UFF - so viele beiträge, dass ich mir schon auf einen zettel eine liste zusammenschreiben musste, was ich sagen will - vielen dank jedenfalls für eure starke beteiligung an meinem thread
!also:
1) auf die berechtigte frage, warum ich alle goedeke-bücher (zumind die mir bekannten zu den alpen-3000ern u -4000ern) besitz, wenn ich sie so schlecht find: weil er an sich genau über das schreibt, was mich fasziniert: die technisch möglichst leichten anstiege auf richtig hohe alpenberge; bei meinen shopping-beutezügen
zu F&B in meinen uni-mittagspausen hab ich ebendort zu dieser unterkategorie des bergsports neben den goedeke-büchern nur das meiner meinung nach ganz ausgezeichnete buch "Edwin Schmitt, Wolfgang Pusch: Hochtouren Ostalpen. 100 Fels- und Eistouren zwischen Bernina und Tauern", sowie die SAC- usw, -gebietsführer gefunden; um mich in letztere kompilationen von kleingedrucktem zu vertiefen, fehlen mir allerdings zugegebenermassen zeit u motivation - wer mir noch andere bücher zu touren im grenzbereich zwischen wandern, klettern (kraxeln) u schnee&eis empfehlen kann - vielen dank, würd mich freun!2) zur frage der verantwortung: dass letztenendes die entscheidung "umdrehen o nicht?", wenn ich am beginn des grats am bortelhorn steh, ausschliesslich im bereich meiner verantwortung liegt, ist (zumind mir) eh klar - das ist ja eins der tollen dinge am bergsport, dass man für alles (erfolg, umdrehen, absturz, usw) zumind mittelbar immer selbst verantwortlich ist; darüber zu diskutieren, war aber eigentlich nicht meine absicht; es ging nicht um die verantwortung vom goedeke für meine entscheidungen, sondern darum, ob ausser mir noch andere hier schlechte erfahrungen mit seinen büchern gemacht haben.
3) diese frage scheint mir insofern beantwortet, dass sich zwar niemand besonders begeistert für die goedeke-bücher gezeigt hat, es aber auch niemand ausser mir richtig schlimm findet, wenn seine bücher ungenauigkeiten, fehler u bilder-verwechslungen enthalten o abgeschrieben sind - die häufig genannte meinung, dass solche bücher nur als inspiration u nicht als "gebrauchsanweisung" zu betrachten sind, ist mir jetzt genauso nachvollziehbar wie der gute tipp von jahn, mehr auf subjektive berichte (hier im forum) zu geben als auf bücher, die nicht auf persönliches eingehen können.
4) zu den fehden der "echten" kletterer kann ich mangels ahnung nix sagen; ich denk schon, dass mir mehr klettertraining zumind nicht schaden könnt, auch wenn die sichere beherrschung des 2ten grads allein mir am bortelhorn viell auch nicht genutzt hätt - denn die wirklich kritische situation hatt ich nicht durch einen fehlgriff o -tritt, sondern, wie mich nach einer querung (schon wieder im stand u mit allen händen u füssen am fels) plötzlich für nen moment mein für diese route viel zu schwerer rucksack nach hinten gezogen hatte u ich für einen moment gedacht hab "scheisse, jetzt stürz ich ab [anmerkung: ca 50m senkrecht auf den bortelgletscher]" ... zum glück hab ich mich dann doch sofort mit den armen ganz fest an den felsen ranziehen können u so sofort wieder das gleichgewicht gehabt ... insofern ist der tipp von vdniels, lieber zu viel ausrüstung als zu wenig dabei zu haben, für diese konkrete situation nicht soo passend
... (den viel zu schweren rucksack hatt ich wie schon gesagt, weil ich leichtere kraxelei erwartet hatte, weil ich dem goedeke-buch vertraut hatte, dass ... blablabla ...).5) die vermutung von marc 74, dass viel begangene ostalpen-3000er tendentiell schwieriger gewertet werden als unbekannte westalpen-3000er, hatt ich auch schon ... ob man am ankogel-südgrat 2er-stellen finden kann ist denk ich genauso fraglich wie die existenz von 1er-stellen am hochfeiler-normalweg o am petzeck, während mir zumind die goedeke-wertungen für diverse westalpen-berge doch recht locker scheinen ... möglicherweise liegt dem der nicht ganz falsche hintergedanke von autoren zu grunde, dafür sorgen zu müssen, dass halbschuhtouristen berge wie ankogel, hochfeiler u petzeck gefälligst ernst nehmen sollten, während sie gleichzeitig davon ausgehen, dass zb aufs weglose bortelhorn eh nur "profis" gehen.
6) diejenigen, die sich mehr o weniger offen verständnislos für mein handeln gezeigt haben, möcht ich doch bitten, sich mal zu überlegen, ob sie (va in ihrer jugend) nicht doch auch schon mal gipfelsiege erzwingen wollten, obwohl sie eigentlich nicht das zeug dazu hatten ... es ist mir schon paar mal beim durchlesen von anderen threads aufgefallen, dass einige wenige hier offenbar jeden, der/die nicht schon seit jahren hier im forum unterwegs ist, mal prinzipiell für eine(n) vollkommen verantwortungslose(n) halbschuhtouristIn mit suizidneigung halten, während gstandenen foren-usern, die von fast o tatsächlich passierten unfällen berichten, kräftig auf die schulter geklopft wird; was ich am bortelhorn gemacht hab, war sicher nicht optimal; unverständlich wars aber meiner meinung nach absolut nicht.
7) zur frage des abstiegs: spätestens nach dem fast-absturz war mir klar, dass ich auf keinen fall dort wieder abklettern würde; falls der NW-grat nicht so problemlos gewesen wär, wie er dann tatsächlich war, hätt ich sicher nicht gezögert, die REKA (schweizer flugrettung) zu rufen.
8) nachdem ich dankenswerterweise so viele rückmeldungen erhalten ab, würd mich jetzt eigentlich nur noch eins intressieren: wer kann mir sagen, welcher berg der vermeintliche goedeke-ankogel wirklich ist?
lg,
niki.
ps: allen schrecklichkeiten
meiner tour zum trotz kann ich das bortelhorn jedem, der/die in die region kommt, wärmstens empfehlen - es ist ein wunderschöner berg mit einer sehr markanten form in einer im vergleich zu den überlaufenen zielen im bereich von saas u zermatt angenehm ruhigen u ursprünglichen gegend, hat einen recht grossen, flachen gipfelbereich, wo man gemütlich die tolle aussicht, va hinüber zu den berner alpen geniessen kann (wenn man nicht grad zittrig einen viel zu schweren aufstieg überlebt hat
) u ist von brig aus in 1 tag machbar - ich hatte ausserdem noch das glück, dort einen faustgrossen bergkristall zu finden
). Außerdem ist kaum anzunehmen, dass ein als Ier ausgewiesener Steig eine IVer-Stelle hat, das wäre doch etwas zu extrem. Und der Normalweg als Abstieg sollte im allgemeinen auch leichter zu finden sein als die anderen Routen (dass man sich dabei trotzdem verkoffern kann ist eben das Risiko, das man beim Bergsteigen eingeht). So oder so - allein das Gefühl, dass man nicht schon am Limit geht und noch Reserven für etwaige schwerere Stellen hat, gibt einem mehr Sicherheit.

Demnach dürfte man keinen 1er gehen, wenn man keinen 12er schafft.
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