Das Bild der Erde folgte schon immer dem Weltbild, also der vorherrschenden Ideologie. Am Anfang war sie rund, dann eine Scheibe, dann wieder rund. Immer wurde der aktuelle Kenntnisstand als Realität angenommen. Und doch war die Wissenschaft der Erdvermessung und Kartographie oft Instrument von Politik und Gesellschaft.

Auffällig ist z.B. die Wahl einer winkeltreuen Weltkarte, in der Europa gegenüber den äquatornahen Ländern zu groß dargestellt wird. Da niemand nach einer Weltkarte navigiert, hätte es auch eine flächentreuen Karte getan. Aber es ist eben nicht erwünscht, dass Afrika so dominant wird.

Jetzt haben wir das Zeitalter der Langstreckenflüge, Telekomunikation und globalisierten Märkte. Und schon wird die Erde nicht nur in unseren Köpfen kleiner:

'Es sind nur Millimeter, aber auch sie können einen Unterschied machen: Der Planet Erde ist im mittleren Durchmesser fünf Millimeter kleiner als bisher angenommen. Das haben Forscher der Universität Bonn herausgefunden, als sie die Erde mit einem neuen Verfahren so genau wie nie zuvor vermessen haben.

Die Bonner Forscher hätten die weltweiten Messungen von 34 Partnern in 17 Ländern koordiniert und die Ergebnisse zusammengeführt, erläuterte Nothnagel. "Durch Kombination mit GPS-Verfahren und Satellitenlasermessungen konnten wir die Koordinaten von knapp 400 Punkten auf der Erdoberfläche mit beispielloser Genauigkeit berechnen."'


http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...492628,00.html

Sogar das Messverfahren selber ist ein Zeichen der immer kleiner werdenden Welt.