Über den Siniweler findet man recht wenig an Beschreibungen, wohl weil er weit abseits aller markierten bzw. bekannten Wege liegt und es somit auch keinen offiziellen Weg hinauf gibt.
Und genau solche Berge üben einen unheimlichen Reiz auf mich aus.
EnnstalWiki: „Der 1907 m hohe Siniweler befindet sich nordöstlich des Reichensteins in der Nähe der Zimitzalm. Er wird sehr selten - und fast ausnahmslos von Einheimischen mit Wegkenntnissen - bestiegen.“
Am bekanntesten ist sicher seine imposante Südostwand, die man von der Zimitzalm Richtung Norden gehend als erstes sieht, und die, glaubt man dem AV Führer, noch unbestiegen ist: „Siniweler: Vom Grundlsee weit zurückliegender Gipfel mit einer mauerglatten, noch unerstiegenen Wand.“.
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Gräbt man ein bisschen im Forum, stößt man auf diesen Bericht vom tauernfuchs, der dem AV Führer deutlich widerspricht: Siniweler Südostwand VI-VII
Absolut großartig, für mich jedoch weit außerhalb meiner Möglichkeiten.
Aber der Siniweler bietet durchaus weitere, weniger steile Zugänge, von IIer Kraxelei durch den Salzgraben (siehe hier von einer Reichenstein Besteigung) bis vergleichsweise gemütlich vom Wanderweg 235 (Grundlsee – Appelhaus) aus, irgendwo am Breitwiesberg vorbei (im AV Führer typisch lapidar beschrieben: „Vom Albert-Appel-Haus, 1,5 Std., Auf dem Weg nach Grundlsee bis zur Wegteilung nach der Brunnwiesalm. Nun links (östl.) ab auf den Gipfel.“).
Doch ich hab heute noch etwas anderes vor.
Ich starte um 8 beim Gasthaus Ladner, mein Fahrrad im Gebüsch versteckt, in Richtung Zimitzalm. Nach zwei Tagen Regen ist alles pitschnass und ich hab zum Schutz meine Regenhose an. Ich will nicht sofort durch und durch nass werden, auch wenn es schon überraschend warm ist für die Tageszeit.
Der Weg zur Zimitzalm ist ein alter perfekt angelegter Almweg
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und in einer Dreiviertelstunde bin ich oben, obwohl ich mich bemühe es gemütlich anzugehen. Schließlich hab ich heute einiges vor und ich hab gelernt dass ich weiter komme, wenn ich nicht so Gas gebe, wie ich es instinktiv machen würde, wenn ich meinem Eifer und Forscherdrang folge.
Bei der Quelle am Ende der Alm fülle ich meine Trinkflasche wieder auf. Und weiter gehts die Forststraße bis kurz vor ihr Ende und dann links ab Richtung Widerkar über so schön klingende Orte wie dem Boaßlbam (https://www.grundlsee.at/besonderheiten.html) und das Erlenkar.
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Unter der überhängenden Wand des Reichenstein Sockels gehts hinauf über die erste Geländestufe und dahinter in das Kar am Fuß der Siniweler Südostwand, wo links der Salzgraben abzweigt.
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Eigentlich blickt man hier nicht auf den Siniweler sondern auf einen südöstlich gelegenen Vorgipfel, der in die Südostwand abbricht.
Nun komme ich meinem ersten Ziel schon näher, aber dazu zuerst eine weitere Erklärung
(Vorsicht langatmig!).
Als ich vor 3 Jahren nach einem Überstieg vom Dreibrüdersee ins Widerkar entlang der (langen langen) Langen Wand abgestiegen bin, hab ich rechter Hand, etwa auf Höhe des Mittleren Dreibrüderkogels, deutliche Spuren gesehen, die leicht aufwärts Richtung Siniweler verschwunden sind.
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Wer mich kennt, weiß, so etwas lässt mir keine Ruhe.
Also hab ich zuhause die Karten studiert wo das hinführen könnte und nichts(!) gefunden.
Absolut nichts das in diese Richtung weisen würde, außer wieder ein paar Namen, wie Finsterkar(e) und Lange Wandkare.
07-AV-Karte-15.1-1967-Totes-Gebirge-West.jpg
So hab ich das damals wieder vergessen und gedacht das wird wohl ein Jägerstand-Zustieg sein.
Und erst voriges Jahr, hab ich die Gegend im Zuge meiner Hangneigungsauswertungssucht wieder untersucht und im Luftbild deutliche Steigspuren in der Gegend zwischen Breitwiesenalm und Siniweler gefunden, die auch in Richtung dieser Kare weisen.
Nur, wie komme ich in dieses verborgene Kar, wenn ich von unten von der Zimitzalm komme? Auf den ersten Blick sieht das völlig unzugänglich aus.
Also weiteres Karten- und Luftbild- und Hangneigungsgegrübel und schließlich hab ich drei mögliche Zustiege ausgeforscht.
Gut, was heißt mögliche Zustiege ausgeforscht? Drei Stellen, an denen es aufgrund der Latschenfreiheit und aufgrund der Hangneigung möglich erscheint, dass man sich dort bewegen kann. Mehr nicht.
Erste Möglichkeit: dort wo ich vor drei Jahren die Spuren gesehen habe. Aber das ist sehr weit oben im Widerkar und würde einen enormen Umweg bedeuten.
Zweite Möglichkeit: irgendwo in der Mitte, eine zarte Schwachstelle inmitten der schroffen Langen Wand.
Und drittens: Richtung Salzgraben aufsteigen und am Fuße der Siniweler Südostwand nach rechts queren.
Am 3.10.2025 war es soweit und ich hab das verborgene Finsterkar erforscht. Dazu hab ich Möglichkeit 3 gewählt. Der Aufstieg zum Wandfuß der Siniweler Südostwand ist leichte Kraxelei (maximal II) und dürfte durchaus manchmal begangen werden (siehe z.B. tauernfuchs Bericht). Von dort führen deutliche Spuren Richtung Finsterkar und mit ein bisschen Latschenkampf durch ehemalige Latschengassen kommt man unschwer in das Kar.
Hier am Wandfuß:
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Und bereits im Kar:
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Wunderschön! Und von einem mit gelegentlichen Steinmandln versehenen Almsteig durchzogen.
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Voriges Jahr bin ich dann weiter zur Breitwiesenalm und von dort den 235er wieder zurück. Mehr war an diesem Tag angesichts der Tageslänge und des leichten Schnees nicht drinnen. Dennoch eine großartige und aufschlussreiche Tour.
Erklärung – Ende.
Gut, also mein nächstes Ziel heute: das Finsterkar.
Diesmal möchte ich den mittleren Zugang, etwa auf Höhe des Erlenkars suchen. Wenn ich den nicht finde, muss ich entweder wieder über den Salzgraben-Zustieg (und vorher absteigen) oder eben den oberen Zustieg (und noch weiter aufsteigen).
Ich komme also ins Erlenkar. Richtig lieblich ist es hier und ich höre sogar Wasser, was im Toten Gebirge ja wirklich keine Selbstverständlichkeit ist. Aber durch den Regen der letzten beiden Tage ist das Oberflächenwasser wieder gut bestückt und ich sehe tatsächlich eine Quelle.
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Kurz nach dem Erlenkar macht der Weg einen Linksknick auf einen Schotterhang zu, an dem der Weg weiter ins Widerkar hinaufzieht. Hier möchte ich links abzweigen.
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Fortsetzung folgt...
Und genau solche Berge üben einen unheimlichen Reiz auf mich aus.
EnnstalWiki: „Der 1907 m hohe Siniweler befindet sich nordöstlich des Reichensteins in der Nähe der Zimitzalm. Er wird sehr selten - und fast ausnahmslos von Einheimischen mit Wegkenntnissen - bestiegen.“
Am bekanntesten ist sicher seine imposante Südostwand, die man von der Zimitzalm Richtung Norden gehend als erstes sieht, und die, glaubt man dem AV Führer, noch unbestiegen ist: „Siniweler: Vom Grundlsee weit zurückliegender Gipfel mit einer mauerglatten, noch unerstiegenen Wand.“.
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Gräbt man ein bisschen im Forum, stößt man auf diesen Bericht vom tauernfuchs, der dem AV Führer deutlich widerspricht: Siniweler Südostwand VI-VII
Absolut großartig, für mich jedoch weit außerhalb meiner Möglichkeiten.
Aber der Siniweler bietet durchaus weitere, weniger steile Zugänge, von IIer Kraxelei durch den Salzgraben (siehe hier von einer Reichenstein Besteigung) bis vergleichsweise gemütlich vom Wanderweg 235 (Grundlsee – Appelhaus) aus, irgendwo am Breitwiesberg vorbei (im AV Führer typisch lapidar beschrieben: „Vom Albert-Appel-Haus, 1,5 Std., Auf dem Weg nach Grundlsee bis zur Wegteilung nach der Brunnwiesalm. Nun links (östl.) ab auf den Gipfel.“).
Doch ich hab heute noch etwas anderes vor.
Ich starte um 8 beim Gasthaus Ladner, mein Fahrrad im Gebüsch versteckt, in Richtung Zimitzalm. Nach zwei Tagen Regen ist alles pitschnass und ich hab zum Schutz meine Regenhose an. Ich will nicht sofort durch und durch nass werden, auch wenn es schon überraschend warm ist für die Tageszeit.
Der Weg zur Zimitzalm ist ein alter perfekt angelegter Almweg
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und in einer Dreiviertelstunde bin ich oben, obwohl ich mich bemühe es gemütlich anzugehen. Schließlich hab ich heute einiges vor und ich hab gelernt dass ich weiter komme, wenn ich nicht so Gas gebe, wie ich es instinktiv machen würde, wenn ich meinem Eifer und Forscherdrang folge.
Bei der Quelle am Ende der Alm fülle ich meine Trinkflasche wieder auf. Und weiter gehts die Forststraße bis kurz vor ihr Ende und dann links ab Richtung Widerkar über so schön klingende Orte wie dem Boaßlbam (https://www.grundlsee.at/besonderheiten.html) und das Erlenkar.
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Unter der überhängenden Wand des Reichenstein Sockels gehts hinauf über die erste Geländestufe und dahinter in das Kar am Fuß der Siniweler Südostwand, wo links der Salzgraben abzweigt.
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Eigentlich blickt man hier nicht auf den Siniweler sondern auf einen südöstlich gelegenen Vorgipfel, der in die Südostwand abbricht.
Nun komme ich meinem ersten Ziel schon näher, aber dazu zuerst eine weitere Erklärung
(Vorsicht langatmig!).
Als ich vor 3 Jahren nach einem Überstieg vom Dreibrüdersee ins Widerkar entlang der (langen langen) Langen Wand abgestiegen bin, hab ich rechter Hand, etwa auf Höhe des Mittleren Dreibrüderkogels, deutliche Spuren gesehen, die leicht aufwärts Richtung Siniweler verschwunden sind.
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Wer mich kennt, weiß, so etwas lässt mir keine Ruhe.
Also hab ich zuhause die Karten studiert wo das hinführen könnte und nichts(!) gefunden.
Absolut nichts das in diese Richtung weisen würde, außer wieder ein paar Namen, wie Finsterkar(e) und Lange Wandkare.
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So hab ich das damals wieder vergessen und gedacht das wird wohl ein Jägerstand-Zustieg sein.
Und erst voriges Jahr, hab ich die Gegend im Zuge meiner Hangneigungsauswertungssucht wieder untersucht und im Luftbild deutliche Steigspuren in der Gegend zwischen Breitwiesenalm und Siniweler gefunden, die auch in Richtung dieser Kare weisen.
Nur, wie komme ich in dieses verborgene Kar, wenn ich von unten von der Zimitzalm komme? Auf den ersten Blick sieht das völlig unzugänglich aus.
Also weiteres Karten- und Luftbild- und Hangneigungsgegrübel und schließlich hab ich drei mögliche Zustiege ausgeforscht.
Gut, was heißt mögliche Zustiege ausgeforscht? Drei Stellen, an denen es aufgrund der Latschenfreiheit und aufgrund der Hangneigung möglich erscheint, dass man sich dort bewegen kann. Mehr nicht.
Erste Möglichkeit: dort wo ich vor drei Jahren die Spuren gesehen habe. Aber das ist sehr weit oben im Widerkar und würde einen enormen Umweg bedeuten.
Zweite Möglichkeit: irgendwo in der Mitte, eine zarte Schwachstelle inmitten der schroffen Langen Wand.
Und drittens: Richtung Salzgraben aufsteigen und am Fuße der Siniweler Südostwand nach rechts queren.
Am 3.10.2025 war es soweit und ich hab das verborgene Finsterkar erforscht. Dazu hab ich Möglichkeit 3 gewählt. Der Aufstieg zum Wandfuß der Siniweler Südostwand ist leichte Kraxelei (maximal II) und dürfte durchaus manchmal begangen werden (siehe z.B. tauernfuchs Bericht). Von dort führen deutliche Spuren Richtung Finsterkar und mit ein bisschen Latschenkampf durch ehemalige Latschengassen kommt man unschwer in das Kar.
Hier am Wandfuß:
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Und bereits im Kar:
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Wunderschön! Und von einem mit gelegentlichen Steinmandln versehenen Almsteig durchzogen.
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Voriges Jahr bin ich dann weiter zur Breitwiesenalm und von dort den 235er wieder zurück. Mehr war an diesem Tag angesichts der Tageslänge und des leichten Schnees nicht drinnen. Dennoch eine großartige und aufschlussreiche Tour.
Erklärung – Ende.
Gut, also mein nächstes Ziel heute: das Finsterkar.
Diesmal möchte ich den mittleren Zugang, etwa auf Höhe des Erlenkars suchen. Wenn ich den nicht finde, muss ich entweder wieder über den Salzgraben-Zustieg (und vorher absteigen) oder eben den oberen Zustieg (und noch weiter aufsteigen).
Ich komme also ins Erlenkar. Richtig lieblich ist es hier und ich höre sogar Wasser, was im Toten Gebirge ja wirklich keine Selbstverständlichkeit ist. Aber durch den Regen der letzten beiden Tage ist das Oberflächenwasser wieder gut bestückt und ich sehe tatsächlich eine Quelle.
11.jpg
Kurz nach dem Erlenkar macht der Weg einen Linksknick auf einen Schotterhang zu, an dem der Weg weiter ins Widerkar hinaufzieht. Hier möchte ich links abzweigen.
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Fortsetzung folgt...


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