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Regelwerk für die Benutzung des Forums Gipfeltreffen

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11) Regelwidriges Verhalten

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Wer gegen geltendes Recht verstößt, wird im Ernstfall von uns zur Anzeige gebracht.

12) Information

Die Forumsbetreiber behalten sich das Recht vor,
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- dieses Regelwerk jederzeit abzuändern.

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Die User/-innen stellen den Forenbetreibern die eingestellten Bilder sowie sonstige Anhänge zur Nutzung im Forum zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung der eingestellten Bilder und sonstigen Anhänge durch die Forenbetreiber erfolgt nicht.
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Region Pigne d'Arolla, Wallis: Sieben Tote und mehrere Schwerverletzte bei Schitour / 30.04.2018

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  • Region Pigne d'Arolla, Wallis: Sieben Tote und mehrere Schwerverletzte bei Schitour / 30.04.2018

    Region "Pigne d’Arolla", Wallis - Vier Skitourenfahrer erfroren

    Am 29. April 2018 gerieten 14 Skitourenfahrer in der Region "Pigne d’Arolla" in eine Schlechtwetterfront und mussten die Nacht im Freien verbringen. Dabei starben vier Personen, fünf weitere befinden sich nach wie vor in einem kritischen Zustand.

    Heute Vormittag, kurz vor 06.30 Uhr meldete der Hüttenwart der "Cabanne des Vignettes", dass im Gebiet "Pigne d’Arolla" mehrere Personen die Nacht im Freien verbracht hatten. Unverzüglich wurden die notwendigen Einsatzkräfte aufgeboten. Sieben Helikopter der Air Glaciers, der Air Zermatt sowie der Rega - mit mehreren Ärzten und Gebirgsspezialisten an Bord - begaben sich vor Ort. Dort fanden sie 14 Personen vor, wovon mehrere stark unterkühlt waren.

    Eine Person war beim Eintreffen bereits tot. Wie sich herausstellte, war die Person an den Folgen eines Sturzes gestorben. Die Skitourengänger wurden mittels Helikoptern in verschiedene Spitäler im Wallis und ausserhalb des Kantons transportiert. Dort sind inzwischen drei weitere Personen verstorben. Fünf Personen befinden sich immer noch in einem kritischen Zustand. Die restlichen Tourengänger erlitten leichtere Unterkühlungen, befinden sich jedoch ausser Lebensgefahr.

    Gruppen von Sturm überrascht
    Gemäss ersten Ermittlungserkenntnissen verliessen am 29. April 2018 eine Gruppe von zehn Personen, darunter ein Bergführer, sowie eine 4er-Gruppe, welche die "Haute Route Chamonix - Zermatt" absolvieren wollten, die "Cabanne des Dix" (2'928 Meter über Meer). Die beiden Gruppen wollten über die klassische Route "la Serpentine" zur "Cabanne des Vignettes" auf 3'157 Meter über Meer gelangen. In der Region "Pigne d’Arolla" wurden sie von einem Sturm überrascht und waren gezwungen, die Nacht im Freien auf einer Höhe von 3'270 Meter über Meer zu verbringen.

    Bei den Skitourenfahrern handelt es sich um italienische, französische und deutsche Staatsangehörige. Die Opfer sind gegenwärtig noch nicht identifiziert.

    30.04.2018 17:20 | Von: Kantonspolizei Wallis


    Quelle: http://www.polizeiticker.ch/news/art...froren-116514/
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 30.04.2018, 20:02.

  • Karl-Wolfgang
    antwortet
    Zitat von Wette Beitrag anzeigen
    Da schließe ich mich Pablito an. Guter Artikel und vielen Dank fürs Teilen Artis. Er ist wirklich informativ und hat zugleich emotionale Tiefe.

    Je mehr Hintergründe ans Licht kommen, umso schlechter kommt der Bergführer der großen Gruppe weg. Ohne ihn für den Tod von sieben Menschen direkt verantwortlich machen zu wollen, kommt man nicht drumherum, festzustellen, dass er offensichtlich gravierende Fehlentscheidungen getroffen hat. Die Wetterverschlechterung war absehbar und traf auch nicht erst auf dem Gipfel des Pigne d'Arolla ein. Ob er dabei die treibende Kraft für ein Weitergehen (bei den immer schlimmer werdenden Bedingungen) war oder sich nur von der Gruppendynamik hat treiben lassen, wird sicher nie 100%ig feststellbar sein. Letztendlich fehlte es aber seinerseits an einer klaren Ansage zur Umkehr und genau das wäre seine Aufgabe gewesen. Wie dann die ganze Sache vollends aus dem Ruder lief und in der Katastrophe endete, ist an Tragik am Ende kaum mehr zu überbieten.

    Mich für meinen Teil hat die ganze Sache arg zum Nachdenken gebracht. Ich betreibe zwar stets eine ausgewogene Tourenplanung und war bei meinen bisherigen Touren fast immer mit ner Karte bzw. schriftlichen Routenangaben unterwegs, aber viel zu selten hatte/habe ich ein GPS-Gerät dabei. Und genau das hätte die Gruppe womöglich (rechtzeitig) in Sicherheit bringen können....
    Natürlich sollte man sich nie „blind" vom GPS führen lassen. Denn einerseits kann die Positionsanzeige doch einmal falsch sein (z. B. in der Nähe von Felswänden oder in Schluchten). Andererseits kann die eingespeicherte Route, sei sie aus dem Internet oder selbst gezeichnet, doch nicht die optimale sein. Gerade bei Skitouren ist die optimale Route nicht nur von zeitlich unveränderlichen Gegebenheiten (Geländefaktoren), sondern in erster Linie von aktuellen Bedingungen abhängig. Diese ändern sich oft binnen weniger Stunden. Eine aus dem Internet heruntergeladene Route wird daher fast nie den optimalen Weg darstellen. Sie kann aber, in Verbindung mit eigenen Überlegungen zu den aktuellen Bedingungen, eine große Hilfe darstellen.

    https://www.sportaktiv.com/gps-und-c...uf-der-skitour

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  • freerider80
    antwortet
    Zitat von MANAL Beitrag anzeigen
    Was mich am meisten stört ist dieser Standesdünkel der italienischen Bergführer. Natürlich sollte man nicht den Bergführer gleich an den Pranger stellen. Aber manches passt einfach überhaupt nicht zusammen. Dass er einen Fehler gemacht haben könnte ist für die aber scheinbar von vornherein ausgeschlossen und daher wird da auch in keiner Weise Kritik ausgeübt und Ungereimtheiten angesprochen. Genau diese Art der Denkweise ist ein grundlegendes Problem und führt in Verantwortlichen Positionen zu Fehlern und in solch kritischen Momente ins Verderben.
    sehe ich auch so. Wehe so etwas passiert einer Gruppe die ohne Bergführer unterwegs ist, dann geht der mediale shitstorm so richtig los.

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  • FloImSchnee
    antwortet
    Zitat von Wette Beitrag anzeigen
    ...aber viel zu selten hatte/habe ich ein GPS-Gerät dabei. Und genau das hätte die Gruppe womöglich (rechtzeitig) in Sicherheit bringen können....
    Dazu kurz eine persönliche Erwähnung: ohne handschuhbedienbarem GPS-Gerät mit Track (unserem eigenen und einem vorgeladenen) und Ersatzbatterien hätte ich vor ein paar Jahren wohl nicht mehr vom Mont Blanc heruntergefunden.
    (Nachdem wir die Fehlentscheidung getroffen haben, nicht rechtzeitig umzukehren bei Wetterverschlechterung und Wind und Schneefall alle Spuren verwischt haben)
    Und zuvor hatte ich noch überlegt, ob ich die Ersatzakkus überhaupt einpacken sollte. Man wiegt ja alles ab...

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  • MANAL
    antwortet
    Was mich am meisten stört ist dieser Standesdünkel der italienischen Bergführer. Natürlich sollte man nicht den Bergführer gleich an den Pranger stellen. Aber manches passt einfach überhaupt nicht zusammen. Dass er einen Fehler gemacht haben könnte ist für die aber scheinbar von vornherein ausgeschlossen und daher wird da auch in keiner Weise Kritik ausgeübt und Ungereimtheiten angesprochen. Genau diese Art der Denkweise ist ein grundlegendes Problem und führt in Verantwortlichen Positionen zu Fehlern und in solch kritischen Momente ins Verderben.

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  • Wette
    antwortet
    Da schließe ich mich Pablito an. Guter Artikel und vielen Dank fürs Teilen Artis. Er ist wirklich informativ und hat zugleich emotionale Tiefe.

    Je mehr Hintergründe ans Licht kommen, umso schlechter kommt der Bergführer der großen Gruppe weg. Ohne ihn für den Tod von sieben Menschen direkt verantwortlich machen zu wollen, kommt man nicht drumherum, festzustellen, dass er offensichtlich gravierende Fehlentscheidungen getroffen hat. Die Wetterverschlechterung war absehbar und traf auch nicht erst auf dem Gipfel des Pigne d'Arolla ein. Ob er dabei die treibende Kraft für ein Weitergehen (bei den immer schlimmer werdenden Bedingungen) war oder sich nur von der Gruppendynamik hat treiben lassen, wird sicher nie 100%ig feststellbar sein. Letztendlich fehlte es aber seinerseits an einer klaren Ansage zur Umkehr und genau das wäre seine Aufgabe gewesen. Wie dann die ganze Sache vollends aus dem Ruder lief und in der Katastrophe endete, ist an Tragik am Ende kaum mehr zu überbieten.

    Mich für meinen Teil hat die ganze Sache arg zum Nachdenken gebracht. Ich betreibe zwar stets eine ausgewogene Tourenplanung und war bei meinen bisherigen Touren fast immer mit ner Karte bzw. schriftlichen Routenangaben unterwegs, aber viel zu selten hatte/habe ich ein GPS-Gerät dabei. Und genau das hätte die Gruppe womöglich (rechtzeitig) in Sicherheit bringen können....

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  • pablito
    antwortet
    Sehr spannender Artikel - echt lesenwert!

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  • Artis
    antwortet
    Eine wirklich sachliche und ausführliche Darstellung samt neuerem Interview des italienischen Überlebenden (der dann mit seinem GPS-gerät die Führung der Gruppe übernommen hat) gibt es in der NZZ (man muss sich zwar, um den gesamten Artikel lesen zu können, kostenlos anmelden, das ist aber kein Problem):

    https://nzzas.nzz.ch/hintergrund/wal...den-ld.1383499

    Noch sind nicht alle Fragen geklärt (der Artikel wägt das auch recht genau ab und beleuchtet das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln). Aber etwas klarer sieht man nach dem Lesen doch und kann vielleicht aus dort begangenen Fehlern lernen bzw. für sich selbst Erkenntnisse ziehen.

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  • Wolfgang A.
    antwortet
    Ergänzende Informationen: Es war ein Zufall, dass die Schitourengeher am Morgen nach der Sturmnacht gefunden wurden.


    Sieben Tote hat das dramatische Bergunglück im Wallis gefordert. Ein Augenzeuge sagt, wie man die Bergsteiger fand. Wieso es zum Unglück kam, bleibt ein Rätsel.

    Das Drama am Pigne d’Arolla schockierte diese Woche die Menschen weit über die Bergsteigerszene hinaus. [...]
    Die Tragödie nahm am Sonntagmorgen ihren Lauf. Zwei Skitourengruppen brachen von einer Berghütte im Val de Dix (2928 m ü. M.) auf. Einerseits vier Franzosen, andererseits eine Zehnergruppe, angeführt vom italienischen Bergführer Mario Catiglioni (†59). Die Franzosen wollten ohne Bergführer zur Cabane des Vignettes (3175 m ü. M.). Catiglioni hatte ein ehrgeizigeres Ziel. Er wollte mit seiner Gruppe bis zum Rifugio Nacamuli. Die Hütte liegt ennet der italienischen Grenze. Beide Gruppen erreichten ihr Ziel nicht.

    Wie sich das Drama zutrug, ist Gegenstand heftiger Spekulationen. Klar ist lediglich, dass beide Gruppen sich vereinten und nur wenige hundert Meter vor der Cabane des Vignettes die Nacht verbrachten. Bei Temperaturen zwischen minus fünf bis minus zehn Grad und starkem Wind harrten sie auf offenem Gelände aus. Vier Tourengänger erfroren vor Ort, drei weitere starben später im Spital.

    Durch Zufall gefunden

    Nun wird bekannt, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Der Skitourengänger Thomas Pflügl ist Landesreferent des österreichischen Alpenvereins und war an jenem Sonntag in einer Vierergruppe ebenfalls zur Cabane des Vignettes aufgestiegen, allerdings vom Tal aus.

    Die vier Österreicher erreichten die Cabane de Vignette um 16 Uhr und verbrachten die Nacht dort. Vom Drama, das sich nur 500 Meter entfernt abspielte, bemerkten sie nichts. Am nächsten Morgen gab es um fünf Uhr Zmorgen. Pflügl und seine Begleiter hatten bereits am Vorabend beschlossen, wegen schlechten Wetters ihre geplante Tour zum Rifugio Nacamuli nicht anzutreten. Eine andere Gruppe brach aber um 6 Uhr auf. «Aus meiner Sicht war das verrückt, aber zum Glück haben sie es gewagt, sonst hätten wir die Opfer nie gefunden», sagt Pflügl.

    Wenige Minuten nach ihrem Aufbruch stiess die Gruppe auf die ersten unglücklichen Bergsteiger und alarmierte die Bergrettung. Ein Helikopter brachte die vierzehn Alpinisten schliesslich zur Cabane de Vignettes, wo Pflügl half, die Überlebenden aufzupäppeln. Den Österreichern bot sich ein bizarres Bild. Während einige kaum ansprechbar waren, machten andere einen unversehrten Eindruck. Und dann lagen da auch noch die Toten.

    Das Unglück vor der Berghütte treibt seither die Bergsteiger um. [...]


    Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/schwe...nden-132532798
    Artikel in Auszügen zitiert, Schreib- und Sachfehler korrigiert.
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 06.05.2018, 15:42.

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  • waldrauschen
    antwortet
    Da der Artikel zu beiden Threads zu diesem Unglück passt verlinke ich ihn auch hier.

    http://www.alpin.de/home/news/23932/...odesopfer.html

    Update vom 04.05.2018

    Nach ersten Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft hat der verantwortliche Bergführer Mario Castiglioni - entgegen erster Meldungen - die Nacht zusammen mit seiner Gruppe im Sturm verbracht, ehe er sich dann in den frühen Morgenstunden alleine aufmachte, um Hilfe zu holen.

    Wie es in einer Mitteilung der italienischen Bergführervereinigung Guide Alpine Italiane heißt, wurde der Leichnam Castiglionis am Montagvormittag von den Rettungskräften etwas unterhalb der übrigen Skitourengeher gefunden. Der Rekonstruktion von Bergführervereinigung und Walliser Behörden zufolge, war der Bergführer die erste Person, die bei dem Drama ihr Leben verlor. "Ob wegen des Sturzes oder der Kälte oder wegen beiden" könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.
    Gesichert scheint nur, dass Castiglioni, dessen Frau ebenfalls zu den Todesopfern der Katastrophe zählt, bei seinem Alleingang nicht - wie anfänglich von mehreren Medien berichtet - in eine Gletscherspalte gestürzt war. Auch was die Ausrüstung der Gruppe betrifft, gibt es neue Erkenntnisse. So sei die Gruppe "für die Tour perfekt ausgerüstet" gewesen, wie es in der Aussendung der Guide Alpine Italiane heißt.

    Auch Bergführer Castiglioni, der zwei Söhne und eine Tochter hinterlässt, habe "alle für die Sicherheit nötigen Geräte bei sich [gehabt]: GPS, Satellitentelefon und ein Smartphone mit einer topographischen Karte der Schweiz." Als die Gruppe am Sonntagmorgen aufbrach, sei zwar absehbar gewesen, dass sich das Wetter im Laufe des Tages verschlechtern würde, die Tour sei trotz der negativen Prognose durchaus machbar gewesen, sind sich die Experten der italienische Bergführervereinigung sicher.
    Dass sich das Wetter innerhalb kürzester Zeit in einen handfesten Sturm mit totalem Whiteout, Temperaturen unter Null und Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern entwickeln würde, war nicht abzusehen.


    Es folgt noch ein Interviem mit Reinhold Messner zu dem Unfall. Dieses bietet aber keinerlei neue Information, daher hab ich es hier nicht reinkopiert.

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  • Tomaselli
    antwortet
    Die Frage ist, ob hier irgendjemand von den Beteiligten ein Interview gegeben hat....

    Mein eigenes Erlebnis:
    Ich wollte mit einem Freund in Anfangs der 80 jahre die Piz Roseg Nordwand gehen, wir waren beide 22 Jahre alt. Auf der Tschiervahütte trafen wir am Abend im Winterraum noch drei Müncher ungefähr in unserem Alter an. Die drei hatten das gleiche Ziel. Sie wollten um 4 Uhr starten, und früh dran sein. Wir wollten etwas später kurz vor der Dämmerung losgehen, da ich nicht zu zweit durch den spaltenreichen Gletscher zum Einstig gehen wollte. Als wir am nächsten morgen unter der Wand ankamen, hingen die drei schon ca. 150m in der Wand. Sie hatten den Einstig direkt unter dem linken Serac gewählt. Dort war auch kein Bergschrund zu sehen. Da ich Angst vor Eisschlag habe, sind wir auf die Rippe zwischen die Serags zu, um dem Eisschlag von beiden Serags zu entgehen. Allerdings war dort ein Bergschrund, der mir aber das kleinere Übel schien. Als wir uns unterhalb des Bergschrunds für die Wand fertig machten, brach mit einem lauten Knall am linken Serag, direkt über den drei Bergsteigern ein sehr grosser Eisblock ab ( ich habe die Grösse in meinem Tourenbuch mit Einfamilienhaus beschrieben). Das Eis splitterte sehr schnell und eine dicke Staubwolke umgab uns, links sah ich grosse Eisblöcke ca. 30m an uns vorbeirollen. Als sich der Staub legte, waren wir unter ca. 10cm Eiskristallstaub. Uns ist nichts passiert. Beim Blick in die Wand, war niemand mehr zu sehen. Wir sind dann unter den Serac, um zu sehen, wo die drei sind, schon ahnend, dass es eine Katastrophe wird. Alle drei waren von Eis zerschlagen. Wir konnten mit unseren Hilsmitteln nichts mehr machen. Auch wenn einer noch gelebt hätte, wir konnten mit unseren Kenntnissen nicht helfen, und die Bergwacht musste alamiert werden (Handy gabs noch keines). Sofort eilten wir angeseit zur Tschiervahütte zurück, und verständigten über das Hüttentelefon die Bergwacht, die auch bald mit einem Hubschrauber eingeflogen wurde. Da sich Nebel in die Wand und den Wandfuss legte, flog der Helikopter dann zu uns auf die Hütte und flog uns mit all unserer Ausrüstung und der auf der Hütte verbliebenen Ausrüstung der drei Verunglückten ins Tal. Vom Hubschrauberlandeplatz wurden wir zum Staatsanwalt gebracht, der uns sofort über den Unglückshergang befragte. Sonst wurden wir seither von niemandem über das Unglück befragt. Nur Monate später hat sich ein Vater eines Bergsteigers bei uns gemeldet und wollte von uns von dem Unglück erfahren.
    Am nächsten Tag stand ein Bericht in der Bildzeitung, und auch in der nächsten Ausgabe von Alpin war ein einseitiger Bericht in dem das Unglück beschrieben wurde. An beiden Berichten stimmte bis auf Datum und Bergname so gut wie nichts. Wir wurden weder von einem Reporter der Bild noch vom Alpin befragt, wurden aber als Bergsteiger erwähnt, die das Unglück gesehen haben.

    Ich will damit sagen: Ob einer der Verunglückten/Beteiligten von der Presse befragt wurde, bezweifle ich, man hat da selbst genug mit sich zu tun um das zu verarbeiten. Der Schock des Erlebten sitzt lange. Auch wenn doch ein Interview stattgefunden hat, werden die Aussagen doch reisserisch aufbereitet und selten von dem Interviewten authorisiert, also freigegeben. Fachwissen ist bei Journalisten vor allem in solchen Bereichen oft Mangelware. Eine Beurteilung des Unglücks und Verurteilung von Beteiligten nur nach Geschriebenem aus der allgemeinen Presse würde ich nicht machen. Denn nur wer dabei war, weiss was passiert ist, und auch da verzerrt sich so manches in der Panik, im Schock und in der Schnelligkeit des Erlebten.
    Gruss Thomas

    P.S. Ihr seid die Zweiten, die von dem Unglück damals am Piz Roseg erfahren.
    Zuletzt geändert von Tomaselli; 03.05.2018, 23:45.

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  • FloImSchnee
    antwortet
    So wie der Text klingt, ist das eine verkürzte Darstellung der Krone. Kann gut sein, dass sich die Vier eigentlich bescheidener ausgedrückt haben.
    DER Text ist noch gar nicht mal soo schlimm, die Krone kann noch viel grauslicher sein.

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  • Antares
    antwortet
    @Wette: Dem stimme ich voll und ganz zu. Es lagen mir zunächst auch kritische Worte auf der Zunge. Angesichts der schweren Schicksalsschläge wäre meines Erachtens etwas Zurückhaltung angebracht.

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  • Wette
    antwortet
    Zitat von Karl-Wolfgang Beitrag anzeigen
    Im Schneesturm bewältigten vier Freistädter Alpinisten die Königsetappe auf der „Haute Route“ durch die Walliser Alpen. Doch während dem Quartett der Aufstieg gelang, erfroren 450 Meter von der Hütte entfernt fünf Menschen. „Die Toten sind neben uns gelegen“, schildert OEAV-Landesalpinreferent Thomas Pflügl der „Krone“ die tragischen Erlebnisse.

    http://www.krone.at/1702062
    Aus diesem Interview kann man nichts Brauchbares herausfiltern, außer, dass der Wetterumschwung absehbar war ("Föhnwalze").

    Mal ganz abgesehen von der boulevardtypischen und pietätlosen Berichterstattung (Titel: "Alpinist aus OÖ: "Die Toten lagen neben uns") erscheint mir hier die einzige Lehre: Sei zäh, lern Karten lesen und Biwaks bauen und dann kannst du auch bei solchen Bedingungen auf Tour gehen. Eine kritische Selbstreflexion seitens der Gruppe fehlt mir da ein wenig. Ich will damit noch gar nicht mal sagen, dass man bei solchen Bedingungen nicht unterwegs sein darf. Ich glaube schon, dass die 4er Gruppe wusste, was sie macht und die Situation zum Großteil unter Kontrolle hatte, aber warum geht man mit so einer Stellungnahme an die Medien? Es sind immerhin sieben Menschen dabei gestorben. Riecht ein wenig nach Selbstdarstellung. Und in jedem Fall sendet das in meinen Augen einen falschen Appell an die Gelegenheitsbergsteiger da draußen. Als ob es wirklich nötig ist, die Folgen eines solchen Wetterumschwungs zu relativieren...

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  • Wolfgang A.
    antwortet
    Nach dem Bergdrama am Pigne d'Arolla in der Nacht auf Montag ist am Mittwoch eine weitere Frau im Spital gestorben. Die Opferbilanz steigt damit auf sieben, wie die Walliser Kantonspolizei am Mittwochabend mitteilte.

    Die 42-Jährige starb am Mittwoch gegen Abend, hiess es weiter. Es handelt sich bei ihr um eine italienische Staatsangehörige. Damit stammten sechs der Opfer aus Italien. Bereits am Dienstag war eine 52-Jährige aus Bulgarien ihrer Unterkühlung erlegen.

    Zwei weitere schwer Verletzte schwebten am Mittwochabend nicht mehr in Lebensgefahr. Bei ihnen handelt es sich um einen 72-jährigen Schweizer und eine 56-jährige Französin. Somit ist nun niemand mehr in Lebensgefahr.


    Quelle: http://www.luzernerzeitung.ch/nachri...t46441,1245265
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 03.05.2018, 18:23.

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