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Hilfe zum Erstellen von Tourenberichten

Immer wieder haben einige User Probleme beim Erstellen eines Tourenberichtes, insbesondere beim Hochladen und Einfügen von Bildern.
Ihnen soll die folgende kleine Anleitung ein wenig Hilfe geben, wie ein Tourenbericht ganz kurz und schmerzlos erstellt werden kann

In sechs einfachen Schritten kann ein neuer Bericht leicht erstellt werden:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
2. Bilder verkleinern
3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
4. Bilder hochladen
5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes und Veröffentlichen



Im Folgenden werden die einzelnen Schritte ausführlich erklärt:

1. Bilder zum Bericht aussuchen
Möglichst aussagekräftige Fotos wählen, die auch die Route und wesentliche Details darstellen.
Gegen einzelne "schöne" Landschafts- und Blumenbilder ist natürlich nichts einzuwenden ...


2. Bilder verkleinern
Bewährt hat sich ein Format mit der längeren Bildkante 900 Pixel.
Damit läßt sich bei Speicherung als JPEG eine recht ordentliche Bildqualität erzielen, bei Photoshop etwa abhängig vom Sujet 80/100.


3. Im Forum "Toureninfo & Verhältnisse" das passende Unterforum auswählen
z.B. "Wanderungen und Bergtouren" - "Steiermark"
+Neues Thema wählen

Titel etwa nach dem Schema
Gipfel (Höhenangabe), Anstiegsroute, Gebirgsgruppe (ostalpin nach AVE)

Möglichst bis zu 5 aussagekräftige Stichworte vergeben.

Zum Bilderhochladen weiter mit der "Büroklammer".


4. Bilder hochladen
Möglichst bitte NUR so:
a) "Büroklammer"
b) "Anhänge hochladen"


4.1 Bilder auswählen
Abhängig vom eigenen Rechner/Betriebssystem.
Maximal 15 Bilder pro Posting sind derzeit zulässig, eine größere Bilderanzahl erfordert Folgepostings (Antworten).
(Bewährt hat sich auch, 1-2 Bilder weniger hochzuladen, um für spätere Ergänzungen eine kleine Reserve zu haben.)

4.2 Liste der hochgeladenen Anhänge
Die Auflistung ist leider nicht chronologisch nach Bildbezeichnung geordnet.

Im Textfeld die gewünschte Einfügeposition mit dem Cursor markieren,
bzw. die gelisteten Bilder in der gewünschten Reihenfolge einzeln als "Vollbild" oder "Miniaturansicht" platzieren.
Eine oder mehrere Leerzeilen zwischen den Bildern erleichtern später das Einfügen von Text.


5. Die Bilder mit dem Text ergänzen
Die Bilder sind nun in der richtigen Reihenfolge im Textfenster positioniert.
Ich bevorzuge im ersten Schritt die Positionierung als "Miniaturansicht".
Das erleichtert beim Texteinfügen die Übersicht.
Muß aber nicht sein, natürlich lassen sich die Bilder auch gleich als Vollbild (also in der hochgeladenen Größe) platzieren.

5.1 Text
Jetzt kann der Text ergänzt werden.
Möglichst über dem Foto - ich finde das übersichtlicher ...
Der Text kann natürlich auch vorher erfaßt werden und anschließend einkopiert werden.

5.2 Bildgröße ändern
Wurden die Bilder vorerst als "Miniaturansicht" platziert, können sie einfach auf das finale Darstellungsformat skaliert werden:
a) Doppelklick auf die "Miniaturansicht" öffnet ein Pop-Up-Fenster
b) unter "Größe" idR "Vollbild" wählen
c) OK


6. Fertigstellen/Kontrollieren des Berichtes
Anschließend sollte der Bericht noch in der "Vorschau" kontrolliert werden.
In manchen Fällen muß zur Ansicht der "Vorschau" ziemlich weit nach unten gescrollt werden!

6.1 Veröffentlichen des Berichtes
Zum Schluß noch auf "Abschicken" klicken - und nach einer kurzen "Nachdenkpause" des Servers ist der Bericht online.



Nach dem ersten Durchlesen dieses Leitfadens mag das Erstellen eines Berichtes etwas kompliziert erscheinen - ist es aber nicht:
Viele Tourenberichte schreiben hilft sehr.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist nicht so starr wie es hier scheinen mag; natürlich kann auch zuerst der Text erstellt werden und die Bilder nachträglich eingefügt.

Änderungen am fertigen Bericht sind für den Ersteller 24 Stunden lang möglich, bei der Berichtigung später entdeckter Fehler hilft gerne ein zuständiger Moderator. Ebenso beim Verschieben eines Berichtes in das richtige Tourenforum.

Viel Freude bei euren Bergtouren UND dann beim Berichteschreiben,


P.S.: Diese Anleitung, ergänzt um verdeutlichende Screenshots, findet ihr auch unter http://www.gipfeltreffen.at/forum/gi...ourenberichten
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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

Alle Forumsuser/-innen sind aufgefordert, das Regelwerk zu lesen und sich daran zu halten!

1) Registrierung

Die Registrierung und Benutzung unserer Foren ist kostenlos. Es ist registrierten Teilnehmern/-innen (Usern/-innen) erlaubt, den Forums-Account bis auf Widerruf im Rahmen der vorgegebenen, jederzeit änderbaren Forumsregeln für private Zwecke zu nutzen. Ein späteres Löschen des Forums-Accounts sowie der ins Forum eingebrachten Inhalte oder Bilder ist nicht möglich. Auf Wunsch des Benutzers kann der Account stillgelegt werden. Der Benutzername kann dann von niemandem mehr benützt werden und wird vor Missbrauch geschützt.

2) Hausrecht

Die Forenbetreiber legen Wert auf die Tatsache, dass alle User/-innen Gast in diesem Forum sind und die Betreiber als Gastgeber bei Bedarf ihr Hausrecht jederzeit ausüben können und auch werden. User, die sich überwiegend darauf beschränken zu provozieren, werden ausgeschlossen.

3) Haftung

Die von Usern/-innen verfassten Beiträge stellen ausschließlich die persönliche, subjektive Meinung des Verfassers dar, und keinesfalls die Meinung der Betreiber und Moderatoren dieses Forums. Die Forenbetreiber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der ausgetauschten Informationen.

4) Umgangston

Die Forenbetreiber erwarten von allen Usern/-innen, sich an die Netiquette zu halten. Auf einen wertschätzenden, höflichen Umgangston wird Wert gelegt.

5) Thementreue

Die Forenbetreiber legen großen Wert auf Thementreue der Beiträge und Übersichtlichkeit von Threads, um den Informationsgehalt des Forums möglichst hoch zu halten. Überschneidungen der Inhalte verschiedener Threads sind zu vermeiden.

6) Verboten ist/sind:

- Beleidigungen, Sticheleien und Provokationen (auch per PN);
- Politische oder religiöse Themen;
- Rechtswidrige Inhalte (unter anderem rechtsradikale oder pornografische Inhalte, Hackinganleitungen, Verstöße gegen das Urheberrecht) sowie das Verlinken zu Seiten mit solchen Inhalten;
- Die Verwendung von fremdem Bildmaterial, Kartenausschnitten und Topos ohne Zustimmung des Autors;
- Die Veröffentlichung von persönlichen Nachrichten (PN), E-Mails oder dergleichen ohne Zustimmung des Verfassers;
- Das Aufdecken der Identität oder die Preisgabe persönlicher Daten eines Users/Moderators/Administrators;
- Werbung für konkurrenzierende Plattformen;
- Das Führen von Doppel- oder Mehrfachaccounts;

7) Moderation:

Die Moderatoren/Administratoren werden von den Forenbetreibern bzw. ihren Vertretern ernannt.
Sie sind von den Forenbetreibern verpflichtet, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und somit ermächtigt, die von Usern/-innen bereit gestellten Inhalte (Texte, Anhänge und Verlinkungen) daraufhin zu prüfen und im Bedarfsfall zu bearbeiten, verschieben, zu löschen oder Themen zu schließen. Im Falle der Löschung von Beiträgen können auch jene Beiträge anderer User ganz oder teilweise entfernt werden, die auf einen gelöschten Beitrag Bezug nehmen.

Änderungen von Beiträgen werden - soweit irgend möglich – unter Angabe des Änderungsgrundes gekennzeichnet. Eingriffe, die den Sinn eines Beitrags verändern, werden nicht vorgenommen. Für die geänderten Teile eines Beitrags haftet der ursprüngliche Ersteller nicht.

Wer etwas gegen das aktive Handeln der Moderatoren/-innen vorzubringen hat, kann dies sachlich, mit konkretem Bezug und zeitnah (innerhalb von 6 Wochen ab Anlass) im Unterforum "Zum Forum/Moderation..." darlegen. In allen anderen Foren werden solche Postings im Sinne der Thementreue der Beiträge kommentarlos gelöscht. Bloßes „Mod-Bashing“ führt zu einer sofortigen Sperre.

Das Unterlaufen von Handlungen und Maßnahmen der Moderatoren ist nicht zulässig. Darunter fällt auch das Fortführen des Themas eines geschlossenen oder gelöschten Threads in einem neuen gleichartigen oder ähnlichen Thread. Ergänzungen und Hinweise von Moderatoren und Administratoren dürfen von Usern in deren Beiträgen nicht verändert oder gelöscht werden.

8) Profil/Signatur

Ein übermäßiges Ausnutzen der Signatur ist unerwünscht. Diese sollte vor allem eine maßvolle Größe haben. Nicht mit der Forumsleitung abgesprochene Werbung (für kommerzielle Angebote), Beleidigungen oder Anspielungen in der Signatur oder dem Profiltext werden nicht toleriert.

9) Werbung

Kommerzielle Werbung im Forum Gipfeltreffen ist kostenpflichtig (siehe Unterforum Werbung). Werbepostings müssten vor Platzierung mit der Forumsleitung vereinbart werden.

10) Gemeinschaftstouren/Bazar

Die Forenbetreiber stellen die Foren "Forum für Gemeinschaftstouren" und " Bazar" ausschließlich für private Kontaktzwecke zur Verfügung und gehen damit keinerlei Verpflichtungen oder Haftungen ein! Alle Kontakte in diesen Foren laufen ausschließlich zwischen den Usern/-innen und auf Basis des gegenseitigen Vertrauens. Bei nachweislichen Betrugsfällen stellen die Forenbetreiber alle vorhandenen Informationen zur Verfügung, um eine straf- und zivilrechtliche Verfolgung zu ermöglichen.

11) Regelwidriges Verhalten

User/-innen, die sich regelwidrig verhalten, werden per PN verwarnt und/oder gesperrt. Art und Dauer der Maßnahme richten sich nach der Schwere und der Häufigkeit der Regelübertretung/en. Die betroffenen User/-innen werden darüber per Mail informiert. Ein Posten unter einer anderen Registrierung in der Zeit der Accountsperre ist verboten und zieht automatisch eine Verlängerung der Sperre nach sich.

Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

13) Nutzung von hochgeladenen Anhängen

Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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WICHTIG - BITTE BEACHTEN!!!

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1691 - 2864 - 3905 - 4491 - 4810: Sommer 2018 (Teil A)

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  • 1691 - 2864 - 3905 - 4491 - 4810: Sommer 2018 (Teil A)

    Jeder, der sich in der Natur und speziell den Bergen zu Hause fühlt und am liebsten jede freie Minute dort verbringen würde, wird den schwierigen Spagat kennen: Wie gelingt es mir bloß, meine Leidenschaft im rechten Maße zu verfolgen, ohne dass andere wichtige Lebensbereiche –- wie Familie, Freunde und Beruf –- zu kurz kommen? Schon so mancher hat seine unstillbare Bergbegeisterung mit einem teuren Preis bezahlt, weil er die Prioritäten falsch gesetzt hat.

    Ja, Zeit ist ein teures Gut. Als Student war ich mir dessen nie so wirklich bewusst. Übers verlängerte Wochenende gings mal eben spontan in die Alpen, danach war natürlich erstmal die Freundin dran, die Universität lief so nebenher, das nächste Wochenende gings ins heimische Mittelgebirge zum Wandern oder Klettern, und doch blieb noch genügend Zeit, um Freundschaften zu pflegen, die Familie zu besuchen und anderen sportlichen Aktivitäten oder Interessen nachzugehen. Mit dem Eintritt ins geregelte Arbeitsleben wurde die Freizeit dann urplötzlich knapper und der Weg in die geliebten Alpen gefühlt doppelt so lang.

    Das Setzen der Prioritäten fällt mir nicht leicht und doch ist ein Trend abzusehen: ging es vor 2-3 Jahren noch an die zehn Mal im Jahr zu Bergtouren gen Süden, haben sich die Fahrten mittlerweile beinah halbiert. Dies zu akzeptierten fällt manchmal schwer und doch bin ich nicht unglücklich mit der Entwicklung. Die Quantität mag abgenommen haben, der Intensität und dem bewussten Erleben dieser begrenzten Zeit hat es andererseits keinen Abbruch getan -– im Gegenteil. War es zwischenzeitlich bei mir sogar schon zur Normalität geworden, dass es alle paar Wochen mit gepacktem Rucksack zum Bergwochenende Richtung Süden ging, hat es sich mittlerweile wieder zu einem besonderen Ereignis entwickelt. Wie ein kleines Kind sitze ich dann schon Tage vorher am Rechner, studiere Tourenmöglichkeiten, Routen, Wetterprognosen und Verhältnisse und kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

    Am schwersten fällt es mir freilich dennoch, die im Laufe der Jahre gestiegenen Ambitionen und die eigenen Ansprüche mit der reduzierten Zeit in Einklang zu bringen. Auch hier sind wieder Kompromisse erforderlich. Eisklettern, Nordwände, Skitouren, Alpinklettern, Hochtouren...…alles –- und vor allem im gleichen Maße -– geht nicht mehr. Im Jahr 2018 sollte der Fokus vor allem auf den Sommer ausgerichtet sein, wenngleich der Winter und das Frühjahr dabei leider etwas kürzer kommen mussten. Mit Resi hatte ich so zum Beispiel schon länger eine Reise nach Slowenien und dabei vor allem einen Besuch der Julischen Alpen geplant. Und auch Richard stand schon in den Startlöchern -– gemeinsam wollten wir in den Westalpen weitere 4000er sammeln und unsere Fertigkeiten im Fels verbessern.

    Fünf Wochen Schulferien standen mir in diesem Sommer zur Verfügung. Nachdem die Alpen das ganze bisherige Jahr über in der Prioritätenverteilung eher weiter hinten angesiedelt wurden, sollte sich dies nun schlagartig ändern. Erst zwei Wochen Slowenien und nach einer Woche Erholung nochmal zwei Wochen Westalpen; so hieß die Devise. Der Gedanke an die anstehenden kleineren und größeren Abenteuer ließ mich Luftsprünge machen – und das schon Wochen, ja, beinahe Monate vorher.


    - - - ZEITSPRUNG - - -

    Es ist Ende Juni 2018. Nach einem sehr erfolgreichen Frühjahr mit vielen Radkilometern in der neuen Heimat Dresden und zahlreichen Klettermetern im benachbarten Elbsandsteingebirge haben die langersehnten Sommerferien endlich begonnen. Körper und Geist sind bereit und lechzen nach Zerstreuung.

    Umso glücklicher bin ich, als es endlich losgeht. Kurzfristig bekommen wir für den Trip nach Slowenien von Resis Eltern den 17 Jahre alten Opel Zafira, der mit einer schönen Liegefläche ausgestattet ist, sodass wir drinnen schlafen können und nicht auf Zeltplätze oder Hotels angewiesen sind. Da das Auto über Jahre als die alles mitmachende Familienkutsche dienen musste, hat es mittlerweile auch schon die eine oder andere Macke. Mit dem hohen Ölverbrauch, dem defekten Radio und der nicht vorhandenen Klimaanlage können wir leben, auch mit der Geschwindigkeitsbegrenzung auf max. 110 Km/h arrangieren wir uns schon, doch die vielen blinkenden Warnleuchten machen ein wenig stutzig. „Die Leuchten könnt ihr ignorieren, das passt alles. Aber ihr müsst die Motorkühlung im Stau immer manuell einschalten und das Licht hat einen Wackelkontakt. Der Rest sollte laufen.“ Mit diesen letzten Infos schickt uns Resis Papa auf die Strecke. Kurz vor Abfahrt drückt er uns noch den Fahrzeugbrief in die Hände: „Sollte das Auto liegen bleiben -– verkauft es!“ Mit einem mulmigen Gefühl rollen wir los. Über 2000 Kilometer liegen vor uns. Doch der Ruf der Freiheit ist größer. Wird schon irgendwie schief gehen…

    Unser erster Zwischenstopp ist Gmunden am Traunsee. Eigentlich wollten wir viel früher ankommen, doch der Sparfuchs in mir bremste uns aus. So nahmen wir zunächst die Landstraße in Tschechien, um 100km Strecke auf der deutlich schnelleren deutschen Autobahn zu sparen, später dann das österreichische Pendant, um die Maut nicht bezahlen zu müssen. Hinzu kamen staubedingte Verzögerungen und so betreten wir erst gegen 18.30Uhr den Naturfreundesteig, der uns Richtung Traunsteingipfel führen soll. Zwei Frauen mittleren Alters kommen uns am Einstieg entgegen und fragen fürsorglich, ob wir wüssten, was wir uns da zu so später Stunde vorgenommen hätten. Genervt antworte ich nur mit einem schlichten „Ja, natürlich“ und laufe weiter. Hm, das hätte man auch freundlicher machen können. Die innere Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation ist nicht zu leugnen. Nach der langen Autofahrt und bei noch immer knapp 30° Lufttemperatur fehlt uns zu Beginn zudem noch der Rhythmus. Die Zeit sitzt uns im Nacken, der Schweiß fließt. Erst nach und nach finden wir unser Tempo und kommen zügiger voran. Den anfangs beinah zwanghaften Blick auf die Uhr lasse ich irgendwann sein. Das Ziel, zum Sonnenuntergang auf dem Gipfel zu stehen, werden wir ohnehin nicht mehr erreichen können. Warum sich überhaupt schon am ersten Urlaubstag stressen? Habe ich mich wochenlang auf diesen Moment gefreut, um ihn mir dann aufgrund falscher Ziele selbst kaputt zu machen? Ganz sicher nicht! Mit dieser neuen Denkweise löst sich der Zeitdruck urplötzlich auf, ich drossele zu Resis Freude das Tempo und beginne, die Landschaft um mich herum so richtig zu genießen.

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    Den fabelhaften Sonnenuntergang erleben wir ein paar Meter unterhalb des Naturfreundehauses. Feuerrot erstrahlt der ganze Himmel. Wir lassen die Minuten verstreichen und staunen. Welch ein Schauspiel!


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    Wenig später kriechen wir ein paar Hundert Meter hinter der Hütte in unsere Schlafsäcke -– die erste Nacht unter freiem Himmel seit Wochen. Wir sind erschöpft und doch überglücklich.
    Am nächsten Morgen lässt der Sonnenaufgang lang auf sich warten. Für ein schnelles Foto stehe ich auf, verkrieche mich dann aber schnell wieder im warmen Schlafsack.

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    Wir schlafen aus, lassen die nassen Schlafsäcke noch trocknen und frühstücken ganz in Ruhe.

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    Anschließend folgen der Gipfelbesuch und der lange aber schöne Abstieg über den Mairalmsteig. Zurück am Auto brennt die Sonne bereits unermüdlich auf uns hernieder, sodass wir kurzerhand kopfüber in den eiskalten Traunsee eintauchen. Die Weiterfahrt nach Ljubljana verschieben wir auf die Abendstunden und verbringen stattdessen einen ausgiebigen Badetag am See. Was für ein Start in den Urlaub. So kanns weitergehen!

    Nach knapp zwei Tagen Stadtflair zieht es uns zurück in die ruhigen Berge. Es ist früher Abend, als wir das letzte Örtchen Mojstrana hinter uns lassen und sich unser treues Gefährt mühsam die 14km lange Waldstraße bei bis zu 20% Steigung zur Nordseite des Triglavs hinauf quält. Bald darauf erreichen wir den großen Parkplatz am Ende der Schotterpiste. Wie ausgestorben liegt er vor uns. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen am Waldrand und genießen die Einsamkeit, die am Triglav ja doch eher rar ist.

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    Am nächsten Morgen herrscht dann verkehrte Welt. Es ist nicht einmal 10Uhr und schon reiht sich Auto an Auto. Alles was laufen kann, strömt dem Landeshöchsten zu. Kein Wunder –- es ist Samstag. Schnell machen wir uns aus dem Staub. Den Triglav lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal links liegen und wenden uns seiner Nachbarin, der Škrlatica zu. Im Schatten des Königs der Julischen Alpen fristet seine Gattin mehr oder weniger ein Schattendasein, wenngleich sie sich mit ihren 2740m eigentlich keinesfalls verstecken müsste. Der Weg hinauf ist lang, aber abwechslungsreich. Vor allem der untere Teil ist dicht bewachsen und bietet einen netten Sonnenschutz. Überall sprießen Gräser, Sträucher und Bäume, alles summt emsig vor sich hin…wir kommen uns fast wie im Urwald vor.

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    So richtig abgeschieden ist es aber auch auf dieser Seite nicht. Wir hatten geplant, die 1800hm entspannt auf zwei Tage aufzuteilen und heute Nacht im Biwak IV. zu schlafen. Doch schon bald machen sich ernste Zweifel breit, ob wir wirklich die einzigen mit dieser Idee sind. Als wir zwei absteigenden Österreichern begegnen, die kritisch die Köpfe schütteln und uns vom Getümmel um die Biwakschachtel berichten, entscheiden wir uns spontan zur Planänderung. Im Nu lasse ich meinen dicken Rucksack fallen und sprinte die mühsam gemachten 500hm wieder bergab ins Tal. Eine Stunde später bin ich zurück -– nun mit Isomatten und Schlafsäcken im Gepäck und schultere dazu erneut das restliche Gewicht. Am Biwak treffe ich auf Resi, die bereits vorausgegangen ist. „So…damit wäre die Frage nach der Unterkunft auch geklärt“, meine ich lachend zu ihr. Resi grinst nur zurück: „Du sorgst schon immer dafür, dass du auf deine Höhenmeter kommst, nicht wahr?“

    Eine halbe Stunde später erklären wir unser Tagesziel für erreicht. Auf einem kleinen Grasbuckel schlagen wir unser Quartier auf –- die facettenreiche Flora, der eindrückliche Triglavblick und das mitgebrachte Rommé-Spiel lassen die Stunden im Nu verstreichen.

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    Und auch das morgige Tagesziel zeigt sich von seiner schönsten Seite. In der untergehenden Sonne buhlt er mit dem Triglav um unsere Aufmerksamkeit.


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    Zuletzt geändert von Wette; 14.10.2018, 23:20.
    "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
    Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

  • #2
    Doch so ganz entspannt sind wir nicht. Aus der Ferne grollen Donner zu herüber und bisweilen ziehen ganz schön düstere Wolken an uns vorbei. Erst als sich die letzten Wolken langsam aufzulösen beginnen, verziehen wir uns einigermaßen beruhigt in die Schlafsäcke.

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    Den Anbeginn des nächsten Tages erleben wir noch tief eingemurmelt in unseren wohlig warmen Daunenschlafsäcken.

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    Erst als die Morgensonne die karge Felslandschaft um uns herum mit Leben erfüllt, pellen wir uns aus dem sicheren Kokon und steigen dem Tagesziel entgegen.

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    Der Weg zur Škrlatica ist an anderen Stellen im Internet ausführlich beschrieben worden und darf hier daher etwas kürzer ausfallen. Er wird vielfach mit T5 und der Klettersteigschwierigkeit „C“ angegeben. Da wir uns nicht zu den Klettersteigliebhabern zählen und statt Eisenklammern grundsätzlich lieber den natürlichen Fels in den Händen halten, haben wir zur Sicherheit Klettersteigsets dabei: brauchen werden wir sie heute jedoch nicht. Nach dem kräftezehrenden Schutt- und Geröllhang folgen ein paar versicherte Passagen, der Großteil des Aufstiegs verläuft aber im leichten Ier- und Gehgelände ohne jegliche Sicherungen. Wirklich ausgesetzte Stellen gibt es wenige, sodass wir zügig vorankommen und auch Zeit für die eine oder andere Fotopause bleibt.

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    Am Gipfel angekommen, kämpft gerade die Morgensonne mühsam mit der aufziehenden Wolkenwand.

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    Wenig später setzt sich Letztere durch. Der große Rundumblick bleibt aus. Doch davon wollen wir uns unseren ersten Gipfelerfolg in den Julischen Alpen aber nicht vermiesen lassen und so kommt auch der Schabernack nicht zu kurz. Wenn die Fernsicht nicht ganz mitspielt, müssen wir uns halt selbst in Szene setzen


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    Anschließend geht es an den Abstieg. Erst hier begegnen uns wieder andere Menschen. Der ganz große Gipfelsturm bleibt aber aus. Mehr als 20 Personen werden es wohl kaum gewesen sein. Zurück am Auto lässt das Gewitter nicht lang auf sich warten, aber im geräumigen Zafira lässt es sich ja gut aushalten. Bei Mittagschlaf und Kartenspiel zieht der verregnete Nachmittag nur so an uns vorbei. Wir stellen uns gerade auf einen gemütlichen Abend ein, da kommt plötzlich ein Ranger des Nationalparks vorbei und klärt uns über das örtliche Campverbot und die damit verbundene Geldstrafe auf. Mit einem Mal wird uns klar, warum es zwei Tage zuvor nachts hier so einsam war. Noch wollen wir uns aber nicht zu früh geschlagen geben und warten ein bisschen ab, ob sich der Ranger nicht doch bald wieder Richtung Tal verabschiedet. Als er uns dann aber ein zweites Mal besucht, müssen wir akzeptieren, dass das Übernachten hier heute ausfällt. Allerdings können wir uns mit dem Gedanken wiederum auch nicht anfreunden, uns vorschreiben zu lassen, wo wir zu schlafen haben. Also verzichten wir demonstrativ auf eine Nacht im benachbarten „Aljažev dom“ und begeben uns stattdessen auf die Suche nach einem alternativen Schlafplatz. Kann ja nicht so schwer sein oder? Was für ein Tragschluss, der die nun folgende Odyssee einläuten soll. Wir fahren also im vom Zafira geforderten Schneckentempo und bei einbrechender Dunkelheit zurück Richtung Zivilisation, langsam ahnend, was wir uns da vorgenommen haben. Jede noch so kleine Haltebucht und jeder noch so unscheinbare Feldweg sind mit einem dicken, roten „Camping-Verboten“-Schild markiert. Irgendwann reicht es uns und wir biegen in einen dieser Feldwege ein. Zwei, Drei Abzweigungen später ist der Fahrweg auf eine Autobreite zusammengeschrumpft und wir finden uns mitten in der Pampa wieder. Ein Bach rauscht nebenan, die Grillen zirpen um die Wette, weit entfernt heult eine Eule. Weiter weg vom möglichen Ranger geht nicht. Es ist mittlerweile stockduster geworden. Ziemlich ermüdet beschließen wir, hier die Nacht zu verbringen und im Morgengrauen zurück zum Parkplatz zu fahren. Gerade haben wir uns häuslich eingerichtet, der Wein wurde frisch entkorkt und die Kartoffelsuppe dampft bereits, da kommt uns aus den Tiefen des Waldes plötzlich ein schwaches Licht entgegen, das sekündlich stärker und stärker wird. Ich traue meinen Augen kaum…das kann nur der Ranger sein. Dabei hatten wir nicht einmal ein kleinstes Lichtchen an. Wenig später steht das Auto neben uns und dicke Taschenlampen leuchten uns ins Gesicht. Überrascht stelle ich fest, dass es nicht der Ranger ist; stattdessen steht auf dem Auto in großen Druckbuchstaben „Policija“. Während ich mich frage, warum die Polizei gerade hier in der letzten Ecke auftauchen muss, werden wir bereits mit kritischem Blick befragt, was wir hier machen und ob wir denn keine Schilder lesen könnten? Mit der Rolle des dümmlichen Touristen fahren wir ganz gut und kommen aus der Situation nochmal schadlos hinaus. Nach einer eindringlichen Verwarnung müssen wir uns aber ohne Umschweife auf den Rückweg machen. Dass wir womöglich schon beide Wein getrunken haben, spielt gar keine Rolle. Es ist bereits 23.30Uhr, als wir Mojstrana erreichen. Noch haben wir die Hoffnung auf einen kostenlosen Stellplatz für unser Auto nicht aufgegeben. Und so irren wir durch die Nacht. Noch nie habe ich so viele „Camping verboten“-Schilder gesehen. Wir grasen das ganze Umland ab. Bis auf ein paar Polizeiautos ist kaum noch wer auf den Straßen unterwegs. Auf einen erneuten nächtlichen Besuch haben wir beim besten Willen keine Lust,– also geht die Suche weiter. Gegen 1.30Uhr erreichen wir zum mittlerweile dritten oder vierten Mal Mojstrana. Ich resigniere. Schluss jetzt. Ich fahre auf den Parkplatz der Touristeninformation vor -– zwar mitten im Zentrum dieser kleinen Stadt gelegen, aber der einzige Platz, wo kein ausdrückliches Verbotsschild steht. Entnervt fallen wir in unruhigen Schlaf.

    Am nächsten Morgen sind wir ab 7Uhr hellwach. Es herrscht bereits geschäftiges Treiben, der Parkplatz füllt sich in Windeseile mit Ausflüglern aller Art. Wars das wert? Nein. Das wird uns eine Lehre gewesen sein. Abenteuer in allen Ehren –- aber mit bald 30 Jahren muss ich sowas nicht mehr haben.

    Wenig später rollen wir die Forststraße wieder bergan, schließlich haben wir trotz allem hier noch was vor. Am frühen Nachmittag stehen wir beide genau wie vor zwei Tagen mit gepackten Rucksäcken wieder am Parkplatz –- nur biegen wir an der nächsten Kreuzung jetzt nach links ab, Richtung Triglav. Unter seiner beeindruckenden Nordwand steigen wir den durchweg gutmütigen Prager Weg hinauf.


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    Im Aufstieg sind wir um diese Uhrzeit die einzigen, der Strom der Absteigenden will aber kaum ein Ende nehmen. Die meisten kommen vom Triglav, viele wirken platt und in diesem Gelände überfordert. Je höher wir kommen und je später die Uhrzeit, umso abenteuerlicher die Gruppenkonstellationen. Man weiß beim besten Willen nicht, ob man lachen oder weinen soll. Erst als sich das Ende des Tages ankündigt, werden die Menschen weniger. Für uns ist auf 2300m das Tagesziel erreicht. Auf einem moosigen Felsvorsprung lassen wir uns nieder und richten unseren Biwakplatz ein. Wieder ist der Wettergott auf unserer Seite. Während es am vorangehenden Abend nur so schüttete, bleibt heute alles trocken und die dunklen Wolken ziehen geruhsam ihrer Wege. Wirlassen die Gedanken und Blicke treiben, genießen die Stille, das Glück der Freiheit.

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    Der nächste Morgen beginnt früh. Wir beeilen uns und brechen noch im Dunkeln auf, um am vielbevölkerten Gipfelgrat nicht in einen Stau zu geraten. Nichts am Berg stellt meine Geduld mehr auf die Probe als unnötig langes Warten –- also legen wir es lieber gar nicht darauf an. Der Plan geht auf. Durch die gute Wegmarkierung kommen wir schnell durchs Geröll und stehen pünktlich zum Sonnenaufgang am Einstieg des klettersteigartigen Ostgrates, der uns das letzte Stück Richtung Gipfel führen wird. Auf der Terrasse des Triglavhauses machen sich grade die ersten Gruppen bereit, doch wir kommen noch schnell vorbei. Dann beginnt die überwiegend leichte, stellenweise aber auch mal ein wenig ausgesetzte Kletterei. Das Klettersteigset haben wir dieses Mal im Auto gelassen und bereuen die Entscheidung trotz des speckigen und dadurch mitunter glatten Felses keine Sekunde.

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    Im wärmenden Morgenlicht steigen wir höher und höher und erreichen bald – wie schon zwei Tage zuvor -– ganz allein den Gipfel.

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    Ein kurzer Blick zurück:

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    Nur ein Brockengespenst macht uns die Einsamkeit am höchsten Punkt Sloweniens streitig.

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    Zuletzt geändert von Wette; 14.10.2018, 23:22.
    "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
    Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

    Kommentar


    • #3
      Die Fernsicht ist wieder nicht ganz optimal, doch beklagen möchte man sich bei solch einem Panorama dann auch nicht

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      Als Beweis für unserer Erreichen des Landeshöchsten gibt es noch den obligatorischen Stempel, wenngleich mangels schriftlicher Unterlagen eben auf die Haut.


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      BILD
      Als zwanzig Minuten später die ersten nachfolgenden Gruppen eintreffen, machen wir uns wieder aus dem Staub. Ein Blick zurück über den Aufstiegsgrat genügt, um zu erahnen, dass es mit der Ruhe bald aus sein wird. Wir wollen zudem über den langen Bamberger Weg absteigen und nicht ins Gewitter kommen, also sollten wir lieber nicht zu lang hier oben verweilen.

      Der Weiterweg verläuft zunächst leicht und abwechslungsreich. Über Schutt, Geröll und Altschneefelder verlieren wir schnell an Höhe.

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      Nach einer Stunde erreichen wir dann eine flachere Ebene, die das vermeintliche Ende der Herausforderungen anzukündigen scheint. Doch weit gefehlt. Der Weg macht eine Kurve und steuert steil auf die ausgesetzten Ausläufer der Triglav-Nordwand zu. Ein letztes Schild mit einem dicken Ausrufezeichen kündigt den nun ernster werdenden Wegverlauf an. Es folgen 2-3 Stunden Abstieg im abschüssigen Gelände über Felstürme hinweg und entlang brüchiger Querungen - wirkliche Verschnaufpausen sind dank unserer nicht vorhandenen Sicherungsmöglichkeiten rar.

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      Doch der Kopf spielt mit und so kommen wir wohlbehalten am Luknjapass an, von dem es 700 weitere, nun eher entspanntere, Höhenmeter zum Ausgangspunkt bergab geht. Resümierend lässt sich der Bamberger Weg trotz seiner vermeintlichen allgemeinen Bekanntheit durchaus als Geheimtipp für eine abgeschiedene Bergtour einordnen. Während der fast vier Stunden im Abstieg sind uns gerade einmal fünf Menschen begegnet - und das an einem sonnigen Ferientag.

      Als wir auf dem Parkplatz eintreffen, fällt uns als Erstes der Ranger auf, der wieder seine Runde geht. Wir nehmen es mit Humor. Mit dem werden keine Probleme mehr haben, denken wir beide vergnügt, schließlich ist unsere Arbeit hier getan. Das für morgen angesagte Tiefdruckgebiet treibt uns ohnehin ins Tal. Zunächst nutzen wir das vorerst noch ausbleibende Gewitter für ein Mittagschläfchen in der Nachmittagssonne, anschließend rollen wir - mittlerweile jedes Schlagloch kennend - durch den Wald bergab nach Mojstrana. Dort wartet unsere Belohnung: Pizza und slowenischer Wein. Während wir im Trockenen sitzen und wie zwei Ausgehungerte alles verschlingen, was uns aufgetragen wird, beginnt es draußen zu regnen und zu donnern. Der Triglav ist längst in den Wolken verschwunden. Er wird morgen sicher seine Ruhe haben. Gleiches gilt für uns. Auch unsere Glieder haben eine Pause nötig und so darf es auch gern ein Gläschen mehr sein.

      Für die nächsten zwei Tage haben wir nur eine wirkliche Aufgabe: und zwar uns und das Auto möglichst schonend die knapp 300km nach St. Maddalena ins Villnöß-Tal nach Südtirol zu befördern. Entsprechend ruhig lassen wir es angehen und verbringen den Großteil unserer Zeit mit dem Auffüllen unseres Energiehaushalts, Stadtbummeln und sonstigen kulturorientierten Kurzausflügen.

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      In St. Magdalena wollen wir Freunde besuchen, die da zeitgleich ihren Urlaub verbringen. Ganz zufällig - wie man vielleicht vermuten mag - lief die Urlaubplanung auf beiden Seiten nicht. Mit Steffen habe ich vor vier Jahren meinen Hochtourenkurs gemacht und auch wenn bei ihm in den letzten Jahren mehr Zeit für Familienplanung und Hausbau draufging, hat er die großen Berge nie aus den Augen verloren. Also haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und unsere Urlaube so geplant, dass wir uns zum Ende noch einmal treffen und eine gemeinsame Tour angehen können, während sich die Mädels dankenswerter Weise um den Nachwuchs kümmern. Das Wiedersehen in der Messner-Heimat fällt freudig aus wie gedacht und die Nacht dafür umso kürzer.


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      Nichtsdestotrotz brechen wir am nächsten Morgen früh auf, schließlich wollen wir einem langersehnten Bergziel auf den Zahn fühlen - der Großvenediger mit seinem scharfen Nordgrat soll es sein. Der Zustieg verläuft trotz - oder vermutlich gerade wegen - des fordernden Programms der Vortage sehr flüssig und so erreichen wir ohne Taxibenutzung nach knapp fünf Stunden zufrieden die Kürsingerhütte. Die Hütte ist bis unters Dach gut gefüllt, doch für den Nordgrat hat sich außer uns bisher niemand ins Hüttenbuch eingeschrieben. Aktuelle Infos zu den Verhältnissen kann uns auch der Wirt nicht geben. Vor ein paar Tagen hätte es eine Ladung Neuschnee gegeben, aber ohnehin sei der Grat zu dieser Zeit noch recht verschneit. Seines Wissens nach sei seit über einer Woche keiner mehr den Nordgrat gegangen, so seine knappe Antwort. Wir bleiben dennoch optimistisch und brechen am nächsten Morgen als erste Seilschaft des Tages um 3.30Uhr auf. Für den frühen Nachmittag sind schwere Gewitter angekündigt, also wollen wir uns lieber ein wenig Zeit als Puffer lassen.

      Entgegen der Vorhersagen hat es in der Nacht leider nicht aufgeklart. Dichte Wolkenfelder ziehen auch nachdem es zu dämmern begonnen hat über uns hinweg.

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      Der Gletscher ist sulzig. Als wir vom Normalweg abbiegen, „darf“ ich im tiefen, nassen Schnee zum Einstieg des Nordgrates hinauf spuren. Ich fühl mich an die Frühjahrstouren erinnert, die ja dieses Jahr rar gewesen sind. Die Vorzeichen sind ungünstig, der zwar beeindruckende, vor allem aber bedrohlich anmutende Sonnenaufgang, verstärkt unser negatives Bauchgefühl.

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      Doch noch haben wir ja genug Zeit und vertrauen der Wettervorhersage, die uns einen sonnigen und stabilen Morgen versprach. Den Einstieg zum Grat erreichen wir nach 3h und liegen damit bereits hinter unserem Zeitplan. Tiefe Wolken ziehen an uns vorbei und nebeln immer wieder den oberen Gipfelbereich ein - ein ungemütliches Wetter für solch ein Vorhaben. Der Grat sieht von hier aus besser als erwartet, wenngleich der obere Teil, vor allem die Schlüsselstelle der „Bösen Platte“ Schwierigkeiten bereiten könnte.

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      Wir akzeptieren die Situation und gehen am laufenden Seil weiter. Bis zur Meynowscharte, welche die letzten Umkehrmöglichkeit darstellt, wollen wir in jedem Fall noch gehen und dann die Lage neu beurteilen. Am laufenden Seil kommen wir gut voran, auch wenn ein paar mit nassem Schnee überzogene Gratpassagen immer wieder etwas Zeit kosten. Um unangenehm aussehenden Stellen auszuweichen, begeben wir uns zudem immer mal wieder vom eigentlichen Ier und IIer Gelände in anspruchsvolleres IIIer und III+ Terrain, das größere Konzentration erfordert. Der Gipfel kommt derweil nur unmerklich nher.

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      Nach einer Stunde erspähen wir dann eine 2er Seilschaft, die aus der langen Kolonne der Normalwegaspiranten ausschert und auf die Meynowscharte zusteuert. Wir sind froh um die „Konkurrenz“, da wir uns schon gefragt längst immer wieder hatten, warum wir auf solch einer „Modetour“ ganz allein unterwegs wären. Als wir gerade über einen Turm zur besagten Scharte abklettern, steigt die Seilschaft in den Nordgrat ein. Unterdessen hat der Wind aufgefrischt und bläst emsig dichte Wolken über uns hinweg. Als wir in der Scharte ankommen, stehen wir vollends in Nebel und beißender Kälte. Graupel peitscht uns ins Gesicht, die Sichtweite beträgt keine 30Meter. Der Weiterweg verschwindet vor unseren Augen, nur die Rufe der anderen Seilschaft, die via Standplatzsicherung weiter aufsteigen, schallen zu uns herab. Steffen hat genug. Er war die ganze Zeit kritischer als ich, was das Weitergehen anging, doch nun wird es ihm zu gefährlich. Unrecht hat er nicht. Wir haben noch über die Hälfte der Kletterstrecke vor uns, die Schlüsselstellen stehen zudem noch bevor und es ist kurz vor 10Uhr. Zähneknirschend nicke ich ihm zu. Es soll wohl nicht sein. Wir essen noch eine Kleinigkeit, packen die Kletterausrüstung weg, verlängern den Seilabstand und stapfen gerade hinab Richtung Normalweg, als mit einem Mal die Sonne zaghaft durch die Wolken scheint. Wird das Wetter nun doch besser? Sofort beginnt das Krübeln von Neuem. Wir warten ein paar Minuten ab und tatsächlich sieht es zunehmend freundlicher aus. Die andere Seilschaft geht ja auch weiter, vielleicht geht es ja doch? Kostbare Zeit verrinnt, während wir uns weiter unsicher umschauen. Dann endlich treffen wir eine Entscheidung. Es geht weiter - aufwärts! Im Nu ist die Ausgangssituation wiederhergestellt und ich steige am laufenden Seil voran. Nach ein paar Minuten fliegen Steine von oben, dann hören wir lauter werdende Stimmen. Es ist die andere Seilschaft. Sie seilt sich ab, gibt auf. Als sie auf unserer Höhe sind, tauschen wir uns kurz aus. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Zu viel Schnee, zu nass, zu glatt, zu brüchig, zu spät - eine denkbar schlechte Kombination. Sie machen einen kompetenten Eindruck. Aus der Entfernung schaue ich zu Steffen hinab. Auch ohne Worte kann ich seine Miene zweifelsfrei deuten. Wieder schaue ich nach oben. Mein Gefühl sagt weiter, mein Verstand rät zur Umkehr. Keine fünf Minuten später klettern wir ab. An der Kreuzung des Normalwegs angekommen, keimt kurz die Idee auf, wenigstens noch die 400hm über den Normalweg auf den Gipfel zu steigen. Das Wetter hat sich gebessert, der Gipfel bleibt allerdings von einer dichten Wolkenhaube umgeben. Ein Gipfel nur um des Gipfels willen? Hm. In der nächsten halben Stunde gehen wir mal ein paar Meter rauf, dann die gleiche Strecke bergab. Die Unschlüssigkeit hat uns vollends erfasst. Die andere Seilschaft ist längst im Abstieg. Nordgrat oder nichts - eine klare Position. Wir überlegen weiter. Irgendwann ist es so spät, dass es ohnehin keinen Sinn mehr macht und wir umkehren. Um 13Uhr stehen wir wieder am Ausgangspunkt des Tages, der Kirsinger Hütte. Bevor wir uns auf den langen Abstieg machen, lassen wir uns noch einen Trostpreis zapfen. Während wir so auf der Terrasse sitzen, reißt es nochmal auf. Für eine halbe Stunde wird der Gipfel des Großvenedigers sichtbar und die Sonne lässt unseren Nordgrat vollends erstrahlen. Der Moment ist bitter. Es fühlt sich an wie Hohn. Doch so ist es manchmal. Mal gewinnt man, mal verliert man.

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      Im Abstieg streift uns dann nochmal kurz das angekündigte Gewitter, zieht aber schnell weiter. Viel Zeit bleibt zum Nachdenken und Reflektieren der Erlebnisse. Die Enttäuschung ist groß. Doch mit jedem Schritt Richtung Tal hellt das Gemüt wieder auf. Auf dem Parkplatz angekommen, kann ich sogar wieder lachen. Was waren das doch für zwei aufregende Wochen. Und das war ja erst der Anfang. Die ganz großen Berge kommen erst noch…

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      "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
      Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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      • #4
        Wie immer ein echtes Zuckerl von Dir! Vielen Dank! Und natürlich bin ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!!!

        Interessant, in Deinen Berichten zu lesen, wie Du im Laufe der Jahre gleichzeitig besonnener wirkst, aber auch nichts von Deiner Abenteuerlust verlierst. Weiter so!

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        • #5
          Danke Simonita. Die Fortsetzung wird aber sicher noch ein paar Tage dauern

          Besonnener? Ob meine Seilpartner da zustimmen würden? Nein im Ernst, da hast du schon recht. Obs am Alter oder den Erfahrungen der Vergangenheit liegt? Wahrscheinlich irgendwo dazwischen...
          "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
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          • #6
            Schöne Touren!


            Da hattet ihr großes Glück am Triglav!
            Als ich im August dort war, waren bereits bei Sonnenaufgang ca. 30 Leute am Gipfel...

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            • #7
              Wirklich schöne Bilder und toller Text, bin schon auf Ortler, Täschhorn und Mt. Blanc gespannt
              Over every mountain there is a path, although it may not be seen from the valley.

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              • #8
                Spannend geschrieben, ein echter Leckerbissen!
                http://www.wetteran.de

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                • #9
                  Zitat von FloImSchnee Beitrag anzeigen
                  Schöne Touren!


                  Da hattet ihr großes Glück am Triglav!
                  Als ich im August dort war, waren bereits bei Sonnenaufgang ca. 30 Leute am Gipfel...
                  Oha. Aber klar, so nah wie die drei Hütten von allen Seiten postiert sind und bei dem Stellenwert, den der Triglav bei den Slowenen besitzt, ist das kein Wunder. Würde mir beim nächsten Mal auch eher eine andere Jahreszeit aussuchen, wenns denn unbedingt nochmal der Triglav sein muss. Wahrscheinlich würde ich mir aber eher einen anderen der vielen schönen Julischen Gipfel aussuchen



                  Zitat von Mileean Beitrag anzeigen
                  Wirklich schöne Bilder und toller Text, bin schon auf Ortler, Täschhorn und Mt. Blanc gespannt
                  Danke dir Aber woher hast du auf einmal unsere anderen Tourenziele her


                  Zitat von Exilfranke Beitrag anzeigen
                  Spannend geschrieben, ein echter Leckerbissen!
                  Besten Dank Felix.
                  "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
                  Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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                  • #10
                    Ein etwas anderer Bericht, angenehme Abwechslung. Schöne Bilder!
                    Schade, dass es mit dem Venediger-Nordgrat nicht ganz geklappt hat. Wenn ich mir einen Tipp erlauben darf: falls du ihn noch einmal versuchst, mach ihn von der Meynowscharte aus. Der untere Teil ist den Aufwand nicht wert, meiner Meinung nach. So richtig lohnend wird er erst ab der Scharte. Außerdem kann man ihn dann sogar an einem Tag machen.
                    Bin ebenfalls schon auf die Fortsetzung gespannt.
                    "Gegen Vernunft habe ich nichts, ebenso wenig wie gegen Schweinebraten! Aber ich möchte nicht ein Leben leben, in dem es tagaus tagein nichts anderes gibt als Schweinebraten" - Paul Feyerabend

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                    • #11
                      Sehr gut gelungener Bericht. Dass ihr den Traunstein auf der Fahrt "eingebaut" habt, freut als mich Oberösterreicher besonders.
                      Da habt ihr ja einen schönen Sonnenuntergang erlebt.
                      Die Julischen habe ich heuer mit dem Špik auch zum ersten Mal von oben gesehen.
                      lg, Manfred

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                      • #12
                        Zitat von Fritz_Phantom Beitrag anzeigen
                        Ein etwas anderer Bericht, angenehme Abwechslung.
                        Ich habe lang überlegt, wie ich die zwei Wochen sprachlich verarbeiten möchte. Klassische Tourenberichte gibt es über Traunstein, Skrlatica, Triglav und auch Venediger im Netz genug. So sehr wie ich detaillierte Routenbeschreibungen selbst auch zu schätzen weiß, für die angegeben Touren wären sie hier letztendlich überflüssig gewesen. Dann hätte ein reiner Bildbericht auch gereicht.
                        Also habe ich als Alternative eine Mischung aus Reisetagebuch und Erlebnisbericht gewählt. Die Folge ist einmal mehr viel viel Text und ein sehr persönlicher Stil. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber ist es hier fürs Forum doch eine Abwechslung - genau wie du es beschreibst. Wird ja auch wieder Berichte der anderen Art geben

                        Zitat von Fritz_Phantom Beitrag anzeigen
                        Schade, dass es mit dem Venediger-Nordgrat nicht ganz geklappt hat. Wenn ich mir einen Tipp erlauben darf: falls du ihn noch einmal versuchst, mach ihn von der Meynowscharte aus. Der untere Teil ist den Aufwand nicht wert, meiner Meinung nach. So richtig lohnend wird er erst ab der Scharte. Außerdem kann man ihn dann sogar an einem Tag machen.
                        Bin ebenfalls schon auf die Fortsetzung gespannt.
                        Natürlich, Tipps sind immer willkommen. Wir haben uns natürlich vorher auch genug belesen. Mit Blick auf die zahlreichen Berichte im Internet würde ich schätzen, dass 80% der Seilschaften erst in der Meynowscharte einsteigen. Lohnender wird diese Variante sicher sein, vor allem wenn es einem um Genusskletterei geht. Und doch würde ich bei einer Wiederholung der Tour wahrscheinlich wieder genau so wie beim ersten Mal einsteigen. Für mich gehört es einfach dazu, den Grat komplett zu begehen. Wenn man dann nachher auf der Terrasse der Kürsinger Hütte sitzt, will ich mir sagen können, dass ich nicht erst bei der Hälfte eingestiegen bin, sondern den Grat im Ganzen gegangen bin.

                        Zitat von Manfred9 Beitrag anzeigen
                        Sehr gut gelungener Bericht. Dass ihr den Traunstein auf der Fahrt "eingebaut" habt, freut als mich Oberösterreicher besonders.
                        Da habt ihr ja einen schönen Sonnenuntergang erlebt.
                        Die Julischen habe ich heuer mit dem Špik auch zum ersten Mal von oben gesehen.
                        Servus Manfred. Der Abstecher zum Traunstein hat sich absolut gelohnt. Der Naturfreundesteig war genau der richtige Einstieg für das Kommende und auch den Aufstieg am Abend angzugehen, war sehr eindrücklich. Kein Gedränge, kein Gerufe, einfach nur angenehme Stille. Die letzten zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang sind ohnehin meine Lieblingszeit des Tages. Da hat einfach alles gepasst.

                        Die Julischen Alpen sind schon ein schönes Fleckchen Natur. Als abgelegenen Geheimtipp kann man sie aber leider nicht (mehr?) bezeichnen. Natürlich ist am Triglav immer das meiste los, doch zahlreiche Freunde von mir haben einstimmig berichtet, dass auch an weniger prominenten Gipfeln in der Sommerzeit viel los ist und die Hütten allesamt sehr gut gefüllt sind. Wird bei euch am Spik ja sicher auch nicht anders gewesen sein oder?
                        Ich werde sicher nochmal wiederkommen, aber dann wohl eher im Frühjahr oder Herbst. Oder gar im Winter mit Ski, wobei ich mich da erst einmal informieren müsste, ob das überhaupt Sinn macht.


                        "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
                        Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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                        • #13
                          Jetzt setze ich zum wiederholten Mal an, um einen Kommentar zu schreiben. RIchtig mag es mir nicht gelingen, weil es immer ein Roman werden würde, obwohl ich versucht habe jeweils nur Teilaspekte herauszugreifen. Ich glaube, irgendwann musst du mal einen Zwischenstopp in Innsbruck einlegen, wenn du auf dem Weg in die Alpen bist oder auf der Rückreise.
                          "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

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                          • #14
                            Wie immer sehr interessant geschrieben und auch ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

                            Hast es ja ein paar Tage zuvor schon wo angekündigt, aber auch mich freuts, dass du mal auf meinem (quasi) Hausberg, dem Traunstein, unterwegs warst und es dir gefallen hat, obwohl du anderes gewohnt bist. War da zwar schon öfter oben, aber so einen Sonnenuntergang habe ich da noch nicht erlebt, traumhaft!

                            Auch der Rest gefällt mir sehr gut, Sonnenauf- und -untergänge habt ihr ja ein paar schöne gehabt! Finde eure Herangehensweise mit dem Biwakieren beeindruckend - wie verpflegt ihr euch da (Abendessen, Frühstück)? Kalt mit Brot, Riegel, Hartwurst, Schoko, kaltem Tee etc.? Oder Gaskocher?

                            Auf Täschhorn und Mont Blanc bin ich auch schon gespannt, beide habe ich heuer von unten bzw. gegenüber bewundern dürfen mit der Ungewissheit, ob ich da jemals oben stehen werde

                            Ad Venediger: Auch wenn ich dir das sicher nicht sagen muss und es abgedroschen wirken mag - "Falsche" Abbruchsentscheidungen kannst du viele treffen in deinem Leben, andersrum vielleicht nur eine...

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                            • #15
                              Sehr toller Bericht - da bin ich auf die Fortsetzung auch schon sehr gespannt, danke dafür!

                              Bei Eurer Odyssee mit Ranger/Polizeibegleitung musste ich ein wenig schmunzeln, da es mich an meine eigenen Wildcamper_Erlebnisse erinnerte... (hatte deswegen einmal sogar ein 3-jähriges Einreiseverbot nach Frankreich ausgefasst…). Hier empfiehlt es sich mittlerweile, Verbotsschilder und Beschränkungen (v.a. in Nationalparks) dann doch zu beachten, denn teilweise machen die Ranger richtig "Jagd" auf Wildcamper (was ich in manchen Gebieten auch verstehen kann, wenn man sich die Campierplätze anschaut).
                              Kann dazu aber auch ein positives Erlebnis beitragen:
                              Nach 3 Regentagen im Zelt nahe der Diavolezza Bergstation (wir wollten auf den Piz Palü) hat uns der Pächter des Bergrestaurants eingeladen, unser Nachtquartier im Vorraum der Seilbahn aufzuschlagen, da es 1. sowieso streng verboten sei, dort oben zu campieren und wir 2. endlich einmal ins Trockene kommen sollten...

                              Und der Spagat zwischen bergsteigerischen Wünschen und Erwerbsarbeit beschäftigt uns wohl alle in unterschiedlicher Intensität. Nachdem ich den Spagat (mittlerweile) weder beim Klettern noch sonstwie mehr zusammenbringe, habe ich mich vorrangig für das Erfüllen meiner alpinistischen Wünsche entschieden... Gearbeitet wird hauptsächlich bei schlechtem Wetter und ungünstigen Bedingungen draußen, dann dafür mit Vollgas (aber das geht halt auch nur bei halbwegs freier Zeit- und Arbeitseinteilung und nicht in einem Angestelltenverhältnis ).
                              LG
                              Andi
                              ... ab 45 Grad Neigung wird's interessant ...

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