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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

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Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

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Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

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5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

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- Politische oder religiöse Themen;
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Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

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Siniweler, (1907m) über Finsterkar, Totes Gebirge (19.8.2026)

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  • Siniweler, (1907m) über Finsterkar, Totes Gebirge (19.8.2026)

    Über den Siniweler findet man recht wenig an Beschreibungen, wohl weil er weit abseits aller markierten bzw. bekannten Wege liegt und es somit auch keinen offiziellen Weg hinauf gibt.

    Und genau solche Berge üben einen unheimlichen Reiz auf mich aus.

    EnnstalWiki: „Der 1907 m hohe Siniweler befindet sich nordöstlich des Reichensteins in der Nähe der Zimitzalm. Er wird sehr selten - und fast ausnahmslos von Einheimischen mit Wegkenntnissen - bestiegen.“

    Am bekanntesten ist sicher seine imposante Südostwand, die man von der Zimitzalm Richtung Norden gehend als erstes sieht, und die, glaubt man dem AV Führer, noch unbestiegen ist: „Siniweler: Vom Grundlsee weit zurückliegender Gipfel mit einer mauerglatten, noch unerstiegenen Wand.“.

    01.jpg



    Gräbt man ein bisschen im Forum, stößt man auf diesen Bericht vom tauernfuchs, der dem AV Führer deutlich widerspricht: Siniweler Südostwand VI-VII

    Absolut großartig, für mich jedoch weit außerhalb meiner Möglichkeiten.

    Aber der Siniweler bietet durchaus weitere, weniger steile Zugänge, von IIer Kraxelei durch den Salzgraben (siehe hier von einer Reichenstein Besteigung) bis vergleichsweise gemütlich vom Wanderweg 235 (Grundlsee – Appelhaus) aus, irgendwo am Breitwiesberg vorbei (im AV Führer typisch lapidar beschrieben: „Vom Albert-Appel-Haus, 1,5 Std., Auf dem Weg nach Grundlsee bis zur Wegteilung nach der Brunnwiesalm. Nun links (östl.) ab auf den Gipfel.“).

    Doch ich hab heute noch etwas anderes vor.

    Ich starte um 8 beim Gasthaus Ladner, mein Fahrrad im Gebüsch versteckt, in Richtung Zimitzalm. Nach zwei Tagen Regen ist alles pitschnass und ich hab zum Schutz meine Regenhose an. Ich will nicht sofort durch und durch nass werden, auch wenn es schon überraschend warm ist für die Tageszeit.

    Der Weg zur Zimitzalm ist ein alter perfekt angelegter Almweg

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    und in einer Dreiviertelstunde bin ich oben, obwohl ich mich bemühe es gemütlich anzugehen. Schließlich hab ich heute einiges vor und ich hab gelernt dass ich weiter komme, wenn ich nicht so Gas gebe, wie ich es instinktiv machen würde, wenn ich meinem Eifer und Forscherdrang folge.

    Bei der Quelle am Ende der Alm fülle ich meine Trinkflasche wieder auf. Und weiter gehts die Forststraße bis kurz vor ihr Ende und dann links ab Richtung Widerkar über so schön klingende Orte wie dem Boaßlbam (https://www.grundlsee.at/besonderheiten.html) und das Erlenkar.

    03.jpg


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    Unter der überhängenden Wand des Reichenstein Sockels gehts hinauf über die erste Geländestufe und dahinter in das Kar am Fuß der Siniweler Südostwand, wo links der Salzgraben abzweigt.

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    Eigentlich blickt man hier nicht auf den Siniweler sondern auf einen südöstlich gelegenen Vorgipfel, der in die Südostwand abbricht.


    Nun komme ich meinem ersten Ziel schon näher, aber dazu zuerst eine weitere Erklärung

    (Vorsicht langatmig!).


    Als ich vor 3 Jahren nach einem Überstieg vom Dreibrüdersee ins Widerkar entlang der (langen langen) Langen Wand abgestiegen bin, hab ich rechter Hand, etwa auf Höhe des Mittleren Dreibrüderkogels, deutliche Spuren gesehen, die leicht aufwärts Richtung Siniweler verschwunden sind.

    06.jpg


    Wer mich kennt, weiß, so etwas lässt mir keine Ruhe.

    Also hab ich zuhause die Karten studiert wo das hinführen könnte und nichts(!) gefunden.

    Absolut nichts das in diese Richtung weisen würde, außer wieder ein paar Namen, wie Finsterkar(e) und Lange Wandkare.

    07-AV-Karte-15.1-1967-Totes-Gebirge-West.jpg


    So hab ich das damals wieder vergessen und gedacht das wird wohl ein Jägerstand-Zustieg sein.

    Und erst voriges Jahr, hab ich die Gegend im Zuge meiner Hangneigungsauswertungssucht wieder untersucht und im Luftbild deutliche Steigspuren in der Gegend zwischen Breitwiesenalm und Siniweler gefunden, die auch in Richtung dieser Kare weisen.

    Nur, wie komme ich in dieses verborgene Kar, wenn ich von unten von der Zimitzalm komme? Auf den ersten Blick sieht das völlig unzugänglich aus.

    Also weiteres Karten- und Luftbild- und Hangneigungsgegrübel und schließlich hab ich drei mögliche Zustiege ausgeforscht.

    Gut, was heißt mögliche Zustiege ausgeforscht? Drei Stellen, an denen es aufgrund der Latschenfreiheit und aufgrund der Hangneigung möglich erscheint, dass man sich dort bewegen kann. Mehr nicht.

    Erste Möglichkeit: dort wo ich vor drei Jahren die Spuren gesehen habe. Aber das ist sehr weit oben im Widerkar und würde einen enormen Umweg bedeuten.

    Zweite Möglichkeit: irgendwo in der Mitte, eine zarte Schwachstelle inmitten der schroffen Langen Wand.

    Und drittens: Richtung Salzgraben aufsteigen und am Fuße der Siniweler Südostwand nach rechts queren.



    Am 3.10.2025 war es soweit und ich hab das verborgene Finsterkar erforscht. Dazu hab ich Möglichkeit 3 gewählt. Der Aufstieg zum Wandfuß der Siniweler Südostwand ist leichte Kraxelei (maximal II) und dürfte durchaus manchmal begangen werden (siehe z.B. tauernfuchs Bericht). Von dort führen deutliche Spuren Richtung Finsterkar und mit ein bisschen Latschenkampf durch ehemalige Latschengassen kommt man unschwer in das Kar.

    Hier am Wandfuß:

    08.jpg

    Und bereits im Kar:

    09.jpg


    Wunderschön! Und von einem mit gelegentlichen Steinmandln versehenen Almsteig durchzogen.


    10.jpg


    Voriges Jahr bin ich dann weiter zur Breitwiesenalm und von dort den 235er wieder zurück. Mehr war an diesem Tag angesichts der Tageslänge und des leichten Schnees nicht drinnen. Dennoch eine großartige und aufschlussreiche Tour.

    Erklärung – Ende.



    Gut, also mein nächstes Ziel heute: das Finsterkar.

    Diesmal möchte ich den mittleren Zugang, etwa auf Höhe des Erlenkars suchen. Wenn ich den nicht finde, muss ich entweder wieder über den Salzgraben-Zustieg (und vorher absteigen) oder eben den oberen Zustieg (und noch weiter aufsteigen).

    Ich komme also ins Erlenkar. Richtig lieblich ist es hier und ich höre sogar Wasser, was im Toten Gebirge ja wirklich keine Selbstverständlichkeit ist. Aber durch den Regen der letzten beiden Tage ist das Oberflächenwasser wieder gut bestückt und ich sehe tatsächlich eine Quelle.

    11.jpg


    Kurz nach dem Erlenkar macht der Weg einen Linksknick auf einen Schotterhang zu, an dem der Weg weiter ins Widerkar hinaufzieht. Hier möchte ich links abzweigen.

    12.jpg



    Fortsetzung folgt...
    Angehängte Dateien

  • #2
    Und was sehen meine verzückten Augen? Steigspuren! Deutliche.

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    Großartig. Wie schon so oft, finde ich an den sozusagen logischen Geländezugängen Spuren.

    Voll Freude folge ich der Spur. Es wird steil, aber nicht mehr als vielleicht I+ , kurz ein wenig ausgesetzt, und nach kurzer Kraxelei bin ich bei einer alten Latschengasse, die hinaufführt zu der Stelle wo ich voriges Jahr schon war! Zugang gefunden!

    14.jpg

    15.jpg

    16.jpg

    Und hier noch ein Ausschnitt der Hangneigungskarte, in rot mein Weg im Vorjahr, in orange der Weg von heuer.

    18-Hangneigung.jpg


    Ich verhelfe meiner Säge, die ich mittlerweile immer mithabe, zu einem kurzen Einsatz und schneide die gröbsten Einwachsungen in die Latschengasse aus, die sonst in gut gangbarem Zustand ist.

    Nun bin ich also wieder im Finsterkar. Doch wie gehts jetzt weiter, wenn ich auf den Siniweler will?

    17.jpg



    Eine Möglichkeit wäre, das ganze lange Kar aufzusteigen, oben nach Westen zu queren und dann über den Weg, der ziemlich sicher (aufgrund meiner Nachforschungen vorigen Jahres) von der Breitwiesenalm auf den Siniweler führt, aufzusteigen. Das würde vermutlich sehr lange dauern, aber Zeit hab ich heute genug, im Prinzip könnte ich auch bis 8 Uhr Abends unterwegs sein, das wären dann 12 Stunden.


    Bei meinen Kartengrübeleien hab ich aber bemerkt, dass es eigentlich vom Finsterkar gar nicht mehr so weit zum Siniweler ist, wenn man es gedanklich zulässt und sich den Direktweg ansieht. Nur ca. 300 Höhenmeter und ein guter halber Kilometer Luftlinie.

    Das wäre nun natürlich sehr gewagt, in einem Gebiet wo es von Dolinen nur so wimmelt, die Latschen und das Felsengewirr Direktwege verhindern und ich keine Ahnung hab, ob es tatsächlich möglich ist, einfach so einen Durchstieg zu suchen.

    Aber im Zuge meiner intensiven Studie des Gebietes hab ich zuhause einen möglichen Weg durch das Wirrwarr an Felsen und Latschen ausgeforscht und ich beschließe es so zu machen: wenn ich dort Spuren finde, die meinen Verdacht bestätigen, dann mache ich es. Und: ich drehe um wenn es in meinen Augen nur irgendwie gefährlich wird. Egal wie weit ich dann wieder absteigen und vermutlich zurückgehen muss.

    Wenn nicht, bleibt noch die Variante mit dem langen Umweg.


    Um zum vermuteten Einstieg zu kommen muss ich zuerst noch ein Stück weit im Finsterkar aufsteigen und ich genieße die Sonne und die Stille und raste an diesem wunderschönen Plätzchen.

    19.jpg


    Nach einer halben Stunde gehe ich weiter, vorbei an einer schauerlichen grundlosen Doline

    20.jpg

    und komme zum vermuteten Einstieg vom Aufstieg zum Siniweler. Und tja, was soll ich sagen, gar nicht so überraschenderweise gibt es Spuren hier!

    Der Einstieg ist gleich einmal eine IIer Stufe, die aufgrund der Nässe und ein bisschen Erde recht ungut zu bewältigen ist.

    Nach etwas Herumüberlegen wie ich sie am besten bewältige, bin ich mit ein paar Handgriffen oben und hier ziehen relativ deutliche Spuren weiter. Das könnten nun natürlich auch Tierspuren sein, was sogar relativ wahrscheinlich ist, aber der weitere Verlauf erscheint irgendwie logisch und fast wie ein Weg.

    21.jpg


    Der „Weg“ führt, immer den sich bietenden Möglichkeiten folgend, über Felsen, durch Latschen und in Umgehung der Dolinen mäßig steil hinauf. Wobei Weg hier nicht heißt, dass es irgendeine Art von Markierung gibt, sondern immer wieder die Andeutung von Spuren und manchmal verwachsene Latschen-Durchgänge, die aber erkennbar (wenn man sie findet) vor sehr langer Zeit einmal ausgeschnitten waren.

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    24.jpg

    Fortsetzung folgt...
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    • #3
      Auf ca. 1700m Seehöhe komme ich zu einer Höhle. Der Beweis, dass ich mich nicht in völlig unbekanntem Gebiet bewege: ein kaputter Plastikkübel!

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      Hier halte ich mich nicht lange auf, weil ich angesichts der Ungewissheit meines Unterfangens noch keine Ruhe für Pausen habe. Bis jetzt sieht es gut aus, aber ich weiß trotzdem nicht was noch auf mich zukommt. Eine unüberquerbare Doline, ein undurchdringlicher Latschen-Dschungel, eine zu steile Geländestufe oder schlicht und einfach kein Weg mehr? Wer weiß?

      Also weiter in der Suche nach dem Aufstieg zum Siniweler.

      An der folgenden Stelle suche ich lange in den Latschen herum. Vor mir zwei langgezogene Dolinen, die in der Mitte auf einem Steg überquert werden müssen, wenn ich meinem geplanten Weg weiter folgen will, und davor dichtestes Latschen-Dickicht.

      27.jpg

      Irgendwann finde ich dann doch den Durchschlupf, eine zugewachsene Latschengasse, aber wenn man mal davorsteht, doch noch deutlich als solche erkennbar. Direkt dahinter die Brücke zwischen den Dolinen.


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      Gefühlsmäßig hab ich nun das Gröbste geschafft und ich komme in dieses Kar.

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      Links sieht man schon gut den Vorgipfel des Siniweler, aber ich muss weiter rechts.

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      Dazu muss ich bei diesem Einschnitt aus dem Kar heraus. Eine nicht ausgesetzte IIer Kraxelei.

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      Oben ist die Perspektive schon recht vielversprechend. Eine Doline gilt es noch zu umgehen, dann wird das Gelände schon gutmütiger und ich schnaufe erstmals durch.

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      33.jpg

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      35.jpg


      Ich bin zwar noch nicht ganz oben, aber ab hier sollte es keine Probleme mehr geben. Nun kann ich die Umgebung entspannt genießen und ich freue mich riesig den Durchstieg gefunden zu haben.

      Hier lass ich mich nieder und sitze ein Zeiterl und betrachte die Berge gegenüber.

      Die drei Dreibrüderkogel, dahinter das Wildgößl oder der Salzofen.

      36.jpg


      Fortsetzung folgt...
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      • #4
        Der Hintere und der Vordere Bruderkogel.

        37.jpg

        Blick zurück ins Widerkar. Man sieht: viele viele Latschen.

        38.jpg


        Nun ist es nur noch gutmütiges steindurchsetztes Wiesengelände und nach 4,5 h steh ich am Gipfel:

        Siniweler, 1907m.

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        Ein kleiner Steinhaufen ziert den unscheinbaren Gipfel, das Gipfelbuch ist leider abgesoffen, weil der Deckel des Schraubglases durchgerostet ist.

        40.jpg


        Blick nach Nordwesten, mit dem Rinnerkogel.

        41.jpg


        Da gehts in den Salzgraben hinunter. Dahinter der Reichenstein.

        42.jpg


        Breitwiesenalm. Ich kann mir die Wegführung von dort hierher in etwa vorstellen.

        43.jpg

        Und Blick nach Westen, auf den Breitwiesberg, an dem ich linker Hand vorbei zum 235er gehen will. Auch noch ein weiter Weg durch Latschen und Felsenwirrwarr, aber nicht mehr steil und, so meine Hoffnung, mit Steinmandln versehen.


        44.jpg

        Nach einer ausgiebigen Pause suche ich mir den Abstieg. Weil der Gipfelaufbau nach Westen sehr steil abbricht, gehe ich auf der östlichen Seite hinunter und sehe auch gleich deutliche Spuren. Und nachdem ich die Richtung weiß, finde ich auch die Latschengasse nach Nordwesten.

        45.jpg


        Ab hier ist der Weg sehr gut mit Steinmandln markiert.


        46.jpg


        Rückblick zum Gipfelaufbau.

        47.jpg


        Fortsetzung folgt...
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        Kommentar


        • #5
          Ich komme zu dieser Grube östlich des Breitwiesberges. Hier gabelt sich der Weg. Steinmandln weisen Richtung Norden zur Breitwiesenalm und nach Südwesten, in die Richtung in die ich gehen will.


          Richtung Norden:

          48.jpg



          Richtung Südwesten:

          49.jpg



          Ich passiere die Rotlacke, eingezeichnet in allen Kartenwerken. Heute ist sie nur noch ein Lackerl.

          50.jpg




          Die eine oder andere Doline lauert am Wegesrand.

          51.jpg




          Der Weg ist gut ausgedaubt. Noch einmal gibt es eine Gabelung. Links geht es, so meine Vermutung Richtung Häuslkogel, rechts gehe ich weiter, weil es eher meiner angestrebten Richtung zum 235er entspricht.

          52.jpg



          Und sogar an einer Quelle komme ich vorbei. Die kommt mir wie gerufen, weil ich eh wieder recht knapp mit dem Wasser kalkuliert habe. Sogar ein kleines Bankerl lädt mich zum Sitzen ein.

          53.jpg


          Und schließlich komm ich zum 235er und steig ihn zum Grundlsee ab.


          54.jpg

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          56.jpg

          Nachtrag: wie so oft lese ich auch nachträglich noch einmal was in den diversen Führern zu dem bestiegenen Berg zu lesen ist und so hab ich im Führer durch das Tote Gebirge von Sepp Huber, dem Vorläufer des AV Führers, folgendes gelesen:

          57 Sepp Huber 1929-74-75 - Siniweler.jpg


          Und dass er damit nicht den Salzgraben meint, bestätigt

          d) Besser und als natürlicher Aufstieg erscheint der durch den Salzgraben…

          Sieht also so aus, als hätte ich einen uralten Aufstieg auf den Siniweler wiederentdeckt, der in den folgenden Versionen des AV Führers nicht mehr beschrieben wurde.

          Allerdings muss man sagen, dass es nur mit dieser minimalistischen Beschreibung nahezu unmöglich wäre, den Aufstieg zu finden.




          Daten zur Tour:
          Zeit: 8,5 Std. (reine Gehzeit 6,5h)
          Distanz: 21,5km
          Höhenmeter: 1950m


          Und der Track:


          58-Track.png



          Und noch ein Blick von gegenüber auf die Aufstiegsseite des Siniweler. Im Vordergrund das Widerkar, dann der Kamm der von links unten nach rechts oben zum Stiegenkogel hochzieht und dahinter das Finsterkar sowie dahinter als höchster Punkt der Siniweler Hauptgipfel.

          59-Blick-von-gegenüber.jpg



          Und hier noch ein Bild mit dem ungefährem Verlauf des Aufstiegs:

          60-Blick-von-gegenüber-mit Track.jpg

          ENDE

          Kommentar


          • #6
            Danke für Deinen tollen Bericht, spannend und informativ geschrieben

            BG, Thomas
            Endlich mal ein Thema wo ich nicht zu spät, zu unwissend oder einfach zu faul bin um etwas beizutragen

            Kommentar


            • #7
              Vor 2 Jahre bin ich das Widderkar hinauf gegangen, eine schöne Gegend, aber auch das Finsterkar , sehr schön.
              Es ist schon erstaunlich , wie verschieden die Felsformationen im Toten Gebirge sind.
              Wenn es nur nicht so weit zu fahren währe.
              Gruß Markus

              Kommentar


              • #8
                Sauber! Danke für die Inspiration!

                LG Helwin

                Kommentar


                • #9
                  Servus!

                  Zitat von saltimbokka Beitrag anzeigen
                  Das rechts müsste die Rampe ("Steinerne Stiege") sein, über die man vom Widerkar zur Breitwiesalm kommt.

                  Dort war ich am 15. August 2014 mit Reini unterwegs. Glaube alleine wärs mir zu heikel....

                  Toller Bericht!

                  Lg, Felix
                  http://www.wetteran.de

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                  • #10
                    Großartig!

                    Das prädestinierte Ziel für mich wäre in der Gegend natürlich der Reichenstein. Am Luftbild schauen aus der Gegend Backenstein einige Gassen durch, also wirds schon irgendwie gehen


                    LG
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                    Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist - denn vorher gehörst du ihm. (Hans Kammerlander)
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                    • #11
                      wahnsinnig toll, da gehört Ausdauer dazu. Solche uralten Latschengassen die man manchmal entdeckt, sind natürlich Glück und bestätigen einem meist die Möglichkeit weiterzukommen. Danke für die ausführliche Beschreibung.

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