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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwindelfreiheit,erlernbar?



petra
04.02.2005, 08:05
Kann mir jemand sagen ob man es erlernen kann schwindelfrei zu werden , und wenn ja wie?
Es ärgert mich maßlos , wenn ich nicht zum Gipfel komme , nur weil die letzten paar Meter über einen schmalen Grat gehen.

Bergfex
04.02.2005, 08:11
Servus Petra!

Schwindelfreiheit und Höhenangst - beide "Probleme" liegen sehr eng beisammen und wurden im Forum voriges Jahr schon einmal diskutiert.....schau mal hier (http://www.gipfeltreffen.at/showthread.php?t=1334&highlight=schwindelfrei)

der schwindelfreie Fex

pablito
04.02.2005, 13:04
Ich glaube ich habe damals unter "hier" nix geschrieben...

In gewissen Maße ist das bei dem einen oder anderen(Frau, Mann, Kind) erlernbrar besser gesagt antrainierbar.

In meinen Jugendjahren, als ich sogar noch klettern gegangen bin - meine für mich damals tollsten Touren waren Akademiker(Rax) im Abstieg solo, Stadlwandgrad in Wechselführung mit meiner Mutter u.v.m. Damals fühlte ich mich der dortigen Ausgesetzheit gewachsen. Im Laufe der Jahre und nachdem ich mit dem Klettern ganz aufgehört habe, ging diese Sicherheit zurück.

Bei unzähligen vielen Touren, vorallem bei meiner Pyrenäen Nonstopp-Durchquerung 1990 und auch bei vielen extremeren Zelttouren in den chilenischen Anden bin ich manchmal fast täglich mit dem Problem nicht ausreichend schwindelfrei zu sein konfrontiert worden.

Ich habe mir so geholfen:

1) Rucksack abnehmen(der war immer groß & schwer) und die Stelle oder Passage in Ruhe mal ohne Gewicht begutachten.

2) Schauen ob sie sich mit viel Vorsicht doch begehen läßt und dann mit dem RS drüber gehen.

3) Wenn ich mich nicht getraut habe, versuchte ich eine Umgehungsstelle zu finden(war fast immer möglich, außer bei Kletterrouten).

4) Die mühsamste(aber sicherste) Variante zurückgehen und einen anderen Weg nehmen(bei Klettertouren leider zumeist unmöglich, weil man meist eh auf der für einen leichtesten Route unterwegs ist!).

5) Inzwischen nach fast 40 Bergjahren haben ich mich daran gewöhnt, daß ich eben nicht so schwindelfrei bin, wie viele andere BergsteigerInnen und kann da mit gut leben und habe trotzdem viel Freude in den Bergen und es belastet mich nicht!

LGr. Pablito

tonion
04.02.2005, 14:02
Wie schon erwähnt, liegen das Gefühl Nicht-Schwindelfrei und Angst sehr nahe beisammen.

Es war auf dem Weg zum Eis-und-Fels-Kurs auf der Braunschweiger Hütte. Wir hatten Rucksack mit Pickel bei der Materialseilbahn gelassen und nicht daran gedacht, dass wir oben ein steiles Schneefeld queren mussten (im Sommer ist das ein Wiesenhang mit Weg). Es ging rechts neben der Spur direkt zum Freien Fall auf den Gletscher. Ich hatte Angst. Da kam uns ein älteres Ehepaar mit zwei selbst laufenden Kindern entgegen. Ich fragte den Mann, wie der (für mich so scheussliche) Weg weitergeht. Er erkannte die Situation und meinte: Hast a Angst ? Schau net obe! Es ging mit diesem Ratschlag weiter. Am Rückweg vom Kurs sind wir den Weg hinunterspaziert, als ob es im Stadtpark wäre.

Offensichtlich kann man zumindest Höhenangst abtrainieren, für mich ist es auch mit der Schwindelfreiheit so. Wenn ich im Frühjahr wieder anfange auf den Berg zu gehen, beginne ich etwas vorsichtiger, aber mit der Trittsicherheit verschwindet dann auch das "Bauchwehgefühl"

LG Gerhard

Sigerl
04.02.2005, 14:31
Schwindelfreiheit ist erlernbar, allerdings braucht es dafür sehr lange.
Habe es selbst erlernt,habe Zimmerer gelernt und in meiner Lehrzeit habe ich auf vielen Kirchtürmen gearbeitet. Konnte am Anfang weder runtersehen noch frei steigen.Nach einigen Monaten jedoch bin ich ohne Sicherung (das gabs damals fast nicht) auf den Türmen rumgestiegen.
Nur fürs erlernen must Du wochenlang jeden Tag irgendwo rauf.

mfG. Sigerl

lupe
04.02.2005, 16:02
Kann mir jemand sagen ob man es erlernen kann schwindelfrei zu werden , und wenn ja wie?
Es ärgert mich maßlos , wenn ich nicht zum Gipfel komme , nur weil die letzten paar Meter über einen schmalen Grat gehen.

Hallo petra,

ich muß da Sigerl recht geben, das kann man/frau erlernen "üben, üben und nochmals üben".
Ihr habt doch im flachen Norden bestimmt Kletterhallen - das ist zwar nicht wirklich "luftig" (ausgesetzt), aber eine gute Möglichkeit (sicher) sich an die Höhe zu gewöhnen.
Und danach ab in die Alpen, einen Kletterkurs besuchen - schöne Abseilruten machen und alles mögliche andere.
Vertrauen zur Ausrüstung zu gewinnen - wichtig!
Und dann ist es Dir "irgendwann" ziemlich egal ob's da 10, 20 oder 200m runtergeht.
Fliegen sollte man/frau sowieso vermeiden - es ist ziemlich egal ob aus 10, 20 oder 200 m, das Ergebnis ist meist dasselbe.

Liebe Grüße
Peter

Schelli
04.02.2005, 16:25
Das nennt man auch Desensibilisierung - nämlich sich seinen Ängsten auszusetzen (hier vorsichtig), um diese zu bekämpfen.

Es geht, ist aber individuell verschieden effektiv.

LG
Schelli

Willy
04.02.2005, 18:29
Entschuldigt meinen Einwurf ( aber es ist ja noch Fasching :karneval: ) .

Ich stelle einmal die umgekehrte Frage :

IST SCHWINDELGEFÜHL ERLERNBAR ?

petra
04.02.2005, 19:17
Könnte sein, durch zum Beispiel überängstliche Mütter,die ihre Angst auf ihre Kinder übertragen

WanderPeter
04.02.2005, 19:19
Entschuldigt meinen Einwurf ( aber es ist ja noch Fasching ) .

Ich stelle einmal die umgekehrte Frage :

IST SCHWINDELGEFÜHL ERLERNBAR ?


Jaja es ist Fasching. Da kannst Du's ja gleich mal erlernen wie man schwindlig wird. Trink einfach ein paar anständige Glaserln :wein: :bier: ....und schon kommt das Schwidelgefühl. *würg* :sabber1:

vdniels
04.02.2005, 19:50
ich glaube nicht, das völlige schwindelfreiheit erlernbar ist. wie oben schon mehrmals gesagt, kann man sich daran gewöhnen. aber eben nur bis zu einem gewissen grad. darüber hinaus wird die angst genauso wieder kommen. ausserdem denke ich, das es allgemein eine kopfsache ist. wenn man ausgesetzte passagen in super kondition begeht, mekrt man die ausgesetztheit manchmal kaum. anders aber, wenn man gleiche passage "auf dem letzten loch pfeiffend" bewältigen will. hier kommen einem dann mit sicherheit zweifel und ängste. und wie oben auch schon aufgeführt erachte ich es als sehr wichtig, ersteinmal vertrauen in die sicherungen und natürlich in den partner aufzubauen. ich kann mich noch genau an mein erstes mal mit meinem kumpel in der kletterhalle erinnern. am anfang liess ich mich ersteinmal mehrmals aus kleinsten höhen ins seil fallen. als das vetrauen in ihn aufgebaut war, ging es viel leichter und entspannter voran.
gruss, vdniels

Stephan86
04.02.2005, 20:15
Ich glaube schon, dass Schwindelfreiheit erlernbar ist, jedoch braucht es - wie oben schon erwähnt - oft lange Zeit. Je früher man sich mit dieser Angst konfrontiert, desto schneller die Desensibilisierung.

Ich zum Beispiel hatte vor fünf, sechs Jahren eine nicht allzu stark ausgeprägte Höhenangst. Doch mit ständig ausgesetzteren und längeren Passagen gewöhnt sich der Kopf an die Höhe. Mir persönlich hat außerdem das Balancieren über irgendwelche Sachen in geringer Höhe viel geholfen, weil dadurch auch die Trittsicherheit steigt, und wenn mam sich einer sehr guten Trittsicherheit bewusst ist, hat man nicht mehr so die Angst irgendwo runterzufliegen.

Auch Klettersteige können einem sehr behilflich bei der Bewältigung von Höhenangst sein. Wenn man kontinuierlich ausgesetztere, steilere und luftigere Stellen wählt, und dazwischen immer wieder einen leichteren Steig, den man schon mal gegangen ist, so wird man merken, dass bei der neuerlichen Begehung viel weniger Angst dabei ist.

MfG

Stephan

Rotze_27
19.08.2006, 22:52
Also ich werde ab und zu in der Höhe aus heiterem Himmel panisch, und zwar passiert das eher auf einem freien Grashang der 30°-45° geneigt ist als an einer senkrechten Felswand mit Drahtseilsicherung.
Welche Wege und Gipfel ich mit dieser körperlichen Einschränkung beschreiten kann könnt ihr euch ja ausmalen da die meisten Steige immer irgendwann in einen freien Grashang münden...

Naja, hab aber als Kind mein Hirn immer überlistet und zwar an der Kampenwand (D, Chiemgauer Alpen). Dort ist nämlich ein freier Grashang mit eben der Neigung, der unten in eine kleine Ebene mündet, nach oben jedoch immer steiler wird und am Ende schliesslich im Fels mündet, der einer hohlen Zahnreihe ähnelt. Um den Grashang zu bewältigen hab ich mich in einiger Höhe am Hang postiert und angefangen Purzelbäume zu schlagen, bis mir schwindelig war. Dann wieder Pause. Dann höher, immer höher, solang bis die Neigung das nicht mehr erlaubt hat. Dann erstmal ins untere Steilstück gegangen und gewartet, bis mir schwindelig wurde, dann wieder in Sicherheit, dann wieder etwas weiter nach oben... Eine Stunde später stand ich im Fels, kraxte eine Leiter hoch, an der Aussenwand einmal am Drahtseil und 20-cm Sims um den Ostgipfel getippelt, Leiter hoch und dort Stand ich auf dem Gipfel, musste nur ganz kurz das Kreuz umklammern und war quasi für den Rest des Tages schwindelfrei...
Naja, das mit den Purzelbäumen würd ich heut nimmer machen, zwecks Peinlichkeit, aber das immer wieder an seine Grenzen gehen- und sind sie auch noch so lächerlich- oder gezielt in Sicherheit im steilen Gelände Schwindel erzeugen (z.B. schnelles Drehen um die Körperachse und abruptes Anhalten) - bringt wirklich was...

Willy
20.08.2006, 01:19
Also ich werde ab und zu in der Höhe aus heiterem Himmel panisch,
und zwar passiert das eher auf einem freien Grashang der 30°-45° geneigt ist . . .
Eine Freundin von mir bekommt auch in einem schrägen Grashang allmählich die Panik,
sogar wenn sie sich sogar auf einer (schmalen) Straße befindet !

Nach einer Zeit beginnt der Hang zu "kippen" und ihr "auf den Kopf zu fallen". ( Steile Leitern sind ihr hingegen wurscht. )

Ich hatte auch ein Schülerin mit ähnlichen "Grashang-Ängsten".

Meine Empfehlung lautet : (Mindestens) 3 Sitzungen bei "Siegmund Freud" !
Denn es ist klar, daß dies eine rein psychische also eine Kopf-Sache ist.

Dennoch ändert sich bei mir die Angst vor Abgründen auch ständig :
Manchmal zittere ich beim Aufstieg schon bei einer "banalen Stelle" herum.
Dann kommt eine langdauernde Kletterei überhaupt mit schwindelnden Höhen.
Und beim Abstieg gehe ich dann mit totaler Sicherheit über diese "banale Stelle".

dokta beschreibt dieses Problem im nächsten Beitrag völlig richtig und zutreffend :

dokta
20.08.2006, 08:22
Wenn man sich viel und oft in ausgesetztem Gelände bewegt, nehmen Schwindelgefühl bzw. Höhenangst sicher ab. Nach längeren Kletterpausen ist es mir beispielsweise nicht ganz wurscht, wenns plötzlich ein paar Meter über der letzten Zwischensicherung schwer wird. Schwindelgefühl hat nämlich sehr viel mit der Sicherheit zu tun, mit der man sich im jeweiligen Gelände bewegt, ob das jetzt eine steile Wiese, ein schmaler Grat, oder eine Felswand ist. Unsicherheit löst in solchen Situationen einfach Angst aus.

Tara108
21.08.2006, 22:22
Leider kenne ich auch das Gegenteil. Ich war mir meiner Höhenangst u. Schwindelgefühlen nie so bewusst, und vor allem bei ausgesetzten Querungen bin ich einfach m. mulmigem Gefühl drübergegangen. Dann waren einige ausgesetztere Klettersteige dran, bei denen ich wirklich Panik am Berg hatte, und nur durch gutes Zureden meiner Freunde bzw. mithilfe der Hand meiner Wanderkollegen, konnte ich mich über ungute Passagen rüberretten. Und 2003 bin ich einfach zu oft ausgesetzte Sachen gegangen, sodaß ich beim Gamsecksteig, den ich vorher 2x relativ problemlos bewältigte, bei einer Querung ebenfalls nur sehr zögerlich und ängstlich weiterging.

Für mich gilt also auch der Umkehrschluss, zuviele exponierte Stellen sind kontraproduktiv. Ich glaube für mich, dass ich eigentlich die irgendwie doch erfolgreich gemeisterte Tour möglichst schnell - entweder am nächsten Tag od. Wochenende - wiederholen sollte, und nicht den nächsten Berg in Angriff nehmen sollte.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Und, wie bereits vorher angemerkt, durch mangelnde Trittsicherheit (trifft bei mir leider zu) wird die Angst sicherlich verstärkt!

a666
22.08.2006, 09:06
klar, sich massenweise zu exponieren kann auch nicht die lösung sein. ich glaube das hauptproblem ist auch hier der erwartunsgdrang oder der drang der umgebung (so nett sie dich über die heiklen stellen führt). du musst deinen eigenen rhythmus gehen und wenn du dir am tag X einen passage nicht zutraust die du zuvor schon ein paar mal gemeistert hast, dann ist's auch wurscht.

ich versuche solche sachen dann alleine anzugehen, wenn technisch möglich und zeit dann schaue ich mir die passage zb. vom gegenhang an. von einer solchen felsnase weiss ich nun, dass ich sie im süden umgehen kann. das nächste mal werde ich es dort probieren.

Lampi
22.08.2006, 10:24
Also ich werde ab und zu in der Höhe aus heiterem Himmel panisch, und zwar passiert das eher auf einem freien Grashang der 30°-45° geneigt ist als an einer senkrechten Felswand mit Drahtseilsicherung.
Hier geht es weniger um (irrationale) Höhenangst als darum, dass man dem Gras (zu recht) entweder in Sachen Grip oder in Sachen Stabilität nicht zu 100% traut. Da hilft ein Kurzpickel. Ich habe außerdem beim Klettern (fast) immer Grödel dabei. (nur letzte Woche zu Hause liegen lassen :dumm: :mauer: ) da verliert selbst nasses Gras unter Kletterschuhen seinen Schrecken.

Andele
22.08.2006, 11:32
Soweit ich weiß, ist Schwindel bzw. Höhenangst eine Art Phobie, vergleichbar mit Spinnenphobie, Klaustrophobie (Raumangst) oder Flugangst. Mit dem Unterschied, daß Höhenangst die übersteigerte Reaktion auf einem natürlichen Angstreflex ist, der vom Gehirn ausgelöst wird, wenn das Unterbewußtsein eine Gefahrensituation bemerkt (und für den Menschen ist der Blick in einen Abgrund eben eine solche Gefahrensituation).

Damit ist Höhenangst genauso abtrainierbar wie alle anderen Phobieen: Nämlich indem man sich regelmäßig kontrolliert und in vorsichtig steigernden "Dosen" dem Angstreiz aussetzt und bewußt dabei versucht, entspannt zu bleiben.
Versuch es mal vorrübergehend mit Klettersteiggehen. Die moralische Wirkung des Stahlseils ist eine ungeheure...:???: :up:

martin_l
22.08.2006, 11:57
Meine persönlichhe Erfahrung geht auch dahin, daß man sich mit der Zeit an Höhe und Ausgesetztheit gewöhnt; als Jugendlicher war ich völlig angstfrei, nach einigen Jahren "Bergpause" hingegen hatte ich auch bei vielen Stellen Probleme. Viele haben hier schon gute Tipps gegeben, ich möchte daher nur meinen ergänzen:

Geh nur das, wo Du Dich sicher fühlst, kehr bei ungutem Gefühl immer um oder such einen alternativen Weg. Versuch aber andererseits immer wieder an deine Grenzen heranzugehen; irgendwann geht man dann ganz von selbst etwas, was einem vorher unmöglich erschienen wäre. Wenn man das Gefühl hat, sich selbst entscheiden zu können und nicht über eine unangenehme Stelle drüber zu müssen, fällt einem vieles leichter. Außerdem bekommt man mit steigender Übung eine höhere Trittsicherheit - das "entschärft" auch vieles.

In diesem Sinne - allen viel Glück beim "Schwindel-Abtrainieren"!

Cesca
22.08.2006, 12:39
Hi, Leute!

Also, ich weiß nicht, ob das was ich habe/hatte unter "Schwindel" passt, aber ziemliche Panik ab sagen wir 5m Höhe hatte ich auf jeden Fall.
(Das ging bis hin zu Zittern am ganzen Körper, die Tränen hats mir rausgedrückt... War teilweise ziemlich peinlich.)

Ich hab mich innerhalb weniger Wochen - in denen ich sicher 3 bis 4 Mal Minimum pro Woche klettern war - dann so dran gewöhnt, dass die Sucht ("Ich muss da einfach rauf") stärker geworden ist, als die Angst.

Außerdem ist mir aufgefallen, ab so 150m ist mir die Höhe total wurscht. (Tja, bis dorthin raufklettern war halt am Anfang zach :) )

LG, Cesca

onHopper
27.08.2006, 08:04
Meine Freundin leidet sehr an Höhenangst - selbst in etwas luftigeren Stiegenhäusern - und es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer! Nachdem ich seit zwei Jahren leidenschaftlich klettere habe ich sie dazu überredet, einen Kletterkurs zu machen und wir gehen jetzt wöchentlich in die Halle.

Dies hat wahrlich geholfen! Heuer sind wir bereits ziemlich ausgesetzte Wege mit Kletterpassagen gegangen! Auf jeden Fall hilft immer ein kleines Seil, das man als psychologische Unterstützung in die Hand nehmen kann oder um die Brust binden kann - dies war schon mehrfach nützlich!

Willy
27.08.2006, 08:37
Mußte Deine arme Freundin leicht vorher immer ohne Seil gehen ?

Auf jeden Fall hilft immer ein kleines Seil,
das man als psychologische Unterstützung in die Hand nehmen kann oder um die Brust binden kann
- dies war schon mehrfach nützlich!
Deine Freundin kann ich gut verstehen !
Die hat wahrscheinlich ohnedies schon mehr als einmal ihr Leben für Dich riskiert.
Denn ich würde ohne Seil z. B. in so einem Gelände keinen einzigen Schritt tun !

39674
Paternkofel Anke VL

miss marple
27.08.2006, 09:24
Auf jeden Fall hilft immer ein kleines Seil, das man als psychologische Unterstützung in die Hand nehmen kann oder um die Brust binden kann - dies war schon mehrfach nützlich!

Um die Brust binden? Wie darf man sich denn das vorstellen? Dass Du die arme Frau stundenlang - nur psychologisch - de facto NICHT gesichert an einer Leine durchs leichte Klettergelände führst?

Mir fehlen die Worte.

Lampi
28.08.2006, 10:45
Versuch es mal vorrübergehend mit Klettersteiggehen. Die moralische Wirkung des Stahlseils ist eine ungeheure...:???: :up:
Wie schon in einem anderen Thread: Die Luft ist ein Freund - der Feind ist der Boden.

Peppi55
28.08.2006, 11:05
Wie schon in einem anderen Thread: Die Luft ist ein Freund - der Feind ist der Boden.
mit sicherheit ein guter spruch .... wirklich?

luft braucht man zum atmen, also ein freund, ok.
den boden zum anbauen, also ein feind? naja, nich so sicher.

Lampi
28.08.2006, 12:07
luft braucht man zum atmen, also ein freund, ok.
den boden zum anbauen, also ein feind? naja, nich so sicher.
Es geht hier ums Runterfallen. Wenn Du am Boden aufschlägst, bevor Dein Fall gestoppt wurde, dann ist der Boden Dein Feind.
Noch Fragen?

Peppi55
28.08.2006, 12:20
Es geht hier ums Runterfallen. Wenn Du am Boden aufschlägst, bevor Dein Fall gestoppt wurde, dann ist der Boden Dein Feind.
Noch Fragen?
nein keine fragen mehr.

es ist ein guter spruch ... vor allem ein super gescheiter :up:

Wuidara
28.08.2006, 16:35
Servus, das Thema beschäftigt mich auch schon seit Wochen. Früher als Kind bin ich überall raufgekraxelt, konnte oben auf dem First unserer Werkshalle balancieren und heute wird mir sehr schnell schlecht, wenn ich z.B. momentan die sog. Jagdsteige in einem Bergrevier gehe. Das ist im Grunde leichtes Gelände, aber es geht halt an der einen Seite sehr steil runter. Habe hierbei festgestellt, dass ich mich als umgepolter Linkshänder sehr viel sicherer fühle, wenn meine linke Körperseite bergwärts geht.

Gruß, W.

DonDomi
28.08.2006, 20:53
Hi

Ich bin ja wahrscheinlich auch nicht 100% frei von Höhenangst, allerdings profitiere ich stark, davon dass ich in den Bergen aufgewachsen bin und als Kind viel im Wald, unwegsamen Gelände und an heiklen Stellen unterwegs war, wenn ich heute sehen, wie wir jeweils Bergsteiger gespielt haben an Orten wo man bei dem kleinsten Fehltritt 10-15m in die Tiefe fällt, wundere ich mich schon, dass nie etwas passiert ist. Dadurch bin sehr trittsicher und was ich als noch grösseren Vorteil einschätze, ich sehe eigentlich fast immer, wo die guten Stellen zum draufstehen oder sich halten sind. Das gibt ein relativ grosses Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die mir dann jeweils viel von dem mulmigen Gefühl nehmen.

skywalker
29.08.2006, 20:31
Da passt eine (für mich) amüsante Behauptung eines guten Freundes sehr gut her:
Der sagt, jegliche Angst vor Höhe, und sei es auch nur Respekt vor Abgründen, ganz ohne Übersteigerung, sei Höhenangst. Und die will er sich abtrainieren, damit er auch an der Kante eines 200m Abgrundes ohne Sicherung stehen kann, und keine Angst hat.

Ich halte ihn diesbezüglich für verrückt, weil ich ein gewisses Angstmass also durch die Selbsterhaltung angebracht als normal und gesund ansehe...

Aber er balanciert ja auch sehr gerne bei starkem Wind an der Kante von der Mitzi-Langer-Wand, quasi nur vom Wind gestützt...

Ungemach
30.08.2006, 12:23
Bei mir ist es weniger die Angst vor der Höhe, als das Mißtrauen in meine
Füße, die mich an einigen Stellen zurückschrecken lassen. Vor allem wenn
Schnee oder glitschiges Gras mit im Spiel sind. Einmal wegrutschen reicht
dann schon, um mich völlig zu verunsichern, wenn es dann nicht erstmal
ein leichtes Stück weiter geht werde ich völlig unsicher.
Sind eigentlich Teleskopstöcke eine Hilfe in solchen Situationen ?
Ich bin ja eigentlich hartnäckiger Stöcke-Verweigerer, aber letzte Woche
kurz unterhalb des Hochreichkopfes wegen ein bissel Schnee zu kapitulieren,
dass tat schon sehr weh.

Bei meiner Freundin ist mir hingegen aufgefallen, das sie oftmals bereits
völlig verunsichert ist wenn der Berg, den es zu erklimmen gilt, von
unten realtiv schwierig und schroff aussieht. Oftmals ist es dann ja
halb so wild, aber dann ist sie bereits fest davon überzeugt, dass sie
dort sowieso nicht hochkommt und völlig verunsichert.
Dagegenn hilft wohl nur blinde Kuh spielen :schulterz

Gruß,

Guido

belex24
30.08.2006, 17:01
Hier geht es weniger um (irrationale) Höhenangst als darum, dass man dem Gras (zu recht) entweder in Sachen Grip oder in Sachen Stabilität nicht zu 100% traut. Da hilft ein Kurzpickel. Ich habe außerdem beim Klettern (fast) immer Grödel dabei. (nur letzte Woche zu Hause liegen lassen :dumm: :mauer: ) da verliert selbst nasses Gras unter Kletterschuhen seinen Schrecken.


bitte was ist ein grödel? :schnulli:

MonkeyPiz13
30.08.2006, 17:09
Ich zweifle auc Stöcke an, weil man sich dann langsam auf die verlässt und nicht mehr ohne sie kann. Naja, wenn du sagst, du hast nicht Angst wegen der Höhe sondern wegen deiner Füße, würde ich gar nicht erst anfangen mit Stöcken zu gehen. Denn wie ist es erst nachher ohne Stöcke??
Mich persöhnliche würde eine Stellungnahme zum Thema Stöcke auch interessieren, da ich im Augenblich auch damit kämpfe mir Stöcke zuzulegen. Mich treibt dazu nicht die Angst vor der Höhe, sondern ich will vielmehr schneller abstegen können.
mfg MonkeyPiz13

Jodeli
30.08.2006, 18:57
Ich zweifle auc Stöcke an, weil man sich dann langsam auf die verlässt und nicht mehr ohne sie kann.
Das Gehen auf Wanderung wird ja wohl nicht das Einzige sein. Es ist ja nicht so, dass man den Rest seiner Zeit mit dem Rollstuhl herumfährt, oder? Ich laufe z.B. ohne Stöcke (obwohl: Nordic-Running ist mir auch schon durch den Kopf gegangen), beim Sportklettern wären sie mir sicher auch im Weg und beim Stadtbummel würden sie sich auch irgendwie nicht wirklich bewähren. Und ich konnte wegen der Stöcke noch keine Degeneration meiner Füße feststellen. Über meinen Gleichgewichtssinn mache ich mir auch erst dann Gedanken, wenn ich es nicht mehr schaffe die 2 Meter zwischen Bett und Schlafzimmertür ohne Sturz hinzubekommen. Für mich sind Stöcke einfach ein technisches Werkzeug.

Und Werkzeuge sind einfach dazu da einem bestimmte Dinge zu erleichtern, wenn man damit umgehen kann. Und der Umgang mit Stöcken bedarf gewisse Übung und deshalb vor allem Bereitschaft diesen Umgang zu erlernen. Natürlich ist nichts ohne Nachteile und die Stöcke können bei schwierigeren Stellen wie z.B. Klettern der Stufe 1 nach UIAA sehr im Weg sein, oder auch nicht, je nachdem mit welchen Vorstellungen man an die Verwendung von Stöcken herangeht. Kling jetzt komplizierter als es ist und man braucht sicher keinen Lehrer, sondern höchstens ein paar Hinweise. Und ich konnte schon öfters beobachten, wie Leute ihre neuen Stöcke wieder auf den Rucksack gepackt haben, nachdem sie sie ein paar Kilometer im Nordic-Walking-Style nachgeschleppt hatten.


Mich treibt dazu nicht die Angst vor der Höhe, sondern ich will vielmehr schneller abstegen können.
Hm, ich weiß nicht. Auf der Ebene bin ich mit Stöcken schneller, beim Bergaufgehen auch, aber gerade bergab könnte ich ohne Stöcke schneller. Ich verwende sie da aber trotzdem, weil man damit länger abwärts kann. So gesehen vielleicht auch schneller, weil man weniger Pausen braucht.

MonkeyPiz13
31.08.2006, 20:34
Also würdest du eher für Stöcke stimmen??? Ich interessiere mich im Augenblick sehr dafür, da man mit Stöcken ja schon gewisse vorteille in Sachen Sicherheit, Schnelligkeit und Schonung der Gelenke und kraft hat. Nur das eine Argument mit der Abhängikkeit hat mich bisher davor abgehalten mir Stöcke zu besoren. Ich will ja nicht meine Leistungsfähigkeit verringern, nur weil ich dann ein paar Minuten vor den Anderen am Ziel bin ;)
mfg MonkeyPiz13

alice58
31.08.2006, 20:43
Das Bergab-Gehen mit Stöcken schont v.a. die Knie SEHR! Das mag für Dich als 13-jähriger noch kein Argument sein, später mal wird es sehr wohl eines sein. Bei mir ist es aufgrund eines "bedienten" Knies so, daß ich längere (> 500 hm) und/oder steile Abstiege nicht ohne Stöcke gehen kann (aber darauf auch nicht verzichten will).

Ich schau, daß ich, soweit es möglich ist, ohne Stöcke gehe (hab sie aber so gut wie immer mit) - um eben die Trittsicherheit und den Gleichgewichtssinn auch ein bißchen zu trainieren. Es stimmt schon, daß diese schlechter werden mit Stöcken, aber da muß meinereiner eben Kompromisse schließen. Wo geht, ohne Stöcke, wo nimmer geht, mit Stöcke (statt gar nicht gehen).

Willy
31.08.2006, 20:54
bitte was ist ein grödel? :schnulli:


Bilder sagen mehr als tausend Worte :

40078

40079

40080

40081

Hier bekommst Du noch mehr Informationen :

http://images.google.at/images?q=Gr%C3%B6del&ndsp=20&svnum=10&hl=de&lr=&start=60&sa=N

Aber jeder, der im Gebirge nur einigermaßen ernst genommen will, geht mit Steigeisen !

Ich versteige mich sogar zu diesem Eigenbau-Reim :

NUR EIN BLÖDEL GEHT MIT GRÖDEL !

Eine Ausnahme bildet (vielleicht) allerdings diese Dame hier :

Caryn Groedel

40082



Zur Stock-Diskussion ( bin da mit Eli völlig einer Meinung ! ) :

Ich war früher auch (so) ein Trottel - wollte was Besseres sein und war im Sommer ohne Stöcke unterwegs.
Fand meinen Freund fast lächerlich, der wenigstens mit einem Stock (so wie die Jäger früher !) ging.
Fast wäre ich wegen meiner Arroganz schon beim Orthopäden gelandet !

Wenn ich mir, was ich derzeit wegen meiner Homepage tue, meine vielen (alten) Filme ansehe, dann kann ich nur den Kopf schütteln,
daß ich früher so saublöd war, ohne diese herrlichen KNIESCHONER zu gehen !

PS :

Fast alle Bergführer gehen natürlich mit Telekop-Stöcken !

Die wollen doch ihren Beruf ja noch für längere Zeit ausführen ! :up:

Ambi
31.08.2006, 21:24
Aber jeder, der im Gebirge nur einigermaßen ernst genommen will, geht mit Steigeisen !

Ich versteige mich sogar zu diesem Eigenbau-Reim :
NUR EIN BLÖDEL GEHT MIT GRÖDEL !

Eine Ausnahme bildet (vielleicht) allerdings diese Dame hier :
Caryn Groedel



Hallo Willy !
Neben Caryn Groedel haben auch die echten Grödel Ihre Daseinsberechtigung
Ich schätze sie sehr im Frühjahr (Caryn das ganze Jahr), wenn ich mit nicht steigeisenfesten Schuhen im Rax/Schneeberggebiet unterwegs bin
Heuer wären's mir fast auf der Veitsch recht gewesen, wo ich mit Wanderschuhen gegangen bin, das eine Schneefeld bei der Unterbrecherstelle (Rodel) aber ganz schön hart war....

also.... für sowas habe sie schon ihren Wert (aber ersetzen können sie Steigeisen natürlich nicht)

Beim "Stock" aber bin ich einer Meinung mit Dir. Bin IMMER mit Stöcken unterwegs, und damit fast immer "schneller" auch bergab als ohne...(von den Vorteilen für meine Knie gar nicht zu sprechen....)

lg

AMbi

Jodeli
31.08.2006, 21:50
@Willy: dein mit groedel_3 bezeichnetes Gerät sieht mir aber sehr nach dem Austria Alpin Steigeisen-Trekking aus. Es hat zwar nur 9 anstatt 12 Zacken und die sind nicht ganz so lange wie bei einem normalen Eisen, aber Grödel würde ich dazu nicht mehr sagen.

@MonkeyPiz13: Ich plädiere für die Stöcke. Alleine schon deswegen, weil damit beim Gehen auch der ganze Oberkörper gefordert ist und man nicht die ganze Zeit überlegen muß, wohin man seine Hände hängt. Verluste beim Gleichgewichtssinn kann ich wirklich nicht feststellen, aber vielleicht liegt's daran, dass ich einerseits bevorzugt Touren gehe, auf denen es auch durch schwierigeres Gelände geht und andereseits ich auch etwas im Klettergarten bin, und besonders beim Sportklettern Gleichgewichtssinn gut trainiert wird, zumindest kann ich das an mir selbst beobachten.

edit: Was ich über Stöcke schrieb, war immer mit dem Blick auf einen Erwachsenen gedacht. Falls du wirklich erst 13 bist, ist noch zu bedenken, dass falls du noch ein kindliches Leichtgewicht bist, die Stöcke eher zur Last werden könnten. Was deine Beiträge betrifft, scheinst du ja aber schon ziemlich erwachsen zu sein, alle Achtung. :)

onHopper
31.08.2006, 23:47
zum Thema erlernbar: zum Beispiel wird Höhenangst auch im Hochseilgarten therapiert. zumindest laut Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Höhenangst

onHopper
31.08.2006, 23:58
zum einen muss ich sagen, das dieser Vorschlag von einem Bergführer kam. Wir krallten eine steile Scharte hoch, und nachdem eigentlich kein Weg existierte, bekam meine Freundin etwas weiche Knie. Ein entgegenkommender Wanderer packte ein ca 8 Meter langes Seil aus und half ihr über die Stelle. Von da an hatten wir eigentlich immer ein solches Seil mit dabei.

Andererseits muss ich hinzufügen - so ein Seil ist eine gute psychologische Unterstützung. Wenn wir einen Klettersteig gehen, dann haben wir natürlich die ganze Ausrüstung dabei.

Lampi
01.09.2006, 13:47
@MonkeyPiz13: Ich plädiere für die Stöcke. Alleine schon deswegen, weil damit beim Gehen auch der ganze Oberkörper gefordert ist und man nicht die ganze Zeit überlegen muß, wohin man seine Hände hängt. Verluste beim Gleichgewichtssinn kann ich wirklich nicht feststellen, aber vielleicht liegt's daran, dass ich einerseits bevorzugt Touren gehe, auf denen es auch durch schwierigeres Gelände geht und andereseits ich auch etwas im Klettergarten bin, und besonders beim Sportklettern Gleichgewichtssinn gut trainiert wird, zumindest kann ich das an mir selbst beobachten.
Mit 13 sollte das Gewicht der Stöcke vernachlässigbar sein, zur Not gibt es zweiteilige (da können als Nebeneffekt auch nur halb so viele Klemmmechanismen kaputtgehen) Karbonstöcke. Die sind nur halb so schwer wie die dreiteiligen Aluprügel.
Wg. Gleichgewicht: Als Kletterer kann man genau den Verlust des Gleichgewichtsgefühls nicht feststelen, weil man sich bekanntlich meist oberhalb des KSP am Fels fest hält. Die Bedenken sind berechtigt, ich hatte es selbst auch nicht glauben wollen. In seitgeneigtem Gelände fühle ich ich mich mittlerweile ohne Stöcke richtig unsicher. Deshalb halte ich es für wenig sinnvoll, schon Kindern im Grundschulalter Stöcke zu geben ("damit sie das gleich lernen"). Auch wenn man in den mit "Gummibärchen" ausgezeichneten Ferienorten mittlerweile Stöcke speziell für Kinder kaufen kann.
Bin aber wg. Knieschonung drauf angewiesen, und weil ich die Teile schon mit habe, nehme ich sie natürlich auch zum Flach- oder Bergaufgehen.
Ein weiterer Vorteil ist natürlich das Aufwärmen von Schultern und Armen, beim Klettern sehr sinnvoll. Man steht nicht mit platten Beinen und kalten Armen am Einstieg.

Willy
01.09.2006, 17:02
@Willy: dein mit groedel_3 bezeichnetes Gerät sieht mir aber sehr nach dem Austria Alpin Steigeisen-Trekking aus.
Es hat zwar nur 9 anstatt 12 Zacken und die sind nicht ganz so lange wie bei einem normalen Eisen,
aber Grödel würde ich dazu nicht mehr sagen.
Das habe ich mir eigentlich auch gedacht !

Aber es war komischer Weise bei Google-Bilder unter "Grödel" eingeordnet !

Willy
01.09.2006, 17:04
Es könnte ja jemand einmal eine genaue Definition
zwischen
GRÖDEL http://www.gipfeltreffen.at/showthread.php?t=793
und
STEIGEISEN http://www.gipfeltreffen.at/showthread.php?t=12967&highlight=Steigeisen
versuchen !

Ich war nur ein Mal mit Grödeln unterwegs - und zwar damals "vor fast 100 Jahren " mit - auf der Wiesbadener Hütte - ausgeliehenen.

Nach dieser Zittertour über einen recht eisigen und spaltenfreudigen Ochsentaler Gletscher schwor ich mir :
Nie wieder gehst Du mit solchen (lockeren) Schuhanhängseln !

DonDomi
01.09.2006, 17:46
Ich habe das Wort Grödel hier auch zum ersten Mal gehört, ich habe Steigeisen und glaube nicht, dass ich zusätzlich noch Grödel brauche. Sieht mir auch recht klapprig aus das Zwittern hab ich bisher meist eher schlechte Erfahrung gemacht. Ist Grödel eigentlich etwas, was in Österreich weit verbreitet ist, in der Schweiz bin ich glaub ich noch nie solchen Dingern begegnet, es klingt ja auch recht Österreichisch...

peter40
01.09.2006, 18:03
hallo

grödel haben dann ihre berechtigung, wenn das gelände für steigeisen zu leicht ist - trotzdem mußt du mit einzelnen stellen rechnen, wo´s eventuell eisig oder schneefelder gibt. und genau für diese kurzen strecken sind die grödel perfekt - außerdem kannst sie im rucksack immer mitnehmen. sind leichter und auch genauso gut wie steigeisen zu gehen. aufgrund der fehlenden frontzacken muß man halt wie donald duck rauf. geht aber gut - und bei steigeisen gibts ja auch diese gehtechnik. vom halt ist nicht viel unterschied. beim gehen vielleicht sogar besser - das hängenbleiben bei der hose oder den schuhbändern ist nicht so wahrscheinlich wie bei steigeisen. bei richtiger gehtechnik kannst fast jede steilheit hinauf oder hinunter (auf jeden fall so bis 35 grad, vielleicht auch ein bißchen drüber).

bei feuchten und steilen wiesen, steilen erdstellen etc... sind sie auch sehr nützlich.

lg

peter

Silvia
01.09.2006, 21:06
ich kann diese frage einfach nur mit ja beantworten. ich war nie schwindelfrei und hab mich vor ein paar jahren überwunden diese angst anzugehen, da ich berufsbedingt auf dächern und gerüsten rumturnen muss.

heute kann ich ohne mich anzuhalten auf den gerüsten gehen und auch an einem dachvorsprung sehen. die bergtouren haben dies sehr beschleunigt. heute gehe ich an mach ausgesetzten stellen aufrecht, wo ich vor zwei jahren noch auf allen vieren geklettert bin.

an dieser stelle möchte ich einen dank an meinen geduldigen tourenpartner aussprechen, der mir half diese angst zu überwinden.

lg si

MonkeyPiz13
02.09.2006, 18:09
Ich glauge, dass eine solche Therapie nicht sehr viel mehr ausmacht, als das man sich selber beibringen kann. Wenn man seine Höhenangst loswerden will, geht man in die Berge oder sons t irgendeinen Punkt, fängt langsam an und geht dann immer weitr nach oben. Man kann ja noch eine/n Freund/in mitnehmen, dann langweilt man sich nicht zu Tode;)
Ach ja, wenn man Geld aus dem Fenster werfen will, ist eine solche Therapie sicher nicht schlecht ;)
mfg MonkeyPiz13

BigEuli
03.09.2006, 11:41
Ich glauge, dass eine solche Therapie nicht sehr viel mehr ausmacht, als das man sich selber beibringen kann.

:denk: Na, ich bin der Meinung, wenn man selbst keine Höhenangst hat, dann ist es schwer zu beurteilen, ob eine Thearpie hilft oder nicht. Ich persönlich kenne auch Niemanden, der solch' eine Hilfe in Anspruch genommen hat.
Aus eigener Erfahrung, oder besser durch meine Frau (sie hat(te) Höhenangst) weiß ich, dass sie durch unsere Touren von Mal zu Mal sicherer wurde.


Wenn man seine Höhenangst loswerden will, geht man in die Berge oder sons t irgendeinen Punkt, fängt langsam an und geht dann immer weitr nach oben. Man kann ja noch eine/n Freund/in mitnehmen, dann langweilt man sich nicht zu Tode;)

Vom Prinzip gebe ich Dir da Recht, denn wir haben es ja auch so gemacht, das wird jedoch ein langsamer und teurer Prozess, denn für uns Nordlichter bedeutet das jedesmal eine Reise von bis zu 1000 km (995 km von unserer Haustür bis Innsbruck). Da sind die im Vorteil, die die Berge direkt vor der Haustür haben.


Ach ja, wenn man Geld aus dem Fenster werfen will, ist eine solche Therapie sicher nicht schlecht ;)


Tja, und hierzu halte ich die Entfernung zu den Bergen wieder dagegen, es dürfte auf die Dauer (zumindest aus unserer Sicht), günstiger sein in einem Hochseilgarten sich zu vergnügen (mittlerweile gibt es bei uns 4 (:O ) in der Nähe), als ein oder zweimal pro Jahr in die Alpen zu fahren.

Ciao!

Frank

MonkeyPiz13
03.09.2006, 14:10
Ich denke, dass man nicht unbedingt in den Bergen die Schwindelfreiheit erlernen kann. Man kann auch auf einen Turm, ein hohes Gebäude, oder einen Baum klettern.
mfg HateNoobsHateMe

BigEuli
03.09.2006, 14:23
Ich denke, dass man nicht unbedingt in den Bergen die Schwindelfreiheit erlernen kann. Man kann auch auf einen Turm, ein hohes Gebäude, oder einen Baum klettern.


Ja, da hast Du natürlich recht, geht auch. :up:
Ich denke da z. B. an das Marineehrenmal in Laboe (bei Kiel), da kann man schön die Treppen innen im Turm hochsteigen und anregende Tiefblicke genießen und dann natürlich auch, wenn man auf der Spitze steht.
Zu den Bäumen, nun ich werde das mal meiner Frau vorschlagen (:schwitz: ) mal sehen was die dazu sagt...... :)

Ciao!

Frank :coolman:

werdi
29.09.2006, 10:03
Ein Bericht dazu .... Höhenangst / Höhenschwindel (http://www.neuro24.de/hoehenangst.htm)

waldläufer
30.09.2006, 07:26
schwindelfreiheit ist erlernbar!

leg die karten zusammen wie sich´s gehört, misch sie durch und gib sie aus: von oben nach unten!!! ohne schwindeln

du siehst ............ es ist erlernbar

Willy
04.10.2006, 20:23
Matthias Lanner, Roland Marchert, Leopold Senger und Bernhard Lanner,
die sich derzeit bei Montagearbeiten

am Krippenstein

ihr Geld verdienen,
könnten zu diesem Thema wohl auch Einiges sagen !

43966
Quelle : KRONENZEITUNG vom 5. 10. 2006

Und diese Burschen erst :

43968

Exilfranke
11.10.2008, 22:45
Servus,
nordkette hat das kürzlich beim Tiroler gipfeltreffen-Treffen sehr schön erläutert, woher die Höhenangst kommt.

Beschrieben ist es auch u.a. hier

http://www.ballonteam-badiburg.de/html/hohenangst.html

Ich leide selbst unter Höhenangst, bemerke aber eine Besserung, je häufiger ich am Berg unterwegs bin. Das ist nicht so häufig wie ich es gerne hätte, da ich durch Studium (Prüfungen) und diverse kleinere Erkrankungen nicht so oft Zeit habe, aber es hat sich doch schon was verändert. Heute kann ich auf schmalen Wegen fast problemlos entlang gehn, selbst wenn es auf einer Seite steil runtergeht. (Stangensteig bei der Höllentalklamm ist eine nette Konfrontationstherapie).

Nur Wege, wo ich klettern muss, und bei einem Fehltritt abstürzen würde, meide ich weiterhin, aber es gibt ja viele schöne, auch hohe Gipfel, die man auch so problemlos erreichen kann. In einer Seilschaft wäre meine Angst wohl auch nochmal geringer als wenn ich alleine (ungesichert) ginge.

Das letzte Mal, wo ich wirklich "Panik" bekam und beinahe umdrehen hätte müssen, war am 9. Oktober 2005 beim Übergang von Saile (2404m) zum Spitzmanndl (2241m) bei Innsbruck, wo ich an einer etwas ausgesetzten Stelle am steilen Wieshang (Grad I) plötzlich weiche Knie bekam und nicht mehr weiter konnte. Ich bin die Stelle dann weiter unten über die Wiese umgangen (Schuld war damals allerdings Dehydrierung und zu fett gegessen am Gipfel) und war heilfroh, als ich endlich wieder auf sicherem Weg war.

Beim Abstieg ist das Schwindelgefühl jedenfalls viel stärker ausgeprägt als beim Aufstieg, wohl weil die senkrechten Linien an der Seite fehlen und man mehr oder weniger in den Abgrund schaut.

Soweit mein Senf dazu.

Gruß,Felix

Jahn
11.10.2008, 23:40
Beschrieben ist es auch u.a. hier

http://www.ballonteam-badiburg.de/html/hohenangst.html

Das erscheint mir jetzt aber reichlich absurd. Man hat also nur auf geometrisch klar strukturierten Objekten Höhenangst?

Unterscheiden muss man grundsätzlich zwischen Höhenschwindel und Höhenangst. Ersteres ist ein physiologisches Phänomen, das ganz normal, aber sicher bei verschiedenen Menschen stärker oder schwächer ausgeprägt ist. Letzteres ist ein psychologisches Phänomen, dass auf den Höhenschwindel beruht, bzw. dadurch verstärkt wird.

Bei jedem tritt eine Körperliche Reaktion bei starker Ausgesetzheit auf. Manche reagieren ganz instinktiv darauf (auf nahe Objekte schauen; Lagewechsel; festhalten etc.) ohne das es ihnen richtig bweußt wird. Andere steigern sich in das unangenehme Gefühl rein, bis es das ganze Denken ausfüllt. Ich glaube, dass jeder Gesunde Mensch Respekt vor der Höhe hat. Ungut ist aber eine panische (und damit lämende) Reaktion.

Erstens muss man natürlich sein Gleichgewichtssinn trainieren, denn da fängt alles an. Zweitens sollte man aber auch die Selbstwahrnehmung schulen. Ich hatte anfangs Angst vor der Höhe - keine sehr ausgeprägte, aber doch ausreichend, um störenend zu sein. Mit der Kletterei und dem ungesicherten Gehen in ausgesetztem Gelände haben sich zwei Aspekte rausgebildet mit diesem Gefühl umzugehen.
1.) Einschätzung meiner Fähigkeiten. Entweder bin ich mir sicher, dass ich die Stelle schaffe, oder ich drehe um.
2.) Einschätzung der Gegebenheiten. Das kann sein: wenn der Fels zu brüchig ist, dann kehr ich um. Oder z.B. wenn eine Sturz durch eine Sicherung problemlos gehalten werden kann, dann mach ich weiter. Letzteres passiert halt nur im Klettergarten. Aber grad da trainiert man dann das Rüstzeug für Punkt 1.
Was kann den sonst schon passieren. Entweder ich mache einen Fehler oder das Gelände versagt. Das kann man doch ganz nüchtern betrachten. Geländebeurteilung bringt die bergsteigerische Erfahrung mit sich. Selbsteinschätzung wiederum ist eine wertvolle Übung sich seines Handelns bewußt zu werden und stärkt neben dem Sicherheitsaspekt auch den Genuß beim Bergsteigen. Man erlebt nicht nur aussen, sondern auch innen.

Wenn man jetzt aber ein psychologisches Problem mit der Höhe hat, dann muss man sicher mit rabiateren Methoden ran - Therapie. Dazu kann ich aber nichts sagen.

Willy
12.10.2008, 00:40
Auch wenn ich mich wiederhole
und Ihr meine Beiträge deshalb verständlicher Weise schon längst nicht mehr lest,
stelle ich dennoch wieder einmal
die - (fast ebenso) doofe - Umkehrfrage :

Ist Schwindelgefühl erlernbar ?

Jahn
12.10.2008, 23:46
(fast ebenso) doofe

Verstehe ich nicht. Was ist denn an der Ursprungsfrage doof?

PS: Ausserdem hast du vergessen ein völlig unpassendes und veraltetes Bild aus dem Internet zu klauben und deinem Beitrag anzuhängen. :D

Willy
13.10.2008, 18:29
Verstehe ich nicht.


Das macht nix.
Du verstehst eh schon viel zu viel
und sowas belastet unnötig die Psyche !




PS: Ausserdem hast du vergessen,
ein völlig unpassendes und veraltetes Bild aus dem Internet zu klauben
und deinem Beitrag anzuhängen.


Entschuldigung ! Wird sofort nachgeholt !

Hier einige veraltete, unpassende Tiefblicke quasi als ein
- in Hinblick auf Schwindel -

FREIHEITS-TEST

Ich beginne ganz leicht zum Aufwärmen
am Kienbergturm in den Fischauer Bergen :

173770

Hier beim Zustieg zur Ruderhofspitze
sollte sich schon ein leichtes wohliges Schwindelgefühl breitmachen :

173773

Wer diesen Tiefblick vom Preimlkopf
zehn Minuten lang ohne wegzublicken
erträgt,
könnte
- unter ärztlicher Aufsicht und bei Nebel -
einen Städteflug von Wien nach Graz riskieren !

173772

ABER NUN ACHTUNG ! DENN JETZT KOMMT DIE STUNDE DER WAHRHEIT :

Wer vom Totenköpfl auf der Hohen Wand
- also hier -
hinunterstarrt,
ohne daß er vor Schreck in den Computer-Monitor hineinfällt,
hat die Grundvoraussetzung für einen Piloten-Führerschein praktisch in der Tasche !

173780

Doch wer diesen Tiefblick am Paulcketurm in der Silvretta wegsteckt,
ohne daß er zu Beruhigungs-Pillen greifen muß,
ist - ich gratuliere herzlich - Astronaut !

173779

Jahn
13.10.2008, 22:08
Herzlichen Dank, Willy. So soll ein Beitrag von dir ausschauen.

Gruss
Jan