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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

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12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
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- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

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Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

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  • Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    Aig Blanche N-Wand, 55°; 1 Sl. 90°; anschließend Überschreitung Peutereygrat
    4., 5.,6.8.1983

    Aig. Blanche de Peuterey, 4107 m, Grand Pilier d´Angle; Mont Blanc, 4887 m, Mont Maudit, 4465 m;
    Mt. Blanc di Tacul, 4248 m


    Vielleicht passend für ein verregnetes Wochenende, oder weil gerade einmal das Thema „Eisklettern anno dazumal“
    http://www.gipfeltreffen.at/showthre...sklettern+anno
    aufgegriffen wurde, etwas aus meiner Nostalgiekiste:

    1983 war ein Jahrhundertsommer. Wir brauchten uns keine Gedanken zu machen wegen des Wetters, es war wie selbstverständlich schön und es gab kaum Gewitter. Dazu waren wir in Hochform. Nach unserem wilden Abenteuer in der Dru-Nordwand
    http://www.gipfeltreffen.at/showthre...ighlight=Petit
    beratschlagten wir, ob wir schon reif für den Walker-Pfeiler wären. Die Konferenz dauerte genau zwei Halbe Bier lang. Drei Tage später hatten wir dann auch diesen in der Erinnerungstasche.
    Nun lag es nahe, sich auch im steilen Eis zu versuchen und so kam uns der Gedanke die Nordwand der Aig. Blanche mit der Peuterey-Grat zu verbinden und auf diese Weise auch einmal dem Monarchen die Ehre zu erweisen.
    Informationen über die herrschenden Eis-Verhältnisse waren auch im Bergführerbüro Chamonix schwer zu bekommen, Französisch konnten wir auch nur rudimentär, Internet gab es natürlich auch nicht.
    Hätten wir gewusst, welche Überraschung uns mitten in der Nordwand erwartet, wären wir aber sicher nicht so unbeschwert aufgebrochen. Doch davon später.

    4.8.1983
    Drängerei in der Seilbahn. Mit etwas Glück erwischen wir doch die letzte Gondel auf die Aig. di Midi. Das Wetter, wolkenverhangen im Tal, überrascht uns hier oben mit den tollsten Stimmungen. Uns fasziniert das Spiel der bauschigen Gebilde, die einmal die Gipfel rund um die Aig. Verte freigeben, dann wieder die anderen Felszacken ringsum.
    Hier die Aig. di Plan
    E01AigBl-001.jpg
    Ein Blick zu Dru, Verte und Triolet
    E01AigBl-002.jpg
    Wir marschieren am Fuorche-Biwak vorbei und steigen heikel über die Randkluft, hinunter auf den Brenvagletscher. Auf dem Weg zum Col Moore verabschiedet sich bereits die Sonne.
    Wir dringen ein in eine abweisende, unheimliche und doch wieder faszinierende Bergwelt. Seracs, Spalten, vereiste Felsen wirken fast bedrohlich in der allmählich herein brechenden Nacht, die uns einen kühlen Hauch entgegensendet.
    Der Col Moore ist eine schmaler Schneesattel. Hier beginnt die einfachste Route durch die Brenva-Flanke, der Moore-Sporn, sicher auch eine feine Route.
    Doch damit begnügen wir uns diesmal nicht…
    Der Blick in die eisstarrende Brenvaflanke wirkt bedrückend. Was haben wir hier bloß verloren…? Noch reicht das weichende Tageslicht für forschende Blicke in die Wand. Der untere Teil wirkt halb so schlimm, aber was wartet dort, wo ein scharfer Eisgrat scheinbar an einen Überhang stößt?
    Ein Bild von dieser Eiswand bzw. Schlüsselstelle (S) mache ich einen Tag später:
    E01AigBl-003.jpg
    Beunruhigt können wir unsere Blicke kaum von der Stelle lösen, aber die einbrechende Dämmerung verschleiert dieses Rätsel immer mehr. Bald umgibt uns dunkle Nacht und in uns tragen wir ein gespanntes, etwas banges Gefühl.
    Wir biwakieren hier, das heißt, wir hocken ein paar Stunden halb schief auf einer Felsplatte. Aber lange halten wir´s nicht aus, wir müssen ohnehin noch in der Nacht aufbrechen.
    5.8.1983 Es ist etwa 1 Uhr als wir den steilen Eishang hinuntersteigen unter die Brenvaflanke.
    Selbst in der Nacht ist es hier nicht völlig ruhig, immer wieder poltert etwas, es knackt, knirscht, rauscht und bröselt.
    Bald versperrt uns ein wüster Bergschrund den Weiterweg, gut 20 Meter tiefer liegt der untere Spaltenrand. Hier geht´s nicht, also queren. Abseilen? Aber wo? Reicht das Seil? Nein - also weiterqueren, hinweg über zahlreiche Eisrippen, dann endlich eine bescheidene Möglichkeit. Wir turnen über verdächtige Eisblöcke, seilen zuletzt an einem dicken Eiszapfen ab. Geschafft!
    Aber nun – bloß weiter! Bedrohlich hängen hier die Seracs über uns, wir ahnen es nur, aber das Gletscherbecken ist übersät mit Trümmern. Beinahe hasten wir hinüber zum Einstieg wo wir uns wieder etwas sicherer fühlen – warum eigentlich?
    Noch immer ist es stockdunkel als sich uns die ersten Klüfte entgegenstellen. Steigeisenknirschen, fahles Stirnlampenlicht – es ist geisterhaft, unheimlich. Besonders zu Beginn lauern tückische Spaltenhindernisse. Doch wir haben Glück, das Eis ist gut, wir können gleichzeitig klettern.
    Das Dumme ist nur, dass wir nicht wissen, ob wir unversehens auf eine unüberwindbare Kluft zusteuern. Aber je steiler es wird, desto mehr sinkt diese Gefahr und tatsächlich erreichen wir bald ein monoton hinauf ziehendes Eisschild, das wir nun zügig verfolgen. Oft zeigt sich Blankeis, aber was soll´s, 55°,
    das geht, wir haben ja bereits etwas Wasserfalltraining…
    Bald mündet unser Dreieck in einen flacher werdenden Eisgrat. Tief unter uns liegt bereits der Brenvagletscher aus dem allmählich die Schatten weichen.
    Noch immer steigen wir seilfrei weiter, zuletzt fast ein wenig entspannt, verfolgen wir einen fast waagrechten Grat. Doch plötzlich stehen wir an!
    Eine senkrechte Eismauer versperrt uns den Weg, gut 25 Meter hoch, überwölbt von gewaltigen, teils 4 Meter weit ausladenden Eisdächern – du lieber Himmel!
    Hier eine Vergrößerung der Schlüsselstelle, aufgenommen einen Tag danach:
    E01AigBl-004.jpg
    Auf einmal sind wir angehenden Eiskletterer wieder ganz klein… Selbst mit moderner Eistechnik, wie kommen wir über ein 4-Meter-Dach?
    Der einzige Ausweg ist ein Quergang im senkrechten Eis. Wie lange? Schlimmstenfalls 40 Meter…
    Etwa 10 Meter steigen wir noch hinauf auf einen fast ebenen Eisbalkon – ein guter Stand - immerhin.
    Dann geht Gerhard ans Werk. Wie gut, dass wir an Wasserfällen trainiert haben!
    E01AigBl-005.jpg
    Aber Queren ist noch schwieriger als gerade hochklettern. Nur zögernd kommt mein Freund voran, mühsam und kraftraubend ist das Anbringen der Eisschrauben und wir haben nicht viele. Zum Queren steht nur ein schmaler Streifen senkrechten Eises zur Verfügung,
    E01AigBl-006.jpg
    oben drängen die Überhänge ab, unten wölbt sich die Eiswand schon wieder hinein. Man kann sich nicht einmal richtig an die Geräte hängen.
    Nach 15 Metern erreicht Gerhard überraschend einen Spalt, der vielleicht durch die Dächer leitet.
    E01AigBl-007.jpg
    Ein wüster Anblick: Mein Freund hängt buchstäblich unter den Eisüberhängen, gut 500 Meter über dem Gletscherboden. Gleichzeitig taucht die Morgensonne alles in fahlgelbes Licht – ein Bild, unvergesslich…
    Bald verschwindet der Kamerad im Eisspalt und - jammert. Der Spalt ist tapeziert mit mürben Eisgebilden. Aber es muss gehen! Wenn nur die Eisgeräte gut greifen…
    Endlich läuft das Seil flotter, dann der ersehnte Ruf: „Stand!“
    Die Reihe ist an mir. Aber auch für mich gilt: Stürzen nicht erlaubt! Das wäre ein Fiasko, gut möglich, dass auch Gerhards Stand nicht der Beste ist.
    Präzise steigen, konzentrieren, heikle Schinderei mit fast verkrampfenden Unterarmen, Rasten geht kaum, alle Achtung dem Vorsteiger!
    Auch mir ist kein Fehler gestattet, aber wenigstens habe ich schon kleine Kerben im harten Eis. Dann der Eiskamin, unheimlich tückisch und eng noch dazu , überall filigrane Eisgebilde, verdächtige Blöcke. Ich darf jetzt etwas runter schmeißen, aber Gerhard durfte es nicht… Irgendwie schaff ich´s dann auch.
    Puuhh - endlich sicheres Gelände – gleich ein Frühstück!
    Der Rest, ein ca. 50° steiler Eishang erscheint uns jetzt als „gmahde Wiesn“. Selbst eine sehr breite Kluft bietet einen überraschend einfachen Überstieg. Bald ist das Seil wieder im Rucksack und wir steigen weiter. Langsam aber stetig, wir fühlen uns nun doch ein wenig ausgeschunden…
    Ein Blick zurück von weiter oben, der Gipfelhang mit dem Gipfelturm:
    E01AigBl-008.jpg
    Vom Gipfel folgt eine luftige Abseilerei in den Col di Peuterey. Hier treffen wir erstmals auf Leute, aber bald haben wir sie wieder aus den Augen verloren.
    Ganz nahe vor uns stehen die Freney-Pfeiler über einem unheimlich zerrissenen Gletscher. Unter uns herrscht ständiges Knirschen und Poltern, irgendwo im Freney-Gletscher „lebt“ immer etwas. Es ist schon ein beklemmend reizvolles Gefühl, einen so weltentrückten Winkel zu betreten. Verständlich, dass hier jeder Wettersturz sofort in eine sehr ernste Lage führen muss. Aus diesem Gewirr an Seracs, Spalten und vereisten Abbrüchen gibt es kaum ein Entrinnen…
    Wir klettern nun sehr gemächlich hinauf Richtung Pilier d`Angle, nur IIIer-Gelände, vielfach trocken, längst gehen wir wieder seilfrei.
    Aber wir sind müde und ausgelaugt, jetzt bloß nicht zu schnell…
    Ein Blick zurück zu Aig di Blanche, Austiegsflanke und Gipfelturm, rechts unten der Col di Peuterey.
    E01AigBl-009.jpg
    Am Pilier d´Angle beziehen wir unser Biwak. Es wäre zwar noch ein paar Stunden Tag, aber wir müssen uns etwas regenerieren, das Wetter ist schließlich gut und morgen werden wir den Aufstieg mehr genießen können. Vielleicht friert es auch den Schnee am Firngrat über Nacht etwas durch.
    Außerdem bietet sich ein perfekter, balkonartiger Platz mit Blick Richtung Süden, wer könnte hier noch widerstehen?
    Es wird eine traumhafte Biwaknacht mit Blick auf die Lichter von Courmayeur. Nur ein paar Abendwolken, aber der nächste Morgen ist wieder klar.

    6.8.1983
    Ein prächtiger Firngrat leitet uns weiter, perfekter Trittschnee! Hier schauen wir zurück zum Blockturm des Pilier d´Angle in dessen Nähe wir biwakiert haben:
    E01AigBl-010.jpg
    Der Blick neben den Füssen führt ins Abenteuerliche, Bodenlose, nirgendwo ein Ruhepunkt für das Auge. Aber unser Grat bietet einfach nur eine bizarre Schau.
    E01AigBl-011.jpg
    Gegenüber all dem was wir hinter uns haben, ist er geradezu gemütlich.
    Blick Richtung Grandes Jorasses, Weisshorn…
    E01AigBl-012.jpg
    Wir gehen hier selbstverständlich ohne Seil, das halten wir immer so in einem Gelände, in dem man nicht ordentlich sichern kann.
    E01AigBl-013.jpg
    Aber das ist nicht einmal ein Thema, wir genießen einfach nur
    E01AigBl-014.jpg
    die gewaltige Aussicht, Grandes Jorasses, Wallis…
    E01AigBl-015.jpg

  • #2
    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

    den Blick auf uns zerrissene Gletscher, tief unter uns.
    E01AigBl-016.jpg
    Allmählich nähern wir uns der Gipfelflanke des Mont Blanc di Courmayeur.
    E01AigBl-017.jpg
    Sie ist monoton, ein Firnhang, etwa 45°, guter Trittfirn, kein Problem. Nur ein lästiger Wind macht uns zu schaffen. Egal, schön langsam, Schritt, Schritt…
    E01AigBl-018.jpg

    E01AigBl-019.jpg
    Ringsum ein Gipfelmeer ( links unten im Bild der Grand Capucin)
    E01AigBl-020.jpg
    Endlich die Gipfelwechte, vor uns hat schon wer eine Lücke geschaffen, feines Service.
    E01AigBl-021.jpg
    Ausstieg!
    E01AigBl-022.jpg
    Ganz plötzlich stehen wir im flachen Gelände, am Gipfel des Mont Blanc di Courmayeur.
    E01AigBl-023.jpg
    Der Weiterweg führt über flache Schneebuckel, bald haben wir´s geschafft.
    Mich überfällt hier plötzlich eine ungeheure Müdigkeit und kurze Zeit schleiche ich dahin wie ein alter Mann. Die Höhe? Die nachlassende Anspannung?
    Doch seltsam – etwa hundert Meter vor dem Gipfel spüre ich neue Kraft in mir.
    Das Gefühl, bald am Gipfel zu stehen, beflügelt mich. Übermütig überhole ich sogar meinen Freund und als wir uns am Montblanc glücklich die Hände reichen, bin ich wieder völlig okay.
    Wir rasten lange und genießen den prächtigen Tag, die Rundsicht, aber vor allem die Tatsache, dass wir das Schwierigste geschafft haben.
    Dann lockt uns ein weiterer Gipfel, der Mont Maudit.
    Erst als wir bereits ein gutes Stück weiter sind, denken wir daran, dass wir doch wenigstens ein Gipfelfoto machen hätten können – egal, wenigstens ein Bild zurück zur gutmütigen Gipfelkappe des Montblanc:
    E01AigBl-024.jpg
    Und noch eins:
    E01AigBl-025.jpg
    Nun imponiert der Mont Maudit mit seiner kecken Spitze,
    E01AigBl-026.jpg
    aber er bereitet uns keine Schwierigkeiten mehr, alles nur noch Genuss.
    Von sicherer Warte aus bestaunen wir nochmals, die wüste Brenvaflanke, unseren Weg durch die Nordwand der Aig. Blanche mit ihrem bedrohlichen Eis-Balkon, der uns das Letzte abgefordert hat.
    E01AigBl-027.jpg
    Ein wildes Abenteuer liegt hinter uns.
    Ein Blick zurück zum eben erstiegenen Mont Maudit
    E01AigBl-028.jpg
    dann erreichen wir auf bequemen Gletscherrücken noch den Montblanc di Tacul.
    Ein paar gewaltige Spalten Richtung Col di Midi hinunter erfordern noch Konzentration. Dann haben wir´s geschaftt und dürfen entspannt zu Grandes Jorasses und Dent de Geant hinüber schauen.
    E01AigBl-029.jpg
    Dort reduzieren wir endlich unsere „Kampfausrüstung“ und sind schon recht froh über diese Pause.
    E01AigBl-030.jpg
    Dann müssen wir noch zur Aig. di Midi-Seilbahn hinauf, das ist zwar ein breit gespurter Weg, aber ich verstehe nun, warum man hier so schleichen kann wie eine Schnecke…
    Gewaltige Tour!

    LG

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    • #3
      AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

      Zitat von tauernfuchs Beitrag anzeigen
      ... Gewaltige Tour!
      Dem ist nichts hinzuzufügen, außer:
      Es fällt mir jetzt schon ‘unangenehm’ auf, daß Du immer beim "Bericht des Monats" oder sogar des Jahres mitspielen willst

      lg
      Norbert

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      • #4
        AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

        Grandiose Tour, schön beschrieben. Selten habe ich bei einem Bericht so mitgefiebert wie bei diesem. Dru Nordwand, Walkerpfeiler und die Tour alle kurz hintereinander, da fallen mir nicht mehr viel Worte ein. Ich kann mich nur bedanken, dass du uns mit diesem Bericht daran teilhaben lässt.
        "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

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        • #5
          AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

          Auch mir fehlen die Worte
          In der Tat gewaltig.

          Mich fasziniert auch immer wieder wie gut du dich noch an die Details solcher Touren erinnern kannst. Das zeigt denke ich auch was für einen gewaltigen Eindruck sie damals hinterlassen haben.

          Wegen mir darfst du gerne jeden Monat mit solchen Berichten mitspielen

          Danke für den Lesegenuss an diesem verregneten Samstag!

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          • #6
            AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

            Ok, ich oute mich jetzt mal als wohl größter Bewunderer deiner Nostalgieberichte. Dementsprechend begeistert bin ich nun allein schon vom kurzen Durchscrollen der Überschrift und Bilder. Da ich gerade auf dem Sprung bin, reicht zu mehr auch nicht die Zeit. Ein Jammer...aber ich komme wieder und dann nehme ich mir die Zeit, die dieser Bericht verdient.

            Vielen Dank schonmal vorab für das Verfassen! Alles Weitere später
            "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
            Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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            • #7
              AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

              Ich bin einfach nur beeindruckt.
              Respekt!
              Grüße vom Graddler

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              • #8
                AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                Alter Schalter! Gewaltig! *grusel* *mitfieber* Gänsehautfeeling!

                Sehr schöner Bericht!
                Over every mountain there is a path, although it may not be seen from the valley.

                http://www.dogehtsauffi.at

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                • #9
                  AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                  Ganz großes Kino! Danke für diese tolle Tour mit vielen Gänsehautfotos...
                  LG Andi
                  ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

                  Kommentar


                  • #10
                    AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                    Ich sag nur danke, dass du uns an deinen alten Gschichten teilhaben lässt. Da krieg ich beim Lesen und Betrachten der Bilder Gänsehaut.

                    LG Hans
                    Nach uns die Sintflut.

                    Kommentar


                    • #11
                      AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                      Großartiger Bericht Tauernfuchs,
                      eure Bekleidung und Ausrüstung erinnert mich an meine Zeit am Mt.Blanc, im Wallis und in der Bernina, auch in den 80 zigern.
                      Kniekerbocker-Hose, Wollhandschuhe und die Schneebrille. Die Schweizer- und franz. Bergsteiger hatten damals schon etwas bessere Ausrüstung als wir. Vielleicht sind wir uns sogar einmal über den Weg gelaufen?
                      Hans
                      Steigst Du nicht auf die Berge, so siehst Du auch nicht in die Ferne.

                      Kommentar


                      • #12
                        AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                        Zitat von Mileean Beitrag anzeigen
                        Alter Schalter! Gewaltig! *grusel* *mitfieber* Gänsehautfeeling!
                        Dem kann ich mich vollinhaltlich anschließen!
                        Danke für diesen wie immer großartigen Bericht!

                        Kommentar


                        • #13
                          AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                          Danke für den tollen Bericht und nochmal extra danke für die oft spektakulären Bilder! Vor allem wenn man bedenkt, dass '83 noch mehr dazu gehört hat, als darauf zu achten, dass die Helmgopro in die richtige Richtung schaut...

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                            Danke für Deine Mühe die Bilder einzuscannen und einen so lebendigen Bericht daraus zu machen.
                            Ein Spaziergang ist das auch heute nicht, vor allem der Eisüberhang.
                            Wäre es weiter rechts nicht besser gegangen? Am Foto ist der rechte Teil der Eisflanke leider verdeckt.

                            Wir alle freuen uns auf weitere Berichte aus Deinem Archiv.

                            Kommentar


                            • #15
                              AW: Aig. Blanche Nordwand + Peutereygrat, Montblanc, 5.8.1983

                              Danke euch allen!
                              Freut mich echt, wenn ich euch das verregnete Wochenende etwas spannender gestalten konnte.

                              @csf25: Gut, dass es diesmal für den Bericht des Monats schon zahlreiche andere Kandidaten gibt.
                              Ich habe mir jedenfalls bereits fünf notiert...

                              @placeboi: Wir hatten in diesem Jahr schon auch sehr viel Glück. Und nicht nur deshalb, weil unsere Hochform mit einer tollen Schönwetterlage zusammenfiel…

                              @Imagini:
                              Zitat von Imagini Beitrag anzeigen
                              Mich fasziniert auch immer wieder wie gut du dich noch an die Details solcher Touren erinnern kannst. Das zeigt denke ich auch was für einen gewaltigen Eindruck sie damals hinterlassen haben.
                              Ja – diese Touren haben schon gewaltige Eindrücke hinterlassen, so etwas vergisst man nicht so leicht. Und ich bin dankbar dafür!
                              Für manches Detail sind meine Tourenbücher allerdings schon hilfreich. Viele Sätze stammen direkt aus diesen Aufzeichnungen. Leider habe ich ab 1985 nicht mehr viel aufgeschrieben.
                              Zusätzlich hilfreich sind meine alten Dias. Auch hier sehe ich mich heute leid, nicht etwas mehr fotografiert zu haben.

                              @Wander Nomade:
                              Zitat von Wander Nomade Beitrag anzeigen
                              Die Schweizer- und franz. Bergsteiger hatten damals schon etwas bessere Ausrüstung als wir. Vielleicht sind wir uns sogar einmal über den Weg gelaufen?
                              Hans
                              Ausrüstung hätte es wahrscheinlich bereits bessere gegeben, wir hätten sie uns aber wahrscheinlich nicht leisten können. Allerdings hatten wir eines in Fülle: Zeit!
                              Wer weiß, ob wir uns begegnet sind, durchaus möglich.

                              @wichtl
                              Zitat von wichtl59 Beitrag anzeigen
                              Ein Spaziergang ist das auch heute nicht, vor allem der Eisüberhang.
                              Wäre es weiter rechts nicht besser gegangen? Am Foto ist der rechte Teil der Eisflanke leider verdeckt.
                              Komisch. Beim Betrachten der alten Bilder kam mir der gleiche Gedanke!
                              Ob es weiter rechts besser gegangen wäre, kann ich dir beim besten Willen nicht beantworten. Möglicherweise war es dort durch Ausaperung mehr bedroht, möglicherweise waren wir aber einfach nur auf die direkte Route fixiert. Ich glaube aber, dass wir gar keinen Einblick in diesen Wandteil hatten und im Dunklen dann schon gar nicht.

                              LG und danke euch!

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