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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rettungswesen und anderes am Cerro Mercedario in Argentinien



mercedario
26.03.2009, 02:28
Ich werde demnächst über die Besonderheiten des Mercedario schreiben. Der Anlass ist das angeblich spurlose Verschwinden meines Neffen Andreas Colli aus Ulm - Dez. 02 -. Im Internet ist einiges darüber zu lesen. Tatsächlich wurde er als Alleingänger abgefangen und, wie viele zu wissen glauben, einfach in der Heizungsanlage eines Hotels in Barreal entsorgt. Das Hotel ist jedenfalls. als Einzelheiten bekannt wurden, seit Jahren geschlossen. Es findet sich bisher kein neuer Pächter oder Käufer. die gerichtliche Aufarbeitung dauert unter anderen auch deswegen immer noch an, weil außer einem Zivilisten auch Uniformträger in den Fall verwickelt sein könnten.
Mindestens einer hat Jahre später die Nerven verloren und zu seiner Entlastung d:lol2:en Rucksack am Berg genau plaziert. Es sollte ein Unfall gewesen sein. Aber die Voraussetzungen stimmen hinten und vorne nicht- Außerdem wurde die Rucksackfundstelle Jahre vorher bereits mehrmals eingehend abgesucht, der Rucksack war damals dort noch nicht paziert worden...
andisearcher

renoldna
26.03.2009, 02:35
fragt sich nur: was ist der sinn? also: wozu die ohnehin bekannte geschichte jetzt im gipfeltreffen noch mal auszubreiten? kann mir auch nicht vorstellen, dass leute aus diesem forum jetzt als privatdetektive zu arbeiten anfangen werden. ich denk, der hinweis genügt. mit hilfe von google hat man alles in sekunden. a

mercedario
26.03.2009, 06:26
Sie erhalten Spezialinfos über die Leute und vom Berg. Das wurde bisher noch nie öffentlich beschrieben. Geduld, Geduld.
Ich gehe dabei auch auf 2 tödliche Unfälle - Südwand - und das Rettungswesen im allgemeinen und ganz speziell ein. Detektive habe ich oft genug nach Barreal entsandt. Die waren auch sehr erfolgreich...
andisearcher

mercedario
18.07.2009, 22:06
Alleingänge sind am Mercedario seit 2003 absolut verboten.
Das hängt mit einem deutschen Touristen - eben als Alleingänger - zusammen. Angeblich verschwand er dort spurlos. In Wirklichkeit ließ man ihn :verdächtispurlos verschwinden.
Es wird alles getan, den Vorfall nicht aufzuklären. Namhafte Bergführer und ihre Assistenten helfen dabei tatkräftig mit.
4 Jahre später wurde seine Ausrüstung, die bis dahin versteckt wurde, an die Ostwand gebracht. er war aber nie dort. Und es gibt 2 Fundorte. Gleich 2 Interessenten stimmten sich nicht ab, deshalb gibt es auch 2 Fundorte. Beide Fundorte wurden hervorragend präpariert. Jedoch nur ein Fundort ist der richtige, wo sein einziger Rucksack für nur einige Wochen abgestellt wurde.
Er wäre kein Problem zu klären, wer nahm dem Deutschen den Rucksack ab und stellte ihn erst Jahre später an der Ostwand ab? Aber man will es offensichtlich nicht klären, Uniformträger und ein Hotelier könnten in arge Bedrängnis kommen, auch der Tourismus leiden. Eigentlich alle Einwohner von Barreal wissen Bescheid, schweigen aber. Alles wird unterdrückt. Da wirken sie alle mit, freundlich und hilfsbereit wie sie sind.
mercedario

mercedario
21.07.2009, 22:19
Das Rettungswesen und anderes am Cerro Mercedario, geschildert von mercedario.
Ausgangsort für den Berg ist das Kaff Barreal, knapp 5.000 Einwohner. Es gibt ein Kranken-haus, aber man staune, keinen Operationsraum. Da dieser argentinische Ort im Grenzgebiet zu Chile liegt, die Grenze unter anderem am hinteren Teil des Mercedario verläuft, ist in Barreal die Schwadron 26 der GN (Gendarmerie Nacional) stationiert. Diese militärische Elitetruppe ist gleich an mehreren strategischen Punkten am Berg Mercedario stationiert. Manchmal haben Touristen mit ihnen den ersten Kontakt gleich nach dem Ortsausgang von Barreal, wenn sie in eine Kontrolle geraten. Das ganze Gepäck muss vom Fahrzeug, jedes Stück, auch das kleinste Täschchen muss geöffnet werden. Schließlich haben sie keine Spürhunde. Wenn keine Kontrol-le ist, ist der Haltepunkt nach 35 km erreicht, beim Nadelöhr Las Juntas, einer ganz schmalen Flussbrücke, die Hauptzufahrt zum Mercedario. Hier findet die Zwangsregistrierung der GN statt. Das notwendige Permit, das die Bergbaufirma verlangt, legt der autorisierte Touristenfah-rer vor. Bewaffnet sind die Posten, die rund um die Uhr vor Ort sind, mit Pistolen, Kaliber 9 mm, die meist im Wachraum gelagert werden. Da in Las Juntas oft nur einer oder gar keiner der Posten Uniform trägt, werden sie oftmals auch für Angestellte vom Bergwerk gehalten. Zig Da-ten werden im Wachraum, im umfunktionierten Seecontainer, erfasst. Alle Vordrucke sind aus-schließlich in Spanisch verfasst. Ein Bergführer oder sein autorisierter Helfer müssen behilflich sein. Die Posten sprechen kein Englisch. Auch kaum ein Einwohner in Barreal, wozu auch. Un-ter anderem sind das Rückkehrdatum und die Route bei der Registrierung anzugeben. Wer dann nicht zeitgerecht wieder erscheint, der wird automatisch gesucht, darauf wird ausdrücklich hingewiesen. Also wer am Berg nicht mehr laufen kann, muss jemanden zu einer Kontrollstelle, entweder Santa Ana am Coloradotal oder Las Juntas, am Bergausgang, nur diese beiden kommen für Bergsteiger in Betracht, schicken oder abwarten bis das Rückkehrdatum über-schritten ist. Dann erscheinen sie, die Recatestaffel der GN. Alleingänger dürfen aufgrund ei-nes besonders merkwürdigen Vorfalls nicht mehr auf den Berg, werden strikt abgewiesen.
Es ist auch schon vorgekommen, dass gesucht wurde, obwohl der Gesuchte, damals – 2002 - waren noch Alleingänge möglich, gar nicht mehr am Berg war, was aber nur wenige Eingeweih-te wussten. Das war der Fall, als sie einen Touristen suchten, der am Rückkehrtag angeblich nicht auftauchte. Gibt es ein besseres Alibi? Man muss ja nicht erwähnen, dass er möglicher-weise doch vorzeitig zurück war. Eben ein sauberer, aber eigentlich unerklärlicher Bergunfall, und man war doch so bemüht, ihn zu finden. Möglich, dass er in eine Spalte in der Ostwand fiel. Ob er tatsächlich dort hin wollte oder war, ist nicht wichtig. Spuren bei einer dennoch vorsorglich eingehenden Spezialsuche an der Ostwand gab es absolut keine. Er war bei Alleingängen stets auf die leichte Normalroute fixiert und bewiesen, auch ohne Eisausrüstung unterwegs. Eine behauptete Höhenanpassung in der Nähe der Ostwand brauchte er nicht, denn kurz zuvor war er ohne Probleme auf dem Gipfel des Aconcagua gewesen, was aber keiner bei der GN wuss-te. Man setzte schnell noch einen drauf um die Sache erklärlicher zu machen, er wurde einfach als Anfänger eingestuft. Merke, nicht jeder Bergunfall, der als solcher ausgegeben wird, muss auch tatsächlich einer sein!!! In Argentinien ist so etwas und noch viel mehr möglich. Die Uni-formträger, zumindest an diesem Berg, sie können einfach alles, auch ungestraft lügen. Und über allem steht der eigene, mächtige Geheimdienst der GN, der ungeahnte Möglichkeiten hat.
Hinterbliebene eines geborgenen Unfallopfers an der spektakulären Südwand waren später sehr erstaunt, alle Wertsachen und viel Ausrüstung des Verstorbenen fehlten. Der zweite Mann war auch erstaunt, er wurde, als er seine Ausrüstung am Unfallort zurückließ, um schnell den tödlichen Unfall in Santa Ana zu melden, sofort festgesetzt und ins Hauptquartier verbracht. Hätte ja auch ein Tötungsdelikt sein können. Da schalten sie ganz schnell, können sich in aller Ruhe alles ansehen, bzw. untersuchen. Auch er stellte später, als ein Unfalltod ermittelt und er freigelassen wurde, fest, ihm fehlte einiges an wertvoller Ausrüstung. Auch von dem gesuchten und bis heute nicht gefundenen Deutschen fehlen im Rucksack Wertsachen und Ausrüstung. Also drei Personen bei etwas riskanteren Manövern oder in verkehrsarmen Zonen, das wäre schon sicherer.
In verkehrsarmen Zonen in unterschiedlichen argt. Regionen sind übrigens 2002 und 2004 wei-tere zwei alleinreisende Touristen spurlos verschwunden, bis heute nicht gefunden worden.
Zurück zum Mercedario. Extremhochwasser kann den Rückweg auf der Normalroute in der Schluchtenpiste von El Molle nach Las Juntas unpassierbar machen.
Auch hier hilft dann das Rescateteam, weil ein Heli, der aus dem 200 km entfernten San Juan kommen muss, meist nicht einsetzbar ist, was verschiedene Gründe haben kann. Z. B. der Gouverneur ist damit unterwegs oder es gibt zu starke Winde am Berg. Der ständig am 80 km vom Mercedario entfernten Berg Aconcagua stationierte Heli ist von der Stadt Mendoza ange-mietet und darf nirgendwo anders eingesetzt werden, egal wann wo und was passiert ist.
Also alle Ausrüstung verbleibt bei Hochwasser dann bei El Molle. Es wird steil und stundenlang ins Coloradotal abgeseilt. In Santa Ana bei der GN ist dann ein etwas längerer Aufenthalt, bis der LKW zur Abholung eintrifft. Dort erlebt man, wie sich die GN als Wochenendkrieger auffüh-ren können. Torkelnde, stark Schwankende, mit Waffen hantierende Posten sollten nicht irritie-ren, ganz cool bleiben… Die Ausrüstung wird Wochen später ins Heimatland nachgeschickt. Quizfrage: wie viel kommt an? Richtig, weniger als 50 Prozent aus jedem Rucksack!! Das muss aber nicht unbedingt an der GN liegen, es gibt da ja auch noch den argent. Zoll. Alles bewiese-ne Tatsachen...
Bei Streitigkeiten unter Einwohnern im Ort kam es vor, dass ein Uniformträger drohte, sein Wi-dersacher im Streit um eine Dorfschönheit werde enden wie damals ein Tourist. Da ist immer noch seit Jahren ein Hotel geschlossen, irgendetwas soll mit der Heizung sein, aber eben kein Defekt, sagen sie im Ort. Ein Nachfolgebetreiber ist nicht in Sicht. Und war es ein Uniformierter, der Jahre später, als Gerüchte nicht verstummten, die Nerven verlor und den bis dahin ver-steckten Rucksack an die Ostwand trug und genau platzierte? Und war es ein Zivilist, der mit Hilfe eines namhaften Bergführers fast zeitgleich hier eine 2. Fundstelle wegen mangelnder Abstimmung erfand und präparierte? War es deshalb doch ein Unfall, obwohl dafür objektiv sowieso alle Voraussetzungen fehlen? Und namhafte Bergführer nebst Helfer stützen noch al-les mit erwiesenen falschen Infos. Jahre vorher hatte man übrigens extra einen Zeugen gekauft, der ihn ganz genau beschrieb, als der Gesuchte angeblich an der Straße in Richtung Uspallata als Anhalter unterwegs war, aber nirgendwo ankam. Diese Falschaussage wurde inzwischen erkannt. Passiert ist aber nichts. Es müssten nur 2 Berghirten, die sich auf Gepäcktransport spezialisiert haben und von denen einer als Messerstecher bekannt ist, verhört werden. Sie hatten den Rucksack zeitweilig im Dez. 06 in Besitz. Ihre Erzählungen, wie sie in den Besitz kamen, ist inzwischen als klar erlogen anzusehen. Aber es war dennoch der richtige Fundort. Warum die nicht verhört werden, bleibt ein weiteres Geheimnis des derzeitigen Untersuchungs-richters. Ein Uniformträger käme dann wahrscheinlich in zu arge Bedrängnis.
Vor einiger Zeit zog man aus einer großen Abwasserleitung ein höchst merkwürdiges Teilgerip-pe. Gab es damals Probleme mit einer Hotelheizung? Zum DNA-Ergebnis wird geschwiegen. Sollte das Restgerippe an die Ostwand gebracht werden, einen Unfall endlich perfekt erschei-nen lassen? Denn eine Zeitung schrieb kürzlich, jetzt wolle man Videokameras dort absenken, um nach Körperresten in Spalten zu suchen. Soll der Mercedario zum Zauberberg mutieren? Gab es deswegen kürzlich zur argentinischen Winterzeit mit außergewöhnlichen minus 28 Grad am Berg einen spektakulären schweren Unfall an der Ostwand? Nur die Südwand ist außeror-dentlich interessant, lockt Kletter-Touristen aus aller Welt an. Hier musste es aber wohl unbe-dingt die erheblich kleinere, und insoweit unbedeutende Ostwand sein.
Es waren im Juli 09 drei absolute Fachleute in der Ostwand, die bei ca. 4.200 m beginnt. Einer von ihnen ist inzwischen ein besonders enger Vertrauter der GN. War es von hoch spezialisier-ten Kennern und Könnern der Region lediglich eine Spinnerei ausgerechnet in diese Wand zu ungünstigster Jahreszeit zu gehen? Zunächst vergeht mindestens ein tatenloser Tag für die notwendige Anpassung an die dünne Höhenluft. Danach erst kann man in die an sich belanglo-se Wand einsteigen und auf Eisflächen höher klettern. Oder war es doch ein Spezialauftrag von interessierter Seite? Suchte man auf einer ganz ungewöhnlichen Strecke nach geeigneten Spalten und Ritzen, die per GPS, was man dabei hatte, markiert werden sollten, um Ablagestü-cke später wieder aufzufinden zu können? Oder waren Restknochen bereits am Berg deponiert, die sie durch „Zufall“ – aber mittels GPS - finden sollten?
Nur der schwere Unfall verhinderte wohl den Erfolg dieser höchst seltsamen Aktion. Per Satelli-tentelefon wurde übrigens der Hubschrauber aus San Juan mit Rettungskräften angefordert. Zwei Schwerverletzte wurden nach Notarztversorgung ausgeflogen.
Einen Gesamtüberblick ermöglicht die beigefügte, leicht und etwas ungenau ergänzte Grafik.