Selbst ohne die Bestätigung durch einen ORF-Bericht vor einigen Tagen hätten Gefühl und Erinnerung gesagt, dass im Flachland Ostösterreichs schon lange kein Winter so trüb verlaufen ist wie (bisher) der aktuelle.
Eine Möglichkeit des Ausgleichs besteht darin, die Tage für Wanderungen zu nützen, an denen sonnige Regionen wenigstens nicht zu weit entfernt sind. Genau so klangen die Prognosen für Freitag, den 6. Feber 2026, und daher plante ich den Tag vorsorglich dafür ein.
Die ersten Webcam-Bilder am Morgen bestätigen nicht nur eine relativ niedrige Obergrenze des Hochnebels zwischen 700 und 800m Höhe, sondern zeigen dazu noch ein großes Sonnenfenster über dem Großteil der Niederösterreichischen Alpen. Der Föhn - vor dem Eintreffen der nächsten Störungszone am Abend - macht es möglich! Wie häufig bei solchen Wetterlagen hält sich zugleich Staubewölkung südlich des Alpenhauptkamms bis hin zur steirischen Seite des Semmerings. Damit scheiden die Pretulalpe und auch der Wechselstock als Ziele für diesen Tag aus.
So entscheide ich mich wieder einmal für den Gahns als Tagesziel - konkret für meinen Lieblingsplatz am Rand des ausgedehnten Plateaus, die Rote Wand. Prigglitz als Ausgangsort ist relativ rasch erreicht, und auf dem Wanderparkplatz im Ortsgebiet steht außer meinem nur ein einziges weiteres Auto. Wie erhofft, ist es sonnig und zudem recht mild.
Zu Beginn schaue ich kurz zur im Kern mittelalterlichen Kirche von Prigglitz, die inmitten des Friedhofs steht.
02-Prigglitz-KircheStNikolaus.jpg
Dann beginne ich mit dem Anstieg. Nach knapp einer Viertelstunde lege ich auf dieser Forststraße die Grödeln an. Wanderungen ohne sie sind in diesem Winter mit (sehr) wenig Schnee, aber etlichen Frostnächten schon seit Wochen nicht anzuraten. Trotz der Plusgrade halten sich speziell auf Forstwegen und schattigen Abschnitten längere vereiste Passagen. Der knappe Zentimeter Schnee, der - wann auch immer - darauf gefallen ist, wäre für ein sicheres und entspanntes Gehen zu wenig.
05-vereisterForstweg.jpg
Die Bedingungen wechseln laufend. Das steilste Stück des Wanderwegs, das ziemlich genau nach Süden schaut, ist angenehmerweise nahezu aper. Aber knapp danach folgen ein paar vereiste Meter zur nächsten Forststraßenquerung hinauf, wo es ohne Grödel heikel werden könnte.
In gut 900 Metern Höhe verlasse ich den markierten Weg für einen Abstecher nach Westen zur großen Gahnshauswiese. Dort bietet sich ein Bild, das fast schon zum Frühlingsanbruch passt, aber auf seine Weise für diesen seltsamen Winter auch typisch ist: Gerade in mittleren Höhen liegt sonnseitig teilweise fast kein Schnee. Dies ist die Folge von vielen Tagen mit Temperaturumkehr und Sonnenschein oberhalb der Nebelgrenze. 07-GahnshauswieseGahnsleiten.jpg
Nach Südwesten geht der Blick über die Baumwipfel zum Semmering mit dem riesigen Hotel Panhans rechts und den Schipisten auf dem Hirschenkogel weiter links.
Das Stuhleck dahinter wird sichtlich von Nebelbänken umtanzt. Ein vertrautes Bild immer dann, wenn die Luft südlich des Semmerings feuchter als auf der Nordseite ist.
14-ZoomHirschenkogelStuhleck.jpg
Der Hauptgrund für den Abstecher zur Gahnhauswiese ist aber der prachtvolle Blick zur Raxalpe, der sich hier bei guten Bedingungen bietet - in der ersten Tageshälfte zudem noch mit günstigem Fotolicht.
13-GahnshauswieseRaxalpe.jpg
Heukuppe, Waxriegel, Predigtstuhl, Langermann-Graben und Preiner Wand im Zoom.
Erst vor kurzem hat es - über der Kaltluft in den Tälern und im Flachland - wieder bis in mittlere Höhen geregnet. Das obere Plateau hat dabei doch ein wenig Neuschnee bekommen und strahlt daher heute in besonders reinem Weiß. An der kümmerlichen Schneelage, die in diesem Winter bisher kaum einmal für Schitouren gereicht hat, ändert sich dadurch allerdings nichts.
15-ZoomHeukuppeRaxriegelPredigtstuhl.jpg
Der genaue Blick zum Preiner Gscheid in der Bildmitte zeigt die Wolkenbänke knapp dahinter. Auch um den Gipfel des Trattekogels links oben ziehen Nebelschwaden.
Das prachtvolle Wetter für Wanderungen bietet sich heute somit vor allem nördlich und nordöstlich des Semmerings - bei deutlichen Unterschieden auf relativ kleinem Raum.
17-Trattekogel-PreinerGscheid-Heukuppe.jpg
Als Bewohner des heuer dauertrüben Wiens koste ich jede einzelne Minute im Sonnenschein hier voll aus.
Dann folge ich einer langen Forststraßenkehre, bis ich den markierten Anstiegsweg zur Tobelwiese nochmals quere. Als Fortsetzung wähle ich einen weiteren Forstweg, der ziemlich genau Richtung Norden fast direkt auf die Rote Wand zuführt. Der Weg ist mir erstmals im Tiefblick von der Abbruchkante aufgefallen, als ich mir dachte, dass er den umfassendsten Nahblick von unten zu der Felsszenerie bieten müsste. Ich habe mich danach natürlich vergewissert, dass dem tatsächlich so ist, und genieße es heute wiederum, als die Rote Wand erstmals vor mir sichtbar wird.
21-RoteWand.jpg
Auch im südlichen Wiener Becken kommt die Sonne heute wieder einmal durch, selbst wenn sich natürlich dennoch einige Feuchtigkeit hält.
Der pyramidenförmige Gfieder verdeckt das Zentrum der Stadt Ternitz; die Gebäude weiter links oben gehören bereits zu Neunkirchen. Der lange Höhenrücken des Rosaliengebirges im Hintergrund ragt im Augenblick über die lockeren und relativ flachen Hochnebelschwaden. 23-GfiederTernitz-Rosaliengebirge.jpg
Der Paradeblick zum größten Teil der Roten Wand. Der Name leuchtet sofort ein, und die Perspektive zeigt zudem die Höhe des Felsabbruchs (verglichen etwa mit den Nadelbäumen oben an der Geländekante). Bemerkenswert auch der kühne vorgelagerte Felszacken rechts unten!
27-RoteWand.jpg
Der zentrale Teil der Wand im Zoom.
Nur zwei bis drei Meter hinter der Abbruchkante rechts liegen Baumstämme, die zum Rasten und Picknicken einladen. Etwas später werde ich einen von ihnen genau dafür nützen.
Auch weil man oben wohl instinktiv stets Abstand zur Kante hält, fehlt eine Vorstellung davon, wie weit es da hinunterpfeift.
28-ZoomRoteWand.jpg
Auch der östliche Teil der Roten Wand zeigt dieselbe charakteristische Färbung und zudem eine Halbhöhle, die beispielsweise in der OSM sogar eingezeichnet und genau so benannt ist.
30-ZoomRoteWand-Ostteil.jpg
Eine Möglichkeit des Ausgleichs besteht darin, die Tage für Wanderungen zu nützen, an denen sonnige Regionen wenigstens nicht zu weit entfernt sind. Genau so klangen die Prognosen für Freitag, den 6. Feber 2026, und daher plante ich den Tag vorsorglich dafür ein.
Die ersten Webcam-Bilder am Morgen bestätigen nicht nur eine relativ niedrige Obergrenze des Hochnebels zwischen 700 und 800m Höhe, sondern zeigen dazu noch ein großes Sonnenfenster über dem Großteil der Niederösterreichischen Alpen. Der Föhn - vor dem Eintreffen der nächsten Störungszone am Abend - macht es möglich! Wie häufig bei solchen Wetterlagen hält sich zugleich Staubewölkung südlich des Alpenhauptkamms bis hin zur steirischen Seite des Semmerings. Damit scheiden die Pretulalpe und auch der Wechselstock als Ziele für diesen Tag aus.
So entscheide ich mich wieder einmal für den Gahns als Tagesziel - konkret für meinen Lieblingsplatz am Rand des ausgedehnten Plateaus, die Rote Wand. Prigglitz als Ausgangsort ist relativ rasch erreicht, und auf dem Wanderparkplatz im Ortsgebiet steht außer meinem nur ein einziges weiteres Auto. Wie erhofft, ist es sonnig und zudem recht mild.
Zu Beginn schaue ich kurz zur im Kern mittelalterlichen Kirche von Prigglitz, die inmitten des Friedhofs steht.
02-Prigglitz-KircheStNikolaus.jpg
Dann beginne ich mit dem Anstieg. Nach knapp einer Viertelstunde lege ich auf dieser Forststraße die Grödeln an. Wanderungen ohne sie sind in diesem Winter mit (sehr) wenig Schnee, aber etlichen Frostnächten schon seit Wochen nicht anzuraten. Trotz der Plusgrade halten sich speziell auf Forstwegen und schattigen Abschnitten längere vereiste Passagen. Der knappe Zentimeter Schnee, der - wann auch immer - darauf gefallen ist, wäre für ein sicheres und entspanntes Gehen zu wenig.
05-vereisterForstweg.jpg
Die Bedingungen wechseln laufend. Das steilste Stück des Wanderwegs, das ziemlich genau nach Süden schaut, ist angenehmerweise nahezu aper. Aber knapp danach folgen ein paar vereiste Meter zur nächsten Forststraßenquerung hinauf, wo es ohne Grödel heikel werden könnte.
In gut 900 Metern Höhe verlasse ich den markierten Weg für einen Abstecher nach Westen zur großen Gahnshauswiese. Dort bietet sich ein Bild, das fast schon zum Frühlingsanbruch passt, aber auf seine Weise für diesen seltsamen Winter auch typisch ist: Gerade in mittleren Höhen liegt sonnseitig teilweise fast kein Schnee. Dies ist die Folge von vielen Tagen mit Temperaturumkehr und Sonnenschein oberhalb der Nebelgrenze. 07-GahnshauswieseGahnsleiten.jpg
Nach Südwesten geht der Blick über die Baumwipfel zum Semmering mit dem riesigen Hotel Panhans rechts und den Schipisten auf dem Hirschenkogel weiter links.
Das Stuhleck dahinter wird sichtlich von Nebelbänken umtanzt. Ein vertrautes Bild immer dann, wenn die Luft südlich des Semmerings feuchter als auf der Nordseite ist.
14-ZoomHirschenkogelStuhleck.jpg
Der Hauptgrund für den Abstecher zur Gahnhauswiese ist aber der prachtvolle Blick zur Raxalpe, der sich hier bei guten Bedingungen bietet - in der ersten Tageshälfte zudem noch mit günstigem Fotolicht.

13-GahnshauswieseRaxalpe.jpg
Heukuppe, Waxriegel, Predigtstuhl, Langermann-Graben und Preiner Wand im Zoom.
Erst vor kurzem hat es - über der Kaltluft in den Tälern und im Flachland - wieder bis in mittlere Höhen geregnet. Das obere Plateau hat dabei doch ein wenig Neuschnee bekommen und strahlt daher heute in besonders reinem Weiß. An der kümmerlichen Schneelage, die in diesem Winter bisher kaum einmal für Schitouren gereicht hat, ändert sich dadurch allerdings nichts.
15-ZoomHeukuppeRaxriegelPredigtstuhl.jpg
Der genaue Blick zum Preiner Gscheid in der Bildmitte zeigt die Wolkenbänke knapp dahinter. Auch um den Gipfel des Trattekogels links oben ziehen Nebelschwaden.
Das prachtvolle Wetter für Wanderungen bietet sich heute somit vor allem nördlich und nordöstlich des Semmerings - bei deutlichen Unterschieden auf relativ kleinem Raum.
17-Trattekogel-PreinerGscheid-Heukuppe.jpg
Als Bewohner des heuer dauertrüben Wiens koste ich jede einzelne Minute im Sonnenschein hier voll aus.

Dann folge ich einer langen Forststraßenkehre, bis ich den markierten Anstiegsweg zur Tobelwiese nochmals quere. Als Fortsetzung wähle ich einen weiteren Forstweg, der ziemlich genau Richtung Norden fast direkt auf die Rote Wand zuführt. Der Weg ist mir erstmals im Tiefblick von der Abbruchkante aufgefallen, als ich mir dachte, dass er den umfassendsten Nahblick von unten zu der Felsszenerie bieten müsste. Ich habe mich danach natürlich vergewissert, dass dem tatsächlich so ist, und genieße es heute wiederum, als die Rote Wand erstmals vor mir sichtbar wird.
21-RoteWand.jpg
Auch im südlichen Wiener Becken kommt die Sonne heute wieder einmal durch, selbst wenn sich natürlich dennoch einige Feuchtigkeit hält.
Der pyramidenförmige Gfieder verdeckt das Zentrum der Stadt Ternitz; die Gebäude weiter links oben gehören bereits zu Neunkirchen. Der lange Höhenrücken des Rosaliengebirges im Hintergrund ragt im Augenblick über die lockeren und relativ flachen Hochnebelschwaden. 23-GfiederTernitz-Rosaliengebirge.jpg
Der Paradeblick zum größten Teil der Roten Wand. Der Name leuchtet sofort ein, und die Perspektive zeigt zudem die Höhe des Felsabbruchs (verglichen etwa mit den Nadelbäumen oben an der Geländekante). Bemerkenswert auch der kühne vorgelagerte Felszacken rechts unten!
27-RoteWand.jpg
Der zentrale Teil der Wand im Zoom.
Nur zwei bis drei Meter hinter der Abbruchkante rechts liegen Baumstämme, die zum Rasten und Picknicken einladen. Etwas später werde ich einen von ihnen genau dafür nützen.
Auch weil man oben wohl instinktiv stets Abstand zur Kante hält, fehlt eine Vorstellung davon, wie weit es da hinunterpfeift.
28-ZoomRoteWand.jpg
Auch der östliche Teil der Roten Wand zeigt dieselbe charakteristische Färbung und zudem eine Halbhöhle, die beispielsweise in der OSM sogar eingezeichnet und genau so benannt ist.
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