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Gedanken im Herbst

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  • Gedanken im Herbst

    Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende entgegen.
    Und so wie das bei uns in der Natur im Herbst zu einem letzten, aber besonders schönen Aufleuchten in kräftigen Farben führt, so treten auch beim Menschen im Alter prägende Erlebnisse, Stimmungen und Empfindungen besonders deutlich, leuchtend und schön hervor.


    Es war mein Vater, der mich schon als Kind in die Berge mitgenommen hat.
    Zum Wandern und zu anspruchsvolleren Bergtouren zuerst.
    Dann auch auf Schitouren.

    IMG_5.jpg
    (Gemeinsam auf Schitour; irgendwann Mitte der 1980er-Jahre)


    Irgendwann habe ich begonnen, mir meine eigenen Wege in die Berge zu bahnen.
    Aber aufgehört haben die gemeinsamen Vater-Sohn-Touren nie.

    Sie wurden seltener.
    Sie wurden einfacher.
    Sie wurden kürzer.

    Und seit einiger Zeit verlaufen sie nur mehr in der Ebene.

    Aber während all dieser gemeinsamen Touren ist zwischen uns eine besondere Beziehung gewachsen, die weiter besteht.
    Gerade auch jetzt noch, wo mein Vater alt, pflegebedürftig und dement ist.

  • #2
    AW: Gedanken im Herbst

    danke für deine gedanken und bilder!



    ich bin leider etwas zu spät draufgekommen dass eine vater-sohn tour was besonderes ist.
    tu was du willst, aber tu was!!!

    Kommentar


    • #3
      AW: Gedanken im Herbst

      Wie es der Zufall so will, hatten meine Geschwister und ich unserem Vater wieder einmal eine 'Geburtstags-Wanderung' geschenkt. Nicht immer wurde das Geschenk auch wirklich eingelöst - schlechtes Wetter, andere Termine, ...

      Doch am heutigen Tag mit idealem Bergwetter hatten wir es tatsächlich geschafft und erklommen miteinander zuerst den Admonter Kaibling und danach das Sparafeld.

      Auch wenn ich gestehe, dass ich anfangs überlegt hatte, an der Wanderung nicht teilzunehmen, da sich an einem Tag wie diesem ja auch andere Ziele anbieten, so musste ich dennoch am heutigen Tag viel darüber nachdenken, wie wertvoll und nicht selbstverständlich es eigentlich ist, dass ich noch die Möglichkeit habe, mit meinem Vater zu wandern!

      familientour13.jpg

      familientour14.jpg

      familientour15.jpg

      familientour16.jpg

      familientour17.jpg
      NixTun gibt's ned!

      Kommentar


      • #4
        AW: Gedanken im Herbst

        Ein Beitrag der zum Nachdenken anregt. War mein Vater als ich jung war ein guter Vater für mich? Bin ich für meine Söhne ein guter Vater? Was macht eigentlich einen guten Vater aus?

        Fragen die man für sich selbst versucht zu beantworten. Was dem einen wichtig erscheint ist für andere oft unnütz.

        Es gibt wohl nur dieses eine Leben. Ich selbst habe vom Leben eine zweite Chance bekommen. Mit etwas weniger Glück würden mich meine Söhne nur noch am Friedhof besuchen können.

        Es gibt für mich heute keinen Grund der so wichtig ist, dass ich ein Spiel meiner Jungs versäume. Egal wo, egal wann. Ich nehme mir das Recht heraus Vater sein zu dürfen.

        Ich erinnere mich gern an meinen Vater. An Tage, Stunden und Momente an seiner Seite. An Berge auf denen ich mit ihm war. Ich denke ein guter Vater ist einer an den man sich gerne erinnert.

        Mir geht mein Vater ab. Morgen besuche ich ihn wieder. An seiner letzten Ruhestätte.
        Ich werde dich immer lieb haben. Du fehlst mir. Danke. Du warst mir ein guter Vater.
        Zuletzt geändert von GEROLSTEINER; 06.10.2012, 23:11.

        Kommentar


        • #5
          AW: Gedanken im Herbst

          Matthias,

          herzlichen Dank für das Eröffnen dieses gedankenreichen und - nach meinen Eindrücken fast noch mehr - gefühlvollen threads!
          Lg, Wolfgang


          Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
          der sowohl für den Einzelnen
          wie für die Welt zukunftsweisend ist.
          (David Steindl-Rast)

          Kommentar


          • #6
            AW: Gedanken im Herbst

            Zitat von Matthias1
            . . . Vater-Sohn-Touren . . .
            Die Dreiländerspitze
            - hier sind wir am Weg dort hin -
            hätte mein letzter Dreitausender mit meinem Vater werden können :

            m v f.jpg

            Doch die letzten Schritte zum Gipfel waren ihm dann doch zu gefährlich. Ich stellte ihn - mit einer Reepschnur gesichert - am "Schigipfel" ab.

            Unser letzter gemeinsamer Berg wurde Jahre später dann die Schesaplana.

            Und Schande über mich, das es davon kein einziges Erinnerungs-Foto gibt !

            Zuletzt geändert von Willy; 06.10.2012, 23:41.
            TOUREN PLANEN - TOUREN (ERFOLGREICH) DURCHFÜHREN - TOUREN DOKUMENTIEREN

            Das ist auch eine Art "Heilige Dreifaltigkeit" !

            Kommentar


            • #7
              AW: Gedanken im Herbst

              Zitat von rutschger Beitrag anzeigen
              ich bin leider etwas zu spät draufgekommen dass eine vater-sohn tour was besonderes ist.

              in jungen jahren war mein vater viel in den bergen.
              als meine geschwister und ich jung waren 'mussten' wir auch öfters wandern gehen.
              wir wurden älter und gingen nicht mehr mit, auch mein vater war nur noch selten in den bergen.
              ich wurde älter und dank netter freunde und meiner frau fand ich wieder den weg auf die berge. bei meinem vater begann die krankheit, er wünschte sich dass wir mit ihm eine winterwanderung machen - die einzige wanderung die ich mit ihm seit der kindheit unternommen habe.
              jetzt erkennt er mich nicht mehr und ich bin traurig dass wir nicht mehr unternommen haben.


              vater4.jpg

              vater5.jpg

              vater6.jpg
              Zuletzt geändert von rutschger; 07.10.2012, 11:22. Grund: verlinkung
              tu was du willst, aber tu was!!!

              Kommentar


              • #8
                AW: Gedanken im Herbst

                Oktober. Gedanken im Herbst. Da fällt auch mir mein Vater ein.

                Er war nie ein fanatischer Bergsteiger, geschweige denn Kletterer. Und schon gar kein guter Schifahrer.
                Aber er hat die Berge geliebt. Es hat ihm Spaß gemacht zu wandern und ein bisschen zu kraxeln.
                Und er hat damit den Grundstein für meine Bergleidenschaft gelegt.


                Angefangen hat alles 1963, ich war noch nicht ganz fünf. Wir – meine Eltern, meine Schwester und ich – waren auf Sommerfrische in Hintertux.
                Das war damals noch ein idyllisches Bergdorf ohne Seilbahnen und Gletscherschigebiet.
                Drei Wochen waren wir dort. Es hat viel geregnet, aber das hat uns Kinder nicht gestört. Wir fanden uns immer eine Beschäftigung.
                Der Höhepunkt war eine dreitägige Wanderung zum Tuxerjoch- und Spannagelhaus. Gemütlich. Kindgerecht eben.

                1966 waren wir das erste Mal auf der Rax. Eine dreitägige Wanderung mit Übernachtungen am Ottohaus und Habsburghaus. Gemütlich. Kindgerecht eben.
                Am letzten Tag bekam ich Fieber. Mein Vater trug mich huckepack den Schlangenweg hinunter.

                Danach gab es ein paar Jahre lang keine größeren Bergtouren mehr.
                Aber die zwei Bergerlebnisse hatten mich, ohne dass ich es damals noch wusste, geprägt.

                Mit 11 Jahren erinnerte ich mich auf einmal an die Rax. Ich wollte wieder hin. Ich begann Karten zu studieren, mir Routen auszudenken.

                In den Sommerferien fuhr mein Vater dann mit mir aufs Preiner Gscheid.
                Übern Waxriegelsteig ging es zum Karl Ludwig-Haus. Gerade noch rechtzeitig vor einem heftigen Gewitter.
                Am nächsten Tag dann auf die Heukuppe, zum Habsburghaus, in die Geierklüfte.
                Vom Habsburghaus war ich enttäuscht, ich hatte es romantischer in Erinnerung.
                Am dritten Tag regnete es. Wir stiegen im Nebel ab. Doch die Rax ließ mich nicht mehr los.

                Im Jahr darauf gingen wir den ersten Klettersteig. Damals hieß es noch nicht Klettersteig, sondern Versicherter.
                Wir sagten auch 0-1er (sprich Null-bis-Einser) dazu, nach der Schwierigkeitsbewertung im Benesch-Pruscha.
                Vom Ottohaus kommend das Gaisloch hinunter und den AV-Steig hinauf.
                Auf der hohen Einstiegsleiter hatte ich ein bisschen Angst, aber mein Vater ging hinter mir und gab mir Sicherheit. Nur durch seine Anwesenheit.
                Klettersteigsets gab es noch nicht, Seil hatten wir auch keines.

                Die Rax-Tour wurde zum fixen Bestandteil jedes Sommers der 1970er-Jahre. Manchmal waren es sogar zwei oder gar drei.

                Jedes Jahr kamen neue Steige dran. Oft gingen wir natürlich auch normale Wege, vor allem, wenn meine Mutter dabei war.
                Aber das war etwas anderes, als mit meinem Vater allein unterwegs zu sein. Vater-Sohn-Touren sind eben etwas Besonderes.


                Ich überholte meinen Vater an Körpergröße, Kraft und Ausdauer. Trotzdem ging ich weiterhin gern mit ihm.

                Es kamen andere Ziele dazu, meistens ausgehend vom jeweiligen Sommerurlaub. Der Untersberg z.B. Oder der Dachstein.


                Den krönenden Abschluss unserer Rax-Steige bildete 1978 der Haidsteig. Damit wagten wir uns erstmalig an einen "Einser" laut Benesch-Pruscha.
                Eine eigene Buchstaben-Skala für Klettersteige gab es noch nicht. Und auch keine Warteschlangen vor dem Einstieg.
                Es gab auch noch immer keine Klettersteigsets. Wir hatten auch keine Ahnung vom Sichern mittels Seil.
                Es war völlig normal, dass man ihn frei ging. Am Kopf einen Hut als Schutz gegen Steinschlag genügte.

                Mein Vater war ein vorsichtiger, überlegender Mensch. Doch hier hatte er keine Angst.
                Ich mit meinen 19 Jahren auch nicht. Warum auch – es war ja ein "Versicherter".
                Respekt hatten wir beide vor dem Berg.


                Im Oktober 1979 starb mein Vater. Genau an meinem 21. Geburtstag.
                Er war schwer krank. Trotzdem war es viel zu früh.

                Ich hätte noch gern mit ihm die eine oder andere Tour gemacht. Oder hätte ihm zumindest von meinen Touren erzählt.


                Jetzt geh ich ab und zu mit meinem Sohn. Sein Interesse am Bergsteigen ist später erwacht als bei mir.
                Er hat auch einen anderen Zugang als ich: er sieht es eher von der sportlichen Seite.

                Mit seinen 20 Jahren hat er mich längst an Körpergröße, Kraft und Ausdauer überholt.
                Trotzdem geht er gern mit mir. Ich hoffe, noch recht lange.


                Vater-Sohn-Touren sind eben etwas Besonderes...

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                • #9
                  AW: Gedanken im Herbst

                  Der Herbst hat inzwischen dem Winter Platz gemacht. Es liegt Schnee.
                  Sogar in den Tälern.

                  Frühers wäre ich mit meinem Vater gemeinsam auf Schitour gegangen.
                  Oder vielleicht zum Langlaufen.

                  Jetzt ist es ein gemeinsamer Spaziergang durch den tief verschneiten Park.

                  Winter.jpg

                  Aber vom Erlebnis für uns nicht weniger wertvoll.

                  Kommentar


                  • #10
                    AW: Gedanken im Herbst

                    Es ist knapp 2 Jahre her, dass ich das obige Foto von einem winterlichen Spaziergang durch den Park hier herein gestellt habe.
                    Die Zeit ist seither nicht stehen geblieben.
                    Die Krankheit meines Vaters auch nicht.

                    Von meinen Bergerlebnissen brauche ich ihm nichts mehr zu berichten. Er versteht das nicht mehr.
                    Von den Erinnerungen an seine kann er nichts mehr erzählen.
                    Sein Umfeld, in dem er sich noch einigermaßen zurecht findet und sich sicher fühlt, wird immer kleiner.
                    Manchmal ist das nur mehr der Tisch, an dem er zum Essen sitzt.
                    Da ist kein Raum mehr für größere Dinge oder Aktionen geblieben.

                    Wenn ich ihn besuche, machen wir noch unsere gemeinsamen Spaziergänge. Es sind nur mehr kurze Wege.
                    Ich führe meinen Vater an der Hand. Ich spüre an seiner Hand, wie seine Unsicherheit steigt, je weiter wir uns von seinem Zimmer entfernen.
                    Und wie diese Unsicherheit ins Ängstliche kippt, wenn wir das Haus verlassen und ins Freie gehen.
                    Vor Jahrzehnten hat er sicher Ähnliches gespürt, als er mich als Kind am Berg bei ausgesetzten Passagen an der Hand geführt hat.
                    Jetzt hat sich das alles umgekehrt.

                    Aber trotzdem:
                    Wir sind gemeinsam unterwegs!

                    Das hat etwas Beruhigendes.

                    Kommentar


                    • #11
                      AW: Gedanken im Herbst

                      Es gefällt mir gut, wenn hier jemand seinen Vater vorstellt. Wie der oben die Blumen betrachtet, das scheint mir ein humorvoller Mensch zu sein. Ist mir sympathisch wie er da steht wie ein sturmgebeugter Baum an der Küste.

                      Vermutlich sind Beziehungen zu vertrauten Menschen im Leben doch das Wertvollste was es gibt. Manchmal merkt man auch nicht, wie man an einem Menschen hängt. Bei meinem Bruder habe ich es beispielsweise nach meiner Jugendzeit gemerkt.

                      Meine beide Großväter sind kürzlich über den Winter des Lebens hinausgegangen und gestorben. Der eine Großvater ist bei der Arbeit umgefallen (Wie er sich das gewünscht hat. Er, der lange seine demente Schwester vor ihrem Tod besucht hat und versuchte ihr Ruhe und Sicherheit zu vermitteln). Der andere Großvater war jahrelang dement und wurde jahrelang gepflegt.

                      Leider konnte ich mit ihm nicht mehr allzu viel gemeinsames anfangen, sondern ich habe ihn verunsichert und er hat mich verunsichert. Nur wenn er entspannt war, hab ich an seiner Mimik und seinem Gehabe gesehen, dass er der gleiche war wie immer. Aber ansonsten: Reden war zumindest inhaltlich nicht allzu ergiebig.

                      Bei beiden Großvätern ist es neben bestimmten charakterlichen Eigenheiten sehr stark der Humor, an den ich mich erinnern werde (solange ich vielleicht selber kann) und der mich weiterhin zum Schmunzeln oder zum Lachen bringt.

                      Scheinbar meist kein Zuckerschlecken, der Weg den wir am Ende des Lebens gehen. Aber man darf mindestens auch mal das Gesamtbild sehen.
                      Zuletzt geändert von wegener; 16.11.2014, 19:08.

                      Kommentar


                      • #12
                        AW: Gedanken im Herbst

                        Mich hat auch mein Vater zum Wandern gebracht.

                        Er wollte eigentlich daheim die Landwirtschaft übernehmen, doch es kam anders und er ging in die Fabrik arbeiten. Am Wochenende war er immer am Berg unterwegs, „Lunge putzen“, wie er sagte.

                        Zuerst ging er allein, dann mit Frau und früh auch mit uns Kindern. Natürlich kam dann auch eine Zeit, wo wir „mussten“ und dann nicht mehr mitgingen. Doch schon bald kam die Lust zurück, selber zu gehen.

                        Jetzt ist er 78 und noch immer zu Fuß, mit dem Mountainbike und mit den Langlaufskiern unterwegs. Bis vor einigen Jahren hatte ich (und viele andere) noch nicht mal den Hauch einer Chance, mit ihm mitzukommen, wenn er es drauf anlegte :-)

                        Wenn ich mit ihm unterwegs bin, spüre ich Liebe und Respekt für die Natur so stark wie sonst selten.
                        Ich bin sehr dankbar, dass er mir das gezeigt hat.
                        Aktuelle Lieblingssprüche:
                        - Meister wird, wer trotz der Schule Bücher liest.
                        - Vor Bäumen ich den Wald nicht seh, wenn ich auf meiner Leitung steh.

                        Kommentar


                        • #13
                          AW: Gedanken im Herbst

                          Zitat von GEROLSTEINER Beitrag anzeigen
                          Ein Beitrag der zum Nachdenken anregt. War ....
                          <....>
                          .... mir ein guter Vater.
                          Ist zwar nicht wichtig, aber trotzdem:
                          Bist mir sympathisch, Oststeirer.

                          Zitat von Ansahias Beitrag anzeigen
                          ...
                          Aber während all dieser gemeinsamen Touren ist zwischen uns eine besondere Beziehung gewachsen, die weiter besteht.
                          Und natürlich Dank auch dem Threaderöffner und Mitpostern, ist ein sehr schönes Thema.
                          Zuletzt geändert von Metanoia; 17.11.2014, 18:53.
                          http://www.jeffloweclimber.com/jeff-...a-trailer.html

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Gedanken im Herbst

                            Weil mir dieser thread so gut gefallen hat, dass ich ihn schon mehrmals angeschaut hab, und bis jetzt nur Väter genannt wurden, möchte ich auch eine Geschichte hinzufügen.

                            Meine Lust am Wandern hat mich schon mit frühen Kindesbeinen gepackt, und zwar bei meinen Großeltern am Semmering. Schon als ganz kleines Mäderl bin ich unter dem Staunen der anderen Wanderer mit dem Opa regelmäßig am Pinkenkogel gestapft. Später hab ich dann mit meiner Oma die ganze Gegend rund um den Semmering erkundet. Unvergessen sind für mich die tollen Jausen, die sie immer eingepackt hat: eine Knacker als „Handwurst“ mit Senf und manchmal ein hartes Ei. Das war für mich als Kind das Größte, die schönen Wanderungen und die einfachen Picknicks.

                            Ihre Liebe zum Kochen hat sie eigentlich an alle in der Familie weitergegeben. Und so kam es wahrscheinlich auch, dass ich jetzt auf einer Hütte gerne helfe. Als Dreikäsehoch hat sie mich schon auf die Arbeitsplatte in der Küche gehoben („Küchen-Frettchen“ war einer meiner vielen Spitznamen damals), und ich hab mit Begeisterung beim Kochen zugeschaut und geholfen.

                            Meine Oma war eine leidenschaftliche Alpinistin durch und durch. Wenn wir vor der Landkarte der Alpen gesessen sind, hat sie mir immer gezeigt wo sie schon überall war: ich traue mich zu behaupten, auf fast allen Gipfeln in Österreich, auf vielen Bergen Italiens, Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz. Am Schneeberg gibt es kaum einen Flecken, den sie nicht unzählige Male begangen oder mit Skiern befahren hat. Ich hab immer nur ungläubig geschaut, wenn sie mir gezeigt hat, wo sie sich überall mit Skiern „runtergestürzt“ hat. Sie war immer ein bißchen eine Draufgängerin in jungen Jahren, und ist auch mit 83 Jahren noch Ski gefahren am Semmering. Mit meiner Mama schwanger im fünften Monat ging sie noch klettern am Schneeberg…

                            Es war unglaublich, wie selbstständig sie im hohen Alter noch war. Und deshalb war es auch ein herber Schlag, als sie binnen fünf Wochen im Spital an einem Schlaganfall gestorben ist. Noch zuletzt hatte sie Bilder, Erscheinungen und Visionen von ihren geliebten Blumen auf den Almwiesen. Ich war jeden Tag im Spital bei ihr, und einmal hat sie mir noch zugeflüstert „Hol mich hier raus, bitte…“.

                            Die letzten 2,3 Jahre konnte sie nur mehr beschwerlich gehen. Wir haben sie ins Auto gepackt, und haben „Autowanderungen“ gemacht. Am liebsten ist sie durch die Adlitzgräben gefahren, mit Blick auf die Rax und den Schneeberg, ihren Lieblingsberg. Durchs Helenental im Herbst oder über die farbenprächtige Höhenstraße in Wien. Die größte Freude hat ihr wohl meine Schwester gemacht, als sie im 89. Lebensjahr mit ihr mit der Seilbahn auf die Rax gefahren ist bzw. mit dem Sessellift in Losenheim auf den Schneeberg. Es hat ihr so gefallen, dass sie sogar noch eine ganz beachtliche Strecke Richtung Dürre Wand geschafft hat.

                            Wir vermissen sie sehr. Ein paar mehr Fotos hab ich auf meiner Facebook-Seite hochgeladen, wenn ihr schauen wollt…

                            https://www.facebook.com/Lisa.auf.der.Gschwendthuette


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                              AW: Gedanken im Herbst

                              Herbst 2016.
                              Anfang November.
                              Eine Zeit für Erinnerungen.
                              Ich gehe dorthin, wo wir meinem Vater vor über einem Jahr das letzte Geleit gegeben haben.
                              So wie ein paar Jahre zuvor schon meiner Mutter.


                              Im Anschluss gehe ich noch einmal die Wege entlang, die unsere letzten gemeinsamen Ausflüge in der Natur waren.


                              Der Föhn lässt mit seinem milchigen Licht die Konturen verschwimmen.
                              Auf den Bergen kündigt sich allmählich der Winter an. Es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis die Tourenschi wieder zum Einsatz kommen.

                              So wie damals vor Jahrzehnten gemeinsam mit meinem Vater.

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