden Osten". Ein Zitat aus diesem: "...Der Lohmstein Westgrat ist eine bunte Abfolge an Grashängen, Felstürmen, und Schrofenzonen und bietet ab dem Mittelteil immer mehr und durchaus hübsche Kletterstellen. Oben hinaus wird die Wand auch durchaus kompakt...". Die ins Buch vorgestellte Linie ist durch einen schönen Topo detailliert geschildert und in 14 Seillängen geteilt. Ganz oben, in den letzten drei Seillängen, befinden sich 3+ Stellen – da steilt sich der Grat deutlich auf und wird zu einer größeren und kompakteren Felsbarriere mit etwa Wand-Charakter. Der Rest ist maximal 2+, jedoch generell erheblich brüchig. Somit trägt der Anstieg zwei unterschiedliche Charaktere.
Ich war alleine und ohne Seil unterwegs. Am brüchigen 2+ Grat ist sowieso sicheres Sichern schwierig, wenn nicht unmöglich. Anderseits, die letzten 3+ Seillängen auf den finalen Aufbau waren mir seilfrei zu riskant, und so bin ich diese nicht gegangen. Auf seinem Topo weist Behm allerdings auf einen "Fluchtweg" vom Fuß des Aufbaus nach links hin, wenn auch ohne weitere Angaben. In der Tat, man kann von dort – sowie von anderen Stellen weiter unter – zu einem großen Schuttfeld links gelangen, der dann mit moderatem Gefälle bis zum Wanderweg in den Lohmgraben reicht.
Ich wollte aber natürlich bis ganz oben. Dafür bietet sich – ebenfalls linker Hand – noch die Linie des oberen 2010 Berichts an. Diese führt über rinnenartiges Gelände durch die orographisch rechte Flanke des finalen Aufbaus (siehe eingezeichnete Linie nach dem letzten Knick im https://www.gipfeltreffen.at/filedat...4&d=1640604640) und beinhaltet "nur" eine 3- Stelle, über die allerdings bemerkt wird "...ein beinahe senkrechtes 6m Wandl welches normalerweise als 3- einchecken würde, wenn man nicht minutenlang nach einen Griff suchen müsste, den man nicht sofort in der Hand hat...", was nicht besonders einladend klingt.
Ich wollte aber viel mehr einen Durchstieg rechts des Aufbaus in die spektakulärere Zäunlwand Seite hinein probieren. Immerhin war ich in dem Gebiet kein Neuling, denn ich bin einmal die direkte "Zäunlwandrinne" zum Lohmstein rauf. Schon beim Aufstieg am Grat habe ich also einige Male in diese oft abweisende Seite reingeschaut und mich gefragt ob es weiter oben, wo das ganze noch schroffer wird, ein solcher Durchstieg möglich wäre.
Dann stand ich beim Einstieg des finalen Aufbaus bzw. der zwölften SL. Dieser befindet sich auf einem gemütlichen Absatz bzw. Band am Fuß der dort kompakten und steilen Wand (übrigens, Behm schreibt dass es keine Haken gibt, aber mittlerweile steckt an dieser Stelle ein Schlaghaken). Das Band geht weiter nach rechts und endet plötzlich. Die Umgebung ist etwas "prickelnd", und man könnte leicht glauben, dass es hinter der Geländekante senkrecht abbricht.
Wenn man aber zur Kante geht, öffnet sich da eine Überraschung: eine der Wand vorgelagerte schöne Rinne führt mäßig steil nach unten zu einem kleinen Schuttfeld. Ich bin da hinunter und fand links hinterm Eck am Ende der Rinne etwa ein schönes kleines Kar eingekesselt von beeindruckenden Felsen. Von dessen oberen Bereich könnte ich danach einen Quergang ausmachen. Der Quergang führt mich spannend über ein Paar Rippen zwischen Felsschneiden, zuletzt ansteigend, zu einer versteckten Rampe. Diese ist von einem großen Fels etwa überdacht und weist gar nicht schlechten Fels auf. Nach der Rampe öffnet sich das Gelände zu einer trichterförmigen Schrofenflanke, die letztlich bis zum flachen Grat zieht. Und somit war das geschafft.
Die Suche nach einem Durchstieg in die Zäunlwand Seite war also erfolgreich – und was für eine interessante und spannende Reise da hinein eigentlich! Was Schwierigkeit betrifft, es ist maximal I/I+, allerdings man muss da über Absturzgelände samt Terrain das Grass, Erde, und Bruch aufweist – speziell der Quergang und die Schrofen verlangen Konzentration und Vorsicht, Stolpern oder Abrutschen könnte da fatal enden.
Ich hab da wenig und schlecht fotografiert denn ich war eben aufs Gelände konzentriert. Und leider habe ich die Rinne und das kleine Kar gar nicht aufgenommen – ich war da über den Fund total aufgeregt und habe somit total vergessen Fotos zu machen. Allerdings. hier ist ein Übersicht meines Durchstiegs (das erste Foto ist aus Wikipedia). Die 4 verschiedenen Farben entsprechen den 4 Abschnitten: Rinne, Quergang, überdachte Rampe, und Ausstiegsschrofen.
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Und jetzt folgen Fotos vom Anstieg.

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