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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

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- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
- Die Verwendung von fremdem Bildmaterial, Kartenausschnitten und Topos ohne Zustimmung des Autors;
- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
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7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

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Die Forenbetreiber stellen die Foren "Forum für Gemeinschaftstouren" und " Bazar" ausschließlich für private Kontaktzwecke zur Verfügung und gehen damit keinerlei Verpflichtungen oder Haftungen ein! Alle Kontakte in diesen Foren laufen ausschließlich zwischen den Usern/-innen und auf Basis des gegenseitigen Vertrauens. Bei nachweislichen Betrugsfällen stellen die Forenbetreiber alle vorhandenen Informationen zur Verfügung, um eine straf- und zivilrechtliche Verfolgung zu ermöglichen.

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User/-innen, die sich regelwidrig verhalten, werden per PN verwarnt und/oder gesperrt. Art und Dauer der Maßnahme richten sich nach der Schwere und der Häufigkeit der Regelübertretung/en. Die betroffenen User/-innen werden darüber per Mail informiert. Ein Posten unter einer anderen Registrierung in der Zeit der Accountsperre ist verboten und zieht automatisch eine Verlängerung der Sperre nach sich.

Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Hundsheimer Berg (480m) und Königswarte (344m), Kleine Karpaten / 26.10.2026

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  • Hundsheimer Berg (480m) und Königswarte (344m), Kleine Karpaten / 26.10.2026

    Mit den Hundsheimer Bergen reicht der letzte Ausläufer der Kleinen Karpaten noch ein Stück nach Österreich. Die Region an der Donau ganz im Osten Niederösterreichs bietet auf kleinem Raum eine große Vielfalt landschaftlicher und botanischer Eindrücke, gute Aussichtsplätze und dazu noch eine Fülle kulturell interessanter Bauwerke. Im Frühjahr 2024 konnte ich einen sonnigen Halbtag - vor dem Eintreffen einer Schlechtwetterfront - für eine eher kurze, aber lohnende Runde von Hainburg auf den Braunsberg und den Schlossberg nützen (Forumsbericht). Frühere Besuche lagen hingegen bereits (allzu) weit zurück.

    Der Nationalfeiertag 2026 sollte gute Voraussetzungen dafür bieten, dies endlich wieder zu ändern. Außerhalb der Alpenregionen Niederösterreichs war schon für den Vormittag viel Sonne vorausgesagt, mit einigen durchziehenden Wolken dann am Nachmittag. Dazu nicht zu stürmischer Wind und garantiert nebelfrei. So nahm ich mir vor, einen ganzen Tag nahe der Ostgrenze Österreichs zu verbringen und eine streckenmäßig recht lange Route zu gehen.

    Ich starte nahe dem Personenbahnhof Hainburg und gehe zu Beginn natürlich an das Donauufer. Die Laubbäume unter der erstaunlich felsigen Westflanke des Braunsberg wecken gleich meine Hoffnung auf viele weitere Eindrücke schöner Herbstfarben im Verlauf des Tages.
    002-HainburgDonauufer-Braunsberg.jpg

    Fast unmittelbar neben dem Bahnhof führen das Fischertor und die Blutgasse in die Altstadt von Hainburg hinein.
    006-Fischertor.jpg

    Die Westfassade der Stadtpfarrkirche auf dem Hauptplatz ist vom Barock geprägt, die benachbarte Mariensäule entstand etwas später im Rokokostil.
    009-MariensäulePfarrkirche.jpg

    Es ergibt sich ideal, dass die kürzeste Route zum Hundsheimer Berg fast direkt am ältesten Gebäude von Hainburg vorbeiführt: Der ehemalige Karner wurde im romanischen Stil bereits um das Jahr 1220 erbaut und steht auf dem - zum Teil noch immer ummauerten - Gelände einer ehemaligen Kirche samt Friedhof. Als ich 2024 vorbeikam, war das Gitter versperrt. Heute hingegen habe ich Glück und kann ganz zu dem alten Bauwerk hineingehen.
    013-ehemaligerKarner.jpg

    Erst knapp vor der bergseitigen Stadtmauer verlasse ich die Altstadt von Hainburg dann Richtung Südwesten. Die deutlich ansteigende Marc-Aurel-Gasse führt dort bereits direkt auf die steile Nordflanke des Hundsheimer Berges zu.
    020-MarcAurelGasse-HundsheimerBerg.jpg

    Vor dem Beginn des Waldes bietet sich noch ein perfekter Blick zur Ruine der mittelalterlichen Heimenburg auf dem steilen Burgberg. Der Uhrturm links unten gehörte zum Neuen Schloss am Fuß des Bergs, das später zunächst als Kaserne genützt, nach schweren Kriegsschäden in den 1960er-Jahren aber größtenteils abgetragen wurde.
    024-UhrturmHeimenburg.jpg

    Nach einem kurzen unmarkierten Steilstück erreiche ich bald den Weg, der im Wald in langen, recht angenehm begehbaren Kehren hinauf führt.
    Wie erhofft, zeigt der Herbst, was er farbenmäßig zu bieten hat - auf den Bäumen ebenso wie mittlerweile auch auf dem Waldboden.
    029-Herbstlaub.jpg

    Bevor die Nordflanke des undsheimer Bergs sich zurücklegt,empfiehlt sich der kurze Abstecher zu einer Felsrippe. Hier bietet sich der erste freie Blick donauaufwärts Richtung Westen. Am Horizont ist noch deutlich der Wienerwald zu erkennen. Im Vordergrund die westlichen Vororte von Hainburg, während Bad Deutsch Altenburg dahinter fast zur Gänze vom Pfaffenberg verdeckt bleibt. Der riesige Steinbruch an seiner (abgewandten) Westseite ist oft auch von Wien und vielen Anhöhen im Wienerwald aus zu sehen.
    030-HainburgWest-DonauMarchfeld.jpg

    Richtung Nordwesten erstreckt sich hinter den breiten Auwäldern am linken Donauufer das flache Marchfeld.
    035-HainburgWest-DonauMarchfeld.jpg

    Es lohnt sich unbedingt, auf der Felsrippe noch einige Meter nach unten bis zum sogenannten "Hainburgblick" weiterzugehen. Tatsächlich bietet sich von hier die wohl beste Perspektive auf die alte Kleinstadt mit ihrer fast vollständig erhaltenen, zweieinhalb Kilometer langen Stadtmauer. Rechts von der Donau der Braunsberg. Der Thebener Kogel (Devínska Kobyla) dahinter, östlich der Mündung der March in die Donau, gehört bereits zur Slowakei.
    039-HainburgBraunsberg-ThebenerKogel.jpg

    Zoom auf das beeindruckende, 31 Meter hohe Wiener Tor im Westen der Hainburger Altstadt. Es wurde in zwei Bauphasen im 13. Jahrhundert errichtet und gilt - laut Artikel in der Wikipedia - heute als "das größte erhaltene Stadttor aus dem Mittelalter in ganz Europa".
    042-ZoomWienerTor.jpg

    Die Geschichte der Heimenburg reicht noch weiter zurück, nämlich bis ins 11. Jahrhundert. Das Areal auf dem steilen Burgberg ist erstaunlich weitläufig und bietet mit den erhaltenen Gebäudeteilen immer noch einen guten Eindruck der einstigen Höhenburg. Ihr Verfall begann im 18. Jahrhundert, nach dem Bau des Neuen Schlosses am Fuß des Burgbergs.
    044-ZoomHeimenburg.jpg

    So toll die Ausblicke von hier auch sind, der Wind bläst schon sehr kräftig. Daher bin ich nicht böse darüber, dass der Weg für den weiteren Anstieg erneut in den Wald führt.
    Etwa zehn Minuten später bietet eine westseitige Lichtung nochmals einen freien Blick über die Donau. Die Donaubrücke Hainburg ist seit 2012 offiziell nach Andreas Maurer benannt, dem einstigen Landeshauptmann von Niederösterreich (+ 2010).
    Die Auenzone dahinter ist allen, deren Erinnerungen so lang zurückreichen, noch von der "Aubesetzung" Ende 1984 bekannt, durch die das damals bereits fix geplante Donaukraftwerk schließlich doch noch verhindert wurde.
    046-DonaubrückeMarchfeld-Wienerwald.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 3 Tagen.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Noch ein kurzer, stärker ansteigender Wegabschnitt im Wald, und dann stehe ich auf der großen flachen Gipfelkuppe des Hundsheimer Bergs. Seine gesamte Westseite ist durch Trockenrasen geprägt, auf dem allenfalls Büsche oder einzelne kleine Bäume stehen.
    Richtung Westsüdwesten geht der Blick über sehr viele Windräder zum Arbesthaler Hügelland. Die 284m für den Schüttenberg klingen bescheiden, aber immerhin handelt es sich um die am stärksten ausgeprägten Erhebungen mitten im Wiener Becken.
    051-Windpark-ArbesthalerHügelland.jpg

    Die Donau auf ihrem Weg durch das Wiener Becken. Wieder reicht der Blick bis zum Wienerwald am Horizont, und es ist zumindest zu ahnen, wie sich über den Bergen die Bewölkung hält.
    054-DonauWienerwald.jpg

    Ich wechsle zum Teleobjektiv und bekomme dadurch die Bestätigung, dass Wien sogar sehr deutlich zu sehen ist. Unvermeidlicherweise dominieren die Hochhäuser die Skyline vor dem Hermannskogel in der Bildmitte (der ganz knapp über 50km entfernt ist).
    Ich musste erst nachschauen, welcher Ort im Marchfeld links unten zu sehen ist: Es handelt sich um Witzelsdorf - heute zur Marktgemeinde Eckartsau gehörig - mit einer bemerkenswerten ehemaligen Wehrkirche, die noch zu einem guten Teil von der Romanik geprägt ist. Wieder etwas dazugelernt!
    058-ZoomWienWienerwald.jpg

    Da ist die Zuordnung klar: Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Bad Deutsch Altenburg ist eine große, dreischiffige Pfeilerbasilika aus dem Mittelalter. Sie steht nordöstlich außerhalb des Ortskerns auf einem Hügel, daher wirkt es aus dieser Perspektive, als wäre sie vorwiegend von Bäumen umgeben.
    059-ZoomPfarrkircheBDAltenburg-Donau.jpg

    Die kleine Hundsheimer Hütte auf dem höchsten Punkt steht offen, und bei den Holztischgruppen daneben sitzt eine Familie zum Picknick. Die weiteren Plätze wären frei, aber mir wird rasch klar, warum dies so ist: Der böige Südwestwind ist auf Dauer doch zu stark. So gehe ich zunächst weiter und passiere gleich neben der Hütte das Gipfelkreuz - mit Höhenangabe und Kassette für ein Gipfelbuch.
    062-HundsheimerBerg-Gipfelkreuz.jpg

    Ich konnte mich nicht mehr an diesen Bericht von Felix vom Jänner 2025 erinnern und bin daher zunächst von den großräumigen Absperrungen im westseitigen Gipfelbereich überrascht. Eine Tafel erläutert die Begründung dafür: Seit heuer haben - nach längerer Vorplanung - Rinder die Beweidung der Trockenrasengebiete auf dem Hundsheimer Berg und dem Spitzerberg übernommen. (Mehr dazu beispielsweise hier.) Das Anliegen leuchtet grundsätzlich natürlich sehr gut ein, keine Frage. Als etwas gewöhnungsbedürftig empfinde ich es dennoch, auf dem weiträumigen Gelände stets entlang eines Zauns (oder z.B. im oberen Zugang zur "Großen Klamm" sogar zwischen zwei Zäunen) unterwegs zu sein. Nach augenblicklichem Stand wurden noch nicht alle Karten und nicht einmal alle Wegweiser an Ort und Stelle aktualisiert. Wer genau wissen möchte, wo man im Gipfelbereich des Hundsheimer Bergs frei gehen kann, halte sich an die OSM!
    068-TafelNaturschutzgebiet.jpg

    So folge ich dem breiten Gipfelkamm bis zu seinem südlichen Ende. Vor mir ist - hier herangezoomt - hinter dem Windpark auf der Parndorfer Platte ein Teil des Neusiedler Sees zu sehen.
    066-Windpark-NeusiedlerSee.jpg

    Für den Abstieg wähle ich dann den Junzenweg, der in mittlerem Gefälle fast zur Gänze im Wald verläuft und daher derzeit entsprechend farbenprächtige Eindrücke bietet.
    (Die Abzweigung zum "Fliegerdenkmal" über den Schafsteig wäre möglich - aber nicht dort, wo noch der Wegweiser steht, sondern erst ganz am südlichen Ende des Rasenareals!)
    071-Junzenweg.jpg

    Die wesentlich flachere Fortsetzung führt bald aus dem Wald heraus. Beim "Roten Kreuz" nütze ich eine in der Sonne gelegene, aber weitgehend windgeschützte Tischgruppe für meine Mittagsrast. Ich habe zwar noch nicht einmal ein Viertel der geplanten Strecke bewältigt, dafür aber bereits über die Hälfte der Höhenmeter. Und es lässt sich hier sehr gut aushalten - auch dank des Blicks zur felsdurchsetzten Südflanke des Hundsheimer Bergs oberhalb der namensgebenden kleinen Gemeinde.
    077-RotesKreuz-HundsheimerBerg.jpg

    Gut gestärkt mache ich mich wieder auf den Weg und erreiche bald das östliche Ende von Hundsheim. Dort steht die Meierei: ein großflächiger Gebäudekomplex, in den Schutzmauern und sogar ein massiver mittelalterlicher Wehrturm integriert sind. Sehr interessant!
    079-HundsheimMeiereiWehrturm.jpg

    Eigentlich tangiere ich die Ortschaft im Osten nur kurz. Eine Katze in einem der Nebengässchen flüchtet zunächst unter ein parkendes Auto, als ich näherkomme. Aber ein wenig scheint sich doch auch die Neugierde zu melden, und so kann ich sie schließlich recht gut fotografieren.
    081-KatzeunterAuto.jpg

    Ab nun gilt es bis über Edelstal hinaus vor allem Strecke zu machen. Das geht auf breiten Sandstraßen in minimalem Auf und Ab sehr gut, solange einem die Bedingungen (von eisigen Sturmböen bis zur sommerlichen Gluthitze) dabei nicht zusetzen. Da dies nicht der Fall ist, komme ich wie erhofft zügig voran.
    Rückblick zur Südseite des Hundsheimer Bergs; die Gemeinde ist mittlerweile von einer leichten Erhebung im Gelände verdeckt.
    086-HundsheimerBerg.jpg

    Längere Zeit folge ich in offenem Gelände der Radroute "Hundsheimer Berge Tour"; tatsächlich sind in beide Richtungen einige Motivierte auf ihren Rädern unterwegs.
    Den Prognosen folgend ziehen nun auch größere Wolkenbänke durch. Aber solange die Landschaft in der Sonne liegt, leuchtet sie in den kräftigsten Farben!
    090-Herbstfarben.jpg

    Im Abstieg von einem ganz flachen Sattel sehe ich vor mir bereits die nächste Gemeinde Edelstal. Bemerkenswert an ihr ist nicht zuletzt, dass sie zum Burgenland gehört, das hier mit einem schmalen Zipfel in die Hundsheimer Berge hereinragt.
    Über die flache Kuppe hinter der Gemeinde erstreckt sich der "Große Raubwald". (Ich habe übrigens nichts dazu gefunden, wie es zu diesem doch auffälligen Namen kam.)
    094-Edelstal-GroßerRaubwald.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 2 Tagen.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

    Kommentar


    • #3
      Noch vor dem Ortsbeginn von Edelstal passiere ich diesen Bildstock. Bei höheren Temperaturen - und mehr Zeitspielraum - würde mich dieser Platz zu einer Rast einladen.
      096-BildstockbeiEdelstal.jpg

      Allmählich werden die langgestreckten Wolkenbänke dicker als sie angekündigt waren. Aber solange mein Standort in der Sonne bleibt, machen sie sich als Hintergrund eines Bildes sogar sehr gut.
      098-FelderBaum.jpg

      Auch in Edelstal kann ich auf fast nicht befahrenen Nebenstraßen am Ortsrand bleiben, allerdings ist die Strecke doch deutlich länger als in Hundsheim. Interessant finde ich, wie dieses Strässchen schnurgerade und daher teilweise gehörig steil auf den Höhenrücken nördlich des Ortes hinaufführt.
      100-EdelstalFelder-steilesSträsschen.jpg

      Wie inzwischen an vielen Orten im Osten Niederösterreichs und dem Norden des Burgenlandes beginnt auch hier bald außerhalb des Siedlungsgebietes ein Windpark. Ich gehe im Augenblick die Bundesländergrenze entlang, und aufgrund des eigenwilligen Grenzverlaufs gehören die Hügel im Vordergrund zum Burgenland, die Windräder südöstlich dahinter (auf dem Leberfeld) aber wieder zu Niederösterreich.
      104-FelderWindpark.jpg

      Das Strässchen, das hier zwischen Feldern und Weingärten zur Gemeinde Berg führt, ist (leider) durchgehend asphaltiert; so kommt es mir recht gelegen, dass es in meine Gehrichtung leicht ansteigt.
      Vor mir ist - etwas herangezoomt - bereits mein zweites Gipfelziel des Tages zu sehen: die Königswarte mit einem über 20 Meter hohen Aussichtsturm und der - so der vollständige Name - ab den späten 1950er-Jahren errichteten "Fernmeldeaufklärungsanlage des Heeres-Nachrichtenamtes".
      106-Königswarte.jpg

      Etwa dort, wo ich dieses Strässchen verlasse, ist es wegen einer großen Wolkenbank im Südwesten mit dem Sonnenschein erst einmal vorbei. Zunächst ein Stück unmarkiert entlang eines Weingartens, dann moderat ansteigend auf dem markierten Weg ab Berg und schließlich - bereits entlang dem Zaun des Jagdreviers - kurz steil empor: So nähere ich mich der Königswarte schließlich von Südwesten. Natürlich kommen die kräftigen Herbstfarben sogar dann zur Geltung, wenn die Sonne nicht scheint.
      108-Herbstfarben.jpg

      Ein kurzer Schlussanstieg, dann habe ich den Gipfelbereich mit dem im Jahr 2001 errichteten Aussichtsturm erreicht.
      Nach vielen Stunden Sonnenschein präsentiert sich die Königswarte unter den Wolkenbänken nun um einiges düsterer. Aber natürlich steige ich dennoch gleich zur Plattform in fast 20 Metern Höhe hinauf. Am Fuß der 120 Stufen werden die Besucher:innen um eine - sehr moderate - Spende von einem Euro gebeten.
      111-KönigswarteAussichtsturm.jpg

      Das Panorama von der Königswarte umfasst sehr unterschiedliche Eindrücke: von der benachbarten slowakischen Hauptstadt Bratislava im Nordosten über die Kleine Ungarische Tiefebene bis (bei guter Fernsicht) zu Schneeberg und Rax und noch vielem mehr.
      Erfreulicherweise ist der Wind mittlerweile schwächer als noch am Vormittag. Richtig gekleidet, spricht demnach nichts gegen einen gründlichen Rundblick und etliche Fotos.
      Richtung Nordwesten erhält man einen Eindruck der ausgedehnten (Laub)Wälder in den Hundsheimer Bergen. Der Burgberg mit der Heimenburg verdeckt die Altstadt von Hainburg, weiter rechts steht einzeln der Braunsberg. Das Marchfeld im Hintergrund liegt zu einem beträchtlichen Teil in der Sonne.
      117-HeimenburgBraunsberg-Marchfeld.jpg

      Was für ein Kontrast beim Blick nach Nordosten!
      Im Vordergrund der Bergfried der mittelalterlichen Ruine Pottenburg am Hang der Königswarte. Die Felder dahinter gehören bis zur Donau noch zu Österreich, nördlich von ihr erstrecken sich hingegen unübersehbar die westlichen Satellitenvorstädte von Bratislava längst bis in die Ausläufer der Kleinen Karpaten.
      118-Pottenburg-DlheDiely-Kamzik.jpg

      Ein besonders interessantes Sonnenfenster erfasst gerade wesentliche Teile des Stadtgebiets von Bratislava!
      Die Burg - das Wahrzeichen der slowakischen Hauptstadt - ist in ihrer Umgebung in der linken Bildhälfte gar nicht leicht wahrzunehmen. Die Gesamtperspektive wird auch hier mehr von den Satellitenvorstädten geprägt - und von den großen Auwäldern, die immer noch bis nahe an das Stadtzentrum heranreichen.
      122-BratislavaZentrum-Petrzalka.jpg

      Richtung Südosten geht der Blick über die Satellitenabhörstation sowie die österreichischen Gemeinden Berg (NÖ) und Kittsee (Burgenland) hinweg weit in die Kleine Ungarische Tiefebene.
      Am Horizont sind sogar noch einige Erhebungen im Bakony-Gebirge zu erkennen, gut 100km entfernt.
      Wie die Abhörstation finanziert wurde und wer da wen mit welcher Zielsetzung "belauscht" hat, bot natürlich immer wieder Stoff für Diskussionen, würde das Themenspektrum dieses Forums allerdings verlassen. Interessierte finden einige links dazu im Wikipedia-Artikel zur Königswarte.
      126-Satellitenanlage-BergKittsee.jpg

      Das Himmelsbild, das sich Richtung Südwesten bietet, ist großartig!
      Die dunklen Wolkenbänke führen sogar einige Regenschauer mit sich, lassen dazwischen aber doch immer wieder die Sonnenstrahlen durchbrechen. So ergibt sich - vor dem Rosaliengebirge am Horizont und dem Leithagebirge - eine außergewöhnliche Szenerie.
      133-RosaliengebirgeLeithagebirge.jpg

      Das Panorama ist zwar anders, als ich nach dem bisher weitgehend sonnigen Tag erwartet hatte, aber eher sogar noch interessanter. Ich beschließe, den noch übrigen Zeitspielraum auf der Aussichtsplattform zu verbringen, zu Lasten einer zweiten Rast am Fuß der Warte.
      Also wechsle ich zum Teleobjektiv und fotografiere zunächst die herbstlich gefärbten Bäume im Gipfelbereich.
      144-TiefblickbunteBäume.jpg
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 2 Tagen.
      Lg, Wolfgang


      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

      Kommentar


      • #4
        Die kleineren Bildausschnitte machen die riesige Bandbreite der unterschiedlichen Ausblicke von der Königswarte noch stärker bewusst.
        Im Nordwesten - komplett in der Sonne - sind zwei höchst unterschiedliche Schlösser bzw. Burgen zu sehen: der weitläufige Barockbau von Schloss Hof im Marchfeld sowie Hrad Devín (die Burgruine Theben) auf einem steilen Felsen über der Mündung der March in die Donau. Devín gehört seit 1946 zum Stadtgebiet von Bratislava, das nach Westen bis zur March als Grenzfluss reicht.
        137-ZoomSchlosshof-BurgDevin.jpg

        Der Stadtteil Kramáre an den Hängen der Kleinen Karpaten ist vor allem für etliche Spitalsbauten bekannt und bildet so etwas wie das medizinische Zentrum von Bratislava. Links darüber der Kamzík (deutsch: Gemsenberg, 433m) mit dem 200 Meter hohen Fernsehturm.
        139-ZoomKramareKamzik.jpg

        Bratislavský hrad, 75 Meter über dem Donauufer, im starken Zoom. Das Hauptgebäude wurde im 18. Jahrhundert barock umgebaut, blieb nach einem Großbrand im Jahr 1811 aber lange Zeit Ruine und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichtet. Der Hauptzugang befindet sich auf der abgewandten Seite von der Altstadt im Osten aus; der Turm des Martinsdoms ist rechts noch zu sehen.
        Die übrigen Bauten um den Burghügel sowie hinter der Altstadt gewinnen allesamt keinen Schönheitspreis, lassen sich bei einem Foto aus dieser Perspektive aber nicht abschneiden oder ausblenden...
        140-ZoomBratislavskyHrad.jpg

        Der Grenzübergang Berg (früher: das Zollamt Berg) entlang der B9. Bis zur Eröffnung der Nordost-Autobahn A6 von Bruckneudorf über Kittsee war die B9 die wichtigste Straßenverbindung von Österreich nach Bratislava. Nur zwei Kilometer hinter der Grenze beginnt unübersehbar die riesige Satellitenvorstadt Petržalka am Südufer der Donau. Über 100.000 Menschen - fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung von Bratislava - wohnen in den Plattenbauten der 1970er- und 1980er-Jahre. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich dort in den Donauauen nur ein kleines Dorf, dessen früherer deutscher Name bezeichnenderweise Engerau lautete.
        142-ZoomGrenzübergangBerg-Petrzalka.jpg

        Da geht es um ganz andere Größendimensionen: In der kleinen Gemeinde Berg unmittelbar am Fuß der Königswarte wohnen bis heute nicht einmal ganz 1.000 Personen.
        143-ZoomBerg.jpg

        Das kommt nun doch unerwartet: Etwas hinter der Gemeinde Pama im Nordburgenland zieht in knapp 10km Entfernung ein zwar örtlich begrenzter, für kurze Zeit aber wahrscheinlich heftiger Regenschauer durch. Die Entfernung ist allerdings groß genug, dass ich auf der Aussichtsplattform sicher trocken bleibe.
        145-ZoomPama-Regenschauer.jpg

        Grandios dafür die Stimmung, die Wolkenbänke, Regenschauer und durchbrechende Sonnenstrahlen im Südwesten am Fuß des Rosaliengebirge schaffen!
        Eine richtig dramatisch wirkende Szenerie - und faszinierender zu betrachten als ein Panorama bei wolkenlosem Himmel. 146-ZoomWindpark-Sonnenstrahlen.jpg
        Weiter im Westen sind die dunklen Wolken hingegen längst wieder abgezogen. Über den Spitzerberg im Vordergrund und nahezu unzählbare viele Windräder geht der Blick hier bis zum Hohen Lindkogel rechts am Horizont.
        136-SpitzerbergLeithagebirge-Windpark.jpg

        Mit der Blickrichtung Westen hat sich die Runde fast geschlossen. Hinter dem Arbesthaler Hügelland erfasst der starke Zoom rechts in knapp 60km Entfernung den Anninger. Ganz schwach ist links auch das Hocheck noch zu erkennen. Da beträgt die Distanz bereits gute 80 Kilometer.
        148-ZoomWindpark-Anninger.jpg

        Mehr als eine halbe Stunde stehe ich bereits auf der Aussichtsplattform, und sie ist wie im Flug vergangen. Selten war ein Ausblick so vielfältig; zudem haben sich die Eindrücke während der Zeit durch den Zug der Wolken und ständig wandernde Sonnenfenster laufend geändert.
        Einmal noch schaue ich über die Abhörstation den Richtung Ungarn abziehenden Regenschauern nach und verlasse die Warte danach.
        128-Satellitenanlage-Regenschauer.jpg

        Nach allen kriegerischen Gefechten in der Umgebung und militärischen Zielsetzungen betont die Informationstafel am Fuß der Aussichtswarte heute den Stellenwert der Königswarte als "völkerverbindender Knotenpunkt für die Menschen aus Ost und West". Möge dieser Gesichtspunkt wirklich stets im Vordergrund stehen!

        Nun bleibt mir noch der Abstieg zur Haltestelle Wolfsthal entlang dem "Ostösterreichischen Grenzlandweg" (Weitwanderweg 07). Wolfsthal ist mit einer Stunde angeschrieben; knapp eine Viertelstunde Zeitspielraum habe ich, das sollte genügen.
        Über den nördlichen und westlichen Teil der Königswarte erstreckt sich ein ausgedehntes Jagdrevier. Daher beginnt die Route sofort nach dem ersten gelben Richtungspfeil mit einem Zaun-Überstieg.
        150-ÜberstiegJagdrevier.jpg

        Fast unmittelbar dahinter gelange ich auf die asphaltierte Zufahrtsstraße zur Fernmeldeaufklärungsanlage und folge ihr etwa fünf Minuten. Dann weist eine Tafel auf die Abzweigung des Weges an der Pottenburg vorbei hin. Die Route verläuft nun vollständig im Wald und ist zunächst recht angenehm zu begehen, da nicht allzu steil.
        152-Herbstfarben.jpg

        Irgendwann beginne ich mich über das vollständige Fehlen von Markierungen zu wundern. Aber der Verlauf bleibt, auch bei einer Kehre nahe dem Zugang zur Ruine Pottenburg, stets logisch, auch wenn der Weg abschnittsweise nun ziemlich verwachsen ist.
        Dann gelange ich wieder auf breitere Wege, die sich aber mehrfach gabeln. Wo ist nun der Überstieg zum Verlassen des Jagdreviers? Allmählich schwant mir, dass innerhalb des Reviers bewusst keine Markierungen gesetzt werden (dürfen). Eli bestätigt mir das im Nachhinein dann; da habe ich mich im Vorfeld leider zu wenig genau informiert.
        Eine erste Sandstraße dreht sich viel zu sehr in Richtung Osten, diese Route kann nicht stimmen. So bleibt mir als Ausweg das Aufrufen der OpenStreetMap - gottlob bei sehr gutem Netz. Es erweist sich als sehr hilfreich, dass in der OSM selbst Details wie Zaun-Überstiege genau vermerkt sind. Ein unauffälliger, denkbar zugewachsener Weg zweigt ohne jeden Hinweis von der Sandstraße ab - und gut zehn Meter danach stehe ich unmittelbar bei dem gesuchten Überstieg.

        Nach dem Erreichen der ersten Werksanlage am Ostrand von Wolfsthal bleiben aber noch fast zwei Kilometer Strecke bis zum Bahnhof. Ich lege daher - so gut als möglich - nochmals einen höheren Gang ein, denn die Aktion im Gehege hat mich fast meinen gesamten Zeitspielraum gekostet. Aber es sollte sich ausgehen...
        Spätestens hier kann ich im Tempo wieder zurückschalten: Das ist der Beginn (oder das Ende, je nach Richtung) des Bahngleises, nun sind es maximal noch fünf Minuten bis zum Bahnhof.
        153-PressburgerBahn-Schienenende.jpg

        Die sogenanne Pressburger Bahn wurde im Jahr 1914, nur knapp vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als direkteste Bahnverbindung zwischen Wien und Pressburg eröffnet. Sie begann beim heutigen Bahnhof Wien Mitte und folgte ab dem Stadtrand dann der bis heute benützten Route über Schwechat und den Flughafen, Petronell und Hainburg bis Wolfsthal. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schien eine Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs so undenkbar, dass die ÖBB östlich von Wolfsthal die Grundstücke auf dem Bahndamm verkauften und dort zahlreiche Einfamilienhäuser errichtet wurden. Dies war der Hauptgrund dafür, dass ein Reaktivieren der Strecke nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nie mehr realistisch war. (Die drei Kilometer Strecke von Berg bis Petržalka hätten hingegen wieder errichtet werden können.) Mittlerweile wurde die Bahnlinie durch das Marchfeld über Marchegg für schnelle Fahrten zwischen Wien und dem Hauptbahnhof von Bratislava ausgebaut. Und auch zwischen dem Wiener Hauptbahnhof und Petržalka fahren - über Bruck/Leitha und Kittsee - regelmäßig schnelle Direktzüge. Das Gleis der (einstigen) Pressburger Bahn endet hingegen knapp nach dem Bahnhof Wolfsthal, weniger als fünf Kilometer vor der Grenze zur Slowakei.
        Ausführlich dazu der Artikel der Wikipedia.

        Wie geplant, kann ich mich in die - nahezu leere - (doppelte) Schnellbahngarnitur setzen, die mich um 16.57 Uhr nach Hainburg zurückbringt.
        Nach dem Ende der Sommerzeit wird es früh dunkel, und so zeigt mein Abschlussfoto vom Personenbahnhof Hainburg die Donaulände, den Wasserturm der Stadtmauer und den Braunsberg bereits in der fortgeschrittenen Dämmerung.
        156-HainbgDonauländeWasserturm-Braunsbg.jpg
        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 2 Tagen.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

        Kommentar


        • #5
          Informationen zur Wanderung

          18,7 Kilometer Strecke
          und ziemlich genau 600 Höhenmeter.


          Der Hundsheimer Berg, der Burgberg und der Braunsberg liegen um Hainburg einigermaßen nahe beisammen. Das Einbeziehen der Königswarte und/oder des Spitzerbergs wie z.B. auch von Abschnitten direkt am Ufer der Donau führen hingegen sofort zu ziemlich langen Strecken. Da erweist sich, dass die Hundsheimer Berge gar kein so eng begrenzter Teil der Kleinen Karpaten sind.
          Felix hat vor 11 Jahren einmal ebenfalls im Oktober alle fünf Berge von Wolfsthal nach Hainburg an einem Tag miteinander kombiniert; das ergibt 24km Strecke und über 900hm. (Forumsbericht). Ich muss gestehen, das wäre mir fraglos zu viel...

          Die Strecke Bad Deutsch Altenburg - Hainburg - Wolfsthal lässt sich durch die regelmäßigen Bahnverbindungen stets gut schließen. Hilfreiche Busverbindungen nach Hundsheim, Edelstal oder Berg bestehen hingegen nur an Werktagen, nicht aber am Wochenende oder an Feiertagen wie dem 26. Oktober.
          Wer gern in diesem Stil unterwegs ist, findet in den Hundsheimer Bergen sicher gute Möglichkeiten für bike&hike-Touren.

          Abstecher in die Slowakei etwa auf den Devínska Kobyla (Thebener Kogel) samt dem Sandberg oder zur Burg Devin sind ohnehin ein eigenes Tagesprogramm - ebenso wie Besuche der Hauptstadt Bratislava.

          Die Vielfalt der Region bringt es mit sich, dass sich Besuche nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Wanderns, sondern ebenso mit kulturellem Schwerpunkt (Zentrum von Hainburg, Bad Deutsch Altenburg, Carnuntum, Burgruinen) oder aus botanischem Interesse (die spezielle Trockenrasenvegetation) sehr lohnen. Natürlich lassen sich die unterschiedlichen Zugänge auch gut miteinander kombinieren.


          Meine konkrete Route ist m.E. gut an einem Tag zu bewältigen, da man auf der langen Strecke von Hundsheim an Edelstal vorbei bis zum Anstieg zur Königswarte zügig vorankommt. Voraussetzung dafür ist wegen der vorwiegend baumfreien Route allerdings, dass die Bedingungen frei von Extremen wie z.B. heftigen Sturmböen oder glühender Sommerhitze sind.

          Auf den nicht allzu steilen Kehren des Nordanstiegs von Hainburg zum Hundsheimer Berg lässt sich recht angenehm gehen. Der Junzenweg im Abstieg ist mittelsteil. Im Anstieg von Edelstal zur Königswarte findet sich eine kurze Steilpassage.
          Mögen die Höhen aller Berge auch bescheiden bleiben, gutes Schuhwerk ist dennoch stets sehr zu empfehlen. Manche der steileren Abschnitte stelle ich mir durchaus knifflig zu begehen vor, wenn sie sehr feucht oder glitschig sind. Für den Schafweg oder die Große Klamm auf den Hundsheimer Berg gilt dies sicher noch mehr.

          Die Absperrungen im Gipfelbereich des Hundsheimer Berges leuchten mir generell ein, auch wenn es mir nicht ganz leicht fällt, mich an sie zu gewöhnen. Wichtig ist in jedem Fall gute Information im Vorfeld und die Verwendung der OpenStreetMap. Hier - wie ebenso für das Jagdrevier auf der Königswarte - erweist sich, wie hilfreich eine so genaue und laufend aktualisierte Karte ist! (Auch die ansonsten sehr wertvolle Karte mapy.com ist an beiden Plätzen nicht in allem auf dem neuesten Stand.)

          Beim Weitwanderweg 07 durch das Jagdrevier habe ich mich im Vorfeld zu wenig informiert. Mit dem Wissen, wie die Route genau verläuft, verliert dieser Abschnitt einen guten Teil seiner Tücken. Der Führer der Sektion Weitwanderer des ÖAV beschreibt ihn im Detail. (Vielen Dank, liebe Eli, auch für diese Information! ) Ansonsten empfehle ich mit Nachdruck die Orientierung mit Hilfe der OSM.
          Bergauf ist die Wegfindung dabei einfacher: Wenn man einmal die Asphaltstraße erreicht hat, sollte man die Aussichtswarte nicht mehr verfehlen. Im Abstieg muss man hingegen wirklich wissen, in welchem dichten Wald sich der Überstieg versteckt...
          Unterhalb der Ruine Pottenburg war der Weg teilweise ziemlich verwachsen. Ich sehe auch das als Indiz dafür, dass die Gespräche des ÖAV mit dem Besitzer des Jagdreviers nicht ganz einfach sein könnten. Gestrüpp auf Wegen ist in den Übergangsjahreszeiten meist weniger unangenehm als im Sommer. Das passt damit zusammen, dass der Hochsommer ohnehin nicht die beste Jahreszeit für das Wandern in den - niedrigen - Hundsheimer Bergen ist.
          (Von der Gemeinde Berg aus ist die Königswarte übrigens einfacher, vor allem ohne Zaun-Überstiege, zu erreichen.)


          Persönliches Fazit

          Mit den Hundsheimer Bergen und der Ungarischen Pforte bietet Österreich ganz an seiner Ostgrenze nochmals eine Region mit sehr viel Interessantem auf relativ kleinem Raum. Allein schon die Kombination aus dem großen Strom, vielen wertvollen alten Kulturbauten, der speziellen Trockenrasen-Vegetation und einem trotz geringer Höhen sehr abwechslungsreichen Landschaftsbild empfinde ich als sehr ansprechend. Dazu kommt noch, dass die Grenzregion sehr dazu anregt, sich historisch kundiger zu machen. Mich machen solche Landstriche zudem auch stets ausdrücklich nachdenklich.

          Ich konnte es genießen, an einem Herbsttag etliche Stunden in der Sonne unterwegs zu sein. Manche Eindrücke z.B. in Hainburg habe ich bereits liebgewonnen, an anderen Orten wie dem Hundsheimer Berg war es längst fällig, sie wieder aufzufrischen. Auf der Königswarte wurde mir neu bewusst, dass manche Szenerien bei wechselnden Bedingungen und durchwachsenem Wetter eindrucksvoller sein können als bei durchgehendem Sonnenschein. Das passt bestens dazu, dass das gesamte Panorama vom Aussichtsturm nicht überall in erster Linie schön ist (etwa bei einem Teil der Ansichten von Bratislava), dafür aber umso interessanter.

          Ich habe mir fest vorgenommen, die Region bald wieder zu besuchen: beispielsweise im nächsten Frühjahr in einer botanisch interessanten Phase den Spitzerberg, auf dem ich überhaupt noch nie war. Oder jenseits der Staatsgrenze wieder auf den Devínska Kobyla zu steigen, nachdem er von der Aussichtswarte im früheren Militärareal auf seinem Gipfel nun ein viel umfassenderes Panorama als früher bietet. Eigentlich befinden sich all diese Ziele noch im Sichtbereich von Wien. Es ist eine Frage der bewussten Planung, sie tatsächlich so regelmäßig aufzusuchen wie sie es verdienen.



          Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 3 Tagen.
          Lg, Wolfgang


          Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
          der sowohl für den Einzelnen
          wie für die Welt zukunftsweisend ist.
          (David Steindl-Rast)

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          • #6
            Es handelt sich um Witzelsdorf - heute zur Marktgemeinde Eckartsau gehörig - mit einer bemerkenswerten ehemaligen Wehrkirche, die noch zu einem guten Teil von der Romanik geprägt ist. Wieder etwas dazugelernt!
            Danke für den Hinweis! Das lässt sich gut in eine Radtour nach Osten einbauen.

            Und Gratulation zu den Sonnenregenschauern - sehr beeindruckend und super eingefangen!

            Lg, Felix
            http://www.wetteran.de

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            • #7
              Wunderbar! Ein herrlicher Bilderbogen durch Kultur, Natur, herbstliche Farbenpracht und phantastische Wolkenstimmungen!
              Ein wirklich sehenswerter Beitrag, danke!

              LG Manfred

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