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Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

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  • Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

    Liebe Freunde des mittelalterlichen Landes!

    Wenn Du einen Weg gehst...

    Wasserlinsen.jpg

    BHUTAN.jpg

    Aber der Reihe nach. Ich habe heuer kaum Bergberichte gepostet, irgendwie war die Luft raus. Aber ich habe viel trainiert, um im Herbst diesen Trek machen zu können. Das war auch gut so, die Tour war sehr anstrengend und auch psychisch fordernd, wie Ihr sehen werdet. Und - Ehrensache, dass ich darüber einen Bericht verfasse.

    Der Snowantrek in Butan existiert in mehreren Varianten, wir haben den Weg über Gaza genommen, dann weiter rauf nach Norden zum Armee-Camp Taktsikha, kurzer Abstecher nach Laya, wo eine tibetische Ethnie lebt, schließlich klassisch nach Osten nach Thanza, der höchstgelegenen permanenten Siedlung in Bhutan. Weiter über den Gophu La, der mit 5466 m der höchste Punkt unseres Treks war zur Therme von Dur Tshachu. Schließlich weiter nach Südosten, wo wir Dur und somit den Anschluß an die Straße erreichten. Von dort nach Jakar, von wo in mehreren Etappen der Rückflug startete.

    Leider war das Wetter schlecht, der Monsun wollte partout nicht weichen. Es gab keinen einzigen Tag ganz ohne Regen. Dadurch waren die Wege sehr gatschig, wir versanken gelegentlich bis zur halben Wade darin. So ging es durchaus mal mehrere Kilometer dahin. Wir waren ursprünglich zu fünft, drei Teilnehmer gaben aber aus diesen Gründen schon nach dem ersten Tag auf. Wir verbleibenden zwei zogen das Ding durch.

    Dabei begann die Tour sehr sympathisch. Das Hotel Naksel in Paro ist sehr schön und liegt oberhalb des Ortes. In der Früh konnte ich dort gleich diesen Fasan ablichten, ich nahm das als gutes Omen.

    Blutfasan.jpg

    An diesem ersten Tag wurde das berühmte Tigernest-Kloster besucht. Dieses ist 2006 teilweise abgebrannt, wurde aber originalgetreu restauriert.

    Tigernest.jpg

    Innen darf man nicht fotografieren, früher durfte man das. Das Kloster geht auf eine Gründung von Guru Rinpoche zurück, der den Buddhismus nach Bhutan brachte. Der originale Klosterbau stammte aus dem 17. Jahrhundert. Es ist schon so, die Mönche haben diesen Platz vor Jahrhunderten den Tigern weg genommen und derzeit nehmen die Touristen den Platz den Mönchen weg. Noch ist das Kloster ganz normal in Betrieb.
    Dennoch war der Besuch für mich ein einmaliges, tolles Erlebnis.
    Am Nachmittag fuhren wir über noch mäßig gute Straßen nach Punakha weiter. Der Dzong dort ist wohl der schönste des Landes, und man darf ihn besichtigen.

    Phunaka Dzong.jpg

    Bei diesem Besuch regnete es schon in Strömen. Dzongs entsprechen wohl am ehesten unseren mittelalterlichen Burgen. Sie sind Verwaltungseinrichtungen und Klöster, Sitz von Gerichtsbarkeit und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Sie sind voll in Betrieb und verschwenderisch ausgestattet. Ein Beispiel...

    Portal.jpg

    An Tag darauf fuhren wir in die (nassen) Berge hinauf nach Gaza. Man folgt dem Fluß Mo Chu durch prachtvollen Bergregenwald.

    Mo Chu1.jpg

    Die Straßenverbindungen sind in ganz Bhutan ein eigenes Kapitel. Vermurungen sind alltäglich. Oft mussten Pausen eingelegt werden, um Blöcke aus dem Weg zu räumen.

    Muren1.jpg

    In Gaza nahmen wir unsere Pferde in Empfang, kleine Tiere, sehr trittsicher und gelassen. Hier im Jigme Dorji Nationalpark gibt es ja auch Tiger, hier wurde eine viel beachtete Tigerdoku von der BBC gedreht. Indes - Blutegel sind im Urwald viel häufiger als Tiger, unser Muli hat eine deutlich sichtbare Wunde an der Nase. Die Egel klettern den Tieren auch in die Nüstern hinein beim Grasen, ungut und grauslich. Die Pferde bluten dann heftig.

    braves Muli.jpg

    Auch wir wurden gewarnt, nicht vor dem Grasen, sondern vor dem Gang auf die Toilette im Freien...
    Es gibt ja durchaus Köperteile, wo man einen Blutegel noch weniger will als am Wadel! Gott sei Dank blieben wir verschont. Der nächste Tag begann jedoch gut, wir konnten einen ersten Blick auf die Berge um Gaza werfen.

    Berge von Gaza.jpg

    Also fand man sich vor dem Abmarsch zum Gruppenfoto zusammen.

    Gruppenfoto.jpg

    Und auf ging's, in den verwunschenen Bergwald.

    mystischer Bergwald.jpg

    Bhutan ist noch zu 65 % mit Urwald bedeckt. Wohlgemerkt, 65 % der gesamten Landesfläche tragen Primärwald. Der wird auch geschützt, Holz wird zugeteilt zum Bauen, geheizt wird mit Totholz. Entsprechend der buddhistischen Lebensweise halten sich die Leute auch großteils daran, die Bhutanesen sind stolz auf ihren Wald.

    mystischer Bergwald 2.jpg

    Aber schon an diesem ersten Tag lernten wir auch die Schattenseite des Landes kennen. Die Straße wird Richtung Laya vorangetrieben, das verursacht einen unbeschreiblichen Dreck! Sie bricht auch immer wieder ab, Rutsche und Muren sind an der Tagesordnung. Das blockig-lehmige Hangmaterial lässt konventionellen Straßenbau fast nicht zu.

    elender Gatsch1.jpg

    Schauen wir lieber auf die Bäume!

    mystischer Bergwald 3.jpg

    So Freunde, es folgen noch 4 Antworten mit dementsprechend vielen Bildern. Bitte lasst mir Zeit.

    Lg, michl fasan
    Zuletzt geändert von michi57; 11.11.2016, 08:52.
    Zu seiner Milbe sagt der Milber:
    "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
    Damit ich, wenn im Haargewurl
    ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

  • #2
    AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

    Die Urwälder haben Bambus als Unterwuchs, vor allem in tieferen Lagen.

    Bambus als Untgerwuchs.jpg

    Weiter oben wird der Bambus durch Rhododendren ersetzt. In Bhutan gibt es davon 48 verschiedene Arten, die von 20 cm bis zu 10 Meter noch werden. Der Rhododendron ersetzt auch unsere Latschen! Die Hauptbäume des Urwalds sind Tannen, Wacholder (mit bis zu 2 Meter dicken Stämmen) und Zedern. Die Baumgrenze liegt etwa bei 4000 Höhenmetern. Flechten aller Art verzieren die Äste.

    Flechten.jpg

    Unsere Aufmerksamkeit wird aber immer wieder auf den Weg gezogen...

    frische rutschung.jpg

    und...

    Gatsch2.jpg

    Hier sind wir schon etwa 3700 Meter hoch. Das Gehen wird echt anstrengend. Die Straße ist mehrfach im 200 Meter tiefer liegenden Fluß verschwunden, Umgehungen kosten Zeit und sind auch für die Pferde nicht einfach.

    Packpferde in der Mure.jpg

    Der Lagerplatz ist aber sehr schön gewählt, der Mo Chu (der "weibliche Fluß", es gibt auch eine männlichen) zeigt sich versöhnlich.

    Mo Chu beim Lager 1.jpg

    Am nächsten Tag ist es schön in der Früh. Die Teilung der Gruppe stellt die Organisation vor logistische Probleme, die aber schnell gelöst werden. Ein Teil der Pferde und der Seniorguide gehen mit den Freunden zurück, der junge Guide Sonam und die Crew gehen mit uns weiter.

    aufbruch vom Lager 1.jpg

    Himalaya-Springkraut! Hier gehört es her, hier ist es heimisch.

    Springkraut.jpg

    Den aber finden wir überall, doch nirgends häufig, auch hier nicht. Ein noch etwas klammer Hirschkäfer.

    Hirschkäfer.jpg

    Später kommen wir zum Armee-Camp Taktsimata oder Taktsikha. Hier werden wir die Nacht verbringen.

    Armeecamp Taksitha.jpg

    Zuerst machen wir jedoch einen Abstecher in das Dorf Laya hinauf. Edgar, mein Tourenkollege war hier vor 3 Jahren während eines früheren Treks. er hatte die damals angefertigten Fotos zu einem Heft binden lassen und brachte sie nun unserer Gastfamilie als Geschenk. Die Freude war groß, trotz strömendem Regen mussten wir die Hausfrau mit traditioneller Kopfbedeckung ablichten.

    Kopfbedeckung in Laya.jpg

    Im gemütlichen Innenraum ihres Hauses durften wir anschließend zu Mittag essen. Danke.

    Laya Innenraum.jpg

    Die anschließende Runde durch den Ort mit seinen schön bemalten Holzhäusern wurde uns durch den Regen verleidet. Immerhin konnten wir bei dieser Familie traditionelle und für den Ort typische Ketten kaufen.

    Familie in Laya.jpg

    Danach stiegen wir wieder zum Camp ab, für die Akklimatisation war das sehr gut. Am nächsten Morgen konnten wir das durchaus heikle Beladen der Yaks beobachten. Die Treiber nähern sich den Tieren mit großem Respekt, die Yaks sind oft spinnert und scheuen wesentlich mehr als die Pferde. Sie tragen auch nicht mehr Last, sind aber sehr genügsam.

    Yakbeladung.jpg

    Es folgte der matschige, aber sehr schöne Aufstieg nach Rhodophu. Oberhalb der Baumgrenze wuchsen tausende Enziane und Edelweiß. Letztere waren allerdings schon weitgehend abgeblüht.

    Enzian.jpg

    Mir ging es gar nicht so gut an diesem Tag. Ich spürte die Höhe. Der kommende Lagerplatz liegt 4200 m hoch, der nächste schon 4900. Immerhin konnte ich so für das Kommende gut akklimatisieren.
    Zuletzt geändert von michi57; 11.11.2016, 09:44.
    Zu seiner Milbe sagt der Milber:
    "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
    Damit ich, wenn im Haargewurl
    ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

    Kommentar


    • #3
      AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

      So, weiter geht's. Ich musste nur eben mal kurz mit dem Hund auf die Hohe Wand.

      Am Weg finde ich auch diesen Ölkäfer. Bei uns gibt es die auch, allerdings im Mai. Sie haben einen komplizierten parasitären Vermehrungszyklus. Das Vieh ist etwa 5 cm lang.

      Ölkäfer.jpg

      In Rhodophu beziehen wir das nächste Lager. Solche Felsnischen waren auch in den Alpen über Jahrtausende Zufluchts- und Nächtigungsort für die Tierkarawanen. Bei vielen ist in Europa eine steinzeitliche Nutzung nachgewiesen. Ich war froh über das Zelt, es regnete schon wieder.

      Rhodophu.jpg

      Am nächsten Tag steigen wir weiter in die Höhe. Über zwei Pässe sollen wir Narithang erreichen, über 4900 Meter hoch gelegen. Als kurz die Sonne herauskommt, beginnen die nassen Hänge zu dampfen.

      dampfende Hänge.jpg

      Da keuchen sogar die Yaks!

      keuchender Yak.jpg

      Ich auch. Noch bin ich nicht richtig akklimatisiert. Also pausiere ich immer wieder und finde dabei diese über 1 Meter endemische Pflanze. Soll zu den Rhabarbergewächsen gehören und ist essbar. Das Ding rechts daneben ist auch pflanzlich, kein Alien.

      Rhabarber.jpg

      In Narithang falle ich erschöpft ins Zelt. Es ist kalt und neblig. Und der Matsch...

      Schuhe in Narithang.jpg

      Am Morgen fühle ich mich besser. Wir müssen aber noch weiter hinauf, der erste Pass über 5000 m wartet. Zuvor aber herrscht große Aufregung im Camp. Dieser frei lebende Yakstier hat es auf die Kühe der parallel wandernden Karawane abgesehen und ist nur mit Mühe und gezielten Steinwürfen zu vertreiben. Die Viecher sind nicht ungefährlich.

      Yakbulle.jpg

      Wir gehen einstweilen voraus. Über 5000 m kommen wir in den Schnee, der Pass ist aber dennoch gut zu machen. Hier seht Ihr Edgar und mich in 5215 m Höhe.

      Karakachu La.jpg

      Der Pass wird vom Gangala Karchung überragt, der Berg ist 6395m hoch und wurde in den 20er oder 30er Jahren sogar bestiegen. Jetzt ist das aus religiösen Gründen verboten. Das Wetter bessert sich ein wenig.

      Gangala Karchung.jpg

      Jenseits müssen wir 1300 Meter ins Tal des Tang Chu absteigen. Diese beiden Gletscherseen haben im Jahr 1960 traurige Berühmtheit erlangt. Nach einem Eissturz sind sie durchgebrochen und haben das Tal bis Punakha hinaus verwüstet. Es gab viele Tote. Derzeit arbeitet ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern unter massiver schweizer und österreichischer Beteiligung an einer Möglichkeit, die Seen kontrolliert abzulassen und eine neuerliche Katastrophe zu verhindern. Wir haben ihre Zelte gesehen.

      Gletscherseen.jpg

      Das Tal des Tang Chu ist paradiesisch. Die Granitplatten am Hang beginnen abzutrocknen.

      granitplatten.jpg

      Wir campen im Talgrund, in der Nacht regnet es vernehmlich. Umso überraschter sind wir in der Früh. Der Tsenda Gang ist frei. Der Berg ist 6995 m hoch und unbestiegen.

      Tsenda Kang.jpg

      Wir wandern langsam talauswärts, dem Wald zu.

      Zungenfarn.jpg

      Bei 4000 Metern treffen wir auf die ersten Baumriesen.

      Tannen.jpg

      Bald müssen wir das Tal jedoch wieder verlassen, um den steilen Aufstieg nach Wochey zu finden.

      Aufstieg nach Wochey.jpg

      Dort sehen wir uns wieder.
      Zuletzt geändert von michi57; 11.11.2016, 14:06.
      Zu seiner Milbe sagt der Milber:
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      Damit ich, wenn im Haargewurl
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      Kommentar


      • #4
        AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

        In Wochey ist gerade Gerstenernte.

        Gerstenernte in Wochey.jpg

        Die Leute leben allerdings hauptsächlich vom Sammeln und Verkauf des "Cordysep", einer verpilzten Schmetterlingsraupe. Der wird lebensverlängernde Wirkung nachgesagt und sie wird gegen Gold aufgewogen. Mangels eigener Funde mussten wir weiterziehen...
        Das geht über den Kechey La. Hier der Jejekangphu Gang vom Aufstieg. Der Berg hat eine Höhe von 7194 m.

        Jejekangphu Gang.jpg

        Schon zieht die nächste Regenfront herein.

        nächste Front.jpg

        Das Lager wird am Ufer dieses Sees aufgeschlagen. Hier konnte ich nicht widerstehen und sprang kurz in die Fluten, unbemerkt von den Guides. Erst später habe ich erfahren, dass das auch aus religiösen Gründen nicht gestattet ist, das Wasser könnte ja verunreinigt werden. Durch mich war das sogar sicher der Fall, das war ja der Zweck meines Bades in 4500 m Höhe.

        Kechey La.jpg

        Also ließ ich das in Zukunft bleiben. Zur Stromerzeugung musste ich jedes Sonnenfenster nutzen. Immerhin konnte ich per Solarlader die Kamera-Akkus zweimal aufladen.

        Strom.jpg

        Auf der Ostseite des Passes steigen wir ins Tal des Pho Chu ab (des männlichen Flusses). Man lache nicht, auch wir haben den Inn und die Drau. In diesem Tal finden sich die höchst gelegenen Siedlungen in Bhutan.

        Mädchen.jpg

        Der Fluß mäandert ruhig dahin. Aber auch dieses Tal war in den 90ern von einer Flutwelle betroffen.

        wasserhaus.jpg

        In Chozo steht ebenfalls ein Dzong. Hier gibt es aber auch eine Schule. Dort haben wir gespendet, Geld für Lernmaterial. Dort werden aber vor allem Solarpanele für den PC gebraucht...

        Schüler in Chozo.jpg

        Im Talschluß liegt die Siedlung Thanza vor dem Zongaphu Gang, dem "Table Mountain".

        Yak vor Zongaphu Gang.jpg

        Der ist auch über 7000 m hoch!

        Table Mountain.jpg

        Auch wir steigen weiter auf, es folgen die höchsten Stellen des Snowmantreks. Interessant ist die alte Seitenmoräne des eiszeitlichen Gletschers.

        Seitenmoräne.jpg

        Unser Lager in Tsorim liegt auf 5100 m Höhe. Wir sind aber inzwischen gut an die Höhe angepasst.

        Tsorim 1.jpg

        Am nächsten Morgen schaut das Zelt allerdings so aus. Es ist bitter kalt geworden.

        Tsorim am Morgen.jpg

        Doch die Sonne kommt bald wieder heraus, zumindest vorübergehend. Wir steigen zum Gophu La an, dem höchsten Punkt unserer Tour. Hier stehen wir 5466 m über dem Meer.

        Gophu La.jpg

        Traditionellerweise wird Yakhaar als Schneebrille verwendet.

        Schneebrille.jpg

        In der letzten Antwort steigen wir dann aber endgültig ab, versprochen!
        Zuletzt geändert von michi57; 11.11.2016, 15:39.
        Zu seiner Milbe sagt der Milber:
        "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
        Damit ich, wenn im Haargewurl
        ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

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        • #5
          AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

          Der Schnee zaubert ein Relief in die umgebenden Bergflanken...

          Relief.jpg

          ...und der Enzian blüht. In Matten, Büscheln oder auch Ringen, wie hier.

          Enzian 2.jpg

          Wir steigen diesmal nur wenig ab nach Saram.

          Saram.jpg

          Hier sollten wir eigentlich den Gangkarpunsum sehen, den höchsten Berg Bhutans mit 7541 m. Der ist gleichzeitig der höchste derzeit unbestiegene Berg der Erde. Leider hüllt sich der Gipfel hartnäckig in Wolken. Also steigen wir über mehrere Pässe, deren höchster der Saka La mit 4820 m ist, weiter nach Südosten.

          Yak am Phodrang La.jpg

          Immer tiefer geht es in den folgenden Tagen hinunter bis unter die Baumgrenze. Das Wetter wird immer schlechter. Dieser Wacholder hat schon einen beachtlichen Stammdurchmesser.

          Wacholder vor Dur Tshachu.jpg

          Wir steigen weiter ab und erreichen die Therme von Dur Tshachu. Auch hier soll Guru Rinpoche gebadet haben. Hier finden sich in etwa 3300 m Höhe direkt am Fluß etliche heiße Quellen, die in Becken gefasst wurden und in denen man baden darf, endlich. Der Fußmarsch in der Badehose zwischen den einzelnen Becken ist zwar durchaus fordernd, aber das Wasser ist dermaßen angenehm, dass wir das gerne in Kauf genommen haben.

          Therme.jpg

          Natürlich muss man am folgenden Tag wieder 1300 Meter aufsteigen, der Trek ist noch nicht vorbei.

          Wasserwald.jpg

          Wir erreichen den 4685 m hoch gelegenen Djule Tso. Hier wurde wieder nicht gebadet...

          Djule Tsho.jpg

          Es wäre auch zu kalt gewesen. Der Regen hörte nicht mehr auf. Alles stand unter Wasser, das Gepäck, die Zelte, die Schlafsäcke. Es wurde ungemütlich!

          Nasslager.jpg

          Am Tag stiegen wir im Dauerregen rasch weiter ab, unter die Baumgrenze, nach Chochomey. Wieder dieser faszinierende Urwald...

          Zedern.jpg

          Das Ende der Tour naht. Durch unbeschreiblichen Gatsch und faszinierenden, immer artenreicher werdenden Urwald steigen wir am letzten Tag nach Dur ab. Diese Wildbienen werden vorsichtig umschlichen.

          Wildbienen.jpg

          Dann ist die Straße erreicht. Ungewohnt schnell kommen wir ins Hotel in Jakar, wo wir uns erstmal den Schlamm aus der Ausrüstung waschen und uns trocken legen. Zivilisation!

          Waschen und Trocknen.jpg

          In der Hotelanlage finde ich aber auch andere Gäste!

          Viper im Hotel.jpg

          6 junge Vipern, die Bestimmung ist nicht leicht, wahrscheinlich handelt es sich um Halysottern. direkt in der Anlage mag man sie allerdings doch nicht haben. Also werden sie, entsprechend der buddhistischen Lebensweise, vorsichtig mit einer Grillzange eingefangen, in einen Kübel verfrachtet und an geeigneter Stelle wieder freigelassen. In Österreich wäre das wohl undenkbar, wo wegen jeder Schlange in Siedlungsnähe die Feuerwehr gerufen wird...
          Wir aber treten unseren Heimflug an, zuerst von Paro nach Delhi und drei Tage später nach Österreich zurück.
          Aber dieser Flug von Paro nach Delhi!!! Endlich war das Wetter gut.

          Zuerst kam der Kangchenjunga vor das Fenster.

          Kantsch.jpg

          Ein unglaublich riesiges Bergmassiv!

          ...und kurze Zeit später...

          Everest.jpg

          Everest und Makalu! Das soll mein Schlußbild sein, aber ich konnte detaillierte Fotos der gesamten Hauptkette des Himalaya machen, bis zum westlichen Garhwal, wo hinter dem Kedernath der Shivling versteckt war, den ich 1981 besucht hatte. So schloss sich mein Kreis.

          Liebe Grüße, michl fasan
          Zuletzt geändert von michi57; 11.11.2016, 16:13.
          Zu seiner Milbe sagt der Milber:
          "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
          Damit ich, wenn im Haargewurl
          ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

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          • #6
            AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

            Ich bin sicher kein Freund eines mittelalterlichen Landes und halte vorsichtig formuliert nicht besonders viel von der Politik in Bhutan. Dennoch habe ich deinen Bericht gerne gelesen und ihn mit fünf Sternen bewertet.

            Das schlechte Wetter ist natürlich ärgerlich. Wenn irgendwann alles durchnässt ist und es keine Chance aufs Trocknen gibt, geht es zumindest mir so, dass das Genießen einer noch so großartigen Landschaft in den Hintergrund gedrängt wird.
            "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

            Kommentar


            • #7
              AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

              Phantastische Wanderung, bei leider nicht ganz so tollem Wetter
              Aber auch bei diesen Verhältnissen sicherlich ein unvergeßliches Erlebnis.
              War das eigentlich das typische Wetter für diese Gegend zu dieser Zeit oder ist's üblicherweise freundlicher?
              Die Fotos sind in jedem Fall einen zweiten Blick wert :up:

              lg
              Norbert

              Kommentar


              • #8
                AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                Danke für Eure Antworten. Das mit den Fotos ist so eine Sache. Ich habe diesmal ein größeres Format gewählt, aber da wird der Kompressionsfaktor so hoch, dass die Bilder gar nicht gut rüberkommen. Die
                150 kb-Grenze wirkt sich voll negativ aus.
                Also, das nächste Mal wieder kleinere Bilder.

                Lg, michl
                Zu seiner Milbe sagt der Milber:
                "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
                Damit ich, wenn im Haargewurl
                ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

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                • #9
                  Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                  Gratulation zu eurem Durchhaltevermögen, hat sich ja trotz widrigen Wetterverhältnissen offensichtlich ausgezahlt.
                  Habt ihr Kleidung und Schuhe zwischendurch auch trocken gekriegt oder wart ihr dauernass?
                  Die Fotos finde ich übrigens trotz Größe und Komprimierung sehr gut.

                  LG maxrax

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                  • #10
                    AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                    Servus Michl.

                    danke für den Bericht, er begeistert!
                    Und Chapeau vor eurem Durchhaltevermögen, tagelang im Schlamm gehen und dazu noch der häufige Regen. Dafür entschädigen sicherlich die vielen exotischen Eindrücke und abenteuerreichen Erlebnisse.

                    LG, Günter
                    http://brothersberge.blogspot.co.at

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                    • #11
                      AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                      Großartig!
                      Danke!!

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                      • #12
                        AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                        Phantastische Unternehmung, hervorragend erzählt und illustriert! Ein außergewöhnlich schöner Bericht! Ganz herzlichen Dank!
                        Beste Grüße, Harald
                        www.reichensteiner.at

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                        • #13
                          AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                          Zitat von placeboi Beitrag anzeigen
                          Ich bin sicher kein Freund eines mittelalterlichen Landes und halte vorsichtig formuliert nicht besonders viel von der Politik in Bhutan.
                          Da bin ich ganz bei Dir! Eine monarchistische Diktatur. Aber das Land ist toll!

                          Danke für Deine Antwort, michl fasan
                          Zu seiner Milbe sagt der Milber:
                          "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
                          Damit ich, wenn im Haargewurl
                          ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

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                          • #14
                            AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                            Sehr imposante Eindrücke, Michl!
                            War sicher ein beeindruckendes Abenteuer.
                            Der Flug über das "Dach der Welt" muss überhaupt DER Hammer sein.

                            5Sterne.jpg


                            L.G. Manfred

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                            • #15
                              AW: Bhutan, Snowmantrek Sept/Okt 2016

                              Vielen Dank für diesen informativen Bericht. Wann genau war denn Deine Tour? Vielleicht warst Du noch zu früh unterwegs. Ich war nämlich letztes Jahr vom 04.-26.10.2015 auf dem Snowman Trek (mit Beginn am Chomolhari und am Ende die etwas kürzere West-Variante über den Rinchen Zoe La - wegen Arbeitsüberbelastung und Internetproblemen leider ohne Bericht hier). Wir hatten zwar auch einige Male Niederschlag aber auch viele schöne Tage.
                              Gruß, Mathias

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