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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

6) Verboten ist/sind:

- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
- Die Verwendung von fremdem Bildmaterial, Kartenausschnitten und Topos ohne Zustimmung des Autors;
- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
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- Das Führen von Doppel- oder Mehrfachaccounts;

7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

8) Profil/Signatur

Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

9) Werbung

Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

10) Gemeinschaftstouren/Bazar

Die Forenbetreiber stellen die Foren "Forum für Gemeinschaftstouren" und " Bazar" ausschließlich für private Kontaktzwecke zur Verfügung und gehen damit keinerlei Verpflichtungen oder Haftungen ein! Alle Kontakte in diesen Foren laufen ausschließlich zwischen den Usern/-innen und auf Basis des gegenseitigen Vertrauens. Bei nachweislichen Betrugsfällen stellen die Forenbetreiber alle vorhandenen Informationen zur Verfügung, um eine straf- und zivilrechtliche Verfolgung zu ermöglichen.

11) Regelwidriges Verhalten

User/-innen, die sich regelwidrig verhalten, werden per PN verwarnt und/oder gesperrt. Art und Dauer der Maßnahme richten sich nach der Schwere und der Häufigkeit der Regelübertretung/en. Die betroffenen User/-innen werden darüber per Mail informiert. Ein Posten unter einer anderen Registrierung in der Zeit der Accountsperre ist verboten und zieht automatisch eine Verlängerung der Sperre nach sich.

Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

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  • Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

    Beeindruckende Natur und auch eine interessante Geschichte hat der Nordwesten des amerikanischen Kontinents zu bieten.
    Wir waren im Herzen des Yukon-Territory, der Gegend, die durch den Klondike-Goldrausch 1897/98 nachhaltig geprägt wurde. Als Kind habe ich natürlich auch Jack London verschlungen, es dauert halt manchmal ein Weilchen, bis Wünsche in Erfüllung gehen, aber jetzt hat‘s gepasst. Die Kids haben nun beide ihre Schulausbildung abgeschlossen und können nun mal gut einige Wochen das Hotel Mama ohne Hoteldirektorin bewohnen. Momentan arbeiten sie auch beide, so dass dafür wir uns dem Müßiggang hingeben können.

    „ Gold! Gold! Gold! Gold!“

    Nach der Schlagzeile „ Gold! Gold! Gold! Gold!“ u. „Sixty-Eight Rich Men on the Steamer Portland“ im Seattle Post-Intelligencer im Juli 1897 ging der große Run los, praktischerweise war im selben Artikel auch gleich die Route in einer Landkarte eingezeichnet:
    Mit Schiff den Pazifik rauf bis Skagway in Alaska, von dort über einen alten Handelsweg der Indianer (Chilkoot Trail) ins kanadische Seengebiet im Landesinneren. Zunächst durch Seen, dann am Yukon weiter nordwärts bis ins Zielgebiet.
    Etwa 100000 Glücksritter machten sich noch großteils im Winter 1897/98 auf, um die Claims bei Dawson City zu erreichen, nur etwa 30000 haben das geografische Ziel erreicht, reich geworden sind allerdings nur ein kleiner Teil davon. Einer davon ist allerdings der berühmte Dagobert Duck, laut Walt Disney.
    Das ganze wurde damals schon fotografisch bestens dokumentiert, und auf Schritt und Tritt sieht man überall Infotafeln mit den alten Fotos und in allen Städten befinden sich Museen, die die Geschehnisse von damals dokumentieren.
    Viele Siedlungen wurden damals gegründet. Viele davon sind aber wieder von der Landkarte verschwunden und wurden von der Natur zurückerobert. Nur rostiges Eisen und die Schautafeln erinnern noch daran.
    Städte wie Skagway, Whitehorse, Carmacks und natürlich Dawson haben damals einen gewaltigen Entwicklungsschub erlebt. Siedlungen wie Dyea, Lindeman City und Bennet am Chilkoot Trail, Canyon City oder Big Salmon Village am Yukon River, verschwanden wieder.

    Die „First Nations“, die indianischen Ureinwohner des Kontinents erlitten im Yukon-Territory durch zwei Ereignisse nachhaltig massive Einschränkungen in ihrem Lebensraum. Zum einen natürlich der erwähnte Goldrausch um 1900 mit dem immensen Verbrauch der vorhandenen Ressourcen und dann nochmals 1942 durch den Bau des Alaska Highways.
    In einer nationalen Kraftanstrengung der USA wurden in nur 8 Monaten Bauzeit über 2200 km Highway gebaut, unter Einsatz von zehntausenden US-Soldaten.
    Die Dringlichkeit war durch die japanische Bedrohung im Pazifikkrieg gegeben, aus strategischen Gründen war aus Sicht der US-Regierung die Anbindung von Alaska mit einer leistungsfähigen Straßenverbindung absolut notwendig und es wurden mit Kanada Verträge abgeschlossen, die den Bau und die Unterhaltung dieses US-amerikanischen Highways auf kanadischem Boden regelten.
    Dies bedeutete eine Erschließung von großen Teilen der Siedlungsgebiete der First Nations, mit vielen Einschränkungen ihres Lebensraums und ihrer Kultur. In den letzten Jahrzehnten konnten aber Verträge mit der kanadischen Regierung abgeschlossen werden, die die Situation ein wenig verbesserten. In Haines Junction und in Whitehorse befinden sich nagelneue Kulturzentren der First Nations, die diese unter anderem dazu nutzen ihre Kultur zu präsentieren und auf ihre wechselvolle, mitunter leidvolle, Geschichte hinzuweisen.

    Unsere Erlebnisse habe ich bildlich in einem Video von gut 14 Minuten zusammengefasst:

    https://vimeo.com/48536423


    Ich möchte aber schon auch was dazu schreiben, ich beginne einmal mit der

    Kanutour am Big Salmon River und Yukon
    Man wird vom Ausrüstungsverleiher gegen gutes Geld zum Startpunkt am Quiet Lake gebracht und dort abgesetzt.
    Hoffentlich haben wir nichts vergessen, denn die nächsten 348km bis Carmacks , da gibt’s nur Bären und Elche (wenig) und Moskitos und Eichhörnchen (viele)!
    Für 300 Dollar hatten wir noch im Supermarkt eingekauft, das wird wohl reichen, die nächsten 12 (so war's geplant) Tage.

    Der Big Salmon gilt unter den Wanderflüssen im Yukon gegenüber beispielsweise den Alternativen Teslin und Yukon als etwas anspruchsvoller und abwechslungsreicher. Am Anfang muss man durch 3 Seen und dann ist er am Beginn noch etwas schmal und unübersichtlich mit recht viel Holz im Wasser, das auch einmal zum umtragen zwingt. Danach geht’s aber sehr ruhig dahin, wo man sich öfter etwas mehr Wasserbewegung wünscht.
    Wenn man nur mit einem einzigen Boot unterwegs ist, sollte man schon aufpassen, dass einem kein Missgeschick mit Ausrüstungsverlust passiert. Paddelanfängern würde ich da schon besser eine geführte Tour empfehlen, oder wenigstens eine Gruppe mit mehreren Booten. Auch ein Satellitentelefon kann einem höheren Sicherheitsbedürfnis Rechnung tragen. Mein Schatz ist aber sehr vorsichtig und so waren wir sicher, dass wir keine Probleme haben werden. Und so war es auch. Die Mur durch Graz
    (solange das Puntigamer Kraftwerk noch nicht gebaut ist) ist gegenüber Big Salmon und Yukon schweres Wildwasser.
    Ein GPS hatten wir aber mit, das uns ermöglicht hat, den Fluss für kurze Wanderungen immer wieder mal zu verlassen. Ohne GPS würde es eine Herausforderung sein, wieder zum Boot zurückzufinden.

    Wir haben für die 237 km am Big Salmon 8 Tage verwendet, für die 114 km am anschließenden Yukon nochmals 3 Tage. Es ginge wesentlich schneller, aber so hatten wir wirklich alle Zeit der Welt und sind jeden Tag nur von Mitte Vormittag bis frühen Nachmittag gepaddelt. So konnten wir das Lagerleben in der Abgeschiedenheit wirklich total entspannt genießen. Am Big Salmon haben wir keinen einzigen Menschen getroffen, obwohl dieser an sich eine beliebte Tour ist. Man fährt also jeden Tag so weit, wie es einen taugt und hält dann Ausschau nach einem guten Platz zum Campen. Gute Anlegestellen, wo man einerseits das Boot trockenen Fußes gut entladen kann und ein ebener Zeltplatz ohne Rodungsarbeiten erwartet werden kann, dienen meist regelmäßig als Camp. Bald haben wir ein Auge dafür und nutzen überwiegend solche offenbar regelmäßig frequentierten Plätze, die teilweise auch in dem Flussführer eingezeichnet sind, den wir mitführen. Das hat neben den Annehmlichkeiten einer vorbereiteten Feuerstelle auch den Vorteil, dass sich so die Eingriffe in die Natur einschränken lassen, als wenn Jeder größere Erd- und Rodungsarbeiten für Feuerstelle und Zeltplatz vornimmt.
    Gekocht wird praktisch nur am offenen Feuer, am Abend und am Morgen, den Gaskocher verwenden wir nur für die tägliche (Whiskey-)Teepause unterwegs. Mit dem Feuerholz haben wir den Dreh auch bald heraußen und ich hab auch nach 30 Stunden Regen kein Problem, ruckzuck ein Kochfeuer zu entfachen. Meine Anzündwürfel aus Trockenspiritus brauche ich auch kaum, es wartet genügend Kartonmaterial von den Lebensmittelverpackungen, der brennbare Müll sowie Lebensmittelreste werden sorgfältig verheizt um keine Bären anzulocken.
    Die Moskitos sind schon ein wenig lästig, je nach Camp und Wetterlage unterschiedlich. Am Wasser hat man seine Ruhe vor den Biestern, aber am Ufer ist meist entweder ein Spray oder ein Kopfnetz unerlässlich. Die Hautreaktionen auf Bisse werden aber nach wenigen Tagen kleiner und die empfundenen Belästiung auch.

    Am Yukon River ist entschieden mehr los als am Salmon River und wir sehen hier jeden Tag andere Leute, häufig auch in größeren Gruppen. Trotzdem sind wir auch hier in den beiden Nächten am Yukon auch alleine auf unserem Zeltplatz.

    Trotzdem wir uns also sehr viel Zeit lassen, sind wir einen Tag kürzer als geplant unterwegs. Unser Ausrüster, Wolf Adventure Tours, ist aber flexibel und holt uns auch einen Tag früher aus Carmacks ab.

    Der Anfang war schon mal ganz wunderbar, wir hoffen, dass es so weitergeht. Zeitlich sind wir ja recht flexibel, wir haben nichts reserviert und hoffen, dass mit Tickets und Permits trotzdem alles klappen wird.


    Über die weiteren Punkte:
    Mountainbiken um Whitehorse
    Whale-Watching bei Skagway
    Chilkoot-Trail
    Bergwandern im Kluane-Park

    werde ich ein andermal sicher noch was schreiben, ich lege jetzt einmal eine schöpferische Pause ein, hab ja Anderes auch noch zu tun.
    Reaktionen sind aber herzlich willkommen und ich möchte auch gerne Fragen beantworten, falls es welche gibt.

    LG Hans
    Nach uns die Sintflut.

  • #2
    AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

    Wunderschönes Video, gratuliere zu diesem Abenteuer! Ich hätte da ziemlichen Schiss vor den Bären...

    Kommentar


    • #3
      AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

      Wow! Tolles Video! Soetwas möchte ich auch unbedingt mal machen!
      Ich war heuer in Kalifornien und ich muss auch sagen, der Flug über Grönland war wirklich genial (selbstverständlich auch die Reise)
      LG
      Sebastian

      samma uns ehrlich - das Leben is herrlich!

      Tourenfotos

      Kommentar


      • #4
        AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

        SAUGEIL! :up:
        Over every mountain there is a path, although it may not be seen from the valley.

        Kommentar


        • #5
          AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

          Kann/darf mir das video nicht ansehen, wird geblockt! schnief!!!!
          Gerhard

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          • #6
            AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012



            hab soeben meine mittagspause mit deinem video verbracht ... super stimmig (landschaft und musik) und eine klasse dokumentationsform für die reise ... coole sache!
            NixTun gibt's ned!

            Kommentar


            • #7
              AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

              Ein wunderschönes Video hast da gemacht und somit
              auch die Erinnerung an meine Canadareisen wieder geweckt und
              natürlich die grosse Sehnsucht, wieder mal dorthin zu reisen!

              Vor einiger Zeit waren wir ja auch in dieser Gegend

              http://www.gipfeltreffen.at/showthre...11-7-15-7-2005

              lg
              Magda
              Hört auf danach zu fragen,
              was die Zukunft für euch bereit hält,
              und nehmt als Geschenk,
              was immer der Tag mit sich bringt

              (Quintus Horatius Flaccus)

              Kommentar


              • #8
                AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                Zitat von Wildenauer Beitrag anzeigen
                Wunderschönes Video, gratuliere zu diesem Abenteuer! Ich hätte da ziemlichen Schiss vor den Bären...
                Anfangs hatten wir da auch eher Respekt vor dem uns Ungewohnten und hatten auf der Kanutour auch einen Bärenspray dabei. Je mehr Informationen wir aber bekamen, über Broschüren, von den Rangern und in den Besucherzentren, desto klarer wird einem, dass die Gefahr einer Bärenattacke verschwindend gering ist, wahrscheinlich nicht höher, als von einer Kuh auf unseren Almen getötet zu werden. Wir haben zwar immer wieder Bärenlosungen gesehen, aber eine Bärenbegegnung auf nähere Distanz blieb uns leider verwehrt.
                Das einzig Problematische ist, wenn Bären in gut von Touristen besuchten Gebieten aus Sorglosigkeit oder Dummheit Bären der Zugang zu Nahrungsmittelvorräten ermöglicht wird. Da lernen Bären dann recht schnell, dass bei den Hikern vielleicht schneller was zu holen ist als mühsam die Wälder zu durchstreifen und können lästig werden. Solche Vorkommnisse sollen aber gemeldet werden und die Parkranger ergreifen dann entsprechende Maßnahmen. Im Kluane Park wollten wir den interessanten Slims River Trail gehen, der aber wegen der Bärenaktivitäten von den Rangern gesperrt wurde. Die Sperre kann recht einfach kontrolliert werden, weil man für mehrtägige Touren in den Nationalparks ein Permit braucht, und einen Abschnitt beim Auto hinter die Windschutzscheibe legen muss. Die Ranger treiben sich dann einige Zeit da herum und vertreiben die Problembären nach Möglichkeit, ich hab da von Gummigeschossen gehört, die den Bären auf den Pelz gebrannt werden, die die natürliche Scheu vor den Menschen wieder herstellen sollen. Letztes Mittel ist aber der Abschuss von unbelehrbaren Problembären: „A fed bear is a dead bear“ wird einem immer wieder mitgeteilt. Einen Bären, dem man Zutritt zu seinen Lebensmittelvorräten ermöglicht, kann man damit im ungünstigen Fall auf die Abschussliste gebracht haben, soll einem damit gesagt werden.

                Zitat von grasi Beitrag anzeigen
                Kann/darf mir das video nicht ansehen, wird geblockt! schnief!!!!
                Dein Chef wird eben meinen, du sollst besser arbeiten und nicht Video schauen.
                Im Ernst: Ich weiß auch nicht, welches Video-Portal da günstiger ist, mit Youtube wird’s ja auch nicht besser sein. Man kann ja jetzt Videos direkt im Beitrag anhängen, aber auch nur als Link zu einer irgendwo hochgeladenen Videodatei. Am Gipfeltreffen-Server ist’s ja nicht möglich, oder? Vielleicht kann da jemand was dazu sagen, welche Möglichkeiten es da gibt.

                Zitat von Magda Beitrag anzeigen
                Vor einiger Zeit waren wir ja auch in dieser Gegend
                http://www.gipfeltreffen.at/showthre...11-7-15-7-2005
                Ja, dass weiß ich natürlich, dass du als Canada-Fan da schon berichtet hast, hab ich mir sicherlich im Lauf der Zeit schon mehrmals durchgelesen!

                An alle Anderen: Danke für die positiven Reaktionen, freut mich, dass euch mein Beitrag gefällt.

                Nun geht’s ein Stück weiter:

                Whitehorse und Umgebung

                Whitehorse ist die Hauptstadt des Yukon Territory, aber mit etwa 26000 Einwohnern eine überschaubare Kleinstadt, in der man auch zu Fuß überall hinkommt. Bezüglich des Respekts, der einem als Fußgänger oder Radlfahrer von den Autofahrern entgegengebracht wird, könnte man sich hierzulande was abschauen (wenn man wollte, ich weiß), das muss man einmal erlebt haben, sonst glaubt mans (als Grazer Radlfahrer) nicht.
                Die deutsche Condor fliegt in der Sommersaison jeden Sonntag direkt von Frankfurt an die Stadt, die am Yukon River und Alaska Highway liegt.
                Mit über 60° nördlicher Breite liegt es etwas nördlicher als Oslo oder Stockholm.

                In der relativ kurzen Sommersaison kanns mit den Zimmern eng werden, wenn man nichts reserviert hat, da ist der Robert Service Campground am Südende der Stadt direkt am Fluss eine unproblematische und auch kostengünstige Alternative. Der Campground hat zwar auch ein Online-Reservierungssystem, meines Erachtens ists aber unnötig zu reservieren. Wir haben im Lauf unseres Urlaubs dort drei mal neu eingecheckt und es waren immer reichlich Plätze frei.

                Wo kriegt man was?
                Lebensmittel:
                Supermärkte wie Extrafoods o. Walmart, die sieben Tage in der Woche geöffnet haben. Alkoholische Getränke gibt’s dort allerdings nicht, für Bier oder Whiskey muss man sich in einen Liquor Store begeben. An Campinggas gibt’s dort auch nur die Propanflaschen, die Gaskartuschen für unseren Primus gibt’s im Baumarkt, bei den Kanuverleihern oder in Bergsportläden.
                Ausgezeichnetes Gebäck gibt’s in der Alpine Bakery, alles streng bio und vegetarisch, für den großen Hunger auch Warmes aus Suppentöpfen (all you can eat) und WI-FI (WLAN).

                Fahrradverleih:

                Mountainbikes gibt’s z. Bsp. bei den Kanoe People (geben kein Reperaturzeugs mit), besser aber bei Cadence Cycle (Bikes besser gewartet, Pannenwerkzeug und perfekte Bikekarte)

                Autoverleih:

                Am Flughafen oder in der Stadt, wir haben bei Subaru Whitehorse wirklich günstig gemietet: 45 Dollar pro Tag, für unseren kleinen Pontiac, bei Budget am Flughafen wäre es erst mit 75 Dollar losgegangen.

                Geschichte:

                Im MacBride-Museum gibt’s die ganze Geschichte von Whitehorse, natürlich auch die Schwerpunkte wie Goldrausch und Bau des Alaska Highway.
                Die SS Klondike ist ein Schaufelraddampfer der am Ufer des Yukon im Trockenen liegt und einen interessanten Einblick in die Geschichte der Dampf-Schifffahrt am Yukon zwischen 1860 und 1950 bietet. Bis in die frühen 50er Jahre wurde noch Erz mit solchen 300 Tonnen-Dampfern mit nur 1m Tiefgang am Yukon befördert, unter Einsatz von Stahlseilwinden an den kritischen Passagen.
                Das Kwanlin Dün Cultural Center wurde erst heuer eröffnet und ist ein selbstverwaltetes Kulturzentrum der in der Gegend von Whitehorse beheimateten Indianerstämme (in Kanada „First Nations“ genannt). Hier kann man in schönen Filmen viel über die wechselvolle Geschichte der Ureinwohner unter dem Einfluss der weißen Besiedelung des Landes erfahren.

                Mountainbiking:

                In der unmittelbaren Umgebung von Whitehorse gibt’s eine Menge schöner Trails, die Bikekarte haben wir vom Bikeverleiher Cadence mitbekommen. Die Wege (zwischen Hike und Bike wird nicht unterschieden!) sind aber auch gut beschildert und immer wieder mit Übersichtstafeln versehen, so dass die Orientierung recht einfach ist. Die Wege sind in drei Schwierigkeitsgraden kategorisiert, blau, grün und schwarz. Wir sind nur die flowigen blauen und grünen Strecken gefahren, für die schwarzen wäre entsprechendes Downhill-Gerät und –Können notwendig, damit’s Spaß macht. Nix für uns Forststraßenradler.
                Wir sind an einem Tag am Yukon südlich der Stadt und an den umgebenden Seen herumgefahren. Man kommt dabei zunächst am Wasserkraftwerk mit der Lachsleiter, die den Lachsen das Passieren des Staudamms ermöglicht, vorbei. Dann folgt der Miles Canyon, eine Engstelle des Yukons, in denen vor dem Bau des Kraftwerks die gefürchteten Whitehorse-Rapids waren, Stromschnellen die von den Goldsuchern in ihren selbstgebauten Booten und Flößen eine ernste Sache waren. Die Stromschnellen mit ihren weißen Schaumkronen haben bei den ersten Besuchern die Assoziation mit den Mähnen von weißen Pferden hervorgerufen und damit war der Name des Flussabschnitts und in weiterer Folge der Stadt gegeben. 300 Boote samt Ausrüstung sollen die Goldsucher dort verloren haben und auch etliche ihr Leben. Das war auch der Grund, dass findige Geschäftsleute eine Pferdebahn gebaut haben, die den Landtransport der Boote um die gefährliche Strecke ermöglichte. Die südliche Bahnstation war dabei Canyon City, wo man einen solchen Transportwagen, der auf Schienen aus Baumstämmen fuhr, besichtigen kann. Canyon City wurde nach dem Goldrausch wieder aufgegeben, nur rostiges Eisen und Schautafeln geben noch Zeugnis über die glorreiche Vergangenheit ab.
                Die Hidden Lakes, die hier zwischen den Hügeln eingebettet sind, sind erst durch die Hebung des Grundwasserspiegels infolge des Baus des Kraftwerks in den 1950ern entstanden. Laut Informationsbroschüren solls dort jede Menge Möglichkeiten für Tierbeobachtungen geben, wir haben aber mit unseren lärmenden Radeln natürlich nichts gesehen.
                Bei einem zweiten Mountainbikeausflug sind wir auf den Hausberg von Whitehorse, den Grey Mountain. Man kann da eine Schotterstraße rauffahren bis zu einer Sendeanlage am Rücken und einen schönen Rundblick genießen. Runter geht’s die obersten Hänge nur über schwarze Trails oder eben die Straße, erst unten wurde es dann auch für uns fahrbar und wir kamen wieder in die Gegend der Hidden Lakes, die wir vom ersten Tag schon kannten.

                Wellness:
                Die Takhini Hot Springs sind etwa 30km nördlich von Whitehorse. Ein in zwei Temperaturzonen geteiltes Becken (heiß und sehr heiß) ermöglicht hier Entspannung, wenn das Wetter nicht so toll ist, oder man gerade vom Bergwandern zurückkommt. Direkt daneben ist ein Campingplatz, mit einem Vorarlberger als Campingwart. Der Platz ist eher auf der rustikalen Seite: Keine Sanitärgebäude, kein Shop, nur Plumpsklo.

                Noch einige ergänzende Bilder, das Meiste ist ohnehin im Video:
                Die SS Klondike am Ufer des Yukon, sowie der Frachtraum im Inneren:


                Bis zu 9 Festmeter Holz wurden pro Stunde verfeuert, auf der Strecke musste regelmäßig angelegt werden um wieder Brennholz zu laden.

                Die Fischleiter beim Kraftwerk, Lachse haben wir leider keine gesehen, nur eine Ratte ist drinnen geschwommen. Lachse haben wir nur durch die Glasscheibe im angeschlossenen Besucherzentrum beobachten können.


                Der Miles Canyon einst und jetzt:



                Das und einiges an rostigem Eisenschrott ist noch übrig von Canyon City, dem Startpunkt der Tramway, die zur Umgehung der Whitehorse Rapids diente:


                „Hoodoos“ werden die natürlichen Sandskulpturen an den früheren Flussufern genannt:


                LG Hans
                Zuletzt geändert von GrazerHans; 02.09.2012, 09:15.
                Nach uns die Sintflut.

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                • #9
                  AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                  Hallo Hans,

                  wow, super Bilder und ein geniales Video!

                  Da kommen schöne Erinnerungen hoch - ich war 2002 mal für knapp 4 Monate in Kanada unterwegs und der Yukon hat es mir dabei auch ziemlich angetan. Ich bin damals (oje, das ist ja auch schon wieder 10 Jahre her, wie die Zeit vergeht...) mit einem Kanadier, den ich in Whitehorse im Hostel kennengelernt hatte, auf dem Yukon River von Whitehorse bis nach Dawson City gepaddelt. Habe gerade noch einmal die alte Flusskarte rausgeholt und nachgeschaut, wo genau der Big Salmon River auf den Yukon River trifft. Der Salmon River sah schon etwas wilder aus in deinem Video, vor allem schmaler und mit viel Holz... Der anstrengende Teil vom Yukon River, so meine ich mich zu erinnern, kommt in Form des Lake Laberges gleich am Anfang, da heißt es paddeln. Auf dem Yukon River war man damals auch schon nicht so ganz allein, aber wirklich viel los war dann auch nicht.

                  Bären haben wir dort auch nicht gesehen, dafür aber viele Elche, Biber und Adler. Nach anfänglicher Nervosität hat man dann irgendwann auf den am Gürtel hängenden Pfefferspray verzichtet Ich erinnere mich noch daran, wie ich in den ersten zwei Nächten im dichten Wald kein Auge zutun konnte, überall hat es im Unterholz geknackt, der Regen hat auf das Zelt geprasselt und man hat einfach unglaublich viele Geräusche gehört. Allerdings sind die Bären im Normalfall ja wirklich recht scheu, wenn man das Essen etwas weiter weg vom Zelt deponiert, muss man sich eigentlich keine Sorgen machen. Nach ein paar Tagen habe ich dann geschlafen wie ein kleines Kind. Fussabdrücke von Bären haben wir hingegen schon öfters mal welche gesehen.

                  yukon.JPG

                  Bei dem von dir beschriebenen Whiskeytee musste ich schmunzeln, bei uns war's die recht ähnlich wirkende heiße Instant-Kaffee-Rum-Schokolade, die uns nach langen Regentagen auf dem Fluss wieder etwas Energie zurückgegeben hat. Schon unglaublich komfortabel so eine Kanutour, denn man muss einfach nicht darauf achten, was man so an Gepäck mitnimmt. Das heißt dann jeden Abend halbwegs vernünftiges Essen und danach ein oder zwei Budweiser am Lagerfeuer.

                  Im Kluane Park war ich auch mal Wandern, wir sind auf so einen ca. 2000 Meter hohen Berg hochgestiegen, den King's Throne. Hab' mich damit aber konditionell recht schwer getan, so als eher untrainierter und unsportlicher Kettenraucher, der ich damals war Superschön war's aber trotzdem. Diese riesigen und endlosen Wälder...

                  kluane.JPG

                  Viele Grüße und nochmals danke für dein schönes Video und den Bericht,
                  JayP.

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                  • #10
                    AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                    Hallo Hans,

                    danke für dieses tolle Video, das muss einfach einmalig gewesen sein! Eine Reise, von der man sehr sehr lange zehren kann!

                    LG Elisabeth
                    Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst die keiner kann

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                    • #11
                      AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                      Hans für diesen 1A Bericht eines absolut genialen Abenteuerurlaubs!
                      ...a Tog ohne Bier is wia a Tog ohne Wein....
                      google online Album

                      Paul

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                      • #12
                        AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                        Super Tour!

                        Hab vor ein paar Jahren die selbe Tour gemacht, wir haben erst den Chilkoot Trail und dann den Big Salmon gemacht, extrem schöner Fluss, ein Jahr vor der Tour bin ich den Teslin und den Yukon gefahren, das war langweilig dagegen.

                        Kann mir gut vorstellen was du jetzt für tolle Erinnernungen and dieses Abenteuer hast!!!
                        www.alpin-welt.at

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                        • #13
                          AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                          @Elisabeth u. paulchen: Danke für die netten Reaktionen!

                          Zitat von JayP Beitrag anzeigen
                          …. Der Salmon River sah schon etwas wilder aus in deinem Video, vor allem schmaler und mit viel Holz...
                          …. Schon unglaublich komfortabel so eine Kanutour, denn man muss einfach nicht darauf achten, was man so an Gepäck mitnimmt. …..
                          Schmal und mit viel Holz ist der Salmon River auch nur am Anfang, nach den 3 Seen, die man am Beginn hat. Danach ist er sehr ruhig, mit unzähligen Mäandern, die die Fahrtstrecke sicher auf ein Mehrfaches der Luftlinienstrecke erweitern.

                          Der Gepäcktransport ist wirklich das Besondere an einer Kanutour, da spielt das Gewicht praktisch keine Rolle. Ganz anders als beim Trekken, wo man für längere Touren schon aufpassen muss, wie man das Rucksackgewicht im Rahmen hält. Da ist eine Islanddurchquerung, wie ihr sie gemacht habt, auch in dieser Hinsicht sicherlich eine gewaltige Herausforderung.

                          Zitat von traillight Beitrag anzeigen
                          Hab vor ein paar Jahren die selbe Tour gemacht, wir haben erst den Chilkoot Trail und dann den Big Salmon gemacht, extrem schöner Fluss, ein Jahr vor der Tour bin ich den Teslin und den Yukon gefahren, das war langweilig dagegen.
                          Hab ich gelesen, deinen schönen Bericht, die Bahnreise war danach fix geplant.

                          Es geht wieder weiter:
                          Nach uns die Sintflut.

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                          • #14
                            AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                            Bahnfahrt nach Skagway/Alaska, Whale-Watching, Chilkoot Trail

                            Am Tag davor haben wir beim Büro der WPYR (White Pass & Yukon Route)- Eisenbahngesellschaft in Whitehorse die Tickets gekauft, um 8 Uhr geht es los. Zunächst mit einem Überlandbus auf dem Klondike Highway, da die Eisenbahnstrecke nicht mehr die ganze Strecke von Skagway nach Whitehorse in Betrieb ist. Der Bus wird von einer originellen Dame fortgeschrittenen Alters gesteuert, die auch als Reiseleiterin fungiert und während der ganzen Fahrt Informatives und Lustiges von sich gibt.
                            In Carcross gibt’s eine Pause mit der Möglichkeit, sich die Füße in dem kleinen Ort zu vertreten und der Bäckerei für ein zweites Frühstück einen Besuch abzustatten. Aber nicht ohne die vorherige Erklärung unserer Chauffeurin, was der Unterschied zwischen einem Buspassagier und einem Autostopper sei: Genau eine Minute!

                            Auch einen Fotostopp gibt’s unterwegs nochmals, bis wir in Fraser dann auf den Zug umsteigen.
                            Die Eisenbahn von Skagway über den White Pass zum Yukon wurde 1898, gleich nach einem Jahr nach Beginn des Klondike-Goldrauschs begonnen und 1900 fertiggestellt. Insgesamt arbeiteten 35000 Leute an der Eisenbahn, 410 Tonnen Sprengstoff kamen dabei zum Einsatz, um die „Railway Built to Gold“ zu erschaffen.
                            Historische Brücke:


                            Neben dem Chilkoot Pass wurde von den Goldsuchern auch der White Pass als Übergang vom Meer ins Landesinnere benutzt. Die White Pass- Route galt als länger, aber weniger steil, sodass hier auch Pferde zum Einsatz kommen konnten. Dass die Pferde aber am Limit und darüber gefordert waren, zeigt die sogenannte „Dead Horse-Schlucht“, in der 1898 etwa 3000 Lastpferde der Glücksritter ihr Leben lassen mussten.

                            Der Zug selbst tuckert recht gemächlich mit Dieselloks und alten Waggons dahin, auf Schmalspur mit lediglich 914 mm Spurweite. Es ist auch noch eine Dampflok im Einsatz, aber das ist wieder ein spezielles Reiseangebot.

                            Die Waggons haben jeder einen Holzofen als Heizung und an den Enden Plattformen, wo man sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen kann.
                            Auch während der ganzen Bahnreise wird man über eine Lautsprecheranlage mit Informativem über die Bahn und die Gegend versorgt. Am White Pass überschreitet man die Grenze zu Alaska und zugleich auch eine Zeitzonengrenze (Eine Stunde Differenz zwischen Alaska Time und Yukon Time).
                            Die Zollformalitäten werden aber erst am Ziel in Skagway erledigt, wo wir um die Mittagszeit ankommen. Für uns EU-Bürger gibt’s das volle Programm: Sichtvermerk im Pass, Fingerabdrücke, Foto. Auch werden wir darauf hingewiesen, dass wir nach erfolgtem Grenzübertritt am Chilkoot Trail in Whitehorse zur Zollbehörde müssen um die Ausreise aus den USA zu bestätigen. Sonst könnte es bei der nächsten USA-Einreise zu Problemen kommen, mit den Amis ist da nicht zu spaßen.
                            Skagway hatte in den Goldrauschjahren etwa 8000 bis 10000 Einwohner, heute ist sie eine Kleinstadt von etwa 900 Einwohnern die hier ständig leben, in der Spitzensaison sind es etwa doppelt so viele. Die Stadt scheint ausschließlich vom Tourismus zu leben, und zwar von den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die hier anlegen und im Jahr für etwa 900 000 Besucher sorgen. Die Läden sind in der Flaniermeile, der Broadway Avenue, grob geschätzt zu etwa 90 % Juweliere und Restaurants, letztere vielfach mit historischem Ambiente von Saloons mit den Kellnerinnen in Folklorekleidung.
                            Wir gehen dann gleich ins Ranger-Office, um uns wegen der Permits für den Chilkoot Trail zu erkundigen. Die Anzahl ist mit 50 pro Tag limitiert, wobei davon maximal 42 reserviert werden können und die restlichen 8 als sog. „Walk-In-Tickets“ am Tag des Starts an die anwesenden Hiker vergeben werden. Wir erfahren, dass sich der Andrang in Grenzen hält und wir jederzeit Starten können.
                            Wir beschließen, am nächsten Tag noch eine Walbeobachtungstour am Lynn-Kanal, das ist der Fjord, an dem Skagway liegt, zu machen. Die Tickets kriegen wir am Campingplatz, nahe des Hafens, an dem wir also noch 2 Nächte verbringen werden, bevor wir zum Chilkoot Trail starten.

                            Am nächsten Tag um 8 Uhr früh geht es los, mit einem flotten Katamaran, auf dem etwa 35 Leute Platz finden. Der Kapitän fungiert wieder als Reiseleiter, der die ganze Zeit mit dem Fernglas Ausschau nach Walen hält und uns mit Wissenswertem unterhält. Seine Tochter sorgt für Kaffee und Snacks. Wir fahren mit einigen Zwischenstopps den Fjord Richtung Süden bis in die Hauptstadt Alaskas, Juneau, wo wir zu Mittag einen langen Aufenthalt haben und noch eine Bustour zum beeindruckenden Mendenhall-Gletscher machen, der direkt in einen See fließt.
                            Auf der Bootstour sehen wir tatsächlich etliche Buckelwale, Seelöwen, Seehunde und an einer Flussmündung einen Fische fangenden Bären. Allerdings alles recht weit entfernt, und im Vergleich zu den tollen Fernsehbildern in Naturdokus ein wenig ernüchternd. Wenn irgendwo die Atemfontänen der Wale gesehen werden, machen sich gleich etliche Boote dorthin auf und warten dann gespannt, wo die Wale nach einigen Minuten wieder auftauchen. Ist ein wenig ein Lotteriespiel, manche Boote sind näher dran, wir waren immer recht weit weg.
                            „2 Humpbacks at 1 o'clock“:


                            Der Bootstrip dauert insgesamt über 12 Stunden und ist für uns ein Vorgeschmack auf spätere Lebensjahrzehnte.
                            Am nächsten Morgen sind wir schon um 8 Uhr beim Rangers-Office, um uns die Permits ausstellen zu lassen. Die ausführliche Unterweisung, wie wir uns auf dem Trail und den Camps verhalten sollen, haben wir schon beim ersten Besuch absolviert und so erhalten wir für je 50 Dollar die heute gar nicht so begehrten Permits. Nur etwa ein Drittel der zulässigen 50 Hiker wird heute den Trail beginnen.
                            Wir müssen bekanntgeben, wie wir die Etappen geplant haben und entscheiden uns für 3 Nächtigungen am Trail: Sheep Camp auf der US-Seite, Happy Camp und Bare Loon Lake auf der kanadischen Seite. Auf dem Trail ist das Campen nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt, insgesamt existieren aber 13 davon, man hat also die Wahl. Möglich ist es sowohl schneller als auch langsamer zu gehen als wir: Bergläufer machen die Tour an einem Tag, die meisten Hiker aber mit 4 Nächtigungen, 2 vor dem Chilkoot Pass, 2 nach dem Pass.
                            Wir marschieren dann zu einer nahen Abenteueragentur und buchen dort gemeinsam mit 2 Kanadiern die Taxifahrt bis zum etwa 9 Meilen entfernten Startpunkt des Trails in Dyea, welche uns 10 Dollar pro Nase kostet.
                            Um ca. 10 Uhr können wir dann endlich die Rucksäcke schultern und losmarschieren. Der Chilkoot Trail wird ja von Manchen als das längste Freilichtmuseum der Welt beschrieben und die Geschichte um den Goldrausch macht auch die Faszination dieser Wandertour aus, so habe ich es empfunden.

                            Der Pfad wurde lange vor den Goldsuchern und Trappern von den Tlingit-Indianern als Handelsweg benutzt. Es erfolgte reger Warenaustausch zwischen den First Nations im Seengebiet im Landesinneren und den russischen Pelzhändlern an der Küste. Alaska wurde ja erst 1867 von den Amerikanern von Russland abgekauft. Für 7,2 Millionen US-Dollar, wofür die Regierung in der Öffentlichkeit arg kritisiert wurde, so viel Geld für nutzloses Land auszugeben.

                            Während des Goldrauschs entstanden 1897 /98 entlang der Route riesige Zeltstädte mit Saloons, Hotels, Restaurants, Gemischtwarenläden. Dampfmaschinenbetriebene Seilbahnen wurden über den Pass gebaut. Von alledem ist nur mehr rostiges Eisen und jede Menge Schautafeln mit interessanten Begleittexten übrig. Man wird auch ganz eindringlich ermahnt, von dem Gerümpel nichts anzurühren oder gar wegzunehmen. Auch in Zukunft sollen die Hiker das historische Material unverändert vorfinden können.
                            Man kann die Wanderung der 53 km Wegstrecke, die man meist locker in 3 oder 4 Tagen geht, nicht mit den Strapazen vergleichen, die die Goldsucher damals auf sich nahmen, für die Aussicht auf Reichtum in den Goldfeldern am Klondike.
                            Der erste große Ansturm erfolgte nach der Sensationsmeldung im Sommer 1897 im darauffolgenden Winter. Die kanadische Regierung fürchtete ob der riesigen Menschenmassen, die in ein kaum erschlossenes Gebiet strömten, Hungersnöte und so wurde festgelegt, dass jeder, der über den Pass wollte, eine Tonne Ausrüstung mitführen musste. Wer Geld hatte, beschäftigte indianische Träger, die anderen schleppten selbst und gingen insgesamt 3000 km bis sie am Zielpunkt, dem Lake Bennet waren.
                            Die kanadische Polizei errichtete auf dem Pass einen Grenzposten und kontrollierte den Übertritt über die Grenze, die erst anlässlich des Goldrauschs festgelegt wurde. Vorher war die Gegend Niemandsland und die ersten Goldsucher im Gebiet wussten meist gar nicht ob sie sich in Alaska oder Kanada befanden.
                            Der Winter hatte neben Kälte und Schneestürmen natürlich auch noch andere Gefahren: An einem einzigen Tag, am 3.April 1898, Palmsonntag, kamen 70 Leute bei 3 Lawinenabgängen um.

                            Das historische Canyon City mit dem berühmten rostigen Dampfkessel ist auf der Route etwas abseits des Weges, was hin und retour eine zusätzliche Meile Wegstrecke bedeutet. Normalerweise setzt man den Rucksack ab und geht ohne das schwere Gepäck rüber. Im Bear Country ist das aber ein absolutes NoGo und man schleppt den Rucksack immer mit. In den Camps gibt man die Lebensmittel und alles was Geruch verströmt, also auch Toilettartikel, in bärensichere Blechspinde.

                            An unserem ersten Nächtigungscamp, Sheep Camp, kommen wir dann nach etlichen Rastpausen um ca. 17.30 an. Bisher sind wir überwiegend durch dichte Wälder gegangen, die Pazifikluft sorgt hier für ein recht feuchtes Klima mit reichlicher Vegetation und auch sumpfiges Terrain, das aber komfortabel auf Holzstegen und vielen Brücken durchquert werden kann.
                            Sheep Camp als letztes Camp vor dem Pass ist das größte US-Camp. Als Wetterschutz für Kochen, Abendessen und Frühstück gibt’s in den meisten Camps eine Hütte. Fürs Zelten gibt’s weiträumig verteilt Holzplattformen. Heute bleiben aber die meisten Zeltplätze leer, statt maximal 50, die jeden Tag über den Pass dürfen sind nur etwa ein Drittel da.
                            Am Abend kommt noch eine junge Rangerin, die uns nochmals Einiges über das richtige Verhalten im Bärengebiet erzählt und auch Geschichtliches. Letzte Nacht wäre ein Bär im Camp Canyon City gewesen, der hätte aber nichts angestellt und wäre von den aufgeregten Campbewohnern vertrieben worden. Wir haben tatsächlich auf dem Trail viele Bärenlosungen gesehen. Es ist jetzt Schwarzbeerensaison am Trail und damit auch Schwarzbärensaison. An den Losungen kann man erkennen, dass momentan das Hauptnahrungsmittel tatsächlich die Beeren sind, das haben wir auch schon auf unserer Kanutour gesehen. In ihrer Gier und Ungeduld verdrücken die Bären aber offensichtlich auch mit Begeisterung unreife Früchte, die allesamt unverdaut wieder ausgeschieden werden, das haben wir recht oft gesehen:


                            Sheep Camp hatte im Jahr 1898 einige Bewohner mehr als die heutigen knapp 20 Hiker, nämlich ungefähr 8000. Die Siedlung war 2 Straßen breit und eine Meile lang, mit Saloons, Hotels, Restaurants, Gemischtwarenläden und einem Badehaus. 1899 war der große Ansturm aber schon wieder vorbei und es verblieben nur 18 Einwohner. Jetzt hat der Wald wieder alles verschluckt, von alledem ist nichts mehr zu erkennen, nur die Fotografien auf den Schautafeln lassen einen darüber staunen.
                            Diese Städte waren allesamt ohne polizeiliche Kontrolle, die Gesetze wurden von den Leuten selbst gemacht. Auf einer Fotografie sieht man, wie ein Ausrüstungsdieb, umringt von vielen Schaulustigen, an einem Pfahl gebunden ausgepeitscht wird.

                            Am nächsten Tag geht es aus dem Wald raus ins alpinere Gelände. Über eine riesige Blockhalde, krabbeln wir zum Pass rauf, weglos, den rostigen Stahlseilen im Nebel folgend. Im Winter 1897 waren hier die „Golden Stairs“, Stufen, die von findigen Leuten in die Schneeflanke gehauen wurden und die für deren Benützung Geld verlangten.


                            Beschrieben wird die Flanke oft mit einer Steilheit von 45°, das scheint mir weit übertrieben, genauso wie die 60% Schneebedeckung, die uns auf der kanadischen Seite bis zum ersten kanadischen Camp erwarten würde, und den Weg sehr beschwerlich und zeitraubend machen würde. Da wird gerne etwas übertrieben und dramatisiert, habe ich den Eindruck.

                            Auf der Passhöhe befindet sich eine kleine Hütte, die wir für eine kleine Pause nutzen um unseren obligaten Whiskey-Tee zu kochen. Nach und nach kommen auch die anderen an und sind recht begeistert, dass sie von den beiden Austrians ein kanadisches Gipfelschnapserl angeboten kriegen. Wir beiden sind scheinbar die Genießerfraktion der ganzen Truppe. Es ist ja momentan draußen neblig und ungemütlich, da ist ein Jaga-Tee (Unser Whiskey hat die Bezeichnung „Hunter“) genau richtig.
                            Auf der kanadischen Seite gehen wir nur kurz im Nebel hinunter und haben wieder blauen Himmel und Sonnenschein. Eine wunderschöne Gegend tut sich vor uns auf, ein Vorgeschmack auf das Seengebiet im Landesinneren, wo die Plackerei der Goldsucher ein vorläufiges Ende haben wird, weil es dann auf dem Wasserweg weitergeht. Die Route ist auf den Schneefeldern mit Fähnchen markiert, bei Nebel sicher sehr hilfreich. Der hinter uns liegende US-Teil des Chilkoot-Trails ging großteils durch den küstennahen pazifischen Regenwald, hier auf der kanadischen Seite ist alles freier, offener mit unzähligen intensiv blau leuchtenden Seen und tosenden Flussläufen die uns tiefer bringen. Wir bewegen uns an den Ufern der Gewässer entlang, die Goldsucher nutzten die zugefrorenen Seen und Flüsse zu einem recht komfortablen Weiterkommen mit ihren schweren Lasten auf Schlitten.
                            Einige Bilder von der Route:




                            Das „Happy Camp“ war die erste Niederlassung nach Überschreiten des Passes für die Goldsucher und auch wir machen nach 7h Gehzeit hier die nächste Nächtigung. Aufgrund des wirklich schönen Wetters sind auch wir ganz happy, weil wir die wunderschöne Gegend richtig genießen können. Der kanadische Teil des Trails ist wirklich abwechslungsreich und umwerfend schön.
                            Das Camp „Lindeman City“ am gleichnamigen See ist das größte kanadische Camp und beherbergt auch eine Ausstellung mit vielen interessanten Fotografien und Texten zum Goldrausch. Unter Anderem das Titelblatt jener Zeitung aus Seattle, das mit der Headline „Gold! Gold! Gold! Gold!“ den Goldrausch ausgelöst hatte.


                            Lindeman City war während des Booms eine Kleinstadt mit 4000 Einwohnern, wo neben Saloons und Hotels vor allem auch Sägewerke betrieben wurden.
                            Hier wurden den ganzen Winter über mehr oder weniger fachmännisch Boote für die Weiterfahrt gebaut. Die Bewährungsprobe dieser Boote waren unmittelbar danach die „One-Mile-Rapids“, Stromschnellen auf dem Fluss, der in den Lake Bennett mündet. Hier war schon für manche der Wasserfahrzeuge Endstation, bevor es richtig begonnen hatte, Richtung Yukon.

                            Für den großen Holzbedarf wurde damals die ganze Gegend abgeholzt. Jetzt ist von alledem kaum mehr etwas zu erkennen.


                            Mit dem Bau der Eisenbahn war die Stadt 2 Jahre später schon wieder Geschichte. Ein Friedhof kann hier auch besichtigt werden, ein Hinweis, dass Viele, die sich mit großen Hoffnungen auf den beschwerlichen Weg Richtung Klondike gemacht haben, vorzeitig auf der Strecke geblieben sind.
                            Wir wandern nach dem interessanten Museumsstop aber noch ein Stück weiter zum Bare Loon Lake, mit einem wunderschön gelegenen Camp direkt am See, der uns auch zum Baden einlädt. Unterwegs pflücken wir auch noch fleißig Schwarzbeeren, die unser morgiges Frühstücksmüsli bereichern werden.

                            Am letzten Tag haben wir nur noch eine kurze Strecke bis zum Lake Bennett mit der Bahnstation, das Ende des Chilkoot Trails. Von der Stadt Bennett ist auch nur noch diese Bahnstation und eine Kirche aus Holz übrig. Auch hier wurden jede Menge Boote gebaut, Ende Mai 1898 zählte die kanadische Polizei 850 Boote, die gerade in Bau waren um nach Aufbruch des Eises die Reise in den Norden anzutreten.
                            Es gibt im Gebäude eigene Speisesäle für Bahnkunden, die nur den Eisenbahntripp hierher machen und einen für die Hiker, die gerade den Chilkoot Trail beendet haben. Ordnung muss sein. Man will eben nicht den Leuten, die gerade vom Luxuskreuzfahrtschiff in Skagway herausgestiegen sind, die Gesellschaft der stinkenden Hiker, deren letzte Dusche schon einige Tage zurückliegt, zumuten. Nicht alle Wanderer nehmen ein erfrischendes Bad in einem der schönen Seen.

                            Es gibt nun drei Möglichkeiten, von hier wegzukommen:
                            Erstens: Mit der Bahn, wofür die Tickets aber schon vorher in Skagway zu kaufen sind. Die Bahn fährt aber nur 5 Tage in der Woche, Sonntag und Montag ist kein Zugverkehr ab Bennett.
                            Zweitens: Zu Fuß entlang der Bahnstrecke zum Highway etwa 9 Meilen hinaus, was aber offiziell verboten ist. Dort, bei Log Cabin, hält der Bus aber nicht mehr, so wie früher einmal, man müsste also nochmals so weit bis in die nächste Niederlassung, Fraser, gehen oder Autostoppen oder sich von irgendjemand abholen lassen.
                            Drittens: Ausfliegen mit dem Wasserflugzeug. Wir haben uns aufgrund des traumhaften Wetters spontan entschlossen, mit einem netten deutschen Ehepaar mitzufliegen, das mit ihrem ebenfalls deutschen Guide den Trail gegangen war. Der Flieger war zufällig groß genug, auch uns zwei noch mitzunehmen. Es war eine De Havilland Beaver, ein in der Region sehr beliebtes Buschflugzeug, Baujahr 1953. Wir bezahlten für den etwa halbstündigen Flug nach Whitehorse 170 Dollar pro Nase. War aber bei dem perfekten Wetter ein wirklich schönes Erlebnis, die Gegend mal von oben zu sehen.

                            Die Landung erfolgt in Whitehorse direkt im Yukon, im Stausee des Kraftwerks.

                            Der letzte (kurze) Teil mit dem Kluane Park folgt noch (irgendwann).

                            LG Hans
                            Zuletzt geändert von GrazerHans; 06.09.2012, 12:07.
                            Nach uns die Sintflut.

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                            • #15
                              AW: Big Salmon River, Chilkoot Trail, etc., Kanada/Alaska, August 2012

                              .....................
                              Zuletzt geändert von GrazerHans; 05.09.2012, 19:12.
                              Nach uns die Sintflut.

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