Gestern wurden in Barcelona erstmals 40,9°C erreicht - die Messreihe geht dort bis 1914 zurück.
Um die knapp 40°C im Juni 2026 in Wien besser einordnen zu können:
Das sind Juni-Höchstwerte an der Hohen Warte für jeden Tag des Monats seit 1945 und rot die Kurve von 2026:
juni-hohewarte-2026.jpg
Interpretation: Die letzten fünf Tage waren wir deutlich außerhalb der statistischen Bandbreite für diesen Monat, und zwar um rund fünf Grad.
Auch bei den Tropennächten (> 20°C Minimum) zeigt der Trend steil nach oben - das ist sozusagen die harte Währung, denn schlafen muss man irgendwann, am liebsten in der eigenen Wohnung.
tropennächten.jpg
Quelle und weitere Statistiken
Zurück in die Gegenwart und in die Zukunft:
Während wir die kommenden Tage und Wochen wahrscheinlich keine neuen Hitzerekorde in Österreich erleben werden, ist die schwere Trockenheit (seit letzten Herbst!) augenscheinlich. Es wächst kaum noch grünes Gras - alles ist verdorrt. Wenige, an die Trockenheit angepasste Pflanzen (wie etwa die Wegwarte) können überleben.
Passend dazu:
notreifer-arnautovic.jpg
Grüne Landschaften sucht man derzeit auch in Niederösterreich vergebens. Die Bäume und Sträucher vertrocknen derzeit schon. Dieses Phänomen kennen wir von heißen Sommern im August, aber nicht schon Anfang Juli. Ein bisserl trostlos ist das schon, auch aus meteorologischer Sicht kann ich nicht viel Neues berichten:
Wie ich das gerade schreibe, gibt es ein paar clusterförmige Gewitter an der Alpensüdseite. Der Waldviertelexpress ist mit Wolkenstraßen in Ober- und Niederösterreich erkennbar, bringt aber keinen Niederschlag, da die Luft zu trocken ist.
Morgen, Sonntag, verstärkt sich der Hochdruckeinfluss wieder überall, zudem ziehen im Nordosten ein paar stärkere mittelhohe Wolkenfelder durch, die aber keinen Niederschlag bringen. Zumindest könnte es dadurch unter 30 Grad Höchstwerte dort haben. Sonst verbreitet um 15, im Südwesten bis 20 Grad auf 1500m (freie Atmosphäre). Lebhafte Nordwestströmung.
Am Montag ändert sich wenig, tendenziell weniger Wolken im Nordosten und allgemein 2-3 Grad wärmer. Einzelne Gewitter am Abend und in der ersten Nachthälfte über den Zentralalpen mit Schwerpunkt Tirol.
Am Dienstag weitet ein Höhentief über Polen seinen Einfluss bis zum Alpenraum aus. Damit im Tagesverlauf allgemein zunehmende Gewitteraktivität, vereinzelt auch in Ostösterreich möglich. Stärkere Nordwestströmung in der Höhe, entsprechend können die Gewitter heftiger ausfallen mit großem Hagel und Sturmböen.
Auch am Mittwoch anhaltender Tiefdruckeinfluss mit Schauern und Gewittern, etwas weniger heiß mit von Ost nach West 15 bis 20 Grad auf 1500m. Nullgradgrenze 3500 bis 4000m. Im Flach- und Hügelland schon wieder trocken (falls überhaupt jemals nass).
Danach ein wenig indifferent mit sich auffüllendem Höhentief östlich von Österreich, aber Höhentiefbildung über Frankreich, das heißt gänzlich gewitterfrei bleibt es nicht und weiterhin hochsommerlich warm. Was um diese Zeit normal wäre, aber mit der trockenen Vorgeschichte werden Vegetations- und Waldbrände wieder an Häufigkeit und Fläche zunehmen.
Die Modelle sind sich bis nächsten Donnerstag auf der groben Skala einig, also vor allem die unbeständigere Phase von Dienstag bis Donnerstag, wenn auch die Schwerpunkte unklar sind.
Zum nächsten Wochenende hin gehen sie dann ziemlich auseinander. EZWMF 00z rechnete eine (dritte) Hitzewelle im Alpenraum, mit Höhepunkt um 24. Juli mit 38-40°C im Osten, GFS hingegen ab dem Wochenende eine deutliche Abkühlung mit Niederschlägen. Die dritte Hitzewelle käme dann deutlich später.
Zum jetzigen Zeitpunkt muss man abwarten. Das Potential für weitere Hitzeschübe bleibt vorhanden, noch gut weitere 2 Monate. Gestützt wird es durch die extreme Trockenheit, wodurch sich die Böden schneller erwärmen können. Andererseits gab es nach der Junihitze schon mal Berechnungen für extreme Hitze ab 8. Juli, die dann nicht eingetroffen ist. Ziemlich sicher ist leider, dass bis weit in den Juli hinein im Flach- und Hügelland keine nennenswerten Niederschläge fallen werden, massive Ernteeinbußen sind also zu erwarten und steigender Druck auf die Landwirtschaft (ebenso Futterwiesen für die Kühe). Das Fischsterben in den österreichischen Gewässern wird weitergehen (Sauerstoffmangel). Etwas begünstigt wie bisher bleibt das westliche und südliche Alpengebiet durch regelmäßige und teils clusterförmige und damit flächige Gewitterniederschläge.
Lg, Felix
Um die knapp 40°C im Juni 2026 in Wien besser einordnen zu können:
Das sind Juni-Höchstwerte an der Hohen Warte für jeden Tag des Monats seit 1945 und rot die Kurve von 2026:
juni-hohewarte-2026.jpg
Interpretation: Die letzten fünf Tage waren wir deutlich außerhalb der statistischen Bandbreite für diesen Monat, und zwar um rund fünf Grad.
Auch bei den Tropennächten (> 20°C Minimum) zeigt der Trend steil nach oben - das ist sozusagen die harte Währung, denn schlafen muss man irgendwann, am liebsten in der eigenen Wohnung.
tropennächten.jpg
Quelle und weitere Statistiken
Zurück in die Gegenwart und in die Zukunft:
Während wir die kommenden Tage und Wochen wahrscheinlich keine neuen Hitzerekorde in Österreich erleben werden, ist die schwere Trockenheit (seit letzten Herbst!) augenscheinlich. Es wächst kaum noch grünes Gras - alles ist verdorrt. Wenige, an die Trockenheit angepasste Pflanzen (wie etwa die Wegwarte) können überleben.
Passend dazu:
notreifer-arnautovic.jpg
Grüne Landschaften sucht man derzeit auch in Niederösterreich vergebens. Die Bäume und Sträucher vertrocknen derzeit schon. Dieses Phänomen kennen wir von heißen Sommern im August, aber nicht schon Anfang Juli. Ein bisserl trostlos ist das schon, auch aus meteorologischer Sicht kann ich nicht viel Neues berichten:
Wie ich das gerade schreibe, gibt es ein paar clusterförmige Gewitter an der Alpensüdseite. Der Waldviertelexpress ist mit Wolkenstraßen in Ober- und Niederösterreich erkennbar, bringt aber keinen Niederschlag, da die Luft zu trocken ist.
Morgen, Sonntag, verstärkt sich der Hochdruckeinfluss wieder überall, zudem ziehen im Nordosten ein paar stärkere mittelhohe Wolkenfelder durch, die aber keinen Niederschlag bringen. Zumindest könnte es dadurch unter 30 Grad Höchstwerte dort haben. Sonst verbreitet um 15, im Südwesten bis 20 Grad auf 1500m (freie Atmosphäre). Lebhafte Nordwestströmung.
Am Montag ändert sich wenig, tendenziell weniger Wolken im Nordosten und allgemein 2-3 Grad wärmer. Einzelne Gewitter am Abend und in der ersten Nachthälfte über den Zentralalpen mit Schwerpunkt Tirol.
Am Dienstag weitet ein Höhentief über Polen seinen Einfluss bis zum Alpenraum aus. Damit im Tagesverlauf allgemein zunehmende Gewitteraktivität, vereinzelt auch in Ostösterreich möglich. Stärkere Nordwestströmung in der Höhe, entsprechend können die Gewitter heftiger ausfallen mit großem Hagel und Sturmböen.
Auch am Mittwoch anhaltender Tiefdruckeinfluss mit Schauern und Gewittern, etwas weniger heiß mit von Ost nach West 15 bis 20 Grad auf 1500m. Nullgradgrenze 3500 bis 4000m. Im Flach- und Hügelland schon wieder trocken (falls überhaupt jemals nass).
Danach ein wenig indifferent mit sich auffüllendem Höhentief östlich von Österreich, aber Höhentiefbildung über Frankreich, das heißt gänzlich gewitterfrei bleibt es nicht und weiterhin hochsommerlich warm. Was um diese Zeit normal wäre, aber mit der trockenen Vorgeschichte werden Vegetations- und Waldbrände wieder an Häufigkeit und Fläche zunehmen.
Die Modelle sind sich bis nächsten Donnerstag auf der groben Skala einig, also vor allem die unbeständigere Phase von Dienstag bis Donnerstag, wenn auch die Schwerpunkte unklar sind.
Zum nächsten Wochenende hin gehen sie dann ziemlich auseinander. EZWMF 00z rechnete eine (dritte) Hitzewelle im Alpenraum, mit Höhepunkt um 24. Juli mit 38-40°C im Osten, GFS hingegen ab dem Wochenende eine deutliche Abkühlung mit Niederschlägen. Die dritte Hitzewelle käme dann deutlich später.
Zum jetzigen Zeitpunkt muss man abwarten. Das Potential für weitere Hitzeschübe bleibt vorhanden, noch gut weitere 2 Monate. Gestützt wird es durch die extreme Trockenheit, wodurch sich die Böden schneller erwärmen können. Andererseits gab es nach der Junihitze schon mal Berechnungen für extreme Hitze ab 8. Juli, die dann nicht eingetroffen ist. Ziemlich sicher ist leider, dass bis weit in den Juli hinein im Flach- und Hügelland keine nennenswerten Niederschläge fallen werden, massive Ernteeinbußen sind also zu erwarten und steigender Druck auf die Landwirtschaft (ebenso Futterwiesen für die Kühe). Das Fischsterben in den österreichischen Gewässern wird weitergehen (Sauerstoffmangel). Etwas begünstigt wie bisher bleibt das westliche und südliche Alpengebiet durch regelmäßige und teils clusterförmige und damit flächige Gewitterniederschläge.
Lg, Felix