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Winterwandern: Hocheck (1037m) ab Thenneberg, Gutensteiner Alpen / 26.12.2018

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  • Winterwandern: Hocheck (1037m) ab Thenneberg, Gutensteiner Alpen / 26.12.2018

    Bereits seit etlichen Jahren nütze ich, sofern Zeitbudget, Gesundheit und Bedingungen passen, einen Tag bald nach dem Weihnachtsfest für eine Wanderung. Nach der meist intensiven Zeit mit diversen Treffen habe ich dabei es mehrfach schon genossen, eher in Ruhe allein unterwegs zu sein.

    Heuer bot sich vom Termin wie dem Wetter bereits der Tag des Heiligen Stephanus am 26. Dezember dafür an. Schlechtwetterfronten am 24. und 25. Dezember hatten außer in ganz geringen Höhen für etwas Neuschnee gesorgt, und die Prognosen versprachen für den 26.12. weitgehend sonniges, wenngleich für Ziele über der Waldgrenze zu stürmisches Wetter.

    Beim Planen musste ich mich gedanklich gar nicht sehr weit von Wien entfernen, denn bald wurde mir bewusst, dass mein letzter Besuch des Hochecks bereits mehr als sieben Jahre zurück lag. Der am nächsten zu Wien gelegene 1000er-Gipfel der Alpen ist ein rasch erreichbares Ziel, und ich erhoffte mir eine Wanderung mit etwas winterlichem Charakter, für die dennoch keine spezielle Ausrüstung erforderlich sein würde.

    Um teilweise neue Wegabschnitte kennenzulernen, entschied ich mich für eine Rundwanderung ab Thenneberg nördlich des Bergstocks.

    Ohne Zeitdruck fahre ich über den Hafnerberg ins Triestingtal und parke gleich neben der barocken Wallfahrtskirche Dornau.
    Ich starte meine Tour auf dem Damm der ehemaligen Leobersdorfer Bahn knapp südlich der Bundesstraße Richtung Westen. Für lange Gehstrecken wäre er viel zu schottrig, für ein paar hundert Meter bietet sich diese verkehrsfreie Route hingegen an.
    Angesichts des Anblicks ist erstaunlich, dass die Einstellung des Bahnverkehrs ab Weißenbach/Triesting erst 14 Jahre zurück liegt (Dezember 2004).
    02-ehemTrasseLeobersdorferBahn.jpg

    Bald schon biege ich auf das Strässchen in den Wallgraben ein, wo sich an schattigeren Plätzen Spuren der Schneefälle von vorgestern und gestern erhalten haben. Das Bild zeigt die ruhige Mittelgebirgslandschaft Richtung Osten mit dem Peilstein im Hintergrund.
    05-Wallgraben-BlickWienerwald.jpg

    Der letzte Gebäudekomplex entlang der Straße ist der große Biohof Edibichl, der vor allem für seine Bisonzucht bekannt ist. Am Wegesrand steht allerdings definitiv kein Bison, sondern - wie mir mehrere kundige Moderatorenkollegen rasch geantwortet haben - ein junges Alpaka.
    Wer da wohl mehr über den Anblick des anderen erstaunt war?
    06-Edibichl-Jungtier.jpg

    Dieser sehr stattliche Laubbaum steht ganz allein auf einer Kuppe südlich des Hartriegels.
    08-Hartriegel-lonelytree.jpg

    Die Szenerie ist hier generell von großen einzeln stehenden Bäumen geprägt und bietet so ein interessantes Bild.
    09-Hartriegel.jpg

    Über eine große Wiese erreiche ich den Höfnergraben. Die Fischteiche liegen nun im Winter ganz still da. Der zugehörige Parkplatz bietet sich auch für Wanderer an, die auf kurzer Route das Hocheck besteigen möchten.
    12-Höfnergraben-Fischteich.jpg

    Der Graben verengt sich dann zunehmend, und die letzte Viertelstunde des Anstiegs zum Roten Kreuz in 723m Höhe ist durchaus steil.
    Das Kreuz steht bereits auf dem langen Kamm mit zahllosen größeren und kleineren Kuppen, der vom Hocheck nach Westen bis zur Araburg führt. Auch in dieser Höhe liegen nur wenige Zentimeter Neuschnee.
    14-RotesKreuz.jpg

    Östlich des Sattels mit dem Kreuz folgt gleich ein weiterer steiler Anstieg. Allmählich werden die Schneehöhe und (noch deutlicher) die durch den starken Wind geschaffenen Verwehungen größer.
    18-FelsblockMarkierung.jpg

    In gut 850m Höhe erreiche ich ein erstes Flachstück des Kamms. Spätestens ab hier ist es nun eine komplette Winterlandschaft, in der ich unterwegs bin.
    20-Kammweg.jpg

    Zwischen den locker stehenden Bäumen öffnen sich erste Ausblicke nach Norden: Über den Höfnergraben (meine Anstiegsroute) und das obere Triestingtal geht der Blick zum Schöpfl, dem mit 893m höchsten Berg des Wienerwalds. Auch das Leopold-Figl-Observatorium auf dem Mitterschöpfl ist gut zu erkennen.
    22-BlickHöfnergraben-Schöpfl.jpg

    Es ist nicht zu übersehen, wie stark der teilweise nur lose bewaldete Kamm den Stürmen ausgesetzt sein muss. Immerhin führt der Weg hier perfekt zwischen zwei stattlichen Wechten durch.
    26-Schneeverwehungen.jpg

    Im Nordwesten steht hinter der Kleinreither Höhe die Nummer zwei des Wienerwalds nach der Höhe, der Gföhlberg. Die Landschaft zeigt sich dort deutlicher winterlich: Da hat es vielleicht ein kräftiger Schneeschauer nicht mehr weiter nach Osten geschafft.
    27-BlickKleinreitherHöhe-Gföhlberg.jpg

    Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich die ersten großen Wechten genau quer zum Weg erreiche. Da ist nun also Stapfen angesagt.
    29-stattlicheSchneewechten.jpg

    Etwa ab der Abzweigung des Seitenkamms zum Sirnitzgupf ist der Westkamm zum Hocheck spätestens seit dem verheerenden Eisbruch Ende 2014 weithin baumfrei. Seither bieten sich Blicke zum Gipfel mit der Meyringer-Warte, die es vorher nicht gab; zugleich ist das Gelände nun natürlich noch weniger vor starkem Wind geschützt.
    30-Hocheck-WestkammGipfel.jpg

    Erstmals kommt hier nun der Schneeberg gut 25km weiter südsüdwestlich in Sicht; der Blick geht genau über den Atzsattel drüber. Aufgrund einer langen Wolkenbank, die im Süden vorbei zieht, liegt der Bergstock weitgehend im Schatten und würde sich vom Himmel gar nicht viel abheben, wären da nicht die riesigen Schneefahnen, die selbst aus dieser Distanz deutlich zu erkennen sind.
    33-BlickAtzsattel-Schneeberg.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 29.12.2018, 23:49.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Abschnittsweise ist es ein wahres Winter-Wonderland, durch das ich hier auf dem Hocheck-Westkamm unterwegs bin.
    36-WestkammHocheck.jpg

    Viele Details bestätigen diesen Eindruck. Dass es in der Sonne ein paar Grad über Null hat (und daher von manchen Ästen ein wenig tropft), tut dem winterlichen Gesamtbild keinerlei Abbruch.
    37-verschneiteZweige.jpg

    Schon bemerkenswert, welche stattlichen Wechten der starke Wind auch bei relativ geringer Schneehöhe bauen kann, wenn er freie Bahn hat!
    Der markierte Weg verliefe eigentlich unter dem rechten Teil der Verwehungen. Es bieten sich aber durchwegs begehbare Alternativen an, ich komme halt bloß langsamer voran.
    38-WestkammHocheck.jpg

    Da blicke ich über den weitgehend kahlen Kammabschnitt mit mehreren kleinen Kuppen bereits zurück. Im Hintergrund dominiert der Unterberg; links vor ihm steht das Kieneck.
    40-WestkammHocheck-KieneckUnterberg.jpg

    Eine letzte Steilstufe ist noch zu bezwingen, dann erreiche ich den Kamm, der von Westnordwesten direkt zum Gipfel des Hochecks mit der Aussichtswarte führt. Der Wald ist hier wieder dichter, bietet aber doch ein paar kurze Durchblicke, die durchwegs meine Vorfreude auf ein weites Gipfelpanorama wecken.
    42-GipfelanstiegHocheck-BlickReisalpeetc.jpg

    Als ich dann bei der Meyringer-Warte stehe, steige ich sofort hinauf. Die steilen Stufen sind nur wenig verschneit bzw. vereist und gut begehbar; die Westwindböen auf der obersten Plattform beuteln mich aber schon gehörig durch.
    Das Panorama an einem Tag mit so klarer Sicht nicht auszukosten, ginge allerdings gar nicht. Also gleich begonnen mit dem Schauen und Fotografieren:
    Da ist zunächst - nun noch umfassender - wieder der Blick über das obere Triestingtal zum ausgedehnten Stock des Schöpfls.
    44-Meyringerwarte-BlickTriestingtalSchöpfl.jpg

    Nach Nordosten geht der Blick u.a. über Altenmarkt an der Triesting, den Hafnerberg, Alland und die Rodauner Berge zu Teilen des Wiener Stadtgebiets.
    Diese Perspektive gewinnt sehr dadurch, dass man auf dem Hocheck so deutlich über dem kompletten Wienerwald steht.
    46-BlickAltenmarkt-WienerwaldWien.jpg

    Knapp ostsüdöstlich unter dem Gipfel steht das Schutzhaus Hocheck, das seit Anfang Mai 2018 nun wieder regelmäßig bewirtschaftet wird.
    Dank der komplett nebelfreien Wetterlage ist im Hintergrund auch das gesamte Südliche Wiener Becken gut zu sehen. Mit freiem Auge kann ich rechts hinter dem Leithagebirge auch einen kleinen Teil des Neusiedler Sees ausmachen.
    49-HocheckSchutzhaus-WienerBecken.jpg

    Im Südwesten stehen vom Gippel und dem Unterberg links bis zu Reisalpe und Hochstaff rechts zahlreiche (zumeist prominente) Berge Niederösterreichs aufgereiht.
    52-BlickUnterbergÖtscherReisalpe.jpg

    Leider war mir nicht bewusst, dass bei besten Bedingungen sogar zwei namhafte Gesäusegipfel - nämlich das Hochtor und der Admonter Reichenstein - ein wenig drüber schauen. Sonst hätte ich natürlich mit maximalem Zoom in diese Richtung fotografiert.
    Der entsprechende Ausschnitt im Deuschle-Panorama:
    52B-AusschnittDeuschle.jpg

    Der unscharfe Ausschnitt der Gesamtaufnahme entspricht keinen hohen fotografischen Kriterien, für eine Bestimmung der abgebildeten Gipfel reicht er hingegen allemal aus. Kein Zweifel, der Gipfel des Hochtors schaut - in fast 110km Distanz! - zwischen dem Fadenkamp und dem Großen Zellerhut drüber! Den noch knapp sieben Kilometer weiter entfernten Admonter Reichenstein kann ich hingegen nicht erkennen.
    52A-ZoomHochtor.jpg

    Kein Grund zum Jammern, denn auch das Gesamtpanorama ist heute wirklich prachtvoll: Mit der Reisalpe links an der Spitze sind im Westen zahllose Berge der Gutensteiner Alpen zu sehen. Diese Perspektive macht auch besonders schön deutlich, wie sich die ganze Gruppe zum Gölsental im Norden sukzessive senkt.
    Links unten der Westkamm mit den langen baumlosen Zonen, über den ich gekommen bin.
    53-BlickÖtscherReisalpeGölsental.jpg

    Im Nordwesten schließlich erstreckt sich hinter dem Gerichtsberg fast der komplette Westliche Wienerwald von der Steinwandleiten links bis zum Gföhlberg rechts der Bildmitte.
    54-Gerichtsberg-Gföhlberg.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 29.12.2018, 23:54.
    Lg, Wolfgang


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    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

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    • #3
      Die Finger sind mittlerweile etwas klamm geworden, aber der Wechsel zum Teleobjektiv muss einfach noch sein. Es täte mir zu sehr leid, das Panorama heute nicht vielfach fotografiert zu haben.
      An Alland (sowie ganz rechts dem Buchberg mit der Tropfsteinhöhle) vorbei geht der erste gezoomte Blick genau über die Sulzer Höhe zu weiten Teilen des Stadtgebiets von Wien. Bei der stark windigen Wetterlage haben Nebel oder Dunst selbst im Flachland keine Chance.
      57-ZoomAlland-SulzerHöhe-Wien.jpg

      Die Wand des Peilsteins ist seit Generationen eine der bevorzugten Kletterschulen für felsbegeisterte Wiener.
      58-ZoomPeilstein.JPG

      Der Hochschneeberg. Der Anblick ist auf seine Weise beeindruckend, allerdings muss das Plateau heute ein äußerst unwirtlicher Ort sein. (Und wie gefährlich dies werden kann, macht ein tödlicher Absturz auf dem Ötscher am gleichen Tag deutlich, wo ein erfahrener Schitourengeher von einer Sturmböe erfasst wurde.)
      Im Vordergrund der felsige Gipfelkamm des Gaissteins; links unter dem Waxriegel genau hinter- bzw. übereinander Kalter Berg und Almesbrunnberg.
      59-ZoomSchneeberg.jpg

      Weiter westlich steht mit dem Gippel ein weiterer unverwechselbarer Berg der Niederösterreichischen Alpen.
      Die perfekt linsenförmige Wolke genau darüber hat die Annahme nahe gelegt, und Felix hat mir inzwischen bestätigt, dass die stürmische Westströmung an diesem Tag teilweise auch Föhncharakter hatte.
      60-ZoomGippel.jpg

      Da steht der Ötscher zwischen dem Türnitzer Höger und der Reisalpe, formschön wie stets.
      61-ZoomTürnitzerHöger-ÖtscherReisalpe.jpg

      Es war definitiv der weiteste Rundblick, den ich von der Meyringer-Warte jemals genießen konnte. Er war das Durchgeschüttelt-Werden wirklich wert, aber natürlich ist es auch kein Nachteil, nun wieder am Fuß der Warte zu stehen...
      63-Meyringerwarte.jpg

      Die Durchschnitts-Schneehöhe dürfte um die 15 Zentimeter liegen, aber an der Wand des Schutzhauses zeigt sich eindrucksvoll, was der Sturm auch aus begrenzten Schneemengen gestalten kann.
      Das Schutzhaus ist aktuell stets von Donnerstag bis Sonntag bewirtschaftet und daher auch über die Weihnachtsfeiertage nicht geöffnet. Die Stöcke vor der Tür wecken aber gewisse Hoffnungen - und tatsächlich ist der Vorraum mit einem großen Tisch zugänglich. Sehr gern nütze ich dieses Angebot, um mich windgeschützt und weniger der Kälte ausgesetzt mit meinem Proviant zu versorgen. Zu Beginn teile ich den Tisch mit drei Wanderern, die von Furth aufgestiegen sind.
      65-HocheckSchutzhaus.jpg

      Nach der Stärkung gehe ich für ein letztes Foto des schönen Panoramas noch einmal zum Fuß der Meyringer-Warte hinauf.
      Es ist fast 14.45 Uhr, gut eine Stunde vor Sonnenuntergang - also die Zeit der schönsten Farben. Nur der feste Plan, vor völliger Dunkelheit am Ausgangsort zurück zu sein, kann mich zum Aufbruch motivieren. Ansonsten würde ich jetzt natürlich genau hier verweilen.
      66-GesamtpanoramaSüdwesten.jpg

      Im oberen Teil des Abstiegs über den recht flachen Ostkamm habe ich ein paarmal die namhaftesten Wienerwaldberge genau vor mir im Blickfeld: Anninger, Peilstein und Hoher Lindkogel zeigen sich nun ebenfalls im schönsten Nachmittagslicht.
      69-BlickAnningerPeilstein-HoherLindkogel.jpg

      Kurze Abschnitte bieten auch nochmals ein Winter-Wonderland. Der Weg ist gut gespurt, so ist es ein angenehmes Stapfen.
      70-WinterWonderland1.jpg

      Mittlerweile gilt es jede Minute in der Sonne bereits bewusst auszukosten.
      Das ist nochmals der Blick zum Westlichen Wienerwald mit dem Gföhlberg.
      72-Triestingtal-Gföhlberg.jpg

      Noch vor dem Mittagskogel biege ich auf die Forststraße ein, die in drei langen Kehren die steile, schattige Nordflanke hinunter führt.
      Etwa in halber Höhe passiere ich den alten gemauerten Wildenauerbrunnen.
      75-Wildenauerbrunnen.jpg

      Die Dämmerung ist schon fortgeschritten, als ich nach dem letzten Wegabschnitt durch locker besiedeltes Bauernland wieder bei der Wallfahrtskirche Dornau eintreffe: rundum zufrieden, dass ich den Großteil des Tages für eine lohnende Winterwanderung nützen konnte.
      76-WallfahrtskircheDornau.jpg
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 29.12.2018, 22:48.
      Lg, Wolfgang


      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

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      • #4
        Informationen zur Wanderung

        Nicht ganz 13km Strecke,
        mit einigen kleinen Gegensteigungen gut 700 Höhenmeter.

        Ab dem Biohof Edibichl bin ich einem schwachen Karrenweg gefolgt, der entlang des Weidezauns fast bis zum Höfnerhaus führt. Im Winter ist dies kein Problem; im Sommer, wenn die Rinder und/oder die Bisons heraußen sind, würde ich mich nicht darauf verlassen, dass der Durchgang ebenfalls möglich ist.
        Wer dann von Norden eine Rundwanderung auf das Hocheck machen möchte, kann im unteren Teil die Wege von Altenmarkt und Thenneberg miteinander kombinieren. Oder vom Parkplatz im Höfnergraben aus den direkten nordwestseitigen Steilanstieg zum Hocheck mit meiner Route über den Westkamm und das Rote Kreuz.
        Der Beginn des Nordwestanstiegs war im Höfnergraben übrigens mit einem Plastikband abgesperrt - ich vermute am ehesten, wegen Windbruch nach den Oktoberstürmen.

        Das Hocheck Schutzhaus ist seit der Neuübernahme Anfang Mai 2018 stets von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, wird laut Internet aber von 1. Jänner bis Mitte März 2019 in Winterpause gehen.
        Wenn der Vorraum an den Schließtagen stets zugänglich ist, wäre auch das - speziell im Winter - ein durchaus angenehmes Service.

        Ein großer Vorteil des Hochecks ist die kurze (Auto-)Zufahrt aus dem Raum Wien.
        Leider ist die öffentliche Erreichbarkeit an den Wochenenden viel schlechter. Die Triestingtalbahn endet in Weißenbach selbst für den langen Ostanstieg etwas zu früh, und die Busse im oberen Triestingtal fahren nahezu ausschließlich an Wochentagen.


        Aktuelle Bedingungen am 26. Dezember 2018

        Das Piestingtal war gerade noch schneefrei. Geringe Schneespuren auf den Hängen oberhalb (wie auch im Wienerwald im Bereich Hafnerberg - Nöstach) ab 450 bis 500m Höhe.
        Bis ca. 750m Höhe nur ein paar Zentimeter Neuschnee, die mir allerdings sehr willkommen waren, denn darunter waren die schattseitigen Abschnitte speziell zwischen 550 und 700m zum Teil recht vereist. Der Abstieg über die vergleichsweise flache Forststraße wäre mit etwas Vorsicht dennoch möglich, der nordseitige Steilanstieg zum Roten Kreuz hingegen ohne Neuschneeauflage sicher unangenehm gewesen.

        Im Gipfelbereich etwa 15cm frischer, schöner Pulverschnee. Im lockeren Wald und auf freien Flächen teilweise stattliche Wechten, die größten von ihnen fast hüfthoch.​​​
        Am Westkamm habe ich mit Verwehungen gerechnet; insgesamt waren sie aber doch etwas stärker als ich vermutet hätte.

        Die zwei Tage danach mit deutlichem Tauwetter werden dem Schnee in den unteren Regionen sehr zugesetzt, vielleicht aber auch manche ältere Eisplatten entschärft haben.


        Persönliches Fazit

        Jahrelang war das Hocheck dank des durchgehend bewirtschafteten Schutzhauses ein bevorzugtes Winterziel für Bergfreunde aus dem Raum Wien. Man konnte bei moderater Schneelage hinaufstapfen, mit den Schneeschuhen unterwegs sein, auf der Mautstraße rodeln und noch manches mehr. In den letzten Jahren war dies wegen der mehrfachen Pächterwechsel und Schließzeiten nicht mehr so möglich.

        Für mich war es längst wieder Zeit für einen Besuch des Wien am nächsten gelegenen "Tausenders".
        Ich kann sehr zufrieden bilanzieren: Die kurze Zufahrt und die nicht allzu lange Route lassen auch dann gute Zeitspielräume, wenn man wegen Wechten etc. nur langsamer vorankommt.
        Wie erhofft, brachte die Wanderung trotz des schneefreien Ausgangsorts Winterimpressionen. Sie fielen vor allem wegen der Verwehungen am Kamm und um den Gipfel um eine Stufe intensiver als erwartet aus. Aber ich konnte sie als anregend erleben, und die Steilabschnitte des Westkamms waren, da ich genügend Zeit hatte, ohne Probleme zu bewältigen.
        Zugleich brachte mir der gesamte Tag auch die erhoffte Ruhe: Abseits des Triestingtals und des Schutzhauses bin ich auf der kompletten Route nur drei Personen begegnet.
        Das Panorama schließlich ist an Tagen mit guter Fernsicht schlicht begeisternd. Warum war ich eigentlich schon länger als sieben Jahre nicht mehr auf der Meyringer-Warte?

        So bin ich positiv gespannt, welche Möglichkeiten die Wintersaison 2018/19 noch bieten wird.
        Ihr Start ist mit dem Tag auf dem Hocheck jedenfalls bestens gelungen.
        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 30.12.2018, 00:06.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

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        • #5
          Sagenhaft, was du uns hier zeigst! Das war ja ein ebenso abwechslungs- wie aussichtsreicher Tourentag. Vielen Dank für´s Mitnehmen!
          Grüße vom Graddler

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          • #6
            Hallo, das Wetter ist für so Wanderungen ja gut geeignet. An dem Tag waren wir am Schöpfl und haben den Riesenbach umrundet (Schöpfl-Hirschenstein-Gr Hollerberg). Auch hab ich die Matraswarte beim Schöpfl genutzt um sehr ähnliche Ausblicke zu genießen. Wenn ich gewußt hätte, das du fast in Sichtweite bist, hätt ich ein Fernglas mitgenommen :-)

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            • #7
              Vielen Dank Wolfgang, hast das Wetter auch gut nützen können.
              Sehr schöner Bildbericht!
              lg, Manfred

              Kommentar


              • #8
                An Hand der Bilder läßt es sich gut mitwandern, wunderschöne Eindrücke.
                Lg. helmut55

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                • #9
                  Eine malerische Wanderung zum Jahresschluss, mit ebenso malerischen Bildern in Szene gesetzt!
                  Danke Wolfgang und weiter so im neuen Jahr!

                  LG Manfred

                  Kommentar


                  • #10
                    Wunderschöne Frühwinterwanderung, danke fürs teilhaben lassen!
                    We are young
                    So let’s set the world on fire
                    We can burn brighter than the sun

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                    • #11
                      Sehr schöne Eindrücke! Da hat alles gepasst bei dieser herrlichen Winterwanderung.

                      Wünsche ein erfülltes 2019,

                      Manfred

                      Kommentar


                      • #12
                        Schöne Wanderung, und windresistent bist du offenbar auch. Ich hätte auf der Warte vermutlich keine Lust für längere Fotosessions gehabt.

                        Ich war am gleichen Tag gegenüber, in einer meiner Lieblingsgegenden des Wienerwalds, Berg und Graben bei Nöstach (einen Teil sieht man eh auf einem deiner Bilder). Dort war‘s ja nicht so arg, aber anschließend bin ich noch zur Kukubauerhöhe gefahren, da war der Wind am Kamm der Jubiläumsweide äußerst unangenehm.

                        Kommentar


                        • #13
                          Vielen Dank für all eure Antworten,
                          und gern gebe ich den Wunsch für ein gutes, gesundes Jahr 2019 zurück!

                          Angesichts der Sonnenstunden am 26. Dezember hätte es mich sehr gewundert, wären nicht weitere Forumsmitglieder in meiner Sichtweite unterwegs gewesen.
                          Dass der Wind auf baumfreien Rücken im Wiesenwienerwald sehr unangenehm war, kann ich mir leicht vorstellen.
                          Sehr viel länger hätte auch mein Aufenthalt auf der Meyringer-Warte nicht mehr dauern dürfen. Immerhin war ich den Böen davor beim Westanstieg (der längere Zeit im Wald und ein Stück etwas südlich unterhalb des Kamms verläuft) nicht durchgehend, sondern immer nur kurz ausgesetzt.

                          Ich habe mir zunächst auch eine Wanderung im Wienerwald überlegt, bin aber - auch dank des windgeschützten Rastplatzes im Vorraum des Schutzhauses - froh, dass ich mich dann doch für das Hocheck entschieden habe. Denn das Panorama war wirklich erstklassig!

                          Als Bonusbild nochmals der komplette Blick vom Fuß der Aussichtswarte Richtung Südwesten. Der Schneeberg ist knapp links außerhalb des Ausschnitts, aber von der Heukuppe über die Schneealpe bis zum Ötscher stehen etliche namhafte Berge der Kalkhochalpen in der hintersten Reihe. In der Mitte dominieren Kieneck und Unterberg. Auffällig schließlich noch der Sirnitzgupf links vorn, da große Teile seiner steilen Ostflanke nach dem Eisbruch vom Dezember 2014 geschlägert werden mussten.
                          64-GesamtpanoramaSüdwesten.jpg
                          Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 04.01.2019, 14:36.
                          Lg, Wolfgang


                          Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                          der sowohl für den Einzelnen
                          wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                          (David Steindl-Rast)

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