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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

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Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

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Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

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Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

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Die Belagerung der Gralsburg, Stangenwand, Hochschwab

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  • Die Belagerung der Gralsburg, Stangenwand, Hochschwab

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    Vor ziemlich genau 10 Jahren schrieb Matthias einen tollen Bericht zur Erstbegehungsgeschichte der Stadtkinder in der Stangenwand. Eine Linie deren Anlass ein feierlicher war, sein 50. Geburtstag!

    Nun, heuer hatte ich meinen 50er - höchste Zeit also für eine weitere (fertige) Linie in dieser beeindruckenden Wand!


    Als wir damals nach der Erstbegehung oben in der weichen Wiese des Stangenwand-Gipfelplateaus lagen waren wir überglücklich. Ja anstelle von Blut flossen Glücksgefühle durch unsere Körper welche wohl für den Dauergrinser verantwortlich waren welcher uns lange Zeit begleitete und welcher sich bei mir auch jetzt noch breit macht wenn ich an diese Erlebnisse zurückdenke.

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    Allerdings war uns dann doch auch bald schon bewusst dass uns diese intensiven Erstbegehungstage fehlen würden. Und so dauerte es nicht lange bis wir nach neuen, für uns möglichen Linien Ausschau hielten. Rasch war dann auch eine spannende gefunden. Wieder in der Stangenwand, also wieder ein mühsamer Zustieg und steiler oft brüchiger Fels. Doch genau diese Anstrengung ist ja das Salz in der Suppe. Dort wo man voll fokussiert sein muss, wo man aufpassen und mitdenken muss, dort spürt man das Erlebte einfach viel intensiver.

    Anfang Juni 2017 tragen wir bei grauslich nebligem Wetter erstes Material zum Einstieg und erkunden diesen etwas genauer.

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    Am Wandfuss liegt noch Schnee.

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    Wir kraxeln eine einfache rampenartige Platte schräg nach links hinauf zu einer Nische in welcher wir das Material verstauen. Dies wird dann nächstes Mal der erste Standplatz, zuvor wollen wir dann noch die Plattenzone direkt aus dem Schotter gerade hoch klettern.

    Da wir beide berufstätig sind und die Wochenenden unseren Frauen gehören ist es mit passenden Terminen nicht immer ganz einfach. Mit ein bisschen vorplanen ist es natürlich trotzdem möglich sich auch unter der Woche einen Tag freizunehmen, einzig das Wetter können wir für diese Tage nicht beeinflussen.
    Und so geht es wie schon beim Materialtransport auch diesmal wieder bei Nebel durch das Rauchtal hinauf zu unserer Stangenwand. Bei kaltem etwas windigem Nebelwetter starte ich wie geplant aus dem Schotter in die erste Seillänge. Die Regenjacke über der normalen Jacke, an den Händen Handschuhe mit abgeschnittenen Fingern um einerseits irgendwas am Fels zu spüren aber andererseits nicht komplett zu frieren.

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    Suboptimal, aber nichts ungewohntes. Matthias hat es in der zweiten Seillänge dann auch nicht besser, ganz im Gegenteil! Der Fels wird deutlich steiler und brüchiger.

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    Beim Nachsteigen räume ich einiges aus der Wand. Teils gut torsogrosse Wuzzeln zischen rund 10 Meter im freien Fall bis sie einmal kurz aufschlagen und zersplittert bis ins Schotterkar fliegen. 4 Bolts hat Matthias auf diese steilen 35 Meter gebohrt, innerlich hoffe ich nur diese Länge nie vorsteigen zu müssen!
    Weiter geht es ganz einfache 20 Meter in einen kleinen Kessel zu einem Pfeiler.
    Keine Ahnung wieso ich jetzt auch in die nächste Länge starten muss, wahrscheinlich haben die gerade gegangenen Meter nicht als eigenständige Länge in Wechselführung gezählt.
    Oder ist es weil Matthias schon ahnt was hier auf uns wartet, und ich aufgrund der wahnsinnigen Steilheit welche uns ier umgibt den Pfeiler eher als gut geneigt empfinde? Nach einigen Metern stehe ich nun also in einem senkrechten Pfeiler, bei beinahe jeder meiner Bewegungen prasseln kleine Splitter hinunter zu Matthias. Irgendwie habe ich mich verrannt, rechts hatte es doch so gut ausgesehen. Unter voller Anspannung klettere ich wieder etwas zurück, die Finger sind trotz Handschuhen kalt und steif. Ich spüre nichts, kann aber endlich den ersten Bolt bohren und mich in diesem sitzend etwas ausruhen und sowohl Finger als auch Zehen aufwärmen. Nach einer kurzen Beratschlagung klettere ich vorsichtig weiter nach links hinauf zu einer kleinen Nische. Steil, brüchig, knackig. Und während ich mich zentimeterweise hinaufkämpfe berichtet mir Matthias ganz fröhlich dass 10 Meter links von uns in etwas einfacherem Gelände eh ein Normalhakl zu sehen sei und dies wohl der bessere Weg wäre. Das sind jedenfalls Infos welche ich in solchen Momenten genau gar nicht brauche, denn ich stehe mehrere Meter über dem ersten Bolt und versuche gerade zitternd eine Position zum Bohren zu finden.

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    Geschafft - sitzen, schnaufen, ungläubig herumschauen und sich fragen wieso es so viel schwieriger ist als gedacht. Ha! Ein Stück links ober mir erkenne ich eine Sanduhr, deren Anblick frische Energie in mich pumpt und mir den Weiterweg klar vorgibt. Also hinauf zu dem kleinen Loch und eine Schlinge durchfädeln, sitzen, schnaufen und weiterkraxeln.
    Irgendwann stehe ich dann endlich am Ende einer kleinen Rinne und bohre einen Standplatz von welchem wir letztendlich Abseilen. Ein guter erster Tag, wenn auch deutlich knackiger als gedacht!

    Rund 4 Wochen später haben wir wieder einen Tag gefunden welcher für uns beide passt. Wie schon gewohnt geht es im Nebel mit Jacke und Handschuhen hinauf zum letztmaligen Umkehrpunkt in der Rinne.

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    Wir blicken hinauf und der Fels blickt zu uns herab! Shit, das ist tatsächlich leicht überhängend, aber es gibt eine Schwachstelle durch welche wir sicherlich hinauf kommen. Hoffentlich!
    Ich klettere los, erste Griffe platzen ab, mit den Zehenspitzen trete ich gegen den Fels und putze mir so kleine Tritte frei. Ein Stück über dem ersten Bolt sehe ich in einem Grasbüschel eine Rostgurke! Cool, aber wer hat diesen Haken hier geschlagen, und vor allem woher sind sie gekommen und noch viel interessanter wohin sind sie geklettert!? Meine Hose ist ja mit Bohrmaschine schon gestrichen voll, kaum vorstellbar was die Kletterer damals drauf hatten und welche Nerven sie wohl hatten! Der Hakl wird natürlich geklippt, ohne zu prüfen wie er klingt (ich wills gar nicht wissen), und nach einigen Zügen stehe ich endlich so dass ich gut bohren kann. Nun wartet die leicht überhängende Stelle auf mich. Einen guten Griff kann ich zumindest schon erkennen. Kurz darauf stehe ich total ausgespreizt da, halte mich an einem Untergriffloch und finde einfach nichts um über diese Stelle drüber zu kommen. Das Bohren mit der linken Hand aus dieser Stellung raubt meine letzten Kräfte. Noch bevor ich den Anker bis zur Lasche in den Fels klopfen kann muss ich aufgeben! Vorsichtig klippe ich noch den halb rausstehenden Bolt und klettere 2-3 Schritte zum vorigen ab. Eigentlich bin ich jetzt schon am Ende, da hilft es auch nicht viel dass Matthis lobt und gut zuredet. Trotzdem, nochmals rauf, Anker einschlagen, Mutter festschrauben, sitzen, einen Durchstieg versuchen, sitzen. Die Kraft ist total weg!

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    Zwar sehe ich den rettenden Griff, bin allerdings zu klein um ihn zu erreichen. Auch mit einer kleinen Trittleiter schaffe ich es nicht! Jetzt darf bzw. muss Matthias zeigen was er kann, und tatsächlich – yesss!!! Mit den Worten "Rü pass auf! Ich schaffs net…" kämpft er sich tatsächlich über diese Stelle, bohrt einen Bolt und ist so wie ich kurz davor völlig erschöpft und leer. Ich lasse ihn ab, wir binden uns um so dass ich quasi im Nachstieg bin und schon kämpfe ich mich teils am Seil anhaltend hinauf zum umlenkenden letzten Bolt. Weiter geht es nun zwar weniger steil, aber teilweise immer noch senkrecht und brüchig, jedenfalls eher moralisch als schwierig. Ich denke an Franz Horich und sage mir im Takt meines rasend pochenden Herzens '…Griffe schaffen, Griffe schaffen…' während ich mich mit zwei Fingern festhalte und mit dem dritten versuche die Brösel aus dem Loch zu bekommen um dann endlich einen Bolt bohren zu können. Matthias kommt nach und meint nur "…du spinnst ja, du spinnst komplett!..."! Wir sind froh dass wir diese, zwar nur eine, Seillänge durchgebissen haben und beim nächsten Mal mit einer frischen Länge ins Neuland starten können.
    Ober uns zeigt sich eine überhängende Wulstzone welche aber einige Meter links von uns einen deutlichen Einschnitt zeigt. Der Weiterweg ist klar, genau wie im Vorfeld bei der Planung anhand diverser Fotos besprochen.

    Es ist Ende September, endlich haben wir wieder einen gemeinsamen Tag gefunden. Wieder ist es nebelig, nass und kalt, am Wandfuss liegt sogar Schnee! Ein Versuch ins Neuland vorzustoßen wäre sinnlos, selbst das Klettern der schon vorhandenen Längen hätte bei diesen Verhältnissen keinen Sinn.

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    Ziemlich demoralisiert steigen wir also ab, eine Nullnummer!
    Wenn man seine wenigen gemeinsamen freien Tage nicht nutzen kann und nur Seile, Bohrmaschine & Co spazieren schleppt wird man irgndwie frustriert! Wir plaudern darüber dass man für olche Tage zumindest irgendeinen anderen Plan haben sollte, oder einen Ausweichkogel an dem man auch bei suboptimalen Verhältnissen klettern könnte. Während wir nun so plaudernd durch das untere Rauchtal absteigen, stehen wir vor einer (zugegeben, sehr verwachsenen aber für uns in diesem Moment absolut genialen) Wasserrillen-Wand welcher wir bis zu diesem Zeitpunkt nie Aufmerksamkeit schenkten. Wir schauen uns kurz an und jeder weiss was der Partner denkt – das wird unser Ausweichkogel!
    Die Bohrmaschine verstauen wir unter einem Baum, hängen uns nur die Klemmerei an den Gurt und klettern drei Seillängen gerade hinauf, queren dann nach links weiter in eine fantastische Plattenwand und seilen dort an massiven Sanduhren hinunter zum Wandfuss.


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    Ganz klar! Hier muss was passieren!


    Die von uns damals gekletterte Linie an der Ausweichkogel-Südwand wurde inzwischen von Sepp Lang und Tom Richter liebevoll mit zwei verschiedenen Touren erschlossen, gut geputzt und eingebohrt! 'Rüdiger und Matthias sind hier schon 2017 hinauf! Nix und Garnix, einfach nett und sonnig! Nix besonderes! Doch besonders!' So ist es auf ihrem Topo zu lesen.
    Zuletzt geändert von rutschger; vor 2 Tagen.
    tu was du willst, aber tu was!!!

  • #2
    2018, neues Jahr neues Glück! Zum ersten Mal steigen wir bei halbwegs vernünftigen Verhältnissen zu.

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    Im Einstieg ist es kühl, aber wir sind voll motiviert. Der Weg zum Neuland kommt uns dann allerdings härter vor als im Jahr zuvor. Zuwenig sind wir im Winter und Frühling geklettert. Und so kommt es dass Matthias nach nur 2 Bolts am Weg zum Wulst aufgibt.

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    Es macht auch wenig Sinn dass ich es noch weiter versuche. Wir beide sind einfach schon erledigt, das muss man akzeptieren! Beim Abseilen montieren wir an den schwierigeren Passagen alte Halbseilstränge zwischen die Bolts. So können wir uns beim nächsten Mal etwas helfen, so ist zumindest unser Plan.

    Irgendwie spielten in den folgenden Wochen aber weder Wetter noch Fitness mit. Und so gings an den nächsten gemeinsamen Schlechtwettertagen, gleich gar nicht mehr hinauf zur Stangenwand sondern zu unserem Ausweichkogel.
    Auch mit meiner besseren Hälfte Anita nutzte ich das schlechte Wetter und bastelte hier herum.
    Wir bohrten uns jeweils im Vorstieg hinauf, der Nachsteiger putzte ein wenig, und beim Parallel-Abseilen wurde dann ordentlich geputzt. Für ein genüssliches Wiederholen und vernünftiges Bewerten nahmen wir uns nicht die Zeit, denn der Redaktionsschluss des Hochschwabführers stand vor der Türe und wir wollten noch die eine oder andere Genusslinie fertigbekommen.

    2019, und schon wieder war ein Jahr vergangen. Matthias und ich kamen immer weniger zum gemeinsamen Klettern, wodurch auch unser Projekt weiter still stand. Für mich war spätestens ab diesem Zeitpunkt der Name der Tour klar – 'Die Belagerung der Gralsburg'.

    Liselotte Buchenauer beschrieb die Stangenwand passend als Gralsburg, und wir belagerten diese eben schon seit mehreren Jahren.
    'Die Stangenwand hat die Gestalt einer Burg. Einer mittelalterlichen Burg mit Zinnen und Bergfried, mit Vorwerken, Söllern und Terrassen. Zwei Felssporne im Rauchtal sind die Zugbrücken, die heranführen an die wehrhaften Mauern. Die Stangenwand liegt hoch über dem Tal, weitab von den Wegen, verwunschen und verwittert. […] Die Stangenwand ist die Gralsburg des Hochschwab. In ihrem Reiche suchen die Ritter der Berge nach ihrem Gral.' (aus: Liselotte Buchenauer: "Hochschwab", Leykam-Verlag)
    Ein großartiges Buch welches ich jedem Hochschwab-Liebhaber absolut empfehlen möchte!



    Die Jahre vergingen, und mich quälte es von Jahr zu Jahr immer mehr dass es keinen Fortschritt in der Gralsburg gab. Matthias hatte mehr oder weniger zum Klettern aufgehört, eine Handvoll Tage im Jahr zu klettern reicht nicht um in der Stangenwand ins Neuland vorzusteigen. Aber so ganz war uns das beiden noch nicht bewusst. Irgendwann 2024 oder 2025 sprachen wir endlich einmal offen und ehrlich darüber wie es hier weitergehen könnte. Ich werde ja auch nicht jünger und anstelle von fitter eher etwas … na egal, jedenfalls beschlossen wir dass ich der Belagerung mit einem neuen Partner ein Ende bereiten sollte. Mit Michi hatte ich in den letzten Jahren schon mehrere, auch andere alpin angehauchte, Erstbegehungen unternommen und er war einverstanden Matthias hier würdig zu vertreten.

    Heute bin ich selbst 50, so wie Matthias damals bei den Stadtkindern, also höchste Zeit um die vor 10 Jahren geplante Neutour zu Ende zu bringen.

    Michi und ich bohren uns im März 2026 zwei neue Touren in der Ausweichkogel-Südwand hinauf. Die 'Trawies-Traverse' und 'Die Maus auf dem Mars'. Ein guter Start in die Rauchtal-Saison!

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    Trotzdem dauert es bis Juni bis wir nun endlich in der Stangenwand stehen. Beim Klettern der alten Seillängen beschließen wir während des Abseilens dann noch gesamt 3 Bolts nachzusetzen, zu wild erscheint es uns sonst. Generell sind wir beide, bei Michi verstehe ich es ja da er die Längen noch nicht kannte, sehr erstaunt wie knackig und teils auch moralisch fordernd das Ganze ist. Aber das kommt natürlich auch daher dass wir normalerweise hauptsächlich in superschönem kompaktem Genussfels rumkraxeln. Außerdem sind die mittlerweile teilweise von Wind und Wetter durchgescheuerten Halbseile, welche Matthias und ich als Hilfsmittel hinterlassen hatten, beim Klettern ständig irgendwie im Weg und daran anhalten ist keine Option!
    Am letzten Standplatz befindet sich das alte Materialdepot: Zwei zerfetzte Materialsäcke aus denen die Bolts schon herausgefallen sind und in der kleinen Nische auf der Erde liegen, einige Expressschlingen welche wir lieber nicht mehr nutzen wollen, ein Bund Normalhaken und das was Matthias seit Jahren sehr am Herzen lag – sein Felshammer!
    Ein erster Erfolg sozusagen, es ist alles noch da!
    Jetzt ist es jedenfalls soweit, ich quere die zwei Bolts nach links dorthin wo Matthias vor vielen Jahren umgedreht hatte. Nach einem schweißtreibenden Versuch erkenne ich dass es durch den Wulstüberhang kein freies Drüberkommen gibt, zumindest nicht für mich.

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    Also wird weiter gequert, super steil und ausgesetzt stehe ich da und putze ober mir mehrere faustgroße Knödel aus dem Wulst raus. Zuhause sehe ich dann dass sie schöne blaue Flecken auf meiner Brust hinterlassen haben bevor sie bis ins Schotterkar weitergeflogen sind. Weiter queren bis zu einer Kante. Vor oder hinter ihr bohren? Ich entscheide mich, auch wenn das Klippen einer Zwischensicherung beruhigend wäre, für danach. Für den Nachsteiger und die Seilführung ist es so bestimmt angenehmer weil der Hakl jetzt auch gleich einen guten Meter höher steckt. Nach etwas einfacherem Gelände mache ich Stand unter der nächsten Wandstufe und Michi kommt nach.
    Hier wollten wir eigentlich gerade hoch durch die Verschneidung um der SüdWestWand nicht zu nahe zu kommen.

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    Zuletzt geändert von rutschger; vor 2 Tagen.
    tu was du willst, aber tu was!!!

    Kommentar


    • #3

      Michi entscheidet sich, und ich bin ihm nicht böse darüber, das Ganze links zu umgehen um einerseits nicht selbst mit größeren Knödeln aus der Wand zu fliegen und andererseits mich nicht zu erschlagen. Beides gute Gründe für die Umgehung! Kurz nachdem er um die Ecke und aus meinem Blick ist höre ich ihn "zu! Rü mach zu! lass mich runter…" rufen. Ihm war schwindelig und schlecht geworden, alles drehte sich! Wohl das Ergebnis der Anstrengung und der heute doch sehr kräftigen Sonne welche schon den ganzen Tag erbarmungslos auf uns runterbrennt.
      Hähä, aber immerhin ist es nicht nebelig und kalt!
      Na okay, wir seilen, nachdem Michi sich wieder etwas erholt hat ab und nehmen gleich den ganzen Hilfs-Seilmüll mit.

      Zwei Wochen später stehen wir bei leicht bedecktem Wetter wieder hier, perfekt! Michi kann seine Länge erfolgreich zu Ende führen, ohne dass es eine Berührung mit der SWW gibt.

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      Mir ist diese Länge fast schon etwas zu knackig, ein sehr weiter Zug um die Kante nach rechts zurück ist aber wahrscheinlich eher eine Grössenstelle, jedenfalls teste ich zwecks Sicherheit mal ob die Stelle A0 machbar ist.

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      Ansonsten eine lässige Länge in großteils super Fels was ich von der nächsten Länge welche ich führe nicht behaupten kann.
      Schon zu Beginn dieser Länge muss ich aufpassen weil es zwar nicht schwierig aber sehr brüchig ist. Nicht einmal prüfen möchte ich manche Felsklötze, zu sehr habe ich Angst meinen Sicherungspartner zu erschlagen. Nach einigen Metern bin ich dann aber seitlich an ihm vorbei, habe freies Schussfeld und nutze dieses auch. Zwischen Pfeilerkopf, auf welchem der Standplatz optimal wäre, und mir stoppt mich ein kleines aber superbrüchiges leicht überhängendes Wandl bei welchem ich weder links noch rechts einen Weg daran vorbei finde.

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      Nach einigem tief Durchatmen gebe ich Michi Bescheid dass er jetzt zu 200% aufpassen muss, ich halte die Luft an und schiebe mich in Zeitlupentempo etwas empor, prüfe mit dem Hammer nach obenhin was eventuell halten könnte und schaffe es unter rasendem Puls hinauf.
      Puuhh, gefühlt war das mindestens eine 8+ oder sowas, Michi räumt im Nachstieg ordentlich aus und bestätigt dass es wohl eine 5+ ist, tja dass es nicht mehr ist war eh klar!
      Auch das einfachere Gelände kann eben oft ein Hundianer sein, und stürzen will man sowo keinesfalls!
      Rechts drüben auf einem kleinen Sattel sehen wir eine alte SU-Schlinge. Die gehört wahrscheinlich zu den SüdWandRissen vor Ferdinand Deutschmann auf welche wir mehr oder weniger direkt zusteuern.
      Michi klettert eine tolle Länge in meist gutem Fels links davon hinauf und macht nach einer kurzen, leicht überhängenden, gutgriffigen Stelle Stand in einer Nische und übergibt mir wieder die Bohrmaschine.

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      Na eh klar! Steile, brüchig wirkende kleine Verschneidungs-Pfeiler bauen sich ober uns auf. Eigentlich würde ich auch mal wieder gerne guten Fels bekommen, aber es hilft halt nix!
      Kurz gibt es auf Höhe des 2. Bolts eine Diskussion ob der Wuzzl auf welchen ich jetzt dann hinüber steigen muss fest ist oder nicht.

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      Michi sieht, ich weiss zwar nicht wie er das sehen will, dass dieser fest verwachsen ist und ich ruhig weitergehen soll, es ist ja doch schon mittelspäter Nachmittag außerdem würde der Bruch eh an ihm vorbeifliegen. Ich hingegen sehe nichts was irgendwo verwachsen sein könnte, und auch ein vorsichtiges dagegenschlagen mahnt mich zur Vorsicht. Hilft nix, wieder leicht machen und nur ein bisserl daran anhalten und nur ganz vorsichtig mit beiden Haxn draufstehen und schnell weiter hinauf und irgendwo einen Standplatz in einer guten Nische finden um hier die gesamten restlichen Bolts zu verstauen.
      Michi prüft den Wuzzl beim Nachkommen und meint dass er ihn nicht bewegen kann, aber dass natürlich nichts verwachsen sei.
      Wir seilen ab und kommen an einem Rostgurkenstand östlich der letzten gebohrten Länge vorbei, ca. 25 Meter über der SU welche wir unten im kleinen Sattel gesehen haben. Ja das muss der originale Weg der SüdWandRisse sein.

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      Schon Wochen zuvor haben wir uns bezüglich der SüdWandRisse erkundigt, weil eben die beiden steilen Risslängen genau zu unserer Linie passen würden und es irgendwie schade wäre hier auszuweichen.
      Im Auferbauer von 1990 steht geschrieben '#1709, SüdRisse, SüdWandRisse, F. Deutschmann und Gef. Nähere Angaben fehlen.'
      Im Rieder von 1976 ist die Tour gar nicht erwähnt.
      Ferdinand Deutschmann wird seit einer Karakorum-Expedition 1975 vermisst.
      Wir erkundigten uns unter anderem bei einem Kletterpartner von Ferdl welcher wohl einer der erfahrensten und langjährigsten Kletterer und Erschließer dieser Region ist und bekamen sein volles Okay für unser Vorhaben. Er hat keinerlei Infos zu dieser Tour und weiß auch von keiner Begehung. Auch ein anderer Partner und guter Freund von Ferdl konnte uns nichts zu dieser Tour sagen außer dass Ferdl sicher nichts dagegen gehabt hätte und es ganz in seinem Sinne wäre wenn da nun wieder wer in seiner Linie 'nudelt' wie er es immer genannt hatte.

      Wiedermal spielte das Wetter nicht mit, es war gewittrig und gnadenlos heiß, wir warteten ab und nach einem Monat passte es nun endlich.
      Heute werden wir wohl fertig werden! Nie wieder mit Bohrmaschine & Co durch das Rauchtal zur Stangenwand zusteigen, ein gutes Gefühl!
      Einerseits um uns den Weiterweg zu vereinfachen, aber auch um alpinen Genusskletterern die Möglichkeit zu geben mit einer modernen Absicherung zu den SüdWandRissen zu gelangen werden wir heute von rechts in die Wand queren. So wie es wahrscheinlich Ferdl Deutschmann damals auch gemacht hatte.
      Wir steigen unter der Stangenwand rechts hinauf zum Hubschrauberlandeplatz und folgen dem Zustiegssteig weiter zu Schinko & Co. Etwas unterhalb der Route Rauchzeichen queren wir nach links und setzen einen Einstiegsbolt.

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      Hier wo sich nun die Stangenwand aus dem Gras heraushebt denken wir den logischen Einstieg gefunden zu haben.
      25 Meter in einem 3er geht es hinauf zu einem Band auf welchem es dann wieder mit einem 3er rund 45 Meter nach links direkt zu der beim letzten Mal gesehen SU-Schlinge im kleinen Sattel geht, wo wir einen Standplatz bohren. Hier steckt auch ein abgebrochener Normalhakl. Rissspuren gehen direkt über uns hinauf zu dem beim Abseilen gesehenen Rostgurkenstand. Schaut eigentlich lässig aus!
      Wir klettern aber einige Meter nach links in die von uns eingebohrte Linie und weiter zum Materialdepot.
      Direkt unter uns, wenige einfache Meter links unter dem Sattel mit der SU und dem gebrochenen Normalhaken wo wir den Standplatz gebohrt haben ist ein kurzer leicht überhängender Kamin welcher in einen Schuttplatz mündet. Im Schotter halb vergraben haben wir hier bei der letzten Abseilfahrt einen ganzen Knödel uralter Reepschnur gefunden, was aber natürlich nichts bedeuten muss.

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      Direkt links dieses Platzes in einer Nische macht die SWW ihren 8. Standplatz, zumindest lt. heutigem Topo (zb. Hochschwabführer 2020). Für die Erstbegeher von 1903, R. Kaltenbrunner und G. Frh. v. Saar war es wohl nicht die 8.Seillänge, denn sie kletterten ähnlich wie wir heute von rechts hinauf in den Sattel, durch den Kamin hinunter in den Schutt, und dann weiter wie auch aktuell im Topo eingezeichnet.
      Nachzulesen im Buch 'Der Hochschwab, Bergsteiger von einst erzählen, Hans Hödl & Norbert Hausegger, ISBN3-222-12219-9'.
      Oder 'Dr. Günther Freiherr von Saar: Das letzte Problem an der Stangenwand. – Festschrift des Akademischen Turnvereins (A.T.V.), Graz 1914, S225-232'.

      Es wird nun wieder ernst, Michi legt los und klettert in wunderschönem Fels einige Meter nach links hinauf.

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      Kurz nachdem er links hinter dem brüchig aussehenden Verschneidungspfeiler der SüdWandRisse aus meinem Blick verschwindet höre ich ihn rufen "Rü da stecken ein Haufen Rostgurken". Und schon brummt die Bohrmaschine, dann krachen Steine, ich gebe ein bisserl Seil aus und erneut krachen Steine gefolgt vom Brummen der Bohrmaschine und wieder poltern Steine. Usw usw, ich bin zum Glück gut geschützt auf der anderen Seite dieses Pfeilers. Irgendwann sehe ich Michi dann um die Kante und rechts raus auf den Pfeiler steigen.

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      Hier wird es nun wirklich brüchig, es wächst auch einiges an Gras in staubtrockener Erde. Das Putzen im Vorstieg ist kein Genuss, auch das Klettern selbst ist schwieriger als gedacht wie ich bald selbst merken werde. Michi bezieht dann irgendwann total erledigt Stand in der halbhöhlenartigen Nische und ich steige nach. "Oidaaa, ja is wirklich knackiger als gedacht, dafür schauen die Gurken lässig aus".

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      Ich versuche so viel wie möglich zu putzen und denke dass es so bei der nächsten Begehung deutlich angenehmer bis richtig lässig sein sollte.

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      Was waren die Jungs von damals doch für wilde Kerle!? Unglaublich, wir haben großen Respekt!

      Hahaaaa! Mein Herz jubelt innerlich, die nächste Länge ist meine und ich blicke hinauf in leicht geneigten wasserzerfressenen Genussfels.
      Zuletzt geändert von rutschger; vor 2 Tagen.
      tu was du willst, aber tu was!!!

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      • #4
        Belagerung (35).jpg

        Yess!!!
        Doch schon kurz nachdem ich über den ersten gebohrten Hakl steige ist Schluss mit lustig, es wird doch wieder knackig. In etwa 8 Meter über mir sehe ich den ersten Normalhakl von damals, wild! Wie wurde hier damals gesichert, Holzbackl kann ich mir nicht vorstellen weil der Riss viel zu breit und tief ist, hmmm!? Egal ich muss weiter, super fester Fels, aber nicht einfach zu lesen und die rechte Wand drängt einen ständig ab. Ich wechsle nach links rüber wo es kurz einfacher wird, bin aber schon bald wieder rechts und piaze mich lässig hinauf. Ganz links drüben sehe ich einen Hakl, gehört der schon zur SüdWestWand? Jetzt sperrt mir plötzlich ein Block welcher im Verschneidungsriss steckt ein bisserl das Weiterklettern. Froh bin ich als der nächste Bolt festgezogen ist und ich mich gut gesichert irgendwie komisch über den Block drüberwurschteln kann. Kurz darauf nach gesamt 35 Metern mache ich Stand auf einem guten Absatz.


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        Michi kann den Block nicht bewegen, aber anhalten werde ich mich daran im Vorstieg sicher trotzdem nie!
        Wir ziehen den Hut bzw. Helm vor Ferdl Deutschmann, die beiden gerade gekletterten Längen sind unverschämt lässig!
        Einige Meter links von uns befindet sich ein Stand mit zwei Rostgurken, rechts an uns könnte man easy aus der Wand raus in die Wiese. So machts wohl die SüdWestWand welche wir beide nicht kennen. Solange es aber Fels gibt werden wir nicht in die Wiese gehen, also bohre ich mich noch eine weitere deutlich gemütlichere Länge gerade aus hinauf.
        Michi spaziert dann etwa 30 Meter steil durch die Wiese rauf zur Gipfelwand und ich folge ihm. Wir stehen jetzt auf den Steigspuren welche nach links aus der Wand auf die Hochfläche führen, 10 Meter links von uns befindet sich der Kamin der SW-Direttissima, ganz rechts von uns gehen lt. Wandfoto des Auferbauers die SüdWandRisse weiter hinauf.
        Wir haben es geschafft bis genau hierher wollten wir die Tour machen! Auch wenn ich noch sehr angespannt bin verspüre ich schon eine wahnsinnige Freude. Wir schlagen ein und sind happy dass heute alles so gut geklappt hat.
        Doch dann irgendwie blicken wir beide an der Wand an welcher wir gerade stehen hinauf. Hmmm, diese lässige Passage jetzt wirklich über das Steigerl zu Fuß umgehen? Wirklich? Nein, das kann man nicht machen, oder doch? Nochmals hier herauf mit Bohrmaschine & Co? Heute haben wir weder Motivation, Kraft, noch Zeit um diese etwa 30-40 Meter zu klettern, aber wir grinsen uns an und schon wird ein Standplatz gebohrt, dafür reicht auch noch der Saft des Akkus.
        Nachdem wir dann den Steigspuren (im 2.Grad) nach links hinaus und rauf zur Gipfelwiese folgen sind wir uns auch absolut sicher dass eine lässige Kletterlänge der bessere Ausstieg wird!

        Seit einer Woche regnet bzw. gewittert es täglich. Unsere Zeit wird knapp denn im September wollen wir schon in unserem Projekt in Kroatien weitermachen und der Oktober ist sowieso schon verplant.
        Am einzigen Tag an welchem wir uns beide freinehmen können sind die Gewitter erst ab 16 Uhr angesagt, das geht sich aus!
        Der Wecker klingelt wie so oft um 4:30 in der Früh, nach einem doppelten Kaffee fahre ich Michi einsammeln. Er wohnt irgendwo weit hinter dem Ende der Welt mitten im Nirgendwo. Beim Bodenbauer am Parkplatz ist schon einiges los und wir zappeln gemütlich plaudernd hinauf zur Stangenwand. Wer das Rauchtal bepackt mit Seil, Bohrmaschine, Kletterzeug usw. sowie einer 2kg schweren Wandbuchkassette freiwillig ganz hinauf geht muss irgendwie einen absoluten Dachschaden haben, denn auch als normale Wanderung ist es kein Genuss! Nachdem wir dann endlich am Gipfel abgeschwitzt haben gehts hinunter zum letzten Standplatz wo wir die Wandbuchkassette montieren.

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        Kurz darauf legt Michi los, meint aber noch dass er irgendwie nicht gut drauf ist und wir eventuell eine Co-Produktion machen müssen.

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        Kein Problem denn nur durch Teamwork sind wir überhaupt so weit gekommen! Nach den ersten senkrechten Metern und dem zweiten Bolt dreht er dann tatsächlich um.
        Er möchte die Länge nicht versauen und meint es wäre genau mein Gelände. Zu verlockend ist es wohl so stressfrei das scharfe Seilende abzugeben, irgendwo mitten in der Wand hätte er sicherlich durchgezogen. Hmmm, schade aber so schaue ich mir das eben mal an.

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        Die Steilheit gepaart mit dem nicht immer ganz festem Fels macht es spannend, aber es geht einer logischen Linie folgend hinauf. Nach ein bisschen Putzen kann ich sogar unter einem Grasbüschel einen Normalhakl entdecken, lässig!

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        Das letzte Stück direkt zur Ausstiegskante ist wirklich grauslich brüchig, ist aber mit etwas Vorsicht gut zu meistern und schon ist ein Standplatz gebohrt.

        Kurz darauf stehen wir super happy in der Wiese, wir haben es nun tatsächlich endlich geschafft! Die Belagerung hat ein Ende – yeeeehaaaa!!! Ich sage ca. alle 30 Sekunden '…yess Baby, voll cool, wir sind oben, yeehaa…'. Ja ich bin auf einem absoluten Peak!

        Nach über 9 Jahren gelingt das Überklettern der Burgmauern und wir können uns zu den anderen Gralsrittern gesellen, ein wahrlich gutes Gefühl!

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        Inzwischen ist es kurz nach 13 Uhr, der Himmel im Westen ist schwarz und aus der Ferne hören wir Gewittergrollen. Keine Zeit für eine Gipfelparty! Kletterzeug in den Rucksack stopfen und ab zum Bodenbauer. Gut zwei Stunden später sitzen wir beim Bier und lassen uns verwöhnen. Im Abstieg hat es nur leicht geregnet, um 16 Uhr geht es dann allerdings mit einem richtigen Gewitter inkl. Hagel so richtig um. Gut dass unser Zeitplan gehalten hat!

        Mein derzeitiger Dauergrinser wird wohl mit dem Tag unserer ersten durchgehenden Begehung verschwinden, aber ganz sicher dann im Ausstieg erst so richtig aufblühen!

        Ich danke meinen Partnern Matthias und Michi für diese tollen und intensiven Erlebnisse, und auch unseren Frauen welche teils zuhause mitgelitten hatten sei natürlich gedankt!
        Allen Wiederholern wünsche ich viel Freude und guten Erfolg. Auch wenn eine Wiederholung sicherlich schon deutlich genussreicher sein sollte wird man wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle unseren hohen Puls nachvollziehen können.

        .....................................

        Und gestern war es nun soweit, wir konnten die erste durchgehende Genussbegehung machen.

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        Zuletzt geändert von rutschger; vor 2 Tagen.
        tu was du willst, aber tu was!!!

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        • #5
          Ein super lebendiger Bericht zum mitschwitzen und mitfiebern!! Einsteigen - i was net????
          Zuletzt geändert von p-t-s; vor 2 Tagen.

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          • #6
            Herzlichste Gratulation zur Tour
            und zum Geburtstag!
            Du hast eure Unternehmung so lebhaft geschrieben sogar mit vielen Details zur Stangenwandgeschichte. Nun bist du selber maßgeblich damit verbunden, mit dem Lang Sepp hast auch einen ganz tollen Zeitzeugen erwähnt. (Habt ihr nähere Angaben zur Tour irgendwo zur Verfügung?)
            Danke für den großartigen Bericht!
            LG.sigi

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            • #7
              Herzlichen Glückwunsch zur 2. Stangenwand EB.

              Im Gegensatz zur Ersten, werd ich diese wohl nur von der Seite bewundern...
              carpe diem!
              www.instagram.com/bildervondraussen/

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              • #8
                Zuerst einmal "Willkommen im Club der mittelalten Säcke"
                Servus "Rü" , es freut mich unheimlich, wieder von dir zu lesen und dann ist es noch dazu so ein "Kletterkrimi".

                In eure Route werde ich ziemlich sicher nicht einsteigen, mir geht's wie Matthias, das schwerere Alpinklettern ist Geschichte.

                Liebe Grüße auch an deine bessere Hälfte und viele schöne Touren für euch beide.

                Günter
                Meine Touren in Europa

                Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                (Marie von Ebner-Eschenbach)

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                • #9
                  Super, dass Ihr das beinahe endlose Projekt zu einem erfolgreichen Ende gebracht habt!
                  Eine super Stangenwand-Geschichte!
                  Gratulation, dass Ihr physisch und vor allem psychisch durchgehalten habt!
                  Ich bin jedenfalls froh, wenn ich da nicht mehr einsteigen muss...
                  Wobei, irgendwie tät's mich ja doch reizen...

                  Danke auch für den lebendigen Bericht! Da werden schöne und intensive Erinnerungen wach.

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                  • #10
                    Großartig und mein voller Respekt! Danke für die Erschließung und den tollen Bericht, LG Andi
                    ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

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                    • #11



                      Zitat von p-t-s Beitrag anzeigen
                      ...Einsteigen - i was net????
                      danke!
                      aber sicher! es gibt ja auch die möglichkeit auf halber höhe von der seiter reinzuklettern, das vereinfacht einiges!

                      Zitat von BERGMAXI Beitrag anzeigen
                      ...Habt ihr nähere Angaben zur Tour irgendwo zur Verfügung?...
                      danke!
                      Topo ist in arbeit und wird anfang der woche soweit sein dass wir es veröffentlichen.

                      Zitat von Gamsi Beitrag anzeigen
                      Herzlichen Glückwunsch zur 2. Stangenwand EB. ​​​​​​​​​​​

                      Im Gegensatz zur Ersten, werd ich diese wohl nur von der Seite bewundern... ​​​​​​​​​​​
                      danke!
                      ja doppelt hält besser, beim klettern ist redundanz ja sowieso sinnvoll :-) und wie schon oben geschrieben, seitlich reinkraxln und wer will kann ja auch noch klemmerei mitnehmen.

                      Zitat von mountainrabbit Beitrag anzeigen
                      Zuerst einmal "Willkommen im Club der mittelalten Säcke" ​​​​​
                      ...Liebe Grüße auch an deine bessere Hälfte und viele schöne Touren für euch beide.
                      danke!
                      hähähä ja manchmal beim kraxln komm ich mir eh wirklich vor wie a nassser alter sack ​​
                      Anita und ich haben gestern über die kraxeleien mit Dir geplaudert :-)


                      Zitat von Ansahias Beitrag anzeigen
                      Super, dass Ihr das beinahe endlose Projekt zu einem erfolgreichen Ende gebracht habt! ...
                      Wobei, irgendwie tät's mich ja doch reizen... ​​
                      ...
                      ich danke Dir, denn ohne start hätte es kein ende gegeben ​​
                      und auch Dir habe ich schon gesagt dass wir bei gelegenheit gemeinsam seitlich einsteigen werden, wird auch so ein grossartiges erlebnis!


                      Zitat von andibaum Beitrag anzeigen
                      ...Danke für die Erschließung und den tollen Bericht...
                      Danke!

                      tu was du willst, aber tu was!!!

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                      • #12
                        Was für ein Bericht! Nach so langer Zeit ein so intensives Projekt abzuschließen, muss ein irres Gefühl sein. Meine Hochachtung für Eure Leistung. Und ganz herzlichen Dank für den packenden Bericht.
                        Tourenberichte und Sonstiges auf www.deichjodler.com

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                        • #13
                          Jo, wos jetzt? Do hört ma ewig nix und dann so ein Knaller-Bericht! Ein richtiger Kletterroman - muss ich mehrfach lesen!
                          wow, gratuliere! Und so hartnäckig dabei geblieben!
                          Erinnert mich ein wenig an unsere Belagerung am Siniweler, hat auch mehrere Jahhre gedauert und vier Anläufe.
                          Ins Hochschwabgebiet komme ich ja kaum mehr, eher schon ins GB. Und dort freu ich mich, wenn ich die leichteren Routen noch raufkomme...
                          Eure Freude kann ich sehr gut verstehen und mich reindenken!
                          Hoffentlich gibt's auch wieder weitere, spannende Berichte von dir - würde nicht nur mich freuen!
                          LG

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