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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

6) Verboten ist/sind:

- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
- Die Verwendung von fremdem Bildmaterial, Kartenausschnitten und Topos ohne Zustimmung des Autors;
- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
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7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

8) Profil/Signatur

Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

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  • #16
    AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

    16.Tag: Gipfeltag

    Um 6 gibt’s Frühstück. Lasse Kaffeepulver, Teebeutel, Cocablätter, Weckerln und Marmelade links liegen und starte das Projekt Parinacota mit Müsli und löse Dr.Boehms Leistungselixier (so was Ähnliches wie Red Bull, nur als Pulver in Sackerl abgefüllt) im heißen Wasser auf.

    Da die Zelte zum Auto verlegt werde sollen, stopfe ich das bisschen, was noch im Zelt ist (Kleidung habe ich eh an bzw. im Rucksack) in den Sack und breche um ½ 8 auf Marianne und Helmut sind kurz vor mir los, Ullrich und Pablo noch nicht fertig.

    Wetter ist wieder wunderschön, Wind geht keiner und sonderlich kalt ist es auch nicht. 2 Liter habe ich zum Trinken mit, aufgeteilt auf Sigg-Flasche (kohlenhydrathaltiges Sportgetränk) und Thermoskanne (Tee). Als Verpflegung Peeroton-Powerriegel, Schneekoppe Fruchtriegel und ein Kohlenhydratgel. Das Essen zum Teil in der Jackentasche, damit es nicht gefriert. Heute soll mich kein Hungerast zur Umkehr bringen.Die Ski können gleich angeschnallt werden. Die Schneedecke ist nur minimal, reicht aber zum Gehen.

    Nach einiger Zeit treffe ich auf die zwei vor mir gestarteten. Marianne gibt auf. Sie hat starke Schmerzen in der Hüftgegend, verursacht durch einen Spaltensturz am Potosi. Das hatte sie uns erst am nächsten Tag erzählt. Passiert ist es beim Versuch, die Steilstufe abzufahren. Schade für sie. Helmut zieht mir dann rasch davon.

    Bis zum Sattel geht es ziemlich flach dahin, ich finde einen guten Rhythmus und fühle mich wohl. 2 x schnalle ich kurz die Ski ab, dann bin ich nach 1 ½ h am Sattel. Dort mal Pause und den ersten Riegel essen.

    Blick nach Chile
    335.JPG

    Jetzt müssen mal die Ski auf den Rucksack, ein kurzes Stück geht es im steilen Lavagrus nach oben.

    Blick auf die dann folgende Schneedecke :
    der Berg zeigt die ersten Zähnchen. So schaut das also aus, wenn die Büßerschneebildung beginnt.
    336.JPG

    Das Zeugs ist zwar hart, lässt sich aber gut niedertrampeln und die Harscheisen greifen. Bis hierher haben mich die Spuren, die die anderen gestern hinterlassen haben, geführt. Helmut ist gerade mitten in einem nach oben zu steiler werdenden Hang. Ich gehe noch ein Stück darauf zu (hier, in einer flachen Mulde liegt alter, windgepresster Schnee) und schau ihm mal zu. Das ist mir zu steil, ich weiche nach rechts zu einer schwach ausgeprägten Rinne aus. Diese und der Hangteil darüber schauen wesentlich flacher aus.

    Zeit zum Schauen und Fotografieren muss sein. Es aber dort, wo ich mich hinbewege weniger steil als es das Foto vermuten lässt.
    337.JPG

    Ich bewege mich wieder auf den Mini-Penitentes. In der Mitte der Rinne liegt gepresster Altschnee. Doch nach den ersten Schritten schreckt mich ein WUMM ganz schön . Bis jetzt hatte ich noch nie ein Setzungsgeräusch gehört. Obwohl höchstwahrscheinlich keine Gefahr besteht dass ich da etwas in Gang setzte, vertschüsse ich mich eiligst in den sicheren, wenn auch unangenehm zu gehenden Bereich.

    Ich bin mir schon seit einiger Zeit sicher, dass ich ganz hinauf kommen werde. Ist ein gutes Gefühl.

    Inzwischen ist es so warm geworden, dass ich ohne Handschuhe und Jacke gehe. Pablo sehe ich ca. ½ h hinter mir, Helmut ist aus dem Blickfeld verschwunden. Von Ullrich ist seit dem Sattel nichts mehr zu sehen, er ist wohl umgedreht. So alleine zu Gehen hat so seine Vorteile. Am Seil gehend könnte ich nicht stehen bleiben, sobald mir danach ist. Mit dem Atmen geht es ganz gut, bin ja schon bestens akklimatisiert. Lästig ist nur, das ich mich - wie immer wenn es kalt ist - häufig schneuzen muss.

    12h45: wieder Zeit für eine Essens- und Fotopause.

    Pomerape
    340.JPG

    Das liegt schon hinter mir
    338.JPG

    Das noch vor mir
    341.JPG

    Den Kraterrand hat man ja die ganze Zeit im Blickfeld. Es könnte zermürbend sein, das Ziel ständig zu sehen und doch nur sehr langsam im beständigen Zick-Zack näher zu kommen. Aber heute geht es mir so gut, dass mir das nichts ausmacht.

    Die zackenfreie Schneedecke, die da am Foto vor mir liegt verlasse ich nach dem gleich nach dem Betreten auftretendem Wumm wieder schleunigst und gehe links an deren Rand hoch.

    Schön langsam macht sich stärker werdender Wind bemerkbar, oben hat’s Schneefahnen. Fleece, GTX-Jacke und Handschuhe kommen wieder zum Einsatz.

    Eine nette Zahl, auch wenn die in diesem Moment sicher nicht ganz gestimmt hat
    342.JPG

    13h45: Helmuth fährt schon wieder ab.
    343.JPG

    Die Windrichtung dürfte hier meist gleich sein. Der Schnee liegt in schmalen Streifen schräg auf den Zähnchen mit kleiner Wechtenbildung immer in dieselbe Richtung. Wenn ich mich in den Wind bewege kann ich schön am Rand eines Streifens gehen, in die Gegenrichtung wird es ein bisserl mühsamer. Je nach Lage der Streifen und wenn die Finger der windzugewandten Hand zu kalt werden, wechsle ich mit einer Spitzkehre die Richtung. Unmittelbar danach bleibe ich immer zum Auskeuchen stehen. Bis jetzt hatte ich bei keiner Tour kalte Zehen. Heute stecken meine Füße in Seidensocken, darüber die dicken Thorlo. Über den Skischuhen habe ich im Fußbereich Neoprenüberzieher von Alpenheat (die haben mir schon beim Alpinskifahren, wo ich immer eiskalte Zehen habe, gute Dienste geleistet).
    Jetzt werden sie doch langsam kälter, ist aber noch im tolerierbaren Bereich.

    Vielleicht 50 Hm unterm Kraterrand hören die Schneestreifen auf, es ist jetzt etwas steiler. Da es am Kraterrand sicher noch windiger ist, Schalle ich hier die Ski ab und verstaue gleich die Felle. Zur Sicherheit lege ich noch die Steigeisen an. Ist zwar nicht unbedingt notwendig, ich geh damit aber entspannter. Eigentlich krieg ich jetzt wieder Hunger, das Ziel ist aber so nahe, dass ich das ignoriere.

    Um 16 Uhr, nach 8 1/2h habe ich es geschafft, genau zu dem Zeitpunkt, den ich mir als Deadline gesetzt habe. Pablo unter mir ist stehen geblieben und hat auch abgefellt.

    344.JPG

    Das ist der markante Zipfel, der von unten zu sehen ist
    345.JPG

    Den lasse ich aber links liegen und wende mich der Kuppe rechts zu, die genauso hoch ist. Vom berühmten Hochgefühl merke ich nichts, vielleicht auch weil ich schon seit Stunden sicher war, dass ich es schaffe. Bin nur froh, dass ich nicht weiter bergauf muss.

    Eine Fortsetzung folgt noch.
    Zuletzt geändert von AndreaH; 21.06.2011, 08:21. Grund: Schreibfehler

    Kommentar


    • #17
      AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

      Vor 8 Jahren am Cotopaxi hatte ich im dichten Nebel den Krater nicht gesehen, jetzt kann ich endlich in einen Krater hineinschauen.
      350.JPG

      349.JPG

      Bis in den Grund sehe ich nicht, ich traue mich nicht ganz an den Rand: nicht, dass ich da vielleicht noch samt dem Schnee auf dem ich stehe, hineinfalle

      Das da drüben, auf der chilenischen Seite ist der Gipfel. Den Spuren nach ist Helmut rauf.
      348.JPG

      Es ist spät, mir ist kalt. Eine halbe Stunde dauert das sicher noch. Ich verzichte – gar nicht schweren Herzens. Das sind nur ein paar Höhenmeter mehr als die Stelle, an der ich mich befinde. Ich beschließe für mich, dass das Erreichen des Kraters mit der höchsten Stelle auf bolivianischer Seite als Parinacota-Besteigung zählt. Ich persönlich wäre ja lieber mindestens eine Stunde früher gestartet, dann wäre es sich ausgegangen. Täte es theoretisch jetzt auch noch. Da Vollmond ist, könnte man auch das letzte Stück zum Lager in der Dunkelheit zurücklegen (auch stirnlampenlos). Entscheide mich aber für die vernünftigere Variante.

      Gehe wieder ein Stück runter, bis ich eine Schneeauflage finde, auf der ich Ski gut hinlegen kann. Sonst wäre es schwierig, in die Dynafit hineinzukommen. Und davonsausen darf mir ein Ski auf gar keinen Fall.

      Ausstemmen, Querrumpeln, Ausstemmen. So geht es halbwegs. Abfahrtsvergnügen schaut anders aus. Aber besser (und vor allem viel schneller) schlecht gefahren als gut gegangen. Bin nach kurzer Zeit bei Pablo. Der schaut neidisch auf meine taillierten und vor allem viel kürzere Ski. Ich fahre immer wieder voraus und warte dann einige Zeit, bis er sich zu mir abgemüht hat.

      Grauslich wird’s weiter unten im flacheren Bereich im Pressschnee. Übelster Bruch, lande mehrmals am Hinterteil und quäle mich wieder hoch. Pablo bleibt solange es geht im Schnee, ich flüchte bei der erst besten Gelegenheit ins Gehgelände. Der feine Gries macht bergab echt Spaß.

      Am Sattel geht’s wieder auf die Ski.

      18 Uhr: dieses faszinierende Bild hat sich gestern Abend schon geboten. So schaut es aus, wenn die Sonne zwischen 2 Vulkanen untergeht.
      352.JPG

      Jetzt geht es flott dahin, durchgehend auf Schnee. Ich sehe Zelte: die stehen ja am selben Platz wie heute morgen .Bin ziemlich angefressen. Hatte mich die ganze Zeit ja seelisch darauf eingestellt, dass ich zwar heute eine halbe bis dreiviertel Stunde länger abwärts muss, wir dafür aber morgen wesentlich früher in La Paz sind. Übermorgen geht ja der Flieger. So räume ich noch rasch meine Sachen wieder aus, solange noch Licht ist und gehe ins Essenszelt. Die anderen liegen schon in ihren Zelten. Ich habe schon seit dem Gipfel Hunger, das bisschen Suppe und Reisgericht ändern daran nicht wirklich was. Die nächste Hiobsbotschaft folgt gleich: das Gas zum Kochen ist aus, wir gehen morgen runter zum Auto und frühstücken dort. Wo ich doch vorm Frühstück nicht lebensfähig bin!

      Wenigstens ist jetzt noch heißes Wasser da, um die Siggflasche damit zu füllen. Bin ziemlich ausgefroren, selbst mit dieser Wärmeflasche dauert es sehr lange, bis mir warm wird.

      Wache ein paar Mal mit knurrendem Magen auf. Habe noch keine Idee, wie ich es runter zum Frühstück schaffen soll.

      19.Tag Abstieg, heiße Quellen, Rückfahrt nach La Paz

      Wache um ½ 7 auf. Das Zusammenpacken schafft mich schon so, dass ich keine Kraft mehr habe, das Zelt abzubauen. Gehe gemeinsam mit Ullrich weg. Wir dackeln langsam abwärst. Als ich absolut nicht mehr weiter kann, verdrücke ich den letzten Riegel. Der Zuckerschub bringt mich wenigsten wieder auf die Beine, es ändert aber nichts daran, das mir genauso schwindlig ist wie vor 2 tagen beim raufgehen. Doch nach wenigen Metern sehe ich im flachen Bereich eine Fahrspur. Ha! Da steht ja das Auto. Taumle auf einen Sessel. Teewasser ist schon fertig. Schnappe mir ein paar Cocablätter. Die Köchin gibt da gleich ein „mas“ von sich. Also häufe ich noch etliche in die Tasse. Ullrich hat das etwas versteckt stehende Fahrzeug offenbar nicht gesehen und ist weiter auf dem Weg nach unten, leider schon außer Rufweite.

      Fülle meinen Magen und fühle mich langsam besser. Die anderen trudeln auch ein, Ullrich kommt auch zurück. Wir haben Zeit zum Essen, die Träger gehen wieder 2 Mal.

      Das Gepäck wird wieder hoch auf dem Dach aufgetürmt, es müssen ja 8 Personen ins Auto.

      Wir gehen zu Fuß zum Basecamp. Großes Staunen: in der Nähe zeltet eine größere Gruppe.
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      Mit Müh und Not quetschen sich alle ins Auto. Ich wäre zwar lieber direkt nach La Paz gefahren, die anderen wollen aber zu den heißen Quellen.

      Der faszinierende Anblick versöhnt mich aber wieder
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      361.JPG

      Eine 2 Literflasche Cola wird noch aufgeteilt, dann geht es weiter. Ich habe nichts mehr zu trinken und dörre schon ziemlich aus.

      Wieder auf der Fernstraße kämpft Pablo am Steuer gegen das Einschlafen. Er schafft es gerade noch bis zu einem Laden (hier gibt es ja kilometerweit nichts als Wüste), wo unser zweites Fahrzeug wartet. Nach einem halben Liter Flüssigkeit und endlich Zigaretten (hatte seit 2 Tagen keine mehr) geht es mir wieder gut. Das Gepäck wird aufgeteilt, wir haben wieder unseren Fahrer und weiter geht’s nachdem im Tank ein paar Kanister Sprit mit Hilfe eines improvisierten Trichters gelandet sind. Als wir die Straße nach La Paz erreichen gibt es einen Sandwich zur Stärkung, um 8 sind wir im Hotel. Nach dem Duschen würde uns ein Taxi zum Essengehen abholen. Ich bleibe im Hotel, stürze mich aufs Salatbüffet und erledige einen Großteil des Einpackens. Will morgen noch genügend Zeit habe, um Einkaufen zu gehen.

      20. Tag: 1/2 Tag La Paz, Heimflug

      Um 14h30 kommt uns der Jeep abholen. Frühstücke gleich um 7. Packe alles ein um festzustellen, wie viel Platz ich noch habe.

      Kurz vor 9 marschiere ich gemeinsam mit Pablo zum San Francisco Platz. Er hat sich sichtlich gefreut, dass ich ihm meine alte Softshelljacke gegeben habe.

      Genieße nochmals das Gewusel und gebe den Rest meiner Bolivianos aus. Ein Muttertagsgeschenk (Alpacapullover) finde ich auch noch.

      Abschiedsblick aus dem Hotelzimmer
      376.JPG

      Zum letzten Mal geht es rauf nach El Alto. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei.

      Auf Wiedersehen Südamerika – bis zum nächsten Mal.

      - ENDE –

      Lg
      Andrea
      Zuletzt geändert von AndreaH; 21.06.2011, 08:37.

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      • #18
        AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

        merci! Das Bild bei dem die Sonne im chilenischen Pazifik versinkt und deshalb die Schatten der beiden Zwillinge in den Himmel projiziert werden ist stark! wow!
        Zuletzt geändert von PLP; 21.06.2011, 00:33.
        No Rikshaw, no Changemoney, no Hashish, no Tigerbalm, no Massage, no Silk, no one rupeeh, NO PROBLEM!!!
        www.tramposito.com

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        • #19
          AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

          wow - absolut großartiger Bericht

          Herzlichen Dank für die Zeit und Mühe, die du auf dich genommen hast, um uns diese tolle Unternehmung derart plastisch zu schildern!

          Hab deinen genialen Saisonausklang natürlich bereits auf lawine.at verfolgt, und gratuliere dir herzlich dazu

          lG
          Martin
          Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen!

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          • #20
            AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

            Oh, sehr schön, der Parinacota. Wir erlebten ihn auf derselben Route im Nov. 2008 komplett nackt .

            Kommentar


            • #21
              AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

              Hallo Andrea,

              danke für den tollen und interessanten Bericht aus Bolivien !!! Auch deine Fotos sind 1A
              Liebe Grüße
              Christian

              http://www.bergfahrten.at
              http://www.bergfahrten.com

              "Vielleicht ist es riskant, seine Träume zu leben und nicht nur zu träumen." Wanda Rutkiewicz

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              • #22
                AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                gratulation und vielen dank für den tollen und aufwändigen bericht!
                jetzt weiss ich wieder, was mir die letzten jahre gefehlt hat.
                mei bier is net deppat! (e. sackbauer)

                bürstelt wird nur flüssiges

                Kommentar


                • #23
                  AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                  Sehr schöner, ausführlicher Bericht, der wieder Erinnerungen weckt

                  Zitat von rene6768 Beitrag anzeigen
                  Oh, sehr schön, der Parinacota. Wir erlebten ihn auf derselben Route im Nov. 2008 komplett nackt .
                  Wir hatten im Juli 2007 50/50-Verhältnisse, haben uns aber jedenfalls warm angezogen

                  lg
                  Norbert
                  Meine Touren in Europa
                  Meine Touren in Südamerika
                  Blumen und anderes

                  Kommentar


                  • #24
                    AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                    Super!! Da hast du ja Einiges erlebt und gesehen.

                    LG
                    Georg

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                    • #25
                      AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                      Toller Bericht! Macht richtig Lust auf Bolivien.

                      Etwas schade ist es sicherlich, dass du Probleme hast, wenn du morgens nicht genug essen kannst. Es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich verschiedene Körper in großer Höhe reagieren. Ohne Frühstück ging es mir am Gipfeltag des Mercedarios super.
                      "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

                      https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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                      • #26
                        AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                        Sehr schön! Danke für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos.
                        Gratuliere zu diesen schönen Eindrücken und dem zweiten 6000er.

                        LG
                        Marco

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                        • #27
                          AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                          danke für den schönen Bericht, die Pics hab ich mir schon wiederholt angesehen.

                          Zitat von AndreaH Beitrag anzeigen
                          Südamerika war schon längst mal wieder fällig. Eigentlich wollte ich im Sommer nach Peru oder Bolivien, bis ich beim Durchblättern der diversen Kataloge folgendes entdeckt hatte: Skiexpedition Bolivien mit Besteigung von Mururata, Potosi und Parinacota. Vor allem letzterer ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ein weiterer hoher Vulkan, dazu die Ski als Abstiegsbeschleuniger, das war so verlockend, dass ich meine Pläne umgeworfen habe.
                          t
                          Könnte man diese Touren auch "unorganisiert" machen- also ohne Agentur und Führer. Oder besser erst beim zweitenmal-oder nie ohne Führer?
                          I nix daham bliem!

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                          • #28
                            AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                            das geht alles sicher auch auf eigene faust. man muss nur mit einem allradfahrzeug die ausgangspunkte finden. ich persönlich hätte mich aber schon in la paz heillos verfahren und mit dem auto auch nie wieder zurück zum hotel gefunden .

                            @placeboi: bin schon vor langer zeit draufgekommen, dass mein motor beim berggehen ins stottern kommt, wenn er nicht regelmäßig mit treibstoff (so ca. alle 2 stunden, zumindest beim aufstieg) versorgt wird.

                            ah ja: vielen Dank an alle für die vielen netten Kommentare.

                            lg
                            Andrea

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                            • #29
                              AW: Bolivien mit Ski: Mururata 5864m, Parinacota 6342m; 29.4-20.5.2011

                              Servus Andrea !

                              Urlaubsbedingt konnte ich mich erst jetzt durch deinen tollen Bericht lesen.

                              Herzliche Gratulation zu den Gipfeln,besonders natürlich zum Parinacota.

                              Auch mir geht es so wie dir, dass ich ein kräftiges Frühstück gewohnt bin (auch um 1/2 2 in der Früh wenn's sein muss) und ich kann deine Probleme gut nachvollziehen.

                              Liebe Grüße.

                              Günter
                              Meine Touren in Europa

                              Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                              (Marie von Ebner-Eschenbach)

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