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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

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11) Regelwidriges Verhalten

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
- alle registrierten User/-innen in unregelmäßigen Abständen über Themen rund um das Bergsteigen, alpiner Sicherheit, Risikomanagement und Weiterbildung per Mail zu informieren und
- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

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Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

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  • NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

    hallo,

    ich hab neulich mal überlegt, dass man eigentlich in gewissen situation mit nur gaaaanz wenig mehr Wissen echt besser da stehen kann.
    wir sind quasi wanderneulinge, aber habe mal für den "fall des falles" ein bissi über evtl. notfälle nachgedacht. da sind mir diese "basics" via google etc. eingefallen, schreib sie einfach mal hin, zwecks weiterverbreitung. viele werdens eh wissen...


    NOTFALL: 140 RUFEN

    Falls KEIN EMPFANG: handy ausschalten und statt der sim-nr die notrufnummer eingeben!
    Manchmal ist oben am berg besserer empfang.
    oder evtl. in richtung der nächsten ortschaft/talseite?

    Wenn einem die tour "heikel" wird (wetter, nebel, schwäche, orientierung etc.), einfach zwischendurch immer mal aufs handy sehen, um später zu wissen WO der letzte empfang war.

    Evtl. besser mal zu früh als zu spät anrufen?
    Es muss ja nicht immer direkt ein "Rettungsruf" sein, sondern einfach mal anfragen, was die Rettung für ein Verhalten empfehlen würde.
    bzw. die Rettung weiss schon mal, "da tut sich was"... haben evtl. einen blick drauf ob man am ziel einlangt.
    Es könnte immer sein, dass man eine Stunde später keinen Empfang mehr hat und man es dann ziemlich bereut nicht schon vorher angerufen zu haben...
    ---------------------------------------------------------------

    ALPINES NOTSIGNAL

    1 minute lang : alle 10 sek ein zeichen (6x)
    1 minute lang: pause einhalten

    Wiederholen!

    Rettung gibt antwort: 3x minute - 1 minute pause

    Achtung: Rettung braucht signale ggf. um die Verunfallten zu finden!
    Daher nicht direkt mit den Signalen aufhören!

    Signalmöglichkeit:
    visuell: Lampe, Blitz des Fotoapparats, Kleidung schwenken, Winken
    akkustisch: Trillerpfeife, Pfeifen auf Fingern, Rufen

    Sich besser "sichtbar" machen - ein Feuer machen.
    Hierin Laub verbrennen und die Rauchschwaden mit Lampe anleuchten.
    Hm, ist mir eingefallen: evtl. ein Feuerzeug vor ein Sprühdeo halten und "feuerfanfaren" abgeben? keine Ahnung obs gefährlich ist... haben früher mal die "bösen jungs" in der schule gemacht....
    Kleidung mit Signalfarbe im Rucksack? Auslegen etc.
    zusätzlich zu alpinsignal Stirnlampe mit Dauerblinken an?

    ---------------------------------------------------------------------

    HELIKOPTER KOMMT

    achtung: gefährliche gegenstände fixieren.
    Er braucht zum Landen 20x20 m.
    Mit dem Rücken zum Wind stehen zum einweisen. Der landeplatz sollte VOR einem liegen. Auf den rotor achten. Stehen bleiben, nach vorne beugen/knien.
    Nicht hinter den helikopter gehen. Augenkontakt.


    Verständigung mit Pilot:
    Beide Arme hoch "Y" - "Yes" - Ja wir brauchen Hilfe.
    Ein Arm hoch, ein arm herunter. "NO" - Wir brauchen keine Hilfe.
    Evtl. praktisch falls der Hubschrauber verunfallte sucht und glaubt man gehöre dazu?
    (bilder im web)
    Dies ist auch eine Weise um auf Fragen zu antworten!

    Hm, hab gelesen,
    ein grünes licht heisst: YES
    und ein rotes: NO
    (vielleicht ists ja nicht unklug einfach eine grüne und rote scheinwerferfolie dabei zu haben?)
    zb. für die kommunikation bei WIRKLICH schlechter sicht
    bsp. jemand fragt per megaphon, man antwortet ja/nein mit signalfarbe.
    Mit der roten kann man auch eine lampe abdämpfen, damit man sich die nachtadaptation der augen nicht verpfuscht.

    Die Hubschrauber suchen ja mit Wärmebildkamera.
    Evtl. - falls man den Hubschrauber schon hört - aus dem Biwaksack heraus gehen, da der biwaksack die körperwärme "versteckt"?

    ----------------------------------------------------------------



    NOTAUSRÜSTUNG:

    Biwaksack + zusätzlich für jede Person eine goldene Rettungsdecke
    (ich hab immer auch noch eine kleine fleecedecke dabei.)
    Überlege im Winter eine 1,20x1,80m ganz dünne leichte Evazote oder Alu-Matte mitzunehmen.

    Teelichter, Feuerzeug(e!).
    Wenn man ein Feuer macht, kann man eine der Rettungsdecken als "Reflektor" nehmen.

    Trillerpfeife

    Verbandszeugs, Blasenpflaster, Hirschtalgsalbe, evtl. Schmerzmittel?

    gute (!) Stirnlampen, zusätzlich starke sehr gute Taschenlampe für Spotlicht in der WEITE. (wo geht der weg weiter etc.)

    Nüsse & Wasser.

    Evtl. ein leichter gr. Metallbecher mit dem man Wasser erhitzen kann. Suppenwürfel? Teebeutel? Rum? (ab einem gewissen grad ist alkohol dann auch wieder gefährlich, aber wenns nur eine kalte sommer/herbstnacht im biwak wird, dann ist was fürs mentale sicher fein... (überlegung: evtl. 80% ansatzkorn oder starken rum? kann man die dann auch als feuerbeschleuniger nehmen?) naja, jetzt wirds zu wild... also weiter:

    Messer, Reepschnur, Karabiner, Wanderstöcke

    Ersatzbatterien (neu, originalverpackt oder ladegeprüft)

    Telefonnummer:
    zb. Notfallnummern, Nr. der Hütten am Weg, der Bergwetter-Zentrale, Tourismusbüro, ÖBB-Hotline, Wandertaxi etc.
    -------------------------------------------------------------
    ÜBERLEGUNGEN

    Immer griffbereit einen Zettel mit den notwendigen basics dabei haben!
    (alpines notsignal, verhalten, notrufnummern)
    Im Notfall steht man sicher ggf. unter schock oder ist geschwächt. da fallen einem die logischsten sachen nicht mehr ein....

    Ruhe bewahren. Erstmal hinsetzen. Schluck Wasser trinken und Nüsse / Müsliriegel essen. Zu Ruhe kommen. DANN nachdenken und handeln.

    Falls man in einer (unbekannteren?) Gruppe unterwegs ist:
    Wenn einem etwas unheimlich ist oder man glaubt es nicht zu schaffen:
    nicht den helden spielen, sondern es sagen. Wenn man aus erschöpfung irgendwo stolpert und runterfliegtwar "stärke zeigen" für ALLE ungut.
    oder mal nach einer kurzen pause fragen.
    nach 5 min schaut schon vieles anders aus.

    Alles aufschreiben. Hört sich albern an, aber im fall des falles ist man evtl. verwirrt. D.h. zb. letzte position vor orientierungsverlust, uhrzeit etc.

    ------------------------------------------------------------------


    Am wichtigsten: (achtung klugscheisser alarm )
    ERST GAR NICHT IN NOTFALL GERATEN

    D.h. doppelt und dreifach "vorsorgen". (ist eh nicht so dramatisch)

    Im Notfall wichtiges sollte JEDER halbwegs im Rucksack haben. oder strategisch verteilt.
    JEDER hat eine halbwegs wasserdicht eingepackte eigene Karte!
    (man kann die BEV-DVD ja ausdrucken!) Und irgendein Orientierungszeugs.
    (d.h. wenn man nicht alles doppelt hat: Einer hat den Kompass, der andere den Höhenmesser etc....)

    Was ist, wenn es genau den mit dem notfallset und dem letzten funktionierenden handy/orientierungstool wo "herunterhaut" und man kommt nicht zu?


    1. Vor losgehen noch einmal nach dem Wetter fragen und evtl. nach "überraschungen", die einen am weg erwarten könnten.
    Sich mit Wetterkunde beschäftigen. (ein bisschen )
    Wo gibt es gutes Wetter? zb. ZAMG
    Was ist Unterschied zwischen Vorhersage (nur Modelle, ungenaue Orte, Mikroklima etc.) und WARNUNG (Radarbilder, aktuelle genaue Messungen).
    Gibt super tools für internethandys. zb. ALDIS Gewitterprognose / Anzeige!

    1.a: "Last check before taking off".
    Handy(s!!!!) aufgeladen? Jeder hat seine Karte und weiss wo lang es geht? Wasser aufgefüllt? Nichts in der Hütte vergessen?
    Ausrüstung im Sinn eines Notfalls gut aufgeteilt?

    1.b. Kenn mich nicht so aus, aber: evtl. Gespräch mit dem Hüttenwirt wohin man will. Bei sChxxxx-Wetter oder Unbehagen Abklärung, wie man sich verhalten soll? Ankunft bei nächster Hütte abends bei ihm bestätigen? Ihm sagen wo man lang geht? Oder Kontakt zur nächsten Hütte aufnehmen und derartiges abklären...?
    (und zwar so lange man noch netz hat...)

    2. Orientierung
    Dabei haben: Topo-Karte (gut 1:25 000), Höhenmesser (ständig nachjustiert und abgeglichen!), Kompass (Karte norden, Peilen), GPS (UTM Daten verstehen und in Karte übertragen können! ganz einfach!).
    Es gibt super Orientierungskurse beim AV. Dort lernt JEDER noch was dazu, so logisch einem die gerätschaften auch vorkommen.
    Immer schauen, wo man ist, nicht erst, wenn es zu spät ist.
    Das Gelände abgleichen. Immer halbwegs einen Plan B haben.
    (fluss folgen, auf höhenlinie gehen etc.).
    Aber: in höherem/schwierigerem Gelände keine Experimente ala Abschneidung.
    Auch auf einfachen Wanderungen mal zum Spaß mit der Karte üben.
    Es ist erstaunlich was man da feststellt. Strassen die nicht existieren oder existieren sollten. Fehlendes und falsches. vor allem: wie man selbst mit den Situationen umgeht. "Weitergehen, hier müsste es doch sein, das muss doch...." und schon ist man falsch, weil man sich die karte "schön redet".
    Mit den Gegenständen spielen! Auch wenns evtl. albern wirkt, öfter mal Kompass und GPS nutzen wo man es nicht braucht. so ist man mit der menüführung und den gedankengängen während der nutzung automatisiert vertraut. Wenn man im notfall/schock/schwäche/karte im wind anfängt zu überlegen "wie war das nochmal", dann wirds sicher nicht funktionieren.
    Gedankenspiele: "Was wäre wenn"? Umgebung beobachten. Stimmt der Sonnenstand noch? Wie kann man Süden, Osten, Westen erkennen etc.

    3. Sich lieber unterschätzen als überschätzen.
    Wir veranschlagen immer 1,5 - 2x so lange wie uns von profi-berglern als zeit angegeben wird... (das ist aber halt eine anfängersache bei uns, bzw. eine frage der selbsteinschätzung)

    4. Dran denken, dass man in ungewohntem Gehgelände (schrofen, geröll, rutschiger waldboden (regen!) VIEL länger braucht als nach den üblichen "faustregeln".

    5. Wetterschutz, Windschutz, dicke Mütze, Handschuhe (>Standardtipp, aber wahr: spart Energie und macht alles angenehmer)

    6. Vielleicht mal einen MacGyver-Tag zu hause auf der Couch einlegen?
    D.h. sich einfach mal mit einschlägigen Büchern befassen.
    "Wie kann man im notfall improvisieren?", "Was lässt sich alles mit einer Reepschnur/Bandschlinge/Karabinern und Stöcken anstellen?"
    (>Seilzug, behelfsmässige Bergrettung, Notunterkunft) Vielleicht mal Bücher lesen mit denen die Bergretter selbst geschult werden? Damit man weiss, womit sie konfrontiert sind, was die klassischen Schwierigkeiten/ Verfahrensweisen sind...?

    7. Aus Fehlern lernen. Auf den Homepages der Bergrettung(statistik) gibt es zig beschriebene Fälle. oder pit schubert (was das klettern betrifft).
    Man muss ja nicht die "Klassiker" wiederholen .
    Übrigens: ein nicht unbeträchtlicher prozentsatz an (teils lebensbedrohlichen) bergunfällen geschieht mit TIEREN!
    Das passiert selbst erfahrenen Bauern, also ist keine "frage des völlig blöd anstellenden städters". D.h. evtl. mal die tiere im augenwinkel behalten, schauen wer ist der stier, keine schnellen bewegungen, bedrängungen, hunde laufen lassen etc.).

    8. Bei der Routenwahl vielleicht spontan bissi defensiv denken & reagieren.
    (rutschiger als gedacht? felswand über einem schaut wild aus? > anderer weg möglich??? zwischenübernachtung statt "es noch irgendwie schaffen"?)

    9. nicht zuviel zeug mitschleppen. wenn man k.o. ist machen ein paar hundert gramm einen unterschied!
    rucksack klug packen. keinen hebel, der einen nach hinten zieht. etc. Alles was man braucht nach aussen / oben.
    Vorher untereinander abklären WO jeder seine notfallsachen verstaut hat.
    "Regeln" aufstellen: zb. "Notfallpack immer oben in äusserer Deckeltasche. / "Biwaksack" und Decken immer in unterem Fach.

    10. Etwas erste hilfe kenntnisse? aber ich gehöre leider wahrscheinlich auch zu denjenigen, die sich im notfall "nicht drüber" trauen, aber bissi beschäftigen mit blutverlust, seitenlagen, schienmethoden, etc. schadet sicher nicht.


    11. Planung. Macht ja auch Spass! BEV-Austrian Flymap oder AV-Karten am PC. Strecke abgreifen! Schauen: Wie viel Höhenmeter sind es insgesamt!!!? Wo wirds heikel? Wo ist der Weg gut markiert / wo eher nicht?
    Evtl. eine Karte dabei haben auf der man die Strecke mit ausdruckt. (aber achtung: das nur zusätzlich! Die streckenlinie verdeckt oft details)
    weitere Quellen: Google Earth im 3D-Modus, verschiedene Sat-Bilder (bing ist zb. teils besser als google), bei gpsies kann man sich verschiedene karten der selben stelle anschauen im wechselmodus.
    Evtl. einschlägige punkte, die wichtig sein könnten im gps speichern. schon mal auf der karte einzeichnen.
    Wenn man die karten ausdruckt, dann nutzt man sie öfter! Direkt in der Hose griffbereit auf A4/A3 haben. ACHTUNG: Schauen, ob vom Druck die mit eingeblendeten UTM-Werte abgeschnitten wurden...! Kein Witz, haben neulich zu spät (d.h. "oben") gemerkt, dass der Drucker den Nordwert gefressen hatte. (peinlich )
    Eine weitere Karte mit der erweitererten Region in der Tasche (fernpeilung mit kompass etc / routenabweichung etc.)
    Bücher lesen, zb. in stadtbücherei, av-sektionen. besser noch kaufen, damit uns die engagierten autoren nicht verhungern.
    in foren schauen, bilder ansehen, meinungen einholen.
    Danach immer noch unschlüssiges bei der reservierung kurz den hüttenwirt fragen. (evtl. am besten zu einer uhrzeit zu der er gerade nicht im superstress ist.)


    So, aber jetzt ist mal der vorsorge genug getan, sonst fühl ich mich ja wie ein bergprediger und bin doch nur wanderanfängerin.. :-)
    Die meisten von euch wissen wahrscheinlich eh das meiste oder alles... Aber evtl. stöbern auch mal Wanderneulinge (wie wir) hier, und evtl. kanns dann ja im Notfall helfen, oder ihn halt vermeiden...

    Würde mich freuen von euch auch noch Tipps zu hören.
    Was habt ihr IMMER im Rucksack?
    Was hat sich schon als absolut wertvoll erwiesen?
    Was war eure wildeste Improvisation? :-)


    Einen schönen Sonntag!
    Jausenstationistin


    PS: ich stell mir manchmal vor, ich würde mit einem evtl. unnützen aus idiotie verursachten notruf die teure hochzeitsfeier des nettesten bergretters des tals mit all seinen freunden und der frau seines lebens stören. da packt man dann noch lieber die stirnlampe ein ). aber im fall des falles würd ich ihn dann schon vom büffet holen...


    übrigens: die tipps sind nur persönliche gedankengänge und überlegungen...
    ich bin in keiner weise profi!!!! freue mich über verbesserungen und tipps, neues wissen!
    Wenn ich hier irgendwas schreibe was absoluter quatsch, bzw. gefährlich / falsch ist, dann schreibt mir das bitte per posting oder pm. ich bessere es dann sofort im text aus!!!!
    Zuletzt geändert von Jausenstationistin; 17.10.2010, 17:57.

  • #2
    AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

    Wenn das Handy Empfang hat Notruf 140
    Ohne Empfang: Handy ausschalten- wieder einschalten 112 eintippen und hoffen das es von irgendeinem Betreiber ein "Netz" gibt

    Einfach anrufen und fragen was die Rettung....keine gute Idee, Notruf wird damit blockiert...
    In der Zentrale sitzen "Manager" nicht unbedingt Bersteiger
    Vorbeugend anrufen weil sich etwas tun könnte? genial....müllen wir die Zentralen zu, dafür haben wir sie....wenn alles gut gegangen ist nicht mehr zurückrufen?

    Bei einem internen Notfall ruhig zu bleiben ...? Ich schaffe das nicht...

    Deine Überlegungen sind nicht so schlecht- ein bisschen Verbesserungwürdig sind sie schon.

    Kommentar


    • #3
      AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

      Das ganze Zeugs das du aufgelistet hast mitzutragen ist mir pers. einfach zu schwer. Wenn du schon auf einer Wanderung alles doppelt und dreifach einpackst, inkl. Fleecdecke, Matte, Metallbecher, Kerzen, zusätzliche Taschenlampe, Reservebatterien etc. was machst du auf einer mehrtägigen Hochtour? Einen Sherpa mieten?

      Ich hab auf einer einwöchigen Skidurchquerung nicht annähernd so viel Notfallequipment mit.

      Sich über den Notfall gedanken zu machen und vorbereitet sein ist auf alle Fälle gut, aber beim Lesen deiner Zeilen hab ich das Gefühl, dass du deine Touren gar nicht genießen kannst weilst im Hinterkopf ständig den Worst-Case hast.

      Mfg
      www.chri-leitinger.at
      https://www.facebook.com/Chri.Leitinger.Guide

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      • #4
        AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

        hi,

        ich würde auch nicht anrufen um zu fragen, ob das jetzt wirklich die richtige forststrasse ist etc...

        Halt nur dann, wenn es schon wirklich brisant ist. Als ich das geschrieben hatte, hatte ich vor augen diese wandergruppe, die sich letzten monat verstiegen hat und wo dann die frau an der wildspitze erfroren ist... Die haben sich halt evtl. zu spät gemeldet. (kenne den fall aber NICHT genau, will daher nichts falsches darüber sagen. evtl. hatten sie ja auch kein netz etc. Das war nur der anlass für mich darüber nachzudenken, ab wann man sich meldet.) Ich würde mich sehr über tipps / gedanken hierzu freuen!


        Ich würde niemals jdm. nerven wollen oder notrufnummern blockieren, oder eine bergrettungsmannschaft unnütz in alarm versetzen
        Aber manchmal ists etl. besser, schonmal kurz zumindest wo bescheid zu sagen? Und ausserdem wird die Bergrettung ja so erfahren sein, dass sie nach der Schilderung der Lage wissen wie sie damit umgehen.

        Wo genau dieser punkt liegt, ab dem man besser mal anruft, weiss ich auch nicht...

        Naja, und soviel ehre und ehrlichkeit (schon allein in zeiten der rufnummernkennung) wird man ja wohl haben, dass man dann später grünes licht gibt, wenn alles gut ging, oder?
        Zuletzt geändert von Jausenstationistin; 17.10.2010, 18:31.

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        • #5
          AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

          Ich möchte mir hiermit erlauben, ergänzend auf zwei Artikel bezüglich Mobilfunk und Hubschrauberbergung auf einer meiner Websites zu verlinken:

          Alarmierung über das Mobilfunknetz - Notrufnummern 112 und 140

          Hubschrauber-Einsatz - Vorbereitungen und Einweisen

          Mit Gruß aus Innsbruck,
          Mike
          www.nordkette-austria.net - Die Nordkette im Karwendel

          www.mountain-infinity.com - Tiroler Berge erleben

          Kommentar


          • #6
            AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

            NOTFALL: 140 RUFEN

            Falls KEIN EMPFANG: handy ausschalten und statt der sim-nr die notrufnummer eingeben!
            Manchmal ist oben am berg besserer empfang.
            oder evtl. in richtung der nächsten ortschaft/talseite?
            Die 112 (internationale Notrufnummer) verwendet immer das verfügbare Netz, d. h. die Nr. ist betreiberunabhängig. Man muss also die SIM-Karte nicht herausnehmen.


            Die Hubschrauber suchen ja mit Wärmebildkamera.
            Evtl. - falls man den Hubschrauber schon hört - aus dem Biwaksack heraus gehen, da der biwaksack die körperwärme "versteckt"?
            Die Wärmebildkameras reagieren auf geringste Temperaturunterschiede (weshalb man sogar Spuren eines Fahrzeuges für einige Zeit erkennen kann). Also eine Person im Biwaksack wäre schon zu erkennen. Wobei die Wärmequelle ungedämmt natürlich wesentlich besser erkennbar ist. Wichtig ist, dass man sich nicht unter dichtem Blätterdach befindet. Denn dort sind die Kameras bald ausgeschieden.

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            • #7
              AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

              Ich hab ohnehin geschrieben dass es gut ist sich mit dem Thema zu befassen. Also nicht falsch verstehen.

              Wegen Notruf: ich würd zuerst immer den 140er versuchen, erst wenn der nicht geht den 112. Mit dem kann dir in Grenzregionen (zB Ötztal) passieren dass du bei den Italienern landest. Wennst Glück hast spricht er vielleicht a bissl Englisch oder du Italienisch...
              Zuletzt geändert von Christian13; 17.10.2010, 18:13.
              www.chri-leitinger.at
              https://www.facebook.com/Chri.Leitinger.Guide

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              • #8
                AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                @Christian13
                keine sorge, einen sherpa brauch ich nicht...
                Mit dem "doppelt" hatte ich eher die essentiellen dinge gemeint. (karte, höhenmesser, handy etc.). Mein notfallpack ist mini-mini-leicht! alles ist flexibel verwendbar.
                Teils hab ich extra mehr geld für extra-leichte sachen bezahlt. (zb. der orthovox gemini-light wiegt 320g statt der üblichen 500g. meine fleece-decke wiegt nur 290g. so ist die dann wieder "drin".) etc. Ich liebe sie für pausen und wenn man mal einen notfall hätte, wäre eine decke mental und körperlich sicher was feines. Ein teelicht und ein becher wiegen quasi NIX im vergleich zu der funktion die sie haben könnten als wärmespender und feuerstarter.

                Ich nehme dafür halt kaum umziehsachen mit, kosmetikkram (zahnpasta, sonnencreme etc.) wird alles in minitiegel umgefüllt. Starke led taschenlampen gibt es um wenige gramm. Da kann man sich ziemlich spielen mit dem gewicht. man wundert sich, wieviel man sich "gegenrechnen" kann, wenn man manches weglässt.

                Ist halt geschmackssache was man mitnimmt. Ich bin als anfängerin vielleicht noch defensiver und lasse über die zeit manche sachen weg. Manche dinge überlege ich auch zwecks der wintersaison (aludecke, becher etc.). Die sind ja nicht nur für den notfall, sondern ist auch fein, sich mal auf was warmes zu setzen beim schneeschuhwandern. und wenn man wo mit angeknacksten knöchel hocken würde, würd man sich auch drüber freuen.
                Aber keine sorge: ich mache mir nicht nur sorgen beim touren. und wenn, dann meist, ob der schweinsbraten in der hütte gut sein wird!
                Der rest ist gedankenspiel und freude am vorbereiten... fand schon als kind die pfadfinderbücher mit selbst gebauten hütten etc. genial...
                Batterien sind ja wohl nicht schwer? lieber ein paar batterien mehr dabei als im stockfinsteren am berg.
                grad gewogen: reservebatterien fürs gps = 50g; für petzl tikka stirnlampe = 35g. Die 85g nehm ich gern mit. (das gps vergisst man am vortag auszuschalten und schon ist man am zweiten tag "nackt". oder man hat es wegen einer blöden situation im dauerbetrieb und plötzlich zicken die batterien, die vorher noch voll erschienen.)
                Zusätzliche lampe (90g), die WEIT leuchtet (zb. 80m statt 20m der tikka) um zu schauen, wo die nächste markierung ist, ist auch praktisch. ausserdem ist die stirnlampe nur wasserabweisend. falls man mal in einen fetten regen gerät, freut man sich sicher über eine reserve... Dafür kommt dann statt massivholzhaarbürste ein kamm mit und statt der komplettpackung sonnencreme und hirschtalgcreme, jeweils zwei miniplastikdösschen. schon wieder "im lot". Klar, man könnte jetzt extrem light-weighting betreiben und einfach alles einsparen, und nix andres dafür mitnehmen. aber ich bin halt normal- und genusswanderer. (vielleicht ein bissi mit einem outdoor-zeugs-spleen... :-))
                Zuletzt geändert von Jausenstationistin; 17.10.2010, 19:00.

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                • #9
                  AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                  Zum Thema "Sichtbarkeit" bzw. "Auffindbarkeit" für die Hubschrauberbesatzung bei einem Einsatz:

                  - Ideal ist es natürlich, wenn GPS-Daten zur Verfügung stehen. Falls ihr ein GPS-Gerät bei euren Touren dabei habt, bitte auf WGS 84 einstellen und die Koordinaten der Notrufzentrale durchgeben. Diese können dann von der Hubschrauberbesatzung in ein Moving Map System bzw. in ein ebenfalls vorhandenes mobiles GPS-Gerät eingegeben werden (zumindest die ÖAMTC-Notarzthubschrauber haben beide Systeme an Bord) und ermöglichen so schnellstmögliche Hilfe.

                  Auch bei einer bodengebundenen Rettungsaktion sind GPS-Koordinaten natürlich von Vorteil.

                  - Personen, die sich im (Hoch-) Gebirge verlaufen haben und keine genauen Angaben zur eigenen Position machen können, können von einer Hubschrauberbesatzung nur sehr schwer geortet werden, wenn diese dunkle bzw. der Farbe der Umgebung ähnliche Kleidungsstücke tragen.
                  Empfohlen wird das Mitführen einer gelben Warnweste und eventuell ein Anorak in roter oder gelber Farbe.

                  (Ich persönlich habe deswegen, da ich viel alleine in den Bergen unterwegs bin, bewusst eine rote Softshell gekauft und als Teil der Notfallausrüstung eine gelbe Warnweste dabei.)
                  www.nordkette-austria.net - Die Nordkette im Karwendel

                  www.mountain-infinity.com - Tiroler Berge erleben

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                  • #10
                    AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                    Zitat von Jausenstationistin Beitrag anzeigen
                    hi winst :-).
                    keine sorge, einen sherpa brauch ich nicht...
                    Ähm... dazu hab ich auch nix geschrieben. Ich hab auch lieber 150 g zu viel als zu wenig dabei.

                    Zu den GPS-Daten: Ich kann jetzt nur für Bayern sprechen -> In den Systemen der Polizeieinsatzzentralen können die Koordinaten jeglichen gebräuchlichen Systems eingegeben werden. Ein umstellen auf WGS84 ist nicht erforderlich. Die Daten werden dann in sämtlichen Systemen ausgegeben, weil es unter den Rettungskräften wiederrum unterschiedliche Vorlieben gibt. Also wenn er UTM will, bekommt er UTM usw.

                    Wie es bei den Rettungsleitstellen hier aussieht kann ich nicht sagen. Die benutzen österreichische Software und da weiß ich nicht, welche Möglichkeiten die hat.

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                    • #11
                      AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                      danke für die tipps! ich hab zb. extra einen ROTEN biwaksack gekauft, nachdem ich einen artikel gelesen habe, dass die bergrettung zunehmend schwierigkeiten hat, leute zu finden. Grund: viel der outdoorkleidung wird heute von den firmen als "alltagstauglich" und aus modegründen gestaltet. Gedeckte Farben, schwarz, grau, grün etc..

                      Mich hat ein wenig gewundert, dass der AV (oder wars eine sektion?) als Eigenedition einen GRÜNEN Biwaksack entworfen hat. (kann mich auch irren, glaubs aber so gesehen zu haben).
                      PS.
                      Eigentlich wären ja so Reflektorstreifen was praktisches, oder?
                      Die wiegen nix und können überall angeklebt werden. Warum wird sowas nicht in Biwaksäcke verarbeitet?

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                      • #12
                        AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                        Hallo Jausenstationistin

                        da hast ja ein heikles aber sehr wichtiges und vor Allem auch interessantes Thema angesprochen. Ich weiß allerdings nicht, ob es außer Erster Hilfe noch etwas gibt, wo die Lehrmeinungen so massiv auseinanderdriften.
                        Hier auch der Senf einer Anna dazu, die schon mehrmals erste Hilfe am Berg brauchte:

                        Zitat von Jausenstationistin Beitrag anzeigen
                        ...Evtl. besser mal zu früh als zu spät anrufen?
                        Es muss ja nicht immer direkt ein "Rettungsruf" sein, sondern einfach mal anfragen, was die Rettung für ein Verhalten empfehlen würde.
                        bzw. die Rettung weiss schon mal, "da tut sich was"... haben evtl. einen blick drauf ob man am ziel einlangt.
                        Es könnte immer sein, dass man eine Stunde später keinen Empfang mehr hat und man es dann ziemlich bereut nicht schon vorher angerufen zu haben...
                        NEIN, Notrufnummern sind dazu da, Notrufe abzusetzen. Auch die Rettung hat nicht unendlich viele Telefonleitungen und wenn du präventiv anrufst könnte es sein, dass du dabei einem eingehenden Notruf die Leitung belegst. (Zwar weiß ich nicht, ob das bei der Bergrettung der Fall ist, aber beim Österreichischen Roten Kreuz ist das definitiv so. Dort wird auch bewusst das Wort "NOTRUF-Zentrale" betont)

                        Zitat von Jausenstationistin Beitrag anzeigen
                        ...Wenn einem die tour "heikel" wird (wetter, nebel, schwäche, orientierung etc.)...
                        im Zweifelsfall umdrehen.

                        Zitat von Jausenstationistin Beitrag anzeigen
                        ...NOTAUSRÜSTUNG:
                        Biwaksack + zusätzlich für jede Person eine goldene Rettungsdecke
                        (ich hab immer auch noch eine kleine fleecedecke dabei.)
                        Überlege im Winter eine 1,20x1,80m ganz dünne leichte Evazote oder Alu-Matte mitzunehmen. die Rettungsdecke sollte im Erste-Hilfe-Päckchen normal inkludiert sein. Die weiteren Decken sind meiner Meinung nach überflüssig, denn die Rettungsdecke bietet einen sauberen Untergrund, und wenn dem/der Verletzten kalt ist, hat man meist genug an Kleidung mit zum zudecken.
                        Aber natürlich ist es kein Fehler, Decken mitzunehmen. Mir wärs zu viel zum schleppen.

                        Teelichter, Feuerzeug(e!).
                        Wenn man ein Feuer macht, kann man eine der Rettungsdecken als "Reflektor" nehmen. Das Feuerzeug gibt auf jeden Fall Sinn, von Teelichtern im Zusammenhang mit Erste Hilfe hab ich allerdings noch nie gehört.]
                        Trillerpfeife Trillerpfeiffe ist sicher kein Fehler, statistisch gesehen könnte man sie wahrscheinlich weglassen. Meist ist man mit kräftigen Farben und Mobiltelefonen genügend ausgerüstet.
                        Verbandszeugs, Blasenpflaster, Hirschtalgsalbe, evtl. Schmerzmittel? Verbandszeug: Auf jeden Fall! Bei Intersport gibts so kleine Päckchen um ca. 10€, die allerdings einer Auffüllung bedürfen. Ich hab meines ausgestattet mit Pflastern, Leukoplast, aluminisierte Wundauflagen, 3 Dreiecktücher, Schere, Handschuhe, kohäsive Fixierbinde, Wundkompresse für Druckverbände, UND Desinfektionsmittel (die meisten Unfälle sind Wunden)
                        Schmerzmittel halt ich für überflüssig; Medikamente im allgemeinen erst nach der ärztlichen Diagnose. Man hat eh einen medizinischen Schock und nimmt Schmerzen gedämpft wahr. (Kommt natürlich drauf an, wie lange man wartet bis die Rettung da ist)
                        Hirschtalgsalbe ist auch so was subjektives. Der eine glaubt es hilft, ich glaubs nicht... Ansichtssache


                        gute (!) Stirnlampen, zusätzlich starke sehr gute Taschenlampe für Spotlicht in der WEITE. (wo geht der weg weiter etc.) wennst eine wirklich gute (=leuchtungsstark und -weit) Stirnlampe hast, reicht die

                        Nüsse & Wasser. Naja, Wasser sowieso!

                        Messer, Reepschnur, Karabiner, Wanderstöcke...Reepschnur, Karabiner und Wanderstöcke hab ich nie dabei.
                        Statt dem Messer wandert bei mir der Leatherman mit, ist zwar ein wenig schwerer, dafür multifunktionell.
                        Telefonnummern:
                        Normal weiß man die Notrufnummern ja auswendig. Im Schockzustand jedoch manchmal nicht, daher besser einfach im Handy einspeichern, und gleich auch noch den Euronotruf 112.
                        Die sonstigen Telefonnummern (Hütte, Wetterzentrale, Tourismusbüro, etc.) brauchst bei Touren über grad mal ein paar Tage vermutlich nicht.

                        Zitat von Jausenstationistin Beitrag anzeigen
                        ...ÜBERLEGUNGEN
                        Immer griffbereit einen Zettel mit den notwendigen basics dabei haben!
                        (alpines notsignal, verhalten, notrufnummern)
                        Im Notfall steht man sicher ggf. unter schock oder ist geschwächt. da fallen einem die logischsten sachen nicht mehr ein.... ja, ganz genau. Einfach auf Nummer sicher gehen!

                        Ruhe bewahren. Erstmal hinsetzen. Schluck Wasser trinken und Nüsse / Müsliriegel essen. Zu Ruhe kommen. DANN nachdenken und handeln. ja, wobei es oft schwierig ist, in solchen Ausnahmesituationen zur Ruhe zu kommen. Und noch viel schwieriger ist es meist die Mitmenschen zu beruhigen

                        Falls man in einer (unbekannteren?) Gruppe unterwegs ist:
                        Wenn einem etwas unheimlich ist oder man glaubt es nicht zu schaffen:
                        nicht den helden spielen, sondern es sagen. Wenn man aus erschöpfung irgendwo stolpert und runterfliegtwar "stärke zeigen" für ALLE ungut.
                        oder mal nach einer kurzen pause fragen.
                        nach 5 min schaut schon vieles anders aus.
                        ja eh klar, ein Appell an die Vernunft des Menschen. Leider handeln viele nicht so

                        Alles aufschreiben. Hört sich albern an, aber im fall des falles ist man evtl. verwirrt. D.h. zb. letzte position vor orientierungsverlust, uhrzeit etc....
                        naja, das in der Praxis so handzuhaben ist eher unrealistisch. Dann kommst vor lauter schreiben nicht mehr zum wandern


                        Dass jeder das WICHTIGSTE im Rucksack dabei hat, sollte man annehmen, ist aber leider oft nicht der Fall. Nie auf den anderen verlassen!!!

                        Wenn dir genau das letzte funktionierende Handy runterfällt, hast Pech ghabt. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit?

                        zu 1.a.
                        Wetterprognosen schau ich mir meist auf bergfex.at an

                        zu 1.b.
                        Informationen von Locals sind meistens gut und hilfreich

                        zu 2.
                        da kannst dich eh nicht viel besser ausrüsten als du es beschreibst. Aber ganz einfache und natürliche Faktoren wie zB die Stellung der Sonne und die bildliche Einprägung der Umgebung sind oft schon Hilfe genug.

                        zu 3. und 4.
                        seh ich auch so, lieber zu viel Zeit einplanen als zu wenig



                        und das meiner Meinung nach Allerwichtigste:
                        die Erste Hilfe Kenntnisse immer wieder auffrischen.
                        Es gibt vom ÖRK sogenannte Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse, die kann ich wärmstens empfehlen, was Besseres zu dieser Thematik gibts nicht find ich: Learning by doing. Ich habe mal an so einem Kurs teilgenommen, da sind wir den ganzen Tag rumgewandert und immer wieder tauchten plötzlich Verletzte auf, die so gut geschminkt waren, dass man manchmal fast einen Schock bekam. Wir mussten dann unter "Beobachtung" der Sanitäter Erste Hilfe leisten und wurden dabei korrigiert wenn was "falsch" war.
                        Einfach mal informieren beim Roten Kreuz, ob und wann sowas wieder angeboten wird. Das Tolle an diesem Kurs war nämlich - verglichen mit den üblichen Erste Hilfe Kursen - dass erstaunlich viel hängenblieb. Das nicht so Tolle war, dass der Kurs € 70,- kostete.
                        Letztes Jahr auf der Alpinmesse in IBK habe ich auch an dem kostenlosen Workshop "Erste Hilfe am Berg" teilgenommen, da gings allerdings mehr um Prävention, also zB was gehört in den Rucksack, etc, weniger um Erste Hilfe im Notfall. Und leider muss ich sagen, dass der Kurs auch nicht gut organisiert war.

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                        • #13
                          AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                          Du scheinst ja regelrecht Angst vor Bergtouren zu haben?

                          Meine Notfallausrüstung:
                          iPhone und bei besonders kritischen Touren ein Handy
                          Erste Hilfe Paket
                          Biwaksack (Der ist immer dabei)
                          Stirnlampe (Die ist auch immer dabei)

                          Bei größeren Touren hab ich natürlich die grüne/rot Signalfolie und ein 5 Liter Fassl mit



                          Und das reicht! Alles andere ist vernünftige Tourenplanung, die lässt die von dir geschilderte Fälle vermeiden.

                          Viel Spaß in den Bergen!
                          Zuletzt geändert von MarkusA; 17.10.2010, 19:14.

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                          • #14
                            AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                            Ich möchte hier drauf hinweisen, dass in Südtirol/Italien die allgemeine Notrufnr. 118 ist und 112 ist für Carabinieri.
                            www.bergportal.com

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                            • #15
                              AW: NOTFALL - Was tun "im Fall des Falles"? - Oder wie verhindert man ihn?

                              hola markusA .

                              na gut, die sache mit den folien war schon weit gedacht... . aber da man die rote ja auch vor eine lampe geben kann um zb. im hüttenlager etwas "netter" zu sein und wenn man extra gerne mal im dunkeln geht die nachtadaptation nicht zu versauen...
                              ich versuche den krams immer so zusammen zu stellen, dass er im alltag praktisch ist und im notfall evtl. noch praktischer. das mit der grünen folie hatt ich mir dann gedacht, nachdem ich gelesen hab, dass man im nebel schlecht zu sehen ist. ach, wurscht! bäh )

                              auf jeden fall käme ich im notfall gerne auf dein notfall-stiegl zurück, hierfür bräuchte ich aber wirklich den von chris vorgeschlagenen sherpa. wie ich aber sehe hast du links deine notkerze und einen winzigen notfotoapparat liegen....?

                              angst hab ich gar keine. mir machts nur spass mich mit dem zeugs zu beschäftigen und im internet zu stöbern. und wenn man auf das eine stösst, liest man ja auch noch das andere mit... Hab gedacht, das wäre evtl. toll in einem thread so eine art mac-gyver-tippliste zu sammeln. oder halt verhaltensratschläge von leuten, die schonmal was erlebt haben.
                              Es muss ja nicht immer der extrem-fall mit lebensgefährlichen verletzungen und sonstwas sein. ich denk auch an kleines praktisches, gadgets etc.
                              Und: wenn man zb. ein gewisses maß an zeugs dabei hat, bleibt man sicher - wenns mal knapp wird mit der dunkelheit etc. - ruhiger. was dann letztlich wirklich sicherer ist!
                              Oder man kann mal wem anderes in not helfen! Verhält sich mit wenig zusatzwissen in einer situation richtig etc.
                              Wenn man liest, wie viel letztlich doch immer wieder geschieht, dann wäre ich froh in der jeweiligen situation das richtige wissen oder zeugs dabei zu haben. Sei es auch, dass man nur für wen anders den hubschrauber ruft und dem hubschrauber die richtigen zeichen geben kann etc.
                              Zuletzt geändert von Jausenstationistin; 17.10.2010, 19:29.

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