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Wegführung: Kals (Ort, 8.00) – Burg – Felsenkapelle (8.37) – Gipfel (11.20-11.35) – Greibühel (2247m, 12.35-12.45) – Lucknerhaus (13.20)
Höhenmeter: 1450hm | Strecke: 13km | ca. 4 Std. 45 Minuten reine Gehzeit | Murmeltiere, Turmfalke; Tauernblümchen, Edelweiss
Erstmals ein Wanderurlaub, der dezidiert als „Stadtflucht“ konzipiert wurde. Am Tag, wo in Wien erneut 40°C erreicht wurden, fuhr ich mit Bahn und Bus vollkommen problemlos nach Kals am Großglockner, was für die lange Anreise von rund sechseinhalb Stunden Fahrtzeit nicht unfaszinierend ist. Ich quartierte mich im „Haus Charlotte“ unweit vom Gemeindeamt ein. Die sehr freundliche Unterkunftgeberin richtete sich mit dem reichhaltigen Frühstück nach meinen Aufstehzeiten. Für etwas mehr Komfort nutzte ich ein Doppelzimmer für eine Person, dafür mit Balkon und Blick nach Westen. Im Gegensatz zu Innervillgraten (Slogan: „Kommen Sie zu uns! Wir haben nichts!“) war Kals schon recht überlaufen vom Massentourismus, vor allem Deutsche und Holländer. Für mich galt, die weniger frequentierten Wege zu finden, was mir großteils auch gelang.
Das Figerhorn, mein erster (und einziger richtiger) Gipfel der Region, leitet sich von romanisch vicus = Dorf ab. Fig hieß früher der heutige Ort Großdorf. Der Hofname Figer wurde urkundlich bereits 1307 als Zefig (sub vico, unter dem Dorf) erwähnt.
Der vierte August sollte der heißeste Tag seit Messbeginn in Wien werden (41,0°C in Stammersdorf), auch in Osttirol war er brütend heiß. Dennoch entschied ich mich für die Überschreitung mit der vollen Höhenmeterdistanz, denn der Anstieg sollte zunächst im Schatten verlaufen und ich konnte direkt vom Quartier weggehen, und damit auch ein wenig gemütlicher frühstücken, denn der Bus zum Lucknerhaus wäre um 7.30 gefahren.
Statt dem markierten Weg am Waldhang entlang, der dabei ein größeres Eck schlägt, wollte ich der Straße direkt nach Burg folgen. In der Früh galt es keine Zeit zu verlieren, solange es noch kühl war. Schon nach den ersten Metern tat sich ein unerwartetes Hindernis auf, eine über Nacht entstandene Baustelle auf der Straße Richtung Burg, kein Durchkommen für alle Verkehrsteilnehmer. Daher schlug ich doch das Eck (siehe Track), aber wechselte auf halber Höhe zurück zur Straße, wo um diese Uhrzeit nicht allzu viel Verkehr war.
Aus Gewichtsgründen war ich dieses Mal ausschließlich mit der Sony RX 100 VI unterwegs. So kam ich an allen Tagen mit einem 20L Rucksack aus.
Links Weißer Knopf (2577m) und Blauspitze (2575m), mittig Kendlspitze (3085m) und Ganimitz (2785m), rechts Muntanitz (3232m)
Blick Richtung Großdorf und Chalet-Anlage „Gradonna“
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Links Fallwindeskogel (2486m), der seine Bezeichnung wohl aufgrund der starken Nordwinde („Tauernwind“) trägt, rechts Rotenkogel (2762m), im Hintergrund Zarspitze (2778m) links und Schneidegg (2755m) rechts. Im Vordergrund Kals.
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Georgskirche mitten auf der Wiese oberhalb vom Kalser Bach, romanisches Langhaus, spätgotischer Kirchturm - Besuch lohnt sich, sehenswürdig.
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das 2012 errichtete Chaletdorf „Gradonna“ mit monströsem Turm sorgte für viele neue Arbeitsplätze, aber auch für die Aberkennung von Kals aus der „Bergsteigerdörfer-Initiative“
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In Burg, das aus einer Ansammlung von wenigen Höfen besteht, rechts den Burger Bach entlang und dann kam gleich die erste Sehenswürdigkeit, eine in die Felswand gesprengte Grotte, die als Kapelle dient.
erst 1975-1979 errichtete Felsenkapelle, errichtet von Sepp Kerer vom Burgerhof (Hintergrund)
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Glocke an der Außenseite
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Nach wenigen Kehren verlässt die Wegmarkierung den Forstweg und zieht steil in zahlreichen engen Kehren den steilen Nordwesthang hinauf. Im Schatten war es noch auszuhalten, doch selbst hier spürte ich schon die Vorzeichen der noch folgenden Backofenhitze.
ehemalige Viehhütte unterhalb der Greischneid
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Lockerer Wald mit schönem Kammweg unterhalb vom Geierspitz (2102m)
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Ich kam zügig voran und erreichte bereits nach 1 Stunde und 37 Minuten und 700 Höhenmetern den locker bewaldeten Ausstiegskamm, wo ich mich einschmierte und kurzerhand das Unterleiberl anbehielt und mein T-Shirt in den Rucksack packte. Eine mäßig gute Idee. Noch nie war mir so heiß wie an diesem Tag, dass ich mit Achselshirt am Berg ging, und entsprechend versäumte ich es, die Rückseite der Schulter einzucremen, was mir einen heftigen Sonnenbrand bescherte.
Beim Hinaustreten auf die ausgedehnten und unbeweideten Greiwiesen (Magerwiesen) wirkte das Figerhorn noch weit entfernt. Zunächst ging kaum ein Lüfterl und ich zerfloss schon beim Gedanken daran, bis zum Gipfel am Südhang aufzusteigen.
Figerhorn (2743m) erstmals in Sichtweite, rechts vorne Greibühel (2247m)
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Zoom auf den steilen Gipfelhang
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Naturgemäß war ich niemandem begegnet, bis der Steig vom Lucknerhaus kommend einmündete. Von dort kamen doch einige Wanderer. Dabei war die Überschreitung mit dem Bus gut schließbar, selbst wenn man in Burg sein Auto abstellte, aber eben einige Höhenmeter mehr.
Links Schneidegg und darüber spitz Gölbner (2943m, Villgratner Berge), rechts schließen Hochegg (2835m), Regenstein (2891m) und Kugelspitze (2796m) an, zentral Rotenkogel und Gorner, in der Scharte das Kals-Matreier Törlhaus.
Rückblick auf meinen Aufstiegsweg
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Gipfelhang
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Dank leichtem Hanglüfterl waren die letzten fünfhundert Höhenmeter zum Gipfel auszuhalten. Ich passierte auch die Figerschupfe, eine Unterstandshütte dreihundert Meter unterhalb des Gipfels. Einen Blitzableiter sah ich nicht – fraglich, ob ich mich darin bei Gewitter viel wohler fühlen würde als unterm freien Himmel.
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Wegführung: Kals (Ort, 8.00) – Burg – Felsenkapelle (8.37) – Gipfel (11.20-11.35) – Greibühel (2247m, 12.35-12.45) – Lucknerhaus (13.20)
Höhenmeter: 1450hm | Strecke: 13km | ca. 4 Std. 45 Minuten reine Gehzeit | Murmeltiere, Turmfalke; Tauernblümchen, Edelweiss
Erstmals ein Wanderurlaub, der dezidiert als „Stadtflucht“ konzipiert wurde. Am Tag, wo in Wien erneut 40°C erreicht wurden, fuhr ich mit Bahn und Bus vollkommen problemlos nach Kals am Großglockner, was für die lange Anreise von rund sechseinhalb Stunden Fahrtzeit nicht unfaszinierend ist. Ich quartierte mich im „Haus Charlotte“ unweit vom Gemeindeamt ein. Die sehr freundliche Unterkunftgeberin richtete sich mit dem reichhaltigen Frühstück nach meinen Aufstehzeiten. Für etwas mehr Komfort nutzte ich ein Doppelzimmer für eine Person, dafür mit Balkon und Blick nach Westen. Im Gegensatz zu Innervillgraten (Slogan: „Kommen Sie zu uns! Wir haben nichts!“) war Kals schon recht überlaufen vom Massentourismus, vor allem Deutsche und Holländer. Für mich galt, die weniger frequentierten Wege zu finden, was mir großteils auch gelang.
Das Figerhorn, mein erster (und einziger richtiger) Gipfel der Region, leitet sich von romanisch vicus = Dorf ab. Fig hieß früher der heutige Ort Großdorf. Der Hofname Figer wurde urkundlich bereits 1307 als Zefig (sub vico, unter dem Dorf) erwähnt.
Der vierte August sollte der heißeste Tag seit Messbeginn in Wien werden (41,0°C in Stammersdorf), auch in Osttirol war er brütend heiß. Dennoch entschied ich mich für die Überschreitung mit der vollen Höhenmeterdistanz, denn der Anstieg sollte zunächst im Schatten verlaufen und ich konnte direkt vom Quartier weggehen, und damit auch ein wenig gemütlicher frühstücken, denn der Bus zum Lucknerhaus wäre um 7.30 gefahren.
Statt dem markierten Weg am Waldhang entlang, der dabei ein größeres Eck schlägt, wollte ich der Straße direkt nach Burg folgen. In der Früh galt es keine Zeit zu verlieren, solange es noch kühl war. Schon nach den ersten Metern tat sich ein unerwartetes Hindernis auf, eine über Nacht entstandene Baustelle auf der Straße Richtung Burg, kein Durchkommen für alle Verkehrsteilnehmer. Daher schlug ich doch das Eck (siehe Track), aber wechselte auf halber Höhe zurück zur Straße, wo um diese Uhrzeit nicht allzu viel Verkehr war.
Aus Gewichtsgründen war ich dieses Mal ausschließlich mit der Sony RX 100 VI unterwegs. So kam ich an allen Tagen mit einem 20L Rucksack aus.
Links Weißer Knopf (2577m) und Blauspitze (2575m), mittig Kendlspitze (3085m) und Ganimitz (2785m), rechts Muntanitz (3232m)
Blick Richtung Großdorf und Chalet-Anlage „Gradonna“
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Links Fallwindeskogel (2486m), der seine Bezeichnung wohl aufgrund der starken Nordwinde („Tauernwind“) trägt, rechts Rotenkogel (2762m), im Hintergrund Zarspitze (2778m) links und Schneidegg (2755m) rechts. Im Vordergrund Kals.
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Georgskirche mitten auf der Wiese oberhalb vom Kalser Bach, romanisches Langhaus, spätgotischer Kirchturm - Besuch lohnt sich, sehenswürdig.
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das 2012 errichtete Chaletdorf „Gradonna“ mit monströsem Turm sorgte für viele neue Arbeitsplätze, aber auch für die Aberkennung von Kals aus der „Bergsteigerdörfer-Initiative“
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In Burg, das aus einer Ansammlung von wenigen Höfen besteht, rechts den Burger Bach entlang und dann kam gleich die erste Sehenswürdigkeit, eine in die Felswand gesprengte Grotte, die als Kapelle dient.
erst 1975-1979 errichtete Felsenkapelle, errichtet von Sepp Kerer vom Burgerhof (Hintergrund)
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Glocke an der Außenseite
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Nach wenigen Kehren verlässt die Wegmarkierung den Forstweg und zieht steil in zahlreichen engen Kehren den steilen Nordwesthang hinauf. Im Schatten war es noch auszuhalten, doch selbst hier spürte ich schon die Vorzeichen der noch folgenden Backofenhitze.
ehemalige Viehhütte unterhalb der Greischneid
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Lockerer Wald mit schönem Kammweg unterhalb vom Geierspitz (2102m)
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Ich kam zügig voran und erreichte bereits nach 1 Stunde und 37 Minuten und 700 Höhenmetern den locker bewaldeten Ausstiegskamm, wo ich mich einschmierte und kurzerhand das Unterleiberl anbehielt und mein T-Shirt in den Rucksack packte. Eine mäßig gute Idee. Noch nie war mir so heiß wie an diesem Tag, dass ich mit Achselshirt am Berg ging, und entsprechend versäumte ich es, die Rückseite der Schulter einzucremen, was mir einen heftigen Sonnenbrand bescherte.
Beim Hinaustreten auf die ausgedehnten und unbeweideten Greiwiesen (Magerwiesen) wirkte das Figerhorn noch weit entfernt. Zunächst ging kaum ein Lüfterl und ich zerfloss schon beim Gedanken daran, bis zum Gipfel am Südhang aufzusteigen.
Figerhorn (2743m) erstmals in Sichtweite, rechts vorne Greibühel (2247m)
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Zoom auf den steilen Gipfelhang
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Naturgemäß war ich niemandem begegnet, bis der Steig vom Lucknerhaus kommend einmündete. Von dort kamen doch einige Wanderer. Dabei war die Überschreitung mit dem Bus gut schließbar, selbst wenn man in Burg sein Auto abstellte, aber eben einige Höhenmeter mehr.
Links Schneidegg und darüber spitz Gölbner (2943m, Villgratner Berge), rechts schließen Hochegg (2835m), Regenstein (2891m) und Kugelspitze (2796m) an, zentral Rotenkogel und Gorner, in der Scharte das Kals-Matreier Törlhaus.
Rückblick auf meinen Aufstiegsweg
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Gipfelhang
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Dank leichtem Hanglüfterl waren die letzten fünfhundert Höhenmeter zum Gipfel auszuhalten. Ich passierte auch die Figerschupfe, eine Unterstandshütte dreihundert Meter unterhalb des Gipfels. Einen Blitzableiter sah ich nicht – fraglich, ob ich mich darin bei Gewitter viel wohler fühlen würde als unterm freien Himmel.
13.jpg
wunderbar!
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