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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

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Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

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Sanierung und Erweiterung „Neue Schillerkante“ am Weningerturm auf der Hohen Wand

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  • Sanierung und Erweiterung „Neue Schillerkante“ am Weningerturm auf der Hohen Wand

    140 Meter, 6. Schwierigkeitsgrad, großteils im oberen 5. Grad (auf der klassischen Line 4+ obl., sonst 6 obl.)

    Liebe FreundInnen des Weningerturms und der alten vergessenen Klettertouren!


    Die Schillerkante am Weningerturm wurde 1967 von E. Löffler, J. Altenburger und dem Großmeister der damaligen Kletterszene, Karl Kosa erstbegangen.


    Weningerturm Südwand.JPG
    Der Weningerturm, an der linken Begrenzung verläuft die obere Hälfte der Schillerkante

    Für mich rückt diese Tour in den Fokus, als ich bei der Sanierung des Herbertsteiges immer an riesengroßen, roten Buchstaben am Wandfuß vorbeimarschierte, die zwar nicht mehr lesbar, aber dennoch unzweifelhaft auf die Schillerkante hinweisen.

    In der Literatur finden sich Beschreibungen die mit „kaum mehr begangen“ beginnen, sich über „teilweise brüchig“ weiterhanteln und schlussendlich bei „wenig lohnend“ ihr Finale finden. Eine Tour mit solchen Attributen und noch dazu aus meinem Geburtsjahrgang – das muss doch was für mich sein (zumal ich in einer Tourenbeschreibung einmal „die Meisterklasse der angewandten Erd- und Steinbewegung“ genannt wurde ).

    Natürlich schiele ich schon während unserer Besuche beim Herbert regelmäßig Richtung Schillerkante, mein Hauptproblem ist vorerst, dass sich die Routenbeschreibungen in der Literatur nicht wirklich mit dem vorgefundenen Gelände decken – das sind eher freie Interpretationen der tatsächlichen Route.


    Und was ich noch in Erfahrung bringen kann:

    1. Es wird immer wieder einmal zwischen „unterer“ und „oberer“ Schillerkante unterschieden, als ob es kein Dazwischen gäbe (soviel sei vorweggenommen: das originale Dazwischen war auch nicht sehr einladend, es sei denn, man liebt erdige Steilrinnen im 2. Grad.).

    2. Die Tour ist in der Literatur als 5+ Route beschrieben. Wer die harten Bewertungen und die teils sehr weiten Hakenabstände von Karl Kosa kennt, weiß jetzt schon, dass da Überraschungen auf mich warten werden. Eine Erzählung im Vorfeld hat durchaus vom Strickleiter-Einsatz an schweren Stellen gesprochen, was auch die seltsam anmutende Platzierung mancher Schlaghaken erklären würde.



    Fassen wir mal die bisherigen Fakten kurz zusammen:

    Eine klassische Tour, streng bewertet, mit eher unattraktivem Mittelteil, die noch dazu eine Seillänge unter dem Gipfel des Weningerturms endet und dann den Weningersteig weiter verfolgt.

    Ich kontaktiere Karl Kosa und vereinbare mit ihm die Rahmenbedingungen der Sanierung bzw. einer eventuellen Erweiterung:

    Überall dort, wo alte Schlaghaken stecken, ersetze ich diesen durch einen BH.
    Überall dort, wo es ausreichend kräftige Bäume gibt, lege ich eine fixe Baumschlinge.
    Überall dort, wo man leicht und sicher ein Klemmgerät unterbringen kann, verzichte ich auf BH.
    Und überall dort, wo gar nichts an Sicherungen vorhanden ist, wo es aber gefährlich werden kann, setze ich einen zusätzlichen BH.

    Das Schöne an Kanten- bzw. Grattouren ist, dass sich weniger Gras und Erde im Fels festsetzen können als in Wänden, d.h. die große Grabungsarbeit ist diesmal nicht ganz so groß ausgefallen. Klar gab es genug lose Blöcke, aber die Felssubstanz an der Schillerkante ist grundsätzlich sehr gut bis exzellent.



    Ich seile mich also für eine erste Erkundung einmal vom letzten Stand des Weningersteiges in die Schillerkante ab und staune nicht schlecht, als ich jede Menge Schlaghaken in geringen Abständen finde. Nichtsahnend markiere ich diese Haken einmal, damit ich später beim Einbohren die Route gut finden kann.

    Dann rächen sich aber mein mangelhaftes Literaturstudium bzw. die nicht ganz zutreffenden Beschreibungen:

    Ich bohre entlang der markierten Hakenreihe gleich ein paar solide BH ein und wundere mich ein bisschen, dass das als 5+ durchgehen soll. Weiters wundere ich mich drüber, dass viele dieser Haken nur ein paar Zentimeter im Fels stecken und oftmals nach unten verbogen sind – da werden doch nicht meine Vorgänger die Route „hinaufgestürzt“ sein? Erst als die ominöse Hakenreihe vorerst im Nichts endet bzw. im Nichts beginnt und der Fels darunter in wilden, gelbbrüchigen und weitausladenden Überhängen abbricht, beschleicht mich eine leise Vorahnung,. dass ich hier falsch sein könnte. Da hänge ich also mitten in einer senkrechten Wand mit fast 70 Meter Luft unter dem Hintern, über mir sinnlos eingebohrte Haken und unter mir das gelbe Nichts... Dass ich da irgendwie trotzdem runter komme (obwohl mir beim Abseilen durch die gelben Überhänge ganze Teile davon um die Ohren fliegen) verbuche ich als lebenslanges Lernen...



    Schillerkante alter Haken.JPG


    Mittlerweile glaube ich zu wissen, dass ich da in einer alten, nie publizierten Technotour gelandet bin...

    ...obwohl beim näheren Hinschauen kann ich mitten im gelben Nichts eine graue Felslinie erkennen...

    ...die könnte doch ganz guten Fels haben...

    ...gelber Fels muss am Weningerturm nicht zwangsläufig brüchig bedeuten....

    ...das wäre doch was zum Einrichten, wenn ich mit der Schillerkante fertig bin...

    ...eingebohrt wären ja auch schon ein paar Meter...

    ...und vielleicht geht das auch in freier Kletterei...


    egal, wenden wir uns wieder unserem aktuellen Thema zu:

    Diesmal habe ich erstaunlicherweise keine 14 Tage in die Einrichtung der Tour verwenden müssen, nach „nur“ fünf Arbeitstagen war aus der alten Schillerkante eine „Neue Schillerkante“ geworden, mit einer Verlängerung nach unten um rund 10 Meter, zwei neuen Seillängen (2. und 3. – jetzt ganz ohne erdige Bruchrinnen im 2. Grad) im Mittelteil, einer gut abgesicherten 4. SL in der originalen Linie und einer Verlängerung nach oben um gute 15 Meter bevor die „Neue Schillerkante“ dann endgültig wieder in den Weningersteig übergeht. Die Tour ist damit viel homogener geworden, die Schwierigkeit habe ich leicht nach oben korrigiert.



    Schauen wir uns die „Neue Schillerkante“ einmal gemeinsam an:


    Schillerkante_Linie.JPG

    Die erste Seillänge startet bei der eingangs erwähnten großen roten Aufschrift am Wandfuß (mittlerweile durch ein Einstiegschildchen ergänzt und somit lesbar).

    Einstiegstafel Neue Schillerkante.JPG

    Die original Linie ist entweder von links kommend über ein schrofiges Band zum alten Einstiegshaken gequert oder hat sich der steilen und kurzen Verschneidung bedient, über die jetzt die Tour „Heimaterde“ führt. Wenn man den (geputzten) Einstiegsblock direkt über die Standhaken klettert und nicht das arme kleine Bäumchen als Griff benutzt, dann ist das eine ziemlich knackiger Beginn mit 5+/6-.

    1. SL Neue Schillerkante neuer Einstieg 5+.JPG

    image_570981.jpg

    Das darauffolgende, wasserzerfressene und wunderschön raue Wandl (2 BH) bietet sehr schöne Wandkletterei mit ein bisschen Spreizen (5). Dann kurz durchs Gemüse an den Fuß eines ausgesprochen tollen Plattenpfeilers mit sehr kompaktem Henkelfels, hier gerade hinauf.

    1. SL Neue Schillerkante toller Plattenpfeiler.JPG

    1. SL Neue Schillerkante kurz vor dem Stand.JPG

    Nach dem ersten Baum mit Schlinge um die Kante nach rechts queren und gerade weiter. Standplatz in einer Nische mit einem Klebehaken (die Klebehaken stammen von einem früheren, aber nie vollendeten Sanierungsprojekt) und einem BH. Dort ist auch noch ein sehr massiver Ringhaken mit reichlich Patina zu bewundern.



    Die zweite Seillänge ist neu angelegt: Vom Stand auf einen Block nach links weg und direkt hinter der Kante in einem steilen Riss gerade hinauf (4+, 4BH). Der Fels dort ist extrem rau (fast schon schmerzhaft) und hat zahlreiche senkrechte dünne Felsschuppen, die aber bombenfest sind – das, was nicht fest war, liegt jetzt unten... Am Ende der Seillänge an zwei großen Föhren vorbei, hier empfiehlt sich wegen der besseren Seilführung auch eine Schlinge im Geäst. Standplatz nach einer kurzen waagrechten Gratschulter am 2. Standplatz des Herbertsteiges.


    2. SL Neue Schillerkante knapp an der Kante.JPG
    2. SL knapp an der Kante

    2. SL Neue Schillerkante über dem 1. Stand.JPG
    2. SL man klettert hinter der Kante und nicht durch diesen wilden Bruch nach oben

    Die dritte Seillänge verfolgt ebenfalls eine neue Linie und bedient sich der dritten Seillänge des Herbertsteiges (2 Baumschlingen, 1 BH, 20 Meter und 4-). Klettert man die dritte Seillänge im klassischen Herbertsteig, dann können 2. und 3. SL auch zusammengelegt werden (35-40 Meter).

    Es besteht aber auch die Möglichkeit, als dritte Seillänge in den „Wilden Herbert“ zu wechseln, dann erreichen die Schwierigkeiten den 6. Grad und von einer Zusammenlegung der beiden Seillängen wird dringend abgeraten.


    3. SL Neue Schillerkante (Leihgabe Herbertsteig).JPG
    3. SL Leihgabe vom klassischen Herbertsteig 4-, links davon die 3. SL vom Wilden Herbert 6

    Mit der Verlegung der 3. SL in den Wilden Herbert kommt man dann gut aufgewärmt für die 4. Seillänge zum Stand. Dort beginnen gleich die kurzen, aber fordernden Schwierigkeiten mit dem Einstieg in eine gelbes, überhängendes, kleingriffiges und abdrängendes Wandl. Es geht dabei zwar nur um 2-3 Züge, bis die großen Henkel oben erreicht sind, aber hier bewegen wir uns auf jeden Fall im 6. Grad. Jedenfalls ist das eine der Stellen mit einem Schlaghaken in einer für die Sicherung unbrauchbarer Position, aber mit Trittleiter gut vorstellbar. Nach dem gelben Wandl (das erstaunlich festen Fels bietet) über ein breites Band weiter nach links bis zu einer abdrängenden Kante. Dort stecken knapp hintereinander 2 neue BH, damit man die extrem ausgesetzte Querung um die Kante auch gut gesichert klettern kann (5+). Auf keinen Fall den alten Klebehaken einhängen, der ist zu tief und garantiert dann maximale Seilreibung (habe ich leider ausprobiert)! Links der Kante noch ein paar Meter nach oben auf die nächste waagrechte Gratschulter, dort Stand an zwei BH. Ungefähr 6-7 Meter weiter am Fuß des nächsten Aufschwungs steckt auch ein Klebehaken mit Ring (Standplatz des Weningersteiges), der kann optional auch benutzt werden.

    4. SL Neue Schillerkante gelbes Wandl.JPG
    4. SL nach der "Schlüsselstelle" - gelb, steil und abdrängend, aber erstaunlich fester Fels

    Hier wäre die Schillerkante eigentlich zu Ende gewesen, wenn nicht rechts vom Weningersteig noch gute 15 Meter traumhaft wasserzerfressene und extrem raue Kanten- und Wandkletterei zu finden gewesen wäre – die musste ich einfach in die Route einbauen. Daher noch nicht auf den (ebenfalls sehr schönen) Weningersteig nach links wechseln, sondern entlang der 4 neuen BH in luftiger und eleganter Kletterei nach oben (6-). Nach dem 4. BH dann doch schräg links nach oben in den Weningersteig einbiegen und diesen (2BH) bis zum Gipfel des Wenigerturms verfolgen.

    5. SL Neue Schillerkante tolle Kante.JPG
    5. SL Erweiterung der Schillerkante nach oben

    5. SL Neue Schillerkante Fortsetzung Weningersteig.JPG
    Jetzt ist es endgültig Zeit, in den Weningersteig zu wechseln...

    Vom Gipfel gibt es eine Abseilpiste (für 50 Meter Doppelseil), mit der man mit 2x Abseilen bequem runter kommt. Den Abseilstand in der Piste habe ich letztens von 2 BH auf einen Baum mit Seil und Rapidglied verlegt, da damit der weitere Seilabwurf leichter und besser funktioniert als vom alten Abseilstand.

    Die Tour ist (wie alle meine Routen) an den Ständen mit 2 Bohrhaken ausgestattet, die Zwischen-BH sind ausreichend bzw. gibt es gute Baumschlingen und ein paar gute Normalhaken. Klemmgeräte können eingesetzt werden (z.B. in der 3. SL klassischer Herbertsteig ein 0,5er CAM), man kommt aber auch gut ohne durch. An den neuralgischen Stellen gibt es kleine blaue Dreiecke als Markierung (auch wenn ich deshalb schon des „Pistenalpinismus“ geziehen wurde...).


    Schillerkante Topo.JPG
    Hier das erste Topo vor der Konsolidierung der Bewertungen....


    Wenn ich jetzt richtig zähle, dann kommt man aktuell am Weningerturm auf 27-28 tolle Seillängen im Schwierigkeitsgrad von 3 bis 7- und einer eingerichteten Abseilpiste, damit man sich den etwas mühsamen Holzknechtsteig spart – das sollte doch für einen erfüllten Klettertag reichen.

    Und wem das noch zu wenig ist: Ich habe noch ein paar sehr schöne Linien in bestem Fels dort entdeckt...

    Danke an Karl Kosa und Gefährten für die Erschließung dieser tollen Tour und seine Kooperationsbereitschaft, mich diese sanieren zu lassen.

    Danke an Daniel für die Hilfe beim Putzen,

    Danke an Dieter, der mich bei meiner „Erstbegehung“ vorbildlich gesichert hat und

    Danke an Gerhard, der mit mir gleich die Zweitbegehung einen Tag später gemacht hat und mir bzgl. Bewertung wichtigen Input gegeben hat.

    Viel Spaß mit der „Neuen Schillerkante“!

    LG

    Andi
    PS. Eigentlich wollte ich den Bericht nicht so lang schreiben, aber dann ist es wieder mit mir durchgegangen...
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von andibaum; 22.08.2018, 20:42.
    ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

  • #2
    Da sag' ich nur: Gut gemacht und Danke!

    LG
    Matthias

    Kommentar


    • #3
      Ich mag den Bericht. Da kanns gern mit dir durchgehen! :-)

      Gefällt mir! So alte Klassiker gehören ja eh sanft saniert und begangen, ist ja auch eine Hommage an die Erstbegeher. Wär ja schad, wenn so schöner Fels sicher wieder verwächst!
      Over every mountain there is a path, although it may not be seen from the valley.

      Kommentar


      • #4
        Schaut ganz nach meinem Beuteschema aus - ich denke das sollte sich im September noch ausgehen! Danke für die investierte Arbeit!
        carpe diem!

        Kommentar


        • #5
          Cool, dass Du's wirklich saniert und sogar erweitert hast!

          Kommt jetzt das Kirchendachl dran?!
          ​​​​​
          Zuletzt geändert von peter; 24.08.2018, 09:14.

          Kommentar


          • #6
            Super Andi, wieder einmal ein toller und ausführlicher Bericht. Freu mich auf die Begehung. Velleicht geht es sich trotz schlechter Wettervorhersage am WE aus
            lg Sigurd

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Ansahias Beitrag anzeigen
              Da sag' ich nur: Gut gemacht und Danke!

              LG
              Matthias
              Hi Matthias,
              das hat ja mittlerweile fast Tradition, dass Du als erster auf meine Neutourenberichte eine Antwort schickst vielen lieben Dank dafür!
              LG
              Andi

              Zitat von Mileean Beitrag anzeigen
              Ich mag den Bericht. Da kanns gern mit dir durchgehen! :-)

              Gefällt mir! So alte Klassiker gehören ja eh sanft saniert und begangen, ist ja auch eine Hommage an die Erstbegeher. Wär ja schad, wenn so schöner Fels sicher wieder verwächst!
              Hi Mileean,
              danke für die Blumen - mir ist es immer wichtig, gleich mal mit noch frischen Eindrücken meinen Bericht zu schreiben, da fallen mir noch die ganzen Details ein, die vielleicht auch für andere interessant zu lesen sind. Zum Glück ist die Schillerkante nicht so extrem anfällig zum Zuwachsen, aber das Putzen und die neuen Klettermeter haben der Tour sicher gutgetan und vielleicht reißt auch mal der eine oder andere Wiederholer ein Grasbüschel aus, dann bleibt es noch länger zsammgräumt.
              LG
              Andi

              Zitat von Gamsi Beitrag anzeigen
              Schaut ganz nach meinem Beuteschema aus - ich denke das sollte sich im September noch ausgehen! Danke für die investierte Arbeit!
              Servus Martin,
              Danke für Dein Posting. Wenn Du den Weningerturm heuer noch wegen der Schillerkante besuchen solltest, dann kann ich dir wärmstens als Ergänzung und/oder Aufwärmübung den Wilden Herbert empfehlen (oder natürlich auch den klassischen Herbertsteig), dann zahlt sich der Weg in diese Ecke auch richtig aus.
              LG und viel Vergnügen,
              Andi

              Zitat von peter Beitrag anzeigen
              Cool, dass Du's wirklich saniert und sogar erweitert hast!

              Kommt jetzt das Kirchendachl dran?!
              ​​​​​
              Hi Peter,
              Danke für Dein Feedback. Ich finde es auch fein, dass die Schillerkante jetzt auch wieder gut kletterbar ist (und man den Weg vielleicht leichter findet als früher ). Die Erweiterung ist mich förmlich angesprungen, diese Meter mussten zur Schillerkante dazukommen.

              Das Kirchendachl bekommt heuer sicher noch Besuch von mir, muss noch ein paar logistische Dinge klären (Wie kriege ich den ganzen Putz- und Bohrkrempel dort rauf? Wie kann ich mich dort oben mit Wasser versorgen? Von unten oder doch von oben sanieren?) Egal, das Schönste am Kirchendachl wird für mich sein, dass ich einmal nach Herzenslust die losen Steine einfach ausräumen kann und nicht ständig aufpassen muss, dass ich keine Wanderer erschlage...
              Und das Rätsel um die ominöse Hakenreihe am Weningerturm verlangt ja auch noch nach Auflösung.
              LG
              Andi

              Zitat von sickman2000 Beitrag anzeigen
              Super Andi, wieder einmal ein toller und ausführlicher Bericht. Freu mich auf die Begehung. Velleicht geht es sich trotz schlechter Wettervorhersage am WE aus
              lg Sigurd
              Lieber Sigurd,
              danke Dir! Hoffe, dass die Begehung der Schillerkante bald klappt - der Zustieg und das Gelände dürften dir ja auch schon ziemlich vertraut sein .
              LG vom Routenmeister
              Andi
              Zuletzt geändert von andibaum; 24.08.2018, 16:14.
              ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

              Kommentar


              • #8
                Zitat von andibaum Beitrag anzeigen
                Hi Matthias,
                das hat ja mittlerweile fast Tradition, dass Du als erster auf meine Neutourenberichte eine Antwort schickst vielen lieben Dank dafür!
                LG
                Andi
                Wir ticken ja auch relativ ähnlich...

                Und extra für Dich gibt's ein Foto von heute.
                Kommentar überflüssig...



                Kommentar


                • #9
                  Warum um Himmels Willen verlegt ihr Rollrasen in der Wand? oder ist das ein Renaturierungsprojekt für den "Gerdaweg "? Ich will auch mal die Wiese einfach so wegrollen können und drunter so schönen Fels finden!
                  LG und danke für das Foto
                  Andi
                  Zuletzt geändert von andibaum; 24.08.2018, 23:01.
                  ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

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                  • #10
                    Zitat von andibaum Beitrag anzeigen
                    Warum um Himmels Willen verlegt ihr Rollrasen in der Wand?

                    Over every mountain there is a path, although it may not be seen from the valley.

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                    • #11
                      Aktualisierung (leider geht das Ändern des Beitrages nicht mehr...)
                      Nach den ersten Rückmeldungen hier jetzt das aktualisierte Topo - die obligate Schwierigkeit wurde von 4+ auf 5 geändert und im Gegenzug
                      ganz wenige Stellen um einen halben Grad abgewertet (und in den Metern des Weningersteigs habe ich virtuell einen BH entfernt, das sind nur 2 und nicht 3).
                      Falls es meine Zeit und die neue Website von bergsteigen.com
                      zulassen, stelle ich dort heute noch die Infos zusammengefasst online (inkl. Topo zum Ausdrucken), von Thomas Behm gibt's auch schon ein Topo (habe aber keine Ahnung, wann es das online geben wird).
                      LG
                      Andi


                      Schillerkante Topo.JPG

                      Zuletzt geändert von andibaum; 25.08.2018, 15:26.
                      ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

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                      • #12
                        Soda, komme gerade von einer Hochtourenwoche in den Stubaiern zurück und kann euch berichten, dass die "Neue Schillerkante" jetzt sowohl auf bergsteigen.com als auch bei Thomas Behm zu finden ist.
                        Freue mich auf die ersten Berichte von Wiederholern.
                        LG Andi
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                        • #13
                          Ja, mach ich gerne, hier meine (unsere) Reaktion:
                          Wir sind am Freitag dieses neueste altruistische Werk geklettert, und hatten viel Freude dabei (und vor allem keine Angst!)
                          Danke und Anerkennung an Andi für seine Mühe und schöpferische Findigkeit
                          (kleine Anmerkung noch zur Klassifizierung der Schönheit: die Route "Wilder Herbert" hat uns doch etwas besser gefallen, aber eben "de gustibus ……………….)

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                          • #14
                            Servus Harald,
                            Danke für die Rückmeldung, freut mich, dass es gefallen hat. Habe mich beim Einrichten der Tour an manchen Stellen auch gewundert, welch schwierige Stellen früher offensichtlich ohne Zwischensicherung geklettert wurden, weil die alten Haken erst nach oder weit vor den Schwierigkeiten steckten - einfach nur "wilde Hunde" kann ich da sagen.

                            Und ja, der "Wilde Herbert" ist auf jeden Fall homogener von den Schwierigkeiten und daher wahrscheinlich auch schöner - das ist halt der Vorteil einer Neutour, dass man hier nicht bestmöglich eine alte Linie verfolgen muss, sondern einfach drauf los ins Gelände klettern und den schönsten Fels zusammensuchen kann. Dafür ist die "Neue Schillerkante" auch was für 5er Kletterer, die sich im "Wilden Herbert" dann doch ziemlich plagen müssten.
                            LG
                            Andi
                            PS. Ich beginne am FR zwei neue Projekte am Weningerturm , scheinbar hat mich diese Ecke der Hohen Wand nachhaltig beeindruckt... dürften aber beide ein bisschen schwerer als die bisherigen Touren werden.
                            ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

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