Hüttenwirte in den Dolomiten halten Wanderer zurück –
Sekunden später donnert ein Erdrutsch vorbei
Innichen – Manchmal entscheiden wenige Augenblicke über Leben und Tod. So auch am Dienstagnachmittag (14. Juli) im Südtiroler Innerfeldtal. Eine italienische Wanderin machte sich an dem Tag auf den Weg zur beliebten Dreischusterhütte in den Sextener Dolomiten. „Der Aufstieg war trotz der großen Hitze leicht und angenehm“, schreibt sie auf Facebook. „Wir waren gerade in der Hütte, als kurz nach 13 Uhr ein heftiges Gewitter losbrach.“
Lange dauerte das Unwetter nicht, vielleicht 15 Minuten, stellt die Urlauberin klar. Doch die Hüttenwirte erkannten die Gefahr sofort. Als einige Wanderer die Hütte verlassen wollten, stellten sich die Betreiber ihnen in den Weg.
„Sie haben uns alle Informationen gegeben, uns ihr Telefon benutzen lassen und uns buchstäblich mit ihrem Körper daran gehindert, wegzugehen. Ich werde ihnen nie genug danken können“, schreibt die Frau. Nur Augenblicke später donnerte eine riesige Welle aus Fels, Schlamm und Geröll genau dort die Flanke hinunter, wo die Wanderer hätten stehen können.
Am selben Tag gingen gleich zwei große Muren im Gebiet ab: eine nahe der Dreischusterhütte, eine weitere im benachbarten Fischleintal. Der Hüttenwirt selbst alarmierte die Rettungskräfte und meldete die mögliche Anwesenheit von Wanderern in der Gefahrenzone. Freiwillige Feuerwehr, Weißes Kreuz, Bergrettung und mehrere Hubschrauber rückten aus. Die Straße unterhalb der Hütte wurde von der Schlammlawine vollständig verschüttet.
Rai Südtirol berichtet von 50.000 Kubikmetern Material, oder ungefähr 3700 LKW-Ladungen, die sich unweit der Hütte gen Tal gewälzt haben. Laut Martin Moser, einem Experten der Wildbachverbauung Ost, habe es sich um eine beispiellose Mure gehandelt. Die Zufahrt zur Dreischusterhütte müsse künftig wohl verlegt werden, so Moser zu Rai. Auf der aktuellen Wegführung könne die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden.
Immerhin: Am Ende der Rettungsoperation stand eine große Erleichterung. Niemand kam ernsthaft zu Schaden, lediglich eine Person wurde laut Rai leicht verletzt. Der Bergrettung gelang es, die eingeschlossenen Wanderer in Gruppen sicher über die Mure zu führen.
„Die Hüttenwirte waren wirklich großartig – wahre Engel für uns alle“, schreibt die Wanderin in ihrem Bericht. „Sie haben uns gerettet, da sie die Situation sofort erkannt haben und uns daran gehindert haben, uns von der Hütte fortzubewegen.“
https://www.merkur.de/welt/riesen-er...-94401649.html
(Text etwas gekürzt wiedergegeben)
Sekunden später donnert ein Erdrutsch vorbei
Innichen – Manchmal entscheiden wenige Augenblicke über Leben und Tod. So auch am Dienstagnachmittag (14. Juli) im Südtiroler Innerfeldtal. Eine italienische Wanderin machte sich an dem Tag auf den Weg zur beliebten Dreischusterhütte in den Sextener Dolomiten. „Der Aufstieg war trotz der großen Hitze leicht und angenehm“, schreibt sie auf Facebook. „Wir waren gerade in der Hütte, als kurz nach 13 Uhr ein heftiges Gewitter losbrach.“
Lange dauerte das Unwetter nicht, vielleicht 15 Minuten, stellt die Urlauberin klar. Doch die Hüttenwirte erkannten die Gefahr sofort. Als einige Wanderer die Hütte verlassen wollten, stellten sich die Betreiber ihnen in den Weg.
„Sie haben uns alle Informationen gegeben, uns ihr Telefon benutzen lassen und uns buchstäblich mit ihrem Körper daran gehindert, wegzugehen. Ich werde ihnen nie genug danken können“, schreibt die Frau. Nur Augenblicke später donnerte eine riesige Welle aus Fels, Schlamm und Geröll genau dort die Flanke hinunter, wo die Wanderer hätten stehen können.
Am selben Tag gingen gleich zwei große Muren im Gebiet ab: eine nahe der Dreischusterhütte, eine weitere im benachbarten Fischleintal. Der Hüttenwirt selbst alarmierte die Rettungskräfte und meldete die mögliche Anwesenheit von Wanderern in der Gefahrenzone. Freiwillige Feuerwehr, Weißes Kreuz, Bergrettung und mehrere Hubschrauber rückten aus. Die Straße unterhalb der Hütte wurde von der Schlammlawine vollständig verschüttet.
Rai Südtirol berichtet von 50.000 Kubikmetern Material, oder ungefähr 3700 LKW-Ladungen, die sich unweit der Hütte gen Tal gewälzt haben. Laut Martin Moser, einem Experten der Wildbachverbauung Ost, habe es sich um eine beispiellose Mure gehandelt. Die Zufahrt zur Dreischusterhütte müsse künftig wohl verlegt werden, so Moser zu Rai. Auf der aktuellen Wegführung könne die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden.
Immerhin: Am Ende der Rettungsoperation stand eine große Erleichterung. Niemand kam ernsthaft zu Schaden, lediglich eine Person wurde laut Rai leicht verletzt. Der Bergrettung gelang es, die eingeschlossenen Wanderer in Gruppen sicher über die Mure zu führen.
„Die Hüttenwirte waren wirklich großartig – wahre Engel für uns alle“, schreibt die Wanderin in ihrem Bericht. „Sie haben uns gerettet, da sie die Situation sofort erkannt haben und uns daran gehindert haben, uns von der Hütte fortzubewegen.“
https://www.merkur.de/welt/riesen-er...-94401649.html
(Text etwas gekürzt wiedergegeben)
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