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Thema: Überschreitung der Leoganger Steinberge 26.07.07 mit Birnhorn 2634m

  1. #1

    Überschreitung der Leoganger Steinberge 26.07.07 mit Birnhorn 2634m

    Einer Anregung aus dem Buch "Berchtesgadener Alpen" von Mark Zahel folgend, habe ich am 26.7. eine Überschreitung der Leoganger Steinberge gemacht. Die besten Bilder davon gibts hier, und in den nächsten Tagen werde ich hier im Forum eine genaue Tourbeschreibung anhängen. Der Routenverlauf war folgender: Von Hochfilzen-Grießen aufs Grießener Rotschartl, von da auf den Gipfel des Grießener Hochbretts (2467m), von dort wieder zurück zu Rotschartl, dann über die Schneegrube weiter auf das Hundshörndl (2480m), über die Reisensandscharte und nördlich an der Rietzenkarscharte vorbei auf den Weg von der Kuchelnieder auf das Birnhorn (2634m), nach dem Gipfelglück auf dem Birnhorn zur Passauer Hütte und zum Abstieg zum Parkplatz in Leogang-Ullach. Ich kann die Tour sehr zur Nachahmung empfehlen, aber Ausdauer und gutes Wetter sind notwendige Voraussetzungen. Genauer Bericht folgt hier.

  2. #2

    AW: Überschreitung der Leoganger Steinberge 26.07.07 mit Birnhorn 2634m

    Hier also jetzt der Bericht:
    Grießen - Grießner Hochbrett (2467m): (gut 3,5h) Von Grießen (Anwesen Hartl) zunächst früh los, über Steilwiesen und durch Wald zur Schafalm, Dann am Rande des Truppenübungsplatzes durch lichteren Wald und Krummholz bis zum Hochdurrachkopf (1722m), danach zur Jungfrau (1910m), dabei Gegenabstiege und Gegenanstiege in Kauf nehmend. Ab hier dann in zunehmend schuttigem, aber nicht schwierigem Pfad zum Grießner Rotschartl (2320m) Schon auf diesem Weg hatte ich herrliche Blicke auf das Spielberghorn, die Tauern und die Loferer Steinberge. Vom Rotschartl aus führt ein Weg über ein Bändersystem zum Grießener Hochbrett. Die Bänder sind vielfach mit Geröll belegt, aber es hilft eine sehr gut gemachte Seilsicherung (die, denke ich, die ÖAV-Sektion Hochfilzen zu verantworten hat - Danke!). Auf dem Hochbrett hatte ich einen wirklich sagenhaften Blick. Im Uhrzeigersinn Watzmann, Birnhorn, die Dreizinthörner, Tauern, das Spielberghorn, den Wilden Kaiser, die Loferer - fantastisch. Ich hab wahrscheinlich einige Berge vergessen, die ich gar nicht identifizieren konnte. Jedenfalls hab ich ziemlich lange die Aussicht genossen.
    Grießner Hochbrett - Hundshörndl (2481m): (weiß nicht mehr genau, wie lange ich hier gebraucht habe, aber tippe mal, sicher gut zweieinhalb Stunden) Mark Zahel schlägt in seinem Buch "Berchtesgadener Alpen" vor, direkt über Steilschutt in die Schneegrube abzusteigen. Da gibt es tatsächlich eine Markierung, aber der "Weg" war mir, weil nicht markiert und von oben auch nicht gut einsehbar nicht geheuer. Deshalb bin ich wieder zurück zum Rotschartl abgestiegen und von dort aus einer Markierung Richtung Hundshörndl gefolgt. Auch hier musste ich durch eine breite Schuttrinne absteigen, was aber ziemlich problemlos ging, danach folgte ein Weg durch Karren und Schutt abwechselnd durch die Schneegrube (so heißt das Kar), der mir in einem Aufstieg zu einer Vorstufe des Hundshörndls unangenehm schuttig erschien. (Ich empfand diese Passage als die unangenehmste der ganzen Tour.) Der letzte Anstieg zum Hundshörndl verlief dann über Blockgelände und Karren, am Ende in einer kleinen Rinnen-Kletterpartie - nicht schwierig, I, aber ich fand sie irgendwie kurios. Vom Hundshörndl aus hatte ich eine weitere völlig faszinierende Aussicht, diesmal besonders beeindruckend die Zusammenschau der Birnhorn-Nordwestwand, rechts gefolgt von den Schaleithörnern und den Rothörndl-Gipfeln, des Hochbretts auf der anderen Seite mit den links neben ihm eigenwillig aufragenden Dreizinthörnern. Klar, dass ich mir hier auch wieder eine ausgiebige Pause gegönnt habe.
    Hundshörndl - Reisensandscharte - Birnhorn (2634m): (ca. zwei Stunden) Den Abstieg zur Reisensandscharte habe ich als den überraschenderweise unschwierigsten Teil der ganzen Tour empfunden. Technisch unspektakulär der Weg, umso atemberaubender immer wieder Blicke von unten in steile Wandabbrüche. Bis zur Reisensandscharte mit dem dort stehenden völlig unbrauchbar gewordenen Wegweiser ein regelrechter Genussweg. Ab hier fand ich den Weg zu der mir bereits aus einer früheren Tour bekannten Verbindung von Kuchelnieder und Birnhorn ohne die Markierung: An einer Stelle nördlich der Rietzenkarscharte gibt es eine "Markierung" für die Kuchelnieder, deren Pfeil auf den Boden (oder irgendwo sonsthin) zeigt, sodass ich nicht verstanden habe, in weche Richtung ich der Markierung hätte folgen sollen. Es ging aber ohne Schwierigkeit auch weg- und Markierungslos. Übrigens, spätestens an dieser Stelle ist völlig klar, dass bei eingeschränkter Sicht die Tour meines Erachtens ein Ding der Unmöglichkeit ist. Da ich allerdings erstklassige Sicht hatte, konnte ich auch den Aufstieg zum Birnhorn (von der Einmündung in den Verbindungsweg von der Kuchelnieder etwa 15min, dabei wieder willkommene Seilsicherungen und einige hilfreiche Trittstufen und leichte Kletterstellen), voll genießen. Der Birnhorn-Gipfel war der abschließende Höhepunkt einer schon zu diesem Zeitpunkt großartigen Tour. Ich weiß noch, dass ich von Grießen bis zum Birnhorn-Gipfel einschließlich aller Pausen ziemlich genau 9 Stunden (und übrigens auch über 2,5l Wasser) gebraucht habe, und ich war schon zu diesem Zeitpunkt der Meinung, dass ich den Tag mit nichts Besserem hätte füllen können.
    Birnhorn - Passauer Hütte (2049m): (knapp 1,5 h) Ich bin über die Kuchelnieder wieder zur Hütte abgestiegen, weil ich mehr Lust auf den kleinen leichten Klettersteig (A) hatte, den die ÖAV-Sektion Leogang auf diesem Weg gebaut hat, und diese Route auch schon kannte. Die Birnhorn-Südwand kannte ich nur als Aufstiegsroute, und ich hatte ja schon sehr viel Neues gesehen an diesem Tag. Also bin ich zügig zu Hüttenwirtin Heidi abgestiegen und konnte dort ein paar Skiwasser, Würstlsuppe und, ja, auch zwei wohlverdiente Obstler genießen.
    Passauer Hütte - Ullach (900m): Für den Abstieg von der Hütte ins Tal habe ich mir dann auch noch einmal großzügig 1h45 gegeben, weil Eile an diesem Tag eben auch nicht das Motto war.
    Fazit: Mark Zahel nennt den von ihm vorgeschlagenen Teil dessen, was ich an diesem Tag gegangen bin, "eine große Tour" und rät dafür gutes Durchhaltevermögen an. Ich war von der Tour völlig begeistert, und ich rate zum Nachahmen. Allerdings ist wirklich perfektes Wetter nötig, und man muss sich die Ausstiegsszenarien und Alternativen klar machen. Für mich sind das folgende: Bis vor dem Hochbrett geht die Umkehr, danach muss es bis zum Hundshörndl reichen (aber das kann man vom Hochbrett aus auch abschätzen). Vom Hundshörndl kann man ggf. über die Rietzenkarscharte nach Leogang absteigen, und später kann man das Birnhorn zugunsten des mehr oder weniger direkten Übergangs zur Hütte auslassen. Und wenn man das nötige Glück hat, so wie ich am 26. Juli, dann klappt eben alles.

    Viel Spaß in den Steinbergen wünscht Euch
    Alexander
    Geändert von AlexAudax (06.08.2007 um 22:26 Uhr)

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