Abschied: Letzter Gletscher der Allgäuer Alpen fast geschmolzen
Der Schwarzmilzferner auf der Tiroler Seite der Allgäuer Alpen gilt als ihr letzter Gletscher. Nun war ein Forscherteam wieder zur alljährlichen Herbstvermessung vor Ort auf rund 2.400 Metern. Ihr Befund: Viel ist nicht mehr übrig.
Für Gletscher war 2026 ein verheerendes Jahr. Mehr als fünf Prozent des gesamten Schweizer Gletschereises sind allein diesen Sommer verschwunden. Man muss aber gar nicht bis in die Schweiz schauen, um den dramatischen Gletscherschwund zu beobachten. Ein Besuch beim einzigen Gletscher der Allgäuer Alpen, dem Schwarzmilzferner, reicht.
Über die Hälfte an Eisdicke in einem Jahr weg
"Man kann kaum mehr von Gletscher sprechen", sagt Christoph Mayer von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. "Sieht schon sehr traurig aus der Schwarzmilzferner", fügt seine Kollegin Astrid Lambrecht hinzu. Die beiden Glaziologen vermessen den Gletscher, der auf der Tiroler Seite der Allgäuer Alpen liegt, seit über 25 Jahren zweimal pro Jahr. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel geschrumpft. Bei der Dicke des Eises ist der Rückgang sogar noch dramatischer: Über die Hälfte hat er in einem Jahr eingebüßt. Zudem ist das Eis schon in einzelne Teile zerbrochen.
Klimawandel mit heißen Sommern setzt Gletschern zu
Ein weiteres so heißes Jahr wie dieses - dann sind wohl auch die letzten Eisreste verschwunden. Der Klimawandel mit heißen und trockenen Sommern ist der "Treiber des Gletscherverschwindens", sagt Mayer. Seine Kollegin Astrid Lambrecht spricht von einem "niederschmetternden Sommer" für Gletscher. In anderen Regionen seien Gletscher ein Wasserreservoir für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, in Zentralasien etwa.
Mitte des vergangenen Jahrhunderts war der Schwarzmilzferner noch etwa 27 Hektar groß, jetzt ist noch etwa ein Hektar übrig. An Höhe habe er über 35 Meter verloren, das Eis ist nur noch etwa drei Meter dick. "Die drei Meter werden vermutlich nächstes Jahr ganz abschmelzen und dann wird der Schwarzmilzferner Geschichte sein. Das Ende einer Ära. Das ist der letzte Gletscher der Allgäuer Alpen. Dann haben wir hier gar kein Eis mehr", bedauert Mayer und betont, dass die vergangenen 20 Jahre den großen Unterschied gemacht haben.
Gletscher wird komplett verschwinden
Dass dort auf der Südostseite, also der Sonnenseite, überhaupt ein Gletscher entstanden ist, hat zwei Gründe: zum einen viel Niederschlag, zum anderen wird sehr viel Schnee über die hohen umliegenden Gipfel verblasen, nämlich die Hochfrottspitze, den höchsten Berg im Allgäu, und die Mädelegabel. "Ein richtiges Schneeloch", sagt Mayer. Doch selbst nach schneereichen Wintern werde der Gletscher nun nicht mehr richtig an Masse gewinnen.
Trotzdem wollen er und seine Kollegin auch nächstes Jahr wieder raufgehen - um das dann wohl komplette Verschwinden zu dokumentieren.
Artikel mit Fotos: https://www.br.de/nachrichten/bayern...molzen,VXpSw38
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„Es schmilzt von allen Seiten“: Slowenien will letzten Gletscher retten
Sloweniens letzter Gletscher schmilzt: Einheimische klagen, „einzigartige Ökosysteme“ verschwinden, Flüsse verlieren Wasser.
Tropfen für Tropfen verliert Slowenien sein Eis. Der Skuta-Gletscher ist inzwischen der letzte Gletscher des Landes. Der andere Gletscher am Triglav, dem höchsten Gipfel Sloweniens, ist fast vollständig abgeschmolzen.
Seit fünfunddreißig Jahren beobachtet der Bergführer Andrej Slak, wie die slowenischen Gletscher schrumpfen. Auf dem Weg über das felsige Gelände zu den Resten von Skuta sagt er, der Wandel sei besonders im vergangenen Jahrzehnt deutlich geworden und habe die lokale Gemeinschaft hart getroffen.
„Wir stehen neben Sloweniens letztem verbliebenem Gletscher, und schauen Sie, was von ihm übrig ist. Es bleibt nur ein kleiner Eisfleck, bedeckt von Schmutz und Geröll. Der Unterschied ist enorm.
Diese Gletscher sind für uns im Tal das ganze Jahr über wichtige Wasserspeicher. Schäfer haben früher eisige Mulden wie diese genutzt, um Fleisch zu lagern und haltbar zu machen. Das ist heute nicht mehr möglich, weil es solche Eisnischen in den Bergen nicht mehr gibt.“
Geblieben ist ein Eisfeld an der Oberfläche des Berghangs, der Rest liegt unter Steinen verborgen, mit einer schmalen Öffnung, die in eine Spalte führt.
Wie schnell schrumpft Sloweniens letzter Gletscher?
In Ljubljana sammeln Wissenschaftler Daten über die Gletscher.
In diesem Jahr sind es 80 Jahre, seit das Anton-Melik-Institut für Geographie am Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste begonnen hat, beide Gletscher systematisch zu überwachen.
„Als wir begonnen haben, lagen unter Skuta rund 2,5 bis 3 Hektar Eis. Heute sind es nur noch 1,5 Hektar, und die Eisdecke ist weitgehend ausgedünnt. Auf Skuta ist sie von mehreren Dutzend Metern Dicke auf nur wenige Meter geschrumpft. Damals bedeckte der Triglav-Gletscher etwas mehr als 14 Hektar. Noch vor fünf oder zehn Jahren sprachen wir von einem halben bis einem ganzen Hektar. In den vergangenen Jahren waren es weniger als 0,2 Hektar, doch das Eis ist, wie gesagt, inzwischen vollständig verschwunden“, erklärt Miha Pavšek.
Pavšek führt die Veränderung auf zwei Faktoren zurück.
„Der Wendepunkt kommt, wenn wir sehr wenig Schnee haben, also eine extrem geringe maximale saisonale Schneehöhe, und danach einen sehr warmen Sommer", sagt er. „Genau diese beiden Faktoren sind in diesem Jahr zusammengefallen.“
Am Skuta zeigt eine Markierung auf einem Felsen, wie hoch der Gletscher 1994 reichte. Seitdem hat sich das Eis deutlich von diesem Punkt zurückgezogen.
„Skuta folgt demselben Weg wie der Triglav-Gletscher. Das Eis steht jetzt unter Schutz. Wir waren vor einer Woche im Gebirge, und etwa 80 bis 90 Prozent der Eisoberfläche sind von Schutt bedeckt, der zusätzlichen Schutz bietet. Trotzdem schmilzt der Gletscher von allen Seiten“, sagt Pavšek.
Für die Wanderer, die weiterhin in die Berge kommen, ist der Verlust klar zu erkennen.
„Ich mache mir aus einem größeren Blickwinkel Sorgen, vor allem mit Blick auf den Klimawandel insgesamt, denn Gletscher sind ein wichtiger Wasservorrat der Erde“, sagt die örtliche Wanderin Tanja Plavec. „Wenn sie verschwinden, verschwindet dieser Vorrat mit ihnen. Außerdem beherbergen Gletscher ein einzigartiges Ökosystem, das ebenfalls verloren geht, wenn das ewige Eis verschwindet.“
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https://de.euronews.com/2026/10/15/e...etscher-retten
Der Schwarzmilzferner auf der Tiroler Seite der Allgäuer Alpen gilt als ihr letzter Gletscher. Nun war ein Forscherteam wieder zur alljährlichen Herbstvermessung vor Ort auf rund 2.400 Metern. Ihr Befund: Viel ist nicht mehr übrig.
Für Gletscher war 2026 ein verheerendes Jahr. Mehr als fünf Prozent des gesamten Schweizer Gletschereises sind allein diesen Sommer verschwunden. Man muss aber gar nicht bis in die Schweiz schauen, um den dramatischen Gletscherschwund zu beobachten. Ein Besuch beim einzigen Gletscher der Allgäuer Alpen, dem Schwarzmilzferner, reicht.
Über die Hälfte an Eisdicke in einem Jahr weg
"Man kann kaum mehr von Gletscher sprechen", sagt Christoph Mayer von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. "Sieht schon sehr traurig aus der Schwarzmilzferner", fügt seine Kollegin Astrid Lambrecht hinzu. Die beiden Glaziologen vermessen den Gletscher, der auf der Tiroler Seite der Allgäuer Alpen liegt, seit über 25 Jahren zweimal pro Jahr. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel geschrumpft. Bei der Dicke des Eises ist der Rückgang sogar noch dramatischer: Über die Hälfte hat er in einem Jahr eingebüßt. Zudem ist das Eis schon in einzelne Teile zerbrochen.
Klimawandel mit heißen Sommern setzt Gletschern zu
Ein weiteres so heißes Jahr wie dieses - dann sind wohl auch die letzten Eisreste verschwunden. Der Klimawandel mit heißen und trockenen Sommern ist der "Treiber des Gletscherverschwindens", sagt Mayer. Seine Kollegin Astrid Lambrecht spricht von einem "niederschmetternden Sommer" für Gletscher. In anderen Regionen seien Gletscher ein Wasserreservoir für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, in Zentralasien etwa.
Mitte des vergangenen Jahrhunderts war der Schwarzmilzferner noch etwa 27 Hektar groß, jetzt ist noch etwa ein Hektar übrig. An Höhe habe er über 35 Meter verloren, das Eis ist nur noch etwa drei Meter dick. "Die drei Meter werden vermutlich nächstes Jahr ganz abschmelzen und dann wird der Schwarzmilzferner Geschichte sein. Das Ende einer Ära. Das ist der letzte Gletscher der Allgäuer Alpen. Dann haben wir hier gar kein Eis mehr", bedauert Mayer und betont, dass die vergangenen 20 Jahre den großen Unterschied gemacht haben.
Gletscher wird komplett verschwinden
Dass dort auf der Südostseite, also der Sonnenseite, überhaupt ein Gletscher entstanden ist, hat zwei Gründe: zum einen viel Niederschlag, zum anderen wird sehr viel Schnee über die hohen umliegenden Gipfel verblasen, nämlich die Hochfrottspitze, den höchsten Berg im Allgäu, und die Mädelegabel. "Ein richtiges Schneeloch", sagt Mayer. Doch selbst nach schneereichen Wintern werde der Gletscher nun nicht mehr richtig an Masse gewinnen.
Trotzdem wollen er und seine Kollegin auch nächstes Jahr wieder raufgehen - um das dann wohl komplette Verschwinden zu dokumentieren.
Artikel mit Fotos: https://www.br.de/nachrichten/bayern...molzen,VXpSw38
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„Es schmilzt von allen Seiten“: Slowenien will letzten Gletscher retten
Sloweniens letzter Gletscher schmilzt: Einheimische klagen, „einzigartige Ökosysteme“ verschwinden, Flüsse verlieren Wasser.
Tropfen für Tropfen verliert Slowenien sein Eis. Der Skuta-Gletscher ist inzwischen der letzte Gletscher des Landes. Der andere Gletscher am Triglav, dem höchsten Gipfel Sloweniens, ist fast vollständig abgeschmolzen.
Seit fünfunddreißig Jahren beobachtet der Bergführer Andrej Slak, wie die slowenischen Gletscher schrumpfen. Auf dem Weg über das felsige Gelände zu den Resten von Skuta sagt er, der Wandel sei besonders im vergangenen Jahrzehnt deutlich geworden und habe die lokale Gemeinschaft hart getroffen.
„Wir stehen neben Sloweniens letztem verbliebenem Gletscher, und schauen Sie, was von ihm übrig ist. Es bleibt nur ein kleiner Eisfleck, bedeckt von Schmutz und Geröll. Der Unterschied ist enorm.
Diese Gletscher sind für uns im Tal das ganze Jahr über wichtige Wasserspeicher. Schäfer haben früher eisige Mulden wie diese genutzt, um Fleisch zu lagern und haltbar zu machen. Das ist heute nicht mehr möglich, weil es solche Eisnischen in den Bergen nicht mehr gibt.“
Geblieben ist ein Eisfeld an der Oberfläche des Berghangs, der Rest liegt unter Steinen verborgen, mit einer schmalen Öffnung, die in eine Spalte führt.
Wie schnell schrumpft Sloweniens letzter Gletscher?
In Ljubljana sammeln Wissenschaftler Daten über die Gletscher.
In diesem Jahr sind es 80 Jahre, seit das Anton-Melik-Institut für Geographie am Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste begonnen hat, beide Gletscher systematisch zu überwachen.
„Als wir begonnen haben, lagen unter Skuta rund 2,5 bis 3 Hektar Eis. Heute sind es nur noch 1,5 Hektar, und die Eisdecke ist weitgehend ausgedünnt. Auf Skuta ist sie von mehreren Dutzend Metern Dicke auf nur wenige Meter geschrumpft. Damals bedeckte der Triglav-Gletscher etwas mehr als 14 Hektar. Noch vor fünf oder zehn Jahren sprachen wir von einem halben bis einem ganzen Hektar. In den vergangenen Jahren waren es weniger als 0,2 Hektar, doch das Eis ist, wie gesagt, inzwischen vollständig verschwunden“, erklärt Miha Pavšek.
Pavšek führt die Veränderung auf zwei Faktoren zurück.
„Der Wendepunkt kommt, wenn wir sehr wenig Schnee haben, also eine extrem geringe maximale saisonale Schneehöhe, und danach einen sehr warmen Sommer", sagt er. „Genau diese beiden Faktoren sind in diesem Jahr zusammengefallen.“
Am Skuta zeigt eine Markierung auf einem Felsen, wie hoch der Gletscher 1994 reichte. Seitdem hat sich das Eis deutlich von diesem Punkt zurückgezogen.
„Skuta folgt demselben Weg wie der Triglav-Gletscher. Das Eis steht jetzt unter Schutz. Wir waren vor einer Woche im Gebirge, und etwa 80 bis 90 Prozent der Eisoberfläche sind von Schutt bedeckt, der zusätzlichen Schutz bietet. Trotzdem schmilzt der Gletscher von allen Seiten“, sagt Pavšek.
Für die Wanderer, die weiterhin in die Berge kommen, ist der Verlust klar zu erkennen.
„Ich mache mir aus einem größeren Blickwinkel Sorgen, vor allem mit Blick auf den Klimawandel insgesamt, denn Gletscher sind ein wichtiger Wasservorrat der Erde“, sagt die örtliche Wanderin Tanja Plavec. „Wenn sie verschwinden, verschwindet dieser Vorrat mit ihnen. Außerdem beherbergen Gletscher ein einzigartiges Ökosystem, das ebenfalls verloren geht, wenn das ewige Eis verschwindet.“
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https://de.euronews.com/2026/10/15/e...etscher-retten