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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

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Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

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Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

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Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
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Neuseeland Südinsel, 3.2.2020 - 21.2.2020 -- TEIL 1

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  • Neuseeland Südinsel, 3.2.2020 - 21.2.2020 -- TEIL 1

    Vier Jahre lang haben es DieIris und der Gratwanderer nach der ersten Neuseelandreise ausgehalten nur gedanklich dort wieder unterwegs zu sein, bevor sie auch körperlich abermals hin mussten.
    Natürlich haben wir uns schon Monate vor dem Reisetermin intensiv mit der Planung beschäftigt und dabei bei Null begonnen - nämlich der Frage, ob wir uns auch dieses Mal ein Wohnmobil nehmen sollen.
    Klarer Weise sind dabei die Erfahrungen des letzten Aufenthalts mit eingeflossen und nach einigem hin und her ging die Entscheidung letztlich doch recht schnell pro Wohnmobil aus - aber kleiner als beim ersten Mal sollte es sein.
    Nach dessen Buchung und jener der Flüge ging es erst so richtig mit der Planung einer für uns passenden Route mit guten Übernachtungsplätzen und Tagestouren los und ab hier machte es mir so richtig Spaß, mich mit der Südinsel und deren Charakteristik zu beschäftigen.
    Während auf der Nordinsel die Vulkane aus bergsteigerischer Sicht am auffälligsten sind, sticht auf der Südinsel ein mächtiges Kettengebirge hervor, das nicht umsonst auch "Alpen" heißt. Almen und die uns vertrauten Hütten sucht man dort allerdings vergebens.
    Überhaupt ist es für Reisende wie uns schwierig, passende Bergziele abseits üblicher Touristenpfade zu finden, denn zu schnell landet man dabei in Gegenden, die man nur mit einem geländegängigen Fahrzeug erreichen kann oder Gipfel, die man nur in 2 bis 3 Tagen und Biwakausrüstung machen kann.
    Zudem muß man - auch auf markierten Pfaden - stets mit erschwert passierbaren Abschnitten oder Flußquerungen rechnen.
    Da das auch eine Frage der Sicherheit ist, war schnell klar, daß wir uns diesbezüglich keine alpinistischen Extrawürste herauspicken können. - Also fast nicht, denn die eine oder andere weglose oder unkonventionelle Tour hatte ich mir schon aus dem mir verfügbaren Material heraus gesucht - u.A. in der Gegend des Milford Sounds und rund um das Mount Cook Village.

    Natürlich kann man in drei Wochen nicht alles von der Südinsel sehen; vor allem wollten wir auch zu lange reine Fahretappen vermeiden und so haben wir - da wir das Ganze wieder als Rundreise anlegen wollten - pragmatischer Weise den Nordteil der Südinsel aus unseren Überlegungen ausgeklammert.
    Die Westküste, Mount Cook Village und Milford Sound wollte ich trotz der zu erwartenden Menschenansammlungen auf jeden Fall mit im Programm haben und so ergab sich die folgende Route dann fast von selbst:

    Christchurch - Mt. Cook Village - Queenstown - Milford Sound - Wanaka - Westküste - Arthur's Pass - Christchurch

    Jetzt mussten nur noch die möglichen und vielleicht unmöglichen Bergziele entlang der Strecke gefunden werden - mehr als 30 habe ich mir schlussendlich in der Nähe möglicher Übernachtungsorte ausgesucht und dazu gründlich Informationen wie Erreichbarkeit, Länge, Höhenmeter, Gelände, Aussicht usw. recherchiert und dokumentiert.
    In die engere Auswahl kamen dann jene, von denen ich mir besonders schöne und abwechslungsreiche Eindrücke versprach.
    Daß das Ganze natürlich nur Theorie ist, weil es von den aktuellen Bedingungen vor Ort abhängt und wir zudem logischer Weise eh noch nichts "live" gesehen haben und alles irgendwie reizvoll schien, war auch klar.

    In den Wochen und Tagen vor dem Abreisetag stiegen Vorfreude und Anspannung und interessiert wurde der Wetterbericht verfolgt, der schließlich für die ersten Tage vor Ort nicht besonders gutes Wetter vorher gesagt hat.

    Am Samstag, den 1. Februar geht es dann endlich los.
    Von Wien fliegen wir nach Frankfurt, weiter nach Singapur und dann nach Christchurch. Beim Zwischenstopp in Singapur wird auf ein gewisses Corona-Virus hingewiesen, das in Asien gerade ein größeres Thema sein dürfte und so ist es kein Wunder, daß wir beim bummeln durch die diversen Shops am Flughafen keine Schutzmasken mehr finden, die wir aber ohnehin nur für einen Selfie-Gag tragen würden.
    Wieder einmal vergeht die Anreise nicht wie im Flug, wobei ich mich dann mehrfach bei meiner Begleiterin dafür entschuldige, daß ich beim ersten der beiden langen Flüge rund fünf der elf Stunden Flugzeit verschlafen habe und sie mehr Zeit totschlagen musste.
    Für nur etwas Abwechslung sorgen kurzzeitig ein paar Turbulenzen, die wir beide als die heftigsten einstufen, die wir je erlebt haben - DieIris hat hierbei aber deutlich mehr Vergleichswerte. Mit Galgenhumor ist diese Situation aber sehr bald auch wieder Schnee von gestern.

    Beim Einreisecheck bekommt DieIris einen kleinen Rüffel für ihre dem Prüforgan zu schmutzigen (erdigen) Wanderschuhe. Daß dieser die Treter gleich selbst gründlich reinigt und das Ganze nichts kostet, sorgt für Verwunderung unsererseits. Freundlich erklärt er uns dann die Hintergründe dazu.
    Nach dem abschnüffeln lassen zur Kontrolle, ob wir frisches Obst oder Gemüse einführen und etwas Verwirrung ob es nun einen automatischen Transfer zum Wohnmobilvermieter gibt oder nicht, sind wir dann ebendort und müssen zur Kenntnis nehmen, daß wir nun mit etwa zwei Stunden Wartezeit rechnen müssen, bis sich jemand um uns kümmern kann.
    Wozu habe ich eigentlich einen vorab online check-in mit Angabe unserer Ankunftszeit gemacht?! ...aber wir haben Verständnis: Zum einen haben wir beide beruflich selbst Kundschaft (wenn auch seeeehr unterschiedliche) und andererseits sind wir zu Beginn der letzten neuseeländischen Sommerferienwoche angekommen, wo natürlich der Laden brummt.
    Immerhin gibt es gratis Kaffee und Internet und DieIris kann ihre Schuhe zum trocknen abstellen. Wir haben somit auch Gelegenheit wieder das Wetter zu checken. Sieht wirklich nicht gut aus - durchgehender und flächendeckender Regen ist für den folgenden Tag prognostiziert.
    Damit erübrigt sich auch endgültig die Eile, die wir hatten, um heute eventuell noch bis zum Mount Cook Village zu fahren. Als Ersatz wählen wir das Örtchen Fairlie, das schätzungsweise eine gute Autostunde davor liegt und von dem wir morgen vor dem Regen vielleicht noch einen ersten kleinen Ausflug starten können. Da das Schlechtwetter aus Westen auf die Insel trifft, sind wir grundsätzlich ja noch auf der wetterbegünstigten Seite der Südinsel. Ähnlich wie unsere Alpen eine Nord-Süd Wetterscheide bilden, gibt es hier nämlich etwas Vergleichbares mit den Richtungen Westen und Osten.

    Die eigentliche Fahrzeugübernahme ist nach einem entspannten Gespräch und einer kurzen Einweisung erledigt. Am erwähnenswertesten dabei ist noch das Automatikgetriebe, das wir beide bisher nur aus der Theorie kannten und die üppige Bettwäsche samt mobilem Heizlüfter - wir haben doch Sommer hier und angenehme Grade jenseits der 20. Aber alles ok, wir haben ja auch das Vollpaket gebucht.
    Nach einem spannenden "automatischen" losfahren, bei dem wir uns auch schnell an den Linksverkehr hier erinnern, steuern wir als Erstes einen Supermarkt an, wo wir unseren Kühlschrank und einen improvisierten Vorratsbereich ordentlich anfüllen. Das einfahren in den Parkplatz mit uns noch ungewohnten Ausmaßen des Vehikels sorgt dabei zumindest für eine erhöhte Konzentration. Diese ist auch erforderlich, um Blinker und Scheibenwischer nicht ständig zu verwechseln.
    Bei der Weiterfahrt am State Highway 1 über flaches Land Richtung Süden geht es auf jeden Fall konzentriert weiter - heftiger, teils böiger Seitenwind kommt von den Bergen und zieht Richtung Meer und versucht dabei, uns mit zu nehmen. Der relativ große und leichte Aufbau des Wohnmobils ist hier ein entscheidender Faktor. Leider habe ich davon kein Bild gemacht, aber um gerade aus zu fahren, musste man das Lenkrad stets um eine Viertel Drehung gegen den Wind stellen - echt heftig!
    Aufgrund der erhöhten Anforderungen und vielleicht auch wegen weniger Schlaf in den letzten 30 Stunden, bittet mich DieIris dann verantwortungsbewusst um einen Fahrerwechsel - kein Problem, komme ich so auch noch in den Seitenwindgenuss, der sich am Steuer ohnehin mit weniger Schweißperlen auf der Stirn erleben lässt als am Sitz daneben... ​​
    Beim ersten abbiegen zurück auf die Hauptstraße, betätige ich vorschriftsmäßig natürlich auch den Scheibenwischer.

    Nach der Abzweigung Richtung Inland ist es dann bald vorbei mit dem heftigen Wind und das Örtchen Fairlie nach nun entspannter Fahrt erreicht. Trotz der Ferienzeit gibt es am dortigen Holiday Park keinerlei Probleme einen Stellplatz zu bekommen.
    Bevor wir so richtig angekommen sind, wird es Zeit endlich mit dem fotografieren anzufangen.

    _0005778comp.jpg

    Beim verschlingen der abendlichen Mahlzeit merken wir schnell, daß ich eine ordentlich gesalzene Butter erwischt habe und davon gleich einen 400g Becher, denn kleinere Portionen gibt es im Supermarkt nicht. Na gut, müssen wir uns halt daran gewöhnen...
    Einen kleinen Schock gibt es dann beim Rucksack packen für den nächsten Tag: Die Bergschuhe meiner Begleiterin trocknen nämlich immer noch im Geschäftslokal des Wohnmobilvermieters.
    Zum Glück hat sie noch zwei weitere Paar Schuhe dabei.

    Nach dieser kurzen Aufregung und festsetzen des morgigen Tagesablaufs zieht es mich magisch nach draußen, denn der Sternenhimmel ist hier und heute besonders eindrucksvoll zu sehen; allerdings ist mir dessen Anblick auf der Südhalbkugel völlig fremd. Natürlich habe ich mich zu Hause etwas eingelesen, aber real sieht es doch noch anders aus. Ein Sternbild kommt mir aber sehr vertraut vor: Der Orion ist zu sehen - auf dem Kopf stehend, natürlich aus europäischer Sichtweise.
    Da das erstellen von Astrobildern recht aufwändig ist, bin ich froh zumindest das folgende brauchbar hinbekommen zu haben. Es zeigt einen Teil der Milchstraße mit dem Kreuz des Südens ganz unten links der Bildmitte und als diffusen Lichtfleck die große Magellansche Wolke im oberen rechten Quadranten.

    _0005779comp.jpg

    Haben wir uns bisher sehr über diesen Stellplatz und die Ruhe und Naturnähe gefreut, so gibt es doch einen kleinen Wermutstropfen: Eine laute Sirene stört unseren Versuch einzuschlafen und lässt uns dann mitten in der Nacht noch einmal extra aus dem Schlaf erwachen. Darauf wurde zwar auf einigen ausgehängten Zetteln hingewiesen - wir hatten aber die Hoffnung, daß das nicht allzu häufig vorkommt. Diese Sirene gehört übrigens zur örtlichen freiwilligen Feuerwehr.
    Am nächsten Morgen ist es dann sehr frisch und ich bin nun froh, daß wir eine so gute Decke mit bekommen haben! Wie es der Iris dabei geht, könnt ihr euch vielleicht denken.

    Die geplante erste Wanderung müssen wir dann schnell abschreiben, denn tiefe Bewölkung und kalter Wind laden nun wirklich nicht dazu ein, einen flachen Bergrücken Kilometer weit zu erkunden. So stoppen wir auf der Weiterfahrt Richtung Twizel - wo wir am Vorabend schon die nächste Übernachtung gebucht haben - im Ort Tekapo am gleichnamigen See.

    Gleich beim aussteigen merken wir, daß wir wohl nicht viel Zeit haben werden, bevor uns das Wetter so richtig erwischt.

    _0005780_stitchcomp.jpg

    Die türkise Farbe des Sees gefällt uns sehr; der Himmel kann da nicht mithalten.

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    Hätte das Wetter länger gehalten, wäre auch der naheliegende Mt. John eine Alternative gewesen. Nun müssen wir uns mit dem windigen Blick darauf begnügen.

    _0005797comp.jpg

    Beim nächsten Blick beachte man auch die Wellen im Vordergrund ...es handelt sich um einen See - kein Meer - wohlgemerkt.

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    Dann beginnt es zu regnen und wir eilen zu unserem Fahrzeug, das wir eben auch für genau solche Situationen gewählt haben. Wir fahren nach Twizel weiter und checken nach einem kurzen und nassen bummeln durch ein paar Shops sehr früh im Holiday Park ein. Dieser hier ist gut besucht und in der kleinen Küche, die zugleich Aufenthaltsraum ist, müssen wir etwas warten und schließlich auch kreativ sein, um einen Esstisch samt Stromanschluß zu bekommen.
    Das Wasser steht dann schon teils Zentimeter hoch im Gras und auf den Schotterwegen und die Leute neben uns mit dem kleineren Van tun uns einfach nur leid.
    Die Iris stellt dann sogar den Heizlüfter auf - nur ein paar Minuten, bevor ich es getan hätte.

    So lässt es sich dann aushalten:


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    Zuletzt geändert von Gratwanderer; 09.04.2020, 20:07.
    "And the People bowed and prayed
    to the neon god they made."


    Simon&Garfunkel "The sound of silence"

  • #2
    Es regnet auch in der Nacht munter weiter, in der Früh hört es dann endlich langsam auf.
    Dafür ist es verdammt kalt geworden. Deutlich einstellige Plusgrade hat es - und das mitten im Sommer! Brrrrrrrr....
    Beim Frühstück sitzen wir beide dann mit unseren Jacken vor dem "Heater" und können es kaum fassen.
    Einziger Lichtblick ist die trockene Wetterprognose für den heutigen und die weiteren Tage.

    Das Mount Cook Village streichen wir nun endgültig aus unsere Plänen, denn heute und eventuell morgen ist es dort noch wolkenverhangen und die nächsten Tage wollten wir schon woanders sein.
    Als Alternative wollen wir eine Tour beim Lindis Pass (971m) einschieben.
    Auf der Fahrt dorthin kommen wir bald in den Sonnenschein und müssen feststellen, daß es in der Nacht recht weit herunter geschneit hat, auf etwa 1500m:

    _0005841comp.jpg

    Den Weg zu unserem bevorzugten Ziel (Old Man Peak, 1826m) versperrt nach einer Viertelstunde Gehzeit ein Gatter mit einem Schild, das das betreten des Hinterlandes leider ausdrücklich verbietet. Diese Befürchtung hatte ich zwar nach der gestrigen Recherche im Internet, so richtig glauben kann ich es aber erst jetzt.

    Während der Rückkehr zum Wohnmobil beschließen wir nun auf die Passhöhe zu fahren und uns von dort einen Weg nach "Hauptsache oben" zu suchen.


    _0005865comp.jpg

    Der Pass liegt nur wenige Minuten entfernt, das wandern auf den ausgetretenen Wegen südlich davon wird auch per Schild verboten.
    Nördlich davon gibt es auch einige Erhebungen, deren Besteigung anscheinend nicht verboten ist. Leute sind dort auch keine zu sehen - worauf warten wir noch?!


    _0005873comp.jpg

    So sieht also unsere erste kleine Tour aus.
    Uns gefällt's!

    _0005875comp.jpg

    Der höchste Punkt ist ein namenloser 1415m hoher Gipfel.

    _0005878comp.jpg

    Beim Blick zurück sieht man, daß wir doch ein Stückchen gegangen sind:

    _0005880_stitchcomp.jpg

    ...und das das Gelände durchaus interessant ist:


    _0005888comp.jpg

    Zurück am Parkplatz werden wir von einem deutschen Touristen angesprochen, der uns dann mitten im Smalltalk fragt, ob wir schon von den Straßensperren wüssten.
    Das mussten wir natürlich verneinen und so wurden wir von ihm ausführlich über die aktuelle Situation aufgeklärt:

    Der Regen ist in den vergangen Stunden selbst für Westküstenverhältnisse extrem ausgefallen - 400mm/Quadratmeter fallen auch hier nicht jeden Tag. Die Straße zum Milford Sound ist auf jeden Fall länger gesperrt, weitere zwischen Queenstown und Te Anau wegen Überflutungen bis auf Weiteres unpassierbar.

    Das ist ein Schock.

    ...den wir dann auf der Fahrt Richtung Queenstown nur langsam verarbeiten.
    Daß wir dort die nächsten ein, zwei Tage verbringen wollten, war schon lange geplant - aber können wir dann überhaupt weiter fahren?
    Wir steuern die Kleinstadt Cromwell an, welche etwa eine Stunde vor Queenstown liegt und wollen hier die nächste Nacht verbringen.

    Bis dorthin entzückt uns die liebliche Landschaft, die in keinster Weise andeutet, was sich nur wenige Dutzend Kilometer Luftlinie weiter in den letzten eineinhalb Tagen abgespielt haben muss:

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    In Cromwell müssen wir natürlich wieder uns und nun auch das Wohnmobil versorgen. - Tanken sollte doch kein Problem sein ...wenn man endlich heraus findet, wie sich der blöde Tankdeckel öffnen lässt. Ich bin mir sicher, ich wäre bald drauf gekommen - DieIris hat sich aber schon Hilfe vom kundigen Personal geholt.

    Beim einkaufen gibt es dann einen Silberstreif am Horizont: Ich entdecke endlich meine Lieblingsmüsliriegel im Regal!

    Vor dem Abendessen wird es dann noch einmal sportlich:
    an Iris für dieses originelle Bild!

    _0005927comp.jpg



    ...und beim essen wird es dann knifflig: Der Dosenöffner verdient diesen Namen eigentlich nicht.
    ...was vielleicht gar nicht so schlecht ist, wenn man sich ausgerechnet Spaghetti im Blechmantel gekauft hat.
    Zuletzt geändert von Gratwanderer; 09.04.2020, 20:25.
    "And the People bowed and prayed
    to the neon god they made."


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    Kommentar


    • #3
      Nach einmal drüber schlafen haben wir uns an die neue Situation etwas gewöhnen können und versuchen das Ganze entspannter zu sehen. Heute steht die Tour auf den Ben Lomond (1748m) bei Queenstown und die Übernachtung im dortigen premium Holiday Park auf dem Programm. Bis zum Abend haben wir eh keine weitere Möglichkeit Neues zu erfahren und so rollen wir mit Vorfreude auf einen schönen Aussichtsgipfel Richtung Westen.

      ​​​​ _0005945comp.jpg

      Vor Queenstown wird dann der Verkehr dichter​, interessanter ist aber die Bergkette über dem Verkehr; es handelt sich um "The Remarkables", deren höchster Gipfel mit 2319m ziemlich genau 2000Hm über Queenstown in die Höhe ragt.

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      Wir fahren im Frühverkehr durch die Stadt und starten an deren Westende unseren Bergtag - vorerst noch alleine, denn "alle Welt" nimmt hier natürlich die Seilbahn um die ersten 400Hm zu überwinden. Nach einer Stunde ist es vorbei mit der Einsamkeit, aber darauf waren wir gefasst.
      Am Gipfel ist es recht frisch und recht tiefliegende Wolken ziehen ab dem späteren Vormittag umher, wir empfinden aber dennoch große Zufriedenheit über unseren ersten "richtigen" Gipfel.

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      Ausblick auf Queenstown (links unten) und den Lake Wakatipu:


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      Besonders freue ich mich über die unerwartete Begegnung mit den Keas, einer einheimischen und durchaus nur wenig scheuen Papageienart:


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      Während ich mit den Vögeln zu tun habe, ist die Iris schon abgestiegen - es ist ja wie erwähnt auch recht frisch hier oben - und informiert sich bei einer Zufallsbekanntschaft über die hier ebenfalls heimischen sandflies und wie man sich am besten gegen sie wappnet. Die brutale chemische Keule scheint hierbei nötig zu sein.

      Durch den Nachmittagsverkehr geht es dann zurück.

      _0006136comp.jpg

      Am Holiday Park geht es dann zu wie in einer Sardinendose, dafür sind die diversen Einrichtungen modern, sauber und weitgehend frei von Insekten - was man angesichts des Preises aber auch erwarten möchte. Beim einchecken für den Stellplatz um rund 60 Dollar für zwei Personen und eine Nacht sollte man auch darauf gefasst sein, gefragt zu werden, ob man nicht auch einen Hubschrauberrundflug um mehrere Hundert Dollar dazu buchen möchte, auch wenn man zuvor schon die Bootsfahrt für die Hälfte davon dankend abgelehnt hat. Ein Bungeesprung wäre auch noch im Angebot...

      Beim anschließenden Spaziergang durch die Stadt fällt uns nur noch die Bezeichnung "Kitzbühel von Neuseeland" ein.
      Die Souvenirshops dürften sich hier auf die Geldbörsen japanischer Gäste spezialisiert haben, so wie das Personal und die feil gebotenen Waren aussehen und Letztere angeschrieben sind.


      _0006137comp.jpg

      Ein ruhiges Platzerl sucht man im Zentrum vergeblich, selbst die Tierwelt posiert hier wie selbstverständlich für ein Foto:


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      Am Abend machen wir dann Nägel mit Köpfen: Die Weiterfahrt in den Süden ist endgültig abgesagt.
      Die Fahrt zum Milford Sound ist sowieso noch komplett unterbrochen und die Straße direkt südlich von Queenstown nur erschwert passierbar und in weiterer Folge wäre eine Umfahrung eines vermurten Abschnitts wohl unumgänglich gewesen um zumindest nach Te Anau zu kommen. Damit sind auch die von mir ausgesuchten anspruchsvolleren Touren dort unten gestrichen.
      Das finde ich natürlich sehr schade, andererseits wissen wir gar nicht, wie die Wege und Steige dort nach diesen schweren Regenfällen aussehen und noch weniger wollen wir wie sensationsgeile Katastrophentouristen wirken.
      Somit haben wir nun einige zusätzliche Tage, die wir woanders länger bleiben können.
      Zudem ist der Wetterbericht ausgesprochen gut und überhaupt sind wir hier im Urlaub am anderen Ende der Welt, bei Sommerwetter - und nicht zu Hause im nicht-Fisch-nicht-Fleisch Winter der anderen Alpen.
      Und das fühlt sich auf einmal sooooo gut an!
      Zuletzt geändert von Gratwanderer; 09.04.2020, 21:37.
      "And the People bowed and prayed
      to the neon god they made."


      Simon&Garfunkel "The sound of silence"

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      • #4
        Der nächste Tag führt uns an das Nordende des Lake Wakatipu, wo wir noch vor dem Ort Glenorchy unsere Tour über den McIntosh Loop Track beginnen wollen.. Eigentlich hätte ich auch hier höhere Ziele gefunden gehabt - namentlich den Black Peak (1989m), Mt. Alaska (1965m) oder sogar den Mt. Larkins (2300m) - nach den 1400Hm am Ben Lomond gestern geben wir uns heute aber übereinstimmend mit weniger zufrieden. Auch deswegen, weil DieIris mit einem akuten Knieproblem angereist ist und in den ersten Nächten auch Beschwerden im Hüftbereich dazu gekommen sind.

        Schon bei der Anfahrt am noch frühen Morgen gibt es spektakuläre Landschaftsbilder zu sehen:

        _0006184comp.jpg

        Mt. Earnslaw/Pikirakatahi, 2830m:



        _0006204comp.jpg

        Die Tour beginnt im nassen Gras und gipfelt im hohen Gras auf einer namenlosen 1342m Kuppe:


        _0006353comp.jpg


        Beim folgenden Abstieg um die Runde zu schließen, begegnen wir einem sehr freundlichen jungen Wanderer, den wir nach einer möglichen Brücke über den Bach unten im Tal fragen.
        "No, but the river crossing isn't so bad, you only get a little soaked." bekommen wir als Antwort. Unseren Gesichtsausdruck hätte man an dieser Stelle bildlich festhalten müssen.
        Aber gut, ein wenig Abenteuer wollten wir - oder vielleicht auch nur 50% von uns - eh haben.
        Mit kameradschaftlicher Unterstützung kommen 100% von uns dann einigermaßen trocken über das Gewässer, die draufgängerischen 50% von uns verlieren kurz zuvor einen der Wanderstöcke an die Fluten - ich sehe das als Bezahlung für das sichere rüber kommen.

        Übernachtet wird dann abermals in Cromwell, wo es uns nicht nur am Stellplatz besser gefällt als in "Kitzbühel".
        Die Dosenspaghetti schmecken mittlerweile gar nicht mehr so bad. - Vielleicht auch deswegen, weil ich nun den Dreh raus habe, den Büchsenquetscher zielgerichtet einzusetzen.

        Der nächste Tag ist als Pausentag geplant, also ohne Bergtour. Wir fahren nach Wanaka, welches am gleichnamigen See liegt. Bevor wir die Stadt unsicher machen, besteigen wir den Mount Iron, einen 548m-Hügel am Ostrand der Stadt. Nach einem unspektakulären 180Hm Aufstieg, bei dem hoppelnde Häschen das spannendste sind, haben wir eine nette Aussicht auf die Umgebung.

        _0006369_stitchcomp.jpg

        Wanaka und der Roys Peak, auf den scheinbar die ganze hier versammelte Welt hinauf muß; im linken Bilddrittel, ein Stückchen vom See weg und am Waldrand liegt unser Holiday Park für die nächsten zwei Nächte:

        _0006374_stitchcomp.jpg


        Beim sightseeing in Wanaka stellen wir dann fest, daß es hier nur halb so schlimm wie in Kitzb... ähhh... Queenstown ist.
        Neue Stöcke möchte ich mir kaufen. Das einzige Modell, das zu meiner Körpergröße passt, kostet 139,90 Dollar, ganz schön viel (Daumen mal pi: 90 Euronen), finde ich. Als ich nach Bezahlung erfahren muß, daß ich um diesen Preis so eben nur einen Stock erworben habe, muß ich genau so drein geschaut haben, als es es nur ums bißchen nass werden beim river-crossing ging. Nach dem abermaligen belasten meiner Kreditkarte bin ich dann stolzer Besitzer von ZWEI neuen Wanderstöcken für insgesamt ZWEI Hände - wie geil ist das denn...
        Na gut, sie dürften das Top-Modell sein. Bekannte Marke, ultra leicht, schnell und sicher verstellbar und haben den Weg um die halbe Welt gemacht um bald wieder den Weg um die halbe Welt zurück zu machen - aber wahrscheinlich sind die eh Made in China.

        Das bißchen Frust ersticke ich dann mit einem typisch türkischen Imbiss (köstlich), denn die einheimischen Speisen werden nur zu Queenstownpreisen an Touristen verkauft und Geld habe ich heute schon genug gespendet.
        Der Stellplatz gefällt uns dafür dann ausgesprochen gut, obwohl - oder gerade weil - er nahe an den Mülltonnen liegt. So kann man die Spaghettidosen wenigstens schnell entsorgen. - Die leeren natürlich, damit keine Missverständnisse entstehen.

        _0006376comp.jpg

        Am Abend knipse ich dann einen den ganzen Tag schon präsenten Gipfel - es muß der Mt. Aspiring/Tititea, 3033m, sein:


        _0006414comp.jpg

        Einen Vollmond gibt es auch auf der Südhalbkugel:

        _0006423comp.jpg

        Am folgenden Tag geht es an das Südende des Lake Hawea, von wo wir den Breast Hill (1548m) besteigen.

        Blick vom Gipfel nach Nordwesten:

        _0006541comp.jpg

        Der Mt. Aspiring/Tititea ist auch zu sehen:

        _0006542bcomp.jpg

        Aufrund der Knie- und Hüfteproblematik ist es auch der Iris recht, daß wir es am nächsten Tag wieder gemächlicher angehen. Wir fahren ans Südwestende des Lake Wanaka und besteigen vom dortigen Diamond Lake den unmittelbar darüber gelegenen Hügel, der mit 775m keine
        Rekorde aufstellt, aber eine lohnende Aussicht verspricht.

        Rückblick auf den Diamond Lake:

        _0006580_tonemappedcomp.jpg

        Schon wieder der Tititea:

        _0006597comp.jpg

        Richtung Lake Wanaka:


        _0006622_stitchcomp.jpg

        Richtung Roys Peak - bei genauem hinsehen erkennt man, daß der See recht "gut gefüllt" ist:


        _0006625_stitchcomp.jpg

        Zuletzt geändert von Gratwanderer; 06.04.2020, 22:45.
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        • #5
          An so ruhigen Tagen ist natürlich auch Zeit sich selbst mit aufs Bild kommen zu lassen:

          _0006657comp.jpg

          Herumgealbert haben wir auch:

          _0006658comp.jpg

          Berufs- und Hobbydetektiven ist auf dem letzten Bild natürlich der Handschuh aufgefallen, den der Gratwanderer bei 25° trägt.
          Zu viel Sonne hat in den letzten Tagen für zu viel Farbe auf dem Handrücken gesorgt.

          Ein nicht gestelltes Foto darf ich euch auch zeigen, es vermittelt einen Eindruck davon was ich eigentlich den ganzen Tag so mache, abseits vom Stöcke verlieren und meine Chauffeurin darauf hinweisen, weiter links zu fahren.


          _0006659comp.jpg

          Nachdem dieser wirklich schöne Spaziergang beendet ist, steuern wir das Seeufer an (vom großen, nicht vom kleinen) und vertreiben uns die Zeit mit Frisbee werfen - aber erst, nachdem der Gratwanderer kurz feststellen konnte, wie kalt das Wasser hier ist.
          Diniert haben wir auch; ausnahmsweise keine Dosenspaghetti, sondern Thunfisch mit Pfeffer und Zitronengeschmack ...ja, aus der Dose.
          Danach waren wir müde...


          _0006660comp.jpg

          Dann geht es wieder zum Holiday Park, wo wir gleich um zwei weitere Nächte verlängern.

          Am nächsten Tag sind wir über unseren Schatten gesprungen und haben uns ebenfalls den Roys Peak (1578m) vorgenommen - wie der vor Ort versammelte Rest der Welt.
          Früh muss man aufbrechen, will man einen legalen und gebührenfreien Parkplatz erwischen.

          Die Morgenstund' beschert uns beim weggehen auch diesen Anblick der "jungen" Sonne:

          _0006678_tonemappedcomp.jpg

          Der Weg hinauf ist ähnlich wie am Ben Lomond über weite Strecken ein gut gekiester Trampelpfad. - Da bleibt Zeit zum tratschen.
          Das Angebot, von uns beiden ein Gipfelfoto zu machen haben wird gerne angenommen und danach dann bereut - das folgende (zugegeben unbeschnittene) Bild ist noch das Beste, das dabei heraus gekommen ist:

          _0006729comp.jpg

          Kann man jetzt ein wenig nachvollziehen, warum ich lieber umständlich mit einem Stativ und Selbstauslöser hantiere und gerne alleine am Gipfel bin?

          Ein paar Fotos habe ich dann auch selbst gemacht.

          _0006731comp.jpg



          _0006742_stitchcomp.jpg

          Abermals suchen wir nach der Tour das Seeufer auf und natürlich kommt auch die Wurfscheibe wieder zum Einsatz.
          Andere dürften auch ihren Spaß haben:


          _0006820comp.jpg


          Nach fünf wirklich schönen und durchaus abwechslungsreichen Tagen in und rund um Wanaka wird es Zeit, weiter zu fahren. Ein Ansporn ist auch der abendliche Wetterbericht, der heute (Dienstag) für Ende der Woche wieder Regen für die Westküste ankündigt.
          Zuletzt geändert von Gratwanderer; 09.04.2020, 21:47.
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          • #6
            So brechen wir am nächsten Tag Richtung Westküste auf. Rund dreieinhalb Stunden wird die Fahrt nach Haast dauern, dem ersten Örtchen, das von unserer Perspektive aus an der Westküste liegt. Auf dem Weg über den Haast Pass kommen wir am Westufer des Lake Hawea...

            _0006856comp.jpg


            ...am Isthmus Peak (1386m) vorbei, den wir nicht unbestiegen lassen wollen.
            Der Gipfel beschert uns einmal mehr grandiose Ausblicke auf türkises Wasser und markante Spitzen.


            _0006886comp.jpg

            Beim Abstieg ist im rechten Bilddrittel auch der Breast Hill zu sehen, den wir vor drei Tagen bestiegen haben:


            _0006964_stitchcomp.jpg

            Die Weiterfahrt Richtung Pass und nach Haast ist landschaftlich überaus beeindruckend und abwechslungsreich.
            Ich fühle dabei etwas Wehmut, weil in den letzten Tagen alles so gut abgelaufen ist - vom Wetter über die Unterkunft bis zu den Touren - und wir diese "Komfortzone" nun hinter uns lassen; gleichzeitig freue ich mich natürlich auf das noch Kommende, allerdings mit dem Wissen, daß das Wetter nicht mehr lange so angenehm sein wird.

            Ein paar Minuten fahren wir noch am Lake Wanaka entlang:

            _0006995comp.jpg

            Den Pass selbst bemerken wir dann kaum, an der Landschaft rundherum dagegen kann man sich kaum satt sehen.

            _0007017comp.jpg


            _0007023comp.jpg

            Wenn ich mich nicht irre, bekommen wir zwischendurch auch den Mount Hooker (2640m; rechts) zu sehen:

            _0007046comp.jpg

            Dann kommen wir der Küste immer näher, was ich auch an den Wolken und dem hier herrschenden Wind erkennen will:


            _0007051comp.jpg

            Der Holiday Park liegt dann etwas außerhalb der Ortschaft und hat einen ganz eigenen Charakter, den ich schwer beschreiben kann. Küche, Aufenthaltsraum und sanitäre Anlagen befinden sich in einer Art ausrangiertem Hangar oder alter Lagerhalle und erste Sandflies vermiesen einem den Spaziergang - zumindest, wenn man sich kein Gift auf die Haut geklatscht hat. Die Stellplatznachbarn sprechen übrigens Deutsch, wie schon öfters...
            Bevor wir so richtig angekommen sind, fahren wir noch spontan in den kleinen Ort, wo wir gerade noch vor Geschäftsschluss den Supermarkt erreichen, der aber gefühlt nicht mehr zu bieten hat, als eine Bushaltestelle bei der jemand eine Coladose vergessen hat...

            Das hätten wir uns sparen können. Wir sind allerdings auch von den bisherigen Märkten verwöhnt, die vom Lieblingsmüsliriegel über Dosenspaghetti und Thunfisch bis zum Gingerale alles zu bieten haben, was das Camperherz begehrt und dazu meist bis 22:00 offen halten.



            ENDE TEIL 1

            ...hier geht es weiter --> 2
            Zuletzt geändert von Gratwanderer; 09.04.2020, 21:51.
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            • #7
              Super!

              Ja, Neuseeland würde mich auch mal interessieren - wenns doch nicht so weit weg wäre!

              Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den 2. Teil!

              LG
              My Blogs > Meine bisher erstellten Tourenberichte

              Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist -
              denn vorher gehörst du ihm. (Hans Kammerlander)

              Hergott, d' Hoamat is schee (Aufschrift am Gipfelkreuz der Reisalpe)

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              • #8
                Wow, ich freue mich jetzt schon auf Teil 2.

                Die Kombination aus einer faszinierenden Landschaft und einem fähigen Fotografen "kann was".

                Danke für's Mitnehmen auf diese spannende Reise.

                LG, Günter
                Meine Touren in Europa

                Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                (Marie von Ebner-Eschenbach)

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                • #9
                  Sehr schön bebildert und betextet, thank you!

                  Ich kenne NZL vom April/Mai 2006. Auch damals schon fand ich die Adventure-Industrie in Queenstown eher abstoßend. Man hatte das Gefühl, entweder täglich mindestens drei teure Angst- bzw. Adrenalin-Aktivitäten buchen zu müssen oder eben ein jämmerlicher Waschlappen zu sein - und das war in der Nebensaison. Wanaka gefiel mir deutlich besser. Leider habe ich damals den Fehler gemacht, nur mit öffentlichen Bussen unterwegs zu sein (Zeitkontingent bei Newton). Ihr seid es richtig angegangen!

                  Hattet ihr auch über die Cascade-Saddle-Route (ab Wanaka) nachgedacht? Die bin ich nämlich damals angegangen - sehr lohnend!

                  LG
                  Klaas
                  Zuletzt geändert von peakbagger; 01.04.2020, 10:56.
                  Besucht mich auf www.klaaskoehne.de! Aktuell: Argentinien + Antarktis

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                  • #10
                    Danke für eure Kommentare!


                    Zitat von Jgaordhelagenornres Beitrag anzeigen
                    Super!

                    Ja, Neuseeland würde mich auch mal interessieren - wenns doch nicht so weit weg wäre!
                    Ja, ist schon eine lange Reise, es gibt allerdings sicher noch unangenehmer zu erreichende Ziel - z.B. irgend eine kleine ozeanische Insel oder in ein indisches Bergdorf im nirgendwo.


                    Zitat von mountainrabbit Beitrag anzeigen
                    Wow, ich freue mich jetzt schon auf Teil 2.
                    Ich auch - und zwar auf den Moment, wo ich nach den letzten geschriebenen Zeilen auf "Antworten" klicke.

                    ​​​​​​​
                    Zitat von peakbagger Beitrag anzeigen
                    Sehr schön bebildert und betextet, thank you!

                    Ich kenne NZL vom April/Mai 2006. Auch damals schon fand ich die Adventure-Industrie in Queenstown eher abstoßend. Man hatte das Gefühl, entweder täglich mindestens drei teure Angst- bzw. Adrenalin-Aktivitäten buchen zu müssen oder eben ein jämmerlicher Waschlappen zu sein - und das war in der Nebensaison. Wanaka gefiel mir deutlich besser. Leider habe ich damals den Fehler gemacht, nur mit öffentlichen Bussen unterwegs zu sein (Zeitkontingent bei Newton). Ihr seid es richtig angegangen!

                    Hattet ihr auch über die Cascade-Saddle-Route (ab Wanaka) nachgedacht? Die bin ich nämlich damals angegangen - sehr lohnend!
                    Ja, in und um Wanaka hat für uns alles gepasst.
                    Die Cascade-Saddle-Route habe ich mir für diesen Urlaub nicht näher angesehen, dafür aber potentielle Gipfelziele entlang der Mount Aspiring Road; ich habe das allerdings nicht in unser Programm aufgenommen, weil die Zufahrt lang und vor allem holprig sein soll. Wie bist du dort ohne Mietwagen hin gekommen?


                    ​​​​​​​
                    Zitat von peakbagger Beitrag anzeigen
                    PS@Gratwanderer: Gut, dass ihr noch rechtzeitig den Flieger bekommen habt!
                    Oh ja!
                    Zwei, drei Wochen später und wir hätten wohl massive Probleme bekommen.
                    "And the People bowed and prayed
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                    • #11
                      Toller Bericht. Da habt ihr euch super an die Möglichkeiten angepasst.
                      Neuseeland ist auch eines meiner Fernziele. Derzeit ganz Fern!
                      LG. Martin
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                      • #12
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                        • #13
                          Hallo Gratwanderer!

                          Das war damals 2006 der Ablauf:
                          07.5. So Wanaka - Raspberry Creek - Aspiring Hut
                          08.5. Mo Aspiring Hut - Cascade Saddle - Aspiring Hut
                          09.5. Di Aspiring Hut - Raspberry Creek - Wanaka

                          Ich bin also nur zum Saddle rauf und gleich wieder runter. Also nicht weiter bis zur Dart Hut. War ganz schön steil...

                          LG
                          Klaas
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                          • #14
                            Zitat von peakbagger Beitrag anzeigen
                            Hallo Gratwanderer!

                            Das war damals 2006 der Ablauf:
                            07.5. So Wanaka - Raspberry Creek - Aspiring Hut
                            08.5. Mo Aspiring Hut - Cascade Saddle - Aspiring Hut
                            09.5. Di Aspiring Hut - Raspberry Creek - Wanaka

                            Ich bin also nur zum Saddle rauf und gleich wieder runter. Also nicht weiter bis zur Dart Hut. War ganz schön steil...

                            LG
                            Klaas
                            Ja, sieht auf der Karte ziemlich steil aus - ich nehme an, bei noch schneefreien Bedingungen?

                            Seit meiner Rückkehr überlege ich mir schon, wie ich meine dritte NZ-Reise gestalten soll. Momentan favorisiere ich einen Trip mit einem 4x4 Fahrzeug und eventuell mehrtägigen, zumindest aber zweitägigen Bergtouren. Die Gegend um den Mt. Aspiring würde sich natürlich auch dafür anbieten.
                            Zuletzt geändert von Gratwanderer; 16.05.2020, 21:09.
                            "And the People bowed and prayed
                            to the neon god they made."


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                            • #15
                              Ja, zwar schon im Herbst, aber schneefrei...
                              LG
                              Besucht mich auf www.klaaskoehne.de! Aktuell: Argentinien + Antarktis

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