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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

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Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
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  • Gamsi
    antwortet
    Zitat von HansS Beitrag anzeigen
    [
    Auf der Schneealm wird intensiv gejagt ÖBF.
    Auf der Rax wiklich nur das notwendigste, (sprich: der Erhalt des Wasserschutzes ist oberste Priorität) Gemeinde Wien.
    deswegen hat das Wild auf der Rax kaum Lebensgefahr.
    Ja, die wissen schon, wer der tödliche Feind ist... der in Grün und nicht die Bunten, flott dahinzischenden...

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  • R. Jascha
    antwortet
    Ja, deine Beobachtungen bez. Fluchtdistanzen decken sich auch mit unseren.....auf freiem Feld um durchschnittlich 100m zieht das Rehwild jetzt früher weg.... Interessant, bei Reitern, nach wie vor, bliebt der Sprung oder das Rudel auch auf kürzere Distanzen ruhig - habe dies früher selbst ( Ja, ja, die Reitverbote....?!.) immer wieder, besonders im Winter beobachtet - allerdings natürlich nur, wenn man Schritt reitet!

    LG
    Raimund

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  • HansS
    antwortet
    [QUOTE
    Stress für das Wild

    Tourenschifahrer, Kletterer, Wanderer und Mountainbiker, aber auch Hubschrauberflüge stressen das Wild. Auch Schigebiete belasten das Wild und führen zum Verlust des Lebensraums. Allerdings kann sich das Wild auf kalkulierbare, gleichbleibendes Störungen einstellen, dies ist wissenschaftlich belegt. Werden die entsprechenden Areale aber verlassen (Schipisten, Wanderrouten, etc.), kommt es bei Beunruhigungen zur Flucht. Die Reaktionen des Wildes sind für den ungeübten Beobachter unsichtbar: höchste Erregung, Herzfrequenzsteigerung und Adrenalinausschüttung. Eine Flucht kann daher aufgrund des zusätzlichen Energieverlustes den Tod des Tieres zur Folge haben.
    ][/QUOTE]

    Zu aller Anfang: Das Wild ist nicht blöd!!

    Beispiel Rax -Schneealpe.

    Aus eigener Erfahrung.
    Schitour auf die Schneealm. Herrliches Wetter, aber einsam, Plötzlich in weiterer Ferne(Gegenhang, Luftlinie ca. 1 Km, 2 Gemsen auf der Flucht vor mir, einfach weil sie mich gespürt haben.

    Schitour auf die Rax. Vom KLH Richtung Predigtstuhl. Vor mir ein Rudel (ca.15 Tiere) im Bereich meiner vorgesehenen Austiegsspur. Ich behalte die Richtung, verhalte mich ruhg und warte was passiert. Die Gemsen haben mich sehr bald im Auge und ohne Fluchtgedanken teilt sich das Rudel. Ohne mich aus den Augenzu lassen, gehe ich zügig durch den Gamsrudel. Abstand zu den einzelnen Tieren ca. 10-20 m.

    Was ist der markante Unterschied?
    Auf der Schneealm wird intensiv gejagt ÖBF.
    Auf der Rax wiklich nur das notwendigste, (sprich: der Erhalt des Wasserschutzes ist oberste Priorität) Gemeinde Wien.
    deswegen hat das Wild auf der Rax kaum Lebensgefahr.

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  • chfrey
    antwortet
    Zitat von R. Jascha Beitrag anzeigen
    Die Jagd und der dazugehörige "Background"...ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in unserem Land.

    Eben und um die Wirtschaft anzukurbeln esse ich bevorzugt Hirschsalami

    LG Chris

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  • R. Jascha
    antwortet
    Ja, Du hast gut recherchiert: Auch in "unserem" Arbestaler Hügelland sind die Rehwildbestände in dem doch bereits wesentlich reduzierten Lebensraum, hoch. Leider auch die des, trotzt der jetzt erlaubten technischen Hilfen sehr schwer zu bejagenden Schwarzwilds.... !

    Natürlich gibt es besonders unter den "Freizeitjägern" viele schwarze Schafe, siehe meine div. Postings über unsere Wanderungen im Leithagebirge. Aber generell möchte ich, besonders für viele privaten Revierpächter, eine Lanze brechen - diese Leidenschaft kostet viel Arbeit ( Instandhaltung der Reviereinrichtungen, Fütterungen ect. ) und Geld. Und ja, die "Ausgeher", wie wir die Hobbyjäger bezeichnen, müssen sich an den Kosten beteiligen. Hier die Interessen von ökonomisch UND ökologisch richtiger Wildhege zu vereinbaren ( "Trophäenhege" ) ist zumeist nicht ganz einfach!

    Ad Abschusspläne: Auch bei der Art der Bejagung hat sich viel ändern müssen: Schwarzwild wurde schon immer gerne mittels Riegel - und Drückjagden reduziert - heute findet man ( Ich mach`s auch nicht mehr...hänge an meinem Leben! ) nicht genügend Treiber für solche Vorhaben, außerdem sind ja derartige Gesellschaftsjagden arg unter Verruf geraten. Beim Niederwildbesatz, besonders bei Meister Lampe, schaut es sowieso bei uns traurig aus ( Krankheiten ect. ), eine leichte Erholung ist aber, vielleicht auch durch den Trend zur biologischen Landwirtschaft ( Einer meiner Schwiegersöhne ist Biobauer und Jäger ), in Sicht. Auch hier sind die ach so verpönten Treibjagden die humanere Lösung - beim einmaligen Jagdereignis wird das Wild bei weitem nicht so gestresst, wie durch häufiges Durchstreifen.
    Ihr seht, auch der vernünftig denkende Waidmann wird es vermeiden, das Wild unnötig zu vergrämen!

    Und bitte, nicht zu vergessen: Die Jagd und der dazugehörige "Background" ( Und ja, auch ich verdiente mein Brot einst damit ) ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in unserem Land. Mit ein bisschen Verständnis für die jeweils anderen Naturnutzer wäre ein Nebeneinander gut möglich. Aber leider, einige schwarze Schafe auf BEIDEN Seiten verunmöglichen durch ihre konträren Positionen diesen Wunschzustand.

    Halt ein bisschen aufeinander zugehen, meint Euer
    Raimund


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  • babyshamble
    antwortet
    Wenn man sich die medialen Artikel durchliest, könnte man meinen das sogenannte Schalenwild wäre vom Aussterben bedroht. Dabei sind in NÖ die Abschusszahlen beim Rehwild seit den 50er Jahren bis zu den 2010er Jahren um durchschnittlich 281% gestiegen. (Quelle: "21. Österreichische Jägertagung 2015 Schalenwildmanagement und Jagd", Seite 54) Die Gesamtpopulation ist also gehörig angewachsen, obwohl gleichzeitig die Naturräume zurück gegangen sind.

    Hat es dabei die Jägerschaft mit der Bestandsregulierung ein wenig schleifen lassen und ist diese überhaupt noch natürlich (und ergeben sich dadurch die hohen Verbissschäden)

    Gibt es mit fast 122000 Freizeitjägern gegenüber 475 Berufsjägern einen zu geringen Anteil von professionellem
    Personal, das evtl. nachhaltigere Jagdmotive verfolgt als den schnellen Abschuss? Haben die Hobbyjäger vielleicht nicht mehr genügend Zeit und Lust das (duch die Freizeitsportler) scheuere Wild aufzustöbern?

    Wie sehr paßt es zusammen, dass einerseits der Bestand durch Hege so hoch gehalten wird, man andererseits mit den Abschusszahlen überfordert scheint?

    Werden die Abschüsse durch die vermehrte Naturnutzung der Freizeitsportler erschwert, sollte man dann nicht den Bestand wieder sukzessive nach unten regulieren und damit die Verbissschäden in den Griff bekommen?

    Man liest immer von den armen gestressten Wildtieren, deren Schutz als besonders edles Motiv herhalten muss um die persönlichen Interessen der Jäger zu verschleiern.
    Letztendlich gehts wieder nur ums Geld und dafür sollen sich diejenigen, die sich gern in der Natur aufhalten, einschränken. Bei Natur- und Artenschutz wie im Nationalpark Gesäuse gerne - aber nicht für ein Hobby anderer.




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  • Jgaordhelagenornres
    antwortet
    Artikel aus dem Kurier, 04.02.2021:

    Zitat von Elisabeth Holzer
    „Ruhezonen für Wildtiere“


    Steiermark. Landwirtschaftskammer wirbt bei Wintersportlern für mehr Rücksicht im Wald

    „Bei allem Verständnis für sportliche Aktivitäten in und rund um Wälder − ich bitte um Fairplay“, betont Franz Titschenbacher: Der Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer erinnert daran, dass der Wald nicht nur Erlebnisraum für Menschen sei, sondern vor allem Lebensraum für Tiere. Je mehr Wintersportler in ihre Reviere eindringen, desto mehr Stress bedeute dass für Reh, Hirsch und Co. Wintersportler − vom Schneeschuhwanderer bis zum Tourenfahrer − sollen deshalb nur ausgewiesene Routen nehmen.
    Damit dieser Wunsch einen verbindlicheren Charakter bekommt, fordert Titschenbacher Ruhezonen für die Tiere, am besten als Wildschutzgebiete. „Ruhezonen sind für Wildtiere der wichtigste Überlebensfaktor im Winter“, mahnt der Steirer. „Unnötige Flucht- und Ausweichbewegungen führen zu Erschöpfung oder gar zu ihrem Tod.“
    Titschenbacher kündigt entsprechende Gespräche mit Grundeigentümern, Alpinvereinen und Jägerschaft an. Jäger klagen ebenfalls über zu extensive Freizeitaktivitäten in Wäldern, die Tiere ver- und aufschreckten.
    Doch nicht nur der Fauna kann zu viel Freizeitsport schaden, sondern auch der Flora. „Es braucht Jahrzehnte, bis ein Baum vor Lawinen und Vermurungen schützen kann. Aber scharfe Stahlkanten ruinieren ein kleines Bäumchen in nur wenigen Sekunden“, gibt Titschenbacher zu Bedenken. Zumal gerade junge Pflanzen knapp unter der Schneedecken versteckt sein könnten.
    Eigene SicherheitMehr Rücksicht diene der Aufforstung der Wälder, aber auch der Sicherheit für die Wintersportler, denn: Der Winter bedeute oftmals Holzarbeit samt Schlägerungen, erinnert Titschenbacher. Schon aus Gründen der eigenen Sicherheit sollten die entsprechenden Hinweistafeln nicht einfach ignoriert werden. „Wer auf markierten Wegen und Routen bleibt, schützt sich und andere“, zitiert Titschenbacher aus einem Leitfaden, den Landwirtschaftministerium, Grundeigentümer, Freizeitvereine und Interessensvertretungen zusammengestellt haben. Wobei der Mensch von den Tieren nicht überall als Störfaktor betrachtet wird: Entlang von Forstwegen sind sie es schon gewohnt und geraten nicht in Panik.
    Außerdem noch das Editorial sowie ein Artikel aus dem Weidwerk Februar 2021 - "dem Magazin für Jagd, Fischerei, Natur- und Umweltschutz":

    Editorial - kurze Zusammenfassung:

    Derzeit ist folgende Tendenz zu erkennen: Im Gegensatz zum ersten Lockdown drängen immer mehr Personen in die Natur, da ihnen zuhause die Decke auf den Kopf fällt.
    Dort, in der Natur, spielen sich regelrechte Dramen ab: Personen, die ohne Rücksicht auf Verluste und abseits markierter Pisten schifahren, schneeschuhwandern, tourenschigehen etc. Dabei wird bis in die letzten Refugien des Wildes vorgedrungen, und das Wild bei meterhohem Schnee in Panik versetzt bzw. dessen Tod im schlimmsten Fall sogar verursacht. Grund dafür sind die physiologischen Prozesse im Körper der Wildtiere, welche im Winter auf Sparflamme laufen und körperliche Anstrengungen wie Gift wirken.
    Die Landschaft, in der wir heutzutage leben, ist eine stark fragmentierte Kulturlandschaft, die der Mensch nach seinen eigenen Bedürfnissen geschaffen hat - deshalb kann von einer "Naturlandschaft" keine Rede mehr sein! Dadurch schrumpfen die Wildlebensräume erheblich und sind stark zerschnitten. Die Tatsache, dass in Österreich täglich 20 Hektar verbaut werden, entspannt die Lage nicht.
    In Revieren mit strengen Wintern und hoher Schneelage wird das Wild von den Jägern gefüttert, um den Winter zu überstehen. Dies ist allerdings nicht nur eine große zeitliche, sondern auch finanzielle Belastung, der nicht von der Öffentlichkeit, sondern von den Jägern getragen wird. Wird die Fütterung von rücksichtslosen Freizeitsportlern gestört, sind Wildschäden die Folge - welche durch die Winterfütterung eigentlich vermieden werden sollten. Und: Wer haftet für die entstandenen Wildschäden? Der Jäger!
    Daher ist es notwendig, die nicht-jagende Öffentlichkeit zu sensibilisieren, um das Wild gut durch den Winter zu bringen. Die meisten Störungen durch Freizeitsportler, haben nichts mit Ignoranz zu tun, sondern mit Unwissenheit.


    (Editorial kurz zusammengefasst)

    Artikel - kurze Zusammenfassung

    Alpine Wildlebensräume unter Druck
    Der Lebensraum heimischer Wildtiere schwindet durch Freizeitnutzung, Tourismus, und Infrastrukturprojekte. Gibt es Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen?


    In den letzten Jahren gab es eine zunehmende Begeisterung für die Natur. Durch diesen Trend (Freiluftsport, Aufenthalt im Wald bzw. auf Bergen) sowie durch neue Infrastruktur- und Bauprojekte steigt die Belastung des Wilds in seinen natürlichen Lebensräumen. Jäger sollten sich deshalb als "Anwälte des Wilds" verstehen - inkl. mehr Aufklärung. Doch nur Aufklärungsarbeit alleine wird nicht reichen, um die Wildlebensräume in Zukunft ausreichend zu schützen.

    Nichts wie hinaus!

    Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist die Freizeit in der Natur zu verbringen, beliebter denn je. In diesen herausfordernden Zeiten inkl. der zahlreichen Einschränkungen [der Regierung] ist das auch verständlich. Allerdings ist das Bewusstsein, dass Wälder und Berge nicht nur Freizeit- und Sportareal sind, sondern auch Lebensräume des Wildes, nicht überall verankert. Dies gilt es zu kommunizieren!
    Die zunehmende Nutzung des Naturraums für Freizeit, Tourismus und Infrastruktur, bringt das Wild in diesen Lebensräumen immer stärker unter Druck. Dies führt zu massiven Auswirkungen in sensiblen Lebensräumen sowie zu Fragmentierung, Verlust und Veränderung der Lebensräume. Dies beeinträchtigt die Lebensbedingungen der verbleibenden Wildtiere. Der Klimawandel verschärft die Situation noch zusätzlich.

    Lebensraumverlust und -fragmentierung

    Was passiert, wenn der Wildlebensraum durch Freizeitnutzung, Infrastruktur und Tourismusausbau beansprucht wird, sei am Gebiet Brunnalm/Hohe Veitsch dargelegt:
    Die entsprechende Gegend besitzt einen hohen Anteil an Wirtschaftswald, dies rückt die Thematik "Wildschadensvermeidung" in den Vordergrund. Rotwild sowie Rehe sind im besamten Bezirk vertreten, in den hochalpinen Lagen gibt es auch noch gute Gamspopulationen. In Gebieten mit Habitateignungen gibt es auch vereinzelte Auer- und Birkhähne.
    Der Wildlebensraum wird durch zunehmende Widmung zu Wintersport- bzw. Infrastrukturanlagen fragmentiert bzw. geht zur Gänze verloren. In den übrigen Gebieten hat das Schitourengehen bzw. Wandern stark zugenommen. Besonders problematisch sind unkontrollierte Auf- und Abstiege bzw. Abfahrten. Zahlreiche Tierarten leben sommers und winters in verschiedenen Lebensräumen. Um diese aufsuchen zu können, sind geeignete Korridore nötig. Dies dient auch zum Austausch zwischen einzelnen Populationen und somit auch zur Artenvielfalt.

    Raumdynamik

    Wird nun die Ausbreitung der Wildtiere durch zivilisatorische Barrieren verhindert, werden Einzelbestände isoliert und drohen zu verschwinden. Durch die Isolation kann es auch zu einem Verlust der genetischen Variabilität kommen, dies beschleunigt das Aussterben der Population noch zusätzlich. Beispiel: Das Birkhuhn auf der Brunnalm.
    Man kann mittlerweile von flächendeckenden Störungen sprechen, da es bei Bauvorhaben nur eine projektorientierte Betrachtung gibt.

    Stress für das Wild

    Tourenschifahrer, Kletterer, Wanderer und Mountainbiker, aber auch Hubschrauberflüge stressen das Wild. Auch Schigebiete belasten das Wild und führen zum Verlust des Lebensraums. Allerdings kann sich das Wild auf kalkulierbare, gleichbleibendes Störungen einstellen, dies ist wissenschaftlich belegt. Werden die entsprechenden Areale aber verlassen (Schipisten, Wanderrouten, etc.), kommt es bei Beunruhigungen zur Flucht. Die Reaktionen des Wildes sind für den ungeübten Beobachter unsichtbar: höchste Erregung, Herzfrequenzsteigerung und Adrenalinausschüttung. Eine Flucht kann daher aufgrund des zusätzlichen Energieverlustes den Tod des Tieres zur Folge haben.

    Parasiten und Krankheiten

    Auswirkungen der Beunruhigungen sind z. B. schlechtere Kondition der Wildtiere, früheres Aufbrauchen der Fettreserven und auch Parasitenbefall. Weniger Fitness führt zu weniger bzw. schwächeren Jungtieren sowie zu höherem Nahrungsbedarf. Die Folge sind Wildschäden.

    Bebauung

    Bauliche Anlagen (Seile, Leitungen, Zäune) haben ebenfalls negative Effekte. Von einigen Tieren werden sie nicht wahrgenommen, dies führt zu Kollisionen.

    Folgen für die Jagd

    Die Bejagung erschwert sich, da Wild sich häufiger in Einstandsgebiete zurückzieht. Dies führt wiederum zu Wildschäden, was allerdings in weiterer Folge wieder zur Forderung führt, dass die Abschusszahlen erhöht werden sollen (was allerdings aufgrund der erschwerten Bejagung nur sehr schwer möglich ist). Freizeitnutzer sind außerdem mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs - Touren mit Stirnlampen sind nicht mehr unüblich. Dadurch vergrößert sich die zeitliche Bandbreite der Störungen. All dies führt nur nur zur kaum möglichen Erfüllung der Abschusszahlen, sondern auch zur Wertminderung des Reviers.

    Freizeit- und Besucherlenkung

    Da sich Wildtiere an einen gewissen Grad von Störungen gewöhnen kömmen, ist es notwendig, dass die Freizeitsportler die entsprechend vorgeschriebenen Routen einhalten. So können Habitate reoptimiert und erhalten werden. Daher sind wildbiologische Kenntnisse sowie Wildkartierungen nötig, um Lenkungsmöglichkeiten zu schaffen.

    Was tun, wenn's brennt?

    Eine Freizeit- und Besucherlenkung ist für das Wild essentiell. Im Gebiet Brunnalm/Hohe Veitsch wurden als erste Maßnahmen Beschilderungen und Wild-Informationstafeln aufgestellt, welche von der Jägerschaft selbst geschaffen und finanziert wurden, da von der öffentlichen Hand und vom Tourismus noch keine Lenkungsmaßnahmen ergriffen wurden.
    Unter dem Deckmantel des "sanften Tourismus" wurden Lebensräume bereits anthropogen negativ beeinflusst. Es scheint hier die touristische Tragfähigkeit des Lebensraumes überschritten worden zu sein. Aus anderen Gegenden sind erfolgreiche Lenkungsprojekte bekannt (Niedere Tauern, Karwendel, Wildfeld). Flächendeckende Maßnahmen fehlen weitgehend aber.

    Aufklärungsarbeit als Basis

    Durch zunehmende mediale Präsenz des Themas "Schutz von Wildtierlebensräumen", besonders im Zusammenhang mit der Winternutzung, werden viele Menschen auf diese Tatsachen aufmerksam.
    Hier wurde in der Region seitens der Jägerschaft in Zusammenarbeit mit den jagdlichen Vereinen die Aufklärungsarbeit etwa über lokale/regionale Medien, aber auch über Veranstaltungen, Angebote (auch an Schulen) forciert. Auch in der Jagdausbildung wird ein besonderes Augenmerk auf die Themen "Gestaltung und Erhaltung von Wildlebensräumen" sowie, wie diese Anliegen auch an Nichtjäger vermittelt werden können.
    Die Hauptursache vieler Konflikte ist oftmals in der Unwissenheit der Akteure zu finden. So werden sich Ziele vor allem hinsichtlich der Freizeitnutzung von Wildlebensräumen langfristig nur bedingt durch "Verbote" erreichen lassen. Bewusstseinsbildung, Lenkungsmaßnahmen und das Aufzeigen von Verantwortlichkeiten müssen an erster Stelle stehen.

    Schadensbegrenzung

    Sämtliche Lösungen sind allerdings nur als Schadensbegrenzung zu sehen. In der Steiermark war die Unterstützung bei Bestrebungen, Verbesserungen für den Schutz der Wildlebensräume herbeizuführungen, bisher unzureichend. Es gibt außerdem nur wenig Unterstützung von Land und Gemeinden für Projekte/Maßnahmen zur Tourismuslenkung und Bewusstseinsbildung. Obligatorisch ist eine Zusammenarbeit von Grundbesitzern, Jägern, Land, Gemeinden, Tourismusverbänden, Naturschutz und Alpinvereinen, um langfristig Erfolge vorweisen zu können. Lösungen wie das Projekt "RespekTiere deine Grenzen" könnten eine Grundlage sein. Eine Schaffung und Ausweisung von ökologischen Ruhezonen ist unbedingt erstrebenswert. Ohne einen entsprechend regulativen Rahmen wird der Schutz des Lebensraums in Zukunft nicht ausreichend möglich sein.

    Mariazeller Erklärung

    2012 wurde die Mariazeller Erklärung geschaffen. Darin geht es um die Verständigung und Zusammenarbeit zwischen den beiden zentralen Partnern bei Lebensraumgestaltung, Forstwirtschaft und Jagd. Zum Problemfeld "anthropogene Lebensraumbeeinträchtigung" heißt es wortwörtlich: "Weitere Verschlechterung der Wildlebensräume und weitere Beeinträchtigung des Wildes und seiner Lebensweise durch Dritte sind hintanzuhalten". Dies ist ein Auftrag an die unterzeichneten Interessenverbände. Der bestehende Handlungsbedarf muss erkannt und umgesetzt werden. Wird das Ziel nicht erreicht, dafür zu sorgen, dass erhalten bleibt, was an unserer Natur als Lebensraum geschätzt wird, dann wird vielerorts so manches bald nicht mehr vorgefunden werden.


    (Die wichtigsten Passagen des Artikels kurz zusammengefasst)



    Immer noch das alte Thema.
    Das Gemeine an dem ganzen ist: Diese ständige Moralkeule, die zum Einsatz kommt (...wegen euch, den Freizeitsportlern, stirbt das Wild...). Bei besonders rücksichtslosem Verhalten von einer Minderheit der Freizeitsportler mag das auch stimmen
    Das quer durch den Wald mit Schiern fahren ist grundsätzlich gesetzlich erlaubt, und trotzdem wird von der Jägerseite her fleißig ans eigene Gewissen appelliert.
    Allerdings stelle ich mir hier die Frage, ob gewisse Jäger auch immer auf ihr Gewissen hören, geschweige denn alle geltenden Gesetze brav einhalten?

    Es ist also so, dass jeweils die eine Seite der Gegenseite die jeweiligen Verfehlungen einer Minderheit dessen vorwerfen. Das trifft die "unbescholtenen" auf beiden Seiten natürlich besonders.

    Ich stelle mir dazu deshalb die Frage, was hier die "gescheiteste" Lösung für ALLE Beteiligten (Freizeitsportler, Jäger und Wild) wäre.
    1. Werden noch mehr Gebiete (zum Schutz des Wildes) gesperrt, ist das für sämtliche Freizeitsportler ein rotes Tuch - inakzeptabel, und dannhält man sich erst recht nicht an die Sperren.
    2. Wenn die Situation allerdings so bleibt wie jetzt, werden die "Zuständigen" (Landwirtschaftskammer, Jägerschaft; sog. "Anwälte des Wilds") weiterhin gebetsmühlenartig darauf hinweisen, dass das Wild den Winter nicht überlebt - aufgrund der Freizeitsportler.

    Vorschlag daher meinerseits: Wildfütterungs-Ruhezonen im Winter ja - aber nur unter gewissen Bedingungen: a) Wenn möglich, Ruhezonen dort einrichten, wo keine Forststraßen im Weg sind; b) Das strategische Platzieren der Ruhezonen zum Abhalten der Freizeitsportler soll untersagt werden; c) Wanderwege, in einem Führer beschriebene Routen, 'Durchzugsforststraßen' (also keine Sackgassen) und weitere wichtige Forststraßen dürfen nicht gesperrt werden; d) wenn eine Forststraße gesperrt werden muss, soll diese bestenfalls innerhalb des Gatters enden; e) nach der zuvor definierten 'Notzeit' (© JagdG OÖ) sollen diese selbstverständlich wieder öffentlich zugänglich sein.

    Mit Maßnahmen dieser Art könnte ich mir vorstellen (?), dass viele Freizeitsportler zumindest einigermaßen klar kämen.

    Im Gegenzug dazu sollen alle willkürlichen (inoffiziellen) Sperrgebiete, welche einzig und allein zum Abhalten der Freizeitsportler dienen, entfernt werden. Im Sommer muss das querfeldein Gehen im Wald auf jeden Fall erlaubt bleiben! Im besten Fall sollten noch sämtliche Verstöße von Jägerseite dagegen mit dem lebenslänglichen Entzug der Jagdkarte bestraft werden...


    Leider nur eine Utopie, die Vorschläge meinerseits.
    Die Gegenseite wird sicherlich nicht mitspielen... Schade.
    Zuletzt geändert von Jgaordhelagenornres; In den letzten 2 Wochen. Grund: Editorial und Artikel kurz zusammengefasst

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  • rupo1
    antwortet
    Zitat von pensi Beitrag anzeigen
    Tja, im Winter wird auf die Tourengeher hingehaut, im Sommer auf die Mountainbiker, und jetzt haben wir noch einen gemeinsamen Feind: E- Bike`s. Jeder gegen jeden - toll ! LG

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  • Firngleiter
    antwortet
    Zitat von pensi Beitrag anzeigen
    Tja, im Winter wird auf die Tourengeher hingehaut, im Sommer auf die Mountainbiker, und jetzt haben wir noch einen gemeinsamen Feind: E- Bike`s. Jeder gegen jeden - toll ! LG
    Ich war zuletzt - wie auch schon vor Corona wiederholt - im Bereich Würnitz/Kreuttal ausgiebig im Wald spazieren. In mehr als zwei Stunden sind mir auf Forststraßen und Wanderwegen etwa 10 Spaziergänger und 6 Geländewägen begegnet. Offensichtlich sind derart viele Fahrten mit PKWs im Wald notwendig, denn zum Spaß wird doch niemand, der auf das Wohl des Wildes bedacht ist seinen Allradler ausführen. Eine Ausfahrt mit dem MTB in diesem Bereich würde ich niemand empfehlen, außer er findet Gefallen an rüden Zurechtweisungen und Beschimpfungen, zumeist aus einem geöffneten Autofenster vorgetragen.
    Ähnlich zuletzt am Donauradweg: Viele Spaziergänger am Samstag nachmittags. Kein Wild weit und breit, es meidet diesen Bereich und zieht sich in die seit mehreren Jahren als forstliches Sperrgebiet ausgewiesenen Auwälder (sichtbare Arbeiten finden nicht statt) zurück. Ausweichen muss man nur einem Land Rover Defender, der Fahrer gewandet in grünen Loden, die Virginia lässig aus dem Fenster haltend. Auch hier gilt: Wehe du fährst mit dem MTB auf einer Forststraße abseits des Radweges.


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  • Exilfranke
    antwortet
    Und ich wich die letzten Touren öfter nur (weglos) aus, weil die öffentlich erreichbaren, markierten Wanderwege derzeit so überlaufen sind ...

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  • pensi
    antwortet
    Tja, im Winter wird auf die Tourengeher hingehaut, im Sommer auf die Mountainbiker, und jetzt haben wir noch einen gemeinsamen Feind: E- Bike`s. Jeder gegen jeden - toll ! LG

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  • HansS
    antwortet
    Ja, in Zeiten von Corona sind wesentlich mehr Menschen im freien Gelände unterwegs.
    Aber der Wildbestand hat sich seit den 60er Jahren fast verfünffacht (nach Abschußzahlen gerechnet), obwohl sich ihr Lebensraum verkleinert hat und sich auch die Gefahren wie Straßenverkehr in ähnlicher Weise vervielfacht hat.

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  • Exilfranke
    antwortet
    Wusste nicht, dass der Wald den Jägern gehört. Freies Wegerecht und so.

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  • babyshamble
    antwortet
    Zitat von Graddler Beitrag anzeigen

    Also bitte: Niemand hat behauptet, dass Wanderer oder Skitourengeher Wildtiere absichtlich erschrecken.
    Wildtiere nicht, aber Weidetiere schon. Der Hr. Bezirksjägermeister Schacherl nämlich in der NÖN:

    Jägerchef zu Vorfällen: „Wild-Störung besonders extrem“Martin Schacherl über die steigende Belastung der Wildtiere durch Ausflügler und die dadurch im Bezirk Lilienfeld entstehenden Probleme.

    NÖN: Sie beobachten als Lilienfelder Bezirksjägermeister eine massive Störung der Wildtiere durch unkontrolliertes und unerlaubtes Eindringen von Naturnutzern in deren Winterlebensräume. Wie zeigt sich das im Bezirk im Detail?

    Martin Schacherl: Es häufen sich die Meldungen aus der Jägerschaft — und auch der Grundbesitzer, dass immer wieder Wanderer, Touren- und Schneeschuhgeher in Gebiete vordringen, die eigentlich als Wintereinstand der Wildtiere gelten. Das konnte zwar in den letzten Jahren auch schon beobachtet werden, aber heuer ist es besonders extrem. Hat im Sommer das mutwillige Erschrecken von Weidetieren durch unsere Spaßgesellschaft, die sich in der Natur vergnügt hat, ihren Höhepunkt gefunden, ist es jetzt im Winter die massive Störung der Wildtiere.

    „Die Halligalli-Stimmung von dort will man nun auch bei uns in unseren Wäldern und Bergen verbreiten. Es fehlt jede Achtung vor der Natur und der Kreatur.“Lilienfelds Bezirksjägermeister Martin Schacherl


    Was sind die Folgen?

    Dadurch kommt es zur Störung der Winterruhe, die für unser Wild überlebenswichtig ist. Ständige Flucht über weite Distanzen kostet Energie und zehrt an den Reserven, die sich Reh, Hirsch und Co. im Herbst angefüttert haben. Die Folgen sind hohe Schäden an den Kulturen und abgemagerte Wildtiere durch große Fluchtdistanzen. Es ist den wenigsten bekannt, dass die Natur für das Überleben der Tiere einige Vorkehrungen getroffen hat. So wird der Stoffwechsel auf ein Minimum reduziert, es erfolgen weniger Herzschläge, ja sogar die Organe verkleinern sich, um wenig Energie zu verbrauchen. Wenn das Wild aber ständig aufgescheucht wird, steigt der Energieverbrauch. Oft können die von den Jägern vorgelegten Futtermittel das gar nicht ausgleichen. Dazu kommen noch mutwillige Zerstörungen von Einrichtungen, wie Fütterungen und Hochständen.

    Wie reagieren die Besucher, wenn Sie auf Fehlverhalten durch die Jägerschaft aufmerksam gemacht werden?
    Werden die Besucher darauf aufmerksam gemacht, erntet man oft rotzfreche Antworten. Der Egoismus hat unwahrscheinlich zugenommen. Man setzt sich über alle Eigentumsrechte hinweg. Jeder will den Wald und die Natur für sich alleine. Wird im urbanen Bereich für jedes Katzerl, das sich verlaufen hat, die Feuerwehr geholt, haben Wildtiere keine Lobby außerhalb der Jägerschaft. Oft frage ich mich, wo die Tierfreunde und Tierschützer sind, die zwar in der Stadt ihren Aktivismus betreiben, beim Touren- oder Schneeschuhgehen aber kein ethisches Gewissen haben.

    Sind die entstandenen Schäden schon zu beziffern?
    Die Folgen sind erst im Frühjahr erkennbar. Verendete Wildtiere, Verbiss und Schälschäden an den Kulturen sind die Folge. Eine zusätzliche Belastung für unsere Waldbesitzer, die durch Sturmschäden und Borkenkäferbefall sowie den damit einhergehenden Preisverfall für ihr Holz arge Sorgen zu tragen haben.

    Welchen Anteil hat Corona an dieser unbefriedigenden Situation?

    Corona hat keinen Urlaub im Ausland erlaubt. Daher auch dieser Ansturm auf unsere Berge und Wälder. Man trifft jetzt Menschen, die in den letzten Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, nur Erholung am Meer oder sonst wo im Ausland verbracht haben. Die Halligalli-Stimmung von dort will man nun auch bei uns in unseren Wäldern und Bergen verbreiten. Es fehlt jede Achtung vor der Natur und der Kreatur.

    Schacherl ortet Ruf nach verordneten Ruhezonen


    Wie kann die Jägerschaft hier gegensteuern?

    Die Jägerinnen und Jäger des Bezirkes bemühen sich in Zusammenarbeit mit den Grundbesitzern, die Situation durch Information und durch Besucherlenkung — soweit dies möglich ist — zu bewältigen. Im Grunde ist Platz für alle. Der Tourismus ist in unserem Bezirk Lebensgrundlage für viele und in Zeiten wie diesen ohnedies eine oft existenzielle Herausforderung. Man kann aber nicht alles den wirtschaftlichen Interessen opfern. Wenn wir unsere Wildtiere opfern, werden wir auch deren Lebensraum verlieren. Und am Ende des Tages werden „tote“ Wälder und Landschaften auch keine Gäste mehr bringen. Der Ruf nach verordneten Ruhezonen und temporären Sperrgebieten zum Schutz des Wildes und der Kulturen wird lauter.

    Wie lautet Ihr Appell an die Ausflügler?

    Haltet Euch an die ausgewiesenen Wanderwege, es gibt genug davon, haltet Euch an die Tageszeiten. Jede Aktivität in der Nacht ist ein Quälen der Wildtiere. Wir haben keine zweite Weltkugel im Keller. Wir sind schnell im Fordern von Sanktionen beim Abholzen des Tropenwaldes und bei anderen Umweltsünden. Glaubwürdiger wäre es, wenn wir vor der eigenen Haustür damit beginnen.

    https://m.noen.at/lilienfeld/intervi...iere-244506339

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  • tauernfuchs
    antwortet
    @graddler:
    Na ja, wenn ich sehe oder auch nur ahne (z. B. Forsthaus, Fütterung), dass ich hier Wild verschrecken könnte, vermeide ich das so gut es geht - so ist das gemeint.
    Natürlich kann es vorkommen, dass ich Wild versehentlich überrasche. Und solche Situationen gibt es halt für das Wild, die gehen nicht nur vom Menschen aus. Früher waren Wölfe da...
    Offenbar sind die Wildbestände auch zu hoch und die Abschüsse zu niedrig...

    @Jgao.... :
    Eine Verbesserung für die MTBs ist wohl endgültig verbockt - durch die Erfindung des e-Bike....

    LG

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