Nächtlicher Einsatz im Steilgelände:
Zwei Personen vom Feuchtaberg gerettet
Nachdem die Ortsstelle Reichenau bereits am vergangenen Wochenende bis nach Mitternacht im Einsatz gestanden war, um Personen aus Bergnot zu retten, wurden unsere ehrenamtlichen Bergretter:innen am Sonntagabend erneut zu einem fordernden Einsatz alarmiert.
Um 19:22 Uhr alarmierte Notruf NÖ die Bergrettung: Ein Pärchen aus Wien war beim Abstieg von der Knofeleben in Bergnot geraten. Laut erster Meldung saßen die beiden im steilen Fels- und Schrofengelände unterhalb des unmarkierten Bärenpfades auf knapp 1.100 Metern Seehöhe fest. Eine Person hatte sich bei einem Sturz an der Schulter verletzt. Die zweite Person war bis auf Schürfwunden unverletzt, befand sich jedoch im Schockzustand.
Nach weiterer Abklärung durch die Einsatzleitung mit Notruf und Polizei wurde die Libelle des BMI für einen Suchflug angefordert. Parallel dazu stellten wir zwei Rettungsteams zusammen. Das erste begann um 20:17 Uhr mit dem mühevollen, steilen Aufstieg über den kaum sichtbaren Pfad in Richtung Einsatzstelle. Ein zweites Team fuhr mit dem Bergrettungsfahrzeug in Richtung Knofeleben, um von oben mit der Gebirgstrage in den Bärenpfad einzusteigen und zum Einsatzort abzusteigen. Zusätzlich wurde die Drohnengruppe hinzugezogen, um den Einsatzort mit einer Lichtquelle auszuleuchten.
Nach knapp 60 Minuten Zustieg gelang erstmals Rufkontakt mit einer der beiden Personen. Sie befand sich in einem östlichen Abhang abseits des Pfades, knapp oberhalb eines 200 bis 300 Meter hohen Felsabbruchs. Das Rettungsteam errichtete ein Seilgeländer und stieg gesichert in Richtung der Rufe ab. Um 21:50 Uhr erreichte der erste Teil der Einsatzmannschaft schließlich eine der beiden Personen. Es handelte sich um den 36-jährigen Wiener mit der dislozierten Schulter. Noch vor der medizinischen Erstversorgung musste der Mann gegen ein weiteres Abrutschen gesichert werden. Die Bergretter legten ihm einen Klettergurt an, setzten ihm einen Helm auf und sicherten ihn anschließend mit einem Seil. Danach übernahm ein Bergrettungssanitäter die Erstversorgung und das Wärmemanagement.
Im Gespräch mit dem Mann wurde auch klar, wie die beiden in diese schwierige Lage geraten waren: Sie waren bereits seit 11:00 Uhr unterwegs und über die Eng zum Naturfreundehaus auf der Knofeleben aufgestiegen. Für den Abstieg wollten sie nicht denselben Weg zurückgehen. Daher folgten sie am späten Nachmittag, ab etwa 17:00 Uhr, einem in einer Karte eingezeichneten Steig, ohne sich zuvor näher über diesen informiert zu haben. In weiterer Folge kamen sie vom unmarkierten Steig ab und setzten ihren Abstieg durch wegloses, steiles und felsdurchsetztes Gelände fort. Oberhalb einer Abbruchkante stürzte schließlich der vorausgehende Mann und verletzte sich an der Schulter.
Aufgrund der schwierigen Bedingungen vor Ort, der Erschöpfung der beiden Personen und der zu erwartenden terrestrischen Bergung bis in den Montagmorgen wurde der nachtflugtaugliche Christophorus 14 aus der Steiermark angefordert. Damit bestand die Möglichkeit, die beiden noch in der Nacht mittels Seilwinde aus dem Gelände zu retten.
Inzwischen hatte auch das zweite Bergrettungsteam die Einsatzstelle erreicht und einen Abseilstand eingerichtet. Ein weiteres Team machte sich auf die Suche nach der noch vermissten Begleiterin des Mannes. Wenige Minuten später, gegen 22:12 Uhr, fanden die Bergretter die 39-jährige Wienerin. Sie hockte an einer Felswand und zitterte stark. Auch sie wurde umgehend mit Helm, Gurt und Seil gesichert. Anschließend übernahm das Team die Erstversorgung und das Wärmemanagement. Nachdem sich ihr Zustand stabilisiert hatte, wurde die Frau, gestützt durch zwei Bergretter, zu ihrem Begleiter abgeseilt. Beide Personen wurden anschließend für die Bergung aus dem Steilgelände vorbereitet.
Der mittlerweile eingetroffene Rettungshubschrauber konnte die mit einem mobilen Scheinwerfer ausgeleuchtete Einsatzstelle während des Suchfluges lokalisieren. Danach begann die anspruchsvolle Windenbergung. Aufgrund des Windes, der dichten Bewaldung und des felsigen Geländes gelang diese erst im zweiten Versuch. Um 23:43 Uhr war die Bergung mittels Seilwinde abgeschlossen. Mit der Landung am Zwischenlandeplatz auf dem ausgeleuchteten Fußballplatz des SC Neupack Hirschwang endete eine außergewöhnliche Rettungsaktion: Es handelte sich um die erste Nachtbergung dieser Art in Niederösterreich.
Für die Bergretter:innen war der Einsatz damit allerdings noch nicht vorbei. Vor ihnen lag nun ein rund eineinhalbstündiger, mühevoller Abstieg über den steilen und absturzgefährdeten Bärenpfad. Kurz nach 01:00 Uhr trafen die beiden Einsatzmannschaften wieder in der Zentrale ein. Damit konnte der beinahe sechsstündige Einsatz beendet werden.
Unser besonderer Dank gilt der Alpinpolizei, der Polizei, der Flugpolizei, der Drohnengruppe und insbesondere der Crew des ÖAMTC-Notarzthubschraubers Christophorus 14 für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und Unterstützung.
Ohne die nächtliche Windenbergung hätten die beiden Personen gemeinsam mit dem Bergrettungsteam die Nacht im alpinen Gelände verbringen müssen, um bei Tageslicht mit dem Rettungshubschrauber geborgen werden zu können.
https://reichenau.bergrettung-nw.at/...berg-gerettet/
https://www.facebook.com/bergrettung.../?locale=de_DE
(mit etlichen Bildern vom Einsatz)
ORF NÖ verlegt auch diesen Einsatz irrtümlich auf die Rax (fällt nicht zum ersten Mal auf).
Zwei Personen vom Feuchtaberg gerettet
Nachdem die Ortsstelle Reichenau bereits am vergangenen Wochenende bis nach Mitternacht im Einsatz gestanden war, um Personen aus Bergnot zu retten, wurden unsere ehrenamtlichen Bergretter:innen am Sonntagabend erneut zu einem fordernden Einsatz alarmiert.
Um 19:22 Uhr alarmierte Notruf NÖ die Bergrettung: Ein Pärchen aus Wien war beim Abstieg von der Knofeleben in Bergnot geraten. Laut erster Meldung saßen die beiden im steilen Fels- und Schrofengelände unterhalb des unmarkierten Bärenpfades auf knapp 1.100 Metern Seehöhe fest. Eine Person hatte sich bei einem Sturz an der Schulter verletzt. Die zweite Person war bis auf Schürfwunden unverletzt, befand sich jedoch im Schockzustand.
Nach weiterer Abklärung durch die Einsatzleitung mit Notruf und Polizei wurde die Libelle des BMI für einen Suchflug angefordert. Parallel dazu stellten wir zwei Rettungsteams zusammen. Das erste begann um 20:17 Uhr mit dem mühevollen, steilen Aufstieg über den kaum sichtbaren Pfad in Richtung Einsatzstelle. Ein zweites Team fuhr mit dem Bergrettungsfahrzeug in Richtung Knofeleben, um von oben mit der Gebirgstrage in den Bärenpfad einzusteigen und zum Einsatzort abzusteigen. Zusätzlich wurde die Drohnengruppe hinzugezogen, um den Einsatzort mit einer Lichtquelle auszuleuchten.
Nach knapp 60 Minuten Zustieg gelang erstmals Rufkontakt mit einer der beiden Personen. Sie befand sich in einem östlichen Abhang abseits des Pfades, knapp oberhalb eines 200 bis 300 Meter hohen Felsabbruchs. Das Rettungsteam errichtete ein Seilgeländer und stieg gesichert in Richtung der Rufe ab. Um 21:50 Uhr erreichte der erste Teil der Einsatzmannschaft schließlich eine der beiden Personen. Es handelte sich um den 36-jährigen Wiener mit der dislozierten Schulter. Noch vor der medizinischen Erstversorgung musste der Mann gegen ein weiteres Abrutschen gesichert werden. Die Bergretter legten ihm einen Klettergurt an, setzten ihm einen Helm auf und sicherten ihn anschließend mit einem Seil. Danach übernahm ein Bergrettungssanitäter die Erstversorgung und das Wärmemanagement.
Im Gespräch mit dem Mann wurde auch klar, wie die beiden in diese schwierige Lage geraten waren: Sie waren bereits seit 11:00 Uhr unterwegs und über die Eng zum Naturfreundehaus auf der Knofeleben aufgestiegen. Für den Abstieg wollten sie nicht denselben Weg zurückgehen. Daher folgten sie am späten Nachmittag, ab etwa 17:00 Uhr, einem in einer Karte eingezeichneten Steig, ohne sich zuvor näher über diesen informiert zu haben. In weiterer Folge kamen sie vom unmarkierten Steig ab und setzten ihren Abstieg durch wegloses, steiles und felsdurchsetztes Gelände fort. Oberhalb einer Abbruchkante stürzte schließlich der vorausgehende Mann und verletzte sich an der Schulter.
Aufgrund der schwierigen Bedingungen vor Ort, der Erschöpfung der beiden Personen und der zu erwartenden terrestrischen Bergung bis in den Montagmorgen wurde der nachtflugtaugliche Christophorus 14 aus der Steiermark angefordert. Damit bestand die Möglichkeit, die beiden noch in der Nacht mittels Seilwinde aus dem Gelände zu retten.
Inzwischen hatte auch das zweite Bergrettungsteam die Einsatzstelle erreicht und einen Abseilstand eingerichtet. Ein weiteres Team machte sich auf die Suche nach der noch vermissten Begleiterin des Mannes. Wenige Minuten später, gegen 22:12 Uhr, fanden die Bergretter die 39-jährige Wienerin. Sie hockte an einer Felswand und zitterte stark. Auch sie wurde umgehend mit Helm, Gurt und Seil gesichert. Anschließend übernahm das Team die Erstversorgung und das Wärmemanagement. Nachdem sich ihr Zustand stabilisiert hatte, wurde die Frau, gestützt durch zwei Bergretter, zu ihrem Begleiter abgeseilt. Beide Personen wurden anschließend für die Bergung aus dem Steilgelände vorbereitet.
Der mittlerweile eingetroffene Rettungshubschrauber konnte die mit einem mobilen Scheinwerfer ausgeleuchtete Einsatzstelle während des Suchfluges lokalisieren. Danach begann die anspruchsvolle Windenbergung. Aufgrund des Windes, der dichten Bewaldung und des felsigen Geländes gelang diese erst im zweiten Versuch. Um 23:43 Uhr war die Bergung mittels Seilwinde abgeschlossen. Mit der Landung am Zwischenlandeplatz auf dem ausgeleuchteten Fußballplatz des SC Neupack Hirschwang endete eine außergewöhnliche Rettungsaktion: Es handelte sich um die erste Nachtbergung dieser Art in Niederösterreich.
Für die Bergretter:innen war der Einsatz damit allerdings noch nicht vorbei. Vor ihnen lag nun ein rund eineinhalbstündiger, mühevoller Abstieg über den steilen und absturzgefährdeten Bärenpfad. Kurz nach 01:00 Uhr trafen die beiden Einsatzmannschaften wieder in der Zentrale ein. Damit konnte der beinahe sechsstündige Einsatz beendet werden.
Unser besonderer Dank gilt der Alpinpolizei, der Polizei, der Flugpolizei, der Drohnengruppe und insbesondere der Crew des ÖAMTC-Notarzthubschraubers Christophorus 14 für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und Unterstützung.
Ohne die nächtliche Windenbergung hätten die beiden Personen gemeinsam mit dem Bergrettungsteam die Nacht im alpinen Gelände verbringen müssen, um bei Tageslicht mit dem Rettungshubschrauber geborgen werden zu können.
https://reichenau.bergrettung-nw.at/...berg-gerettet/
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(mit etlichen Bildern vom Einsatz)
ORF NÖ verlegt auch diesen Einsatz irrtümlich auf die Rax (fällt nicht zum ersten Mal auf).
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