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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

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Defreggerhaus (Venedigergruppe) bleibt in der Sommersaison 2022 geschlossen

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  • Defreggerhaus (Venedigergruppe) bleibt in der Sommersaison 2022 geschlossen

    Das Defreggerhaus ist die am höchsten gelegene Schutzhütte in der Venedigergruppe und steht in fast 3000m Höhe im Süden des Gebirgsmassivs.

    Seit etlichen Wochen war zu lesen, dass der ÖTK ab sofort (=für die Sommersaison 2022) eine/n Hüttenpächter/in oder ein Pächterpaar sucht.
    In letzter Minute fand sich Anfang Juli noch ein Pächterpaar, und es war geplant, die Hütte mit 8. Juli zu öffnen.
    Artikel in der TT (komplett leider nur mit Registrierung): https://www.tt.com/artikel/30824990/...hter-gesichert

    Mittlerweile wurde allerdings bekanntgegeben, dass die Eröffnung wegen Problemen mit dem Materialtransport zur Hütte verschoben werden muss.
    Prägraten a. Gr. – Die Sommeröffnung des Schutzhauses in der Venedigergruppe muss verschoben werden. Statt das Defreggerhaus wie geplant am 8. Juli aufzusperren, muss das neue Pächterpaar Vroni Terzer und Tom Ploner noch ein wenig zuwarten. Das liegt an Problemen mit dem Materialtransport auf die Hütte, die auf knapp 3000 Metern Seehöhe und auf der Route zum Großvenediger-Gipfel liegt.
    „Alle arbeiten mit Hochdruck daran, die Sache mit dem Materialtransport zu lösen“, bekräftigt Tom Ploner.

    https://www.tt.com/artikel/30825199/...bleibt-noch-zu

    Die Seite des ÖTK nennt einen - sehr plausiblen - Grund für die Schwierigkeiten:
    Unsere Schutzhütte und auch die Materialseilbahn wurden auf Permafrost errichtet. Wenn der Permafrostboden taut, wirkt sich das folgenschwer auf die Statik der Gebäude aus. Aufgrund der Absenkungen sind massive Schäden aufgetreten, die einen Weiterbetrieb zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich machen. Gemeinsam mit Sachverständigen arbeiten wir fieberhaft an Lösungen.
    https://regio.outdooractive.com/oar-...haus/13538849/

    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Mich würd interessieren, wieviel Vorlaufzeit die meisten anderen Hütten für die Sommersaison brauchen um alle Transporte usw zu organisieren.
    Meine Touren

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    • #3
      Wenn wirklich die Statik das Problem ist, sieht das nicht nach baldigem Aufsperren aus.
      Ich, bloque: Projekt Zentralalpenweg

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      • #4
        Das hört sich nach ähnlichen Problemen wie beim Hochwildehaus an, das seit 2016 geschlossen ist. Auch bei der verhältnismäßig neu gebauten Stüdlhütte bahnen sich solche Probleme an. Ich befürchte, das wird in Zukunft je nach Untergrund noch mehr hoch gelegene Hütten treffen.

        Viele Liebe Grüße von climby
        Meine Nachbarn hören Metal, ob sie wollen oder nicht

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        • #5
          Sonst einfach auf der Johannishütte Übernachten, das hab ich so 2x gemacht (1x Sommer, 1x Winter). Ist halt der Weg zu den Gipfeln um 1,5h länger.

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          • #6
            Auftauende Permafrostböden sind für Berghütten wie Materialseilbahnen in fast 3000m Höhe sicher eine Herausforderung.

            Der aktuelle Anlass, warum das Defreggerhaus noch nicht öffnet, liegt jedoch woanders: in einem Konflikt zwischen dem ÖTK und dem langjährigen Pächter der Hütte. Im Zentrum steht dabei die weitere Nutzung der Materialseilbahn, die der frühere Pächter selbst errichtet bzw. finanziert hat.



            Hütten-Streit legt leichtesten Weg auf Großvenediger lahm

            Das Defreggerhaus, Ausgangspunkt für die Besteigung des Großvenedigers, bleibt trotz Hochsaison geschlossen. Es geht um viel Geld.

            43 Jahre. So lange hat Peter Klaunzer das Defreggerhaus in Osttirol auf 2.962 Metern Seehöhe als Hüttenwirt betrieben. Jene Hütte, die unter Bergfexen, als Ausgangspunkt für die schnellste und wohl auch leichteste Besteigung des Großvenedigers (3.657) gilt.

            Nur im 44. Jahr ist im Schatten von Salzburgs höchstem Berg alles anders. Klaunzer ist nicht mehr Hüttenwirt und das Defreggerhaus bleibt geschlossen. Für Bergsteiger unverständlich.
            Der Grund ist eine Posse, die sich zwischen Ex-Hüttenpächter Klaunzer und dem Österreichischen Touristenklub (ÖTK) als Hüttenbesitzer seit Monaten abspielt. „Der ÖTK weiß seit Herbst, dass ich als Hüttenwirt aufhöre, aber es ist einfach nix weitergegangen und darum kann die Hütte jetzt nicht aufsperren“, erzählt der Ex-Hüttenwirt.
            [...]

            Gesamter Artikel leider nur für Digital-Abonnent*innen
            Lg, Wolfgang


            Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
            der sowohl für den Einzelnen
            wie für die Welt zukunftsweisend ist.
            (David Steindl-Rast)

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            • #7
              Hier steht mehr:
              Quelle: https://news.tahrir2day.com/2022/07/...enediger-lahm/

              Der Hütten-Streit legt den einfachsten Weg zum Großvenediger lahm

              Grund ist ein seit Monaten andauernder Streit zwischen dem ehemaligen Pächter der Klaunzer Hütte und dem Österreichischen Touristenclub (ÖTK) als Eigentümer der Hütte. „Seit Herbst weiß die ÖTK, dass ich meinen Job als Hüttenmann aufgeben werde, aber es ist nichts passiert und deshalb kann die Hütte jetzt nicht aufgesperrt werden“, sagt der ehemalige Hüttenmann.

              Wer zahlt die Gebühr für die Materialseilbahn?

              Es gab vor allem einen Moment, in dem sich nichts „bewegte“: eine physische Seilbahn, die der 71-Jährige selbst gebaut und bezahlt hat und die die Hütte auf fast 3.000 Metern über dem Meeresspiegel mit Lebensmitteln versorgt. Es ist drei Kilometer lang, hat sieben Stützen und ist 200.000 Euro wert. Claunzer will dafür auch so viel wie ein Honorar. „Ich habe der ÖTK vorgeschlagen, dass sie den Lift bei mir für den täglichen Transport mieten könnten, aber das wollen die Herren nicht“, sagt er. Er würde 300 Euro pro Tag als eine Art Pauschalgebühr verlangen. 100 Euro für seine Arbeitszeit, 200 für den Zugbetrieb.

              engagierte Anwälte

              In der Zwischenzeit würde der Vermieter nur noch über die Anwälte mit dem Alpenverein kommunizieren. „Sie baten mich um drei Jahre Garantie auf die Gondel. Ich bin nicht verantwortlich für etwas, von dem ich nicht weiß, wie es der nächste Untermieter handhaben wird“, sagt Klaunzer, der auch Bergführer ist.

              Auf Anfrage des KURIER teilte die ÖTK in einer schriftlichen E-Mail mit: „Wir sind derzeit damit beschäftigt, die Materialseilbahn zu testen und werden voraussichtlich Ende Juli die Ergebnisse erhalten. Bis diese vorliegen, können wir zu diesem Thema nichts Konkretes sagen“, sagt ÖTK-Geschäftsführer Michael Platzer.

              Eine schwierige Situation für einen neuen Hüttenbesitzer

              Für den neuen Vermieter – denn das Defreggerhaus hat bereits einen – eine fast unvorstellbare Situation. „Wir müssen sehen, wie es läuft. Im Moment ist alles ungewiss“, sagt Tom Ploner, als er kurz per Handy erreicht wird.

              Ist Clouncer desillusioniert von allem, was passiert ist, nachdem er so lange Hüter der Loge war? “Nein. Wir wünschten, wir wären in der Lodge 45 geworden, aber jetzt tun wir es.” Für seine Gondel hat er übrigens einen Plan B: „Wenn es sein muss, bauen wir sie ab.“

              Dann ist die Südstraße zum Großvenediger wohl Geschichte.

              Kommentar


              • #8
                "Dann ist die Südstraße zum Großvenediger" wohl Geschichte".
                Warum?
                Das verstehe ich nicht.
                Ich habe in der Schweiz und in Frankreich hochalpine Schutzhütten kennen gelernt, die ohne Materialseilbahnen bewirtschaftet werden.
                Warum sollte dieses in den Ostalpen nicht möglich sein?

                Kommentar


                • #9
                  Außerdem gibts ja die Johannishütte (moderner) unterhalb, also gehts immer noch mit Übernachtung von Süden.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von Harald Braun Beitrag anzeigen
                    ...
                    Ich habe in der Schweiz und in Frankreich hochalpine Schutzhütten kennen gelernt, die ohne Materialseilbahnen bewirtschaftet werden.
                    Warum sollte dieses in den Ostalpen nicht möglich sein?
                    Diese hochalpinen Hütten werden mit dem Hubschrauber versorgt. Das ist in den Ostalpen aus diversen Gründen nicht so üblich, vor allem aufgrund der Lärmbelastung. Je hochalpiner eine Hütte, desto schwieriger und auch teurer ist der Betrieb eine Materialseilbahn, da diese auch den natürlichen Gefahren wie Lawinen ausgesetzt ist.

                    Viele Liebe Grüße von climby
                    Meine Nachbarn hören Metal, ob sie wollen oder nicht

                    Kommentar


                    • #11
                      Welche konkreten Konflikte bei der Diskussion um die Zukunft des Defreggerhauses auch mitspielen mögen:
                      Seit gestern (3. August 2022) ist nun offiziell, was sich zuletzt schon abgezeichnet hat. Die Hütte wird in der Sommersaison 2022 nicht mehr öffnen.

                      "Unsere Schutzhütte und auch die Materialseilbahn wurden auf Permafrost errichtet. Klimatische Veränderungen wirken sich wie vielerorts folgenschwer auf die Statik der Gebäude aus. Die Schutzhütte bleibt 2022 geschlossen. Gemeinsam mit Fachleuten arbeiten wir an Lösungen. Bitte um Verständnis!"

                      https://www.outdooractive.com/de/hut...haus/13538849/
                      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 04.08.2022, 20:17.
                      Lg, Wolfgang


                      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                      der sowohl für den Einzelnen
                      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                      (David Steindl-Rast)

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                      • #12
                        Das Defreggerhaus bleibt nach Streit geschlossen

                        Das Defreggerhaus am Großvenediger bleibt diesen Sommer zu. Streit um Materialseilbahn und Hütte entbrannt. Besitzer und Touristenklub kommunizieren nur mehr über Anwälte. Die "Fast-Pächter" verstehen die Welt nicht mehr.

                        Die einfachste Route auf den Großvenediger führt über das Defreggerhaus in Prägraten. Von der auf knapp 3000 Meter hoch gelegenen Schutzhütte erreicht man mittels Steigeisen über den Südanstieg den Gipfel der "weltalten Majestät" auf 3657 Metern. Eine Traumroute, die zwischen Juni und September jährlich rund 5000 Gäste aus aller Welt begeistert nutzen. Eigentlich. Doch heuer geht das nicht, die Hütte ist geschlossen. Dabei fing alles harmonisch an. Nach 43 Jahren Bewirtung übergab Peter Klaunzer die Pächterschaft des Defreggerhauses. Mit der Niederösterreicherin Veronika Terzer und dem Oberösterreicher Thomas Ploner wurden motivierte Nachfolger gefunden. Diese richteten sich ein, engagierten Personal und waren startklar. Am 1. Juli sollte eröffnet werden. Eine Woche vorher hieß es erstmals, es könnte problematisch werden, es gebe Unklarheiten zwischen dem Besitzer der Hütte, dem Österreichischen Touristenklub (ÖTK), vertreten durch Geschäftsführer Michael Platzer und dem Liftbetreiber Peter Klaunzer.

                        Tauender Permafrost gefährdet Wiederaufnahme?
                        Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung spricht Platzer davon, dass sowohl die Hütte als auch die dazugehörige Materialseilbahn auf Permafrost errichtet wurden. Das sei problematisch, denn durch klimatisch bedingte höhere Temperaturen am Berg taue der Frost auf, beschleunigt durch die Raumtemperatur der Hütte, die über den Fußboden in den Felsen hineinstrahle. "Bewegt sich der Fels, wirkt sich das folgenschwer auf die Statik der Gebäude aus", sagt Platzer. Um eine Personengefährdung zu vermeiden, wäre daher der Betrieb eingestellt worden. Die Bergstation der Seilbahn musste daher gepölzt und beidseitig verspannt werden, so Platzer. Gutachter würden derzeit Anlagen und Gelände prüfen, um zu entscheiden, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Wiederaufnahme des Betriebes möglich ist.

                        "So ein Blödsinn. Hier wird gelogen", entgegnet Klaunzer, der langjährige Pächter. Die Hütte sei nicht auf Permafrost gebaut, lediglich das Seilbahnnebengebäude. Und auch die Seilbahn sei in einem Topzustand, sie wäre erst im Vorjahr von einem unabhängigen Ingenieur geprüft worden. Doch Platzer wolle das erneut prüfen und streite laut Klaunzer ab, jemals Unterlagen erhalten zu haben. Zudem stehe laut Klaunzer ein Verkauf der Seilbahn um einen Euro im Raum. "Sicher nicht, vorher trage ich sie ganz ab", sagt der ehemalige Pächter. Die Situation ist festgefahren, die Kommunikation der beiden Streitparteien erfolgt mittlerweile ausschließlich über Anwälte.

                        Pächter gaben Jobs auf und bleiben auf Investitionen sitzen
                        Zwischen den Stühlen steht das Pächterpaar, das bis Ende Juni von nichts wusste. "Der eine schiebt dem andern das Bummerl zu. Wir stehen dazwischen und verstehen die Welt nicht mehr", sagt Ploner. Das Paar hat Investitionen von rund 25.000 Euro getätigt, auf denen es jetzt sitzen bleibt. Beide haben ihre Jobs für die Schutzhütte aufgegeben, sind derzeit beim AMS gemeldet. Ploner ist in seinem Brotberuf Karikaturist. Ein humoristisches Bild über dieses tragikomische Szenario zu zeichnen, ist ihm vergangen: "Ich bin einfach nur baff." Denn unklar ist auch, wie es weiter geht.

                        Unterstützung erhält das Pächterpaar von den Einheimischen, die ihnen Mut zusprechen. "Das ganze Dorf fiebert mit uns mit", erzählt Ploner und geht noch weiter: "Das sollte zum Politikum werden, denn betroffen ist die gesamte Tourismusregion Virgental." Ob, wann und wie das Defreggerhaus aufsperrt, steht derzeit in den Sternen. "Wir versuchen unser Glück in der nächsten Sommersaison noch einmal, ansonsten sind wir weg", resümiert Ploner.


                        "Ob und wie lange wir unsere alpinen Stützpunkte in Zukunft noch bewirtschaften können, gibt uns die Natur vor. Angesichts der klimatischen Veränderungen müssen wir neu denken, um die Resilienz unserer Systeme zu verbessern. Der ÖTK wird alles tun, um das Defreggerhaus zu erhalten."
                        Michael Platzer, ÖTK

                        "Die Sicherheit ist sehr wohl gegeben, die Anlage bestens gewartet. Von Permafrostschäden sieht man nichts. Das sind vorgeschobene Argumente."
                        Peter Klaunzer, Seilbahnbetreiber

                        "Der eine schiebt dem andern das Bummerl zu. Das ist ein Schaden für die gesamte Tourismusregion Virgental."
                        Thomas Ploner, "Fast-Pächter"



                        https://www.kleinezeitung.at/kaernte...us-bleibt-nach

                        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 17.08.2022, 18:53.
                        Lg, Wolfgang


                        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                        der sowohl für den Einzelnen
                        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                        (David Steindl-Rast)

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