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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

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Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

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Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

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Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

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- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
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7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Ecuador 2019: El Corazón (4782m) und Chimborazo (6267m)

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  • Ecuador 2019: El Corazón (4782m) und Chimborazo (6267m)

    Hello again,

    mittlerweile habe ich meinen Bilderberg soweit durchforstet, dass ich mit dem Bericht der diesjährigen Tour nach Ecuador anfangen kann. Leider musste ja 2015 die Chimborazo-Besteigung wegen Lawinengefahr auf ca. 5900m abgebrochen werden. Weil der Berg aber Teil meines BIG FIVE-Projektes in Südamerika ist (die Landeshöchsten von Ecuador, Peru, Bolivien, Chile und Argentinien), war es irgendwie klar, dass ich früher oder später nochmal einen Versuch starten würde...

    Hier erstmal eine Tagesübersicht (mit größter Tageshöhe und Schlafhöhe):

    14.7. So Münster –
    15.7. Mo - Amsterdam - Quito 2800 / 2800
    16.7. Di Quito 3000 / 2800
    17.7. Mi Quito - Machachi - El Chaupi - La Virgen - El Chaupi 4030 / 3360
    18.7. Do El Chaupi - El Corazón, 4782m - El Chaupi 4782 / 3360
    19.7. Fr El Chaupi – Quito/Cruz Loma - El Chaupi 4020 / 3360
    20.7 Sa El Chaupi - Riobamba 3360 / 2790
    21.7. So Riobamba - Chimborazo-Lodge 4380 / 3940
    22.7. Mo Chimbo-Lodge – P.4932 - Chimbo-Lodge 4930 / 3940
    23.7. Di Chimbo-Lodge - Ref. Carrel - Augujas de Whymper – Ref. Carrel 5360 / 4800
    24.7. Mi Ref. Carrel - Hochlager 5330 / 5330
    25.7. Do Hochlager – Chimborazo, 6267m - Ref. Carrel - Banos 6267 / 1800


    Am 19.7. wollte ich eigentlich zum Refugio am Iliniza hochwandern, aber ich musste noch was in Quito erledigen. Immerhin kommt man da ja per Seilbahn recht easy auch auf über 4000m...


    TEIL I:

    Es folgen ein paar Bilder von der Tour zum El Corazón. Ich muss zugeben, dass die Sache (nicht zuletzt wegen der Wind- und Sichtverhältnisse) insgesamt doch etwas heftiger war als erwartet. Aber es war ja auch eine Investition für das "große Ziel"...

    KK-20190718-4673.jpg

    Nach dem Passieren eines Hacienda-Gatters auf ca. 3710m (bis dahin habe ich mich von Wladimir, dem Besitzer der Lodge "La Llovizna" in El Chaupi, bringen lassen) geht es erstmal auf einer Straße weiter.



    KK-20190718-4701.jpg

    Ab hier geht es querfeldein...



    KK-20190718-4715.jpg

    ...durch die Páramo-Vegetation. Der Weg ist über die Jahre relativ populär geworden und meistens recht deutlich zu erkennen.



    KK-20190718-4721.jpg

    Bei den heutigen Sichtverhältnissen sind die in größeren Abständen aufgestellen Markierungspfähle aber trotzdem nicht ganz fehl am Platz - auch wenn dadurch natürlich ein Teil der Ursprünglichkeit verloren geht. Das alte Dilemma...



    KK-20190718-4734.jpg

    So, ab hier beginnt der Südwestgrat, derzeit noch ein breiter Rücken.



    KK-20190718-4740.jpg

    Sich hier zu verlaufen wäre eher nicht so günstig, der Weg ist aber deutlich zu erkennen.



    KK-20190718-4746.jpg

    Es wird immer windiger - kühl und feucht war es vorher schon...



    KK-20190718-4752.jpg

    Und es wird langsam "gratiger". Insgesamt keine schöne Kombination der Bedingungen.



    KK-20190718-4795.jpg

    Dies ist die heikelste Stelle - ich hatte davon im Internet gelesen. Links und rechts geht es ganz schön runter. Der Helm ist spätestens jetzt kein Luxus mehr. Einen Moment lang überlege ich, ob ich nicht besser umkehren soll, dann entscheide ich mich aber doch für´s Weitermachen. Aber bevor ich hier nicht wieder heile runtergestiegen bin, gibt es noch keine Entwarnung...

    image_585178.jpg

    Es wird etwas flacher - der Gipfel ist es aber nocht nicht.



    KK-20190718-4766.jpg

    Nach weiteren 200 Höhenmetern und mehreren Vorgipfeln ist dann endlich um 13h48 nach gut fünf Stunden Aufstieg der höchste Punkt erreicht.



    KK-20190718-4808.jpg

    So, und weil es sowieso nix zu sehen gibt, kann ich ja auch wieder absteigen. Aber natürlich mit voller Kontrenzation...



    KK-20190718-4802.jpg

    ... besonders an der "Spezialstelle". Mehr oder weniger elegant krabble ich das Gratstück runter - GESCHAFFT! Für routinierte Alpinisten ist das natürlich "Kinderfasching", ich weiß. Hier jedenfalls der durchaus erleichterte Blick zurück.

    (Fortsetzung folgt)
    Zuletzt geändert von peakbagger; In den letzten 2 Wochen.
    Besucht mich auf www.klaaskoehne.de! Aktuell: Argentinien + Antarktis

  • #2

    TEIL II:

    So, es geht weiter bergab:


    KK-20190718-4821.jpg

    Hurra, die Sicht wird endlich besser! Hier Ausläufer des Iliniza-Massivs.



    KK-20190718-4855.jpg

    Und hier der Blick aus dem Flugzeug in Richtung Westküste - WOW!



    KK-20190718-4866.jpg

    Schließlich geht es wieder runter vom Grat. Mittlerweile ist es sogar sonnig geworden!



    KK-20190718-4869.jpg

    Rückblick zum Gipfelaufbau und dem langen SW-Grat



    KK-20190718-4895.jpg

    Ich habe wieder die Zone des Páramo erreicht. Das Ichu-Gras ist übrigens nicht so flauschig-weich, wie es aussieht...



    KK-20190718-4907.jpg

    Ohne Probleme geht es runter bis zur Straße und dann weiter abwärts. Rechts hinten die beiden Ilinizas - Sur in Wolken, Norte frei.



    KK-20190718-4925.jpg

    Ein Stück weiter gibt sich der Cotopaxi die Ehre. Links der dreigipfelige Ruminahui.



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    Antisana und Sincholagua



    KK-20190718-4956.jpg

    Der Cotopaxi will unbedingt nochmal gezeigt werden...



    KK-20190718-4959.jpg

    Der Iliniza Norte ist aber auch durchaus eindrucksvoll und wird für´s nächste Mal vorgemerkt. Der Südgipfel bleibt weiterhin umwölkt. Immerhin wird mir jetzt klar, warum der noch einen Gletscher hat.



    KK-20190718-4967.jpg

    Zusammen mit zwei deutschen Bergsteigern, die ich beim Abstieg vom Corazón getroffen habe, fahre ich zurück nach El Chaupi. Zum Glück hatte mir Wladimir seine Nummer gegeben. Freundlicherweise (aber natürlich nicht kostenlos) holt er uns auf etwa 3640m ab. Zu Fuß nach El Chaupi wäre kein großer Spaß geworden. Rechts die Lodge - links, na ihr wisst schon...

    (Fortsetzung folgt)



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    Kommentar


    • #3
      TEIL III:


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      Drei Tage später in Riobamba. Der Bus, der mich zum Chimborazo bringen soll...



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      Eigentlich fährt er nach Guaranda, aber praktischerweise auch an der Chimborazo-Lodge von Marco Cruz vorbei, wo ich mich für zwei Nächte weiter akklimatisieren will.



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      Da hinten ist sie. Tja, und der Chimborazo wirkt irgendwie, wie soll ich sagen... RIESIG!



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      Die Lodge ist deutlich luxuriöser, als ich es sonst in den Bergen gewohnt bin. Naja, die ruppigen, komfortarmen Tage werden schon noch kommen. Ich werde im Raum "Lionel Terray" einquartiert. Makalu, Fitz Roy, Taulliraju, Jannu, Chacraraju, Huantsan - die Liste von Terray´s Pioniertaten ist echt eindrucksvoll und ich frage mich, ob ich mich dieser Zimmerzuweisung würdig erweisen werde. Messner, Buhl und Bonatti sind die Namenspatronen der anderen Zimmer im Gebäude. So gesehen müsste ich draußen schlafen...
      Die Lodge liegt übrigens auf etwa 3940m Höhe. Am Nachmittag unternehme ich einen kleinen Erkundungsspaziergang Richtung Chimbo, vorbei an einem einzelnen alten Baum, der treffenderweise "Solitario" genannt wird.



      KK-20190721-5231.jpg

      Die gehören zu meinen Lieblingsblumen in Südamerika...



      KK-20190721-5219.jpg

      ... und die zu meinen Lieblingstieren. Vicunjas waren in Ecuador schon ausgestorben, wurden aber vor einigen Jahren wieder hier angesiedelt.



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      Auf knapp 4400m drehe ich um, schließlich will ich nicht zu spät zum Dinner kommen. Teilweise ist die Landschaft geradezu wüstenartig.



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      Der Chimborazo im Abendlicht. Wenn alles klappt, werde ich in vier Tagen am linken Steilhang unterwegs sein. Ich genieße den Anblick, aber wenn ich an die Besteigung denke, sind die Sorgen deutlich größer als die Vorfreude - es kann so viel da oben passieren...



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      Am nächsten Tag: Ich will versuchen, noch etwas höher hinaufzukommen, am besten über 5000m. Zunächst geht es wieder durch den Páramo. Leider ist kaum eine Spur zu finden oder total viele - je nachdem, wie man es sieht. Das kostet Zeit und Kraft. Erst später wird mir klar, dass ich für die Tour aus dem Rother-Wanderführer (Templo Machay) zu früh von der Straße abgebogen bin.



      KK-20190722-5399.jpg

      Zumindest ist die grobe Richtung klar.



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      Langsam gewinne ich an Höhe und die Vegetation wird spärlicher.



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      Da oben ist´s ganz schön stürmisch - kein guter Gipfeltag.



      KK-20190722-5446.jpg

      Hinter einem unbedeutenden Vorgipfel wartet eine längere Querung.



      KK-20190722-5485.jpg

      Es wird nochmal sonniger und zur Feier des Tages zeigt sich der Whymper-Gipfel des Chimborazo - so nah und doch so fern...


      (Fortsetzung folgt)
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      Kommentar


      • #4
        TEIL IV:


        KK-20190722-5496.jpg

        Die Erosion hat ganze Arbeit geleistet. Der ewige Kampf zwischen den endogenen und exogenen Kräften...



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        Vor allen großen Bergtouren die gleiche Frage beim Anblick des Gipfels: Que sera?



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        Es wird wieder ungemütlicher und außerdem bin ich wieder mal spät dran. Auf 4932m (laut GPS) drehe ich wieder um.



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        Dies ist die Höhle "Templo Machay", die den indigenen Bewohnern seit Jahrhunderten als rituelle Kultstätte dient.



        KK-20190722-5567.jpg

        So zügig wie möglich versuche ich, Höhenmeter abzubauen. Bald treffe ich wieder auf meine Route von gestern. Den Wettlauf mit dem Tageslicht werde ich heute aber verlieren...



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        Da unten ist die Lodge. Ich habe Glück: Es gibt noch Abendessen - das hätte ich ungern verpasst.



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        Am nächsten Morgen bringt mich eine nette Kanadierin in ihrem Auto zum Chimborazo-Parkeingang. Ihr Mann und ihre Söhne machen eine Tagestour von der Lodge aus - mit Marco Cruz höchstpersönlich als Guide. Ich kann auch noch kurz mit ihm quatschen - sehr nett der Mann!
        Vom Parkeingang nimmt mich ein junger Typ für 15 USD mit zur Carrel-Hütte auf 4800m. Natürlich hätte ich das Stück vom Parkeingang auch laufen können, aber erstens wäre das mit dem schweren Rucksack und wenig Sicht nicht sehr angenehm gewesen und zweitens ist es wohl besser, sich (mit leichtem Gepäck) oberhalb der Hütte zu akklimatisieren. Zunächst geht es an den Gedenktafeln für die am Chimborazo verunglückten Bergsteiger vorbei. Das lässt die Sorgen nicht kleiner werden...



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        Das ist die Whymper-Hütte auf 5041m. Nach einer ausgiebigen Pause (mit chocolate caliente) geht es weiter aufi.



        KK-20190723-5619.jpg

        Ziel sind die sogenannten "Agujas de Whymper" auf rund 5300m. Da hinten sind sie. Eine brauchbare Spur gibt´s auch - so ist´s recht!



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        Je näher sie kommen, desto schlechter werden leider die Sichtverhältnisse.



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        Aber dann reißt der Himmel auf und ich erlebe einen Hauch von Patagonien in Ecuador!



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        Gegenüber ist die markante Felsformation des "Castillo" frei geworden. 2015 bin ich von "unten links" dorthin gelangt. Die seit Jahrzehnten bekannte Steinschlagproblematik ist in der Zwischenzeit offenbar noch schlimmer geworden und derzeit geht praktisch niemand mehr diese Route. Auch der Weg über den Stübel-Gletscher hat sich nicht durchgesetzt. Geplant ist der Zugang unterhalb der oberen Felswand links vom Castillo. Die Route ist zwar auch nicht ohne Tücken, aber objektiv deutlich sicherer. Wir werden sehen...



        KK-20190723-5708.jpg

        Ich gehe noch ein Stück auf dem Rücken oberhalb der Agujas aufwärts. Auf 5360m ist dann Schluss für heute.



        KK-20190723-5696.jpg

        Blick auf die Schmalseite der Agujas und die unteren Bergregionen. Gestern bin ich dort herumgelaufen...



        KK-20190723-5746.jpg

        Leider zieht es sich wieder mal zu und der Rückweg zur Carrel-Hütte findet überwiegend in einer Waschküche statt. Ich bin aber mit dem Tag insgesamt ganz zufrieden und frage mich, ob hinsichtlich der Besteigung vielleicht sogar ein klein wenig Optimismus angebracht ist...


        (Fortsetzung folgt hoffentlich morgen)

        LG
        Klaas
        Zuletzt geändert von peakbagger; In den letzten 2 Wochen.
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        • #5
          TEIL V:

          24.07.19 - die Akkli-Phase ist beendet. Nun wird´s langsam ernst!


          KK-20190724-5940.jpg

          Dies ist der Gastraum der Carrel-Hütte. Eigentlich recht gemütlich, wenn man bedenkt, dass man hier auf Montblanc-Höhe ist.



          KK-20190724-5932.jpg

          Und hier der Schlafraum. Während des Vormittags kommen einige Gipfelaspiranten zurück, die in der Nacht von hier oder vom Hochlager aufgebrochen sind. Keiner hat es bis zum Hauptgipfel geschafft. Die Infos über die herrschenden Schnee- und Windverhältnisse verstärken nicht gerade meine Zuversicht. Allerdings sind manche Leute auch ziemlich unerfahren in der Höhe und/oder kaum akklimatisiert. Mein Puls am Morgen war bei 66 - die Höhenanpassung hat also offenbar geklappt. Das gibt mir zumindest etwas Hoffnung...



          KK-20190724-5935.jpg

          Dieses Bild im Treppenhaus zeigt den Blick vom Veintimilla-Vorgipfel zum Whymper-Hauptgipfel. Werde ich in rund 24 Stunden auch diesen Blick haben?



          KK-20190724-5953.jpg

          Naja, zunächst muss erstmal das Hochlager erreicht werden - bei nicht wirklich einladendem Wetter. Im Bild ist übrigens nicht mein Guide Jaime, sondern sein Assistent Carlos. Jaime hat noch einen Termin in Banos und kommt dann später alleine zum Hochlager.



          KK-20190724-5958.jpg

          Der Weg ist nicht schwierig und eigentlich trage ich auch kein schweres Gepäck, trotzdem sind diese 500 Höhenmeter ganz schön ermüdend. Heute darf es aber noch nicht zu anstrengend werden, sonst habe ich für morgen keine Reserven. Schöne Aussichten gibt´s leider auch nicht. Und einmal mehr stelle ich mir die Frage nach der Sinnhaftigkeit der gesamten Unternehmung...



          KK-20190724-5966.jpg

          Nach ungefähr drei Stunden taucht auf 5330m diese wunderschöne weiße Kuppel auf. Ich war bis gestern davon ausgegangen, dass wir hier erstmal Zelte aufbauen müssten. Dann hat man mir aber gesagt, dass es in der Saison mittlerweile ein festes Hochlager gibt - nicht zuletzt, weil auch praktisch keine andere Route mehr gewählt wird.



          KK-20190724-5969.jpg

          Das feste Kuppelzelt hat natürlich einige Vorteile, vor allem in Sachen Platz und Windschutz. OK, manche werden das mit gewisser Berechtigung schon "Glamping" nennen, aber angesichts der morgen anstehenden Aufgabe nehme ich diesen kleinen Komfortgewinn gerne an. Hier der Blick aus meinem "Zelt im Zelt".



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          Mittlerweile ist auch Jaime eingetroffen. Carlos zaubert uns was Leckeres zum Abendessen. Übrigens will er morgen auch auf den Gipfel - allerdings nicht bei uns am Seil, sondern in Eigenregie bzw. mit anderen Leuten. Ich muss gestehen, dass es mir so auch lieber ist.

          Um halb acht, also 19h30, ist Schlafenszeit. Draußen leichtes Schneetreiben, wenig Wind. Mein Puls liegt bei 82. Zu hoch, aber das war ja zu erwarten. Der Wecker wird auf 22h00 gestellt, als Abmarschzeit wird 23h00 festgelegt. Wenn das mit dem Hauptgipfel klappen soll, muss ich bei meinem Trainingszustand (in den letzten sechs Wochen vor der Reise insgesamt 3 x 30min auf dem Ergometer) möglichst früh losgehen. Seit die steinschlaggefährdete Route durch den "Korridor" nicht mehr gegangen wird, hat man glücklicherweise etwas mehr zeitlichen Spielraum beim Abstieg. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den auch brauchen werde...


          (Fortsetzung folgt)
          Zuletzt geändert von peakbagger; vor einer Woche.
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          • #6
            TEIL VI:

            Die zweieinhalb Stunden bis zum Wecken verbringe ich irgendwo zwischen dösen, schlafen und grübeln. Dann ist es soweit! Blick aus dem Zelt: WOW - What a night! Sternenklar, windstill und von weit, weit unten grüßen die Lichter von Guaranda und den umliegenden Dörfern. Ganz klar - besser können die Bedingungen kaum sein. ALSO REISS DICH ZUSAMMEN, ALTER!

            Natürlich kommen wir nicht um 23h00 los, was ebenso natürlich nicht am Guide, sondern an seinem Kunden liegt. Gegen 23h30 heißt es dann: Al trabajo! Und es geht schon gut los mit der schmalen Traverse unterhalb der Felswand, die zum Castillo führt. Meine Olympus Mons - Schuhe sind zwar schön warm, aber auch sehr klobig, was nicht gerade die Trittsicherheit erhöht. Auch wenn ich nicht sehen kann, wie weit es rechts runtergeht, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass Ausrutschen hier verboten ist. Vorsichtshalber nimmt mich Jaime schon ans Seil. Ob er angesichts meiner Performance schon jetzt denkt "Das kann ja heiter werden mit dem Typen" vermag ich natürlich nicht nicht zu beurteilen - nachvollziehbar wäre es. Jedenfalls habe ich insgesamt ein besseres Gefühl als bei meinem Guide von 2015. Irgendwann sind wir unter dem Castillo angekommen und können kurz pausieren. Dann geht es über ein etwas ausgesetztes Stück zum eigentlichen Berg. Ab hier kenne ich auch die Gegend. Ich erinnere mich vor allem an eine hässliche Felspassage, die ich mich 2015 mit Ach und Krach hochgeschummelt habe. Dabei liegt die Betonung auf Krach, denn ich habe mich damals ein bisschen mit meinem Guide gezofft. Die Stelle ist nicht angenehmer geworden, aber es geht in jeder Hinsicht besser als 2015. Wir erreichen den Gletscher. Leider bewölkt es sicht und es wird zunehmend windiger. Trotzdem bin ich jetzt etwas zuversichtlicher als zu Beginn, denn jetzt geht´s ja im Wesentlichen "nur" darum, einen Fuß vor den anderen zu bekommen und dabei nicht auszurutschen - der Fleißteil der Besteigung sozusagen. Die Schneeverhältnisse sind nicht perfekt, aber OK. Und ´ne Spur gibt es auch.

            Aber es zieht sich...

            ... und zieht sich...

            ... und zieht sich...

            ... und es ist mittlerweile ziemlich windig geworden. Außerdem sind die Serpentinen meiner Meinung nach zu steil angelegt. (PS: Rückwirkend betrachtet hat diese Meinung ihren Ursprung wohl nicht zuletzt darin, dass meine Schuhe im Fußgelenk nicht sehr flexibel sind. Und bei flacheren Serpentinen würde die Sache ja noch länger dauern.) Wir werden von einigen Seilschaften überholt, das ist ja bei meinen Bergtouren meistens so. Entweder komme ich langsam zum Gipfel - oder gar nicht. Langsam gewinnen wir an Höhe. Wolkenfetzen ziehen schnell über die Gipfelregion, gespenstisch vom Mondlicht beleuchtet. Dann wird es ganz allmählich hell. Gelegentlich frage ich Jaime nach der aktuellen Höhe. Keine seiner Antworten gefällt mir so richtig. Höhenprobleme habe ich eigentlich nicht - sehr viel schneller wäre ich in den Alpen vermutlich auch nicht. Es gibt ein neues Wolkenspiel über uns, diesmal rosa mit Sonnenlicht. Mir wäre aber lieber, wenn es endlich etwas flacher würde, weil dann der Veintimilla-Gipfel nicht mehr weit wäre. Aber es dauert - und dauert - und dauert. Zum Glück habe ich ähnliche Situationen ja schon oft gehabt, so dass ich mehr oder weniger mechanisch weitergehe. Unterm Strich sind die Bedingungen ja immer noch gut. Und jetzt umkehren, sich jahrelang ärgern und dann irgendwann nochmal hier raufzugehen ist aktuell wirklich keine Alternative - also weiter. Meine Hauptsorge ist vielmehr, dass Jaime langsam die Geduld mit mir verliert und am Vorgipfel sagt "Listo - bajamos!". Andererseits erinnere ich mich, dass mir seine Frau Elisabeth (lisi0909 im Forum) vorher geschrieben hatte, dass er ein sehr geduldiger Führer sei - hoffentlich auch heute.

            So vergehen die Stunden...

            Eine Seilschaft kommt uns entgegen. Ich erfahre, dass es nicht mehr weit zum Vorgipfel ist. Und tatsächlich wird es endlich etwas flacher. Bis es dann aber wirklich soweit ist und wir am Ventimilla-Gipfel ankommen, dauert es nochmal ganz schon lange. Der Schnee hat mittlerweile etwas "blumenkohlartiges" - da bauen sich wohl mittelfristig neue Penitentes auf. Der Ventimilla-Gipfel liegt schon über 6200m hoch und sein Erreichen wird von vielen Leuten schon als "erfolgreiche Chimborazo-Besteigung" angesehen. Tja, aber eben nicht vom Autor dieser Zeilen...


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            Dankenswerterweise geht Jaime einfach weiter, sehr gut! Ganz sanft geht es wieder abwärts. Der Whymper-Gipfel ist nur zu ahnen, aber genau da will ich hin - die Sache mit dem Chimborazo wird hier und heute geklärt!

            Die Horizontaldistanz zwischen den Gipfel soll ungefähr einen Kilometer betragen. Obwohl es sich natürlich weiter anfühlt, bin ich guter Stimmung. Das ist für mich immer der der schönste Moment einer Besteigung: Wenn ich mir nach all den vorangegangen Grübeleien plötzlich sicher bin: DAS KLAPPT! Logischerweise muss man auch wieder heile vom Berg runterkommen, aber die diesbezüglichen Sorgen werden dann erstmal verdrängt.

            Weil das beim Chimborazo aber jahrelange Grübeleien waren, besonders nach 2015, gibt es jetzt aber auch noch eine leise Stimme, die dem Braten auch jetzt noch nicht traut, gemäß dem Motto "It´s not over till it´s over!" Und noch bin ich ja nicht mal am Gipfel...



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            Wie nicht anders zu erwarten, geht die Spur nicht schön und einfach hoch zum Whymper-Gipfel, sondern macht noch ein paar Umwege. Aber das ist jetzt nicht mehr entscheidend.



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            Um 9h25 geht es nicht mehr höher (wenn man so will auf der ganzen Welt nicht) - CUMBRE WHYMPER!

            Erstmal hinsetzen und verschnaufen. Fast zehn Stunden waren wir unterwegs, also pro Stunde rund 100 Höhenmeter. "Souverän" ist was anderes - EGAL! Oben ist oben und irgendwie müsste ich auch wieder heile runterkommen, wenn ich mich an den entscheidenden Stellen richtig konzentriere. Tja, etwas mehr Aussicht wäre schön gewesen, aber das stört mich im Moment nicht wirklich. Natürlich versuche ich zu peilen, ob das hier wirklich der höchste Punkt ist. Bei der Schneestruktur ein Ding der Unmöglichkeit. Jedenfalls sehe ich keinen Buckel, der diesbezüglich noch überprüft werden müsste (anders als z.B. am Cho Oyu). Auch Jaime bestätigt: "Aqui es la cima!"



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            Elisabeth hatte Recht: Er ist WIRKLICH geduldig!



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            Aber die Schneeverhältnisse werden nicht besser, also machen wir uns bald an den Abstieg. Erstmal müssen wir wieder zurück zum Ventimilla-Gipfel. Für ein paar Minuten reißt die Bewölkung auf und es wird klar, wo wir hier gerade herumlatschen.



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            Jaime am Ventimilla-Gipfel - darüber der tiefblaue Weltraum. Ich hatte früher immer gedacht, dass "Ventimilla" etwas mit 20.000 zu tun hätte, z.B. 20.000 Fuß, was allerdings deutlich zu niedrig wäre. Edward Whymper hat diesen Gipfel nach dem damaligen Presidenten Ecuadors (eigentlich "Veintemilla") benannt.



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            Meine Hoffnungen auf einen "Abstieg mit Aussicht" werden leider enttäuscht. Es geht wieder rein in den Nebel.



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            Nur einmal wird es kurz klar. Die ganze Zeit über ist aber klar, das Ausrutscher immer noch verboten sind.

            Dummerweise ist der Berg immer noch genauso groß wie beim Aufstieg. Logischerweise sind wir (bzw. ich) beim Abstieg schneller, dafür aber auch schon recht kaputt und dementsprechend fällt es mir zunehmend schwer, die Konzentration aufrecht zu halten. Aber die Sache jetzt durch einen Fehltritt zu vermasseln, wäre echt zu blöd.

            Nach gefühlt 1000 Seperntinen und ein paar zum Glück recht harmlosen Spaltenquerungen gelangen wir wieder auf den unteren Tiel des Gletschers. Mittlerweile haben wir fast Whiteout-Konditionen und die Spur ist (für mich jedenfalls) kaum noch sichtbar.



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            Ach ja, und dann war da ja noch meine Lieblingsstelle. So sieht sie von unten aus. NEVER AGAIN!



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            Das Gratstück beim Übergang zum Castillo. Auch der Abstieg dauert nun schon über vier Stunden.



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            Es wartet die letzte heikle Passage: die Traverse zwischen Castillo (der große Felsklotz im Hintergrund) und dem Hochlager. Irgendwie sieht das auf Foto zu harmlos aus, ich hatte ganz schön Bammel vor einem Fehltritt, zumal in meinen klobigen Schuhen. Step by step to safety. Schon vor Stunden habe ich den Entschluss gefasst, heute nur noch bis zum Hochlager zu gehen. Falls ich es überhaupt bis dahin schaffe...



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            15h09 - was für ein traumhafter Anblick! Die ganze Anspannung fällt von mir ab, die ganzen Sorgen und Bedenken der letzten Tage. Ich lasse mich einfach in den Schnee fallen - das muss jetzt einfach sein. Jaime versteht und geht alleine weiter zum Zelt.



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            Tja, das mit dem "heute nur bis zum Hochlager" löst sich ziemlich schnell in Luft auf. Das Lager ist nämlich schon für die morgigen Gipfelaspiranten gebucht. Nach einer Stunde Pause (Liegen, Trinken, Packen) bin ich aber soweit wieder hergestellt, dass ich die Schlussetappe zur Carrel-Hütte in Angriff nehmen kann. Und natürlich ist die Aussicht auf einen Restaurantbesuch und eine komfortable Hotelnacht in Banos durchaus motivierend. Also denn, es nützt ja nix. Leider ist der Rucksack jetzt wieder schwerer. Die Aussicht ist ungefähr genauso schön wie gestern auf dem Hinweg...



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            Kurz vor der Hütte gibt der Chimborazo aber noch ein (kurze) Abschiedsvorstellung. Da oben bin ich heute herumgeturnt?



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            Nach wenigen Minuten zieht es sich wieder zu. Gegen 18h20 erreichen wir die Hütte und kurz danach (nach einer chocolate caliente) fahren wir runter Richtung Banos.
            Während der Fahrt versuche ich meine Gedanken zu sortieren, was mir nur mittelmäßig gelingt. So richtig weiß ich noch nicht, was ich von der ganzen Aktion halten soll. Es war meine sechzehnte erfolgreiche Besteigung über 6000m, aber der Chimborazo ist eben nicht irgendein 6000er. Im Grunde fühlt es sich unwirklich an, weil ich mir fast sicher war, dass es wieder an irgendeiner Sache scheitern würde - dafür gab es genug Möglichkeiten. Aber scheinbar hat es wider Erwarten geklappt. Naja, für die geistige Nachbereitung habe ich ja in den nächsten Tagen und Wochen genug Zeit...

            LG und danke für´s Lesen!
            Klaas


            Zuletzt geändert von peakbagger; vor einer Woche.
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            • #7
              Gratulation!
              Am alten Anstieg von der Whymper-Hütte aus bin ich einmal gescheitert, Mein Freund - der mit dem zweiten Führer weitergegangen ist, hat später von enormen Kreuzspalten zwichen Carrel- und Whymper-Gipfel berichtet, die auch ihn, wiewohl beide erfahrene Bergführer, dort umkehren ließen. Dürfte diesmal bei weitem nicht soooo wild gewesen sein

              lg
              Norbert
              Meine Touren in Europa
              Meine Touren in Südamerika

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              • #8
                Wow, was für ein Bericht, ich habe mitgefiebert. Danke fürs hineinstellen.

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                • #9
                  Gratulation zum Gipfel!

                  Manchmal frage ich mich schon, wieso du so hartnäckig am Berg sein kannst und so wenig zu Hause bei der (physischen) Vorbereitung.
                  "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

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                  • #10
                    Glückwunsch zur erfolgreichen Besteigung! Deine Berichten lassen einen wirklich gut Mitleben!
                    carpe diem!

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                    • #11
                      Zitat von Gamsi Beitrag anzeigen
                      Glückwunsch zur erfolgreichen Besteigung! Deine Berichten lassen einen wirklich gut Mitleben!
                      Nun hast Du es ziemlich genau 25 Jahre nach mir auch geschafft. Aber ich muss zugeben, damals war der Berg wesentlich einfacher, und meine Bedingungen nur perfekt.

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                      • #12
                        Danke, für den wunderbaren Bericht!

                        War ja leider heuer nicht auf den ganz hohen ecuadorianischen Bergen. Aber ich hab so viel wiedererkannt in deinem Bericht. Ich finde Ecuador ist für Bergsteiger und Naturliebhaber ein super schönes und wahnsinnig spannendes Land.
                        Auf den Corazon haben wir auch etliche Male rüber geschaut (vom Ruminahui) ein sehr beeindruckender Berg, obwohl er (zu unrecht) etwas untergeht, da weniger hoch.
                        Der Cotopaxi ist sowieso der schönste Berg der Welt!

                        Den Chimborazo haben wir in drei Wochen nur einmal für eine Stunde frei gesehen. Mein Sohn ist im heurigen Frühjahr 2 mal auf Grund des schlechten Wetters gescheitert. Du hattest offensichtlich wirklich Glück, dass das Wetter "so" gut war. Gratuliere zur erfolgreichen Besteigung.

                        LG. Martin
                        www.waldrauschen.at

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                        • #13
                          Gratuliere zur erfolgreichen Besteigung und dem wunderschönem Bericht,
                          freut mich das du ihn uns präsentiert hast.
                          Lg. helmut55

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