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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

6) Verboten ist/sind:

- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
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- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
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7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Gippelmauer (1622m) und Gippel (1669m) ab Zögernitz, Mürzsteger Alpen / 13.08.2026

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  • Gippelmauer (1622m) und Gippel (1669m) ab Zögernitz, Mürzsteger Alpen / 13.08.2026

    In der allergrößten Hitze im August 2026 musste man gut überlegen, welche Bergwanderungen oder Touren unter diesen Bedingungen überhaupt möglich waren. Da kam es gelegen, dass die Hitze um die Monatsmitte zumindest im Osten Österreichs einige Tage lang vergleichsweise moderat war. Sehr trockene Luft garantierte zudem relativ angenehme Nächte, absolut stabiles Wetter und gute Fernsicht.

    Es überrascht daher nicht, dass mehrere Forumsmitglieder genau in dieser Phase zumindest einen Tag unterwegs waren, so beispielsweise auf dem Ötscher, dem Hochschwabplateau oder dem Lugauer. Ich hatte am Donnerstag, den 13. August gut Zeit, so wollte ich ihn natürlich nützen. Als Ziel wähle ich den 1669m hohen Gippel, auf dem ich bisher erst zweimal im Spätfrühling bzw. Frühsommer war (zuletzt im Jahr 2016). Dank seiner felsigen Nordflanke und des Steilabbruchs nach Westen gehört er zu den markantesten Bergen der Niederösterreichischen Alpen, und er bietet ein umfassendes Panorama.

    Mein Plan ist, über den Preinecksattel, den Schwarzauer Gippel und die Gippelmauer aufzusteigen und über den kürzeren Treibsteig ins Tal zurückzukehren. So fahre ich von St. Aegyd am Neuwalde ein paar Kilometer entlang dem Weißenbach nach Süden zum Ausgangspunkt. Das große Gehöft Zögernitz betreibt schon seit einiger Zeit keine Jausenstation mehr. Daher findet man nicht mehr direkt vor dem Gebäude Parkplätze, sondern ein kleines Stück danach entlang einer Forststraße. Ich bin überrascht, dass die Plätze an einem Werktag - wenn auch mit sehr guten Bedingungen - schon größtenteils belegt sind. Der Hauptgrund dafür steht wohl auf einer benachbarten Holztafel: Die Gippelalm ist im Sommer täglich außer Mittwoch geöffnet. Aufgrund widersprüchlicher Angaben im Netz war ich mir da im Voraus nicht sicher.
    001-ZögernitzParkplätze.jpg

    Meine Anstiegsroute verläuft noch ein kurzes Stück im Tal und passiert dabei weitere Bauernhöfe. Dieses Gehöft trägt den naheliegenden Namen "Untern Gippel" (auch wenn auf diesem Bild genau genommen der Schwarzauer Gippel und die Gippelmauer zu sehen sind).
    004-GehöftUntermGippel-Gippelmauer.jpg

    Aber auch die westliche Fortsetzung ist im Blickfeld. Links der Einschnitt des Gippeltörls, zu dem der Treibsteig hinaufführt, ganz rechts der höchste Punkt. Diese "Felsnase" verleiht dem Gippel von Norden gesehen seine charakteristische Form.
    006-GippeltörlGippel.jpg

    Auf einer Forststraße beginnt die Route zunächst noch moderat anzusteigen. Bald bietet sich ein Rückblick zu den Gehöften "Untern Gippel" und Hofstadler. Die bewaldeten Gipfel dahinter mit überraschend steilen Flanken heißen Sauecker Kogel und Paxnerkogel.
    008-UntermGippel-Paxnerkogel.jpg

    Bald danach kürzt der Anstiegsweg drei weitere Kehren der Forststraße in mittlerer Steigung ab. Nach der letzten Querung wird die Flanke dann wirklich steil, und der Weg führt zum Teil in kurzen Kehren empor. Wegen Waldschäden wurde hier eine neue Forststraße angelegt. Der kurze schottrige Anstieg zu ihr hinauf ist etwas mühsam, dafür steht auf der neuen Straße eine Rastbank. Der Platz ist zugegeben nicht besonders romantisch, aber wer erschöpft ist, wird sich wohl dennoch nicht scheuen, der Einladung zum Hinsetzen zu folgen.
    011-Rastbank.jpg

    Lücken im Baumbestand knapp oberhalb dieser Forststraße erlauben einen ersten Rückblick über die felsdurchsetzte Nordflanke des Preineckkogels zur Traisner Hinteralm und der Reisalpe im Hintergrund.
    013-HinteralmReisalpe.jpg

    Es folgt ein weiterer sehr steiler Abschnitt des Anstiegswegs, der aber - auf einem bewaldeten Nordwesthang - am Vormittag nahezu vollständig im Schatten liegt. In etwa 1200m Höhe quert der Steig eine schon länger bestehende Forststraße, und dabei zeigt sich, dass der Preinecksattel (knapp links außerhalb des Bildausschnitts) und der Steilaufschwung zum Schwarzauer Gippel bereits recht nahe gekommen sind.
    017-SchwarzauerGippel.jpg

    Bald danach wird der Weg flacher und quert durch die Westflanke des Preineckkogels hinüber zum Preinecksattel. Was auf den Karten einfach aussehen mag, ist tatsächlich fast anspruchsvoller als der Anstieg davor: Der Flanke ist sehr steil und der Steig schmal und wurzelig, so ist durchaus konzentriertes Gehen erforderlich. Ein für diesen Abschnitt typisches Bild:
    020-steileHangquerung.jpg

    Dafür ist wiederholt der Kamm vom Gippeltörl bis zum Hauptgipfel zu sehen.
    019-GippeltörlGippel.jpg

    Ich komme der felsigen Nordflanke immer näher. Mittlerweile ist rechts hinter ihr auch der Göller im Blickfeld, quasi der etwas größere Bruder des Gippels im Westen.
    026-GippelGöller.jpg

    Ein kurzer Schlussanstieg führt dann zum Preinecksattel (1305m) hinauf. Hier blicke ich über den Sattel Richtung Nordosten zum Preineckkogel am Kamm Richtung Obersberg. Diese Route bin ich mit Felix im Sommer 2024 gegangen. (Forumsbericht)
    032-PreinecksattelPreineckkogel.jpg

    An einem schattigen Platz raste ich hier ein wenig. Schon einige Zeit vor dem Preinecksattel habe ich hinter mir immer wieder Stimmen gehört. Nun zeigt sich, dass sie einem jungen deutschen Paar gehören, das mich in Richtung Gippelmauer überholt. Es wird nicht die letzte Begegnung des Tages mit den beiden bleiben.
    Der Ort bietet einen besonders eindrucksvollen Blick auf die zahlreichen Felstürmchen in der Nordflanke des Schwarzauer Gippels.
    028-FelstürmchenGippel.jpg

    Erstmals öffnet sich auch der Blick nach Westen, wo hinter dem Talboden von Kernhof mittlerweile die Gemeindealpe sowie der Kleine und Große Ötscher stehen. Bei den Felsen genau in der Bildmitte handelt es sich um die markante Turmmauer in der Nordflanke des Göllerstocks.
    030-Gemeindealpe-KlGrÖtscher.jpg

    Ein kurzer flacherer Abschnitt "zum Durchschnaufen" führt mich unmittelbar an die Steilflanke des Schwarzauer Gippels und die vielen Felstürmchen heran. Eine sehr eindrucksvolle Szenerie!
    034-FelstürmeGöller.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 6 Stunden.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Der Schwarzauer Gippel steht nun direkt vor mir. Der markierte Steig führt von Nordosten auf ihn fast stets in direkter Linie und entsprechend steil hinauf.
    036-SchwarzauerGippel.jpg

    Der Steilabschnitt beginnt durch eine Kehre nach rechts um eine Windbruchzone herum. Da stehen die zwei jungen Deutschen wieder und fragen mich, ob ich mich hier auskenne. Wohin sie wollen? Auf die Gippelmauer. Das passt schon, antworte ich, der Weg steigt tatsächlich so steil an, ist aber ansonsten ohne spezielle Schwierigkeiten - und zudem stets blau markiert. Die zwei bedanken sich, gehen wieder voraus und meinen noch: "Man sieht sich oben wieder." (Schau ma mal, denke ich mir, da ich es hier langsamer angehe... )
    Eine Zeit lang verläuft der Weg noch größtenteils im Wald und somit im Schatten. Dann stehen die Bäume allmählich lockerer, und über ihre Wipfel sehe ich erstmals zum Schneeberg im Osten.
    040-DürreWand-Schneeberg.jpg

    Ähnlich steil und immer mehr in der Sonne geht es noch eine Zeit lang weiter. Erst am Schluss, bereits vollkommen in der Latschenzone, wird der Kamm etwas flacher, der Weg dafür steiniger.
    046-Latschen.jpg

    Im gesamten Kamm vom Schwarzauer Gippel zum Gippel ist die Südflanke wesentlich flacher als die oftmals felsdurchsetzte Nordflanke. Entsprechend verläuft der Weg zum Großteil knapp südlich des Kamms, führt aber dazwischen immer wieder auf ihn hinauf. Diese Plätze bieten stets die umfassendsten Ausblicke. Hier sind hinter einem Steinmann etliche bekannte Berge der Niederösterreichischen Voralpen - vom Hohenstein ganz links bis zur Jochart ganz rechts - zu sehen.
    048-Steinmann-NÖVoralpen.jpg

    Auch Richtung Osten wird die Aussicht zunehmend umfassender: links der Obersberg, rechts das Preintal und dann noch der Kleine und Große Fegenberg vor dem Schneeberg.
    Auch der Parkplatz beim ehemaligen Gasthof Triebl im Preintal ist ein guter Ausgangsort für Touren auf den Gippelstock.
    052-Preintal-ObersbergSchneeberg.jpg

    Besonders attraktiv ist es natürlich stets, wenn sich vom Kamm Tiefblicke in die felsige Nordflanke bieten. Etwas über der Bildmitte mein Ausgangsort beim Gehöft Zögernitz, mittlerweile tief unten.
    060-TiefblickZögernitzWeißenbach.jpg

    Der Paradeblick Richtung Westen entlang der Gippelmauer und am Gippel vorbei nach Kernhof mit dem dominierenden Ötscher im Hintergrund.
    061-GippelKernhofÖtscher.jpg

    Auch ein etwas kleinerer Ausschnitt dieses Panoramas weiß natürlich sehr zu gefallen: Kernhof und die Straße hinauf zum (Kernhofer) Gscheid rechts unten, die Felsen der Turmmauer links.
    Im Hintergrund steht direkt unter dem Rauen Kamm der Große Sulzberg, mit 1400m der höchste Gipfel der Türnitzer Alpen. Links benachbart die geringfügig niedrigere Bichleralpe; beide Berge bieten Prachtblicke zum Ötscher!
    064-Turmmauer-GrSulzberg-Ötscher.jpg

    Erfahrene Bergsteiger können sich noch an die Zeiten erinnern, als man sich hier zwischen Schwarzauer Gippel und Gippelmauer mühsamst durch die Latschen kämpfen musste. Ich war hier erstmals 2009 unterwegs, da war der Steig längst gut ausgeschnitten und markiert. Freilich führt die Route ständig ein wenig auf und ab, und der Boden ist teilweise felsig, daher eignet sie sich nicht gut für hohes Tempo. Für mich ist das allerdings das geringste Problem, zumal sich ja auch laufend lohnende Motive bieten.
    066-GippelmauerSchneeberg.jpg

    Eine Variante des Blicks Richtung Westen - aber zu schön, um sie nicht (nochmals) zu fotografieren!
    Allmählich komme ich dem Gippel näher. An einem schattigen Platz am Kamm treffe ich erneut das junge deutsche Paar, das hier gerastet hat. Im Gespräch ergibt sich, dass die beiden die kommende Nacht im Lager der Gippelalm verbringen werden. Ich empfehle ihnen noch, wegen der umfassenden Aussicht davor auch zum Gipfel hinaufzugehen.
    072-GippelKernhofÖtscher.jpg

    Auf den höchsten Erhebungen der Gippelmauer öffnet sich das Panorama über die Latschen und einzelne Baumwipfel mittlerweile auch Richtung Südwesten. Ich zoome mir einen besonders markanten Ausschnitt heran: Hinter der Gamsmauer im Vordergrund bzw. zwischen Riegerin links und Hochstadl rechts geht der Blick da ins Gesäuse: Lugauer und Hochtor, Admonter Reichenstein und Sparafeld sind gut zu erkennen.
    075-ZoomRiegerinHochtorHochstadl.jpg

    Ein wenig später wird über der Südflanke erstmals die Gippelalm sichtbar. Die linken zwei Drittel des Horizonts werden fast zur Gänze vom Hochschwabstock eingenommen. Ich weiß ja, dass Günter heute dort mit großem Rucksack unterwegs ist. Was für ein Tag, am frühen Nachmittag ist die Luft selbst für kleine Quellwolken im Hochgebirge zu trocken!
    079-GippelalmGippel-Panorama.jpg

    In leichtem Abstieg erreiche ich das Gippeltörl mit den Abzweigungen zum Treibsteig sowie zur Gippelalm und blicke an den Wegweisern vorbei zurück zum Perschkogel.
    084-OchsenbodenPerschkogel.jpg

    Mit meinem moderaten Tempo in den Steilabschnitten, zwei kürzeren Rasten und etlichen Fotostopps ist es mittlerweile 13.45 Uhr geworden, so gehe ich sofort zum Gippel weiter. Auf einen kurzen steileren Anstieg folgt ein flacherer Abschnitt bis zur Abzweigung des Roman-Majewski-Steigs Richtung Pollwischalm und Gamsmauer. Nun liegt nur mehr die letzte Gipfelkuppe vor mir.
    089-GippelSchlussanstieg.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 6 Stunden.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

    Kommentar


    • #3
      Die letzten Minuten geht es nochmals deutlicher bergauf, und der Weg ist zwischen den Latschen recht schmal. Genau hier kommen mir die zwei jungen Deutschen entgegen. Sie waren also tatsächlich bereits auf dem Gippel, und laut der Eintragung im Gipfelbuch hat es ihnen sehr gefallen. In Summe irgendwie eine coole Aktion mit der Übernachtung auf der Gippelalm, finde ich, ein durchaus individuelles Sommerprogramm für ihre Altersgruppe.
      Der Weg führt schließlich aus den Latschen heraus, und zehn Meter danach stehe ich bereits beim Gipfelkreuz, das vom ÖAV Wilhelmsburg vor 50 Jahren errichtet wurde.
      098-Gipfelkreuz.jpg

      Die Seitenansicht (mit der Veitschalpe im Hintergrund) bietet zumindest einigermaßen einen Eindruck davon, wie steil es direkt westlich des Gipfels mit dem Kreuz hinuntergeht.
      096-Gipfelkreuz-Veitschalpe.jpg

      Es ist schließlich halb drei geworden, bis ich nun hier heroben in 1669m Höhe bin. So nett es sicher auch wäre, nachher noch zur Gippelalm auf ein Getränk und eine Stärkung hinüberzugehen: Ich habe ausreichend Proviant und Getränkevorräte mit und entscheide mich daher stattdessen rasch für eine lange und genussvolle Gipfelrast. Es ist in der Sonne sehr warm, aber nicht brütend heiß, der leichte Nordwind kühlt ein wenig. Das Gipfelpanorama gilt es bei guter Fernsicht heute ohnehin auszukosten, und so stabile Bedingungen für ein längeres Verweilen bieten sich ja nicht bei jeder Tour.
      Vor dem westseitigen Felsabbruch ist der Gipfelbereich recht weiträumig. Ich mache es mir bequem, trinke und stärke mich und beginne dann nach und nach zu fotografieren.
      Den Beginn macht natürlich der Blick nach Westen: Kernhof liegt im Tal nahezu 1000m tiefer, links oben der Göller und dahinter viele namhafte Gipfel wie z.B. Kräuterin, Dürrenstein und Ötscher.
      099-Kernhof-GöllerÖtscher.jpg

      Im Norden stehen die Voralpenberge um das Traisental: zentral Paulmauer und Türnitzer Höger, links Eisenstein und Hohenstein, rechts Hinteralm, Reisalpe und Hochstaff.
      Dank der klaren Luft reicht die Sicht heute darüber hinaus bis ins Alpenvorland und sogar zum Waldviertel am Horizont.
      106-THöger-HinteralmReisalpe.jpg

      Aus Osten, über den felsigen Kamm Schwarzauer Gippel - Gippelmauer, bin ich heute gekommen. Genau in der Bildmitte der Ochsenboden, rechts von ihm der Perschkogel. Beim Schneeberg im Hintergrund beeindruckt vor allem seine Höhe: Er überragt den Perschkogel nochmals um fast 500 Meter!
      110-GippelmauerPerschkogel-Schneeberg.jpg

      Blick über die Gippelalm links vorn sowie den langen Kamm mit Lahnberg, Donnerkogel und Rauchstein zur Raxalpe.
      114-Gippelalm-DonnerkogelRaxalpe.jpg

      So schön die Landschaft insgesamt auch ist, sind zugleich die Baumschäden nicht zu übersehen, die in Teilen der Mürzsteger Alpen (zwischen Mariazell, dem Schwarzatal und der Schneealpe) ganz besonders ausgeprägt sind. Zum Vergleich zeige ich fast dieselbe Ansicht vom Mai 2009, als ich mit Norbert erstmals auf dem Gippel stand. Da wird das Ausmaß der Schlägerungen und der neu errichteten Forststraßen am Lahnberg, Donnerkogel und Rauchstein im Verlauf von weniger als 20 Jahren überdeutlich. Eigentlich müsste da von selbst das Nachdenken über die sich häufenden Wetterextreme einsetzen - und den Anteil, den das Verhalten der Menschen an dieser Entwicklung hat...
      044-Gippelalm-DonnerkogelRaxalpe.jpg

      Über den felsigen Kamm Richtung Südwesten verläuft der Bergrettungssteig mit einigen verscherten Abschnitten, über den Norbert und ich imJahr 2009 angestiegen sind. Bald danach wurden - wegen Unklarheiten bei der Verantwortung für den Steig - sämtliche Hinweise auf ihn wieder entfernt. Begehbar ist er wohl bis heute, wenn man nur weiß, wo er verläuft.
      118-GippelSWKamm-ÖBRDSteig.jpg

      Die Fortsetzung des langen Kamms Richtung Südwesten bis Westen: die Pollwischalm am tiefsten Punkt (auch dort südseitig mit großen Schlägen), dann die etwas felsdurchsetzte Gamsmauer, der behäbige Schnalzstein mit seiner großen Gipfelwiese und schließlich rechts oben der Göller.
      Einige der Gipfel am Horizont verdienen noch eigene Detailaufnahmen. (Wie üblich, kommt bei der Totalansicht die Handykamera besser mit dem schräg einfallenden Sonnenlicht zurecht.)
      119-GamsmauerSchnalzsteinGöller-Panorama.jpg

      Ich wechsle zum Teleobjektiv, für das sich heute dank der klaren Luft zahlreiche Motive anbieten.
      Die erste Aufnahme ist sowieso Pflichtprogramm: der Ötscher mit dem Rauen Kamm, davor die Gipfel von Bichleralpe und Großem Sulzberg.
      122-ZoomBichleralpe-GrSulzberg-Ötscher.jpg

      Im Norden sind all die Voralpengipfel zu sehen, von denen aus man den Gippel bestens im Blickfeld hat. Die Vergrößerung macht leider auch deutlich, dass allzu viele Tage mit Trockenheit und großer Hitze in diesem Sommer selbst in mittleren Höhen längst Spuren hinterlassen haben. Speziell die südseitigen Gipfelwiesen zeigen sich in unüblichen Brauntönen, auf dem Eisenstein...
      123-ZoomEisensteinWaldviertel.jpg

      ...ebenso wie auf der Traisner Hinteralm und der Sternleiten. (Links schaut der Sender auf dem Muckenkogel drüber.)
      125-ZoomMuckenkogelHinteralm.jpg

      Zoom zum Kamm vom Schwarzauer Gippel zur Gippelmauer, über den ich gekommen bin.
      Knapp über dem Schwarzauer Gippel links der felsige Plattenstein auf den Dürren Wand, knapp über der Gippelmauer weiter rechts die Hohe Wand.
      128-ZoomSchwarzauerGippel-Gippelmauer.jpg

      Dieser Ausschnitt macht besonders eindrucksvoll deutlich, um wie viel der Schneeberg den Perschkogel im Vordergrund noch überragt.
      129-PerschkogelHochschneeberg.jpg

      Zoom zur Gippelalm. Einige Besucher sind im Freien zu erkennen, und mehrere Rinder machen es sich aktuell in der unmittelbaren Nachbarschaft bequem (während sie bei früheren Besuchen des Gippels größtenteils auf dem sicher nicht ganz zufällig so benannten Ochsenboden geweidet haben).
      130-ZoomGippelalm.jpg
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 6 Stunden.
      Lg, Wolfgang


      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

      Kommentar


      • #4
        Noch kein Ende der interessanten Detailansichten vom Gippel:
        Zwischen dem Gipfelrücken des Donnerkogels (hier mit intaktem Wald) und der Raxalpe mit dem Predigtstuhl schaut unverkennbar der felsige Kamm des Großen Sonnleitsteins heraus. 131-ZoomGrSonnleitstein-Predigtstuhl.jpg

        Kahlmäuer, Gamseck und Heukuppe bieten stets ein lohnendes Motiv - ganz egal, von wo man zu ihnen schaut.
        132-ZoomKahlmäuerHeukuppe.jpg

        Für die hohen ferneren Gipfel im Westsüdwesten steht die Sonne nun gegen 15 Uhr nicht mehr recht günstig. In Anbetracht dessen sind sie immer noch erfreulich gut zu sehen: Lugauer, Hochtor, Admonter Reichenstein und Sparafeld im Gesäuse, etwa 70 bis knapp 85 Kilometer entfernt. Aber auch die Hochhaide in den Rottenmanner Tauern, die knapp über die Gsuchmauer drüberschaut, ist noch eindeutig auszumachen. Da beträgt die Distanz bereits gut 95 Kilometer.
        134-ZoomLugauerHochtorHochstadl.jpg

        Die maximale Sichtweite des Tages Richtung Westen: Über die Südflanke des Göllers, die Zellerhüte und das Hochkar mit seiner Infrastruktur reicht der Blick bis zu den Haller Mauern: Natterriegel und Hexenturm in der linken Hälfte, Scheiblingstein und Großer Pyhrgas in der rechten Hälfte. Ganz rechts sind auch das Warscheneck und - schwach, aber doch - der Hochmölbing noch zu erkennen, und damit sind wir bei fast 107km Distanz.
        Am Folgetag war die Luft noch etwas klarer, da wäre sich am Vormittag wahrscheinlich auch der Dachstein in gut 150km Entfernung noch ausgegangen. Aber wenn ein Hochsommertag ein Panorama dieser Ausmaße bietet, besteht viel mehr Grund zur Dankbarkeit als zu irgendwelchen Klagen...
        135-ZoomZellerhüteHochkar-HallerMauern.jpg

        Ich genieße jede Minute meiner langen Gipfelrast, und wenn ich einmal rundum geschaut habe, beginne ich bald darauf erneut von vorn.
        Nacheinander bin ich mit drei weiteren Einzelgehern gemeinsam auf dem Gipfel, aber es bleibt dabei immer wohltuend ruhig; einer der Bergsteiger gönnt sich ein längeres Nickerchen in der Sonne.
        Mehr als einmal verzögere ich den Aufbruch nochmals, nach gut 75 wunderbaren Minuten auf dem Gippel raffe ich mich schließlich doch dazu auf. Gleich im ersten Abschnitt führt der Weg einmal unmittelbar an den Steilabbruch nach Norden heran. Da kann ich bewusst auf den Abstieg blicken, der mir noch bevorsteht: Das Gehöft Zögernitz steht am Rand der großen Lichtung etwas links unter der Bildmitte.
        140-Zögernitz-THögerbisJochart.jpg

        Richtung Osten wird das Licht im Lauf des Nachmittags nun immer besser, so fotografiere ich noch einmal den Schneeberg, der über den Ochsenboden (zwischen Gippelmauer und Perschkogel) drüberschaut.
        141-OchsenbodenHochschneeberg.jpg

        Bei diesem Holzgatter am Gippeltörl beginnt dann der Abstieg über den Treibsteig.
        082-Gippeltörl.jpg

        Der Treibsteig wurde einst angelegt, um mit Rindern von Norden zur Gippelalm zu geangen. Heute profitieren die Bergwanderer davon, wie geschickt er angelegt wurde: Er überwindet die steile nordseitige Flanke des Gippels in einigen Kehren, ohne jemals wirklich steil zu werden. Eine kurze felsige Passage ist versichert, und nur hier wurde der Weg künstlich verbreitert: früher durch Bretter, die vor ein paar Jahren durch ein solides Steinfundament ersetzt wurden. Bei einigermaßen guten Bedingungen ist der Steig ganz einfach zu begehen.
        143-Treibsteig.jpg

        Weiter unten wird die Flanke weniger steil, und Aufforstungszonen erlauben freie Ausblicke. Vor mir der Preineckkogel: Etwas oberhalb der in der Bildmitte verlaufenden Forststraße quert der schmale Weg nach rechts hinüber zum Preinecksattel. 145-Preineckkogel-Jochart.jpg

        Selbst in gut 1500m Höhe waren zwar die Wiesen nicht im gleichen Ausmaß verfärbt wie in den Talregionen, aber die Trockenheit dennoch nicht zu übersehen.
        Den ebenso auffälligen wie giftigen Blauen Eisenhut scheinen die Bedingungen wenig gestört zu haben: Er steht hier in großer Zahl am Wegesrand.
        147-BlauerEisenhut.jpg

        Das bereits flacher einfallende Sonnenlicht bringt die stark gegliederte Voralpenlandschaft - wieder mit Hinteralm, Reisalpe und Hochstaff im Hintergrund - mittlerweile besonders gut zur Geltung!
        150-Hinteralm-ReisalpeHochstaff.jpg

        Aus ganz anderer Perspektive kann ich nun erneut zum Preinecksattel links sowie der Steilflanke des Schwarzauer Gippels mit den markanten Felsnadeln hinaufblicken.
        152-PreinecksattelGippelmauer.jpg

        Der Blick die steile Flanke hinauf macht sofort plausibel, warum der Name Gippelmauer sich für diesen Kamm anbietet.
        154-Gippelmauer.jpg

        Dank seines fast durchwegs angenehmen Gefälles ist der Treibsteig auch mit leicht müden Beinen noch sehr gut zu begehen, und ich bin in knapp zwei Stunden vom Gippeltörl beim Ausgangspunkt zurück. Die meisten, die heute auf der Gippelalm (und vielleicht auch dem Gipfel) waren, sind schon längst wieder herunten.
        155-ParkplätzeZögernitz-Paxnerkogel.jpg

        Noch voller Eindrücke der Landschaft und des umfassenden Gipfelpanoramas mache ich mich auf die Heimfahrt, halte allerdings nach wenigen Minuten noch einmal: Der Knollnhof im Tal in den letzten Sonnenstrahlen unter dem Preinecksattel und dem Schwarzauer Gippel bietet sich zu zwingend für ein Abschlussfoto an.
        157-Knollnhof-Preineckstl-SchwarzauerGippel.jpg
        Wunderschön war es heute in diesem Teil der Mürzsteger Alpen, in den es mich gar nicht so häufig verschlägt!
        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 5 Stunden.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

        Kommentar


        • #5
          Informationen zur Tour

          12,5km Streckenlänge,
          1140 Höhenmeter.

          Durchwegs markierte Wege. Unmarkiert, aber beschildert wären der (Forst)weg zur Gippelalm; weglos, aber unschwierig der Abstecher zum Perschkogel. Dessen Gipfel steht seit Jahren auf meiner Wunschliste, aber ich hatte das - sehr berechtigte - Gefühl, dass meine Route auch ohne ihn bereits ein komplettes Tagesprogramm bietet.

          So wie der Triebl der Standard-Ausgangsort für Touren auf den Gippel von Osten ist, gilt es für das Gehöft Zögernitz bei den Nordanstiegen. Seit die Jausenstation nicht mehr betrieben wird, besteht die Parkmöglichkeit nicht mehr direkt vor dem Gehöft, sondern knapp danach entlang dem Beginn einer Forststraße. Üblicherweise dürften die Plätze dort ausreichen; ich war eher überrascht, dass sie an einem Wochentag vor neun Uhr bereits größtenteils belegt waren. Fast alle stiegen offensichtlich auch über den Treibsteig auf und waren deutlich vor mir wieder im Tal zurück. Begegnet bin ich bis zum Gippeltörl nur dem jungen deutschen Paar (ihnen dafür gleich mehrfach ) sowie danach den drei Einzelgehern auf dem Gipfel.

          --- ---

          Der Anstieg zum Preinecksattel verläuft im Mittelteil - etwa zwischen 900 und 1200m Höhe - durchwegs steil, aber fast vollständig im Wald und am Vormittag im Schatten. Die Querung zum Preinecksattel ist dann anspruchsvoller als sie in den Karten aussieht: ein zumeist schmaler und oft wurzeliger Steig durch eine steile Flanke.
          Der Anstieg zum Schwarzauer Gippel ist sehr steil ohne spezielle Schwierigkeiten. Es ist sicher günstig, wenn der Boden nicht zu feucht und rutschig bzw. vereist ist und im Frühjahr kein Restschnee mehr liegt. Bergab würde ich diesen Abschnitt nicht gern gehen.
          Über die Gippelmauer bis zum Gippel hinüber ist der Weg gut ausgeschnitten und ausreichend markiert, zwischen den Latschen teilweise allerdings etwas rumpelig und felsig. Viele Plätze mit guten Ausblicken verleiten aber ohnehin zu einem moderaten Tempo bzw. immer wieder zum Halten.

          Der Treibsteig ist speziell im oberen Teil durch die steile Nordflanke erstaunlich einfach zu begehen, nur gelegentlich leicht schottrig. Die gleichmäßig moderate Steigung ist sehr angenehm. Bei guten Bedingungen braucht man die (kurzen) Seilsicherungen nicht. Im Frühjahr und späteren Herbst ist wohl die ausgeprägte Nordausrichtung zu berücksichtigen (eventuelle Vereisung); zu diesen Zeiten sind die Südrouten zum Gippel sicher generell günstiger.

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          Eine der Eigenschaften des Gippels besteht darin, dass er unter 1000 Höhenmetern Anstieg nicht zu haben ist: Sie kommen auch auf den bequemsten Routen (Sandstraße zur Gippelalm ab Triebl und Treibsteig ab Zögernitz) sowie ohne jegliche zusätzliche Abstecher zusammen.
          Auch deshalb ist es sehr willkommen, dass die Gippelalm im Sommer bewirtschaftet ist. Die Informationen zu ihren Öffnungszeiten im Netz sind leider uneinheitlich. Richtig ist aktuell, dass sie im Sommer täglich außer Mittwoch geöffnet istund zudem 16 Lagerplätze anbietet (die sogar unter der Woche auch genützt werden, wie sich gezeigt hat). Die Holztafel in Zögernitz bietet die korrekten Angaben.
          002-TafelGippelalm.jpg


          In Zögernitz kann man nicht mehr jausnen, dafür empfiehlt sich in einem parallelen Nebental ein Besuch der Jausenstation Herzerlmitzi - Holzhof. Hervorragende feed-backs, geöffnet Mai bis Oktober von Donnerstag bis Sonntag, im Winterhalbjahr nur an Wochenenden. Der einzige Nachteil ist die Lage etwas abseits der Nordanstiege zum Gippel. Aber wer rechtzeitig wieder unten ist, kann beispielsweise nachher noch hinfahren (Öffnungszeiten meist bis 22 Uhr).

          --- ---

          Der Gippel ist mit seinen nord- und westseitigen Felswänden einer der markantesten Berge der Niederösterreichischen Alpen. Wenig überraschend ist er zugleich einer ihrer besten Aussichtsgipfel. Das Panorama reicht an klaren Tagen bis ins Flachland. Auf viele der Voralpenberge Niederösterreichs blickt man von einem deutlich höheren Standort. Richtung Südosten bis Westen wartet eine Parade namhafter Gipfel der Kalkalpen. Die einzige kleine Einschränkung ist, dass der höhere Göller im Westen das Tote Gebirge verdeckt. Dafür bietet sich bei idealen Bedingungen zwischen Fadenkamp und Haller Mauern eine perfekte Perspektive zum Grimming und dem zentralen Dachsteinplateau in gut 150km Entfernung. Dass der geräumige Gipfel nach Westen so steil und abrupt abbricht, trägt zusätzlich zu den tollen Eindrücken oben bei.
          In Summe spricht somit viel für einen Besuch des Gippels an einem Tag im - nicht zu späten - Herbst mit maximaler Fernsicht.
          Aber ich kann über meine Tour im Hochsommer wahrlich nicht klagen und sah deutlich weiter als bei meinen beiden ersten Besuchen im Spätfrühling / Frühsommer.


          Persönliches Fazit

          Einer der attraktivsten Gipfel in Niederösterreich, aber wie viele Bergliebhaber:innen aus dem Raum Wien komme ich in den Westteil der Mürzsteger Alpen in Summe doch seltener als in die Schneeberg-Rax-Semmering-Region. Umso erfreulicher, dass ich den Gippel an einem Hochsommertag wie aus dem Bilderbuch - nahezu wolkenlos, warm ohne zu große Hitze, sehr gute Fernsicht - besuchen konnte! Selten habe ich eine lange Gipfelrast (gut 75 Minuten) so bewusst genießen können wie auf dieser Tour.

          Ich bin dankbar, dass ich mir an diesem Tag generell Zeit lassen konnte. Nicht nur die steilen Wegabschnitte, auch die so abwechslungsreichen Landschaftsbilder und die vielen Plätze mit lohnenden Ausblicken sprechen aus meiner Sicht für ein moderates Tempo und genügend Spielräume zum Auskosten aller Eindrücke.

          Ich bin sehr zufrieden von dieser Tour zurückgekommen
          und hoffe zugleich, dass ich - keineswegs nur wegen des immer noch offenen Perschkogels - niht zum letzten Mal auf dm Gippelstock stand.
          Zuletzt geändert von Wolfgang A.; vor 5 Stunden.
          Lg, Wolfgang


          Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
          der sowohl für den Einzelnen
          wie für die Welt zukunftsweisend ist.
          (David Steindl-Rast)

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