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Thema: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

  1. #1
    Forumsgrad IV Avatar von almdudler_timo
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    Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Hi zusammen,

    ich war bisher eigentlich immer der Meinung, dass man Bandschlingen nicht per Ankerstich um Sanduhren legen sollte, da sie dann immer an die dünnste Stelle rutschen und so die Ausbruchgefahr maximiert wird.


    Nun lese ich im Alpin-Lehrplan folgendes:
    IMG_5328.JPG

    Ja was denn nun? Ist meine obige bisherige Vermutung Schwachsinn?

  2. #2
    in between Avatar von placeboi
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Zitat Zitat von almdudler_timo Beitrag anzeigen
    ich war bisher eigentlich immer der Meinung, dass man Bandschlingen nicht per Ankerstich um Sanduhren legen sollte, da sie dann immer an die dünnste Stelle rutschen und so die Ausbruchgefahr maximiert wird.
    Wie hättest du sie um eine Sanduhr gelegt? Wenn man sie ohne Ankerstich herumlegt und den Karabiner in die beiden Schlaufen hängt, bewegen sie sich doch viel mehr.
    "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

  3. #3

    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Ich nehme eigentlich auch immer den ankerstich, der verbraucht am wenigsten schlinge, sodass die Sicherung länger wird (weniger seilreibung) und ausserdem bind ich damit eigentlich eh alles ab was nicht sofort weglauft, latschen, koepfel, aeste, Eiszapfen usw..

  4. #4
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Zitat Zitat von almdudler_timo Beitrag anzeigen
    ich war bisher eigentlich immer der Meinung, dass man Bandschlingen nicht per Ankerstich um Sanduhren legen sollte, da sie dann immer an die dünnste Stelle rutschen und so die Ausbruchgefahr maximiert wird.

    Ja was denn nun? Ist meine obige bisherige Vermutung Schwachsinn?
    Ich würde sagen: jein. Theoretisch ist es ja ein schlauer Gedanke, die Schlinge an der dicksten Stelle der Sanduhr zu fixieren. Wie das in der Praxis mit einem Ankerstich klappen soll, ist mir auch schleierhaft. Nach meinem Wissen ist ja, wie du selbst sagst, das Problem, dass der Ankerstich unter Zug potentiell an die dünnste Stelle wandert.

    Zitat Zitat von placeboi Beitrag anzeigen
    Wenn man sie ohne Ankerstich herumlegt und den Karabiner in die beiden Schlaufen hängt, bewegen sie sich doch viel mehr.
    So würde ich sie legen. Sie kann sich zwar mehr bewegen, rutscht dadurch aber zum Fuß der Sanduhr, wodurch selbige in der Regel an der stabilsten Stelle belastet wird.
    Natürlich ist dadurch die nutzbare Länge kürzer, aber wenn's zu kurz wird, muss man eben eine längere Schlinge nehmen.
    Geändert von TeilzeitAbenteurer (05.10.2016 um 15:48 Uhr) Grund: Ergänzung

  5. #5
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Der Alpin-Lehrplan bezieht sich ja mit dieser Empfehlung auf waagerechte Sanduhren mit unterschiedlicher Dicke bei denen das Schlingenmaterial so nah wie möglichst am Sockel Bzw. der stabilsten Stelle der Sanduhr fixiert werden soll. So eine Sanduhr ist mir beim Klettern aber selbst noch nie bewusst "über den Weg gelaufen".
    In allen anderen Fällen ist das abbinden von Sanduhren mit Ankerstich oder abknoten meiner Meinung Nach absolut nicht Sinnvoll da dadurch die Sanduhr & Schlinge ungünstig belastet werden. Insbesondere bei sehr dünnen Sanduhren würde ich niemals einen Ankerstich knoten.

    Als einzige Sinnvolle Ausnahme hiervon sind natürlich Felsköpfel. Hier macht ein Sackstich oder ein Abbinden durchaus öfters Sinn.

  6. #6
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Ah, das "horizontal" hab ich glatt überlesen. Dann ergibt das natürlich mehr Sinn, die Schlinge so gut wie möglich zu fixieren, weil sie sicherlich nicht in Richtung einer dickeren Stelle wandern würde. Begegnet ist mir so eine Sanduhr allerdings auch noch nie.

  7. #7

    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Und wie stellt Ihr fixieren an? Bislang habe ich Schlingen auch immer mit Ankerstich gelegt.
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  8. #8

    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Sanduhren kann man glaube ich nur mit einem Ankerstich sinnvoll fixieren. Bei Köpfeln nutze ich häufiger den Würgeknoten aus dem Alpin-Lehrplan 5, S. 69.

  9. #9
    in between Avatar von placeboi
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Zitat Zitat von TeilzeitAbenteurer Beitrag anzeigen
    Begegnet ist mir so eine Sanduhr allerdings auch noch nie.
    In den Dolomiten gibt es solche Sanduhren häufiger.
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  10. #10
    Forumsgrad IV Avatar von almdudler_timo
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Interessant, dass das Thema doch recht kontrovers diskutiert wird. Ich dachte, es gibt hier eine klare Meinung.
    Scheinbar ist es gar nicht so einfach....

    so blöd es klingt aber:
    Mein "Gefühl" sagt mir irgendwie, dass ein Ankerstich zur Zwischensicherung problematisch ist. Im Ankerstich wirkt eine sehr starke Kraft auf die Sanduhr (stellt euch vor, ihr legt euch einen Ankerstich ums Bein und jemand fällt in die Sicherung). Mit einer einfachen Schlinge die doppelt im Karabiner hängt ist die Kraft deutlich geringer.

    Man bedenke auch, dass diejenige Kraft die auf die Sanduhr wirkt, natürlich genauso auch die Schlinge selbst beansprucht.

    Das ist jetzt aber nur meine "gefühlte" Meinung und nicht fundiert...
    Geändert von almdudler_timo (05.10.2016 um 21:57 Uhr)

  11. #11
    in between Avatar von placeboi
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Zitat Zitat von almdudler_timo Beitrag anzeigen
    Im Ankerstich wirkt eine sehr starke Kraft auf die Sanduhr (stellt euch vor, ihr legt euch einen Ankerstich ums Bein und jemand fällt in die Sicherung). Mit einer einfachen Schlinge die doppelt im Karabiner hängt ist die Kraft deutlich geringer.
    Warum ist die Kraft, die auf die Sanduhr wirkt, geringer?
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  12. #12
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    AW: Bandschlingensicherung an Sanduhr (Fels)

    Im Ankerstich wirkt eine sehr starke Kraft auf die Sanduhr (stellt euch vor, ihr legt euch einen Ankerstich ums Bein und jemand fällt in die Sicherung). Mit einer einfachen Schlinge die doppelt im Karabiner hängt ist die Kraft deutlich geringer.
    NEIN.
    (Sorry für die Offenheit, aber das ist vor den Gesetzen der Mechanik einfach Käse)

    Um zum Thema zurück zu kommen: Es gibt sicher Situationen, in denen eine Befestigung via Ankerstich Sinn macht - hier sollte man aber (verdammt gut) wissen was man tut;
    Lege ich die Schlinge offen (wie oben beschrieben) um die Uhr, so legt die sich unten ab - im Sturzfall wird der Übergang Steg-Vollmaterial belastet.
    Lege ich die Schlinge als Ankerstich, so gibt es zwei Fälle zu betrachten
    1) Die Schlinge bewegt sich nicht (Ausnahmefall)
    2) Die Schlinge wandert (durch die Seilbewegung initiiert) an die schwächste Stelle der Sanduhr (gefährlich)

    Wenn ich ein Fazit formulieren müsste, würde sich dies in erster Linie auf die Eigenverantwortung und auf die Notwendigkeit des Verständnisses mechanischer Grundlagen beim Klettern stützen. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass eine einfach gelegte Schlinge grundsätzlich zu empfehlen ist, es aber auch Situationen geben mag, in denen der Ankerstich zweckmäßiger ist - dies kann aber definitiv nur bei horizontalen Sanduhren der Fall sein.

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