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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

6) Verboten ist/sind:

- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
- Die Verwendung von fremdem Bildmaterial, Kartenausschnitten und Topos ohne Zustimmung des Autors;
- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
- Werbung für konkurrenzierende Plattformen;
- Das Führen von Doppel- oder Mehrfachaccounts;

7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

8) Profil/Signatur

Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

9) Werbung

Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

10) Gemeinschaftstouren/Bazar

Die Forenbetreiber stellen die Foren "Forum für Gemeinschaftstouren" und " Bazar" ausschließlich für private Kontaktzwecke zur Verfügung und gehen damit keinerlei Verpflichtungen oder Haftungen ein! Alle Kontakte in diesen Foren laufen ausschließlich zwischen den Usern/-innen und auf Basis des gegenseitigen Vertrauens. Bei nachweislichen Betrugsfällen stellen die Forenbetreiber alle vorhandenen Informationen zur Verfügung, um eine straf- und zivilrechtliche Verfolgung zu ermöglichen.

11) Regelwidriges Verhalten

User/-innen, die sich regelwidrig verhalten, werden per PN verwarnt und/oder gesperrt. Art und Dauer der Maßnahme richten sich nach der Schwere und der Häufigkeit der Regelübertretung/en. Die betroffenen User/-innen werden darüber per Mail informiert. Ein Posten unter einer anderen Registrierung in der Zeit der Accountsperre ist verboten und zieht automatisch eine Verlängerung der Sperre nach sich.

Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

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  • Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

    Auch wenn uns seit geraumer Zeit der Sommer mehr oder weniger fest in Griff hat und die Wintersportgeräte bei den meisten vermutlich längst im Keller verschwunden sind, hoffe ich, dass Ihr mental noch dafür bereit seid, einen (vielleicht) letzten Blick zurück in den Winter bzw. das Frühjahr zu werfen und Euch Bilder von Kälte und Schnee nicht gänzlich vergraulen

    Als kleinen Vorgeschmack auf das Folgende gibts hier schonmal einen ersten Blick auf eines der beiden Ziele meiner letzten Bergtour. Den Pigne d'Arolla im Schweizer Wallis.

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    „Ich wünsch Dir mal bei Gelegenheit ein paar ‚entspanntere‘ Touren.“ – Dies war ein Satz, der mich nach meinem letzten Beitrag über die Nordwand des Gran Paradiso nicht so leicht los ließ.

    Bald drei Jahre ist es her, dass ich bei einem einwöchigen Eis- und Gletscherkurs meine ersten Erfahrungen im Hochgebirge sammeln durfte. Spätestens von da an wurden die hohen Berge meine Leidenschaft. Je mehr ich von den Alpen sah und mich mit ihnen beschäftigte, desto größer wurden die persönlichen Ziele. Ich sah Bilder von langen Felsgraten oder steilen Eiswänden und sehnte mich augenblicklich nach diesen großen Touren. Ortler Nordwand, Biancograt, Pallavincinirinne, Mittelegigrat, Kuffnergrat…da sollte die Reise irgendwann einmal hingehen. Seitdem folgten zahlreiche Touren, die meist alle dem gleichen Credo untergeordnet waren: Höher – weiter – schwerer. Eine unterschwellige innere Unruhe trieb mich an, zügig die nächsten Schritte zu machen und den Lernprozess voranzutreiben. Am besten lässt sich dieser Prozess wohl mit der Fortbewegung auf einem schmalen Grat beschreiben: einem Pendeln zwischen einer ambitionierten Herangehensweise und der gleichzeitigen Gefahr, zu viel auf einmal zu wollen.

    Natürlich spielte bei allem Ehrgeiz der Genuss der Natur eine zentrale Rolle – sportliche Ziele allein bringen keine Erfüllung – doch mit Entspannung hatten die meisten Bergtouren wenig zu tun.
    Als ich in den Tagen nach der Rückkehr vom Paradiso ein wenig in mich hineinhorchte, merkte ich schnell, dass das Verlangen nach Steigerung (für den Moment) abgeflaut war. Tatsächlich sehnte ich mich endlich mal nach ein paar ruhigeren Tagen in den Bergen. Ich beschloss, dass bei der nächsten Tour endlich mal wieder das Gesamterlebnis im Vordergrund stehen sollte – nicht die Höhenmeter, die Schwierigkeit oder der Name des Gipfels. In diesem Augenblick traf es sich ganz gut, dass für Mitte Mai ein mehrtägiges alpines Unternehmen mit zwei Freunden aus meiner Heimatregion geplant war. Gemeinsam mit Steffen hatte ich den Hochtourenkurs gemacht und die ersten Bergerfahrungen gesammelt. Da er das vergangene Jahr vor allem mit dem Hausbau eingespannt war, waren die alpinen Wochenenden weniger geworden, doch nun sollte es wieder einmal soweit sein. Als dritter im Bunde war unser gemeinsamer Freund Dominik mit dabei, dem nun seine erst dritte Hochtour bevorstand. Seine ersten Erfahrungen hatte er mit uns im März 2015 gesammelt, als es vom untersten Tal aus in 3Tagen mit Schneeschuhen knapp 3000hm hinauf auf den Monte Adamello (3554m) ging. Spätestens nach der fast 14 stündigen Gipfeletappe lautete seine erste Frage: „Sehen eure Touren immer so aus?“. Daraufhin versprachen wir, im kommenden Jahr ein gemütlicheres Ziel auszuwählen. Doch leider sollte daraus nichts werden. Ziemlich genau ein Jahr später wühlten wir uns im tiefen Bruchharsch den Monte Leone (3553m) hinauf und anschließend im Sulz wieder talwärts. Nachdem wir bei strömendem Regen völlig durchnässt das Auto erreichten, standen erneut über 13h zu Buche.

    Doch nun waren die Uhren wieder auf null gedreht. Es schien so, als wollten wir drei uns beweisen, dass unsere Pläne nicht zwangsläufig in physische Quälerei ausarten mussten und der Erfolg der Tour nicht am Grad der Leidensfähigkeit gemessen wurde. Als uns dann die Wetterprognosen ins Wallis lenkten, achteten wir bei der Tour-Auswahl dementsprechend vor allem darauf, uns – was die Kilometer bzw. Höhenmeter anbelangt – nicht zu übernehmen und lieber etwas vorsichtiger zu planen. Bald fiel die Wahl auf die großen 3000er „Pigne d’Arolla“ und „Mont Blanc du Cheilon“, deren Normalwege gerade mit Schneeschuhen zwar nicht unterschätzt werden sollten, aber durchaus machbar waren und gute Erfolgsaussichten mit sich brachten.
    Als wir am Freitagabend das hinterste Ende des kleinen schweizerischen Dörfchens Arolla auf 2050m erreichten, hatte es gerade zu regnen begonnen. Während wir uns von einem trockenen Unterstand aus unser Abendbrot und dazu ein paar Gläschen Wein schmecken ließen, verwandelte sich der Regen immer mehr in Schnee. Es waren die Ausläufer des vorbei ziehenden Tiefs, das in den letzten beiden Tagen etwa 20cm Neuschnee gebracht hatte. In freudiger Gewissheit einer markanten Wetterbesserung ging es für uns bald in die Schlafsäcke. Es folgte die obligatorisch ungemütliche Nacht zu dritt im Auto, die von unserem lauten Schnarchen begleitet wurde.

    Der nächste Morgen begrüßte uns mit wechselhaftem Wetter – Sonne und Wolken wechselten sich ab. Bei Temperaturen um die 0° Grenze stapften wir los.

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    Wir waren keine 10Minuten unterwegs, da kam bereits unser erstes Ziel, der „Pigne d’Arolla“ (3790m), zum Vorschein.

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    Noch eindrucksvoller zeigte sich nur der „Mont Collon“ (3637m), der uns vom Tal aus seine steile Nordwand präsentierte.

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    Hinter dem kleinen Wäldchen konnten wir bald auf Schneeschuhe wechseln. Zunächst war das Gefühl etwas ungewohnt nach den letzten Skitouren, doch schneller als gedacht war man wieder im alten Trott. Auch das Spuren im Sulzschnee und die dabei unermüdlich drückende Sonne machten mir nicht allzu sehr zu schaffen. Am schwersten fiel mir allerdings, den vereinzelten Skifahrern nicht neidisch hinterher zu schauen, welche ihre elegant aussehenden Schwünge bei der Abfahrt in den Schnee zauberten.

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    Für alle Mühen wurden wir allerdings von der einzigartigen Kulisse entschädigt.

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    Besonders stachen dabei natürlich die…

    „Aiguille de la Tsa“ (3668m)

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    und „Dent Blanche“ (4354m) hevor. Was für tolle Berge, denen ich irgendwann auch nochmal einen Besuch abstatten muss!

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    Nach den letzteren steileren Höhenmetern hinauf zum Joch „Col de Vignettes“ erreichten wir über ein kleines Grätchen unser Tagesziel: Die „Cabane des Vignettes“ (3157m). Auf diese Hütte hatte ich mich seit der Tour-Vorbereitung besonders gefreut – die Abschiedenheit, ihr uriges Aussehen und die exponierte Lage am Rande des Felsabbruchs hatten in mir eine große Vorfreude geweckt. Als sie dann aber nach den letzten anstrengenden Höhenmetern wirklich so vor mir stand, kam ich nicht umhin, einen lauten Jubelschrei loszulassen. Leider können Fotos nur einen kleinen Ausschnitt der sinnlichen Wahrnehmung abbilden, doch wer selbst schon einmal in den Genuss dieses winterlichen Panoramas kam, wird mir vermutlich zustimmen, wenn ich sage: Sollte es den perfekten Platz für eine Hütte geben, dann ist es dieser!

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    Wir kamen in den seltenen Genuss, die Hütte – trotz Wochenendes – ganz für uns allein zu haben. Seit knapp einer Woche hatte sie sich in die „Vor-Sommer-Pause“ verabschiedet, sodass wir es uns im gut eingerichteten Winterraum gemütlich machen konnten. Als wir am frühen Nachmittag vom Hausberg aus die weite Gletscherwelt auf uns wirken ließen, war weit und breit keine Menschenseele. Tiefe Zufriedenheit machte sich in uns breit, die selbst die leichten Kopfschmerzen angesichts der erreichten Höhe vergessen machte. Um ein Haar hätte ich dabei ganz vergessen, dass die eigentlichen Ziele ja noch bevor standen. Erst der Blick auf die vergletscherte Ostflanke des Pigne d’Arolla brachte mir dies wieder ins Gedächtnis. In einiger Entfernung schaute der Gipfel hervor, ein gutes Stück Arbeit lag bis dahin noch vor uns. Das erste Hindernis würde die Querung des Gletscherbruchs hinauf auf das Gletscherplateau darstellen. Kleinere Schneerutsche im Aufstiegshang erinnerten uns an unser Credo: Früh aufbrechen – früh wieder an der nächsten Hütte sein. Die Lawinensituation war in diesen Tagen nicht zu unterschätzen.

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    "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
    Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

  • #2
    AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

    Ab 17Uhr zog es sich immer mehr zu. Über Nacht gab es nochmals ca. 10cm Schnee und als am nächsten Morgen um 4Uhr unser Wecker klingelte, betrug die Sicht keine 20m. Angesichts der ungewissen weiteren Entwicklung beschlossen wir, noch 30Min länger zu schlafen. Als um 4.30Uhr keine Besserung eingetreten war, wiederholten wir das Spiel. Erst als ich um 5.30Uhr wieder aus dem Bett kroch und vor die Tür trat, begann sich der dichte Nebel langsam zu lösen. Binnen Sekunden löste helle Vorfreude unsere verbliebene Müdigkeit ab und nach kurzem Frühstück standen wir im Freien. Inzwischen waren bereits die ersten Gipfel in leuchtendes Gelb getaucht – es war Zeit aufzubrechen.

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    Durch die nächtliche Bewölkung war die Schneedecke kaum durchgefroren – unangenehmer Bruchharsch sollte an diesem Tag unser treuer Begleiter werden. Schon bald erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen.

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    Steffen spurte uns das erste Steilstück souverän hinauf…

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    …und bald darauf erreichten wir das flacher werdende Gletscherplateau. Unterdessen stiegen Wolken aus dem Tal auf und es dauerte nicht lange, da war die Cabane de Vignettes gänzlich verschluckt.

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    Langsam aber stetig begannen auch uns die Wolken immer mehr einzuholen. Nur die großen Gipfel aus der Ferne schauten noch heraus:

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    Immer wieder hielten wir an. Dieses imposante Naturschauspiel ließ uns nicht los. Die Wolkenschleier ließen die umliegenden Berge noch größer und ihre Flanken noch steiler erscheinen. Die Dent Blanche, die souverän über allem thronte, wirkte mächtig wie ein 8000er. Wir fühlten uns nicht wie in den Alpen, sondern eher, als wären wir irgendwo im Himalaya unterwegs.

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    Kurz unterhalb des Gipfels begann der blaue Himmel zunehmend die Oberhand. Umso deutlicher erschienen dafür Matterhorn und Dent Herens am Horizont:

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    Und dann waren wir auch schon oben. Ganz ohne Kopfschmerzen, ohne Stress, ohne brenzlige Situationen. Genuss pur! Der Ausblick reichte steil nach unten zu unserer Aufstiegslinie vom Vortrag bis hin zu den großen 4000ern des Wallis. Über eine halbe Stunde ließen wir so verstreichen.

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    Wir lagen gut in der Zeit, doch wussten wir zugleich, dass ab dem Nachmittag wieder Wolken aufziehen sollten. Der Rückweg war unschwierig, würde aber lang werden. Da es drei größere und zum Teil spaltenreiche Gletscher zu queren galt, entschieden wir uns anzuseilen. Es begann eine meist monotone Stapferei. Zwischendrin immer wieder der Blick zurück zum Pigne d’Arolla.

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    Gegen Mittag erreichten wir nach einem kraftraubenden Gegenanstieg im nassesten Sulz die „Cabane des Dix“ (2928m). Wieder waren wir allein. Die Hütte lag zwar nicht so exponiert inmitten einer riesigen Gletscherwelt wie die „Cabane des Vignettes“, doch verströmte der Winterraum einen besonders urigen Charme und die große Terrasse lud zum ausgiebigen Sonnenbad ein. Da es sich allerdings bald zuzog und kalt wurde, verbrachten wir den übrigen Tag drinnen bei Kniffel, MauMau, Tee, Kaffee und Nudeln.

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    Am nächsten Morgen klingelte der Wecker gewohnt früh. Wieder hatte dichter Nebel unsere Behausung eingehüllt, doch nun kannten wir das Spiel. Mit Beginn der Dämmerung ging es los – aufwärts Richtung Mont Blanc du Cheilon, von Motivationsmangel keine Spur. Wir hatten mit unseren Kräften bisher gut gehaushaltet und so setzten wir uns gegen 5.30Uhr schweigend aber wie selbstverständlich wieder in Gang.
    Schon bald rissen in der Ferne die Wolken auf – eine mystische Atmosphäre.

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    "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
    Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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    • #3
      AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

      Stets den imposanten Mont Blanc du Cheilon an unserer Seite gewannen wir langsam an Höhenmetern.

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      Und dann kam sie heraus – die wärmende Sonne.

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      Dieses wärmende Vergnügen hielt allerdings nur kurz. Der nordseitige Aufstiegsweg unterhalb des Verbindungsgrates zwischen dem „Mont Blanc du Cheilon“ und seinem Gegenüber „La Ruinette“ (3875m) verlief ausschließlich im Schatten. Die Kombination aus Wind, Kälte und unangenehmen Bruchharsch hatte zur Folge, dass der Führende sich langsam im teils knietiefen Schnee nach oben wühlte, während sich die beiden anderen hinter ihm die Füße abfroren. Selten habe ich mich häufiger zum Spuren gemeldet als bei dieser Tour, da der Körper trotz der Schinderei zumindest warm wurde.

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      Trotz aller Widrigkeiten kamen wir doch recht gut voran. Oben raus wurden die Bedingungen zudem wieder besser und so kam irgendwann der Wintergipfel des Mont Blanc du Cheilon in Sicht.

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      Angespornt durch die warmen Sonnenstrahlen stiegen wir ihm in leichter Kletterei aufs Haupt. Ursprünglich hatten wir gar noch mit einer Begehung des Sommergipfels geliebäugelt, doch der Blick hinüber sah nicht sonderlich einladend aus. Mit einer Spur hatten wir nach dem Neuschnee ohnehin nicht gerechnet, doch der vor allem im oberen Teil stark überwechtete Grat und der vermutlich pulvrige Schnee führten schnell zur Entscheidung, es beim 40m niedrigeren Wintergipfel zu belassen. Ich selbst hätte es mir in dieser Situation auch nicht zugetraut, unsere doch recht unerfahrene Seilschaft anzuführen.

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      Also gaben wir uns mit dem Erreichten zufrieden. Was wollten wir auch mehr? Unsere Pläne waren vollends aufgegangen und in der Morgensonne grinsten wir um die Wette. Was für eine Kulisse!
      Im Südwesten reichte der Blick vom Verbindungsgrat zur „La Ruinette“ bis hin zum Gran Paradiso

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      Noch weiter westlich gabs den Gran Combin (4314m), Mont Blanc (4810m) und seine etwas kleineren Gefährten zu sehen

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      Gleichfalls lud das imposante Horu (4478m) zum Stauen ein. Daneben besonders auffallend Strahlhorn (), Rimpfischhorn () und Allalinhorn (). Etwas zurückhaltender präsentierte sich hingegen die vergletscherte, flache Seite des Pigne d’Arolla (Bildmitte), von dessen markanten Nordwand nur der obere Teil herausschaute.

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      Irgendwann hat jede noch so schöne Gipfelrast ein Ende und so hieß es auch für uns bald, Abschied zu nehmen und abzusteigen.

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      Doch ganz vorbei war unser Alpenausflug noch nicht. Der Talabstieg und die Heimfahrt waren erst für den kommenden Tag geplant und so machten wir es uns ab der Mittagszeit nochmals auf der geräumigen Terrasse der Cabane des Dix gemütlich. Mit zwei Gipfeln im Gepäck herrschte Zufriedenheit pur und so begannen wir damit, unserer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Dem Nichtstun. Es gibt kaum unbeschwertere Stunden für Körper und Geist!

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      Als dann am nächsten Morgen die Sonne über dem Mont Blanc du Cheilon aufging, kam fast ein bisschen Wehmut auf. Wie schnell doch immer die Zeit vergeht. Aber es war eine gute Zeit, die uns dreien vermutlich noch lang im Gedächtnis bleiben wird. „Entspannte Touren“…wir haben Gefallen an ihnen gefunden!

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      Zum Schluss vielleicht noch ein paar nüchterne Fakten:

      Karte mit Etappen

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      Tag1 (rot) = ca. 6km, 1080hm Aufstieg + 20hm Abstieg
      Tag2 (grün) = ca. 10km, 720hm Aufstieg + 980hm Abstieg
      Tag3 (blau) = ca. 12km, 970hm Aufstieg + 1200hm Abstieg
      Tag4 (gelb) = ca. 9km, 170hm Aufstieg + 1000hm Abstieg
      "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
      Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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      • #4
        AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

        Hey wette,

        Ihr scheint es ja echt super getroffen zu haben an diesen Tagen - tolle Tour und insbesondere wirklich schöne Bilder, ein Lob dem Fotografen

        LG Alva
        [CENTER]Teilt eure Outdoor Erlebnisse auf:
        [url]www.facebook.com/peakpic[/url]
        Wir würden uns über einen Besuch freuen![/CENTER]

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        • #5
          AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

          Was für eine Szenerie, was für Fotos!

          Echt traumhaft schön. Genau genommen schmerzhaft schön. Vielen Dank, dass Du uns daran teilhaben lässt und herzlichen Glückwunsch zur erfolgreich absolvierten Genusstour!

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          • #6
            AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

            Gewaltige Fotos und ein wie immer hervorragend geschriebener Bericht!
            Jetzt wirds für mich aber echt Zeit mal ins Wallis zu fahren!

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            • #7
              AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

              Wieder ein spitzen Bericht mit fantastischen Bildern - grandios!!!
              LGr. Pablito

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              • #8
                AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                Wunderschöne Fotos, erinnert mich an meine vielen Touren in den 90ern dort.

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                • #9
                  AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                  Spitze

                  lG
                  Martin
                  Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen!

                  Kommentar


                  • #10
                    AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                    Perfekte Symbiose: Genuss & großes Kino! :up:
                    Danke, Wette, für diesen herrlichen Bericht!

                    LG
                    Reinhard
                    Zuletzt geändert von MountainManiac; 08.06.2017, 12:37.
                    ALPINJUNKIE ON TOUR
                    Wenn du dich auf den Weg machst, öffnet der Horizont seine Grenzen.


                    Hohe Mauer/Windhagkogel - 20.10.18
                    Arikogel - 21.10.17 & 08.10.2018

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                    • #11
                      AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                      Super Unternehmung!
                      Eindrucksvolle Bilder und sehr guter Kommentar. daumen hoch.jpg


                      L.G. Manfred

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                      • #12
                        AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                        Sehr beachtlich - sowohl was die Tour an sich als auch was die Bilder und Beschreibung betrifft :up:

                        lg
                        Norbert
                        Meine Touren in Europa
                        Meine Touren in Südamerika

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                        • #13
                          AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                          Dieser Bericht gefällt mir ausnehmend gut!
                          Hut ab und Danke schön.
                          Ich werde ihn meiner Partnerin (die nicht Forumsteilnehmerin ist) besser nicht zeigen, sonst werde ich verurteilt, nächstes Jahr mit ihr auch derartiges zu unternehmen.

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                          • #14
                            AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                            Wohl wieder ein Kandidat für den Bericht des Monats...

                            Danke, michl fasan
                            Zu seiner Milbe sagt der Milber:
                            "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
                            Damit ich, wenn im Haargewurl
                            ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

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                            • #15
                              AW: Pigne d’Arolla (3796m) und Mont Blanc du Cheilon (3827m), 12.-16.05.2017

                              sauber. schöner bericht. die detaillierte routenbeschreibung mit den fotos sind immer wieder eine freude.
                              no gods - no masters - no signature

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