Bernhard hat geschrieben: Heute haben Patrick und ich den Festkogel im Gesäuse versucht.
Ich habe geschrieben: Ideale Tourenwahl bei einem glatten Dreier! Siehe LLB Steiermark im Anhang!
Warum soll man da keinen Fingerzeig geben? Nur weil umgedreht wurde und alles gut ging? Wer ortet deshalb Aufregung bzw. Moralapostel?
Wer veröffentlicht, muss auch mit öffentlicher Kritik rechnen.
Ich würde das Verhalten, den Festkogel bei einem Dreier zu versuchen, grundsätzlich als riskant bezeichnen. Dagegen würde ich das Verhalten, den Festkogel bei einem Dreier von vorneherein nicht in Erwägung zu ziehen, grundsätzlich als risikobewusst bezeichnen.
Vielleicht sollte man sich auch die Frage stellen, warum bei dem guten Wetter sonst kein Mensch unterwegs war, nicht einmal jemand von den konditionsstarken und erfahrenen Locals, Bergrettern und dergleichen. An sich wäre es ja eine Standardschitour.
Der Festkogel ist und bleibt eine klassische Frühjahrsschitour. Und wer ihn im Früh- bzw. Hochwinter besteigt, sollte zumindest so verantwortungsvoll sein, nicht durch eine Veröffentlichung andere zu animieren, dasselbe zu machen. Schon gar nicht bei dieser Lawinensituation. Auch wenn’s ein „großartiges“ Video dazu gibt.
Mit keinem Wort wurde übrigens erwähnt, warum der Gipfelhang nicht mehr begangen wurde. Zu wenig Schnee? Das würde wenig Aussagekraft bezüglich der Lawinengefahr haben, im Gegenteil.
In diesem Zusammenhang verweise ich für Interessenten auf einen Beitrag von Karl Schrag (DAV Ressortleiter Ausbildung) in "bergundsteigen 4/10" auf Seite 10: Schitouren Apps: "Foren" und "Tourenbedingungen": Was die einen heute gegangen sind, kann ich morgen gehen ...
Vielleicht ist es doch nicht so verwerflich, manchmal den
zu spielen (auch wenn man sich bei manchen unbeliebt macht), anstelle immer nur
und
zu sagen.Solange es mich freut und es nicht in Arbeit ausartet, werde ich weiterhin so unbequeme Antworten zu aktuellen Beiträgen schreiben.
Zur Info noch einmal ein Auszug aus dem damals aktuellen Lagebericht (völlig wertfrei!):
Gefahrenbeurteilung
Sowohl in den Nordalpen als auch in den Niederen Tauern herrscht weiters erhebliche, in den übrigen Gebirgsgruppen mäßige Schneebrettgefahr. Die Gefahrenstellen liegen im kammnahen Steilgelände, in Rinnen und Mulden – mit Schwerpunkt in den jeweiligen Einfahrtsbereichen. Vorsicht ist geboten, da mitunter störanfällige Triebschneepakete von frischem, lockerem Neuschnee überdeckt wurden. Bereits die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Wintersportlers kann für eine Schneebrettauslösung ausreichen. Durch die Einstrahlung können sich sonnseitig kleinere Rutsche lösen, darüber hinaus müssen instabile Wechten beachtet werden.




Einen Kommentar schreiben: