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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

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Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

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- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
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- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
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Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

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Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

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Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

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Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Namloser Wetterspitze (2553m), Maldongrat (2544m) und Tschachaun, Lechtaler Alpen / 12.07.-14.07.2018

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  • Namloser Wetterspitze (2553m), Maldongrat (2544m) und Tschachaun, Lechtaler Alpen / 12.07.-14.07.2018

    Wie bereits seit etlichen Jahren wollten Klaus und ich auch in diesem Sommer wieder gemeinsam in den Bergen unterwegs sein. Wir hatten heuer beide einen Zeitspielraum von einer kompletten Woche, und so entschieden wir uns für das Außerfern in Nordtirol mit langer Anreise ab Wien. Der spezielle Reiz bestand nicht zuletzt darin, dass wir die Region beide noch nicht kannten. (Ich war in der Kindheit bis spätestens 1970 zwar einige Tage im Außerfern, hatte natürlich aber keinerlei Erinnerungen mehr daran.)

    Wegen des in Summe als wechselhaft angekündigten Wetters fixierten wir im Vorfeld lediglich zwei Übernachtungen auf der Anhalter Hütte in den östlichen Lechtaler Alpen und wollten den weiteren Verlauf dann von den aktuellen Bedingungen abhängig machen.

    So brechen wir am Donnerstag, den 12. Juli von Wien auf und fahren von Imst über die Ostrampe zunächst auf das knapp 1900m hohe Hahntennjoch. Nach der langen Anfahrt wartet mit dem Steig über das Steinjöchl eine recht kurze Einstiegsetappe auf uns, die nur (gut) eineinhalb Stunden Zeit erfordert. Mit der einfach erreichbaren, äußerst aussichtsreichen Namloser Wetterspitze (2553m) und dem etwas anspruchsvolleren Maldongrat (2544m) stehen für Freitag und Samstag dann zumindest zwei Touren fix auf unserem Programm.


    Prolog: Hahntennjoch (1894m) – Steinjöchl (2198m) – Anhalter Hütte (2038m) / 12.07.2018

    Blick vom Hahntennjoch Richtung Nordosten. Am Hang ist der am Anfang nur moderat steigende Weg zum Steinjöchl zu erkennen. Vor dem felsigen Gipfel des Maldongrats wendet er sich dann in steileren Kehren nach Norden.
    03-Hahntennjoch-Maldongrat.jpg

    Hahntennjoch nach Westen, im Hintergrund Hochgwas und Spitzkopf.
    04-Hahntennjoch-HochgwasSpitzkopf.jpg

    Die Anhalter Hütte wurde bereits im Jahr 1912 errichtet. Auch diese Hinweistafel auf dem Hahntennjoch dürfte nicht ganz neuen Datums sein.
    Im Hintergrund lässt sich nicht verbergen, dass die Straße heute Ziel zahlreicher Biker (auch aus Deutschland und Italien) ist.
    06-Hahntennjoch-HinweisAnhalterHütte.jpg

    Rückblick vom beginnenden Anstieg zu den Parkplätzen auf dem Hahntennjoch. Dahinter der gezackte Nordwestkamm des Muttekopfs, 2774m.
    08-Hahntennjoch-Muttekopf.jpg

    Durch das enge Salvesental mit der Ostrampe zum Hahntennjoch ergibt sich ein freier Blick auf die Nördlichen Sellrainer Berge, u.a. mit dem Rietzer Grieskogel.
    10-HahntennjochOstrampe-NördlStubaierAlpen.jpg

    Bereits knapp vor dem Steinjöchl, 2198m, in dem ein großes Kreuz steht.
    Links der Falschkogel, 2388m.
    15-Steinjöchl-Falschkogel.jpg

    Rückblick vom Jöchl nach Süden zu Maldonkopf und Hinterer Platteinspitze, 2723m.
    18-Steinjöchl-HinterePlatteinspitze.jpg

    Nach Norden zu ist der Weg Richtung Anhalter Hütte zu sehen, der uns noch bevorsteht.
    Links oben unser erhofftes Gipfelziel für den zweiten Tag, die nördlich des Hauptkamms einzeln aufragende Namloser Wetterspitze.
    25-NamloserWetterspitze-Knittelkarspitze.jpg

    Der Gegenblick zum letzten Foto. Der Steig durch die kurze felsige Steilstufe nördlich des Steinjöchls wurde vor einiger Zeit neu angelegt und ist nun recht bequem zu begehen.
    Das unvermittelte Nebeneinander von Fels, Schutt und üppiger Alpenflora ist für die gesamte Region charakteristisch und trägt wesentlich zu ihrem Reiz bei.
    28-RückblickSteinjöchl.jpg

    An der Imster Ochsenalpe vorbei öffnet sich dieser Blick nach Westen in Richtung Bschlaber Tal. Im Hintergrund die Hornbachkette der Allgäuer Alpen mit dem Krottenkopf (2656m) als gruppenhöchstem Gipfel ganz links.
    33-ImsterOchsenalpe-Hornbachkette.jpg

    Schon ist das Tagesziel vor uns zu sehen: Die Anhalter Hütte steht auf grünen Wiesenböden knapp nördlich der gewaltigen Heiterwand.
    35-AnhalterHütte-GabelspitzeMaldongrat.jpg

    Nach Durchqueren einer kleinen Senke geht es die letzten Minuten nochmals bergauf.
    Das Hauptgebäude der Anhalter Hütte hat sein Aussehen aus dem Eröffnungsjahr 1912 bis heute weitgehend erhalten.
    38-AnhalterHütte.jpg

    Nur knapp 300m südlich der Hütte ragen die wilden Nordwände des Maldongrats auf.
    40-AnhalterHütte.jpg

    Die Hüttenfahne vor der 2581m hohen Gabelspitze.
    45-Hüttenfahne-Gabelspitze.jpg

    Üppige Flora vor den Nordwänden des Maldongrats. So ausgeprägte Kontraste auf engem Raum kannte ich davor vor allem aus Teilen der Karnischen Alpen (z.B. um den Wolayersee).
    48-MaldongratNordwand.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 06.08.2018, 08:56.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Anhalter Hütte – Grubigjoch – Namloser Wetterspitze, 2553m / 13.07.2018

    Freitag, der 13. Juli 2018 sollte wettermäßig keineswegs Unglück bringen, sondern im Gegenteil die stabilsten Bedingungen der kommenden Tage bieten. Daher war unser Vorhaben, ihn gleich für die Tour auf die Namloser Wetterspitze zu nützen.

    Der Morgenblick von der Anhalter Hütte zum Ziel bestätigt alle guten Prognosen. Der Gipfel überragt die Hütte zwar „nur“ um gut 500m. Die Route beginnt allerdings zunächst mit einem Höhenverlust von 200m zu einem Sattel und führt erst dann zum Grubigjoch, 2185m (links im Bild, grün) hinauf. In leichtem Auf und Ab geht es über den Verbindungskamm dann weiter zum Schlussanstieg über die breite Südflanke (am Foto von links zum Gipfel).
    03-NamloserWetterspitze.jpg

    Die steile felsige Nordseite des Falschkogels (mit etlichen anspruchsvollen Kletterrouten) bietet vor allem im Morgenlicht ein sehr attraktives Bild.
    05-Falschkogel.jpg

    Und los geht’s der Namloser Wetterspitze entgegen, von der Hütte zunächst nur moderat bergab.
    08-Grubigjoch-NamloserWetterspitze.jpg

    Am tiefsten Punkt des heutigen Tages mit der Höhenkote 1831m: Eine kleine Lacke trägt zusätzlich zum hübschen Anblick des (namenlosen) Sattels bei.
    14-Lacke-Falschkogel.jpg

    Ein Teil des Abstiegs wurde akustisch von Kuhglocken untermalt. Insofern sind wir eher überrascht, genau im Sattel auf andere, elegante Vierbeiner zu treffen. Einer von ihnen scheint genau vor dem Steinjöchl förmlich für mich zu posieren.
    15-SteinjöchlFalschkogel-Pferd.jpg

    Der beginnende Anstieg zum Grubigjoch bietet prachtvolle Blicke zu Falschkogel, Steinjöchl und Maldongrat im Süden. Auf dem Wiesenrücken links steht die Anhalter Hütte.
    19-MaldongratSteinjöchlFalschkogel.jpg

    Die gezackten Gipfel der Heiterwand im Osten wissen auch im Gegenlicht zu beeindrucken.
    23-SilhouetteHeiterwand.jpg

    Schon jetzt begeistert das Panorama in die Lechtaler Alpen. Dabei gehören Plattigspitzen, Bockkarspitzen und Tajaspitze im Südwesten mit etwa 2600m keineswegs zu den höchsten Gipfeln der gesamten Gruppe.
    25-PlattigspitzenBockkarspitzenTajaspitze.jpg

    Auf dem Grubigjoch (2185m) ist die Namloser Wetterspitze nun bereits recht nahe gerückt.
    26-NamloserWetterspitze.jpg

    In leichtem Auf und Ab über den zunächst breiten und satt grünen Höhenrücken.
    27-Klaus-Grubigjoch.jpg

    In weiterer Folge wird der Verbindungskamm zur Namloser Wetterspitze dann schmäler und gelegentlich leicht felsig.
    30-KammzurNamloserWetterspitze.jpg

    Rückblick auf die einzige etwas ausgesetzte Passage, die Querung einer steileren Flanke knapp unter dem Kamm. Der Steig ist hier recht schmal und zudem unterliegt der Hang sichtbar der Erosion.
    Maldongrat, Falschkogel und Muttekopf bieten wie gewohnt eine tolle Hintergrundkulisse.
    31-Kammquerung-BlickMaldongrat.jpg

    Bei diesem Sattel (wo der Hang neu aufgeschüttet wirkt) erreicht der Weg schließlich die breite, recht gleichmäßig geneigte Südflanke des Namloser Wetterkogels.
    34-RückblickKamm-Muttekopf-GrSchlenkerspitze.jpg

    Prachtblick zu den Allgäuer Alpen. Im Hauptkamm und der anschließenden Hornbachkette sind – bis zur markanten Urbeleskarspitze rechts – alle Gipfel der Gruppe mit über 2600m Höhe zu sehen.
    36-BlickAllgäuerHauptkamm-Hornbachkette.jpg

    Und oben auf der Namloser Wetterspitze, mit Teilen der Lechtaler und Allgäuer Alpen im Hintergrund.
    41-Gipfelkreuz-BlickAllgäuerAlpen.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 05.08.2018, 20:31.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

    Kommentar


    • #3
      Der Gipfel mit dem Kreuz aus der anderen Richtung gesehen. Links hinten die mächtige Zugspitze.
      43-Gipfelkreuz-BlickZugspitze.jpg

      Die gute Fernsicht, stabiles Wetter (nur Schönwetter-Quellwolken) und eine für uns beide neue Gebirgskulisse führen dazu, dass wir – ohne es ausdrücklich so geplant zu haben – fast eineinhalb Stunden auf dem Gipfel verbringen. Es ist für mich eines der tollsten Bergpanoramen der vergangenen Jahre!
      Fast tue ich mir mit der Entscheidung schwer, wo ich mit dem Staunen, Schauen und Fotografieren beginnen soll.

      Nördlich unter uns das Namloser Tal mit der kleinen Siedlung. („Gleichnamige Siedlung“ klänge in diesem speziellen Fall fast wie ein dummer Kalauer. )
      Dahinter u.a. Knittelkarspitze und Thaneller, am Horizont zahlreiche Gipfel der Ammergauer Alpen.
      47-Namlos-Knittelkarspitze-Thaneller.jpg

      Die Felsgiganten im Osten: Zugspitze und Mieminger Kette hinter den Gipfeln der östlichen Lechtaler Alpen (mit dem Loreakopf, 2471m als höchster Erhebung).
      49-LoreakopfZugspitze-MiemingerKette.jpg

      Der westliche Teil der Heiterwand, davor die Anhalter Hütte sowie (links vom Steinmann) der grüne „Hüttengipfel“ Tschachaun. Am Horizont Teile der Stubaier und Ötztaler Alpen.
      52-GabelspitzeMaldongrat-Zentralalpen.jpg

      Fast zahllose Gipfel der Lechtaler Alpen im Südwesten zwischen der Großen Schlenkerspitze links und der (anderen, höheren) Wetterspitze rechts. Die Parseierspitze ist knapp rechts der Bildmitte zu sehen.
      53-BlickLechtalerAlpen.JPG

      Dank der klaren Luft bieten sich natürlich auch jede Menge Motive für das Teleobjektiv an.
      Den Beginn macht wieder die kleine Siedlung Namlos 1300 Höhenmeter unter uns.
      57-ZoomNamlos.jpg

      Zugspitze und Schneefernerkopf. Auch die – bekanntlich ja nicht gerade dezente – Infrastruktur am Gipfel ist selbst aus dieser Entfernung deutlich zu erkennen.
      58-ZoomZugspitze.jpg

      Zwischen einigen Quellwolken zwei markante Pyramiden in den Stubaier Alpen:
      links der Breite Grieskogel, rechts – noch um einiges weiter hinter stehend – der Schrankogel, 3497m.
      59-BreiterGrieskg-Schrankogel-MuttebergerSeesp.jpg

      Die Anhalter Hütte vor dem Schatten des Maldongrats.
      61-ZoomAnhalterHütte.jpg

      Über den Scharnitzköpfen stehen einige markante Gipfel im Kaunergrat: links der auffällige Gsallkopf, etwa in der Bildmitte die Verpeilspitze sowie rechts die Watzespitze. Und knapp links von der Verpeilspitze schaut immerhin die Wildspitze drüber.
      62-ZoomGsallkopfWildspitzeWatzespitze.jpg

      Bei diesen zwei Gletschergipfeln war ich mir an Ort und Stelle nicht ganz sicher: Können sie es tatsächlich sein? Die Überprüfung zu Hause brachte dann doch die Bestätigung: In knapp 95km Entfernung sind hier Königspitze und Ortler zu sehen! Genau vor ihnen der Grenzkamm Nordtirol – Südtirol mit dem Großen Schafkopf: unser höchstes Ziel beim Moderatorentreffen 2015. Damals übrigens zwar bei recht guten Bedingungen, aber ohne Blick zum Ortler…
      (Hier ist Günters Bericht der Tour zu finden: http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...alpen-4-9-2015.)
      63-ZoomKönigspitze-GrSchafkopf-Ortler.jpg

      Links die Parseierspitze, mit 3036m Gruppenhöchster der Lechtaler Alpen und zugleich der einzige (echte) Dreitausender der kompletten Nördlichen Kalkalpen. Der Gipfel rechts mit dem stattlichen Gletscher mogelt sich aus dieser Perspektive auch in die Lechtaler Alpen. Tatsächlich handelt es jedoch um den nächsten Gruppenhöchsten: den Hohen Riffler, 3168m, in der Verwallgruppe, der gleich hinter dem schmalen Stanzer Tal steht.
      64-ZoomParseierspitze-HoherRiffler.jpg

      Diese Restgletscher und Schneefelder gehören hingegen wieder zu eindrucksvollen Gipfeln der Lechtaler Alpen. Von links nach rechts: Vorderseespitze, 2889m – Feuerspitze, 2852m – Wetterspitze, 2895m.
      66-ZoomVorderseesp-FeuerspitzeWetterspitze.jpg

      Der Allgäuer Hauptkamm: vom Biberkopf links über das Hohe Licht, 2651m, und die Hochfrottspitze bis zur Mädelegabel. Dass die Trettachspitze ganz rechts auch das „Allgäuer Matterhorn“ genannt wird, ist aus dieser Perspektive bestens verständlich.
      Am Fuß der Mädelegabel befindet sich mit dem Schwarzmilzferner der letzte verbliebene kleine Gletscher der Allgäuer Alpen. Dass er in relativ geringer Höhe (ca. 2450m) bisher überleben konnte, liegt vor allem an dem enormen Niederschlagsreichtum des Allgäuer Hauptkamms, der wie geschaffen für ergiebigen Nordstau ist. Die großen Restschneefelder in der Region fallen ja generell auf.
      67-ZoomAllgäuerHauptkamm.jpg

      Das letzte Zoombild gilt dem östlichen Ende der Hornbachkette mit der Bretterspitze und der besonders eindrucksvollen Urbeleskarspitze, 2632m.
      Der Steilgrasgipfel rechts vorne (noch in den Lechtaler Alpen) heißt übrigens genau so, wie er von hier aussieht: Pfeilspitze.
      69-ZoomBretterspitzeUrbeleskarsp-Pfeilspitze.jpg
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 05.08.2018, 20:43.
      Lg, Wolfgang


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      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

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      • #4
        Wir hätten das Panorama von der Namloser Wetterspitze noch lang weiter betrachten können, aber irgendwann wird es doch Zeit wieder abzusteigen. Zum Glück bleiben uns die Ausblicke noch eine Zeit lang weitgehend erhalten.
        Wir wählen für den Abstieg den nach Südwesten zum Putzenjoch führenden Weg. Hier ist die Flanke der Namloser Wetterspitze im oberen Teil flacher und grüner und wird erst nach unten hin schottriger und steiler.
        73-BlickWesten-LechtalerAllgäuerAlpen.jpg

        Bereits am Putzenjoch in etwa 2100m Höhe mit dem Ortkopf gleich links dahinter.
        76-Putzenjoch-Ortkopf.jpg

        Östlich des Putzenjochs erstreckt sich ein Hochmoor, durch das ein kleines Bächlein mäandert: ein Anblick, der mich an die Wurzeralm im Warscheneck-Stock erinnert.
        78-PutzenjochHochmoor.jpg

        Zum Grubigjoch zurück müssen wir dann eine - zum Glück moderate - Gegensteigung von etwa 100hm bewältigen, auf der die Ausblicke nach wie vor sehr zu gefallen wissen.
        80-Muttekopf-GrSchlenkerspitze.jpg

        Wir haben den Verbindungskamm wieder erreicht und blicken noch einmal zur Namloser Wetterspitze zurück, die uns einige großartige Stunden geschenkt hat.
        84-NamloserWetterspitze.jpg

        Mittlerweile erreicht die Nachmittagssonne die Nordwände von Gabelspitze und Maldongrat und verschafft der grandiosen Kulisse hinter der Anhalter Hütte nochmals ein neues Gesicht.
        82-GabelspitzeMaldongrat-AnhalterHütte.jpg

        Die Spitzen der Heiterwand sowie rechts davor der Tschachaun.
        83-HeiterwandTschachaun.jpg

        Eine selten eindrucksvolle Gebirgskulisse, daher geht's noch einmal:
        der Maldongrat hinter der Anhalter Hütte.
        86-AnhalterHütte-Maldongrat.jpg

        Mit dem Abstieg zum namenlosen Sattel und der abschließenden relativ angenehmen Gegensteigung zur Hütte geht eine Bergtour zu Ende, die unsere Erwartungen sogar noch übertreffen konnte. Entsprechend dankbar und zufrieden sitzen wir dann auf der Hüttenterrasse und lassen die Eindrücke noch einmal Revue passieren.
        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 05.08.2018, 20:47.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

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        • #5
          Abendeindrücke: Anhalter Hütte – Tschachaun, 2334m / 13.07.2018

          Nach dem guten Abendessen fühlen wir uns so weit regeneriert, dass der Hüttengipfel Tschachaun uns noch lockt. Ich bin mir zunächst nicht sicher, ob ich bis zum höchsten Punkt gehen möchte und bleibe beim Fotografieren hinter Klaus zurück. Dass ich schließlich ebenfalls oben stehe, ist der Faszination der Eindrücke zu verdanken, die durch die folgenden Bilder hoffentlich ein wenig anschaulich werden können.

          Westlich der Hütte geht es über grüne Matten zunächst nur geringfügig ansteigend direkt auf die Gabelspitze zu.
          01-Gabelspitze.jpg

          Das bereits flach einfallende Sonnenlicht macht den abgerundeten Tschachaun schon von unten besonders attraktiv. Ich könnte mir vorstellen, dass viele bei diesem Anblick nicht sofort an Österreichs Alpen denken.
          04-Tschachaun.jpg

          Felswände, Restschnee und riesige Schuttfelder sowie Wiesenböden und Bergblumen: Alles ist auf engstem Raum versammelt.
          05-NordwandMaldongrat.jpg

          Blick vom Kromsattel nach Osten. Der Weg zum nur 500m entfernten Hinterbergjoch würde ab hier schlagartig anstrengend: zuerst die Querung einer riesigen Schutthalde und danach ein äußerst steiler Anstieg. Der weitere Weg auf den Tschachaun bleibt hingegen bequem zu begehen.
          09-Hinterbergjoch-Heiterwand.jpg

          Zoom zum Hinterbergjoch vor der (östlichen) Heiterwand.
          11-ZoomHinterbergjoch-Heiterwand.jpg

          Auf der breiten Gipfelkuppe des Tschachauns ist die Vegetation in mehr als 2300m Höhe auf eine kaum vorstellbare Weise üppig. Die Ursache dafür muss wohl in einem speziell wasserundurchlässigen Gestein in diesem Bereich liegen. Der Kontrast zur Gabelspitze im Hintergrund könnte gar nicht größer sein.
          15-Tschachaun-BlickGabelspitze.jpg

          Am Gipfel treffe ich Klaus wieder, der mich in dieser unwirklich scheinenden Umgebung und in immer wärmerem Abendlicht fotografiert.
          17-AmTschachaun.jpg

          Da Klaus, der bereits gut 20 Minuten auf dem Gipfel verbracht hat, dann mit dem Abstieg beginnt, kann ich mich mit einem weiteren Foto sogleich revanchieren.
          20-Tschachaun-Maldongrat.jpg

          Ich hingegen beginne hier heroben nun erst um mich zu blicken und zu fotografieren.
          Muttekopf, Große Schlenkerspitze und viele weitere Lechtaler Gipfel im Abendlicht.
          22-BlickMuttekopf-GrSchlenkerspitze.jpg

          Die Heiterwand nimmt eine immer stärker rötliche Färbung an.
          24-Heiterwand.jpg

          Die Silhouette der Hornbachkette vor dem schon deutlich abendlich gefärbten Himmel.
          Vor ihr in der rechten Bildhälfte der Ortkopf.
          27-ZoomHornbachkette.jpg

          Zoom zu Zugspitze und Schneefernerkopf: in jedem Licht wuchtig und beeindruckend.
          28-ZoomZugspitze.jpg

          Noch einige Minuten, dann würde die Sonne genau hinter der Namloser Wetterspitze verschwinden. Da es mittlerweile spürbar kühl wird, begnüge ich mich mit diesem abschließenden Blick nach Westen...
          29-TschachaunGipfelkreuz-NamloserWetterspitze.jpg

          …und beginne mit dem Abstieg, in dessen erstem Teil der Anblick der nun bereits tief rot gefärbten Heiterwand mich ständig in den Bann zieht.
          31-Heiterwand.jpg

          Als ich die Anhalter Hütte wieder erreiche, ist die Abenddämmerung schon fortgeschritten.
          Eine kurze einfache Bergwanderung zum Tagesabschluss – und welche starken Eindrücke hat sie bieten können!
          35-AnhalterHütte.jpg
          Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 05.08.2018, 20:51.
          Lg, Wolfgang


          Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
          der sowohl für den Einzelnen
          wie für die Welt zukunftsweisend ist.
          (David Steindl-Rast)

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          • #6

            Ein anspruchsvollerer Gipfel: Anhalter Hütte – Maldongrat, 2544m – Hahntennjoch / 14.07.2018

            Am Samstag müssen wir ohnehin über das Steinjöchl zum Hahntennjoch zurück gehen. Da liegt nahe, damit die Tour auf den Maldongrat, den westlichsten Gipfel der langgestreckten Heiterwand, zu verbinden. Das bedeutet 350 zusätzliche Höhenmeter und eine Route, die nach den Beschreibungen doch einige Anforderungen an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit stellt.

            Nach einem sonnigen Tagesbeginn ziehen – entsprechend den Prognosen – bald ausgedehnte Wolkenfelder auf. Mit Schauern und vereinzelten Gewittern sollte jedoch erst ab dem Nachmittag zu rechnen sein.
            Im Angesicht des Falschkogels im Westen beginnen wir hier mit dem Aufstieg vom Steinjöchl nach Osten – zunächst noch in einfachem Gelände.
            01-Steinjöchl-Falschkogel.jpg

            Durch das Salvesental und über den Tschirgant geht der Blick hier wieder in die Stubaier Alpen.
            (Gegen Mittag wird die Bewölkung über uns wieder auflockern, während es über den Zentralalpen stärker zuzieht. Daher bereits dieser frühe Fotoblick dorthin.)
            03-BlickTschirgant-StubaierAlpen-Schrankogel.jpg

            Die Hälfte der Höhe bis zum Gipfel ist bewältigt. Von hier bietet sich über die Nordwände bereits ein eindrucksvoller Tiefblick zur Anhalter Hütte, während der Weg über den Südwesthang noch unschwierig bleibt.
            06-BlickFalschkogel-LechtalerAlpenWesten.jpg

            Dann aber wird auch die Südseite des Bergzugs allmählich felsiger. Bei dieser ersten Rinnenquerung bleibt es noch bei wenigen ausgesetzten Schritten über große Steine. (Im Aufstieg gegen unsere Gehrichtung fotografiert.)
            08-ErsteRinnenquerung-BlickHornbachkette.jpg

            Die zweite Rinne bietet dann allerdings eine deutliche Steigerung, zumal man vor ihrer Querung im Aufstieg erst einige Meter abklettern muss.
            Zwei Paare haben zu uns aufgeschlossen und sind nun knapp hinter uns unterwegs.
            09-ZweiteRinnenquerung.jpg

            Klaus vor mir bei der durchaus luftigen Querung. Ich überlege im Stillen, wie groß mein verbleibender Spielraum ist, sollte das Gelände noch stärker exponiert werden. Meine (ebenfalls stille) Antwort: Er ist bereits recht klein...
            image_570106.jpg

            Zum Glück muss ich meinen Überlegungen nicht weiter folgen, denn nach der nächsten Geländekante legt sich die Flanke zurück und leitet allmählich in eine breite Schotterrinne, in der wir den Großteil der noch fehlenden Höhe gewinnen werden. Eine anstrengende Passage: steil, jede Menge Schutt und bloße Markierungspunkte ohne eigentlichen Weg. Aber wenigstens ist man hier zugleich nie unmittelbar absturzgefährdet.
            Die zwei Paare haben uns mittlerweile überholt und geben uns dadurch Anhaltspunkte, die relativ einfachste Route zu finden.
            11-steileSchotterrinne.jpg

            Eine Rampe leitet schließlich rechts aus der breiten Schotterrinne heraus, und durch allmählich wieder einfacheres Gelände erreichen wir in einigen Minuten das Gipfelkreuz auf dem Maldonjoch in 2544m Höhe. Dahinter einmal mehr Muttekopf und Große Schlenkerspitze sowie – knapp links vom Kreuz – die Parseierspitze.
            17-MaldongratGipfel-Klaus-BlickSüdwesten.jpg

            Das Wetter verspricht auszuhalten, und auf dem Gipfel ist erstaunlich viel Platz. So spricht absolut nichts gegen eine etwas längere Rast.
            Immer wenn die Sonne heraus kommt, gewinnt das Panorama der Lechtaler und Allgäuer Alpen nochmals zusätzlich an Reiz.
            20-BlickFalschkogel-LechtalerA-AllgäuerA.jpg

            Im Osten die benachbarte Gabelspitze mit dem deutlich erkennbaren Kreuz. Rechts die Heiterwand und dazwischen der Zugspitzstock.
            Die weitere Überschreitung zur Gabelspitze wäre nochmals um einiges anspruchsvoller. Der Großteil des Grats ist zwar überraschend breit und ohne spezielle Schwierigkeiten begehbar. Die größte Herausforderung wartet erst knapp vor der Gabelspitze, wo ein Gratturm den Weg versperrt und daher nord- oder südseitig zu umklettern ist. Wer dort unterwegs ist, muss den Schwierigkeitsgrad 2+ in brüchigem Steilgelände sicher beherrschen.
            (Nix für uns, das ist völlig eindeutig!)
            24-GabelspitzeZugspitzeHeiterwand.jpg

            Der Tiefblick zur Anhalter Hütte ist ebenso großartig wie aus der entgegengesetzten Perspektive die wild aufragende Nordwand des Maldongrats gleich hinter der Hütte!
            26-TiefblickAnhalterHütte.jpg

            Zoom zum benachbarten Tschachaun im Norden. Die ungewöhnlich üppige Flora in seinem Gipfelbereich ist selbst aus dieser Distanz deutlich zu erkennen.
            27-Tschachaun.jpg

            Der Abstieg beginnt: Klaus zunächst auf der – relativ breiten – Rampe, die von oben in die Schotterrinne leitet.
            32-QuerungzurSchotterrinne.jpg

            In der Schotterrinne; hier gilt es, konzentriert zu steigen. Ein Altschneefeld im oberen Teil hat sich gerade so weit zurück gezogen, dass man aktuell problemfrei an ihm vorbei kommt.
            33-AbstiegSchotterrinne-Klaus.jpg

            Der Tiefblick von den Rinnenquerungen zum Hahntennjoch bietet noch einmal eine recht spektakuläre Perspektive. Dann können wir auf dem einfacher werdenden Steig allmählich durchatmen und immer entspannter über das Steinjöchl bis zum Parkplatz absteigen.

            36-TiefblickHahntennjoch.jpg
            Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 06.08.2018, 19:02.
            Lg, Wolfgang


            Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
            der sowohl für den Einzelnen
            wie für die Welt zukunftsweisend ist.
            (David Steindl-Rast)

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            • #7
              Informationen zu den Touren

              Die Anhalter Hütte des DAV (Sektion Oberer Neckar) steht in landschaftlich großartiger Umgebung in 2038m Höhe direkt nordwestlich unter dem Maldongrat.
              Sie wurde 1912 eröffnet, und das Haupthaus hat sein Aussehen bis heute weitgehend unverändert behalten.
              Die Hütte bietet aktuell etwa 80 Schlafplätze (19 Betten, 62 Lager).
              Sie zählt zu den Hütten in Österreichs Alpen, die weder auf einer Straße noch durch eine Materialseilbahn versorgt werden können. Zu Saisonstart liefert der Hubschrauber vieles an, während die laufende Versorgung bis heute von Hüttenmitarbeitern mit dem Rucksack ab dem Hahntennjoch erfolgt (wie wir auch sehen konnten).

              Die Hütte liegt am Weitwanderweg 01 und dem Adlerweg, ist aber insgesamt dennoch weniger frequentiert als viele andere Berghütten in Nordtirol. An Wochenenden ist eine Vorreservierung dennoch unbedingt nötig, während der Woche zu empfehlen (und den Verantwortlichen wesentlich lieber).

              Die Hüttenwirtin Carmen Kathrein, die in der Organisation sehr erfahren wirkte, wird mit Ende dieser Sommersaison (am 22.09.) in Pension gehen. Sie hat die Hütte 25 Jahre bewirtschaftet, und das seit 2002 ohne ihren Mann, nachdem dieser auf dem Chimborazo tödlich verunglückte.

              Die Sektion plant ab Herbst 2018 eine umfassende Sanierung der Anhalter Hütte.
              Daher wird dieser Stützpunkt im gesamten Jahr 2019 nicht zur Verfügung stehen.
              Die Wiedereröffnung ist für die Sommersaison 2020 geplant.

              Wer in ihrer Umgehung Touren plant, sollte also die nächsten Wochen bis zum 10.09.2018 dafür nützen.
              (Ab diesem Tag ist die Straße über das Hahntennjoch wegen Fahrbahnsanierung für einige Wochen gesperrt.)

              Die aktuelle Homepage der Hütte: http://www.anhalter-huette.de/
              Mehr Infos zur Sanierung der Hütte: http://www.dav-obererneckar.de/sekti...65be517a8f75a8


              Daten zu den einzelnen Touren (ab der Anhalter Hütte)

              Namloser Wetterspitze
              10,5km Strecke, mit Abstieg zum Putzenjoch etwa 1150hm
              Die Höhenmeter ergeben sich durch den Abstieg zum Sattel in 1831m, etwas Auf und Ab zwischen Grubigjoch und Südhang der Namloser Wetterspitze, die Gegensteigung nach dem Putzensattel und den Schlussanstieg zur Hütte zurück. So ergibt sich eine Tour, die ohne Zeitdruck doch den Großteil eines Tages füllen kann.
              Markierte Wege, generell unschwierig mit erfreulich wenig Schotter auf dem Südhang zum Gipfel. Eine kurze leicht ausgesetzte Passage auf dem Verbindungskamm nach dem Grubigjoch (schmaler Weg, Hangerosion). Stärkere Erosion war in einigen Rinnen auf dem Gegenanstieg nach dem Putzensattel zu sehen, allerdings ist der Hang dort viel flacher.
              Bei moderatem Tempo erfordert der Anstieg ab der Anhalter Hütte ziemlich genau die angegebenen drei Stunden.
              Die Namloser Wetterspitze ist ein großartiger Aussichtsplatz. Daher empfiehlt sich eine Tour auf sie vor allem an Tagen mit guter Fernsicht.

              Tschachaun
              Der satt grüne Hüttengipfel ist von der Anhalter Hütte in etwa 50 Minuten zu erreichen. Angesichts der Umgebung mit den wilden Nordwänden der Heiterwand glaubt man kaum, dass man bis zum Gipfel fast ausschließlich auf weichem Grasboden und bequemem Weg unterwegs sein kann.

              Maldongrat
              Die Tour auf den westlichsten Gipfel der Heiterwand ist keine unschwierige Bergwanderung mehr. Sie erfordert für die Rinnenquerungen Schwindelfreiheit sowie für den Aufstieg durch die breite Schotterrinne Trittsicherheit und nach Möglichkeit etwas Erfahrung im gerölligen Einsergelände.
              Die Zeitangabe von eineinhalb Stunden ab der Hütte (entspricht einer Stunde ab dem Steinjöchl) scheint mir nicht nur für mein Tempo etwas zu knapp bemessen.

              Wer sich den Maldongrat nicht zutraut, dem bietet der niedrigere Falschkogel westlich des Steinjöchls eine etwas einfachere Alternative. Auch dort erfordert der Anstieg über die Steilgrasflanke Trittsicherheit, man erspart sich aber das Unterwegssein im Geröll.


              Persönliches Fazit

              Nach dem Pfunderer Höhenweg 2012 und den Steiner Alpen 2013 konnten Klaus und ich heuer wieder in einer Gebirgsregion unterwegs sein, die wir vorher beide gar nicht kannten.
              Wahrscheinlich wirken die Eindrücke schon deshalb noch um eine Stufe stärker als in vertrauterer Umgebung. Naturgemäß sind wir viel häufiger in Kalkgebirgen vom Plateautyp und mit Karstlandschaft unterwegs, wie sie für Österreich östlich des Wilden Kaisers typisch sind.

              So war der Gesamteindruck der östlichen Lechtaler Alpen für uns bereits etwas ganz Neues. Dazu kamen die Ausblicke zu Gipfeln, die ich nicht jeden Monat sehen kann. Wenn sich dann zur Parseierspitze, der Hornbachkette und Zugspitze (auf die wir hoffen konnten) auch noch der Ortler gesellt, ist das für mich schon etwas Besonderes.

              Sowohl in den Lechtaler Alpen als auch danach im größeren Teil des Außerferns hatten wir den Eindruck, in Teilen Nordtirols unterwegs zu sein, die bisher von übertriebenem Tourismus weitgehend frei geblieben sind.

              Persönlich war ich vor allem von den Kontrasten zwischen satt grünen Hängen und wilden Felswänden auf engem Raum und natürlich vom Rundblick auf der Namloser Wetterspitze begeistert. Auf der Liste meiner tollsten Gipfelpanoramen ist diesem Berg ein Platz weit oben sicher.


              Ich werde in Zukunft wohl nicht in großer Regelmäßigkeit in den Kalkalpen Nordtirols unterwegs sein. Es muss vom Zeitspielraum begonnen einiges passen, damit dies von Wien aus überhaupt sinnvoll möglich ist. Was ich dankbar erleben konnte, hat mir jedoch so sehr gefallen, dass ich mir die Möglichkeit zu einer Erweiterung der Eindrücke in nicht allzu ferner Zukunft sehr wünsche.
              Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 18.08.2018, 23:01.
              Lg, Wolfgang


              Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
              der sowohl für den Einzelnen
              wie für die Welt zukunftsweisend ist.
              (David Steindl-Rast)

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              • #8
                Interessanter Bericht. Ich kenne die Gegend auch nur vom vorbeifahren. Danke fürs zeigen.
                Bei den Bergen ist es so: Je höher man steigt, umso weiter ist die Sicht; bei den Menschen ist es oft umgekehrt (Otto Baumgartner-Amstad)

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                • #9
                  Zu dieser Wahl des Urlaubszieles kann ich nur gratulieren!
                  Die Eindrücke, die man von dort mitnimmt, sind in der Tat besonders und noch intensiver als aus anderen - uns Ostösterreichern bekannteren - Regionen.
                  Dazu gehören die von dir gut geschilderten Kontraste in der Landschaft, die weitgehend noch vorhandene Ursprünglichkeit in weiten Teilen des Gebirges und nicht zuletzt die Anzahl und Vielfalt der Touren, die dort möglich sind.
                  Daß auch ich bald wieder dort unterwegs sein kann und mich dank deines Berichtes schon gut darauf einstimmen konnte, ist ein sehr willkommener Umstand.
                  (Daß ich mich noch nicht für eine Tour entscheiden konnte, steht wieder auf einem anderen Blatt.)
                  "And the People bowed and prayed
                  to the neon god they made."


                  Simon&Garfunkel "The sound of silence"

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                  • #10
                    Hallo Wolfgang,

                    es kommt nicht oft vor, dass du aus einer Region berichtest, die ähnlich weit von Wien entfernt ist wie von Willich.
                    Die Namloser Wetterspitze gehört zu den ganz großen, leichten Aussichtsbergen nicht nur im Außerfern, sondern auch ganz Tirols.
                    Den Anstieg habe ich vor einigen Jahren selbst nach Übernachtung auf der Anhalter Hütte schon gemacht, auch wenn wir damals
                    über das Butzenjoch aufgestiegen sind.

                    Die Anhalter Hütte ist ein Kleinod und gehört zu den schönsten Hütten, auf denen ich bisher übernachtet habe. Ein herrlicher Platz
                    für eine Hütte und dabei recht still; nach meiner Erinnerung hielten sich selbst die Tagesgäste in engen Grenzen.
                    Einige der Lechtaler Hütten sind recht überlaufen.

                    www.kfc-online.de

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                    • #11
                      Servus Wolfgang,

                      ein herrlicher Bilderbogen und deine Begeisterung ob der furiosen Aussicht ist gut nachvollziehbar.
                      In die Lechtaler Alpen war ich noch nicht, deine Aufnahmen machen jedenfalls Lust darauf.

                      LG, Günter
                      http://brothersberge.blogspot.co.at

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                      • #12
                        Wolfgang, Dein Bericht hat bei mir schöne Erinnerungen an den Weitwanderweg 01 in den 80ern wachgerufen, Teile Eurer Route bin ich damals mit meinen Eltern gegangen.

                        Es war ein Vergnügen, die Bilder zu deinen SMS Grüßen zu sehen.

                        LG, Günter
                        Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                        (Marie von Ebner-Eschenbach)

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                        • #13
                          Servus Wolfgang,

                          die Landschaft ist bezaubernd. Wunderschöne Bergtage habt ihr in Tirol verbracht und du hast sie uns mit deinen exzellenten Bildern nähergebracht.
                          Danke für den gelungenen Bericht!
                          lg, Manfred

                          Kommentar


                          • #14
                            Sehr schöne Unternehmungen Wolfgang.
                            Ich kenne die Gegend leider überhaupt nicht aber du hast sie mir sehr schmackhaft gemacht.
                            Da sind ja einige fordernde Wegpassagen dabei.

                            Danke!


                            L.G. Manfred

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                            • #15
                              Grias di Wolfgang,

                              wie hast du das bitte geschafft, so tolle Fotos der Abendstimmung zu machen? Bei meiner laienhaften Kamera sehe ich da nur graue Felswände, wahrscheinlich war das Leuchten in natura noch intensiver :

                              LG
                              LG
                              Der mit dem unaussprechlichen Benutzernamen ;)
                              Jgaordhelagenornres
                              Gregor


                              Meine bisher erstellten Tourenberichte

                              Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist -
                              denn vorher gehörst du ihm. (Hans Kammerlander)

                              Hergott, d' Hoamat is schee (Aufschrift am Gipfelkreuz der Reisalpe)

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