_0004169comp.jpg
Ich gehe also ein Stück des oberen Weges Richtung Kratzersattel und bekomme einen bekannten Duft in die Nase. Mit einem schmunzeln denke ich dabei an den gestrigen Tag am Grubigstein, wo es im Gipfelbereich und weiter Richtung Gartnerwand ziemlich matschig war und wir mit den Schuhen recht tief eingesunken sind. - Hat nicht lange gedauert, bis wir merkten, daß das kein gewöhnlicher Matsch war. Die dafür verantwortlichen Schafe hatten zu diesem Zeitpunkt ihre Morgentoilette aber längst beendet und grasten ganz unschuldig weiter unten bei der Bergstation...
Da die Schafe hier etwas weiter vorne Richtung Sattel stehen, hoffe ich auf eine für mich saubere Linie hinauf auf den Grat. Markierungen gibt es dort natürlich keine mehr, auf ein paar Steinmänner möchte ich aber schon hoffen dürfen.
Noch vor diesen zehn Minuten sieht ein freier Durchgang durch einen kleinen Latschenbereich sehr verlockend aus. Oberhalb stehe ich dann auf einem begrünten Bereich und erblicke diesen ersten felsigen Querriegel:
_0004175comp.jpg
Geradewegs aufgestiegen sehe ich zu Beginn der Felsen ein Brennnesselfeld - hier geht es für den Gratwanderer also keinesfalls weiter.

Die Felsschwierigkeit wäre hier wohl auch über meinen Fähigkeiten, aber das ist nun nebensächlich. Knapp rechts von dem Ganzen geht es ohnehin leichter aufwärts - im Bild etwas rechts der Bildmitte, wo begrünte Schrofen zu erkennen sind.
Wahrscheinlich wäre es auch gleich über diese Schrofen gegangen, ich entscheide mich aber hier für die nach links aufwärts ziehende Rinne, welche mir die ersten leichten Kletterstellen bringt (I). Nach wenigen Höhenmetern verlasse ich die Rinne auf einen grünen Absatz und bin mir über den weiteren Verlauf nicht ganz sicher.
Rechts von mir beginnt ein größeres Geröllfeld, gerade aufwärts wird es wieder felsiger und unübersichtlich und links von mir würde ein Schrofenhang mit nur leichter Steigung warten.
Ich entscheide mich für den Schrofenhang und dürfte damit richtig liegen.
_0004178comp.jpg
Der Blick hinunter ist nicht nur nett anzusehen, er ist auch wichtig um sich die Route für den Abstieg einzuprägen. Gegenüber setzt sich der Rauchberg mächtig in Szene:
_0004182comp.jpg
Beim Edelweiß fotografieren bin ich dann kurz von meiner Konzentration befreit. Genial, daß das 16mm Objketiv eine aberwitzige Naheinstellgrenze hat und ich praktisch mit der Frontlinse an den Blüten hängen kann. Das Objektiv ist bei Offenblende (2.0) schon sehr scharf und manuell zu fokussieren - so macht es Spaß!
_0004191comp.jpg
Es folgt ein recht breiter grüner Rücken, von wo ich schon zur nächsten Felsbarriere blicken kann:
_0004197comp.jpg
Das muß jene sein, wo es nur über die linke Rinne sinnvoll aufwärts geht.
Ich gehe den Rücken bis zum Beginn der Felsen und schaue mir diese Rinne aus ein paar Metern Entfernung an. Dabei wirkt sie äußerst steil.
Zum Glück täuscht das etwas wegen des Sonnenstandes und der somit kaum vorhandenen Schatten. Beim näher kommen sieht es machbar aus:
_0004199comp.jpg
Die Stöcke packe ich nun weg und freue mich aufs Hand anlegen an den insgesamt doch relativ benutzerfreundlichen Fels:
_0004200comp.jpg
Mit I+ würde ich diesen Abschnitt bewerten, die eine oder andere Stelle ist subjektiv vielleicht noch um eine Nuance schwieriger.
Mich erinnert dieser Teil auch an die Rinnen, die man im unteren Bereich am Großen Ödstein im Gesäuse zum Kirchengrat durchsteigen muß - wobei diese hier mehr Freude bereitet.
Die Rinne weitet sich weiter oben trichterförmig. Schrofig-steil mit einigem recht kleinkörnigen Schotter ist es hier. Die Stöcke leisten hier wieder gute Dienste.
Und dann ...stehe ich am Grat.
Ein sehr luftiges Gefühl!
Blick zum Ostgipfel:
_0004201_stitchcomp.jpg
...und auf meinen Weiterweg in Richtung Hauptgipfel:
_0004203_stitchcomp.jpg
Bevor ich weitergehe lasse ich nicht benötigte Sachen zurück - mit leichtem Gepäck klettert es sich besser.
Daß die volle Kameraausrüstung mitkommt, versteht sich von selbst.
Der folgende Abschnitt ist ein sich-an-den-Fels-gewöhnen. Das meiste geht noch ohne Benutzung der Hände. Am Grat ist es schon recht ausgesetzt, die linke (südliche) Flanke ist ziemlich brüchig und steil und rechts geht es sowieso ins bodenlose hinab.
Dort, wo man sich nicht balancieren getraut, setzt man sich besser hin:
_0004219comp.jpg
Rückblick auf den leichteren Teil:
_0004225comp.jpg
...und Ausblick auf den schwierigeren:
_0004232comp.jpg
Auch hier gibt es zumindest zwei Möglichkeiten um weiter zu kommen; am Grat ist es mir zu ausgesetzt, deshalb nehme ich die Flanke an mir geeignet erscheinender Stelle.
Nach einem kurzen, ebenen Stück am Grat kraxle ich auf einen Felskopf, der senkrecht und griffarm auf der anderen Seite abbricht. Erst nach kurzem umsehen erkenne ich einen leichten (I) Abstieg auf der sonst nicht einladenden Nordseite.
Es folgt der nächste Aufschwung:
_0004233comp.jpg
...mit einer schon am vorigen Bild zu erkennenden netten Kletterstelle (etwa II-):
_0004234comp.jpg
Einen Kommentar schreiben: