Eine weitere heiße Hochsommerwoche stand bevor, und bereits einige Tage davor zeichnete sich ab, dass Montag, der 13. Juli der einzige Tag mit sicher stabilem Wetter ohne Gewittergefahr sein würde. Daher wollte ich ihn für einen schon seit Jahren gehegten Plan nützen: eine lange Tagestour vom Tal der Kalten Mürz auf die Schneealpe. Ich kannte diese einsame und landschaftlich so beeindruckende Region immer noch allzu wenig. Vor Jahren stieg ich im Frühherbst einmal über den sogenannten Grenzriegel genau entlang der Bundesländergrenze Niederösterreich - Steiermark auf den Amaißbichl. Alle übrigen Routen weiter westlich waren jedoch nach wie vor Neuland für mich, und das wollte ich endlich einmal ändern.
Mein Plan: vom Gasthof Leitner durch das Kleinbodental und über den Melkboden zum Windberg, und nach einer Pause bei der Michlbauerhütte etwas weiter östlich über den Burgsteig und die Dirtlerschlucht wieder zum Tal der Kalten Mürz hinunter.
Vor knapp über sechs Jahren ging eine Gruppe unter der Führung von Martin (waldrauschen), der auch Felix angehörte, diese Route in die Gegenrichtung. Der Bericht davon weckte schon meine Vorfreude und machte zudem gut klar, was mich erwarten würde.
So starte ich knapp vor neun Uhr beim Gasthof Leitner in Neuwald, im entlegenen Tal der Kleinen Mürz. Die Gebäude nördlich des Flusses liegen in Niederösterreich und gehören daher - etwas überraschend - zum (riesigen) Gebiet der Marktgemeinde St. Aegyd am Neuwalde. Auf dem Parkplatz stehen nur wenige Autos - wie mir scheint, eher von Sommergästen als weiteren Tourengehern.
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Die meisten Nordanstiege zur Schneealpe ab hier beginnen mit einigen Kilometern im Tal der Kalten Mürz. Da sorgt es für willkommene Abwechslung, dass entlang dem Sandsträsschen zahllose Orchideen stehen. Am häufigsten ist - wie fast üblich - das Fuchs' Knabenkraut vertreten; einige Exemplare sind mittlerweile am Verblühen. Dazwischen findet sich zum Beispiel aber auch diese schöne Mücken-Händelwurz.
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Einmal schaue ich direkt zum Lauf der Kalten Mürz, die derzeit - wenig überraschend - recht wenig Wasser führt. Der Amaißbichl steht noch relativ weit im Hintergrund.
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Nach gut 50 Minuten erreiche ich beim Steinalpl die Abzweigung des markierten Steigs ins Kleinbodental. Er steigt zu Beginn gleich deutlich an und quert danach sehr schön zwischen einigen Felswänden die steile Westflanke des Tals.
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Wie es für die gesamte Region typisch ist, war leider auch der untere Teil des Kleinbodentals vor Jahren stark von Windbruch betroffen. Aber alle Schäden wurden gut aufgearbeitet, und der Steig ist wieder ohne Behinderungen begehbar. Dieser Blick zurück geht zum felsigen Kamm der Grassgrabenhöhe nördlich der Kalten Mürz.
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Eine bekannte Eigenheit des Steigs ist, dass er insgesamt viermal das felsige Bett des Kleinbodenbachs quert. Das ist bei so wenig Wasser sicher einfacher als nach starken Niederschlägen oder auch am Ende der Schmelzwasserperiode.
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Inzwischen bin ich nach der zweiten Querung schon wieder westlich des Bachs unterwegs. Nach Osten öffnet sich ein erster Blick auf die beeindruckende Barriere der Salzwänd.
035-Salzwänd.jpg
Der Blick nach vorne zeigt, dass das gesamte Kleinbodental überraschend lang ist und sich im obersten Teil deutlich Richtung Südosten dreht.
037-Kleinbodental.jpg
Den südlichen Abschluss der Salzwänd bildet das durch die riesige Höhle stets leicht erkennbare (Hohe) Gamskirchl.
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Die eindrucksvollen Ausblicke lenken gut vom rustikalsten Abschnitt des Steigs ab: In der Westflanke des Tals sind zunächst vier - derzeit nahezu trockene - Seitengräben zu queren; danach führt ein kurzer Steilabstieg zur dritten Querung des Kleinbodenbachs hinunter.
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Beim Blick gegen meine Gehrichtung tritt ab nun immer stärker die Donnerwand (1799m) mit ihrer riesigen Ostwand ins Blickfeld.
Es ist schon eine äußerst beeindruckende Berglandschaft hier!
044-BachbettKleinbodenbach-Donnerwand.jpg
Zum Ausgleich folgt wieder ein "zahmerer" Abschnitt des Steigs: nur moderat ansteigend, allenfalls mit einfachen flachen Querungen von Schotterrinnen, zugleich aber mit weiteren Blicken auf die Ostseite der Donnerwand.
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Schließlich weitet sich das Tal vor mir nochmals zum locker bewaldeten, flachen Melkboden in knapp 1500m Seehöhe. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie das Gletschereis hier zwischen den felsigen Kämmen einen richtigen Kessel ausgehoben hat.
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Auch der erste Blick hinauf zur Kleinen Mitterbergwand (1863m) im Nordosten beeindruckt und macht zugleich anschaulich, wieviel Höhe es noch zu bewältigen gilt.
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Auf den ersten raschen Blick glaubte ich, dass hier entlang dem Weg nochmals Orchideen stehen. Woanders auf dem Melkboden tun sie das vielleicht wirklich; hier handelt es sich jedoch um ein schönes Exemplar des Schlangen-Knöterichs (Bistorta officinalis). Die Bemerkung, er versuche durch sein Aussehen Orchideen zu imitieren, klingt für mich sehr plausibel.
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Mein Plan: vom Gasthof Leitner durch das Kleinbodental und über den Melkboden zum Windberg, und nach einer Pause bei der Michlbauerhütte etwas weiter östlich über den Burgsteig und die Dirtlerschlucht wieder zum Tal der Kalten Mürz hinunter.
Vor knapp über sechs Jahren ging eine Gruppe unter der Führung von Martin (waldrauschen), der auch Felix angehörte, diese Route in die Gegenrichtung. Der Bericht davon weckte schon meine Vorfreude und machte zudem gut klar, was mich erwarten würde.
So starte ich knapp vor neun Uhr beim Gasthof Leitner in Neuwald, im entlegenen Tal der Kleinen Mürz. Die Gebäude nördlich des Flusses liegen in Niederösterreich und gehören daher - etwas überraschend - zum (riesigen) Gebiet der Marktgemeinde St. Aegyd am Neuwalde. Auf dem Parkplatz stehen nur wenige Autos - wie mir scheint, eher von Sommergästen als weiteren Tourengehern.
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Die meisten Nordanstiege zur Schneealpe ab hier beginnen mit einigen Kilometern im Tal der Kalten Mürz. Da sorgt es für willkommene Abwechslung, dass entlang dem Sandsträsschen zahllose Orchideen stehen. Am häufigsten ist - wie fast üblich - das Fuchs' Knabenkraut vertreten; einige Exemplare sind mittlerweile am Verblühen. Dazwischen findet sich zum Beispiel aber auch diese schöne Mücken-Händelwurz.
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Einmal schaue ich direkt zum Lauf der Kalten Mürz, die derzeit - wenig überraschend - recht wenig Wasser führt. Der Amaißbichl steht noch relativ weit im Hintergrund.
011-KalteMürz-Amaißbichl.jpg
Nach gut 50 Minuten erreiche ich beim Steinalpl die Abzweigung des markierten Steigs ins Kleinbodental. Er steigt zu Beginn gleich deutlich an und quert danach sehr schön zwischen einigen Felswänden die steile Westflanke des Tals.
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Wie es für die gesamte Region typisch ist, war leider auch der untere Teil des Kleinbodentals vor Jahren stark von Windbruch betroffen. Aber alle Schäden wurden gut aufgearbeitet, und der Steig ist wieder ohne Behinderungen begehbar. Dieser Blick zurück geht zum felsigen Kamm der Grassgrabenhöhe nördlich der Kalten Mürz.
021-Grassgrabenhöhe.jpg
Eine bekannte Eigenheit des Steigs ist, dass er insgesamt viermal das felsige Bett des Kleinbodenbachs quert. Das ist bei so wenig Wasser sicher einfacher als nach starken Niederschlägen oder auch am Ende der Schmelzwasserperiode.
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Inzwischen bin ich nach der zweiten Querung schon wieder westlich des Bachs unterwegs. Nach Osten öffnet sich ein erster Blick auf die beeindruckende Barriere der Salzwänd.
035-Salzwänd.jpg
Der Blick nach vorne zeigt, dass das gesamte Kleinbodental überraschend lang ist und sich im obersten Teil deutlich Richtung Südosten dreht.
037-Kleinbodental.jpg
Den südlichen Abschluss der Salzwänd bildet das durch die riesige Höhle stets leicht erkennbare (Hohe) Gamskirchl.
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Die eindrucksvollen Ausblicke lenken gut vom rustikalsten Abschnitt des Steigs ab: In der Westflanke des Tals sind zunächst vier - derzeit nahezu trockene - Seitengräben zu queren; danach führt ein kurzer Steilabstieg zur dritten Querung des Kleinbodenbachs hinunter.
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Beim Blick gegen meine Gehrichtung tritt ab nun immer stärker die Donnerwand (1799m) mit ihrer riesigen Ostwand ins Blickfeld.
Es ist schon eine äußerst beeindruckende Berglandschaft hier!
044-BachbettKleinbodenbach-Donnerwand.jpg
Zum Ausgleich folgt wieder ein "zahmerer" Abschnitt des Steigs: nur moderat ansteigend, allenfalls mit einfachen flachen Querungen von Schotterrinnen, zugleich aber mit weiteren Blicken auf die Ostseite der Donnerwand.
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Schließlich weitet sich das Tal vor mir nochmals zum locker bewaldeten, flachen Melkboden in knapp 1500m Seehöhe. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie das Gletschereis hier zwischen den felsigen Kämmen einen richtigen Kessel ausgehoben hat.
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Auch der erste Blick hinauf zur Kleinen Mitterbergwand (1863m) im Nordosten beeindruckt und macht zugleich anschaulich, wieviel Höhe es noch zu bewältigen gilt.
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Auf den ersten raschen Blick glaubte ich, dass hier entlang dem Weg nochmals Orchideen stehen. Woanders auf dem Melkboden tun sie das vielleicht wirklich; hier handelt es sich jedoch um ein schönes Exemplar des Schlangen-Knöterichs (Bistorta officinalis). Die Bemerkung, er versuche durch sein Aussehen Orchideen zu imitieren, klingt für mich sehr plausibel.
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des Predigtstuhls auf der Raxalpe.
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