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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

6) Verboten ist/sind:

- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
- Die Verwendung von fremdem Bildmaterial, Kartenausschnitten und Topos ohne Zustimmung des Autors;
- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
- Werbung für konkurrenzierende Plattformen;
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7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

8) Profil/Signatur

Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

9) Werbung

Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

10) Gemeinschaftstouren/Bazar

Die Forenbetreiber stellen die Foren "Forum für Gemeinschaftstouren" und " Bazar" ausschließlich für private Kontaktzwecke zur Verfügung und gehen damit keinerlei Verpflichtungen oder Haftungen ein! Alle Kontakte in diesen Foren laufen ausschließlich zwischen den Usern/-innen und auf Basis des gegenseitigen Vertrauens. Bei nachweislichen Betrugsfällen stellen die Forenbetreiber alle vorhandenen Informationen zur Verfügung, um eine straf- und zivilrechtliche Verfolgung zu ermöglichen.

11) Regelwidriges Verhalten

User/-innen, die sich regelwidrig verhalten, werden per PN verwarnt und/oder gesperrt. Art und Dauer der Maßnahme richten sich nach der Schwere und der Häufigkeit der Regelübertretung/en. Die betroffenen User/-innen werden darüber per Mail informiert. Ein Posten unter einer anderen Registrierung in der Zeit der Accountsperre ist verboten und zieht automatisch eine Verlängerung der Sperre nach sich.

Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

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  • Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Aig Blanche N-Wand, 55°; 1 Sl. 90°; anschließend Überschreitung Peutereygrat
    4., 5.,6.8.1983

    Aig. Blanche de Peuterey, 4107 m, Grand Pilier d´Angle; Mont Blanc, 4887 m, Mont Maudit, 4465 m;
    Mt. Blanc di Tacul, 4248 m


    Vielleicht passend für ein verregnetes Wochenende, oder weil gerade einmal das Thema „Eisklettern anno dazumal“
    http://www.gipfeltreffen.at/showthre...sklettern+anno
    aufgegriffen wurde, etwas aus meiner Nostalgiekiste:

    1983 war ein Jahrhundertsommer. Wir brauchten uns keine Gedanken zu machen wegen des Wetters, es war wie selbstverständlich schön und es gab kaum Gewitter. Dazu waren wir in Hochform. Nach unserem wilden Abenteuer in der Dru-Nordwand
    http://www.gipfeltreffen.at/showthre...ighlight=Petit
    beratschlagten wir, ob wir schon reif für den Walker-Pfeiler wären. Die Konferenz dauerte genau zwei Halbe Bier lang. Drei Tage später hatten wir dann auch diesen in der Erinnerungstasche.
    Nun lag es nahe, sich auch im steilen Eis zu versuchen und so kam uns der Gedanke die Nordwand der Aig. Blanche mit der Peuterey-Grat zu verbinden und auf diese Weise auch einmal dem Monarchen die Ehre zu erweisen.
    Informationen über die herrschenden Eis-Verhältnisse waren auch im Bergführerbüro Chamonix schwer zu bekommen, Französisch konnten wir auch nur rudimentär, Internet gab es natürlich auch nicht.
    Hätten wir gewusst, welche Überraschung uns mitten in der Nordwand erwartet, wären wir aber sicher nicht so unbeschwert aufgebrochen. Doch davon später.

    4.8.1983
    Drängerei in der Seilbahn. Mit etwas Glück erwischen wir doch die letzte Gondel auf die Aig. di Midi. Das Wetter, wolkenverhangen im Tal, überrascht uns hier oben mit den tollsten Stimmungen. Uns fasziniert das Spiel der bauschigen Gebilde, die einmal die Gipfel rund um die Aig. Verte freigeben, dann wieder die anderen Felszacken ringsum.
    Hier die Aig. di Plan
    E01AigBl-001.jpg
    Ein Blick zu Dru, Verte und Triolet
    E01AigBl-002.jpg
    Wir marschieren am Fuorche-Biwak vorbei und steigen heikel über die Randkluft, hinunter auf den Brenvagletscher. Auf dem Weg zum Col Moore verabschiedet sich bereits die Sonne.
    Wir dringen ein in eine abweisende, unheimliche und doch wieder faszinierende Bergwelt. Seracs, Spalten, vereiste Felsen wirken fast bedrohlich in der allmählich herein brechenden Nacht, die uns einen kühlen Hauch entgegensendet.
    Der Col Moore ist eine schmaler Schneesattel. Hier beginnt die einfachste Route durch die Brenva-Flanke, der Moore-Sporn, sicher auch eine feine Route.
    Doch damit begnügen wir uns diesmal nicht…
    Der Blick in die eisstarrende Brenvaflanke wirkt bedrückend. Was haben wir hier bloß verloren…? Noch reicht das weichende Tageslicht für forschende Blicke in die Wand. Der untere Teil wirkt halb so schlimm, aber was wartet dort, wo ein scharfer Eisgrat scheinbar an einen Überhang stößt?
    Ein Bild von dieser Eiswand bzw. Schlüsselstelle (S) mache ich einen Tag später:
    E01AigBl-003.jpg
    Beunruhigt können wir unsere Blicke kaum von der Stelle lösen, aber die einbrechende Dämmerung verschleiert dieses Rätsel immer mehr. Bald umgibt uns dunkle Nacht und in uns tragen wir ein gespanntes, etwas banges Gefühl.
    Wir biwakieren hier, das heißt, wir hocken ein paar Stunden halb schief auf einer Felsplatte. Aber lange halten wir´s nicht aus, wir müssen ohnehin noch in der Nacht aufbrechen.
    5.8.1983 Es ist etwa 1 Uhr als wir den steilen Eishang hinuntersteigen unter die Brenvaflanke.
    Selbst in der Nacht ist es hier nicht völlig ruhig, immer wieder poltert etwas, es knackt, knirscht, rauscht und bröselt.
    Bald versperrt uns ein wüster Bergschrund den Weiterweg, gut 20 Meter tiefer liegt der untere Spaltenrand. Hier geht´s nicht, also queren. Abseilen? Aber wo? Reicht das Seil? Nein - also weiterqueren, hinweg über zahlreiche Eisrippen, dann endlich eine bescheidene Möglichkeit. Wir turnen über verdächtige Eisblöcke, seilen zuletzt an einem dicken Eiszapfen ab. Geschafft!
    Aber nun – bloß weiter! Bedrohlich hängen hier die Seracs über uns, wir ahnen es nur, aber das Gletscherbecken ist übersät mit Trümmern. Beinahe hasten wir hinüber zum Einstieg wo wir uns wieder etwas sicherer fühlen – warum eigentlich?
    Noch immer ist es stockdunkel als sich uns die ersten Klüfte entgegenstellen. Steigeisenknirschen, fahles Stirnlampenlicht – es ist geisterhaft, unheimlich. Besonders zu Beginn lauern tückische Spaltenhindernisse. Doch wir haben Glück, das Eis ist gut, wir können gleichzeitig klettern.
    Das Dumme ist nur, dass wir nicht wissen, ob wir unversehens auf eine unüberwindbare Kluft zusteuern. Aber je steiler es wird, desto mehr sinkt diese Gefahr und tatsächlich erreichen wir bald ein monoton hinauf ziehendes Eisschild, das wir nun zügig verfolgen. Oft zeigt sich Blankeis, aber was soll´s, 55°,
    das geht, wir haben ja bereits etwas Wasserfalltraining…
    Bald mündet unser Dreieck in einen flacher werdenden Eisgrat. Tief unter uns liegt bereits der Brenvagletscher aus dem allmählich die Schatten weichen.
    Noch immer steigen wir seilfrei weiter, zuletzt fast ein wenig entspannt, verfolgen wir einen fast waagrechten Grat. Doch plötzlich stehen wir an!
    Eine senkrechte Eismauer versperrt uns den Weg, gut 25 Meter hoch, überwölbt von gewaltigen, teils 4 Meter weit ausladenden Eisdächern – du lieber Himmel!
    Hier eine Vergrößerung der Schlüsselstelle, aufgenommen einen Tag danach:
    E01AigBl-004.jpg
    Auf einmal sind wir angehenden Eiskletterer wieder ganz klein… Selbst mit moderner Eistechnik, wie kommen wir über ein 4-Meter-Dach?
    Der einzige Ausweg ist ein Quergang im senkrechten Eis. Wie lange? Schlimmstenfalls 40 Meter…
    Etwa 10 Meter steigen wir noch hinauf auf einen fast ebenen Eisbalkon – ein guter Stand - immerhin.
    Dann geht Gerhard ans Werk. Wie gut, dass wir an Wasserfällen trainiert haben!
    E01AigBl-005.jpg
    Aber Queren ist noch schwieriger als gerade hochklettern. Nur zögernd kommt mein Freund voran, mühsam und kraftraubend ist das Anbringen der Eisschrauben und wir haben nicht viele. Zum Queren steht nur ein schmaler Streifen senkrechten Eises zur Verfügung,
    E01AigBl-006.jpg
    oben drängen die Überhänge ab, unten wölbt sich die Eiswand schon wieder hinein. Man kann sich nicht einmal richtig an die Geräte hängen.
    Nach 15 Metern erreicht Gerhard überraschend einen Spalt, der vielleicht durch die Dächer leitet.
    E01AigBl-007.jpg
    Ein wüster Anblick: Mein Freund hängt buchstäblich unter den Eisüberhängen, gut 500 Meter über dem Gletscherboden. Gleichzeitig taucht die Morgensonne alles in fahlgelbes Licht – ein Bild, unvergesslich…
    Bald verschwindet der Kamerad im Eisspalt und - jammert. Der Spalt ist tapeziert mit mürben Eisgebilden. Aber es muss gehen! Wenn nur die Eisgeräte gut greifen…
    Endlich läuft das Seil flotter, dann der ersehnte Ruf: „Stand!“
    Die Reihe ist an mir. Aber auch für mich gilt: Stürzen nicht erlaubt! Das wäre ein Fiasko, gut möglich, dass auch Gerhards Stand nicht der Beste ist.
    Präzise steigen, konzentrieren, heikle Schinderei mit fast verkrampfenden Unterarmen, Rasten geht kaum, alle Achtung dem Vorsteiger!
    Auch mir ist kein Fehler gestattet, aber wenigstens habe ich schon kleine Kerben im harten Eis. Dann der Eiskamin, unheimlich tückisch und eng noch dazu , überall filigrane Eisgebilde, verdächtige Blöcke. Ich darf jetzt etwas runter schmeißen, aber Gerhard durfte es nicht… Irgendwie schaff ich´s dann auch.
    Puuhh - endlich sicheres Gelände – gleich ein Frühstück!
    Der Rest, ein ca. 50° steiler Eishang erscheint uns jetzt als „gmahde Wiesn“. Selbst eine sehr breite Kluft bietet einen überraschend einfachen Überstieg. Bald ist das Seil wieder im Rucksack und wir steigen weiter. Langsam aber stetig, wir fühlen uns nun doch ein wenig ausgeschunden…
    Ein Blick zurück von weiter oben, der Gipfelhang mit dem Gipfelturm:
    E01AigBl-008.jpg
    Vom Gipfel folgt eine luftige Abseilerei in den Col di Peuterey. Hier treffen wir erstmals auf Leute, aber bald haben wir sie wieder aus den Augen verloren.
    Ganz nahe vor uns stehen die Freney-Pfeiler über einem unheimlich zerrissenen Gletscher. Unter uns herrscht ständiges Knirschen und Poltern, irgendwo im Freney-Gletscher „lebt“ immer etwas. Es ist schon ein beklemmend reizvolles Gefühl, einen so weltentrückten Winkel zu betreten. Verständlich, dass hier jeder Wettersturz sofort in eine sehr ernste Lage führen muss. Aus diesem Gewirr an Seracs, Spalten und vereisten Abbrüchen gibt es kaum ein Entrinnen…
    Wir klettern nun sehr gemächlich hinauf Richtung Pilier d`Angle, nur IIIer-Gelände, vielfach trocken, längst gehen wir wieder seilfrei.
    Aber wir sind müde und ausgelaugt, jetzt bloß nicht zu schnell…
    Ein Blick zurück zu Aig di Blanche, Austiegsflanke und Gipfelturm, rechts unten der Col di Peuterey.
    E01AigBl-009.jpg
    Am Pilier d´Angle beziehen wir unser Biwak. Es wäre zwar noch ein paar Stunden Tag, aber wir müssen uns etwas regenerieren, das Wetter ist schließlich gut und morgen werden wir den Aufstieg mehr genießen können. Vielleicht friert es auch den Schnee am Firngrat über Nacht etwas durch.
    Außerdem bietet sich ein perfekter, balkonartiger Platz mit Blick Richtung Süden, wer könnte hier noch widerstehen?
    Es wird eine traumhafte Biwaknacht mit Blick auf die Lichter von Courmayeur. Nur ein paar Abendwolken, aber der nächste Morgen ist wieder klar.

    6.8.1983
    Ein prächtiger Firngrat leitet uns weiter, perfekter Trittschnee! Hier schauen wir zurück zum Blockturm des Pilier d´Angle in dessen Nähe wir biwakiert haben:
    E01AigBl-010.jpg
    Der Blick neben den Füssen führt ins Abenteuerliche, Bodenlose, nirgendwo ein Ruhepunkt für das Auge. Aber unser Grat bietet einfach nur eine bizarre Schau.
    E01AigBl-011.jpg
    Gegenüber all dem was wir hinter uns haben, ist er geradezu gemütlich.
    Blick Richtung Grandes Jorasses, Weisshorn…
    E01AigBl-012.jpg
    Wir gehen hier selbstverständlich ohne Seil, das halten wir immer so in einem Gelände, in dem man nicht ordentlich sichern kann.
    E01AigBl-013.jpg
    Aber das ist nicht einmal ein Thema, wir genießen einfach nur
    E01AigBl-014.jpg
    die gewaltige Aussicht, Grandes Jorasses, Wallis…
    E01AigBl-015.jpg

  • tauernfuchs
    antwortet
    Danke! Es freut mich, wenn meine (unsere) alten Erlebnisse noch solchen Anklang finden.
    Und wenn ich ein wenig darüber nachdenke: Noch mehr freut mich, dass ich sie hier noch erzählen kann. Das ist nicht selbstverständlich....

    LG

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  • climber999
    antwortet
    all deine Nostalgieberichte sind der absolute Hammer ! Die Fotos noch dazu!
    Hut ab starke Leistung! Am besten finde ich den Eisquergang. Gewaltig

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  • Fleisch
    antwortet
    Yeah.. Wenns noch mehr gibt..her damit.. Alleine die analogen Fotos..

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  • placeboi
    antwortet
    Zitat von tauernfuchs Beitrag anzeigen
    Jedenfalls motiviert das zu neuen alten Berichten....
    Auch wenn ich hier nicht mehr oft schreibe, würde ich mich sehr darüber freuen.

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  • tauernfuchs
    antwortet
    Herzlichen Dank noch einmal und dass ihr meinen Bericht zum Bericht des Jahres gewählt habt, freut mich wirklich!
    Jedenfalls motiviert das zu neuen alten Berichten....

    Zitat von Turmfalke1 Beitrag anzeigen
    Erst durch die Nominierung des Berichts bin ich auf dieses Meisterwerk gestoßen. Stelle mir gerade vor, wie schwierig damals die Vorbereitung allein sein mußte, wo heute doch per Internet/google vieles leichter zu recherchieren ist und man sich da über Gipfeltreffen sogar Bergkameraden suchen und befragen kann.

    Wirklich sehr spannende dieses Abenteuer, und schön zu Lesen am PC!
    Danke auch dir Turmfalke1
    Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber die Vorbereitung war gar nicht so schwierig. Wir waren einfach gut drauf, hatten ein Buch, woraus wir ein paar Infos bekamen und los...
    Entscheidend war schon, das wir knapp zuvor in der Dru Nord und am Walker waren. Dieser Rückhalt, das war wohl das Wichtigste.
    Hätten wir all die genauen Infos gehabt, wie das heute ev.. der Fall ist, wären wir möglicherweise gar nicht eingestiegen. Ich glaube ich hab´s schon erwähnt, dass wir, als wir nach unserem Unternehmen im Bergführerbürovon Chamonix nach dieser Tour fragten, zur Antwort bekamen: "This time impossible!"

    LG




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  • Turmfalke1
    antwortet
    Erst durch die Nominierung des Berichts bin ich auf dieses Meisterwerk gestoßen. Stelle mir gerade vor, wie schwierig damals die Vorbereitung allein sein mußte, wo heute doch per Internet/google vieles leichter zu recherchieren ist und man sich da über Gipfeltreffen sogar Bergkameraden suchen und befragen kann.

    Wirklich sehr spannende dieses Abenteuer, und schön zu Lesen am PC!

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  • Wolfgang A.
    antwortet
    Die packende Schilderung der Tour aus dem Sommer 1983 wurde mit großem Vorsprung zum "Bericht des Jahres 2017" im Forum Gipfeltreffen gewählt.

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung!

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  • Stefan F
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Ich danke euch allen für die netten Worte. Nein, "Fame abstauben" will ich wirklich nicht. Wir haben nicht die Welt gerettet, wir waren nur bergsteigen. Für mich ist ein lang ersehnter Traum in Erfüllung gegangen, aber ich brauche wirklich Zeit das zu realisieren. Derzeit frage ich mich eher "das war jetzt echt dein Traum?"
    Es fühlt sich so an als ob die Tour konditionell gar nicht anstrengend war, weil sie nervlich so zehrend war, dass das physische völlig in den Hintergrund tritt. Ich freue mich schon total auf meinen Ausflug zum Monte Rosa mit hoffentlich einfach schönen, auf dem Datenblatt leichteren Touren.
    Wenn das ein gewöhnlicher Wochenendausflug wäre, müsste ich meine Freizeitgestaltung gründlich überdenken. Ich kann mich nur bei meinem Seilpartner bedanken. Sein nimmermüder Einsatz, seine Umsicht und Erfahrung waren ein Schlüssel zum Erfolg.
    Jeder, der auf die Blanche will, wird sich gründlich informieren, vorbereiten und er weiß auf was er sich einlässt. Keine Tour ist dort leicht. Es wäre fahrlässig Leute zu motivieren solche Touren zu machen in dem man sie in einem Forum als cool und hipp darstellt. Das ist ernsthafter Alpinismus und eben objektiv gefährlich. Da muss jeder für sich entscheiden ob er sich darauf einlässt oder nicht.

    Für uns war die Linie, die du gestiegen bist Tauernfuchs, also die von Buhl und Schließler, recht abwegig. Der Übergang von dem kurzen Schneegrat auf den Serac sah brutal aus. Rechts hatten wir eine kurze überhängende Stelle, die man in drei Zügen überklettern konnte.

    Der Grand Pilier d' Angle ist eh so ein Ding. Er ist nun mal anerkannt, aber ist das ein Gipfel? Für mich ist das ein Gratturm und ich denke weiterhin, dass dort noch weniger Leute auf dem Gipfel waren als wirklich auf der Pointe Güßfeldt. Die Schulter zum Peutereygrat/Mont Blanc de Courmayeur ist deutlich höher und die wird doch eher begangen als der wirkliche Gipfel des GPA, der ja ganz vorn am Grat sitzt. Wenn aber jemand schreibt er war dort oben, dann ist das natürlich zu glauben. Wir sind doch ehrliche Menschen und selbst wenn es nicht stimmen würde - welcher Narr würde das wirklich anprangern? Ich spreche hier nur von mir: Ich hätte die Motivation wahrscheinlich nicht bei den Anstrengungen des Peutereygrates von der Schulter noch dort vor zu diesem niedrigeren, unselbstständigen Grattürmchen zu tingeln und wieder zurück. Das ist laut meinem Seilpartner eine reichliche Stunde Mehraufwand wenn man nicht vom Col de Peuterey die rechte Gratkante ansteigt.

    So wie es Tauernfuchs aber beschreibt, ist das fast noch mal ein Ziel. Die Gratkante, die ja eh direkt zum Gipfel des GPA führt, sah wirklich verlockend aus.

    Ich schau mal ob wir wiedermal eine Tour machen, die nicht schon zig mal dokumentiert wurde. Mit dem Normalweg auf's Breithorn will ich niemanden langweilen.

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  • tauernfuchs
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    @Stefan F:
    Danke für deine eindrucksvollen Bilder! , das darf auch ich sagen, wo ich die Tour kenne, Respekt!
    Du schilderst recht gut, worum es hier geht: Es ist einfach ein bedrückendes Gefühl unter dieser Brenvaflanke. Hier ist der ganze Bergsteiger gefordert mit einem extrem guten Nervenkostüm. Und es braucht echt auch Glück... Was wir an ev. schlechterer Ausrüstung hatten, hat euch wahrscheinlich die Ausaperung beschert. Empfehlen kann man die Route sicher nicht, aber wem kannst du die Eiger-Nordwand empfehlen...?
    Den rechten Durchstieg haben wir gar nicht in Betracht gezogen, er war auch damals offenbar noch mit einem bröseligen Serac ausgestattet, hab ich auf älteren Bildern gesehen. Wie auch immer, wir kannten diese Möglichkeit gar nicht, konnten sie nicht einsehen und wahrscheinlich war unser direkter Durchstieg letztlich auch objektiv sicherer.
    Der Weiterweg über den Peutereygrat schien uns damals die beste "Abstiegsmöglichkeit" und es war natürlich auch unser Plan weiter zu gehen. Zum Pilier d´Angle rauf war´s auch "recht gemütlich". Das war ein Blockgrat, so II-III, ev. kurz mal IV, jedenfalls haben wir da fast nicht gesichert. Nur waren wir wegen der Vorgeschichte schon schneckenlangsam.
    Jedenfalls danke auch dir für deinen Input und deine Eindrücke. Man nimmt von so einer Tour schon gewaltig was mit, aber der Einsatz ist halt auch sehr hoch...

    LG

    P.S.: Diesen Wunsch von @wette möchte ich gerne verstärken:
    "Achso: Ich würde gern mehr von dir hier lesen. Die großen Westalpentouren kommen im Forum ohnehin immer etwas zu kurz..."

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  • Wette
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Danke Stefan für den kleinen Bericht von deinen eindrücklichen Erfahrungen! Auch wenn du über "Emotionales" nicht schreiben wolltest, so hatte ich beim Lesen doch nen Kloß im Hals. Manchmal ist weniger mehr. Zwischen den Zeilen kam gut rüber, dass das kein gewöhnlicher Wochenendausflug war.

    Dass du jetzt nach der erfolgreichen Tour nicht den "Fame" abstauben willst und keine Werbung für die Tour machst, ehrt dich sehr. Meine Motivation für eine Wiederholung ist zumindest dahin. Ziel erreicht

    Achso: Ich würde gern mehr von dir hier lesen. Die großen Westalpentouren kommen im Forum ohnehin immer etwas zu kurz...

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  • AlVa
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Ganz gewaltig, wie schon Manfreds Tour - hier lernt man Bescheidenheit.
    Schön, dass ihr wieder gesund und wohl um viel Erfahrung reicher zurückgekommen seid.

    LG Alva

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  • placeboi
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Schon auf hikr bewundert, einfach nur eindrucksvoll!

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  • Stefan F
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983



    Nach einer sehr kurzen Nacht seilten wir uns gegen 1:00 unter die Brenvaflanke ab und gelangten schnell zum Col Moore. Schon hier fühlt man sich gehetzt und deutlich gefährdet, denn man weiß was immer wieder aus der Brenvaflanke geschossen kommt. Durch die Klimaerwärmung wird das auch nicht mehr weniger.
    Der Col Moore ist Richtung Blanche Nordwand wesentlich eindrücklicher als ich das erwartet hätte! Auch der Teil der Brenvaflanke dem man nun ausgesetzt ist noch deutlich lebhafter als der nun schon unterschrittene! Hier hilft auch tief in der Nacht nur Glück und Schnelligkeit. Dieses Teilstück ist ein Grund warum wir von dieser Tour abraten und sie selbst nie wieder einsteigen würden! 2h bis hier hin.

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    In der Folge hält man sich in der nun beginnenden Nordwand deutlich rechts des großen Seracs, also in Lotlinie der Pointe Güßfeldt. Im „Flaschenhals“ neben dem Serac wartet das steilste Stück der Tour. Leider hatten wir nicht das Glück Trittfirn anzutreffen, sondern hatten in der ganzen Wand durch Eis zu pickeln und somit auch ab etwa 1/3 Wandhöhe alles zu sichern. Ist man auf Höhe des Seracs nimmt zwar die Gefahr von Eis- und Steinschlag etwas ab, aber im Gipfelbereich der Blanche liegt immer noch reichlich Material und zu unserer Verwunderung genügt der Sonnenaufgang um sofort unter Beschuss zu stehen.

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    Bis zur deutlichen Randkluft ist das Gelände mäßig steil. Die Kluft konnten wir an einer günstigen Stelle mit wenigen schweren Zügen überklettern. In Folge ist die Wand ca. 60° steil und legt sich dann bis reichlich 50° zurück. Die Gipfelfelsen sind nicht schwer zu erklettern, aber das Gestein ist hier nicht sonderlich fest. Weitere 4h bis hier hin.

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    Auf dem Gipfel, Pointe Güßfeldt, die offensichtlich sehr selten erklettert wird, blieb nicht viel Zeit zum Genießen, denn wie vielerorts zu lesen, ist der Abstieg an diesem Berg die eigentliche Schwierigkeit. Das wird hier sehr eindrücklich deutlich. Die Traverse zur Pointe Jones ist nicht allzu schwer aber eben enorm ausgesetzt. Hier finden sich zahlreiche Abseilstände bis auf den Col de Peuterey. Vom letzten Stand sind aber trotzdem 2 Seile á 60m hilfreich um gleich bis über den Schrund zu kommen.

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    Da das Couloir zum Grand Pilier d´Angle schon sehr ausgeapert war entschieden wir uns über den Col Eccles abzusteigen. Bis zum Col zeigte sich zwar wenig Steinschlag, aber enorm tiefer Sulz und im Couloir dann steindurchsetztes Eis. Auch hier flogen Steine…
    Am Col Eccles ist es noch lang nicht vorbei.

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    Die Schründe und Spalten auf allen im Abstieg über die Eccles Biwak zu begehenden Flanken sind sehr weit offen und zahlreich. Zudem war es inzwischen so warm, dass der Schnee schon lang nicht mehr trug und man oft bis zum Knie darin waten musste. Nach 14 Stunden harter Arbeit erreichten wir glücklich aber ausgelaugt die Monzinohütte und eine reichliche Stunde später das Val Veny.
    Diese Tour ist durch die anhaltende Schwierigkeit des Geländes und der Kletterei sowie durch die über viele Stunde immer präsente Gefahr von Stein- und Eisschlag, garniert mit Spaltensturzgefahr vor allem im Abstieg, eine sehr kraft- und nervenzehrende Angelegenheit. Eindrücklich ist sie allemal und beschenkt den, der heil durchkommt reich mit Erfahrungen, Erlebnissen, unvergesslichen Momenten und Ausblicken, aber auch immer wieder mit Erkenntnissen zur Vergänglichkeit der Berge und des eigenen Seins.
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    Zuletzt geändert von Stefan F; 28.06.2017, 18:07.

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  • Stefan F
    antwortet
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Wir sind nun zurück und brauchten ersteinmal ein paar Tage um das erlebte sacken zu lassen. Die Tour ist nicht nur konditionell anstrengend, zumindest für uns, sondern vor allem psychisch sehr fordernd, da man eigentlich nie in Gelände unterwegs ist, dass nicht objektiv gefährlich ist.

    Wer sich für die Aiguille Blanche de Peuterey interessiert wird auf relativ wenige Informationen in den einschlägigen Quellen stoßen. Das hat mehrere gute Gründe. Das Gebiet in der Südwand und Brenvaflanke des Mont Blanc ist objektiv sehr gefährlich und anhaltend anspruchsvoll. Es ist gut, hier keine Werbung für diese Gipfel zu machen um nicht Bergsteiger anzulocken, die nicht mit all den möglichen Fährnissen umsichtig umgehen können und nicht genug Reserven an Kondition, Können und Brennstoff haben. Außerdem sind die Biwaks Eccles und Fourche klein und oft schon durch Aspiranten der Südwandpfeiler, Grate zum Mont Blanc bzw. durch Kuffnergrat- und auch den Teufelsgrat gut belegt. Nicht zuletzt die Klimaerwärmung steigert hier den Anspruch vieler Touren und bringt reichlich Bewegung in die Flanken. Wir waren Mitte Juni unterwegs und fühlten uns wie an heißen Tagen Ende August! Ich möchte aus diesen Gründen nur einige „technische“ Informationen geben und auf Emotionales und Schilderungen über die Schönheit der Aus- und Tiefblicke verzichten.

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    Nach Jahren des Erkundens, Scheiterns und Warten auf günstige Bedingungen bei stabilem Wetter stiegen wir ausreichend akklimatisiert zum Fourche-Biwak. Zuvor hatten wir uns mit einer wunderschönen Tagestour über das Chérecouloir auf den Tacul vorbereitet und sind dann an einem "Pausetag" von der Cosmiques Hütte zum Fourche-Biwak gestiegen.

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    Zuletzt geändert von Stefan F; 28.06.2017, 18:06. Grund: doppelt

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