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Wegführung: Unterstalleralm (8.40) – Kamelisenalm (9.40-9.55) – Rotes Ginggele (2763m, 11.45-12.05) – Remasseen (12.30-12.45) – Einattal (13.45) – Innervillgraten Dorf (15.15) – Wasserweg – Ebene (15.45)
Höhenmeter: 1130 | Strecke: 16,7 km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. | Viecher: Murmeltier, Steinschmätzer
Nach der flotten Tour vom Vortag auf die Riepenspitze wollte ich noch einen 2700er nachlegen. Beinahe machte mir die Wetterprognose einen Strich durch die Rechnung: Von Norden her schwenkte im Tagesverlauf ein schwacher Trog durch. Nach dem Lokalmodell D2 wäre alles östlich vorbeigezogen, nach EZWMF und teilweise GFS schon ab Mittag Schauer in ganz Osttirol möglich. Meine „Exit“-Strategie wäre im Anstieg von der Kamelisenalm die Öwelenke gewesen, also Scharte statt Gipfel, oder überhaupt den Höhenweg ums Kamplasegg herum. Ich fürchtete weniger, nass zu werden, als im sehr steilen Abstiegsgelände dann ungute Wegbeschaffenheit zu haben. Doch es ging alles gut aus und ich erreichte den Gipfel.
Viele Flurnamen im Villgratental sind romanischen Ursprungs, etwa Kemplasegg, Kamelisen, Remasseen oder Tschoppaslenke. Villgraten wurde erstmals urkundlich 1140 als „Ualgratto“ erwähnt, wahrscheinlich von „vallis acerati“ – „Ahorntal“ stammend. Ein Bergrücken bei Innervillgraten heißt Ahornberg, ebenso stammen daher die Bezeichnung Arntal und Arntaler Lenke. Außervillgraten hieß 1867 noch „Brugg“ bzw. „Brucken„, nach der Brücke ins Winkeltal hinein (in den älteren Karten der Amap online von 1880 hieß es bereits Außervillgraten). Es scheint außerdem so, als ob der Villgratenbach unterhalb von Innervillgraten früher Sillbach hieß und dieser Abschnitt Sillthal genannt wurde (von vorrömisch suel = brausendes Gewässer, vgl. Silltal bei Innsbruck und Bozen).
Übrigens hielt sich bei der Hochgrabe (2951m) auf der „Wilden Platte“ laut Überlieferungen noch bis ins frühe 19. Jahrhundert ein Gletscher. 50 Jahre später, 1866 war er noch als „kleiner Gletscher“ verzeichnet, der im August 1870 bereits weitgehend verschwunden wurde. Heute ist davon längst nichts mehr übrig (Quelle und noch mehr Interessantes zur Geschichte des Tals hier).
Die kleine Katze räkelte sich in der Sonne
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Wie am Vortag bestellte ich das Herzass-Wandertaxi, das um 8.30 vor der Tür stand und mich in knapp zehn Minuten zur Unterstaller Alm brachte.
Für den Aufstiegsweg leihe ich mir ein Bild vom Anstieg auf die Riepenspitze aus:
gelb punktiert mein Anstieg über die Kamelisenalm (unten) und in einem weiten Bogen auf den Gipfel
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Fast war es ein wenig deprimierend, dass ich auf der Schattenseite in den finsteren Wald einstieg, aber ich gewann trotz der ausladenden Forstwegkehren schnell an Höhe und hatte zwischendrin nette Ausblicke auf das Tourengebiet vom Vortag:
Riepenspitze in Bildmitte, auch die Riepenalm weiter unten ist als hellbraune Holzhütte zu erkennen
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Jagdhütte bzw. Almhütte auf einer (ehemaligen) Weidefläche
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Am Horizont ausgeprägte hohe Leebewölkung von einer markanten Gebirgswelle – auch gut im Satellitenbild erkennbar (von den Südtiroler Dolomiten über Unterkärnten bis ins Grazer Becken reichend).
Bergidylle
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Bei den Hütten endete der Forstweg und setzte sich als teilweise schmaler Bergpfad fort, immerhin gut erkennbar und markiert.
Querung einer wasserführenden Rinne (Lafasbach)
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Dann stand ich kurz etwas ratlos vor dieser Weidebegrenzung. Strom war wahrscheinlich keiner auf dem Zaun, ich kroch trotzdem unten durch. Der Überstieg war etwas für Hünen.
Halbherzige Bretterlösung als Überstieg
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Nach genau einer Stunde Gehzeit erreichte ich die an sich idyllische, aber seit den 60er Jahren an Touristen vermietete Kamelisenalm. Vor jeder Hütte stand ein Auto, was ein wenig das Gefühl der Ursprünglichkeit vermiest hat. Ich schaute trotzdem kurz in die Holzkapelle:
Altar der hölzernen, 1950 geweihten Fatima-Kapelle
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Blick über die Alm in den Talkessel der Unterstaller Alm
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Kreuzspitze, Rotlahner und Riepenspitze
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Ich bleibe nur kurz sitzen, um mich einzuschmieren. Gegenüber bei einem der Hütten die Tür auf. Ein junger Mann kommt hustend heraus. „Bist Du immer noch nicht nüchtern?“ wird er gefragt. Mehr muss ich über das Hüttenleben hier nicht wissen …
Weiterweg mit Gipfel bereits in Sichtweite, rechts würde es zur Öwelenke (2556m) gehen.
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Anfangs steil einen Wiesenhang hinauf
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Kugelorchidee (Traunsteinera globosa)
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Gymnigritella suaveolens (Kreuzung aus Mücken-Händelwurz und Kohlröserl)
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Wegführung: Unterstalleralm (8.40) – Kamelisenalm (9.40-9.55) – Rotes Ginggele (2763m, 11.45-12.05) – Remasseen (12.30-12.45) – Einattal (13.45) – Innervillgraten Dorf (15.15) – Wasserweg – Ebene (15.45)
Höhenmeter: 1130 | Strecke: 16,7 km | Reine Gehzeit: ca. 6 Std. | Viecher: Murmeltier, Steinschmätzer
Nach der flotten Tour vom Vortag auf die Riepenspitze wollte ich noch einen 2700er nachlegen. Beinahe machte mir die Wetterprognose einen Strich durch die Rechnung: Von Norden her schwenkte im Tagesverlauf ein schwacher Trog durch. Nach dem Lokalmodell D2 wäre alles östlich vorbeigezogen, nach EZWMF und teilweise GFS schon ab Mittag Schauer in ganz Osttirol möglich. Meine „Exit“-Strategie wäre im Anstieg von der Kamelisenalm die Öwelenke gewesen, also Scharte statt Gipfel, oder überhaupt den Höhenweg ums Kamplasegg herum. Ich fürchtete weniger, nass zu werden, als im sehr steilen Abstiegsgelände dann ungute Wegbeschaffenheit zu haben. Doch es ging alles gut aus und ich erreichte den Gipfel.
Viele Flurnamen im Villgratental sind romanischen Ursprungs, etwa Kemplasegg, Kamelisen, Remasseen oder Tschoppaslenke. Villgraten wurde erstmals urkundlich 1140 als „Ualgratto“ erwähnt, wahrscheinlich von „vallis acerati“ – „Ahorntal“ stammend. Ein Bergrücken bei Innervillgraten heißt Ahornberg, ebenso stammen daher die Bezeichnung Arntal und Arntaler Lenke. Außervillgraten hieß 1867 noch „Brugg“ bzw. „Brucken„, nach der Brücke ins Winkeltal hinein (in den älteren Karten der Amap online von 1880 hieß es bereits Außervillgraten). Es scheint außerdem so, als ob der Villgratenbach unterhalb von Innervillgraten früher Sillbach hieß und dieser Abschnitt Sillthal genannt wurde (von vorrömisch suel = brausendes Gewässer, vgl. Silltal bei Innsbruck und Bozen).
Übrigens hielt sich bei der Hochgrabe (2951m) auf der „Wilden Platte“ laut Überlieferungen noch bis ins frühe 19. Jahrhundert ein Gletscher. 50 Jahre später, 1866 war er noch als „kleiner Gletscher“ verzeichnet, der im August 1870 bereits weitgehend verschwunden wurde. Heute ist davon längst nichts mehr übrig (Quelle und noch mehr Interessantes zur Geschichte des Tals hier).
Die kleine Katze räkelte sich in der Sonne
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Wie am Vortag bestellte ich das Herzass-Wandertaxi, das um 8.30 vor der Tür stand und mich in knapp zehn Minuten zur Unterstaller Alm brachte.
Für den Aufstiegsweg leihe ich mir ein Bild vom Anstieg auf die Riepenspitze aus:
gelb punktiert mein Anstieg über die Kamelisenalm (unten) und in einem weiten Bogen auf den Gipfel
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Fast war es ein wenig deprimierend, dass ich auf der Schattenseite in den finsteren Wald einstieg, aber ich gewann trotz der ausladenden Forstwegkehren schnell an Höhe und hatte zwischendrin nette Ausblicke auf das Tourengebiet vom Vortag:
Riepenspitze in Bildmitte, auch die Riepenalm weiter unten ist als hellbraune Holzhütte zu erkennen
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Jagdhütte bzw. Almhütte auf einer (ehemaligen) Weidefläche
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Am Horizont ausgeprägte hohe Leebewölkung von einer markanten Gebirgswelle – auch gut im Satellitenbild erkennbar (von den Südtiroler Dolomiten über Unterkärnten bis ins Grazer Becken reichend).
Bergidylle
5.jpg
Bei den Hütten endete der Forstweg und setzte sich als teilweise schmaler Bergpfad fort, immerhin gut erkennbar und markiert.
Querung einer wasserführenden Rinne (Lafasbach)
6.jpg
Dann stand ich kurz etwas ratlos vor dieser Weidebegrenzung. Strom war wahrscheinlich keiner auf dem Zaun, ich kroch trotzdem unten durch. Der Überstieg war etwas für Hünen.
Halbherzige Bretterlösung als Überstieg
7.jpg
Nach genau einer Stunde Gehzeit erreichte ich die an sich idyllische, aber seit den 60er Jahren an Touristen vermietete Kamelisenalm. Vor jeder Hütte stand ein Auto, was ein wenig das Gefühl der Ursprünglichkeit vermiest hat. Ich schaute trotzdem kurz in die Holzkapelle:
Altar der hölzernen, 1950 geweihten Fatima-Kapelle
8.jpg
Blick über die Alm in den Talkessel der Unterstaller Alm
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Kreuzspitze, Rotlahner und Riepenspitze
10.jpg
Ich bleibe nur kurz sitzen, um mich einzuschmieren. Gegenüber bei einem der Hütten die Tür auf. Ein junger Mann kommt hustend heraus. „Bist Du immer noch nicht nüchtern?“ wird er gefragt. Mehr muss ich über das Hüttenleben hier nicht wissen …
Weiterweg mit Gipfel bereits in Sichtweite, rechts würde es zur Öwelenke (2556m) gehen.
11.jpg
Anfangs steil einen Wiesenhang hinauf
12.jpg
Kugelorchidee (Traunsteinera globosa)
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Gymnigritella suaveolens (Kreuzung aus Mücken-Händelwurz und Kohlröserl)
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