In der allergrößten Hitze im August 2026 musste man gut überlegen, welche Bergwanderungen oder Touren unter diesen Bedingungen überhaupt möglich waren. Da kam es gelegen, dass die Hitze um die Monatsmitte zumindest im Osten Österreichs einige Tage lang vergleichsweise moderat war. Sehr trockene Luft garantierte zudem relativ angenehme Nächte, absolut stabiles Wetter und gute Fernsicht.
Es überrascht daher nicht, dass mehrere Forumsmitglieder genau in dieser Phase zumindest einen Tag unterwegs waren, so beispielsweise auf dem Ötscher, dem Hochschwabplateau oder dem Lugauer. Ich hatte am Donnerstag, den 13. August gut Zeit, so wollte ich ihn natürlich nützen. Als Ziel wähle ich den 1669m hohen Gippel, auf dem ich bisher erst zweimal im Spätfrühling bzw. Frühsommer war (zuletzt im Jahr 2016). Dank seiner felsigen Nordflanke und des Steilabbruchs nach Westen gehört er zu den markantesten Bergen der Niederösterreichischen Alpen, und er bietet ein umfassendes Panorama.
Mein Plan ist, über den Preinecksattel, den Schwarzauer Gippel und die Gippelmauer aufzusteigen und über den kürzeren Treibsteig ins Tal zurückzukehren. So fahre ich von St. Aegyd am Neuwalde ein paar Kilometer entlang dem Weißenbach nach Süden zum Ausgangspunkt. Das große Gehöft Zögernitz betreibt schon seit einiger Zeit keine Jausenstation mehr. Daher findet man nicht mehr direkt vor dem Gebäude Parkplätze, sondern ein kleines Stück danach entlang einer Forststraße. Ich bin überrascht, dass die Plätze an einem Werktag - wenn auch mit sehr guten Bedingungen - schon größtenteils belegt sind. Der Hauptgrund dafür steht wohl auf einer benachbarten Holztafel: Die Gippelalm ist im Sommer täglich außer Mittwoch geöffnet. Aufgrund widersprüchlicher Angaben im Netz war ich mir da im Voraus nicht sicher.
001-ZögernitzParkplätze.jpg
Meine Anstiegsroute verläuft noch ein kurzes Stück im Tal und passiert dabei weitere Bauernhöfe. Dieses Gehöft trägt den naheliegenden Namen "Untern Gippel" (auch wenn auf diesem Bild genau genommen der Schwarzauer Gippel und die Gippelmauer zu sehen sind).
004-GehöftUntermGippel-Gippelmauer.jpg
Aber auch die westliche Fortsetzung ist im Blickfeld. Links der Einschnitt des Gippeltörls, zu dem der Treibsteig hinaufführt, ganz rechts der höchste Punkt. Diese "Felsnase" verleiht dem Gippel von Norden gesehen seine charakteristische Form.
006-GippeltörlGippel.jpg
Auf einer Forststraße beginnt die Route zunächst noch moderat anzusteigen. Bald bietet sich ein Rückblick zu den Gehöften "Untern Gippel" und Hofstadler. Die bewaldeten Gipfel dahinter mit überraschend steilen Flanken heißen Sauecker Kogel und Paxnerkogel.
008-UntermGippel-Paxnerkogel.jpg
Bald danach kürzt der Anstiegsweg drei weitere Kehren der Forststraße in mittlerer Steigung ab. Nach der letzten Querung wird die Flanke dann wirklich steil, und der Weg führt zum Teil in kurzen Kehren empor. Wegen Waldschäden wurde hier eine neue Forststraße angelegt. Der kurze schottrige Anstieg zu ihr hinauf ist etwas mühsam, dafür steht auf der neuen Straße eine Rastbank. Der Platz ist zugegeben nicht besonders romantisch, aber wer erschöpft ist, wird sich wohl dennoch nicht scheuen, der Einladung zum Hinsetzen zu folgen.
011-Rastbank.jpg
Lücken im Baumbestand knapp oberhalb dieser Forststraße erlauben einen ersten Rückblick über die felsdurchsetzte Nordflanke des Preineckkogels zur Traisner Hinteralm und der Reisalpe im Hintergrund.
013-HinteralmReisalpe.jpg
Es folgt ein weiterer sehr steiler Abschnitt des Anstiegswegs, der aber - auf einem bewaldeten Nordwesthang - am Vormittag nahezu vollständig im Schatten liegt. In etwa 1200m Höhe quert der Steig eine schon länger bestehende Forststraße, und dabei zeigt sich, dass der Preinecksattel (knapp links außerhalb des Bildausschnitts) und der Steilaufschwung zum Schwarzauer Gippel bereits recht nahe gekommen sind.
017-SchwarzauerGippel.jpg
Bald danach wird der Weg flacher und quert durch die Westflanke des Preineckkogels hinüber zum Preinecksattel. Was auf den Karten einfach aussehen mag, ist tatsächlich fast anspruchsvoller als der Anstieg davor: Der Flanke ist sehr steil und der Steig schmal und wurzelig, so ist durchaus konzentriertes Gehen erforderlich. Ein für diesen Abschnitt typisches Bild:
020-steileHangquerung.jpg
Dafür ist wiederholt der Kamm vom Gippeltörl bis zum Hauptgipfel zu sehen.
019-GippeltörlGippel.jpg
Ich komme der felsigen Nordflanke immer näher. Mittlerweile ist rechts hinter ihr auch der Göller im Blickfeld, quasi der etwas größere Bruder des Gippels im Westen.
026-GippelGöller.jpg
Ein kurzer Schlussanstieg führt dann zum Preinecksattel (1305m) hinauf. Hier blicke ich über den Sattel Richtung Nordosten zum Preineckkogel am Kamm Richtung Obersberg. Diese Route bin ich mit Felix im Sommer 2024 gegangen. (Forumsbericht)
032-PreinecksattelPreineckkogel.jpg
An einem schattigen Platz raste ich hier ein wenig. Schon einige Zeit vor dem Preinecksattel habe ich hinter mir immer wieder Stimmen gehört. Nun zeigt sich, dass sie einem jungen deutschen Paar gehören, das mich in Richtung Gippelmauer überholt. Es wird nicht die letzte Begegnung des Tages mit den beiden bleiben.
Der Ort bietet einen besonders eindrucksvollen Blick auf die zahlreichen Felstürmchen in der Nordflanke des Schwarzauer Gippels.
028-FelstürmchenGippel.jpg
Erstmals öffnet sich auch der Blick nach Westen, wo hinter dem Talboden von Kernhof mittlerweile die Gemeindealpe sowie der Kleine und Große Ötscher stehen. Bei den Felsen genau in der Bildmitte handelt es sich um die markante Turmmauer in der Nordflanke des Göllerstocks.
030-Gemeindealpe-KlGrÖtscher.jpg
Ein kurzer flacherer Abschnitt "zum Durchschnaufen" führt mich unmittelbar an die Steilflanke des Schwarzauer Gippels und die vielen Felstürmchen heran. Eine sehr eindrucksvolle Szenerie!
034-FelstürmeGöller.jpg
Es überrascht daher nicht, dass mehrere Forumsmitglieder genau in dieser Phase zumindest einen Tag unterwegs waren, so beispielsweise auf dem Ötscher, dem Hochschwabplateau oder dem Lugauer. Ich hatte am Donnerstag, den 13. August gut Zeit, so wollte ich ihn natürlich nützen. Als Ziel wähle ich den 1669m hohen Gippel, auf dem ich bisher erst zweimal im Spätfrühling bzw. Frühsommer war (zuletzt im Jahr 2016). Dank seiner felsigen Nordflanke und des Steilabbruchs nach Westen gehört er zu den markantesten Bergen der Niederösterreichischen Alpen, und er bietet ein umfassendes Panorama.
Mein Plan ist, über den Preinecksattel, den Schwarzauer Gippel und die Gippelmauer aufzusteigen und über den kürzeren Treibsteig ins Tal zurückzukehren. So fahre ich von St. Aegyd am Neuwalde ein paar Kilometer entlang dem Weißenbach nach Süden zum Ausgangspunkt. Das große Gehöft Zögernitz betreibt schon seit einiger Zeit keine Jausenstation mehr. Daher findet man nicht mehr direkt vor dem Gebäude Parkplätze, sondern ein kleines Stück danach entlang einer Forststraße. Ich bin überrascht, dass die Plätze an einem Werktag - wenn auch mit sehr guten Bedingungen - schon größtenteils belegt sind. Der Hauptgrund dafür steht wohl auf einer benachbarten Holztafel: Die Gippelalm ist im Sommer täglich außer Mittwoch geöffnet. Aufgrund widersprüchlicher Angaben im Netz war ich mir da im Voraus nicht sicher.
001-ZögernitzParkplätze.jpg
Meine Anstiegsroute verläuft noch ein kurzes Stück im Tal und passiert dabei weitere Bauernhöfe. Dieses Gehöft trägt den naheliegenden Namen "Untern Gippel" (auch wenn auf diesem Bild genau genommen der Schwarzauer Gippel und die Gippelmauer zu sehen sind).
004-GehöftUntermGippel-Gippelmauer.jpg
Aber auch die westliche Fortsetzung ist im Blickfeld. Links der Einschnitt des Gippeltörls, zu dem der Treibsteig hinaufführt, ganz rechts der höchste Punkt. Diese "Felsnase" verleiht dem Gippel von Norden gesehen seine charakteristische Form.
006-GippeltörlGippel.jpg
Auf einer Forststraße beginnt die Route zunächst noch moderat anzusteigen. Bald bietet sich ein Rückblick zu den Gehöften "Untern Gippel" und Hofstadler. Die bewaldeten Gipfel dahinter mit überraschend steilen Flanken heißen Sauecker Kogel und Paxnerkogel.
008-UntermGippel-Paxnerkogel.jpg
Bald danach kürzt der Anstiegsweg drei weitere Kehren der Forststraße in mittlerer Steigung ab. Nach der letzten Querung wird die Flanke dann wirklich steil, und der Weg führt zum Teil in kurzen Kehren empor. Wegen Waldschäden wurde hier eine neue Forststraße angelegt. Der kurze schottrige Anstieg zu ihr hinauf ist etwas mühsam, dafür steht auf der neuen Straße eine Rastbank. Der Platz ist zugegeben nicht besonders romantisch, aber wer erschöpft ist, wird sich wohl dennoch nicht scheuen, der Einladung zum Hinsetzen zu folgen.

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Lücken im Baumbestand knapp oberhalb dieser Forststraße erlauben einen ersten Rückblick über die felsdurchsetzte Nordflanke des Preineckkogels zur Traisner Hinteralm und der Reisalpe im Hintergrund.
013-HinteralmReisalpe.jpg
Es folgt ein weiterer sehr steiler Abschnitt des Anstiegswegs, der aber - auf einem bewaldeten Nordwesthang - am Vormittag nahezu vollständig im Schatten liegt. In etwa 1200m Höhe quert der Steig eine schon länger bestehende Forststraße, und dabei zeigt sich, dass der Preinecksattel (knapp links außerhalb des Bildausschnitts) und der Steilaufschwung zum Schwarzauer Gippel bereits recht nahe gekommen sind.
017-SchwarzauerGippel.jpg
Bald danach wird der Weg flacher und quert durch die Westflanke des Preineckkogels hinüber zum Preinecksattel. Was auf den Karten einfach aussehen mag, ist tatsächlich fast anspruchsvoller als der Anstieg davor: Der Flanke ist sehr steil und der Steig schmal und wurzelig, so ist durchaus konzentriertes Gehen erforderlich. Ein für diesen Abschnitt typisches Bild:
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Dafür ist wiederholt der Kamm vom Gippeltörl bis zum Hauptgipfel zu sehen.
019-GippeltörlGippel.jpg
Ich komme der felsigen Nordflanke immer näher. Mittlerweile ist rechts hinter ihr auch der Göller im Blickfeld, quasi der etwas größere Bruder des Gippels im Westen.
026-GippelGöller.jpg
Ein kurzer Schlussanstieg führt dann zum Preinecksattel (1305m) hinauf. Hier blicke ich über den Sattel Richtung Nordosten zum Preineckkogel am Kamm Richtung Obersberg. Diese Route bin ich mit Felix im Sommer 2024 gegangen. (Forumsbericht)
032-PreinecksattelPreineckkogel.jpg
An einem schattigen Platz raste ich hier ein wenig. Schon einige Zeit vor dem Preinecksattel habe ich hinter mir immer wieder Stimmen gehört. Nun zeigt sich, dass sie einem jungen deutschen Paar gehören, das mich in Richtung Gippelmauer überholt. Es wird nicht die letzte Begegnung des Tages mit den beiden bleiben.
Der Ort bietet einen besonders eindrucksvollen Blick auf die zahlreichen Felstürmchen in der Nordflanke des Schwarzauer Gippels.
028-FelstürmchenGippel.jpg
Erstmals öffnet sich auch der Blick nach Westen, wo hinter dem Talboden von Kernhof mittlerweile die Gemeindealpe sowie der Kleine und Große Ötscher stehen. Bei den Felsen genau in der Bildmitte handelt es sich um die markante Turmmauer in der Nordflanke des Göllerstocks.
030-Gemeindealpe-KlGrÖtscher.jpg
Ein kurzer flacherer Abschnitt "zum Durchschnaufen" führt mich unmittelbar an die Steilflanke des Schwarzauer Gippels und die vielen Felstürmchen heran. Eine sehr eindrucksvolle Szenerie!
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